Elvah: Von der Ladeflatrate hin zum Datendienstleister

Im Gespräch mit Sören Ziems, Co-Founder und CPO Elvah

Gemeinsam mit Sören Ziems, Co-Gründer und Chief Procurement Officer von Elvah, habe ich mich über deren Entwicklung im Umfeld der E-Mobilität unterhalten. Begonnen bei der Gründung über die darauffolgende Entwicklung am Markt bis hin zu den Herausforderungen mit steigenden (Strom-)Kosten sowie zur eigentlichen Insolvenz des Unternehmens. Als auch die darauffolgende Übernahme und Integration in den E.ON-Konzern.

Sören erläutert eingangs, dass Elvah seit 2020 darauf abzielt, die Elektromobilitätsbranche zu revolutionieren, insbesondere das öffentliche Laden von Elektroautos, das von vielen Nutzern als problematisch empfunden wird. "Unser Ziel war es stets, das Laden von E-Autos so einfach und zugänglich wie möglich zu machen", so Sören über den Antrieb hinter der eigenen Ladelösung. Elvah startete mit einer App und einer innovativen Ladeflatrate, die viel Aufmerksamkeit erregte, aber aufgrund steigender Strom- und Betriebskosten bei den Ladesäulenbetreibern angepasst werden musste.

Die Echtzeit-Bewertung von Ladestationen soll die Nutzererfahrung beim Laden verbessern. Sören erläutert, dass gerade durch die Herausforderungen, die durch steigende Kosten entstanden sind, Elvah seine Tarifstruktur anpassen musste, um weiterhin kundenorientiert zu agieren und den Nutzern Verlässlichkeit beim Laden zu bieten. Eine Wendung, die durchaus angenommen wurde. Wenn auch nicht mit Begeisterung bei den E-Autofahrer:innen.

Das Gespräch nimmt eine Wendung, als Sören die wirtschaftlichen Schwierigkeiten anspricht, die Elvah dazu zwang, sich mit der Insolvenz auseinanderzusetzen. Diese Phase führte dazu, dass E.ON auf Elvah aufmerksam wurde und das Start-up übernahm. Durch die Zusammenarbeit mit E.ON wollte man die Verkehrswende in Deutschland beschleunigen und die Attraktivität der Elektromobilität durch kundenfreundliche Prozesse und einfache Bedienbarkeit steigern.

Dies zeigt sich recht kurz nach Übernahme von Elvah in der E.ON Drive Comfort-App, welche durch entsprechende Synergien ein Update erfuhr. Die App generiert aus Echtzeitdaten und Kundenfeedback zum Ladevorgang eine Punktebewertung, die Nutzer über Zuverlässigkeit und Komfort der verfügbaren Ladestationen informiert. Auf Basis dieser Daten vereinfacht Elvah den Ladeprozess und fördert den Zugang zur Elektromobilität, oder wie es der Co-Founder einordnet: "Mit E.ONs Ressourcen konnten wir die Benutzererfahrung unserer App signifikant verbessern."

Das Interview beleuchtet auch die strategische Neuausrichtung von Elvah im B2B-Bereich, um die Transparenz und Effizienz in der Elektromobilitätsbranche zu erhöhen. Gemeinsam mit Sören habe ich mich über die Bedeutung der Zusammenarbeit in der Branche und wie Elvah plant, als Datenlieferant und -aufbereiter zu agieren, um den Markt weiterzuentwickeln, auseinandergesetzt. Im Fokus hierbei die Herausforderungen und Möglichkeiten, die sich aus der Integration von Elvah in E.ON ergeben, und wie Elvah weiterhin Innovationen vorantreibt.

Das Interview endet mit einem Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen von Elvah und einem Aufruf an potenzielle Partner, sich für gemeinsame Projekte und Innovationen in der Elektromobilität zu engagieren. Das hörst du dir aber am besten selbst an.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net-Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. Heute dreht sich das ganze Thema mal wieder so ein Stück weit um die Ladeinfrastruktur. Ich habe Sören Zims zu Gast, seines Zeichens Co-Founder und Product Owner bei Elvah. Elvah kennt man noch, 2020, 2021 hat man dort massiv für Aufsehen gesorgt mit der ersten Ladeflatrate für Elektroautos. Das Ganze hatte leider nicht so viel Erfolg, wie man es zunächst erhofft hatte, weil steigende Kosten und steigende Stromkosten eben für Herausforderungen gesorgt haben. Mittlerweile wurde das Unternehmen von E.ON übernommen, ist im E.ON-Konzern integriert und bildet die Backbone, das Rückgrat der E.ON Comfort Drive App, wird aber auch künftig wieder unter dem Namen Elvah gegründet. aktiv werden. Da haben wir schon einen kleinen Ausblick von Sören bekommen. Im Detail versteht er es natürlich selbst besser zu erklären. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit ihm. Viel Freude damit. Hi Sören, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, bei uns im elektroauto-news.net Podcast zu Gast zu sein. Wir unterhalten uns heute ein wenig über Elvah, was ihr gemacht habt, was ihr aktuell macht, wo die Reise künftig hingeht. Stell dich doch dazu aber gerne erstmal selbst vor, deine Verbindung zur E-Mobilität und dann kannst du auch gerne schon ein paar erste Worte zu Elvah verlieren.

  3. Sören Ziems:

    Ja, gerne. Vielen Dank für die Einladung. Ich bin Sören. Einer der Co-Gründer und CPO, also für das Produkt verantwortlich bei Elvah. Und mit Elvah haben wir seit 2020 versucht und versuchen es immer noch, den Markt der Elektromobilität ein bisschen zu verbessern und auch die Erfahrungen für Elektroautofahrerinnen und Elektroautofahrer einfach einfacher und verlässlicher zu gestalten. Und Das haben wir in verschiedenen Schritten getan und ich freue mich so ein bisschen, unsere Reise heute zu erzählen und kann gerne mal beginnen mit dem, womit wir gestartet haben und das war eine App. Wir haben rund vor drei Jahren begonnen, eine App im Markt zu launchen, in einem Markt, wo wir gefühlt haben, Mensch, Elektroauto fahren macht super viel Spaß. Auch damals schon jede, die in ein Elektroauto eingestiegen ist, hat gesagt, das ist eine tolle Erfahrung. Es gab immer ein großes Problem, von dem alle berichtet haben und das ist das öffentliche Laden. Wir kamen aus anderen Bereichen, aus anderen Branchen, als wir Elvah gegründet haben und haben schnell gemerkt, das ist doch etwas, das muss man optimieren. Man muss Laden, auch öffentliches Laden von Elektroautos einfacher machen, einfacher gestalten. Und man muss vor allem in diesem Preis- und Kostendschungel, den sich Elektroautofahrer und Elektroautofahrerinnen auch heute noch, indem sich sie wiederfinden, einfacher gestalten. Und wir sind relativ provokant auf den Markt gekommen mit einer Ladeflatrate für das E-Auto-Laden an öffentlichen Ladepunkten und einer sehr einfachen, sehr gut funktionierenden und zuverlässigen App.

  4. Sebastian:

    Das hat damals auf jeden Fall auch für Aufmerksamkeit gesorgt, also das kann ich nur von unserer eigenen Plattform berichten, dass das Thema durchaus ein Stück weit viral gegangen ist, würde ich schon mal behaupten, weil das war ja mit die einzigen Anbieter, die sowas gemacht haben, dann auch zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall und auch aktuell ist mir da erstmal keiner Begriff dafür. Also ganz geklappt hat es dann leider aber doch nicht. Da hat euch ja auch ein bisschen was in den Strich durch die Rechnung gemacht. Vielleicht kannst du uns das mal auch mitnehmen, wie das nach dem ersten Startschuss war, wie es angenommen wurde und wie dann auch die Reise weiterging.

  5. Sören Ziems:

    Ja, also es wurde erst mal sehr, sehr gut angenommen. Wir sind da auch... in Tradition eigentlich eines Software-, eines Projekt- und Produktunternehmens rangegangen, haben auch vorher schon viel getestet, was kommt an und mit dieser Ladeflatrate haben wir natürlich erstmal für Aufsehen erzeugt oder für Aufsehen gesorgt und sind absolut begeistert gewesen, was das für Nutzerzahlen und auch einen Hochlauf von Nutzung unserer App gebracht hat. Das Ganze war Grundsätzlich auch ein Modell, was wir gerne weitergeführt hätten und es hat auch tatsächlich sehr, sehr gut funktioniert. Nutzer sind weiter dazugekommen, es hat durchaus auch einen guten Mix gegeben. Letztendlich ist uns so ein Stück weit das Problem der steigenden Stromkosten, auch der steigenden Kosten bei den Ladesäulenbetreibern dort entgegengestanden. Das heißt, es wurde immer unkalkulierbar, wie auch Energie, Energiepreise gerade an öffentlichen Ladesäulen sich entwickeln. Und das heißt, man muss natürlich immer wieder auch die eigenen Preise challengen. Bei einer Flatrate ist das besonders schwierig. Und dementsprechend war es irgendwann dann sehr schwer zu kalkulieren und sehr, sehr schwer natürlich, letztendlich das zu einem rentablen und profitablen Geschäft umzugestalten. Und das haben wir dann auch erkannt. Wir haben das Ganze verändert. Wir haben die Tarifstruktur verändert. Uns war allerdings wichtig, dass wir hier unseren alten Prinzipien treu werden. Denn es mag jetzt vielleicht so ein bisschen ausgesehen haben oder vielleicht auch gerade geklungen bei mir, dass wir das als eine reine Marketingidee gemacht haben, um bekannt zu werden. Es kam aber aus einem ganz anderen Grund. Es kam wirklich aus der Simplifizierung einer Lademöglichkeit. Denn wir wollten nicht, dass Kundinnen und Kunden immer zu jeder Ladestation den Preis checken müssen, um dann zu entscheiden, ich fahre lieber zu der günstigeren. Sondern wir wollten, dass Elektroautofahrerinnen und Fahrer zu den Stationen fahren, die verlässlich sind. Und das war eins der USPs von Elber und ist es auch heute noch in der E-on-Drive-App. dass wir vorhersagen, wie gut Ladestationen funktionieren und somit da sollte es drauf ankommen und weniger auf den Preis. Long story short, wir mussten auch hier natürlich dann auch uns dem Kostendruck ein Stück weit geschlagen geben, neue Tarife einführen, die wir aber trotzdem so kundenzentrisch wie möglich gemacht haben und das hat erstaunlicherweise auch sehr gut funktioniert, die Kundinnen und Kunden zu überzeugen, dass trotz dass es keine Flatrate mehr ist, Man weiterhin Elvah als die sichere Ladelösung nutzt.

  6. Sebastian:

    Sehr interessant, dass du uns ein Stück weit hinter die Kulissen hast schon blicken lassen, wie das Ganze sich entwickelt hat. Auch gerade die Thematik mit steigenden Kosten, Stromkosten war ja schon von außen irgendwo nachvollziehbar. Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass die E-Auto-FahrerInnen das so positiv mit aufgenommen haben sozusagen oder den Wandel auch mit euch mitgegangen sind. Weil man freut sich ja schon darüber, okay, ich habe jetzt meine Ladeflat, komme da eben dementsprechend immer mit einer belastbaren Gebühr auch hin, wo ich weiß, Monat für Monat wird nur das fertig und dann kann ich eben laden und dann fällt das auf einmal weg. Könnte ich mir auch ein bisschen ärger vorstellen, den gab es bestimmt auch bei dem einen oder anderen. Für mich aber auch relevant und das würde ich gerne gerade nochmal kurz aufgreifen, du hast gesagt, für euch war schon immer wichtiger einfach, dass der Nutzer, Nutzerin an eine Ladestation kommt, die gut funktioniert. Was heißt gut funktionieren? Dass ich einfach anstöpseln kann und er lädt tatsächlich oder, also weil das ist ja auch immer so ein bisschen, kann man für sich jetzt deuten, was gut funktionieren ist.

  7. Sören Ziems:

    Wir fangen mit gut funktionieren sogar noch sehr weit unten an. Nämlich die Ladestation muss überhaupt in einer Situation tatsächlich Energie abgeben und ich bekomme mein Auto geladen. Selbst wenn es noch kompliziert ist, aber ich sage mal, das ist der unterste Layer. Wenn es natürlich einfach funktioniert, möglichst schnell, das zum Beispiel nach einer Autorisierung mit der App, also man Sagt, ich möchte laden, dass das möglichst schnell dann auch funktioniert, dass die Ladestation nicht abbricht während des Ladevorgangs und eben sauber beendet. Das ist schon mal der nächste Schritt. Ich glaube, alle Vereinfachungen danach, die jetzt kommen, Plug and Charge, Auto Charge, super, freuen wir uns. Aber ich glaube, wir sind auch heute noch in Deutschland und auch im europäischen Ausland nicht da, wo man sagen kann, jeder Ladevorgang funktioniert. Das heißt, wir beobachten immer noch 10 bis 15 Prozent aller Ladevorgänge, die nicht funktionieren. Das heißt, das muss man sich vorstellen, man kommt zu der Ladestation, möchte sein Auto laden, muss es eventuell auch sehr dringend laden auf der Langstrecke und es funktioniert nicht. Das heißt, man hat da teilweise dann 10, 20 Minuten, die man verliert an Zeit, Und unser Ansatz war zu sagen, wir versuchen, dass niemand von unseren Kundinnen und Kunden zu Ladestationen fährt, die eben ein Problem haben oder ein temporäres Problem haben. Und das haben wir mit großem Aufwand, mit vielen Daten in einem Realtime-Score, so heißt der, verwandelt. Wo jeder schauen kann, wie gut eine Ladestation zum aktuellen Zeitpunkt gerade funktioniert. Und ich glaube, das hat uns einzigartig gemacht und das macht auch das Produkt der Aeon Drive momentan einzigartig, dass man hier sehr verlässlich sieht, wo klappt es gut, wo klappt es nicht gut. Und oftmals ist es auch so, dass gewisse Ladestationen irgendwann in einen Wartungsmodus schalten, weil etwas passiert. Das kriegen wir live mit und zeigen es den Nutzern an. Und das ist eben sehr, sehr wichtig, um keine Zeit zu verlieren, wenn man unterwegs ist und eben großes Ärgernis zu ersparen. Denn das Ärgernis ist das, was man den Nachbarn, den Freunden erzählt, die vielleicht gerade am Überlegen sind, kaufe ich mir ein Elektroauto oder nicht. Und damit vielleicht auch der große Schluss, warum wir die Elektromobilität fördern wollen und warum das ein großes Ziel ist und wie man das schaffen kann. Ich glaube, man kann es schaffen, indem man es schafft, dass das Bestehende gut funktioniert, dass man viele findet, die darüber berichten, dass es gut funktioniert und eben nicht die großen Artikel, wo es eben nicht funktioniert.

  8. Sebastian:

    Das stimmt, vor allem, wenn es nicht so ausgewogen ist. Ich meine, Kritik muss man ab und zu dennoch zulassen, wenn sie natürlich berechtigt ist und auch mit Zahlen, Daten, Fakten untermauert wird. Dann finde ich das auch in Ordnung und dann kann man daran auch wachsen. Das ist ja auch das Thema bei euch mit Ladeinfrastruktur. Ich kann ja da nicht einfach nur auf gut Will eine Ladestation immer rausfiltern, weil sie halt nicht funktioniert, sondern sollte idealerweise irgendwann den Betreiber dann auch mal darauf aufmerksam machen und sagen, hey, hör mal zu, repariert doch mal das Ding, dass wir alle wieder was davon haben. Insofern... Ist das schon der Mittelweg irgendwo zu treffen, aber grundsätzlich bin ich bei dir, dass wir natürlich eher positiv über die Dinge berichten sollten und nicht immer nur das Negative, wie wir ja dann doch immer auch in anderen Lebenssituationen eher dazu neigen. Du hattest jetzt aber schon angesprochen und hast dir so ein bisschen anklingen lassen, aus Elvah wurde irgendwann E.ON Drive die App, es wurde ineinander übergeführt, vielleicht magst du uns das mal überhaupt erklären. aufzeigen, warum oder wie E.ON da mit reingekommen ist. Das ging ja auch damals dann in diesem Zeitpunkt mit rein, steigende Kosten und so weiter, dass du uns an diesem Stück der Geschichte mal noch mit abholst.

  9. Sören Ziems:

    Absolut. Also wir waren eigentlich sehr, sehr gut unterwegs. Wir sind ein Startup. gewesen, was natürlich von Investoren finanziert wird. Und da ist es ganz üblich, dass man nach gewissen Wachstumsschritten auch weiterhin neues Kapital benötigt, um weiter zu wachsen. Jetzt ist uns etwas passiert, was ein Stück weit schade, schwierig, ärgerlich war, dass wir eigentlich auf einem guten Weg waren, mit unterschiedlichen Investoren wieder neues Kapital einzusammeln und sind in eine Situation geschlittert, die wir sicherlich zu teilen auch selbst, aber natürlich auch in einem schwierigen Marktumfeld gesehen haben, nämlich dass Ende 2022 die Kapitalmärkte gerade für Risikokapital für junge Startups eigentlich zu waren, zugedreht wurden. Also es wurde nicht mehr investiert aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage, aufgrund des Kriegs in der Ukraine. Und all diese Faktoren haben dazu geführt, dass eigentlich gesichertes Kapital kurzfristig zurückgezogen wurde. Und das ist für ein Startup eine extrem herausfordernde Situation. weil natürlich das benötigt wird für den weiteren Aufbau des Geschäfts. Und dann kamen wir eben in eine Situation, in der es schwierig wurde, alleine das Geschäft weiter zu betreiben. Und auch hier ganz transparent ist ja auch nachzulesen, mussten wir schlussendlich Insolvenz anmelden. Was bedeutet Insolvenz? dass wir in einen sehr, sehr geordneten Verkaufsprozess gehen wollten, weil wir wussten, die Technologie, das Produkt und ganz, ganz vorne auch das Team sind so gut, sind so interessant für Produkte und für neuere Themen, dass wir sicher waren, dass wir einen neuen Hafen finden und waren überwältigt, dass nach dieser Meldung circa 60, ein paar mehr als 60 Unternehmen auf uns zugekommen sind und haben gesagt, Mensch, das kann irgendwie nicht sein. Wir wollen da gerne mit euch zusammenarbeiten. Und so kam es, dass aus vielen dann E.ON der überzeugendste war, der auch ganz klar, und das ist ein Schritt, den ich gar nicht so erwartet hatte, vom Tag 1 gesagt hat, wir wollen euch, wir wollen das gesamte Team, wir wollen die Technologie. Macht das weiter und helft uns weiter. E.ON Drive besser zu machen. Und somit sind wir schlussendlich als Elvah nicht E.ON Drive geworden. Aber wir entwickeln momentan und auch in Zukunft die E.ON Drive App in unterschiedlichen Ländern, konzentrieren uns aber auch weiter darauf, mit unserer Technologie und unseren Services einfach den Markt und das, was Elektroautofahrer vielleicht stört, besser zu machen und der Industrie zu helfen. Und das ist ganz spannend, weil wir somit nicht nur diese App zum Laden entwickeln, sondern auch als Elfer wieder eigenständig im Markt auftreten werden in naher Zukunft.

  10. Sebastian:

    Sehr viele interessante Einblicke, die du uns da jetzt nochmal mit auf den Weg gegeben hast. Ich finde das auch spannend, wie du erläuterst, dass eben auch ein E.ON daherkommt und sagt, okay, wir nehmen euch mit Sack und Pack sozusagen, auch das ganze Team und nutzen da nicht die Chance und schrumpfen das komplett zusammen und nehmen nur die wichtigsten Software-Stacks oder sowas raus, sondern ihr könnt mit euren Kernkompetenzen weiter an der Thematik dranbleiben. Für euch hat sich die Rolle dann ja aber dennoch ein Stück weit verändert. Ihr seid ja dann nicht mehr, also ihr seid ja mehr in die Richtung dann des Entwicklers, Unterstützers gegangen sozusagen, wo ihr zuvor dann ja aber auch eher die Ladeinfrastruktur direkt mit eröffnet habt, den Zugang dazu als EMP. Das ist jetzt ja nicht mehr der Fall. Im Moment oder auf eurer Webseite stand ja aus Grün wurde Rot so in die Richtung, um da eben auf dieses Farbspiel von euren beiden Firmen anzuspielen. Das heißt, Elvah sieht man aktuell erstmal eher nicht direkt, aber ihr steckt unter der E.ON Drive Komfort App.

  11. Sören Ziems:

    Genau, das ist richtig. Die App haben wir dahingehend umgebaut. Wir haben natürlich auch im E.ON-Konzern, super Möglichkeiten, es gibt eigene Ladeinfrastruktur, gerade auch im europäischen Ausland, wenn wir so ein bisschen nach Norden gucken, noch deutlich stärker, als es vielleicht hier in Deutschland bekannt ist. Das gibt unglaubliche Chancen, einfach auch Ladeerlebnisse in dieser Synergie besser zu machen, weswegen das für uns als Produkt natürlich der Trade-off ist. Es ist Für uns natürlich, wir haben Eigenständigkeit ein Stück weit in der Lade-App verloren, haben aber natürlich auch ganz viel dazu gewonnen. Zugänge, die wir als Startup nicht bekommen könnten, Möglichkeiten der Integration, die wir so nicht bekommen könnten. Und dementsprechend ist das eigentlich eine Situation, die aus einer Insolvenz zwar geboren wurde, aber doch eine sehr, sehr synergetische und gute Zusammenkunft, glaube ich, kann man so sagen. Klar ist, dass da auch zwei Welten aufeinanderprasseln. Sowas möchte ich nicht verschweigen. Jeder, der das vielleicht schon mal erlebt hat, von einem kleinen Unternehmen in ein großes zu gehen oder andersrum, weiß, dass die Uhren und die Prozesse dort anders sind. Und das ist sicherlich etwas, mit dem man, glaube ich, in so einer Phase immer ein Stück weit, vielleicht nicht zu kämpfen, aber mit dem man eben arbeiten muss. Aber ich glaube, das managen wir mittlerweile ganz gut und freuen uns, dass die App nach circa 100 Tagen eigentlich schon ungebrandet wieder auf dem Markt erschienen ist. Und das ist der eine Strang, den Elvah macht. Da treten wir als Elvah nicht wirklich auf. Da ist die Marke, die nach außen tritt, die E.ON Drive Comfort. In Zukunft, und das betrifft dann eher das Segment für Industriepartner, treten wir auch weiterhin als Elvah auf. Denn wir haben ganz viel gelernt aus der Zeit als Lade-App. Wir haben gelernt, dass zum Beispiel auch europaweit das Verhältnis zwischen den Ladesäulenbetreibern und Apps wie Elvah, wie heute auch vielen anderen, verbessert werden muss, damit es für den Kunden eine bessere Erfahrung gibt. Das heißt, Kunden müssen Verbesserungen spüren und das geht nur in der Industrie, wenn man da auch zusammenarbeitet, wenn man moderne Technologie dazwischen hat. wenn Kunden verstehen, wo es klappt zu laden, wo es vielleicht gerade Probleme gibt, dass Daten sofort ausgetauscht werden. dass Ladestationen vielleicht gemieden werden, wenn sie nicht funktionieren, weil der Betreiber, so wie du auch richtigerweise gesagt hast, davon Bescheid weiß und sagt, ich schalte die mal kurz in einen nicht operierenden Status. Da müssen alle das wissen. Und in Zukunft vielleicht auch noch viel mehr kommt es natürlich auch darauf an, dass Ladestationen vielleicht sehr hoch frequentiert sein werden. Gerade zu Urlaubszeiten ist auch heute schon der Fall. Wie weiß ich das als Elektroautofahrer und Elektroautofahrer eigentlich? Wie verhindere ich das? Wie kann ich Elektroautofahrer besser zu einer Ladestation führen, die nicht nur funktioniert, sondern die auch zu der Zeit, wo ich da bin, auch frei ist. Also es geht um Transparenz im Markt, es geht um Daten, um einfach allen Marktteilnehmern eine bessere Grundlage dazu zu geben, den Kunden, also den Fahrer, die Fahrerin im Auge zu haben. Und deswegen sind unsere Kunden, die Elferkunden der Zukunft, eben EMPs oder andere Lade-Apps oder Ladesäulenbetreiber oder vielleicht auch ein klassischer Retail, der Ladestationen auf seinen Parkplätzen hat. Ich glaube, das ist ganz wichtig. Da arbeiten wir derzeit an Lösungen, dieses Verhältnis und auch die Transparenz im Markt deutlich zu verbessern und werden das in klassischer Elfer-Manier auch nicht nur im dunklen Kämmerlein machen, sondern suchen auch jetzt schon Marktteilnehmer, mit denen wir so eine Art Co-Creation-Prozess mit anstoßen können. Und das macht uns sehr viel Spaß, neben dem, dass wir eine Lade-App für die Aeon Drive bereitstellen.

  12. Sebastian:

    Der eine oder andere wird hier wahrscheinlich schon zuhören, wird sich vielleicht auch bei dir melden dann. Würde ich zumindest die Daumen dafür drücken. Das heißt, auf der einen Seite verfolgt ihr weiterhin den Weg mit Aeon unter, ich nenne es jetzt mal White-Label-Lösung, eure Lade-App da sozusagen. zu präsentieren, wo ihr eure Stärke mit eingebracht habt oder weiterhin mit einbringt. Zum anderen sage ich es jetzt auch schon ganz deutlich, als Elvah, die jetzt zwar im E.ON-Konzern verortet ist, werdet ihr künftig auch Datenlieferant, Datenaufbereiter, Datenbereitsteller für andere Unternehmen werden. Schneidet sich das nicht ein Stück weit, indem man eigentlich sagt, okay, wir wollen mit der E.ON Drive Komfort App die beste Lösung präsentieren und auf einmal öffnen wir uns da potenziellen Marktbegleitern und bieten denen genau das Gleiche an?

  13. Sören Ziems:

    Ich glaube, es schneidet sich nicht, wenn man versteht, dass wir hier eigentlich versuchen, für den Markt als auch natürlich ganz eigensinnig für die Produkte der E.ON, der E.ON Drive, einen besseren Stand der Technologie, einen besseren Stand der Daten, einen besseren Stand des Austausches von Informationen herzustellen. Da letztendlich es immer noch natürlich den jeweiligen Marktteilnehmern dann offen steht, wie das Ganze zu nutzen ist. Ich glaube, es schneidet sich auch dementsprechend nicht, weil wir eben auf zwei ganz unterschiedlichen Ebenen agieren. Wir sind als Elfern, haben eine ganz klare Veränderung hinsichtlich, dass wir ein B2B-Geschäft, also ein Geschäft für Partner und nicht für Endkunden aufbauen und dort eben unsere Services anbieten. Das ist keine direkte Konkurrenz. Natürlich können andere Marktteilnehmer diese Lösung auch nutzen. Wenn ich dir das schon ein bisschen genauer erklären könnte, was ich heute leider noch nicht möchte, dann würdest du verstehen, dass das grundsätzlich natürlich uns nutzt, allen Marktteilnehmern nutzt und letztendlich, auch das nochmal zu unterstreichen, auch wenn wir ein B2B-Geschäft haben, den Elektroautofahrer oder der Elektroautofahrerin nutzt, denn das ist immer noch unsere Herzensangelegenheit, Dass wir einfach so viel gesehen haben, was in der Industrie nicht gut funktioniert zwischen der Beziehung von der Ladesäule, wo sie aufgestellt ist, bis zu der Person, die eine RFID-Karte an das Terminal hält oder mit der App startet oder mit der Kreditkarte am Terminal ist. Dass da so viel es hapert, dass wir glauben … dass wir das verbessern müssen und dass wir damit auch den Markt ein bisschen breiter und vielleicht ein bisschen visionärer, das jetzt sozusagen den Markt ein Stück weit auch verändern können hinsichtlich was Besserem. Und ich glaube, davon partizipieren alle, denn mehr Elektroautofahrerinnen, Elektroautofahrer in der nächsten Zeit, sind besser als weniger. Wir sind ein Markt, der wächst. Und da geht es dann darum, wer hat das beste Produkt letztendlich am Ende. Aber grundsätzlich arbeiten wir auch daran, dass der Markt weiter wächst.

  14. Sebastian:

    Das ist auch ein guter Ansatz, den man verfolgen sollte, dass wir auch mit unserem Newsportal Aufklärung betreiben wollen und Informationen zur Verfügung stellen. ich wollte jetzt nochmal darauf zu sprechen kommen, du hast jetzt so schön gesagt, ja, wenn du könntest und dann hast du aber gesagt, ja, wenn du möchtest, das erklären, also können dürftest du hier ein bisschen weiter hinter die Kulissen blicken lassen, aber ich verstehe es natürlich, aber wir werden zu gegebener Zeit was davon hören, gehe ich doch stark von aus. Für mich die Frage, dieser Informationsaustausch oder dieses Zusammenspiel, wird das dann in beide Richtungen funktionieren? Ich sage mal, oder sind es tatsächlich zwei komplett getrennte Stränge, dass man sagt, auf der einen Seite haben wir eben die E.ON Drive App, auf der anderen Seite haben wir Elvah als Dienstleister, wo ihr ja auch dann mit verschiedenen Marktteilnehmern interagiert, anders interagiert, da ihr auch Informationen dann wahrscheinlich nochmal auf einem anderen Level gewinnt und sollen diese Informationen, die ihr da gewinnt, dann natürlich auch mit reingeführt werden, um dann so ein White-Label-Produkt wie E.ON weiterzuentwickeln, weil für mich erschließt sich der Sinn noch nicht ganz. Also mir erschließt sich, dass ihr euer Unternehmensfeld erweitern wollt, um für Einnahmestrenger und so weiter, das verstehe ich. Aus Eonsicht ist es für mich ein bisschen schwierig zu sagen, okay, man öffnet sich da jetzt eben sozusagen den Marktbegleitern. Würde ja davon eher profitieren, wenn man dann auch noch mal Zusatz an Daten beispielsweise mit reinbekommt, um die Drive-App dann auch nochmal komfortabler, besser, genauer zu gestalten. Ist das auch angedacht oder sind das schon zwei stark getrennte Bereiche voneinander?

  15. Sören Ziems:

    Es ist ein bisschen in der Mitte von dem, was du geschrieben hast. Also es sind grundsätzlich schon zwei unterschiedliche Ausrichtungen auch von dem Ansatz, was dort passiert. Es ist aber natürlich eine synergetische Nutzung, weil wir bauen jetzt natürlich schon auf einer Technologie und auf einer Plattform, die wir mit Elvah entwickelt haben, auf, die wir nur ein Stück weit, in Anführungsstrichen, breiter öffnen, sowohl in die eine Richtung, in Richtung der Ladesäulenbetreiber, aber sicherlich auch mit den Lösungen, die wir haben, in Richtung der, die einen Ladevorgang dann auch tatsächlich durchführen, Apps, RFID-Karten, Provider etc., Ich glaube, da ist Aeon ehrlicherweise sehr, sehr gut aufgestellt, dass man da in einem Wachstumsmarkt nicht versucht, eine Art Closed Shop zu entwickeln. Also etwas, wo man sagt, wir implementieren etwas, das nur für uns funktioniert. funktioniert, weil auch nach meiner Erfahrung gerade in jungen Märkten, in Märkten, wo vielleicht die Technologie, die Protokolle, alles noch nicht so fixiert ist, macht es Sinn und da sind wir immer noch zusammenzuarbeiten um das Größere. Und dann gibt es die zweite Konkurrenzsituation, dann sicherlich, wer nutzt die neuen Möglichkeiten am besten. Und ich glaube, da erhofft sich natürlich auch ein Äon und glaube ich auch für uns ist es klar, dass es naheliegend ist, dass die neuen Möglichkeiten, wenn sie schon im eigenen Hause entwickelt werden, dann auch genutzt werden und man da vielleicht ein bisschen schneller sein kann als andere im Markt. Ich glaube, dass er versucht, es so ein bisschen zu erklären. Ich glaube, so eine reine Abschottungsstrategie, ist in so einem fragmentierten Markt vielleicht doch nicht die ganz Richtige.

  16. Sebastian:

    Wann gibt es denn den nächsten konkreten Ausblick sozusagen auf die Pläne von Elvah, damit man das ein Stück weit greifbarer bekommt? Werden wir das noch im ersten Quartal 2024 mitbekommen oder zieht sich das noch ein Stück weit? Kannst du uns da schon mal so einen Ausblick geben?

  17. Sören Ziems:

    Ja, also wir arbeiten schon aktiv da dran. Sonst würde ich mich natürlich auch hier noch nicht aus dem Fenster lehnen. Trotzdem, das erste Quartal wird es nicht werden. Ich denke, im Laufe des zweiten Quartals wird immer mehr bekannt werden und wir Der Aufruf steht, moderne, schnelle Partner in dieser Industrie können sich gern melden und wir wollen gerne Dinge auch gemeinsam weiterentwickeln. Aber es wird sicherlich noch, ich sage mal, bis ins Frühjahr dauern, bis es deutlich konkreter wird, sodass es anfassbar wird.

  18. Sebastian:

    Du weißt ja, wo du dich melden kannst, wenn du die ersten Infos hast und bist natürlich auch gerne gesehen dann im zweiten Quartal nochmal, wenn ihr die paar Schritte weiter seid. Und dann würde ich den Abschluss oder deinen Aufruf für die starken marktbereiten Partner sozusagen einfach als dein Schlusswort stehen lassen und freue mich, wenn wir uns in Zukunft nochmal austauschen zu den nächsten Schritten von Elvah.

  19. Sören Ziems:

    Sehr, sehr gern. Hat Spaß gemacht.

  20. Sebastian:

    Das war es auch mal wieder mitten im aktuellen Podcast von ElektroautoNews.net. Ich hoffe, der hat dir genauso gut gefallen, das Gespräch mit Sören über Elvah und deren künftige Entwicklung, wohin die Reise geht, woher sie gekommen sind. Insofern würde ich mich natürlich freuen, auch wenn du kommende Woche wieder einschaltest, wenn die nächste ElektroautoNews.net Podcast-Folge online geht, mit einem entsprechend spannenden Thema aus der Welt der E-Mobilität. Mach's gut, bis dahin, ciao.