Was kommt nach dem E-Auto? Der Verbrenner!?

Die Frage: “Was kommt nach dem Elektroauto?” ist bewusst ein wenig fordernd und überspitzt gestellt. Mag daran liegen, dass uns diese Woche ein Elektroauto-Umbau begegnet ist, welchen man so eigentlich nicht für möglich hält.

Aus einem Tesla Model 3 wurde ein Hybrid. Was danach kommen dürfte ist klar, ein Verbrenner. Zumindest, wenn man den Weg vom Verbrenner über Hybrid und PHEV hin zum E-Auto zurück einschlägt. Aber das sollte nicht das Ziel sein. Daher nehme ich in dieser Folge des Elektroauto-News.net Podcast das umgebaute Tesla Model 3 als HyperHybrid-Auto genauer unter die Lupe.

Aber hör doch am besten selbst rein und erfahre, wovon ich eigentlich Rede. Es lohnt sich. Versprochen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn es rund um die Themen E-Mobilität, Elektroautos und alternative Antriebebauens im Alltag geht. Diese Woche steht wieder ein Fahrzeugumbau im Mittelpunkt. Allerdings nehmen wir uns diesmal keinen Diesel oder Verbrenner vor, den wir zum E-Auto umbauen. Nee, ein E-Auto, das zum Verbrenner bzw. zum teilelektrifizierten Verbrenner umgebaut wird, zu einem Hybriden. Wie kommt man auf so Ideen? Das haben wir uns auch gefragt, warum der Weg vom E-Auto zum Verbrenner hingegangen wird und nicht umgekehrt. Genauer gesagt geht es um ein spezielles Fahrzeug, das da eben unter die Lupe genommen wird in der heutigen Folge. Das ist der Obrist Mark II. Das ist ein Tesla Model 3 Umbau, der von der österreichischen Firma der Obrist Powertrain vorgenommen wurde. Die haben sich eben ein Tesla Model 3 in der aktuellen Version geschnappt, haben den vorderen Kofferraum, den sogenannten Frank, einen kompakten, effizienten Benzinermotor untergebracht und will dadurch dann eben rein elektrisch nur noch 96 statt 400 Kilometer weit vorankommen. Erfahrungswerte aus der Praxis, wundervoll herangezogen. Soll dann aber dadurch, dass eben der Verbrennermotor mit dabei ist, der dann als Generator die E-Batterie auflädt, bis zu 1000 Kilometer im Stück fahren können. Aber eben auch nicht lokal emissionsfrei, nicht ganz so leise wie es vorher war, auch bestimmt nicht so angenehm, sage ich mal, vom Fahrgefühl her, wie es bei einem reinen E-Tesla der Fall ist. Und ja, zu Beginn kann man schon mal sagen, aus meiner Sicht wird da das ganze Konzept des E-Autos ad absurdum geführt, wenn wir dann E-Auto nehmen und das wieder zum Hybrid umbauen. Aber tauchen wir mal ein wenig tiefer in die Geschichte ein oder in die Details ein. Was hat Obrisk jetzt gemacht? Die haben ein Tesla Model 3 genommen und haben gesagt, okay, wir nehmen den 50 kWh Akku, der drin ist, der aktuell auf den 2170 Zellen basiert und ersetzen den durch einen kleineren 17,3 kWh Agropack mit einem älteren Zellentyp, einfach um Gewichtseinsparung gegenüber der Abwehrkonfiguration des Model 3 zu erreichen. Des Weiteren, wie gesagt, haben wir den vorderen Kofferraum genommen, der im Model 3 vorhanden ist, haben da einen platzsparenden, effizienten 2-Zylinder-Benzinmotor geschnappt und den dort eingebaut Und zusammen mit diesem Ersatz-Lithium-Ionen-Akku, der jetzt verbaut ist, will Obrist eine maximale Energieeffizienz und unübertroffene Kompaktheit und Preisgestaltung bei diesem Fahrzeug erreichen. Wie rechnet man das oder wie wurde es vorgerechnet? Obrist hat aufgeführt, dass der kleinere Akkupack, den man eben da nimmt, den 17,3 Kilowattstunden Akkupack, den man verbaut hat, der kommt so knapp auf 2230 US-Dollar. Der Motor schlägt nochmal mit 1340 US-Dollar ungefähr zu Buche, also kommen wir in Summe bei 3574 US-Dollar raus. Und das wäre eben ungefähr 55% günstiger als die Kosten für ein 50kWh Batteriemodul. Rein rechnerisch mag das irgendwo hinkommen. Ob das dann immer noch so Sinn ergibt, ist natürlich die andere Sache. Jetzt ist so Brist aber eben der Meinung, dass der kleine Zwozylinder-Benziner, welcher bei Bedarf als Generator für die Batterie zum Einsatz kommt, stets im optimalen Drehzahlbereich arbeitet und mit einem perfekten Kraftstoff-Luft-Verhältnis daherkommt. Der Wirkungsgrad wird mit so um die 40% angegeben, eine Abgas-Nachbehandlung sei daher nicht notwendig. Des Weiteren gibt Obrist eben zu verstehen, dass der 2-Zylinder-Benziner nur ungefähr 2 Liter Benzin auf 100 km benötigt. Der CO2-Ausstoß soll rechnerisch zumindest bei 23 g pro km liegen. Jetzt gilt es aber eben zu bedenken, dass dieser Benzinmotor oder Benzinmotor, der mit 54 PS, 40 Kilowatt daherkommt, nicht erst einspringt, wenn die Batterie leer ist, sondern lädt sie quasi auch schon im Fahrtbetrieb. Das heißt, sobald man über 50 kmh fährt, schaltet er sich dazu und lädt die Batterie schonend auf. So wird es zumindest von der österreichischen Firma verkauft. Die sagen, das ist natürlich ein Vorteil. weil was all die heutigen Akkus am allerwenigsten können, ist vollladen und komplett entladen. Nach vielleicht 500 Ladezyklen hat die Batterie deshalb nur noch eine Kapazität von 80 Prozent, so die Aussage von Obrist. Auf der anderen Seite sagt die Firma natürlich, bei der eigenen Erfindung ist man da auf der besseren Seite, dadurch, dass man halt immer stetig immer ein bisschen mehr nachlädt. Das heißt, die Batterie muss gar nicht komplett entladen, vollgeladen werden. und sagt einfach, dass das Ganze effizienter ist, besser für die Batterie, schonender dann auf lange Sicht auch und dass das sozusagen der beste Kompromiss wäre für Reichweite bei den heutigen Reichweitenängsten, die es aus unserer Sicht eigentlich so gar nicht mehr gibt, mit aktuell über 24.000 öffentlichen Ladepunkten allein hier in Deutschland, 8.000, die seit letztem Jahr dazugekommen sind. Hier tut sich einiges Reichweitenangst, kann da als Argument nicht mehr aufgeführt werden. Lokales Laden, natürlich gibt es da Nachteile. Wenn ich jetzt in einer Stadt wie München unterwegs bin, die das Ranking der öffentlichen Ladepunkte anführt, ist man natürlich leichter an der E-Auto-Ladestation dran, als wenn ich jetzt auf dem Land unterwegs bin. Da kann man nichts dagegen sagen. Aber ob das dann Sinn ergibt, ein E-Auto umzurüsten zum hybriden, Es sei mal so dahingestellt. Ja, Obrist ist auf jeden Fall der Meinung, dass es der richtige Weg ist. Deswegen plant man auch das erste Hyper-Hybrid-Auto, das im Jahr 2023 der Öffentlichkeit zum Kauf angeboten werden soll. Es gebe bereits erste Lizenzverträge, man ist mit einem global agierenden Automobilhersteller im Gespräch und... Ja, man hüllt sich noch in Schweigen, sage ich mal, über die Umsetzung. Von daher warten wir einfach mal ab, was Sache ist. Bisher haben wir halt eben auch nur das Tesla Model 3 gesehen, das umgebaut wurde und was bei uns im Portal doch für einiges an Aufsehen gesorgt hat. Und das war mir oder das war uns schon bewusst, bevor wir diesen Artikel online gestellt haben, dass so ein Artikel zu polarisieren war, so ein Umbau vor allem. Weil, wie eingangs erwähnt, das ist ja kein Umbau vom Verbrenner zum E-Auto, was ja auch schon eine schöne Geschichte für sich ist, dass man dann gebrauchten Verbrenner umbauen kann, wenn man das nötige Kleingeld bzw. Fachwissen hat. Es geht halt in die andere Richtung. Das hat nicht nur für Begeisterung gesorgt, oder sagen wir es mal ganz anders, hat überhaupt nicht für Begeisterung gesorgt. Und das nicht nur, weil es ein Tesla Model 3 ist, was umgebaut wurde, sondern generell, weil es nicht ganz nachvollziehbar ist, Für unsere Leser, warum überhaupt dieser Umbau angegangen wird. Und es wird eben auch sachlich diskutiert. Es wurde unter anderem die Tatsache bemängelt, dass ja kein Mensch am Stück 1000 Kilometer fährt, geschweige dies denn tun sollte. Einfach mal das Stichwort Konzentration in den Raum geworfen. weil entsprechende Pausen sind einfach notwendig. Und das weiß jeder, der schon länger Auto gefahren ist. Und selbst wenn ich jetzt 1000 Kilometer auf einer Straße geradeaus fahren müsste, gut, beim umgebauten Tesla Model 3 würden wir wahrscheinlich vom Autopilot noch profitieren, wäre das gut. Aber ansonsten braucht man einfach eine Pause. Und dann ist es halt so, da kommt jetzt wieder der Tesla-Vorteil ins Spiel mit dem ausgebauten Supercharger-Netzwerk, was wir hier mittlerweile auch in Europa ganz gut haben. kann ich auch mal innerhalb von einer Viertelstunde bis 20 Minuten wieder genügend Leistung für die nächsten paar Kilometer Strecke aufladen. Und für mich ein großer Pluspunkt, was man ja auch vergisst, das E-Auto ist ja nicht nur lokal emissionsfrei unterwegs in Bezug auf CO2, sondern wir sind ja auch in puncto Lärmemission lokal so gut wie komplett ruhig unterwegs. Was ja gerade in der Stadt, wo doch so viele Fahrzeuge unterwegs sind, ein wahrer Segen ist, wenn da mehrere E-Autos hintereinander mal wegfahren. Das muss man schon sagen. Und beim Lesen der Kommentare da unter dem Artikel, den ich auch in den Shownotes dann verlinke, kam dann doch der ein oder andere außergewöhnliche Vorschlag. Unter anderem hat ein Leser vorgeschlagen, als Upgrade bietet er ein Downgrade auf den Hamster Range Extender an. Sein Vorschlag war, dass man im Frunk, also im vorderen Kofferraum, etliche nachtaktive Kampfhamster unterbringt. Die können dann nachts in ihren Hamsterrädern rennen, über einen Treibriemengenerator die Akkus wieder aufladen und am nächsten Tag kann man wieder fahren. Es gab dann natürlich auch Diskussionen, wie man die richtig füttert und in puncto Tierschutz, ob da alles so am Start ist, aber ja, müssen wir mal gucken. Spaßiger oder interessanter war dann noch der Vorschlag, dass man ja auch den Obrist Mark II nehmen könnte. und vom Hybriden zum Elektroauto umbauen könnte. Sprich, man nimmt den Verbrenner wieder aus dem Frunk vorne raus, baut einen neuen Akku der aktuellen Generation ein, oder Generation 222, und schon fährt man 650 km rein elektrisch mit dem Auto. Und den Zusatzakku kann man dann auch nehmen, um zusätzlichen Holzvergaser anzutreiben, falls den denn jemand braucht. Ist natürlich auch nicht die Lösung. Aber wir halten es da egal, unser Leser. Der hat nämlich erkannt, das Problem ist nicht der Hybrid oder das Hybrid-Konzept, an dem auch viel bemängelt wurde im Portal. Nee, das ist ja schon richtig. Es ist vielleicht einfach nur das falsche Fahrzeug, das da zum Hybriden umgebaut wird. Also er verweist dann eher auf jetzt BMW-Hybriden beispielsweise oder auch andere Markenmodelle, die am Markt eben erhältlich sind, wo auch aus unserer Sicht wesentlich mehr Sinn ergeben, die zu erwerben, die einfach von Grund auf als Hybrid gedacht sind und nicht ein E-Auto zu nehmen, das sich dann umbaukünstlich dazu, muss nicht sein. Also festhalten lässt sich zwar schlussendlich, dass ein interessanter Ansatz ist, das Tesla Model 3 zu modifizieren, indem man auf kleinere, leichtere Akkumodule setzt und einen Motor einbaut, aber den Sinn eines E-Autos führt man damit allerdings echt ad absurdum und von daher können und wollen wir das Ganze nicht so unterstützen. Wir betrachten es natürlich weiterhin, wo die Reise vom Obrist hingeht und ob sich denn durchsetzt dieses Konzept mit dem Tesla Model 3 Umbau nicht. Man hat zumindest für genug Aufsehen gesorgt und auf die eigene Marke aufmerksam gemacht, aber ich glaube nicht, dass es zumindest in großer Stückzahl am Markt ankommt. Mich würde natürlich noch interessieren, was du davon hältst. Hinterlass doch einfach einen Kommentar dazu in dem dazugehörigen Artikel, den ich in die Shownotes jetzt packe. und freue mich von dir zu lesen und von dir zu hören. Das war es dann auch schon, eine kurze und knappe Folge heute. Knapp 12, 13 Minuten, die wir jetzt uns über den Umbau vom E-Auto zum Verbrenner unterhalten haben. Mal was ganz anderes. Und ja, mir bleibt nicht viel zu sagen, außer vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut, bis zum nächsten Mal. Ciao.