Umsteiger: „Für mich geht kein Weg am E-Auto vorbei“

Im Gespräch mit Marco Strese, der im Jahr zwischen 50.000 und 60.000 Kilometer zurücklegt, haben wir intensiv über seine Erfahrungen mit der Elektromobilität gesprochen. Marco, der früher Langstrecken-Diesel-Fahrer war, hat sich vor rund anderthalb Jahren entschieden, auf ein Elektroauto umzusteigen, als sein Arbeitgeber diese Möglichkeit anbot. Er beschreibt sich selbst als jemand, der gerne Neues ausprobiert, und so hat er die Chance sofort ergriffen.

Interessanterweise kamen die größten Zweifel nicht von ihm, sondern von seinen Kollegen. "Willst du das wirklich machen?" war eine häufige Frage, die ihm gestellt wurde, als er sein E-Auto für die Langstreckenfahrten in Betracht zog. Doch Marco blieb unbeeindruckt von den Vorurteilen und betonte im Gespräch, dass sich viele seiner Bedenken, wie etwa das Reisen auf langen Strecken oder der Umgang mit Ladepausen, als unbegründet erwiesen haben. Besonders interessant war sein Hinweis darauf, dass sich sein Fahrstil durch das E-Auto verändert hat. Wo er früher mit 200 km/h über die Autobahn geflogen ist, fährt er jetzt "entspannt" mit 120 bis 130 km/h und schätzt die Ruhe. "Das langsame Fahren ist einfach entspannter," erzählt er und hebt hervor, dass die Lärmemissionen, die bei einem Verbrenner anfallen, etwas sind, was er heute nicht mehr vermisst.

Marco berichtete auch von seinen Erfahrungen mit Ladepausen, die er clever in seinen Arbeitsalltag integriert hat. Anstatt sie als Nachteil zu sehen, nutzt er sie für Telefonate oder zum Bearbeiten von E-Mails. Dabei betonte er die Bedeutung einer guten Ladeplanung und einer verlässlichen Ladeinfrastruktur. Sein Skoda Enyaq lädt zuverlässig und hat ihn bisher nie im Stich gelassen – selbst auf Urlaubsreisen nach Italien oder Kroatien. "Insgesamt 40 Minuten Ladezeit unterwegs, das war’s," sagt er über seine Fahrt an den Gardasee, bei der er mit Familie, Kind und Hund unterwegs war.

Ein weiteres spannendes Thema war, wie seine Frau nach anfänglicher Skepsis ebenfalls vom E-Auto überzeugt wurde. Heute fährt sie einen Cupra Born und ist von dem leisen, schnellen und komfortablen Fahrgefühl begeistert. Auch im beruflichen Umfeld konnte Marco einige Kollegen von der Elektromobilität überzeugen. Sein Arbeitgeber ermöglicht, E-Autos über das Wochenende zu testen, und einige seiner Kollegen haben sich inzwischen für ein E-Auto entschieden. Für ihn gibt es keine Alternative mehr, auch beruflich wäre ein Elektroauto mittlerweile ein Auswahlkriterium bei der Wahl eines Arbeitgebers. "Für mich persönlich geht kein Weg dran vorbei," sagte er am Ende unseres Gesprächs, und ich glaube, das fasst seine Einstellung zur E-Mobilität perfekt zusammen.

Nun aber genug der Vorworte lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen!

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ERN-Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. In der aktuellen Folge habe ich Marco Strese zu Gast, seines Zeichens, im Außendienst unterwegs, legt im Jahr 50.000 bis 60.000 Kilometer zurück und ist vor gut anderthalb Jahren auf ein E-Auto umgestiegen. Vom typischen Vertreterfahrzeugen Diesel auf eben jetzt aktuellen Skoda Enyaq. Hat seine Frau mittlerweile auch für die E-Mobilität begeistern können, weil jetzt ein Stück länger gebraucht, bis sie eben auch den Umstieg gewagt hat. Fährt mittlerweile auch Cupra Born, natürlich nicht im Bereich von 50.000 bis 60.000 Kilometer, aber beide beweisen, E-Mobilität im Alltag kann funktionieren, selbst wenn man mal längere Reisen auf der Agenda hat. Wir gehen direkt rein in das Erfahrungsgespräch mit Marco. Viel Spaß damit.

  3. Intro:

    Hallo Marco, schön, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über das E-Autofahren unterhalten. Etwas, was ja für dich noch relativ neu ist. Eineinhalb Jahre hast du gesagt gehabt, aber auch schon im Bereich der Vielfahrer damit unterwegs. Bevor wir da allerdings tiefer drauf einsteigen, stell dich doch gerne mal unseren ZuhörerInnen vor.

  4. Marco Strese:

    Sehr gerne. Danke für die Einladung auch, Sebastian. Mein Name ist Marco Strese. Ich bin knapp 50 Jahre alt, im Januar. ist es soweit und bin beruflich sehr viel mit dem Auto unterwegs. Also ich fahre im Jahr ca. 50.000 bis 60.000 Kilometer. Immer Verbrenner gefahren, Diesel vorrangig natürlich und auch großer Fan davon gewesen. Und dann kam die Chance meines Arbeitgebers, der auch gesagt hat, wenn ihr wollt, dürft ihr Elektro fahren und die habe ich sofort genutzt.

  5. Intro:

    Gab es da von deiner Seite aus nicht irgendwelche Vorteile, dass du gesagt hast, Elektro jetzt gerade bei 50.000 bis 60.000 Kilometer? Könnte man ja auch erstmal denken, ist das überhaupt darstellbar?

  6. Marco Strese:

    Komischerweise kam das ganz viel von meinen Kollegen, die gesagt haben, willst du das tatsächlich machen? Also wir haben relativ viele Autos im Fuhrpark und Die Vorurteile waren schon sehr groß. Ich war eigentlich schon immer ein Typ, der einfach mal gemacht hat und dann gesagt hat, naja, wenn es nichts ist, dann können wir es immer wieder ändern. Aber ich muss es doch jetzt mal ausprobieren. Also für mich ist es ein zukunftsweisendes Projekt, die E-Mobilität. Und das ist für mich nichts, was morgen sterben wird. Und ich bin relativ jungfräulich in die Sache reingegangen. Mit Bedenken, also Vorurteile glaube ich nicht. Wenn ich so zurückdenke. Aber mit Bedenken. Schaffe ich das? Wie mache ich das, wenn ich von hier, also ich komme aus Schwäbisch Hall, wenn ich von Schwäbisch Hall nach Hamburg fahren muss? Wie klappt das? Wie bringe ich meiner Frau bei, dass wir, wenn wir in Urlaub fahren, nicht mehr durchfahren können? Und lauter solche Geschichten, ja. Die kommen da natürlich schon auf im Kopf.

  7. Intro:

    Kam es für dich nur im Kopf auf oder hat es sich dann auch in der Realität tatsächlich so abgebildet, dass es Schwierigkeiten für dich dann greifbar waren, wenn wir jetzt gerade die Strecke Schwäbisch Halle-Hamburg sehen? Oder hat das geklappt?

  8. Marco Strese:

    Das hat super geklappt. Und das kann ich auch nur jedem ans Herz legen, der diese Bedenken hat. Es funktioniert wirklich super. Also bei einem habe ich mich umstellen müssen. Ich habe mich davon verabschieden müssen, morgens ins Auto reinzusitzen. Und dann gibst du einfach Vollgas, bist auf der Autobahn, 180, 200, 220, wie auch immer du nachher fahren möchtest. Und wenn der Tank leer ist, 50 Kilometer davor tankst du halt irgendwo und fährst weiter. Das ist nicht mehr so und da muss man auch ehrlich sein. Das ging aber sehr, sehr schnell, dass ich mich daran gewöhnt habe, einfach 130 zu fahren. Wahrscheinlich sagen jetzt viele, du fährst 130 mit dem E-Auto, das ist aber noch viel. Ich fahre eigentlich 120 auf Langstrecke. Ja, das ist mir tatsächlich zu langsam. Also ich fahre meine 130 mit meinem Tempomat. Den stelle ich ein und dann funktioniert es super. Ich mache viele Telefonate auch an Ladepausen. Das heißt, ich plane mir tatsächlich auch die Fahrten, wo ich weiß, ich habe eine Ladepause, mache ich da einen Termin rein. Und jetzt habe ich vorher gesagt, ich bin fast 50. Gibt so einen schönen Spruch, der Akku hält länger als die Blase meistens. Also ich muss eh anhalten irgendwann mal. Ja.

  9. Intro:

    Das Thema habe ich auch und ich bin noch keine 50, bin dann noch gut so zwölf Jahre davon entfernt. Aber ich kenne das auch, das mit dem Durchfahren ist bei mir nicht mehr der Fall. Wie ist denn das, wenn du jetzt morgens einsteigst in dein Fahrzeug, bevor du eben auf die Autobahn kommst? Kannst du daheim laden? Habt ihr die Möglichkeit dazu oder bist du eher auf öffentliches Laden angewiesen?

  10. Marco Strese:

    Ich habe eine Alphenwallbox zu Hause. Wir von der Firma aus, wir machen das mit Firmenladen. Das heißt, ich kann auch direkt über die Firma abrechnen. Da ist ein geeichter Zähler drin. Und dann hänge ich mein Auto abends hin und lade es, wenn ich A-Klangstrecke fahre, lade ich es tatsächlich auf 100 Prozent. Ansonsten mache ich das mit 80 Prozent und dann fahre ich morgens los. Ich mache abends meistens auf dem Sofa, gebe ich mir noch die Planung in die App ein, schicke das ans Auto. Dann weiß ich auch schon, wie lange ich unterwegs bin. Habe ich einen oder zwei Ladestopps, je nachdem. Und dann geht es morgens los. Und ich bin da wirklich super entspannt mittlerweile. Und das Coole ist, das langsamere Fahren, es ist einfach entspannter. Wie oft bist du früher 200, 220 gefahren und dann fährst du das keine Minute und dann musst du schon wieder runterbremsen und das regt eigentlich viel mehr auf als alles andere. Und jetzt bin ich einfach völlig entspannt unterwegs.

  11. Intro:

    Und merklich viel früher kommst du ja auch tatsächlich nicht an, auch weil, so wie du sagst, du hast diese kurzen Zwischensprints drin, musst aber nochmal eine ganz andere Aufmerksamkeit natürlich in das Fahren oder auf das Fahren mit einbringen. Gewonnen hast du halt nichts außer Stress dann am Ende vom Tag.

  12. Marco Strese:

    Ja, genau. So sehe ich das auch. Es ist, wie gesagt, es ist entspannter. Und wenn ich heute so zurückdenke, dann fliegst du mit 200 über die Autobahn und hast noch ein Telefonat, wo du auch noch nachdenken musst, irgendwelche komplexen Themen. Und dann noch das Konzentrieren beim Fahren, das ist schon, also heute, ich würde es nicht mehr machen.

  13. Intro:

    Das ist doch gut, dass das E-Auto dazwischen gekommen ist und dann für mich zumindest immer noch ein großer Vorteil ist auch die Lärmemission, die man nicht mehr hat. Klar, die Abrollgeräusche hast du immer noch, wenn du entsprechend schnell unterwegs bist, aber ich finde gerade in der Stadt dann, die Verbrennergeräusche vermisse ich persönlich jetzt gar nicht, was auch immer so ein Vorteil ist, den man meist gar nicht so direkt auf dem Schirm hat.

  14. Marco Strese:

    Genau. Ich habe vorher mal das Thema Urlaub angesprochen. Das würde ich schon auch gern, weil oftmals ist es ja so, dass man sagt, wie kommen wir denn da in Urlaub und so. Wir fahren eigentlich regelmäßig nach Italien oder auch nach Kroatien. Und auch da waren Bedenken meinerseits da. Ich möchte wirklich nicht von Vorurteilen sprechen, weil ich versuche, sowas vorurteilsfrei auch anzugehen. Aber es waren schon Bedenken da. Und auch das ist wirklich kein Problem. Wenn ich hier vollgeladen losfahre, Wir sind das erste Mal an den Gardasee gefahren und ich hatte insgesamt 40 Minuten Ladezeit unterwegs. Jetzt habe ich ein Kind dabei, habe einen Hund noch mit dabei, die Frau ist mit dabei, da hältst du eh mal an. Und dann ist es so, dann bist du vielleicht beim großen M und holst dir irgendwas und du bist noch gar nicht fertig, dann dingelt die App schon, ja, Auto ist voll, weiter geht's. Und ich glaube, das sehen viele auch falsch, möchte ich mal sagen, oder haben da zu große Bedenken. Und die denken auch gar nicht dran, dass sie ja eigentlich morgens immer voll losfahren. Also wie oft bin ich mit meinem Auto losgefahren und war 50 Kilometer unterwegs und muss ich zur Tankstelle. Das gibt es ja gar nicht mehr.

  15. Intro:

    Zumindest wenn du jetzt Eigenheimbesitzer bist oder halt eine Wohnung hast, wo du laden kannst. Es gibt schon Fälle, wo das immer noch vorkommen kann. Das muss man auch sagen. Aber in der Regel ist es so, wie du gesagt hast, gerade wenn man in den Urlaub fährt, da fährst du ja nicht mit 20 Prozent dem Akku los und hältst dann nach einer halben Stunde. Da fährst du ja dementsprechend. Aber da sind wir ja an dem Punkt. Hast du deine Frau überzeugen können, dass sie jetzt auch E-Auto fährt?

  16. Marco Strese:

    Ja, also am Anfang war sie schon sehr skeptisch, auch mit dem E-Auto. Hat ja auch gesagt, komm mal da überhaupt in Urlaub. Und eigentlich will ich nicht. Und das hat jetzt ein Jahr gedauert und jetzt hat sie sich ein Cupra geholt. Also ein Cupra Born und ist vollkommen zufrieden. Meine Frau hat eigentlich auch immer Verbrenner gefahren und vor ganz, ganz langer Zeit hat sie ein Golf 5 gehabt. Und da waren jetzt, glaube ich, drei Autos dazwischen. Und sie hat zu mir gesagt, das ist das erste Auto, das ich wieder liebe. Also die ist totaler Fan und sagt, das Auto fährt so super, das ist leise, das macht Spaß. Auch die Geschwindigkeit, die Beschleunigung ist halt doch was ganz anderes als beim Verbrenner.

  17. Intro:

    Da freut sich jetzt sicherlich der ein oder andere Cupra-Mitarbeiter in, die hier zuhören, gehe ich mal von aus. Aber schöne Sache, wenn man sowas sagen kann und das ist ja auch schön, wenn ein Fahrzeug so Emotionen weckt und eine Verbindung dann auch aufbaut. Auf der anderen Seite muss ein Fahrzeug jetzt wie bei dir dann eben auch über 50.000, 60.000 Kilometer funktionieren im Jahr. Da reicht die Liebe nicht aus sozusagen, sondern da muss auch abgeliefert werden schlussendlich. Hat das denn deinen Berufsalltag irgendwie negativ beeinflusst mit den, du hast gesagt, jetzt keine Vorurteile, die man hat, aber mit den vielleicht Gedanken, die man im Vorfeld hatte. Ist davon was eingetreten oder ist es eher positiver verlaufen?

  18. Marco Strese:

    Es ist eigentlich grundlegend positiv verlaufen. In Ladepausen mache ich auch oft E-Mails, die ich früher gemacht habe. Abends, wenn ich dann zu Hause war, habe ich dann doch nochmal einen Rechner angeschmissen. Und im Normalfall bleibt relativ wenig Workload übrig, weil ich es einfach in den Ladepausen auch erledigen kann, zumindest einen Teil davon. Und wie gesagt, es ist entspannter zum Fahren. Ich habe Platz in dem Auto, da hatte ich vorher nicht so. Das muss man auch dazu sagen. Und von der Technik her ist es halt super. Also ich glaube, für mich gibt es schon so ein paar Kriterien, die ich auch habe und die man auch beachten sollte, wenn man Langstrecke fährt. Für mich sind so Kriterien die Akkugröße, auch die Software. Es gibt auch Software, die ich nicht so gut finde. Also was ich an meinem gut finde, der hat eine top Ladeplanung. Ich kann Filter setzen. Ich will keine Ladestation unter 100 kW haben oder unter 150 kW. Das wäre wichtig. Und die Ladeleistung, die so ein Auto hat. Da gibt es ja auch ein paar Premium-Hersteller, die leider nur mit 100 kW aufwarten. Das finde ich tatsächlicherweise dann mit einem 60 kW Akku schwierig auf Langstrecke. Das ist meine Meinung dazu. Ich stehe auf einem relativ großen Akku, also ab 75, 80 kW und eine Ladeleistung von mindestens 140, 150 kW aufwärts.

  19. Intro:

    Darf man denn mal fragen, weil die Frage wird von unseren ZuhörerInnen kommen.

  20. Marco Strese:

    Was fährst du denn? Ja, ich fahre einen Skoda Enyaq. Und der ist ja angegeben, glaube ich, mit 135. Ich lade aber tatsächlicherweise, wenn ich am Supercharger mal hänge und die Temperaturen schon optimal sind, hatte ich auch schon 145. Das ist doch schön.

  21. Intro:

    Ich hatte dich auch zuerst bei den Tesla-Fraktionen sozusagen ein Stück weit verortet, weil gerade Software und Skoda bzw. VW-Konzern dachte ich jetzt, das passt nicht so ganz zusammen. Aber ist ja dann umso besser, wenn es funktioniert tatsächlich.

  22. Marco Strese:

    Also ich finde, es funktioniert. Mein Kollege fährt einen VW, der ist nicht ganz so zufrieden. Ich weiß nicht, was Skoda da anders macht, ob die dann doch nochmal ein paar andere Sachen programmieren, das stecke ich natürlich nicht drin, aber ich finde, dass die Software funktioniert. Also schon sehr gut ist. Von Ideal auch noch weg, aber sie ist schon sehr gut. Und für mich jetzt als Starter-Kit, kann man so sagen, ist es super. Da gibt es viel schlechtere Software draußen auf dem Markt.

  23. Intro:

    Das ist definitiv der Fall, das kann ich aus zig Fahrten mit E-Autos auch so bestätigen. Was mich natürlich noch interessieren würde, jetzt lädst du öffentlich ja dann auch, gerade wenn du viel Strecke machst, wahrscheinlich an den gängigen Ladestationen, hast du einen festen Tarif, spielst du Tarif-Bingo und hast da dein Visitenkarten-Mäppchen dabei, wo dann zig Karten mit drin sind, so wie man das noch aus der früheren Zeit der E-Mobilität kennt oder wie kann ich mir das bei dir vorstellen?

  24. Marco Strese:

    Ich habe zwei Ladekarten. Das ist einmal die Firmenladen, die funktioniert an recht vielen Öffentlichen auch oder an sehr vielen. Und ich habe eine DKV-Karte, die auch für die E-Mobilität funktioniert. Und ich hatte tatsächlich auch noch nie eine Ladestation, die nicht funktioniert hat mit einer der beiden Karten. Das hat es nicht gegeben. Ich könnte Bingo spielen, aber ganz ehrlich, da ist mir die Zeit dann zu aufwendig. Also ich fahre halt hin. Und im Normalfall weiß ich aber bei den gängigen, also ob es jetzt eine Ionity oder eine EnBW oder was es auch alles gibt, ohne da zu viel Werbung zu machen draußen. Ich weiß schon, bei der Ionity nehme ich die Ladekarte und bei der EnBW nehme ich die Ladekarte. Das zahlt zwar die Firma, aber da bin ich dann auch loyal genug, dass ich sage, da kann ich auch einen günstigeren Tarif nehmen.

  25. Intro:

    Das ist ja auch gut, dass da so ein Grundverständnis bei dir dann schon mal vorhanden ist. Und klar, es gibt bestimmt den einen oder anderen, der dann sagt, ist mir egal, was es hinten rauskostet, aber wenn man es dann ein Stück weit variieren kann und im Rahmen der Möglichkeiten damit spielt, ist klar, dass du dich da jetzt nicht hinstellst und dann noch googelst, welcher von den fünf Ladekarten da die beste ist, ist ja auch vollkommen nachvollziehbar.

  26. Marco Strese:

    Genau, ja. Und meine Frau, das kann ich auch sagen, Beziehungsweise haben wir da einmal die Tesla-App drauf. Also bei Tesla kannst du ja mittlerweile auch fremdladen, glücklicherweise. Und die hat eine BMW-Karte, aber ohne großen Tarif, weil sie so viele Kilometer ja nicht fährt. Und ich glaube, für das Alltagsauto und als Zweitauto, da ist auch der kleinere Akku nicht das Problem.

  27. Intro:

    Da hast du jetzt ja auch nicht die Strecken, die du dann zurücklegst, da reden wir ja vielleicht eher von 10.000, 15.000 Kilometer im Jahr, also ein gutes Drittel von dem, was du zurücklegst. Und das ist ja mehr als abbildbar mit einem Cupra Born mit kleinem Akku. Genau. Was mich natürlich noch interessiert, oder unsere ZuhörerInnen bestimmt auch, wie war es denn mit den Kollegen, die vorher so gezweifelt haben oder gesagt haben, traust du dich wirklich, willst du das machen? Hast du die mittlerweile bekehren können, in Anführungsstrichen, oder haben die sich zumindest mal angehört, haben die sich auch mal selbst reingesetzt und Erfahrungen gesammelt?

  28. Marco Strese:

    Wir haben auch bei uns die Möglichkeit, du kannst im Fuhrpark auch ein E-Fahrzeug leihen übers Wochenende, kannst es praktisch ausprobieren, kannst dir das angucken, ob dir das gefällt, kannst dann auch ein Auto bestellen, wenn dann all das aus dem Leasing geht. Und einige haben jetzt auch schon bestellt, ein E-Auto, mit dem ich auch gesprochen habe. Und es gibt auch immer noch einige, die sagen, ja, stimmt alles, was du sagst und das glaube ich dir auch, aber mir ist es doch noch zu... heikel. Es bleibt trotzdem noch, ja, das ist so.

  29. Intro:

    Gut, das kann ich auch noch nachvollziehen, dass das legitim ist, aber es ist ja schön zu sehen, also ich finde den Ansatz von der Firma auch cool, über die Flotte dann mal über ein Wochenende ein E-Auto zur Verfügung zu stellen, weil genau da erlebst du es ja dann, klar, du wirst jetzt nicht wegen dem Daheimladen da übers Wochenende eine Wallbox installieren, aber du kriegst zumindest mal ein Gefühl für das Fahren und für die alltäglichen Eindrücke und aus eigener Erfahrung, das hat schon den einen oder anderen Freund aus meinem Freundeskreis überzeugt, davon umzusteigen.

  30. Marco Strese:

    Also auch bei uns jetzt in der Bekanntschaft, da sind auch immer mehr, die auf das Thema E-Mobilität dann gehen und die mich dann auch fragen, wie ist denn das und wie klappt das in Urlaub fahren und wie ist es, wenn du mal Langstrecke fährst und so. Und ich glaube, das ist wichtig. Es gibt ja so ein schönes Sprichwort, tue Gutes und sprich darüber. kann man umdichten, fahre Gutes und sprich darüber, weil für mich persönlich geht kein Weg dran vorbei und das mag vielleicht auch aus meiner Richtung mal gesagt sein und gibt es ja noch ein paar andere, die ihr Auto fahren, geschäftlich, für mich tatsächlicherweise wäre es auch ein Auswahlkriterium eines Arbeitgebers.

  31. Intro:

    Das ist doch mal eine Ansage, eine ganz klare. Und den Folgentitel haben wir jetzt natürlich auch schon gefunden mit Fahrgutes und sprich darüber. Das bietet sich einfach so toll an. Ich glaube, den einen oder die anderen werden wir heute auch überzeugt haben, das Thema E-Mobilität zumindest noch mal ein Stück weit näher zu betrachten. Vielen Dank, Marco, für diese Eindrücke aus dem Alltag, aus deinem privaten, aus dem beruflichen, im Umgang mit einem E-Auto. Und man sieht, 50.000 bis 60.000 Kilometer sind auch damit kein Thema. Danke für deine Zeit.

  32. Marco Strese:

    Sehr gerne.

  33. Sebastian:

    Kurz vor Weihnachten eben so eine vollgepackte Folge voller Emotionen, die eben zeigt, E-Mobilität kann begeistern, wenn man sich darauf einlässt und es kann funktionieren, wie Marc uns aufgezeigt hat. Dir vielen Dank fürs Zuhören bei der heutigen Podcast-Folge. Hinterlass uns gerne positive Bewertungen und ich freue mich, wenn du bei der kommenden ERN-Podcast-Folge wieder zuschaltest. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.