Christian Krüger, Baywa Mobility Solutions: "Laden wird wie Tanken"

Im Gespräch mit Christian Krüger, Geschäftsführer der Baywa Mobility Solutions

Christian Krüger, Geschäftsführer der Baywa Mobility Solutions, ist im Elektroauto-News.net Podcast zu Gast, gemeinsam unterhalten wir uns über den Wandel von Tankstellen hin zu Schnellladeparks. Einem Feld in dem sich die Baywa Mobility Solutions etablieren möchte. Unter anderem durch den Aufbau von Ladeparks im Rahmen des Deutschlandnetzes.

Die Baywa Mobility Solutions, die 2020 gegründet wurde, widmet sich vollständig dem Bereich der Elektromobilität und hat sich auf die Errichtung von Ladeinfrastruktur spezialisiert. Das Unternehmen fungiert häufig als Generalunternehmer für große Projekte, insbesondere für Mineralölunternehmen und Energieversorger, und übernimmt dabei die gesamte Projektbetreuung von der Planung bis zur Fertigstellung der Ladeparks. Neben der Errichtung von Ladeinfrastruktur unterstützt das Unternehmen auch Flottenkunden bei der Umstellung ihrer Fahrzeugflotten auf Elektromobilität durch Beratung und Bereitstellung von Lösungen zur Ladeinfrastruktur.

Christian hebt hervor, dass die Baywa Mobility Solutions sich ausschließlich auf High Power Charger (HPC) konzentriert. Im Rahmen des Deutschlandnetz plant das Unternehmen, 20 Ladeparks mit jeweils vier bis 16 Schnellladepunkten zu errichten, wobei einige der Ladeparks auf Grundstücken der Baywa gebaut werden. Diese Ladeparks werden so konzipiert, dass Elektrofahrzeuge in nur 15 bis 20 Minuten aufgeladen werden können, was die Effizienz und Nutzerfreundlichkeit der Ladeinfrastruktur erheblich verbessert. Von bis zu 400 kWh-Ladeleistung je Ladestation ist möglich.

Die Ladeparks sollen nicht nur an Autobahnen, sondern auch in ländlichen und städtischen Gebieten entstehen, um eine breite Verfügbarkeit von Schnellladeoptionen zu gewährleisten. Christian betont, dass die modulare Bauweise der Ladeparks eine flexible Anpassung an den wachsenden Bedarf erlaubt, indem bei Bedarf weitere Ladepunkte hinzugefügt werden können. Zudem wird auf die Einbindung von Serviceeinrichtungen wie sanitären Anlagen und PV-Anlagen auf dem Dach der Ladeparks Wert gelegt, um die Aufenthaltsqualität für Elektroautofahrer:innen zu verbessern.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs diskutieren wir die Ursprünge der Baywa Mobility Solutions, die aus dem klassischen Tankstellengeschäft des Baywa-Konzerns hervorgegangen ist. Christian erklärt, dass die Erfahrungen aus dem Tankstellenbereich in die Planung und Gestaltung der Ladeparks einfließen, mit dem Ziel, das Laden von Elektroautos möglichst effizient und nutzerfreundlich zu gestalten.

Zudem wird die Möglichkeit eines dynamischen Preismodells für das Laden von Elektrofahrzeugen angesprochen, ähnlich den schwankenden Kraftstoffpreisen an Tankstellen. Christian sieht hier Potenzial für eine flexible Preisgestaltung, die sich nach Angebot und Nachfrage richtet.

Zum Ende des Gesprächs widmen wir uns dann noch der "Charging Night", eine Veranstaltung, die als Plattform für den Austausch und die Vernetzung innerhalb der E-Mobilitätsbranche dient und insbesondere Start-ups im Mobilitätssektor fördert. Die Veranstaltung zielt darauf ab, verschiedene Perspektiven und Innovationen im Bereich der Antriebstechnologien zu diskutieren und zu präsentieren. Aber das hörst du dir am besten selbst an.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast, wenn es um das Thema E-Mobilität geht. In der aktuellen Folge beschäftigen wir uns mit dem Thema Ladeinfrastruktur. Ladeinfrastruktur aus Bayern für Bayern. So kann man es, glaube ich, ganz gut bezeichnen. Denn zu Gast habe ich Christian Krüger, seines Zeichens Geschäftsführer der BayWa Mobility Solutions. die bereits für ihre Kunden als Generalunternehmer Ladenetze aufbauen, konzipieren, umsetzen und dann eben auch in Betrieb nehmen, aber auch im Bereich der Flotte unterwegs sind, künftig aber auch als eigener CPO an den Start gehen, eigenes Ladenetz aufbauen. Der Start wird im Umfeld des Deutschlandnetzes angegangen. 20 Ladeparks mit 4 bis 16 Ladepunkten stehen auf der Agenda mit bis zu 200 kW Ladeleistung pro einzelnen Ladepunkt. über die Herausforderungen bei dem Aufbau eines solchen Ladenetzes und auch der Transformation von der Tankstelle hin zu Ladeparks. Denn da kommt man eigentlich her, haben wir gesprochen und wir gehen einfach direkt rein ins Gespräch mit Christian. Hi Christian, vielen Dank, dass du heute zu Gast bist bei unserem Podcast und uns ein bisschen hinter die Kulissen von der BayWa Mobility Solution blicken lässt. Bevor wir da allerdings darauf eingehen, wer ihr seid, was ihr macht, stell dich doch gerne unseren ZuhörerInnen mal selbst vor.

  3. Christian Krüger:

    Ja, hallo Sebastian, mein Name ist Christian Krüger. Ich bin Geschäftsführer der BayWa Mobility Solutions und schon sehr lange in der BayWa. Und habe auch dieses Geschäftsfeld der Mobility Solutions aufgebaut.

  4. Sebastian:

    Was ist die BayWa? Was sind die Mobility Solutions? Kannst du uns das ein Stück weit ausführen?

  5. Christian Krüger:

    Die BayWa ist ein großer Mischkonzern, eher aus dem genossenschaftlichen Umfeld entstanden. Kennt man sehr stark in Süddeutschland, auch unter der Agrarschiene. Also sozusagen haben drei Hauptgeschäftsfelder Agrar, Bau und Energie stattgefunden. Und die BayWa Mobility Solutions ist ein noch sehr junges Tochterunternehmen, ist beim Energiegeschäftsbereich mit angesiedelt. Wir sind 2020 als 100%-Tochter gegründet worden. Und beschäftigen uns heute ausschließlich mit dem Thema der Elektromobilität.

  6. Sebastian:

    Und der E-Mobilität dann aber natürlich nicht im Fahrzeugsektor, sondern ihr seid schon auf den Ladeinfrastrukturbereich dann spezialisiert.

  7. Christian Krüger:

    Genau, Ladeinfrastrukturbereich. Also es ist so, dass wir verschiedene Rollen auch in Bezug auf die Elektromobilität einnehmen. Wir sind heute oft als Generalunternehmer für Kunden unterwegs, für große Mineralölfirmen oder Energieversorger und errichten als Generalunternehmer auch ein Ladenetz für diese Kunden. Auf der anderen Seite haben wir bei uns auch das Thema Betriebsführung. Das heißt, wir haben auch eine eigene Tank- und Ladekarte bei uns in der Biper Mobility Solutions. Wir sagen immer, das ist eine Hybridkarte. sind hier sehr stark für den Flottenkunden auch unterwegs und beraten auch Flottenkunden in der Transformation ihrer Flotte in Richtung E-Mobilität. Also welche Ausprägung brauche ich? Ausprägung an Ladeinfrastruktur? Wie schnell kann ich meine Flotte umstellen? Und bieten dann natürlich auch Lösungen und Produkte, um eine Flotte auch Richtung Elektrifizierung zu begleiten.

  8. Sebastian:

    Du hast jetzt eben auch gerade gesagt, ihr seid Generalunternehmer für verschiedene Kunden aktiv. Stichwort Ladenetz, welches ihr aufbaut. Macht ihr das dann als, ich nenne es mal White-Label-Lösung? Ihr seid dahinter, aber euer Kunde steht im Vorfeld oder macht ihr das auch unter eigenem Namen?

  9. Christian Krüger:

    Also momentan begegnet man uns im Markt wirklich für Kunden, für dritte Kunden. Ich hatte es ja gesagt, also unsere Kunden im Großprojektgeschäft, das sind ausschließlich Mineralölfirmen oder große Energieversorger, die uns beauftragen und wir erstellen dann schlüsselfertig auch die Ladeparks für diese Kunden. Also wir machen wirklich von der Planung bis Anfrage beim Netzversorger, Herstellung des Netzanschlusses, Bis zum Bau betreuen wir dieses Projekt und stellen das sozusagen für unsere Kunden dann auch sicher. Jetzt neu dazu gekommen ist, dass wir mehr und mehr auch selber Chargepoint-Apparator werden. Das heißt, wir bauen dann perspektivisch für die BayWa ein eigenes Ladenetz auf und da wird man auch sichtbar Ladeparks der BayWa sehen.

  10. Sebastian:

    Wenn wir bei dem Thema Ladenetz sind, dann reden wir schon von DC-HPC-Chargern.

  11. Christian Krüger:

    Genau, ausschließlich DC-HPC-Charger, der es verfolgt hat. Ein Einstieg in dieses Bereich CPO, wie wir immer neudeutsch sagen, ist natürlich der Gewinn des Bayernloses im Bereich des Deutschlandnetzes, wo wir hier 20 Ladeparks bauen werden. Ladeparks mit einer Ausprägung von 4 bis 16 Schnellladepunkten. Wir nutzen hier natürlich insbesondere auch Infrastruktur der BayWa. Also das heißt, die BayWa hat ja insbesondere in Bayern viele Grundstücke. Und wir erstellen allein von den 20 Ladeparks 10 auf BayWa-Grundstücken. Die Ausprägung ist so, dass wir pro Ladepunkt 200 kW anbieten werden. Also das heißt, hier ist dann ein Elektrofahrzeug in, sage ich mal, Viertelstunde vorhanden. bis 20 Minuten fast vollgeladen.

  12. Sebastian:

    Definitiv eine Ansage und das wäre auch so der Punkt, wo wir darauf zu sprechen gekommen wären, genau dieses Deutschlandnetz, was ja auch für Aufsehen gesorgt hat oder ja auch in der Szene, sag ich mal, die Runde macht und auch immer wieder besprochen wird, natürlich gerade jetzt, wo die Lose vergeben sind. Ihr steigt ja jetzt erstmalig dann sozusagen unter eigener Flagge mit ein, 4 bis 16 Ladepunkte, wie du gesagt hattest. Gibt es einen Zeitraum schon dafür, wann ihr da in die Umsetzung geht? Sehen wir da 2024 schon erste Ladeparks, die in Betrieb sind? Oder zieht sich das aufgrund der gegebenen regulatorischen Gegebenheiten hier in Deutschland auch ein Stück weit bei euch?

  13. Christian Krüger:

    Es ist so, wir bereiten momentan natürlich alles vor. Und wer so ein Ladeinfrastrukturprojekt kennt, das sind ja doch ein paar Hürden. Also das Bauen ist ja eigentlich so die geringste Hürde einfach in so einem Ladeinfrastrukturprojekt. Was wir halt momentan machen, wir sind sehr stark in den Planungen. Wie sehen diese Ladeparks aus? Wir haben natürlich die Netzanschlüsse gestellt, wir reichen Bauanträge ein. Aber wir sind guter Hoffnung, dass wir eine Handvoll dieser Deutschlandnetz-Ladeparks auch in 2024 noch errichten können. Auch ein großes Thema momentan am Markt ist der Hardware-Einkauf, also insbesondere im Trafostationsbereich gibt es sehr, sehr starke Engpässe. Aber auch hier nutzen wir natürlich die Synergien auch im BayWa-Konzern. Zum Beispiel mit der erneuerbaren Energietochter der BayWare E und werden hier relativ schnell auch dieses Deutschlandnetz auf die Straße bringen. Wir sagen, innerhalb der nächsten zwei Jahre wird das auch stehen.

  14. Sebastian:

    Das ist ja auf jeden Fall eine Ansage, gerade unter den aktuellen Gegebenheiten. Du hast eben schon gesagt, Verfügbarkeit von Hardware, die eben auch ein Thema in der Ladeinfrastruktur-Szene ist. Nochmal kurz auf die 200 kW pro Ladepunkt. Das heißt, ihr habt dann auch einen Doppelcharger da stehen mit 400 kW Gesamtleistung, der sich dann aufteilt, 200 kW pro Ladepunkt. Damit wird er jetzt im aktuellen Stand deutlich über dem, was Marktbegleiter im Moment auch anbieten.

  15. Christian Krüger:

    Genau, so wird es sein. Also wir werden 400 kW pro Charger anbieten. Also das heißt, perspektivisch könnte man sogar 400 kW dann ziehen, aber das heißt mindestens 200 kW pro Ladepunkt anbieten. Und man muss ja auch sagen, diese Deutschlandnetz-Thematik wird auch nochmal einen ziemlichen Schub einfach in diesen Bereich Schnellladeinfrastruktur bringen. Und der Bund hat sich ja zum Ziel gesetzt, innerhalb von zehn Minuten auch eine Möglichkeit in Deutschland zu bieten, Schnellladeinfrastruktur anzubieten beziehungsweise anzunehmen für den Kunden, hat diverse Suchräume dafür auch definiert. für die, die jetzt das Deutschlandnetz nicht im Detail kennen. Also so ist diese Ausschreibung auch aufgebaut gewesen. Und natürlich wird es so sein, dass so die nächsten zwei, drei Jahre über 1000 Ladepunkte in dieser Ausprägung dann auch in Deutschland errichtet werden. Jetzt kam noch on top die Ausschreibung, das zweite Deutschlandnetz, das ist an den Autobahnen, das ist jetzt auch vergeben worden. Also das heißt, auch hier wird es einen massiven Schub in Richtung Schnellladeinfrastruktur in Deutschland geben.

  16. Sebastian:

    Um das aber nochmal aufzugreifen, du hast es eben auch schon ausgeführt, die Ladepunkte, die ihr jetzt aufbaut oder die Ladeparks, die müssen jetzt nicht gezwungenermaßen an der Autobahn sein, sondern die sind schon im lokalen Umfeld, ich sage mal auch an der Landstraße dann angesiedelt oder in Stadtnähe.

  17. Christian Krüger:

    Genau, also man unterscheidet es so ein bisschen, also diese... Diese Lose, die vergeben worden ist, war eine Mischung, sage ich mal, aus ländlichen, urbanen oder suburbanen Räumen, wo einfach ein Ladepark dann auch errichtet werden muss. Und wir haben uns bewusst auch in Anführungsstrichen für dieses Bayern-Los beworben, für diese 20 Ladeparks, weil wir einfach sagen, das passt gut zur BayWa. Von der Größe her passt es auch gut zur BayWa. Das können wir gut bestreiten. Und das Schöne ist, wir können vieles, was wir in dem klassischen Tankstellenbereich auch gelernt haben, also die BayWa betreibt Stand heute noch 80 Automatentankstellen, das können wir sehr gut übertragen einfach auf diese Ladeparks. Richtung Servisierung etc.

  18. Sebastian:

    Da wäre ich jetzt auch zu sprechen drauf gekommen, weil du hast vorhin schon mal so im Nebensatz das Aussehen der Ladeparks genannt sozusagen. Das kann man ja auch ganz deutlich unterschiedlich gestalten sozusagen, wie man es ja auch im Moment schon an der Autobahn sieht. Manchmal stehen einfach nur die HPC-Charger da, manchmal ist eben noch ein Servicebereich mit dazu. Wie ist das bei euch angedacht? Gibt es auch eine Mischung davon oder habt ihr da schon eine klarere Ausprägung?

  19. Christian Krüger:

    Also es ist so, dass wir uns natürlich auch unterscheiden wollen, auch vom Wettbewerb unterscheiden wollen. Also das heißt, wir haben für uns eine modulare Bauweise einfach diese Ladeparks auch entschieden, auch in diese T-Shirt-Größen unterteilt von SL, MXL. Und bei uns ist immer Standard, dass wir sagen, man hat eine gewisse Serviceeinrichtung. Also beispielsweise werden einige Ladeparks dann auch mit sanitären Einrichtungen ausgestattet. Wir haben oft sogar einen Shop-Bereich mit dabei, also ähnlich wie man es aus dem Tankstellenbereich auch kennt. Wir haben natürlich PV-Anlagen auf dem Dach. Ein großes Thema wird auch sein, wo erstelle ich diesen Ladepark auf einem Grundstück? Also Richtung Schleppkurven etc. Wir haben jetzt auch einen etwas größeren Ladepark geplant, wo wir nicht nur an den Pkw-Bereich denken, sondern auch an eine extra Lkw-Spur, so wie man es auch aus dem Tankstellbereich kennt, also wo wirklich Lkws perspektivisch dann auch laden können.

  20. Sebastian:

    Du hast eben schon ausgeführt, diese modulare Bauweise, was sich jetzt eben auf die unterschiedliche Größe bezieht. Heißt das aber für mich auch, dass ihr mit wachsendem Bedarf durch die E-Mobilität auch modular aufbauen könnt in diesen Ladeparks? Also, dass ihr da auch nochmal anbauen könnt, wenn ihr jetzt mit vier Ladestationen oder Ladepunkten startet, dass ihr dann auch perspektivisch auf acht wachsen könnt beispielsweise?

  21. Christian Krüger:

    Ja, also da, wo Platz ist, sehen wir das natürlich vor. Also praktisch auch von den baulichen Einrichtungen her, dass wir wirklich sagen, man kann dann erweitern. Auch Richtung Netzanschluss denken wir dann natürlich weiter, weil Netzanschluss ist ja immer auch ein limitierender Faktor in so einem Ladeinfrastrukturprojekt. Und dass wir perspektivisch dann auch modular, darum sage ich modular, einfach andocken können, auch die Servicequalität erhöhen. Also was braucht man zukünftig für Ein Thema wird doch sein, wir haben eine Kooperation mit einem Waschanlagenbetreiber, wo wir dann auch sowas sicherstellen können, um einfach die Aufenthaltsqualität, die Servicequalität auch an diesem Ladepark zu erhöhen.

  22. Sebastian:

    Da gehe ich auch stark davon aus, dass das in Zukunft einen Unterschied machen wird, weil du hast gesagt, das Ladenetz, es wächst stetig. Als Fahrer, Fahrerin bekommst du immer mehr Auswahl, wo du laden kannst. Und ich denke gerade dann wird so ein Servicebereich oder Serviceangebot auch einen Unterschied machen.

  23. Christian Krüger:

    Wenn ich mal zu den Ursprüngen auch der BayWa Mobility Solutions komme, ist vielleicht auch ganz interessant, wie kommt denn überhaupt die BayWa zu dem Thema Elektromobilität? Und ich hatte es gerade erwähnt, wir betreiben ja schon seit Jahrzehnten klassische Tankstellen, weil die BayWa hat es sich zur Aufgabe gemacht, 24 Stunden Kraftstoffversorgung auf dem Land sicherzustellen. Und da ist ein großes Tankstellennetz, dann damals auch entstanden, ein Automaten-Tankstellennetz, also wirklich, man sagt, unbemannt. Also 24 Stunden ist niemand vor Ort. Die Kunden können sich sozusagen am Tankautomaten autorisieren und dann Kraftstoff auch tanken. Und aus diesem Tankstellenbereich heraus ist das Thema der Elektromobilität auch entstanden. Und wir haben gesagt, wir brauchen eine eigene Identität auch für diese neuen Antriebsarten. Und so sind wir am Anfang dazu gekommen, dass wir gesagt haben, wir bündeln innerhalb der BayWa Mobility Solutions als 100%-Tochter der BayWa AG, bündeln wir so diese erneuerbaren Antriebsarten, also beispielsweise das Thema Elektromobilität. Wir haben Wasserstoff am Anfang auch noch mit dabei gehabt. Auch der LNG-Bereich, also das verflüssigte Erdgas, ist unter dem Dach der BayWa Mobility Solutions entstanden. Es hat sich aber die Elektromobilität, insbesondere auch durch Förderungen getrieben, so stark entwickelt, dass wir gesagt haben, wir positionieren die Balwa Mobility Solutions rein für das Thema Elektromobilität. Die Balwa betreibt heute noch dieses Thema Wasserstoff natürlich, aber auch LNG, aber innerhalb einer anderen Gesellschaft weiter.

  24. Sebastian:

    Das heißt, für euch ist dann schon die Trennschärfe bei der Balwa Mobility Solutions rein auf die batteriebetriebene E-Mobilität gesetzt?

  25. Christian Krüger:

    Dann halt mit allen Rollen, weil wenn ich jetzt heute sehe, wie breit wir schon aufgestellt sind, dass wir wirklich sagen, wir machen dieses ganze Thema Infrastruktur, können die Planung machen, ein Ladeinfrastrukturprojekt für Dritter abwickeln, haben aber auch noch den Flottenkunden im Visier, wo wir einfach sagen, ein Flottenkunde hat ganz, ganz andere Anforderungen. Da ist man oft auch im Gebäude mit drinnen, man hat PV, Batteriespeicher mit dabei, man hat Betriebsführungsmodelle, weil eine Flotte wird ja nicht von heute auf morgen zu 100 Prozent auf das Thema E-Mobilität umgestellt, sondern es fängt ja meistens mit diesen klassischen Hybridfahrzeugen an oder hat angefangen in der Flotte, Und man holt sich natürlich mit so einem Hybridfahrzeug ein sehr, sehr, würde ich sagen, anforderungsstarkes Asset mit in den Fuhrpark. Denn der Mitarbeiter, der will tanken, der will laden, der will laden in der Öffentlichkeit, der will laden zu Hause oder halt am Firmenparkplatz. Und idealerweise ist es natürlich so, dass sich das Ganze entwickelt. einmal abrechnen kann, dem Mitarbeiter auch zu Hause seine Ladungen erstatten. Es ist dann schon sehr komplex und hier beraten wir natürlich Flottenkunden und bieten auch die nötigen Produkte an.

  26. Sebastian:

    Ich denke, da ist auch gerade die Beratung dann auf jeden Fall notwendig, weil es eben komplex ist, wie du sagst. Ich würde jetzt gerne noch mal auf einen Punkt, den hast du jetzt eben im Zusammenhang mit dem Flottenladen auch genannt, Batteriespeicher, PV-Anlage. Vorhin hattest du gesagt, bei den Ladeparks ist halt in der modularen Bauweise auch der Netzanschluss begrenzender Faktor. Das heißt, Ihr plant in dem Bereich ohne Batteriespeicher und einen Anschluss an PV-Anlage, also rein HPC-Charger ans Netz.

  27. Christian Krüger:

    Bei der Schnellladeinfrastruktur ist man oft direkt am Mittelspannungsanschluss der Netzbetreiber. Das heißt, da wird auch eine Trafo-Station errichtet und ich docke mich sozusagen sinnbildlich gesprochen direkt ans Mittelspannungsnetz des Energieversorgers an. Das heißt, ich brauche hier auch keine Pufferlösung, keine Zwischenspeicher, sondern ziehe sozusagen die Kapazität, die ich für meinen Ladepark benötige, ziehe ich direkt aus dem Mittelspannungsnetz. Anders ist es natürlich, und die Herausforderung ist ja oft nicht beim Mittelspannungsnetz, sondern wirklich beim Niederspannungsnetz. Also hier sind natürlich so Pufferspeicher schon eine Lösung, insbesondere wenn ich mich natürlich in einem Gebäude befinde. Und diese Anforderungen haben wir natürlich oft auch bei flotten Kunden, die sagen, Ich möchte meine Tiefgarage nachrüsten oder halt meine Firmenparkplätze und da hat man immer einen sehr begrenzten Netzanschluss und ohne den Netzanschluss jetzt großartig erhöhen zu müssen, würde ich dann sozusagen einen Batteriespeicher, PV noch beispielsweise aufs Dach packen. und ein intelligentes Last- und Energiemanagement dahinter. Also ganz andere Anforderungen.

  28. Sebastian:

    Aber du siehst die Problematik da nicht, weil du ja auch gesagt hast, ihr kommt aus diesem Umfeld, 24 Stunden Kraftstoffversorgung. Wir gehen jetzt mal von dem wachsenden Bedarf an Ladeinfrastruktur aus, dass ihr dann trotzdem mit euren Ladeparks die Leistung zur Verfügung stellen könnt, auch ohne jetzt einen Pufferspeicher da mit zu installieren.

  29. Christian Krüger:

    Genau, genau so sehen wir das.

  30. Sebastian:

    Und wir hatten ja vorhin diese Transformation von der Tankstelle zu batteriebetriebener E-Mobilität oder Ladeinfrastruktur dafür. Siehst du da deutliche Unterschiede in dem Serviceumfeld sozusagen, was ihr ja gelernt habt aus der Vergangenheit oder kann man das relativ gleich adaptieren?

  31. Christian Krüger:

    Ja, es wird ähnlich. Also ich habe mich auch dadurch, dass ich aus dem Tankstellenbereich komme, habe ich mich oft gefragt, warum sind Ladeparks so geplant, wie sie geplant sind und Wir sagen ja schon, wenn jeder Ladepark nur als Parkplatzsituation geplant ist und immer ein Aufenthalt suggeriert wird oder so parke dein Fahrzeug und nutze dann andere Dinge, da sage ich schon Richtung Schnellladeinfrastruktur und die Technik entwickelt sich ja massiv weiter, muss man natürlich an Durchfahrtslösungen denken, weil laden wird ja irgendwann so wie tanken werden. Und ich sage auch immer sehr schön, Wer will denn laden? Genauso, wer will tanken? Also das ist einfach für einen Autofahrer einfach schwierig. Keiner tankt gerne, genauso lädt auch keiner gerne. Darum kann ich zum Teil auch nicht nachvollziehen, dass da immer, sage ich mal, dieses Laden immer so herausgestellt wird, sondern das macht ja eigentlich keiner gern. Das ist eine Unterbrechung. Ich will von A nach B kommen und das möglichst zügig. Und wenn ich mal laden muss, dann muss es halt schnell gehen, genauso wie beim Tanken auch. Und darum würde ich hergehen und sagen, zukünftig hat man vielleicht beim Laden 15 bis 20 Minuten, die ich überbrücken muss. Die sollen möglichst komfortabel sein. Da kann man schon viel aus dem Tankstellenbereich auch übernehmen, Richtung Shop-Qualität, Richtung sanitäre Einrichtungen, sodass ich diese 15, 20 Minuten perspektivisch auch gut nutzen kann.

  32. Sebastian:

    Was ihr, glaube ich, auch aus dem Umfeld des Tankstellen-Learnings sozusagen übertragen wollt, ist ja die Thematik von dynamischem Pricing. Was wir auch sehen, wenn wir an der Tankstelle vorbeifahren, an der Klassik, und da kostet es einen Liter einen Euro, keine Ahnung, ich gucke da nicht mehr drauf, seit die Autofahrbahn Euro 49, eine Stunde später 1,47, ist sowas auch ein Thema bei euch. Das hatte ich auch im Vorfeld schon mitbekommen, dass ihr da auch euch vielleicht hinentwickelt für dieses dynamische Pricing, Anpassung an die Umgebung oder an die Gegebenheiten.

  33. Christian Krüger:

    Ja, das Schöne ist, und da sehen wir schon eine Chance auch für das Thema Elektromobilität. Das Schöne ist natürlich, dass wir im Vergleich, also wenn man den Tankstellenbereich jetzt ganz klassisch wieder mit so einem Ladepark vergleicht, ich habe faktisch keinen Tank, wo ich einkaufen muss und die Ware irgendwie physisch durch den Spediteur bewegen, sondern ich ziehe das aus dem Mittelspannungsnetz. und kann dann natürlich auch technische Vorrichtungen installieren, dass ich mich auch beispielsweise perspektivisch an der Strombörse im Viertelstundentakt versorgen kann. Also wir denken das bei der Bayba mit bei unseren eigenen Ladeparks, dass wenn diese Thematik kommt, dass wir auf der Einkaufsseite auch hier sehr flexibel unseren Bedarf decken können. Auf der Verkaufsseite ist es so, dass es durchaus sein kann, dass es dynamischere Preise auch geben wird. Also da glauben wir einfach dran, weil ein Preis immer ein Unterscheidungsmerkmal ist, auch zum Wettbewerb. Also das wird perspektivisch kommen. Darum denken wir auch bei den etwas größeren Ladeparks heute auch in gewisser Weise eine Preisauszeichnung mit, dass ich auch, wenn ich Ad-Hoc-Laden laden möchte, also mit meiner Credit- oder Debit-Card und keinem Ladekartentarif habe, dass ich sage, okay, ich kann sozusagen auch ein dynamisches Pricing anbieten.

  34. Sebastian:

    Das ist ja jetzt auch nur ein Beispiel dafür, wie ihr in die Zukunft blickt. Wir haben es ja oder ich durfte das ja letztes Jahr auch im Sommer erleben bei der Charging Night, die ihr ins Leben gerufen habt im Vorfeld der Power to Drive bei euch im Headquarter in München. wo ihr ja auch sozusagen die ganze E-Mobilitätsszene gefühlt in einem Raum oder in mehreren Räumen zusammengeführt habt, da ein bisschen Aufklärung, Pendeldiskussionen und so weiter geführt habt, wird es das dann dieses Jahr auch wieder geben? Also kommen wir da auch wieder bei euch zusammen und erfahren ein bisschen mehr über euch, aber auch über die Pläne der Szene?

  35. Christian Krüger:

    Also ich kann ein paar Insights erzählen. Also was ganz witzig war, die Charging Night ist ja so entstanden, dass wir gesagt haben aus der Mobility Solutions heraus, ach, das wäre doch eigentlich mal schön vor der Power to Drive, einen kleinen Teilnehmerkreis mal hier zusammenzuholen und einfach mal sozusagen innerhalb der Szene mal zu diskutieren und sich auszutauschen. Jetzt hat das so eine Dynamik angenommen und so funktioniert ja auch die Elektromobilitätsbranche. Das ist total nett. Das war ja wirklich ein Familientreffen. Und wir waren dann am Ende so 150 Leute. Das ist ziemlich groß geworden. Wir haben das hier bei uns in der Zentrale in München stattfinden lassen. Bei uns oben im 20. Stock, wo man einen schönen Ausblick hat. Und die Idee der Charging Night war ja, nicht nur über das Thema Elektromobilität zu sprechen, sondern wirklich, wo entwickeln sich denn auch die verschiedenen Antriebsarten hin? Und so wie die BayWa ist, wir sind halt sehr technologieoffen und stehen auch für Technologieoffenheit. Ich habe es ja erwähnt, wir beschäftigen uns ja nicht nur mit dem Thema Elektromobilität, sondern auch Wasserstoff oder andere Thematiken. Und da sagen wir schon natürlich, wir wollen auch diese Antriebsoffenheit, auch wenn es Charging-Neid hat, beibehalten, aber auch die Charging-Neid entwickelt sich weiter. Wir werden dieses Jahr in München, in der IHK in München sein. Und auch wieder hier ein bisschen einen anderen Blickwinkel reinbringen. Wir werden diesmal über das Thema Zielgruppen, also wie gehen bestimmte Zielgruppen auch mit dem Thema Antriebstechnologie um? Was macht Sinn? Was macht keinen Sinn für bestimmte Zielgruppen? Und ich will jetzt nicht zu viel verraten, aber wir haben tolle Highlights auch für dieses Jahr geplant. Und haben auch einen ganz, ganz tollen Gast, der uns da besuchen wird. Einen sehr prominenten Gast, der dann auch die Eröffnung oder das sozusagen eröffnet wird.

  36. Sebastian:

    Das hast du uns alle neu gemacht, aber das wirst du jetzt noch nicht verraten, wer das sein wird.

  37. Christian Krüger:

    Nein, das verrate ich noch nicht. Das werden wir in Kürze veröffentlichen. Dann wird es auch jeder mitbekommen. Aber da kann man sich wirklich darauf freuen. Was natürlich ein großer Bestandteil sein wird, wir hatten ja, also uns ist ja sehr wichtig, dass wir auch Startups fördern, Startups, die aus der Mobilitätsbranche kommen und werden auch diesen Part, der wirklich sehr, sehr gut angekommen ist im letzten Jahr, wo wir jetzt, wo Startups sozusagen pitchen konnten und so in fünf Minuten sich mal vorstellen und was ihre Geschäftsidee ist, und sich der großen Branche auch präsentieren können, das werden wir nochmal in den Mittelpunkt drücken und nochmal einfach zentraler dieses Thema auch herausstellen, weil ich glaube, wir haben alle ein Interesse daran, dass sich Ideen auch durchsetzen, natürlich finanziert werden auch und da, sag ich mal, in dieser Community haben wir da große Treiber für dieses Thema.

  38. Sebastian:

    Das glaube ich auch und ich habe das auch letztes Jahr als sehr wertvoll wahrgenommen, gerade diesen Startup-Bereich da in den Fokus zu setzen und Selbst ich, der da auch relativ gut vernetzt ist, würde ich behaupten, durfte da nochmal einiges neu lernen, hatte da auch Podcast-Gäste dann kennengelernt, die dann im Nachgang bei uns aufgetaucht sind. War sehr spannend und was mir definitiv in Erinnerung geblieben ist, war auch die Panel-Diskussion zu dem Thema LNG, Wasserstoff und E-Mobilität, die ja dann auch... Klare Kante hat er, aber trotzdem auch das große Ganze, so wie ihr das ja auch im Ziel habt, eben diesen Antriebswandel da zu beleuchten, zu begleiten und dann eben auch zu sehen, es gibt halt nicht diese eine Lösung für alles, sondern es gibt verschiedene Lösungen für verschiedene Anwendungsfelder, die ihr jetzt auch beispielsweise mit der BayWa Mobility Solution dann in dem Bereich Batteriebetrieb eine Ladelösung, eine Ladeinfrastruktur gezielt begleitet. Und von daher erstmal vielen Dank für den spannenden Einblick, Christian. Und ich hoffe, wir sehen uns dann persönlich dieses Jahr auf der Charging Night.

  39. Christian Krüger:

    Ja, ich freue mich. Vielen Dank.

  40. Sebastian:

    Das war es also auch schon mit der aktuellen Folge von Elektroautonews.net. Wir haben uns mit Christian Krüger von der Balwa Mobility Solutions über das Thema Lade, Ladeinfrastruktur und Ladeparkaufbau unterhalten, sowie die Transformation von der Tankstelle eben zum Ladenetz. War sehr spannende Einblicke, die er uns gegeben hat und ich bin mir sicher, wir werden demnächst auf Elektroautonews noch mehr von der Balwa Mobility Solutions hören. Und wenn es in Anführungsstrichen nur die Bekanntgabe des Speakers der Chart Genetics, wobei ich stark davon ausgehe, dass wir auch eben über die zu entstehenden Ladeparks ab und an berichten werden, um euch da auf dem Laufenden zu halten. Vielen Dank fürs Zuhören. Schalt gerne kommende Woche wieder ein, wenn die nächste Folge des ERN Podcasts online geht. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.