HEIMLADEN: Wollen Hürden auf Weg zur E-Mobilität abschaffen

Im Gespräch mit Max Wojtynia, Geschäftsführer von HEIMLADEN

Eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur ist ein Muss für den Durchbruch der E-Mobilität in den Massenmarkt. Dies hat sich auch herauskristallisiert, als ich mit Max Wojtynia von HEIMLADEN in den Austausch gegangen bin. Sein Unternehmen will Hürden auf dem Weg zur E-Mobilität abschaffen. Hierfür nimmt man sich privater Ladeinfrastruktur an und bringt diese als Full-Service-Anbieter an den Start.

Doch das soll dir Max am besten selbst erzählen. Also einfach Mal reinhören in die aktuelle Folge. Viel Spaß damit.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen aus der Welt der E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge haben wir Max Wojtynia von Heimladen zu Gast. Heimladen versteht sich als Full-Service-Anbieter im Bereich von Wallbox-Ladelösungen, die insbesondere auf die Installation in Tiefgaragen bzw. Mehrfamilienhäuser-Komplexen abzielen. Elektroauto News meldet sich gleich wieder zurück nach einer kurzen Werbung. Die Zukunft fährt elektrisch. Das ist eine Tatsache, die uns hier bei elektroauto-news.net schon länger bekannt ist. Von daher freut es mich ganz besonders, dass uns Mercedes-Benz Vans in der aktuellen Folge unterstützt. Die neuen E-Vito und E-Sprinter machen Mercedes-Benz Vans im gewerblichen Transportbereich zum Wegbereiter der E-Mobilität. Als Deutschlands aktuell einziger Anbieter findet man dort batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge im Mid-Size und Large-Van-Segment vor. Mit der geplanten elektrisch angetriebenen Variante des Citan wird Mercedes-Benz Vans zum Full-Range-Anbieter. Dank der EQ-Ready-App, die es gibt, kannst du einen elektrischen Van ganz entspannt mit deinem eigenen Smartphone probefahren. Ja, aber wie funktioniert das? Das ist eigentlich ganz simpel, denn die App zeichnet dir deine Strecken auf, analysiert dein individuelles Mobilitätsverhalten und berechnet dann den theoretischen Energieverbrauch, um so ein Fahrprofil zu erstellen, das verrät, ob ein elektrischer Van für dich und dein Geschäft in Frage kommt. Eigentlich eine perfekte Ausgangslage, denn wie wir selbst wissen, zeigen die elektrischen Vans, dass sich lokal emissionsfreies Fahren, überzeugende Fahrleistung, Komfort und niedrige Betriebskosten bestens kombinieren lassen. Und dank der EQ Ready App weißt du auch, ob sie für dich in Frage kommen. Willkommen zurück zur aktuellen Podcast-Folge. Max lässt uns in dieser Folge mal ein wenig hinter die Kulissen von Heimladen blicken, was es mit Wallbox-Installationen bei Mehrfamilienhäusern so auf sich hat und worauf man dabei achten muss und inwiefern sich Heimladen von seinen Wettbewerbern am Markt abhebt. Mehr muss man vorab glaube ich auch gar nicht sagen. Nun geht es direkt rein ins Gespräch mit Max. Viel Spaß damit. Servus Max, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über deine Person, aber vor allem über dein Unternehmen heimladen, unterhalten und du uns auch ein wenig mit in die Welt der E-Mobilität aus deiner Sicht nimmst. Vielleicht kannst du dich zu Beginn einfach kurz selbst vorstellen und vor allem auch dein Unternehmen, dass wir wissen, mit wem wir es denn heute zu tun haben.

  3. Max Wojtynia:

    Servus Sebastian, vielen, vielen Dank, dass ich hier heute dein Gast sein darf. Mein Name ist Max Voltunia. Viele kennen mich als Elektromobilist von Instagram. Ich habe aber auch was Berufliches mit der Elektromobilität zu tun. Ich habe tatsächlich auch noch nie was anderes gearbeitet außer Elektromobilität. Und ja, wir haben letzten November unser Startup Heimladen gegründet. Und uns geht es darum, das Laden zu Hause so einfach und zugänglich wie möglich zu machen. Wir bauen Privatpersonen zu Hause Ladelösungen im Eigenheim. Und vor allem auch in Mehrfamilienhäusern, wo das Ganze ja durchaus nochmal eine ganze Ecke komplexer ist. Und wir sind jetzt seit ein paar Monaten erfolgreich am Markt, haben viel gelernt und darüber würde ich heute gerne ein bisschen berichten.

  4. Sebastian:

    Ja, sehr gerne. Ich denke, das ist auch für unsere Hörer interessant, wenn man da so den einen oder anderen Schwank aus der Praxis sozusagen zu hören bekommt. Und vielleicht lernt man ja auch etwas oder nimmt was für einen eigenen Weg mit. Jetzt hast du gesagt, ihr seid November 2020 gestartet. Ihr unterscheidet euch aber, ich sage mal, von den klassischen Anbietern für Ladelösungen am Markt, indem ihr euer Angebot noch ein wenig mehr ausweitet, noch mehr Service bietet. Vielleicht kannst du dazu ein paar Worte verlieren.

  5. Max Wojtynia:

    Ja, genau richtig. Also wir verstehen uns als Full-Service-Anbieter für unsere Kunden. Das heißt, dass ein Kunde eigentlich nur uns einmal ansprechen muss, von uns beraten wird, uns dann einen Auftrag erteilt und eigentlich dann nichts mehr mitbekommt, bis er seine Wallbox von uns schlüsselfertig übergeben bekommt, beziehungsweise im Math-Medienhaus übernimmt. bis dann eine zum Beispiel Tiefgarage mit einer zukunftssicheren Ladeinfrastruktur ausgestattet wurde und die Mieter der Stellplätze oder Bewohner dieses Gebäudes dann eingeladen werden, die Ladeinfrastruktur zu nutzen.

  6. Sebastian:

    Ja, Max, vielen Dank für die Einordnung da schon mal. Und vielleicht kannst du uns aber auch einfach mal aufzeigen, was denn noch alles notwendig ist, außer der rein Wallbox-Ausfall sozusagen. Du hattest im Vorgespräch auch so schön gesagt, im Alleingang wird es nichts bei der ganzen Geschichte. Ja, was verbirgt sich da hinter dieser Aussage für dich?

  7. Max Wojtynia:

    Also der häufigste Fall, den wir haben, ist, dass wir eine Anfrage von einem Mieter in einem Mehrfamilienhaus bekommen, der sagt, dort sozusagen Early Adopter ist, der erste und meistens einzige Elektroautofahrer ist und sich eben eine heimische Ladelösung wünscht. Und der Mieter ist sozusagen der allerletzte in der Kette, der mit diesem Thema zu tun haben sollte. Der sollte eigentlich, genauso wie er ja Zugang zum Breitbandinternet hat und Heizung und Wasser und so weiter in einem Haus zur Verfügung steht, sollte eben auch eine Lademöglichkeit zur Verfügung stehen. Das ist so das, was uns antreibt. Da wollen wir langfristig hin. Und ja, im Mehrfamilienhaus, wo vermietete Einheiten vorherrschen, wo jede Wohnung einem anderen Eigentümer gehört, wo es noch eine Hausverwaltung gibt, die das Ganze orchestriert, das ist so der komplexeste Fall. Das heißt, typischerweise gehen wir dann hin und versuchen erstmal den Bedarf in diesem Gebäude für eine Lademöglichkeit zu erfassen. Da gibt es die größten Überraschungen, dass sich herausstellt, dass es eben nicht ein Early Adopter ist, der da angefragt hat und dass er der einzige ist oder die einzige Kundin. sondern dass sich auf einmal unerwartet viele Leute melden, die tatsächlich gerne eine Wallbox hätten, weil sie sich gerade mit dem Kauf eines Elektroautos auseinandersetzen oder als Eigentümer einfach zukunftsorientiert denken und eben vorsorgen möchten, wenn dieser Bedarf dann irgendwann mal entsteht. Darüber hinaus gibt es natürlich noch den technischen Teil, wo es, genau wie du gesagt hast, nicht ausreicht, sich eine Wallbox auszusuchen, die einem gefällt, sondern man muss die Elektroinstallation in dem Haus anbieten, Man muss Kontakt aufnehmen zum Netzbetreiber, der dafür verantwortlich ist, dass Strom in diesem Gebäude zur Verfügung steht. Und man muss natürlich, und das ist das heißeste Gut gerade, was die heimischen Ladelösungen angeht, oder das rarste Gut, sind die Elektrofachbetriebe, die das Ganze bauen müssen. Und da schalten wir uns dazwischen und für diesen Mieter, der die Anfrage bei uns stellt, genauso für seinen Vermieter, für die Hausverwaltung, für alle Betriebe und sonstigen Ansprechpartner, die involviert werden müssen, springen wir ein, sind die Schnittstelle, der Mittelsmann sozusagen und schauen, dass eine möglichst zukunftsorientierte, smarte Lösung in diesem Gebäude dann gebaut wird und derjenige, der irgendwann mal die Anfrage gestellt hat. Und diese Formulierung spricht auch so ein bisschen dafür, wie lange es dauert, bis so ein Projekt wirklich umgesetzt wird. dann wirklich die Möglichkeit bekommt, sein Elektrofahrzeug dort zu laden.

  8. Sebastian:

    Ja, also hört sich interessant an, vor allem dieser Ansatz, wo du sagst, der Mieter ist dann sozusagen Wegbereiter für die E-Mobilität im doppelten Sinne sozusagen, indem er schon selbst E-Auto fährt, indem aber auch andere ja vielleicht damit hinterm Ofen herholt, indem das Thema mal offen angesprochen wird bei einer Verwaltersitzung oder Eigentümerversammlung sozusagen, wenn dann doch auf einmal rauskommt, dass da mehrere Leute Interesse haben. Das finde ich doch ganz spannend. Und macht es euch ja dann zumindest ein Stück leichter wahrscheinlich, wenn da mehrere Parteien schon am Überlegen sind, solche Lösungen zu installieren, als wenn da jetzt von einem Mehrfamilienhaus nur eine Partei da sozusagen am Zug ist.

  9. Max Wojtynia:

    Genau. Und wir haben auch die goldene Regel, dass wir in einem Mehrfamilienhaus keine einzelnen Wallbox aufbauen, weil das ist nicht zukunftssicher. Das führt früher oder später dazu, dass diese Lösung nicht ausbaufähig ist. Und das legen wir also ab, wenn jemand so eine Anfrage bei uns stellt. Wir werden erst tätig, wenn es um mindestens drei Wallboxen geht, in einer Tiefgarage zum Beispiel. Und wir bauen es auch immer so oder planen es immer so zu bauen, dass... Ja, mindestens mal die Hälfte, wenn nicht sogar alle Stellplätze mit der Zeit elektrifiziert werden können und ohne dass dann nochmal riesige Folgekosten entstehen.

  10. Sebastian:

    Das hört sich auch aus Sicht des Mieters, Vermieters, Hausverwaltung ganz gut an, muss ich sagen. Vor allem, dass ihr da auch so eine klare Linie fahrt und sagt, okay, wir fangen da nicht an rumzustückeln, lassen die ersten beiden ihre Wallbox installieren, in zwei Jahren kommen nochmal zwei mit dazu und dann kommt auf einmal die Masse und dann können wir doch die ersten vier Wallboxen wieder rauswerfen, wäre ja natürlich auch nicht zielführend. Von daher, gute Ausrichtung.

  11. Max Wojtynia:

    Und der nette Nebeneffekt, womit man dann schön argumentieren kann, ist, wenn sich möglichst viele, wenn nicht sogar alle zusammentun für diese Maßnahme, wird es natürlich für jeden Einzelnen auch wieder günstiger. Denn es gibt gewisse Kosten, die so oder so sozusagen anfallen. Sprich, es muss der Technikraum meistens um entsprechende Zähler und Sicherheitstechnik eben erweitert werden. besonders in älteren Gebäuden ist es notwendig, dass der Hausanschluss nochmal erweitert wird oder mehr Leistung einfach freigeschaltet wird und das hat alles gewisse Einmalkosten, die man natürlich auf besser mehr als weniger Eigentümer in diesem Gebäude dann verteilt. Und so sind viele dann überrascht, wie günstig man tatsächlich die Elektroinstallation für so ein Gebäude durchführen kann. Um einen Daumenwert zu geben, ich bin mittlerweile so weit, dass man sagt, in der Tiefgarage kostet die Elektroinstallation für eine Wallbox, also Wallbox ausgenommen, ungefähr 1000 Euro pro Stellplatz. Ab einer Größe von ungefähr 5 bis 10 greift diese Faustformel eigentlich ganz gut. Es gibt, das musste ich jetzt auch lernen erst, auch Tiefgaragen, wo hunderte Fahrzeuge parken. Da muss man natürlich nochmal genau hingucken, wie man das löst. Aber für diese typische Größe von einem F-Million-Haus, wo es vielleicht 10, 20, 30, 50 Stellplätze sind, ist dieser Daumenwert ganz gut.

  12. Sebastian:

    Zu dem Daumenwert kommt dann aber, so wie du gesagt hast, nochmal die Wallbox an sich mit dazu, die dann ja natürlich je nach Anspruch höher oder niedrigpreisiger ist. Aber favorisiert ihr dann auch den Weg zu sagen, okay, jetzt haben wir zehn Stellplätze, die wir ausrüsten, dass es auch zehnmal die gleiche Wallbox idealerweise gibt? Oder besteht da die Möglichkeit, aus welchen Gründen auch immer, auf unterschiedliche Modelle zu setzen?

  13. Max Wojtynia:

    Grundsätzlich ist das möglich, weswegen... Man darüber sprechen muss es, weil in den seltensten Fällen so viel Leistung zur Verfügung steht, dass jede Wallbox, wenn überall ein Fahrzeug angesteckt wäre, mit voller Leistung laden kann. Also man braucht ein Lastmanagement, was sicherstellt, dass ein gewisser Grenzwert nicht überschritten wird, sodass im Haus die Wohnungen weiterhin mit Strom versorgt werden können. Und es empfiehlt sich einfach, überall das gleiche Gerät einzusetzen, weil es dann günstiger wird, dieses Lastmanagement umzusetzen. Und wir gehen sogar noch einen Schritt weiter. Wir bieten genau ein Gerät nur an, womit wir Tiefgaragen elektrifizieren. Wir haben uns dafür eine Technik entschieden, die wir glauben und die nach unserem Benchmark und Wettbewerbsvergleich, den wir durchgeführt haben, absolut führend ist und sich perfekt für das private Laden in Tiefgaragen eignet. Und das macht es für uns dann sehr einfach wiederum, die Anlagen zu betreiben, denn das gehört auch zu unserem Leistungsumfang, dass wir nicht nur die Technik verkaufen und das da rein planen, sondern dass wir auch langfristig der Ansprechpartner bleiben und diese Anlage mit Strom versorgen, die Abrechnung übernehmen und so weiter.

  14. Sebastian:

    Das heißt dann, wenn du jetzt sagst, ihr seid da, also es spiegelt ja auch wieder den Gedanken des Full-Service-Anbieter gut wider. Das heißt, ihr übernehmt auch die Abrechnung dann hin zur Verwaltung, damit die quasi schon von Grund auf aufbereitete Daten haben, die die dann wiederum an ihre Eigentümer sozusagen weitergeben können für die Abrechnung zum Mieter hin.

  15. Max Wojtynia:

    Noch einen Schritt weiter. Wir bieten sogar an, dass die Hausverwaltung damit gar nichts mehr zu tun hat, indem die Verträge zur Benutzung der Ladeinfrastruktur und entsprechend zum Bezug des Stroms direkt mit uns geschlossen werden.

  16. Sebastian:

    Das hört sich ja noch besser an.

  17. Max Wojtynia:

    Viele Hausverwaltungen geben uns das Feedback, dass sie mit dieser sehr neuen Thematik der Ladeinfrastruktur nichts zu tun haben wollen, weil sie sich das technisch vielleicht noch nicht zutrauen, weil sie sich noch nicht ausreichend mit dieser Thematik befasst haben und begrüßen dann, dass es eben jemanden gibt, der das denen komplett vorenthält, im positiven Sinne.

  18. Sebastian:

    Ja, also macht es ja für die einfacher, für alle Beteiligten und senkt natürlich dann auch wieder den Widerstandsfaktor sozusagen, wenn man dann die eine Partei schon mal rausnimmt aus der Gleichung, dann sozusagen. Ja. Wie gesagt, du hattest gesagt, mindestens drei Stellplätze. Ihr habt euch da unter anderem dafür entschieden, weil du auch schon im Vorgespräch gesagt hast, aus deiner Sicht der Massenmarkt der E-Mobilität wird kommen. Merkt ihr das auch von ersten Projekten, die ihr im vergangenen Jahr hattet, zu jetzt vielleicht aktuellen Projekten, dass da auch wirklich eine Steigerung nicht nur in der Anzahl an Fragen da ist, sondern auch in puncto Ladestationen pro Tiefgaragenprojekt beispielsweise? Ja.

  19. Max Wojtynia:

    Ich glaube, aktuell ist alles durch die KfW-Förderung so ein bisschen verzerrt. Das spiegelt nicht so ganz wider, was tatsächlich im Markt los ist, weil natürlich viele Leute jetzt sich die Förderung sichern wollen und vielleicht Ladestationen aufgebaut werden, die noch gar nicht akut benötigt werden. Was ich aber feststelle in Bezug auf die KfW-Förderung ist, dass sich viele Leute das Geld gesichert haben. weil man das ja nur reservieren muss sozusagen, dass sich viele WEGs, sprich Eigentümergemeinschaften, dazu durchgerungen haben, sage ich jetzt mal ganz provokant, das Thema anzugehen. Und jetzt im April erleben wir wirklich eine Flut von Anfragen, mehrere täglich tatsächlich. Und es geht darum, immer um mehr als eine Wallbox, was gut ist. Und spannend ist vor allem die Quote. Also wie viele Stellplätze gibt es und wie viele Stellplätze soll eine Lademöglichkeit bekommen? Und diese Quote liegt so zwischen 10 und 50 Prozent, je nachdem wie groß das Haus auch ist. Und das freut mich. Und bietet sich natürlich auch an, wenn der Bedarf so hoch ist oder wenn der Wunsch nach so vielen Lademöglichkeiten da ist, das jetzt mit der Förderung umzusetzen. Das motiviert, glaube ich, auch viele.

  20. Sebastian:

    Das glaube ich auch. Vor allem, wenn man diese 900 Euro Förderung mitnehmen kann, hat man ja auch schon mal wieder... Ja, ein Stück erschlagen von den Kosten her. Je nachdem, wo ihr jetzt eure Wallbox einpreist, die ihr da in einem Mehrfamilienhaus sozusagen mitveräußert, bleibt dann ja am Ende wahrscheinlich wirklich gar nicht mehr so viel bei dem einzelnen Eigentümer dann hängen an Kosten, die er da ausgeben muss dafür.

  21. Max Wojtynia:

    Ja, geht unser Geschäftsmodell an. Die Besonderheit bei uns ist, dass die Wallbox gar nicht gekauft werden muss. Wir bieten an, dass die Wallbox von demjenigen, der sie nutzt, im Abo genutzt wird. Sprich, zu einem monatlichen Preis wird die Hardware zur Verfügung gestellt und dann mit der Belieferung mit Ökostrom und unserem Abrechnungs- und Kundenservice kombiniert. Das heißt, die Investitionskosten in die Anlage beschränken sich wirklich nur auf die Ertüchtigung der Elektroinstallation und eben die Kabelwege bis zu den Stellplätzen. Und ab dem offenen Kabel sozusagen übernehmen wir dann und mit der Wallbox, die wir anbieten, ist es möglich, dass man eine Vorbereitung installiert und sobald dann an einem Stellplatz der Bedarf entsteht, liefern wir die notwendige Elektronik nach, die dann das Laden ermöglicht. Und das wird eben zu einem monatlichen Preis verrechnet, statt dass das Gerät gekauft werden muss. Das machen wir hauptsächlich Aus dem Grund, dass wenn Mieter einen Stellplatz nutzen, die sich natürlich nicht an dieses Gerät binden wollen. Und wir bieten also da Flexibilität, das Gerät nur so lange zu nutzen und entsprechend zu bezahlen, wie man es auch braucht. Und der Nebeneffekt wieder ist, dass der Eigentümer, also der, der das Ganze bietet, der die Investitionskosten tragen soll, natürlich nur noch halb so teuer unterwegs ist, weil er eben nur diese, bleiben wir bei diesem Baumwert von 1000 Euro, bezahlen muss und eben mit dem Laden selbst dann auch nichts mehr zu tun hat.

  22. Sebastian:

    Das hört sich ja insofern schon mal gut an, dass man eben nicht in die Vorleistung gehen muss. Wie verhält sich das aber mit der Förderung dann? Weil wenn ich jetzt keine Wallbox sozusagen in die investiere, aber für die stelle ich ja bei der KfW die Förderung sozusagen. Stellt ihr dann die Förderung? Seid ihr Antragsteller? Oder wie schlägt sich das in der Praxis nieder?

  23. Max Wojtynia:

    Ja, gute Frage. Und das ist auch der Knackpunkt an dem Ganzen. Es ist Das habe ich mir bestätigen lassen natürlich, bevor wir dieses Angebot gemacht haben. Das funktioniert so, dass natürlich, wie bei jeder anderen Wallbox, mindestens 900 Euro ausgegeben werden müssen, um es mal salopp zu sagen, um 900 Euro Förderung zu bekommen. Und das ist in einer Tiefgarage eben gegeben, weil die Elektrifizierung dieser Stellplätze etwas teurer ist als eben im Eigenheim. Sprich, diese 1000 Euro, die man in die Elektroinstallation investiert, reichen aus, um diese Schwelle von 900 Euro zu überschreiten. Damit wird das Ganze förderfähig. Die einzige Voraussetzung, dass auch das Abo-Modell förderfähig ist oder wird, ist, dass die Wallbox direkt in Betrieb geht. Also man darf nicht nur einen Stellplatz vorbereiten, und sich fördern lassen, sondern man muss dort tatsächlich auch eine Wallbox in Betrieb nehmen. Ob die dann gekauft, gemietet, geleast oder in unserem Fall abonniert wird oder einem geschenkt wird, vielleicht vom Arbeitgeber, das ist der KfW bzw. der Bundesregierung an der Stelle egal. Hauptsache, da entsteht ein Ladepunkt, der genutzt wird.

  24. Sebastian:

    Okay, danke für die Erläuterung. Das macht es dann schon mal ein bisschen durchschaubarer, durchsichtiger die ganze Geschichte, transparenter. Das heißt aber auch für mich im Umkehrschluss, wenn du jetzt ungefähr sagst, bei 5 bis 10 Plätzen nimmst du diesen Daumenwert von grob 1.000 Euro an. Ich kriege da meine volle Förderung dafür, dass ich ja im Endeffekt eigentlich nur mit 100, 200 Euro Kosten dann erstmal davon gehe. Zusätzlich natürlich der Abogebühren, die dann monatlich, halbjährlich kommen eben bei euch, je nachdem wie ihr abrechnet. Aber ansonsten ist der Investor wirklich überschaubar.

  25. Max Wojtynia:

    Genau. Und das ist eben unser, ich sage jetzt mal, Killer-Argument, dass sich ein Eigentümer eigentlich kaum noch vor dem Wunsch seiner Mieter nach einer Lademöglichkeit verschränken kann, weil es eben eigentlich nur eine minimale Investition ist, weil einfach die Wallbox von demjenigen bezahlt wird, der sie nutzt. Diese Regelungen würden eh die meisten treffen, dass man sich die Kosten von der Lademöglichkeit irgendwie teilt. Aber wir sagen eben, warum sollte der Mieter sich eine Wallbox kaufen, in einem fremden Objekt installieren lassen? Davon hat er ja gar nichts langfristig, sondern er möchte ja einen Service nutzen, er möchte ja sein Auto laden und dafür ist er bereit, monatlich etwas zu bezahlen und sobald er auszieht oder sein Elektroauto nicht mehr fährt, weil er vielleicht im Homeoffice kein Auto mehr braucht oder wie auch immer, bezahlt er eben nicht mehr und das halten wir für die faireste Lösung und soll unser Beitrag sein, um noch mehr private Ladepunkte, denn davon werden wir Millionen brauchen in den nächsten Jahren, ins Leben zu rufen.

  26. Sebastian:

    Ja, also ich glaube, da hast du vollkommen recht mit der Aussage, da werden wir Millionen davon brauchen, wenn wir mit dem Massenmarkt Schritt halten wollen, beziehungsweise den auch nach vorne bringen wollen. Jetzt interessiert mich natürlich, wo bewegen sich denn die Abogebühren? Das ist wahrscheinlich von einer Vielzahl von Faktoren, Einflussfaktoren abhängig, aber kannst du uns da auch mal so einen groben Richtwert geben, mit was man denn da so rechnen muss?

  27. Max Wojtynia:

    Ja, das kann man sich ganz einfach merken. Es setzt sich aus zwei Bausteinen sozusagen zusammen, dieser monatliche Beitrag. Der eine ist 50 Euro für die Wallbox pro Monat. Und der andere Baustein ist eben die Belieferung mit Ökostrom und unser Kundenservice. Und dass wir einfach als Heimladen der Ansprechpartner für alle technischen und abrechnungsrelevanten Fragen für diese Anlage sind. Und das haben wir in Flatrate-Tarife gegossen sozusagen, sodass man ähnlich wie beim Mobilfunkvertrag ein gewisses Datenvolumen pro Monat sich kauft und das natürlich daran orientiert, wie viel man im Fall des Smartphones, an Datenvolumen verbraucht oder im Fall des E-Autos bei uns, wie viel man eben laden möchte, wie viel man fährt und wie hoch der Anteil ist, den man zu Hause nachladen möchte. Und da bieten wir Stand heute fünf Tarife an. Der kleinste davon richtet sich an Plug-in-Hybrid-Fahrer, die ihr Auto ja bitte auch laden sollen, aber natürlich einen entsprechend geringen elektrischen Energiebedarf haben, bis hin zu einem vollelektrischen und vielfahrer fahrprofil haben und genau da gibt es fünf unterscheidungen und das wird dann mit dem mit dem hardware preis kombiniert

  28. Sebastian:

    Und wenn wir jetzt mal gerade diese zwei Beispiele aufnehmen sozusagen, wir nehmen mal einmal den Plug-in-Hybrid-Fahrer, der wirklich hoffentlich elektrisch lädt und den vollelektrischen Vielfahrer, dass wir das jetzt mal in Zahlen dann sozusagen haben. 50 Euro Wallbox ist bei beiden gleich und dann kommt eben nochmal der Tarifpart oder Tarifteil mit dazu. Kannst du dazu dann was sagen?

  29. Max Wojtynia:

    Ja, also der Tarif XS, habe ich es jetzt mal genannt, ist 50 Kilowattstunden im Monat. Das heißt dann 19 Euro im Monat. Und der größte Tarif sind 600 Kilowattstunden. Das entspricht so ungefähr meinem Energiebedarf, weil ich ja recht viel unterwegs bin. Das sind dann 159 Euro im Monat. 159. Und wenn man das runterrechnet, zeigt sich, dass... Natürlich auf die Kilowattstunde gerechnet, das bei einem höheren Verbrauch immer günstiger wird, weil eben es nicht nur um den Strom geht, sondern in dieser Flatrate versteckt sich natürlich auch ein kleiner Beitrag dafür, dass wir den ganzen Service anbieten können. Genauso würde das auch bei jedem anderen Service. Full-Service-Anbieter aussehen, nur dass die meisten eben den Weg gehen, dass sie wirklich sehr genau messen und auf die Kilowattstunde genau abrechnen und dann eine monatliche Gebühr sozusagen da oben draufschlagen. Wir versuchen es eben genau umzudrehen, machen einen attraktiven Preis, den man pro Monat bezahlt. Dieser Tarif kann selbstverständlich von Monat zu Monat gewechselt werden. Das heißt, wenn sich für jemanden ein anderes Fahrverhalten, ein anderes Ladeprofil irgendwie ergibt, dann kann er das natürlich auch anpassen. Und ja, so können wir die Abrechnung vereinfachen, schneller, digitaler und ja auch für den Kunden am Ende günstiger machen und glauben, so haben wir ein ganz attraktives Angebot und die Anfragen und die Menge an Angeboten, die wir schreiben dürfen, spricht dafür.

  30. Sebastian:

    Ja, und das Package scheint ja auch überzeugend zu sein und dass ihr natürlich auch was dran verdienen müsst, damit ihr so ein Angebot am Markt auch unterbreiten könnt. Das ist ja auch vollkommen klar, dass man da nicht nur den reinen Strom sozusagen sieht. Da gibt es ja zu Recht den Hinweis auf euren Serviceansprechpartner, Abrechnung und so weiter. Das sind ja Argumente, die darf man da auch nicht vergessen, weil die würden ja wahrscheinlich bei einem anderen Anbieter erst hinterher unangenehm auffallen. wenn man den Bedarf dann hat, dass die Abrechnung ordentlich gemacht wird und so. Von daher ist das schon einleuchtend. Für mich wäre jetzt natürlich noch interessant, du sagst, ihr habt viele Anfragen, ihr schreibt viele Angebote. Jetzt setzt ihr auch Projekte um. Du hast selbst das Thema vorhin mit eingeworfen, Elektriker. Also bei uns im Städtchen, sage ich mal, ist da nicht jeder Elektriker in der Lage dazu, so Wallboxen zu installieren. Habt ihr da ein festes Netzwerk dafür? Wie macht ihr das? Guckt ihr dann immer nach Region, wo ihr unterwegs seid, dass ihr da Partner habt oder sucht ihr die dann selbst raus? Wie geht ihr da vor?

  31. Max Wojtynia:

    Also grundsätzlich haben wir mal regional gestartet und wollen also sehr konservativ wachsen, indem wir immer mehr Regionen sozusagen erschließen. Und dieses Erschließen bedeutet, dass wir vor Ort einen Elektrofachpartner finden, mit dem wir die Art von Ladeinfrastrukturprojekten, sprich in der Tiefgarage, gut umsetzen können und der unser Produkt versteht und ja auch mit dem Geschäftsmodell mitgeht. Wir arbeiten, und das möchte ich da dazu sagen, immer mit individuellen Preisen für die Elektroinstallation, weil ich bin kein Freund davon, wenn man eine Installation zu einem Festpreis verkauft und dann ein großes Sternchen dran macht, was jetzt in dieser Pauschale enthalten ist und was nicht. Das kann eigentlich für den Kunden nur nachteilig sein. Das heißt, wir gehen entweder den Weg, dass wir uns ausreichende Unterlagen vorab zukommen lassen, um eine Kostenabschätzung oder vielleicht sogar eine vollwertige Elektroplanung machen zu können, sodass man sagen kann, was es kosten wird für jeden Einzelnen. Alternativ, wenn das Gebäude vielleicht etwas älter ist und keine Unterlagen vorliegen oder wenn es eben in der Nähe ist eines unserer Partners, dann fährt man natürlich auch persönlich vorbei, schaut sich die Gegebenheiten an und kann dann ein noch besseres Angebot unterbreiten. Und ja, so schalten wir eine Region nach der anderen frei und haben eben gewisse Filter gesetzt, was für Anfragen wir aktuell bearbeiten wollen. Und da ist eben einer, dass wir mindestens eine gewisse Anzahl von Wallboxen in Betrieb nehmen wollen, damit sich dieser ganze Aufwand auch lohnt.

  32. Sebastian:

    Klar, muss ich am Ende dann auch rechnen. Das ist schon nachvollziehbar. Jetzt muss ich nochmal kurz den Schwenk zurück machen. Die Wallbox an sich, bietet die aber nur im Abo an oder kann ich auch sagen, okay, ich beziehe zwar diesen zweiten Tarifpart Ökostrom, Service, Abrechnung, Ansprechpartner und kaufe mir die Wallbox oder geht das bei euch tatsächlich nur im Verbund?

  33. Max Wojtynia:

    Grundsätzlich ist es möglich, auch eine Wallbox zu kaufen. Besonders häufig kommt der Wunsch natürlich von Eigentümern in Mehrfamilienhäusern, die selbst in den Wohnungen, die sie in diesem Objekt haben, wohnen. Die haben dann natürlich kein Interesse daran, sich die Kosten mit einem Mieter irgendwie zu teilen. Wir wollen aber langfristig auf jeden Fall dahin kommen, dass wir alle unsere Kunden diese monatliche Bezahlweise sozusagen reinbringen, weil da liegt eigentlich der ja, das ist das besonders Charmante an diesem Modell, dass man einfach in den geringen Monaten die Belastung hat, einen Ansprechpartner hat, der sich für diesen Service kümmert und dass man eben diese hohen Investitionen nicht mehr hat.

  34. Sebastian:

    Ja, also verstehe ich beide Ansichten. Für mich wäre es jetzt eher so, als Eigentümer von der Wohnung wäre tatsächlich überwiegend zu sagen, okay, ich investiere lieber einmal upfront den Gesamtbetrag rein und habe dann den Vorteil davon, wenn ich jetzt eine Wohnungen hätte, die ich vermieten würde, wäre natürlich der andere Part interessanter sozusagen. Aber das kommt ja auch auf eure Marktpositionierung an. Ich wollte es jetzt bloß angesprochen haben, weil die Rückfrage wäre eh bestimmt von unseren Hörern gekommen. Da gehe ich ganz stark davon aus.

  35. Max Wojtynia:

    Die kommt auch bei unseren Anfragen regelmäßig. Viele Eigentümer wollen es eben einfach kaufen, aber auch da gibt es eine gewisse Verzerrung mit der KfW-Förderung. Alle oder viele Kunden haben eben diese 900 Euro im Kopf und haben diesen Drang, diese 900 Euro irgendwie ausgeben zu wollen. Das ist natürlich auch nachvollziehbar und sie müssen ja auch 900 Euro ausgeben, aber unsere Argumentation, dass man eben trotzdem so wenig wie möglich ausgeben könnte und die übrigen Kosten einfach schön monatlich verteilt, das werden wir, glaube ich, erst wirklich erfolgreich durchsetzen können, wenn eben diese Förderung weg ist und ja, der Investitionsbetrag eben nochmal 900 Euro teurer wird.

  36. Sebastian:

    Ja, da hast du diesen verzerrenden Faktor, den du ja vorhin genannt hattest oder wie du ihn bezeichnet hattest, auf jeden Fall aus der Gleichung draußen und dann wird man das Ganze auch nochmal sehen und ich glaube, in dem Moment wird euer Angebot dann auch wirklich attraktiver, weil es dann eben nicht mehr so verzerrt dargestellt wird, da hast du schon recht. Für die Installation nochmal darauf zurückzukommen, ihr verfolgt da diesen regionalen Ansatz mit individuellen Elektrikern vor Ort oder Fachbetrieben, wo auch individuelle Preisgestaltung machen. Das finde ich ein sehr wichtiges Argument, dass man da nicht sagt, 950 Euro pro Ladepunkt für die Installation, sondern es kommt ja wirklich drauf an. Es gibt ja Tiefgaragen, ich denke, die kennt jeder von uns, wo man einfach reinfährt, die Plätze auch schön zugänglich sind, auch vielleicht der Strom sogar schon einigermaßen gelegt ist und so weiter und so fort. Aber es gibt dann natürlich auch die klassischen Altbauten, wo man froh sein kann, wenn überhaupt ein Licht irgendwo drin hängt, wo dann dementsprechend auch nochmal der Mehrbedarf bei der Installation ist. Ich denke, das war ja auch mit Ansatzpunkt für euch, da tatsächlich in die individuelle Preisgestaltung überzugehen.

  37. Max Wojtynia:

    Ja, genau richtig. Je älter das Gebäude, umso wahrscheinlicher ist, dass eben nicht mehrere Ladepunkte ohne weiteres mit Strom versorgt werden können. Und dann muss man sich damit auseinandersetzen. In vielen Fällen ist es möglich, den Hausanschluss an das Stromnetz zu erweitern. Das kostet dann einen gewissen Beitrag an den Netzbetreiber. Das nennt sich dann Baukostenzuschuss. Wenn das Gebäude richtig alt ist, kommen aber auch Kosten dazu, um die Elektroinstallation überhaupt mal in dieses Jahrtausend zu heben sozusagen. Und dann ist es einfach super individuell. Wie lang sind die Kabelwege? Wie dick sind die Wände, durch die gebohrt werden muss? es besondere Anforderungen. Besonders tricky ist halt auch eine Tiefgarage auf nähereren Ebenen. Das ist auch nicht ohne weiteres möglich. Und ja, so muss man sich einfach jedes Objekt einzeln angucken. Wir sind dabei, diesen Vorgang zu digitalisieren, sodass wir eben nicht mehr persönlich hin müssen, sodass wir wirklich aus der Ferne das beurteilen können. Aber ja, es wird vorerst keinen Weg dran vorbeiführen, sich sehr detailliert mit diesen ganzen Gebäuden auseinanderzusetzen, um dann in der Lage zu sein, eine Aussage dazu treffen zu können, kostet das jetzt 500, 1000, 1500 Euro pro Stellplatz, dort einen dreiphasigen Anschluss für eine Wallbox zu legen und eben sicher gehen zu können, dass dort auch langfristig, weil wir wollen die Anlage eigentlich nie wieder anfassen müssen und erweitern, wirklich viele Stellplätze gleichzeitig Elektroautos mit Strom versorgen können.

  38. Sebastian:

    Ja, also ich denke, der Ansatz überzeugt. Also vor allem, dass du sagst, ihr wollt da nichts mehr anfassen müssen, ist natürlich die Idealvorstellung. Und aus meiner Sicht sowohl für euch eine Win-Win-Situation als auch für den Kunden, Vermieter, Mieter dann sozusagen, wenn man da einmalig sich Gedanken dazu macht, Geld in die Hand nimmt und dann alles soweit vorbereitet. Und da ist es ja auch äußerst charmant, dass dieses Abo dann wieder ins Spiel kommt, wo du gesagt hast, klar, Derjenige, der das nutzen will, kann abonnieren. Derjenige, der es halt nicht braucht, weil er vielleicht umzieht, der nächste Nachmieter ist dann selbst halt Verbrennerfahrer oder fährt nur Rad, der braucht das nicht, der kann es dann wieder das Abonnement kündigen. Das macht die ganze Sache dann doch äußerst spannend, wie ich finde. Zudem würde ich jetzt gerne nochmal den Schwenk zur Wallbox. Ihr habt gesagt, ihr habt euch auf eine spezialisiert, was für euch natürlich auch einfacher macht in der Instandhaltung, Handhabung der ganzen Geschichte. Hast mir aber auch im Vorhinein gesagt, die perfekte Wallbox an sich gibt es nicht aus eurer Sicht. Das heißt, es wird auch eure nicht erfüllen, weil natürlich die Kundenwünsche immer ziemlich individuell sind. Was vereint eure Wallbox, auch wenn sie nicht perfekt ist, so an Leistung für sich? Was bringt die mit sich, damit ihr euch für diese entschieden habt?

  39. Max Wojtynia:

    Ja, also wir setzen auf die Easy Wallbox aus Norwegen. Die sind seit Sommer letzten Jahres hier in Deutschland präsent über eine Vertriebsgesellschaft, mit der wir sehr gut zusammenarbeiten. Schöne Grüße an der Stelle an das Team, die sind wirklich klasse. Was zeichnet diese Wallbox aus, ohne da jetzt zu viel Werbung machen zu wollen? Uns geht es ja darum, mit diesem Produkt eine coole Ladeinfrastruktur aufbauen zu können. Und ein kleines bisschen trägt das auch zu unserem Geschäftsmodell bei, was mit dem Gerät möglich ist. Wesentlicher Aspekt ist die Möglichkeit, eine Wallbox nur vorzubereiten. Das bedeutet, dass die Easy Wallbox aus drei Teilen besteht, wobei eine Rückplatte an die Wand montiert wird oder auf den Standfuß und der Strom angeschlossen wird und dann eine Elektronik dort eingeklickt wird, die dann tatsächlich das Laden ermöglicht, die dann die Steckdose für das Typ 2 Kabel hat. Und der dritte Teil ist dann eine Abdeckung, wobei man sich die Farbe aussuchen kann, was bei vielen Wallboxen irgendwie im Entwicklungsprozess vergessen wurde. Was man also machen kann, ist, dass man, bleiben wir bei diesem Beispiel Tiefgarage, das ist schön einfach, und da kann ich auch eins der Projekte teasern, die wir gerade bauen, Da kann man also 15 von 15 Stellplätzen mit einer Wallbox-Vorbereitung ausstatten. Das heißt, man legt an jedem Stellplatz das Kabel, man montiert überall sozusagen das leere Gehäuse einer Wallbox und man muss dann nur noch darauf warten, aus unserer Perspektive, dass in dieser Tiefgarage Verbrenner durch Elektrofahrzeuge ausgetauscht werden und dieser Kunde dann sich bei uns meldet und die Wallbox nutzen möchte. Und alles, was wir dann tun müssen, ist diese Elektrofahrzeuge Das kann zum Beispiel der Hausmeister gut übernehmen. Die ist dann automatisch konfiguriert und der Nutzer kann sofort laden. Das ist so mit anderen Systemen nicht möglich. Sicherlich werden da jetzt viele hinterher eifern und einen ähnlichen Ansatz entwickeln. Aber das ist sozusagen das Killer-Kriterium gewesen, weswegen ich mich dann dafür entschieden habe. Man kann einfach super zukunftsorientierte und skalierbare Ladeinfrastruktur aufbauen und das ist der wesentliche Aspekt. Sie hat auch einen Nachteil und der ist gar nicht mal zu vernachlässigen, aber wir haben mit unserem Geschäftsmodell eben einen Walkaround gefunden. Und zwar hat die Easy Wallbox Stand heute noch keinen Zähler, mit dem das eichrichtskonforme Abrechnen möglich ist. Es ist ein Zähler in dem Gerät verbaut, der auch digital ausgelesen werden kann über das Backend, aber es ist eben nicht so einrichtungskonform und entspricht nicht den Regularien, dass wir eben Kilowattstunden genau abrechnen können. Aber ich glaube, mit dieser Logik der Flatrate, so wie wir es ja auch von öffentlichen Lademöglichkeiten kennen, kann man dann einen guten Umweg finden und wir haben uns jetzt extra Mühe gegeben, Tarife zu definieren, die jedes Ladeverhalten abbilden können und so hat der Kunde eigentlich keinen Nachteil und alle sind zufrieden.

  40. Sebastian:

    Ja, also da habt ihr die Nachteile sozusagen in Vorteile verwandelt für euch. Für mich jetzt gerade nochmal den Schwenk, weil du jetzt ja die Systematik mit der Easy Wallbox erzählt hast, sozusagen von der Installation her. Das heißt aber, wenn wir jetzt wieder den Weg dann zur KfW-Förderung finden, ich könnte an sich jetzt schon die KfW-Förderung beantragen. Wir legen diesen Platz dorthin. Ihr bereitet alles vor, bis auf diese elektronische Steuereinheit und die farbige Abdeckung. Und würde dafür dann sozusagen schon meine Förderung bekommen? Oder bekomme ich die dann auch erst, wenn die Wallbox dort komplett voll funktionsfähig mal einen Monat in Betrieb war, selbst wenn ich dann das Abo erstmal wieder aufschieben würde?

  41. Max Wojtynia:

    Genau, also die Förderung gibt es natürlich nur für einen Ladepunkt, der tatsächlich in Betrieb genommen wurde und genutzt werden kann. Das heißt, in diesem Fall hat der Kunde 15 Mal die Vorbereitung bezahlt und 15 Mal sozusagen den Elektriker die Elektrifizierung des Stellplatzes machen lassen. In dem Fall gehen jetzt, glaube ich, ab Start drei oder vier Wallboxen erst live und nur für diese Menge kann eben die Förderung dann auch beantragt werden. Aber dafür ist diese Tiefgarage halt vorbereitet, falls irgendwann mal 15 von 15 Fahrzeugen laden wollen und vielleicht gibt es bis dahin ja die nächste Förderung oder ja, es war einfach ein Investment in die Zukunft. So schrecklich teuer war es in dem Fall jetzt gar nicht, wir sind deutlich unter den 1000 Euro pro Stellplatz geblieben. obwohl wir den Hausanschluss erweitern mussten, obwohl es gar nicht so einfach war, aus dem Technikraum das Kabel oder die Kabel bis in die Tiefgarage zu legen. Und ja, der Eigentümer ist total happy und stolz, dass er jetzt seinen Mietern diese Lösung anbieten kann.

  42. Sebastian:

    Ja, und das wird der wichtigste Faktor, wenn man dann als Vermieter auch sozusagen auf dem Weg seiner Möglichkeiten zum Wegbereiter für die Immobilität wird. Könnte es ja gerne noch mehr Vermieter aus dieser Richtung geben, oder?

  43. Max Wojtynia:

    Ja, unbedingt. Und wie gesagt, die Parallele, es erzählt sich so leicht, aber es ist halt genauso, wie man eine attraktiv geschnittene Wohnung anbieten möchte oder wie man überhaupt einen Stellplatz zur Wohnung anbieten möchte oder Wert darauf legt, dass man eben von der Telekom einen ordentlichen Breitbandanschluss ins Haus bekommt. Wir werden früher oder später dahin kommen, da sind wir uns, glaube ich, alle einig, die hier zuhören, überall eine Lademöglichkeit gegeben sein muss. Und wenn man sich die Studien anguckt, die das untersuchen, dann kommt man zu dem Schluss, dass wir bis Ablauf des Jahrzehnts Millionen privater Ladepunkte brauchen werden, um den enormen Hochlauf der Fahrzeugverkäufe bedienen zu können. Denn wenn jemand mal die Möglichkeit hat, zu Hause zu laden, dann wird er das zu 80, 90 Prozent tun. Das heißt, das Laden zu Hause ist total relevant, um die Elektromobilität Realität werden zu lassen. Und ja, ich freue mich immer, wenn Vermieter auf uns zukommen und das in so großem Stile angehen wollen und ihren Mietern sozusagen einfach einen Gefallen tun oder einfach bereit sein wollen dafür, dass dieser Bedarf irgendwann entstehen könnte. Und man darf ja auch nicht außer Acht lassen, dass Mieter mittlerweile einen Anspruch auf eine Lademöglichkeit haben nach der neuesten Gesetzgebung. Und da will man natürlich vorbereitet sein und sich nicht erst dann damit auseinandersetzen, wenn der erste Mieter danach schreit.

  44. Sebastian:

    Ja, da hast du vollkommen recht. Das wird ja auch außer Acht gelassen oder wird dann doch immer mal wieder unter den Teppich gekehrt, dass eben dieses Recht ja mittlerweile vorhanden ist, glücklicherweise. Und ich hoffe doch, dass der ein oder andere Hörer, der vielleicht selbst eine Wallbox will als Mieter oder ein Vermieter, der seinen Mietern das anbieten möchte, auf Heimladen zukommt sozusagen, euren Service in Anspruch nimmt oder zumindest mal nachfragt, ob er denn wieder ein wenig Kapazität hat. Wenn der April... wobei ich euch natürlich wünsche, dass der Mai dann auch weiterhin so wächst mit den Anfragen. Wäre natürlich schön, aber lieber zu viel als zu wenig Anfragen, würde ich mal behaupten dann.

  45. Max Wojtynia:

    Ja, also mit Anfragen kann man umgehen. Wir digitalisieren und automatisieren da auch ganz fleißig, sodass die Kunden direkt natürlich eine Bestätigung über ihre Anfrage bekommen, direkt eingeladen werden zu einem Beratungsgespräch und dann geht das alles sehr schnell seinen Lauf, aber die Erfahrung ist einfach, dass erstens mal den Bedarf in dem Gebäude zu erfassen recht lange dauert. Da muss man den Leuten einfach ein paar Wochen Zeit geben, sich zurückzumelden. Dann muss man natürlich erstmal in der Lage sein, ein Angebot zu unterbreiten. Dann kommen wir wieder auf diesen Punkt Besichtigungstermin oder entsprechende Unterlagen prüfen zurück. Und wenn es dann gebaut werden soll, ist dann der nächste Engpass der Elektriker, der sich oft vier, sechs, acht Wochen Zeit lässt, oder vorher eben keine Zeit hat, dieses Projekt dann umzusetzen. Und so gehen im Schnitt drei, vier, fünf Monate ins Land, bis man ein Objekt von Anfrage bis Inbetriebnahme dann wirklich abgeschlossen hat.

  46. Sebastian:

    Ist für das einzelne Objekt natürlich nicht so ideal, sage ich mal. Zumindest wenn man es so als Eigennutzer kennt, will man es ja schnellstmöglich haben. Aber auf der anderen Seite vollkommen verständlich mit all den Themen, die da abgeklärt werden müssen, die ja auch vor allem nachhaltig und langlebig abgeklärt werden von eurer Seite aus, dass man da eben auch zukunftssicher aufgestellt ist. Von daher absolut nachvollziehbar, dass es eben die Zeit braucht. Und für euch ja trotzdem schön als Heimladen, dass ihr parallel nicht nur ein Projekt betreut, sondern mehrere Projekte betreuen könnt. wo halt, ich sag mal, die Fortschritte sozusagen auf unterschiedlichen Stufen dann stehen und dann trotzdem Stück für Stück zu wenig mehr Ladeinfrastruktur in Deutschland führen. Ja, genau.

  47. Max Wojtynia:

    Das ist unser Antrieb. Also wir wollen die Hürden auf dem Weg zur Elektromobilität abschaffen, weil dieses Argument Laden im Mehrfamilienhaus oder Laden in der Tiefgarage oder Laden für Mieter, das darf kein Argument gegen elektrische Mobilität sein, sondern es ist genauso. Man muss sich einfach nur damit auseinandersetzen. Und als jemand wie uns, wie wir, der sich dazwischen schaltet als Schnittstelle, muss man einfach schauen, dass man das sehr effizient bearbeitet. Und irgendwann findet man seinen Rhythmus und wir sind jetzt so weit, dass wir uns ganz wohl fühlen, diese ganzen Anfragen zu bearbeiten. Und jetzt sind wir auch dabei, das Team zu erweitern, dass wir diese Kompetenz zur Planung und Elektroinstallation auch langfristig ins Team holen. Und ja, dann kann uns nichts mehr aufhängen.

  48. Sebastian:

    Das ist doch schön. Dann sage ich mal vielen Dank für die Einblicke bei Heimladen, für diese Erfahrungen, die du mit uns geteilt hast, die Herausforderungen bei der ganzen Thematik, aber auch vor allem die Chancen für die E-Mobilität. Und freue mich, wenn wir uns demnächst vielleicht mal wiederhören können, wenn ihr dann doch noch das ein oder andere größere Projekt umgesetzt habt.

  49. Max Wojtynia:

    Ja, vielen, vielen Dank nochmal, dass ich hier sein durfte und ich würde sagen, ich sage dir Bescheid, wenn ein Vorzeigeprojekt mal fertig geworden ist und dann könnt ihr euch ja überlegen, ob ihr darüber mal berichten wollt.

  50. Sebastian:

    Machen wir bestimmt, mach das gerne. Bis dahin, Max.

  51. Max Wojtynia:

    Danke, Sebastian. Ciao.

  52. Sebastian:

    Das war also das Gespräch mit Max von Heimladen. War doch ganz interessant, was er denn so für Einblicke hinter die Kulissen seines Unternehmens gegeben hat. Ich hoffe, du bist auch wenig schlauer geworden, was es im Hinblick auf das Laden bei Mehrfamilienhäusern so auf sich hat, worauf man achten muss und welche Möglichkeiten es einfach gibt, doch relativ günstig zu einem Ladepunkt oder zu mehreren Ladepunkten in solchen Situationen zu kommen. So oder so, vielen Dank fürs Zuhören. Uns würde mich natürlich freuen, wenn du eine positive Bewertung bei iTunes für uns hinterlässt, damit wir die Welt der E-Mobilität noch ein wenig weiter nach außen bringen können.