EVBox- Am Puls der Zeit – Trends beim Laden im Fokus

Im Gespräch mit Hermann Winkler, Regional Director DACH EVBox

EVBox, ein Hersteller von Ladelösungen für E-Autos, widmet sich bereits seit 2010 dem Thema Ladelösungen für Elektrofahrzeuge. Seitdem habe man bereits Tausenden von Unternehmen auf der ganzen Welt geholfen, Elektromobilität einzuführen. Aber vor allem die Aussage, dass man bis 2023 eine Millionen Ladepunkte bereitstellen möchte, lässt aufhorchen. Grund genug für Elektroauto-News.net Hermann Winkler, Regional Director DACH von EVBox, in unseren Podcast einzuladen.

In der aktuellen Folge haben wir uns mit Herr Winkler gut 25 Minuten mit dem Thema Laden auseinandergesetzt. Im Fokus stand hierbei vor allem das Thema Heimladen, welches getrieben durch die KfW-Förderung der vergangenen Jahre, das Geschäft von EVBox in der DACH-Region maßgeblich geprägt hat.

Ebenso haben wir uns mit dem Thema Charging-Hubs, Laden im öffentlichen Raum sowie hilfreichen Tipps für E-Autofahrer auseinandergesetzt, welche zum ersten Mal eine Ladestation kaufen möchten. Aber ganz ehrlich, hör doch einfach selbst rein. Es lohnt sich!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Hermann Winkler, seines Zeichens Regionaldirektor DACH von EVbox zu Gast. Gemeinsam unterhalten wir uns über das Unternehmen, das in Europa... Hardware und Software für Ladestationen herstellt. Schwerpunkte setzt man im Bereich der AC-Ladestation, geht aber auch in die DC-Ladestation über, Stichwort Charging Hubs und bietet noch die passende Lademanagement-Software dafür an, um die Kosten und den Stromverbrauch im Blick zu behalten. All das und noch viel mehr führt uns Hermann Winkler im gemeinsamen Gespräch aus und von daher geht es direkt rein in die aktuelle Folge. Viel Spaß damit! Hallo Herr Winkler, vielen Dank, dass ich heute die Zeit nehme, dass wir uns ein wenig über EV-Box unterhalten und quasi einen Blick hinter die Kulissen wagen können. Bevor wir da noch tiefer einsteigen und ein wenig mehr über das Unternehmen erfahren, würde ich natürlich gerne erfahren, mit wem wir hier heute sprechen. Ja.

  3. Hermann Winkler:

    herzlichen Dank auch von meiner Seite, Herr Henssler, dass Sie sich die Zeit nehmen. Ich freue mich auf diesen Podcast und ein bisschen was zu mir, zu meiner Vita. Mein Name ist Hermann Winkler. Ich lebe in der Nähe von Nürnberg, bin 53 Jahre alt, verheiratet und bin seit Juli 2020 bei EVBox. war vorher zehn Jahre bei einem Wettbewerber von EV-Box, auch in der Vertriebsleitung und davor auch schon viele Jahre im Vertrieb von elektrotechnischen Produkten.

  4. Sebastian:

    Vielen Dank für die Vorstellung. Jetzt sagen Sie gerade, Sie waren bei einem Wettbewerber von EV-Box. Damit wir das mal einordnen können, was macht denn EV-Box überhaupt? Was macht das Unternehmen, wo Sie jetzt tätig sind?

  5. Hermann Winkler:

    Also EVBox ist ein Hersteller, Entwickler und Hersteller von Ladestationen, von Hardware. AC-Ladestationen, die mehr bekannt sind unter Warboxen und DC-Ladestationen, Schnellladestationen, die wir nutzen. beispielsweise an der Autobahn kennen. Darüber hinaus ist Evibox einer von den wenigen Herstellern, die auch eine eigene Ladesoftware, Lademanagement-Software anbieten, um den Verbrauch von Strom sichtbar zu machen, aber auch um die Kosten verrechnen zu können.

  6. Sebastian:

    Vielen Dank für die Ausführung. Sind die drei Schwerpunkte gleichermaßen vorhanden bei EV-Box oder spezialisiert ihr euch eher auf die AC-Ladestation? Seid ihr mehr im Feld der DC-Ladestation unterwegs oder spielt vielleicht das Thema Software sogar die größte Rolle jetzt in Bezug auf euer Geschäft?

  7. Hermann Winkler:

    Das ist ein bisschen abhängig, Herr Henssler, von welchem Vertriebsgebiet man es betrachtet. Da wir heute über die Dachregion reden, ist hier derzeit mehr der Fokus auf AC-Ladestationen. Hauptsächlich sind wir in Deutschland in der DACH-Region unterwegs in AC-Ladestationen für den Heimbereich. Wir werden in Kürze ein neues DC-Produkt launchen, eine DC-Ladestation, um Schnellladevorgänge machen zu können. Das Produkt heißt Tronic Modular, wird hier produziert. einen ganz neuen Standard einschlagen und wir hoffen, dass wir im Sommer dieses Jahres auch dieses Produkt zur Verfügung haben in der DACH-Region und somit auch im DC-Bereich den Sprung schaffen, den wir bei AC schon erreicht haben als EVBox DACH-Region, einer der Marktführer für diese Produkte zu sein.

  8. Sebastian:

    So Herr Winkler, jetzt haben Sie eben ausgeführt, dass wir eben gerade in der Dachregion der Fokus auf die AC-Ladestation haben. Dort haben Sie schon gesagt, haben Sie den Sprung mit an die Spitze geschafft sozusagen im Wettbewerb. Wie hat sich das gezeigt in den letzten Jahren? Ich sage mal, das Thema AC-Laden ist jetzt gerade so von 2018, 2019 ab stetig im Interesse gestiegen, weil einfach das Heimladen auch eine wichtigere Rolle für die E-Mobilität spielt. Vielleicht können Sie auch da die Entwicklung für EV-Box ein wenig einordnen, wie sich das entwickelt hat in den vergangenen Jahren aus Ihrer Sicht.

  9. Hermann Winkler:

    Ja, gerne. Also Deutschland war ja jetzt, wenn man jetzt in die Historie schaut, nicht der Markt, der am schnellsten mit der Elektromobilität hochgelaufen ist. Da waren wir da ein bisschen hinten dran. Hat sich aber doch jetzt stark verändert. Und man kann so circa sagen, dass sich der Bedarf in den letzten Jahren, wenn man speziell von 2019 ausgeht, in jedem Jahr circa verdoppelt hat.

  10. Sebastian:

    Und das habt ihr auch dementsprechend, ich sag mal, in der Nachfrage vom Markt dann gesehen an euren Produkten, dass da einfach auch der Drang sozusagen da war, dass da auch Produkte gefordert werden vom Markt her?

  11. Hermann Winkler:

    Ja, also man sieht es ja, man kann ja das einhersehen mit den Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen, die ja doch sehr, sehr stark angestiegen sind. Nicht zuletzt natürlich auch in der stärkeren Verfügbarkeit und der Varianz von Elektrofahrzeugen. Am Anfang waren es ja nur wenige Fahrzeuge, die zur Verfügung standen. Das hat sich jetzt doch deutlich geändert. Auch Elektrofahrzeuge in den verschiedenen Preisen im Fuß. Das hat schon zu einem steigenden Bedarf herbeigetragen. Zusätzlich muss man noch erwähnen, dass die KfW-Förderung auch nicht ganz nachteilig für diese Branche war.

  12. Sebastian:

    Da kann man definitiv festhalten, dass die KfW-Förderung ihren Teil dazu beigetragen hat. Da haben wir ja Monat für Monat neue Absatzrekorde sozusagen verzeichnen können bei ihnen, bei ihren Marktbegleitern sozusagen. Wie ist denn jetzt, ich sage mal, jetzt ist die KfW-Förderung ausgelaufen. Habt ihr da dann auch einen Einbruch gesehen bei euch in den Umsätzen oder hat sich das jetzt dann auf einem Niveau etabliert, wo man sagt, okay, jetzt braucht man diese Anschubförderung gar nicht mehr oder wäre aus eurer Sicht das eher sinnvoller, weil eben das Heimladen immer noch so eine wichtige Komponente für den Ausbau der E-Mobilität ist, dass da eine Art von Förderung auch wieder zurückkommt?

  13. Hermann Winkler:

    Ja, beides. Also zum Ersten haben wir den Anschub natürlich deutlich gespürt, wir genauso wie unsere Marktbegleiter. Zum Zweiten wurde ja diese Forderung zwei- oder dreimal verlängert. Wir haben hier derzeit die Situation, dass die Förderung zwar ausgelaufen ist, aber nicht alle Bauvorhaben sind mittlerweile umgesetzt. Der Förderungsbedarf war so hoch, dass nicht nur die Hersteller von Ladestationen an ihre kapazitiven Grenzen kamen, sondern natürlich auch die ausführenden Dienstleister, in der Regel die Elektroinstallateure, die hier noch einen gewissen Zeitraum ausgelastet sein dürften, um diese Ladestationen den Antragstellern einzubauen. Und dafür ist immer noch ein Bedarf vorhanden, weil sich in der Regel die Elektroinstallateure nicht mit einem großen Lager bevorraten, sondern wenn das Bauvorhaben dann eben eingeplant ist, dann wird sich der Elektroinstallateur von seinen Logistikpartnern, was in der Regel Elektro-Großhändler sind, dann mit Ladestationen versorgen.

  14. Sebastian:

    Das heißt, sie profitiert einfach noch davon sozusagen.

  15. Hermann Winkler:

    Wir werden davon noch ein bisschen partizipieren und auf die nächsten Jahre natürlich wäre es aus Sicht Von uns als Hersteller von Ladestationen, aber ich denke auch aus Sicht der Automobilhersteller schon wünschenswert, wenn da noch eine kleine Anschubfinanzierung käme seitens der Bundesregierung. um das Ganze natürlich breiter auszurollen. Wir sind jetzt an anderen Förderungen dran, die es auch gibt, um Ladestationen in Gewerbegebieten unterzubringen. Da ist auch was am Laufen, aber der... residential, endkundenprivate, ist schon sehr, sehr wichtig. Und somit hoffen wir schon, dass da dann in den nächsten Jahren noch was passiert. Allerdings muss man auch letztendlich die Zahlen nüchtern betrachten, Herr Henssler. Wir haben in Deutschland viele, viele Bürgerinnen und Bürger, die nicht die Möglichkeit haben, daheim zu laden.

  16. Sebastian:

    Das stimmt. Und dabei ist ja eigentlich das Heimladen selber. Aber da haben Sie vollkommen recht, dass nicht jeder leider die Möglichkeit hat, daheim zu laden. Nichtsdestotrotz ist ja genau dieses Heimladen im Hinblick auf das Ziel 15 Millionen E-Autos in 2030 von der Koalition entscheidend, damit man dorthin kommt. Vielleicht können Sie das einfach auch mal aus Ihrer Sicht einordnen, warum das Heimladen da so eine große Rolle hat und warum das Schnellladen unterwegs dann eher nachrangig einzuordnen ist.

  17. Hermann Winkler:

    Naja, ich glaube, Sie haben es direkt angesprochen, Herr Henssler. das Schnellladen unterwegs. Also das heißt, wenn ich unterwegs bin, mein Elektrofahrzeug lange Strecken vornehmen will, von München nach Berlin zum Beispiel, dann bin ich eben gezwungen, schnell zu laden. Und das möchte ich so schnellstmöglich ausführen. Und dann sind wir eben beim Schnellladen. Der Mensch ist bequem und möchte natürlich da laden, wo es für ihn am einfachsten, am bequemsten ist. Und da ist ein Teil natürlich daheim. Heimkommen, die Garage, in die Garage zu fahren, in den Carport. Den Stecker einstecken und das Fahrzeug ist dann bis zum nächsten Tag geladen, ist natürlich sehr, sehr bequem und reicht für viele, viele aus, weil die Durchschnittsfahrleistung in Deutschland liegt ja um die 40 Kilometer pro Tag. Das heißt, damit ist man mit AC-Laden mehr als gut aufgehoben.

  18. Sebastian:

    Das stimmt auf jeden Fall. Und für die paar Ausnahmen, sage ich mal, die dann doch mehr fahren, gibt es dann eben diese Schnellladestation, die wir jetzt auch schon erwähnt hatten.

  19. Hermann Winkler:

    Ja, richtig. Ich meine, die paar Ausnahmen, die gibt es, ich denke mal, in... Auch im privaten Bereich, weil jeder fährt dann vielleicht mal mit seinem Fahrzeug zukünftig auch im Urlaub. Und dann ist es eben schon notwendig, dass hier auch Schnellladestationen geschaffen werden. Und natürlich für das Personen-Clean-Deal, das nicht die Möglichkeit hat, daheim zu laden. Die müssen wir zukünftig ja auch abholen auf dem Weg der Mobilitätswende. Wir wollen ja auch diese Personen umstellen. Die müssen wir auch irgendwo laden. Und das wird natürlich dann im urbanen Bereich sein mit sogenannten DC-Ladehabs.

  20. Sebastian:

    Und da sind wir jetzt vielleicht bei dem Thema, wo Sie ja selbst schon angeschnitten hatten. Ihr bringt einen DC-Lader auf den Markt oder habt das vor im Sommer diesen Jahres. Habt auch in Gewerbegebieten Projekte, wo es sich ja auch angehört hat, dass es da in die Richtung DC-Laden geht. Das heißt, ihr seht auch diesen Trend dann quasi, dass man auch dieses urbane Laden ermöglichen muss und stellt euch dafür auch schon auf.

  21. Hermann Winkler:

    Ja, also das wird ein zentrales Thema sein, neben dem Heimladen. ist, wird diese Möglichkeit in urbanen Regionen sein, alle Menschen zu erreichen und das wird eben zu einem gewissen Teil auch mit Dezelladestationen notwendig sein.

  22. Sebastian:

    Und da stellt ihr euch eben auf mit dem neu entwickelten Produkt, wo sie vorhin angekündigt haben?

  23. Hermann Winkler:

    Da stellen wir auf mit dieser neuen DC-Ladestation, die auch variabel ausbaubar ist. Das heißt, wir fangen mit Ladeleistungen von 90 kW an, die der Kunde erwerben kann. Aber die Ladestation ist dann im Feld bis auf 240 kW erweiterbar. Das heißt, wenn man sieht, dass eben... die Ladeintervalle bzw. die Frequentierung an den Ladestationen zunimmt, dann kann ich die Ladestation von der Leistung her aufrüsten, um dann eben den Ladezyklus für die Fahrzeuge zu verkürzen und muss als Betreiber nicht gleich in eine zweite oder dritte Ladestation investieren.

  24. Sebastian:

    Das heißt im Umkehrschluss, ihr stellt da euer Modell hin sozusagen, so wie es ähnlich jetzt bei einem Tesla Model 3 ist, wo ich dann über die Air-Updates quasi neue Funktionen dazu bekomme. Könntet ihr dann gegen einen gewissen Aufpreis dann sagen, okay, jetzt machen wir aus dem 90 kW-Lader einen 240 kW-Lader?

  25. Hermann Winkler:

    Ja, nur dass das natürlich eine Hardware-Veränderung ist. Da kommen dann zusätzliche Module rein, Herr Henssler. die aber sehr, sehr schnell erweiterbar sind. Da reden wir also eher von Minuten als von Stunden. Und dann eben die Ladestation beispielsweise von 120 kW auf 180 kW mit zwei zusätzlichen Modulen aufgerüstet werden kann.

  26. Sebastian:

    Das macht es ja dann auch einfacher, wahrscheinlich von der Kostenseite her, wenn ich jetzt so einen urbanen Ladepark aufbaue, dass ich jetzt erstmal eine Nummer kleiner starte sozusagen, schaue, was kriege ich für eine Traction auf die Ladestation drauf, also wie oft und wie lange wird dort geladen und kann danach Bedarf eben entsprechend wachsen.

  27. Hermann Winkler:

    Genau, genau so ist es, Herr Hensel.

  28. Sebastian:

    Das hört sich ja sehr interessant an, dass ihr euch da auch so aufstellt sozusagen und da nicht die Einstiegshürde am oberen Ende festmacht, sondern eher mit einer, ich sag mal, trotzdem 90 kW ist ja auch eine Ansage vom Laden her, mit einer guten Ladeleistung startet, aber dann die Möglichkeit bietet, das auszubauen. Und da kann man davon ausgehen, dass da auch mehrere solche Ladestationen bei so einem Hub dann vorzufinden sind.

  29. Hermann Winkler:

    Richtig, richtig. Vielleicht am Anfang mal zwei, drei Stück und die dann eben erweiterbar sind und dann unter Umständen erst in Jahren notwendig ist, den Ladehub dann noch weiter mit zusätzlichen Ladestationen zu ergänzen, weil wie gesagt, die Möglichkeit hier gegeben ist, dann diese Ladestation, diese Chronic Modular mit der Leistung deutlich zu erhöhen.

  30. Sebastian:

    Für die Einordnung noch mal, ihr selbst werdet diese Hubs nicht betreiben, sondern ihr stellt in Anführungsstrichen nur die Hardware zur Verfügung und die Basis dafür, damit eben entsprechende Anbieter dann quasi dort die Charging-Hubs errichten können.

  31. Hermann Winkler:

    Genau, wir bieten hier die Hardware an. Wir können unseren Kunden auch die Software zum Betrieb bzw. die Lademanagement-Software auch für Abrechnung anbieten, wenn es gewünscht ist. Aber wir werden hier nicht als Ladestationsbetreiber in Deutschland auftreten.

  32. Sebastian:

    Ist ja auch vernünftig, wenn man seine Kernkompetenz in der Hardware beziehungsweise in der Software von solchen Wallboxen oder Ladestationen hat, dass man dort eben auch weiterbleibt und sich dort weiterentwickelt sozusagen, bevor man da auf zu vielen Hochzeiten tanzt und dann vielleicht die Kernkompetenz aus dem Fokus verliert.

  33. Hermann Winkler:

    Genau. Sollte sich jeder auf seine Stärkung konzentrieren. Ich bin überzeugt, dass EVBox hier einer der zukünftigen starken Ansprechpartner in in AC und in DC und auch für die Software innerhalb von Europa sein wird. Und da haben wir sehr, sehr gut zu tun und sollten den Betrieb von Ladestationen den belassen, die sich dafür gut aufgestellt haben, die regional und überregional hier Ladestationen aufstellen. Dann, glaube ich, haben wir gut zu tun und können uns auf unsere Stärken konzentrieren.

  34. Sebastian:

    Das klingt durchaus nachvollziehbar. Wie ist es denn, jetzt haben wir gesehen, okay, dieser Trend im urbanen Bereich, der kommt jetzt eher so aus dieser Schnellladerichtung, jetzt gehen wir vielleicht nochmal zum Heimladen zurück. Was für Trends beobachtet ihr in diesem Bereich und wie entwickelt ihr daraufhin vielleicht auch schon Produkte oder denkt dann in neue Richtungen sozusagen weg von der in Anführungsstrichen normalen AC-Ladebox?

  35. Hermann Winkler:

    Ja, also da sieht man wirklich eine Veränderung im Trend. In der Vergangenheit war es ganz, wenn ich nochmal ausruhen darf, ganz am Anfang war es vielleicht die normale Steckdose, wo man gesagt hat, da kann man dann auch laden. Dann ging es über zu Wallboxen, Ladesystemen, die nicht kommunikativ waren. oder nicht kommunikativ sind. Und jetzt geht es doch zu Wallboxen hin, die kommunikativ sind, die in einem Backend sind, die Schnittstellen haben, zu Energiemanagementsystemen, weil eben das Laden ein wichtiger Teil ist in dem Hausbereich. Also wenn man jetzt auch das Haus als Stromverbraucher sieht, und zukünftig vielleicht von der Ölheizung, von der Gasheizung weggeht auf andere Heizsysteme, dann ist trotzdem die Ladestation einer der größten Stromverbraucher im Haus. Und die möchte ich natürlich zusammen verbinden mit meinem Hausenergiemanagementsystem. Beispielsweise, um Strom, den ich an meiner Photovoltaikanlage erzeuge, dort verladen zu können. Oder eben, wenn Strom darüber hinaus noch im Batteriespeicher vorhanden ist, möchte ich das steuern können, damit ich meine Ladestation beeinflusse, zu welchem Zeitpunkt, in Anführungszeichen, welcher Strom verladen wird.

  36. Sebastian:

    Das ist also für euch ein Thema, dass ihr euch hin zu dieser schlauen, kommunikativen Ladestation dann auch hinentwickelt und die dann eben auch auf den Massenmarkt sozusagen bringt.

  37. Hermann Winkler:

    Ja, da kommen wir jetzt auch zu neuen Generationen, die wir in der nächsten Zeit herausbringen werden. Und da wird eben diese Schnittstellen zum Energiemanagementsystem eine immer größere Rolle zukommen.

  38. Sebastian:

    Und spielt bei dem Thema, wenn wir jetzt mal noch ferner in die Zukunft blicken, auch dann so bidirektionales Laden schon eine Rolle oder ist das dann schon, ich sage mal, die Nachfolgegeneration nach der kommenden Generation?

  39. Hermann Winkler:

    Die Software dafür werden wir mit anbieten in der nächsten Generation. Wobei dieses bidirektionelle Laden, muss man eben sehen, die Haupthürde, die wir hier in Deutschland, aber auch in Europa haben, sind noch die Gesetzgebungen dafür. Also sie werden ja quasi ihr eigenes Stromversorger.

  40. Sebastian:

    Genau, das ist auch so das Thema, was wir schon in anderen Gesprächen hatten, dass das weniger, ich sage mal, das Problem von Ihnen oder Ihren Marktbegleitern ist, da dementsprechende Software- oder Hardwarelösung anzubieten, sondern dass wir da einfach mit der Regulatorik, ich sage mal noch freundlich ausgedrückt, das ein oder andere Jahr hinterher sind.

  41. Hermann Winkler:

    Genau, da gibt es noch ein paar Kämpfe zu richten. Wie gesagt, bezüglich der Ladestation ist die Technik, die wird kurzfristig zur Verfügung stehen, auch bei uns. Natürlich müssen die Fahrzeuge das unterstützen. Das ist das eine. Das wird auch kommen. Der ein oder andere Fahrzeughersteller hat es ja schon auf dem Markt. Der ein oder andere hat es schon angekündigt. Aber wie Sie sagen, die Regulatorik, das ist nochmal eine ganz andere Thematik. Und da stehen natürlich dann schon auch Interessensvertreter gegenüber, die jetzt nicht unbedingt amused sind, wenn jeder sein eigener Energieerzeuger ist, wenn man so will.

  42. Sebastian:

    Klar, wird man beobachten müssen, wie sich das Ganze entwickelt. Vielleicht haben Sie zum Ende hin noch ein paar Tipps für Privatnutzer, die sich mit dem Thema Heimladen auch zum ersten Mal auseinandersetzen, worauf man dann vielleicht achten muss, was so die Knackpunkte sind für eine vernünftige Wallbox, was man halt mindestens sozusagen am Start haben sollte, wenn man dann das Glück hat, dass man daheim laden kann oder rein theoretisch und eben das praktisch umsetzen will, dass man da vielleicht noch so zwei, drei Tipps mit auf den Weg geben kann.

  43. Hermann Winkler:

    Ja, gerne. Also zum einen sollte derjenige, der sich damit befasst, ein Elektroauto in nächster Zeit anzuschaffen oder vielleicht es schon angeschafft hat, wirklich die Investition in eine Ladestation machen. Natürlich wird oft propagiert am Markt, auch von den Automobilherstellern, von den ein oder anderen, da reicht doch die Steckdose. Das ist aber nicht so. Eine Steckdose, eine Schoko-Steckdose ist nicht konzipiert, um über einen langen Zeitraum Strom zu laden. Wir reden hier von Leistungen auch im kleinen Bereich von über 3 kW und das über mehreren Stunden. Dafür ist eine Steckdose baulich nicht ausgelegt und auch noch von anderen Parametern abhängig, wie ist die Absicherung dahinter, wie ist der Kabelquerschnitt ohne Grund. Und dafür kann es dann auch mal ganz, ganz schnell zu Verschmorungen bis hin zu Bränden führen. Also die Steckdosis sollte wirklich als letzte Lösung genommen werden. Wenn jemand dann hoffentlich die Investition vornimmt, in eine Ladestation zu investieren, soll er auf jeden Fall meines Erachtens darauf achten, dass die Ladestation kommunikativ ist. ein Zähler, ein Stromzähler drin hat, um dann auch über Plattformen, Backendsystemen die Einsicht zu haben, wie viel Strom habe ich denn überhaupt geladen. Wenn Sie ein ganzes Jahr so ein Auto laden, dann überrascht Sie vielleicht am Jahresende auf einmal, dass der Das Anschreiben für einen Energieversorger und sie müssen doch ziemlich viel Strom nachzahlen. Und dann wäre es natürlich schon zu wissen, kommt jetzt das ausschließlich vom Fahrzeug oder ist vielleicht der ein oder andere Verbraucher auch noch im Haus, der dazu beiträgt. Zum Zweiten ist es auch ganz, ganz wichtig, hier mit sogenannten kommunikativen Warboxen die Möglichkeit haben, dass die Ladestation Firmware-Updates durchführt. Wir kennen das über Jahre von unseren Handys, da ist es ganz normal, dass eben dann vom Hersteller eine Info kommt, dass ein Software-Update zur Verfügung ist und man kann ganz leicht über die App die diese Firmware updaten und hat dann wieder die neuesten Firmware drauf, die auch dann wieder den neuesten Normen, den neuesten Fahrzeugen entsprechen und somit das Laden dann wieder über jegliche Form gewährleistet. Wenn ich das nicht habe und die Ladestation geht halt dann aus irgendwelchen Gründen nicht, dann muss ich leider hier einen Elektroinstallateur anrufen. Der muss dann bei mir vorbeikommen, schließt seinen Laptop an und macht dann manuell dieses Update. Und das kostet natürlich in der Regel sehr viel Geld für die Anfahrt, für das Update. Das kann man sich dann eben sparen.

  44. Sebastian:

    Das ist definitiv ein Tipp, den man mit auf den Weg geben kann. Hatte ich jetzt selbst nicht auf dem Schirm, aber erschließt sich ja so wie bei einem Handy, dass da die Apps irgendwann nicht mehr funktionieren, wenn das Betriebssystem nicht auf aktuellem Stand ist. Kann das natürlich auch bei einem Fahrzeug sein. Und idealerweise kauft man so eine Wallbox ja in Anführungsstrichen nur einmal und profitiert dann lange davon. Hat vielleicht aber auch, fängt mit einem E-Auto an, dann kommt im Laufe der Jahre vielleicht das zweite mit dazu oder man wechselt einfach das Fahrzeug. Da möchte man natürlich nicht jedes Mal die Wallbox mit wechseln.

  45. Hermann Winkler:

    Genau. Und wenn man eben dann die Ladestation, das kommt jetzt ein bisschen von Hersteller zu Hersteller drauf an, lässt sich natürlich aus der Ferne im Falle eines Falles, dass die Ladestation nicht geht, hier leicht eine Diagnose aufstellen, an was es denn liegen könnte, wenn sie online ist. als wenn ich hier eine Ladestation in der Garage habe, die halt nur in Anführungszeichen am Strom angeschlossen ist. Und ich weiß beim besten Willen nicht, warum die jetzt nicht geht. Das heißt, dann bin ich gezwungen, hier wieder einen Dienstleister zu kontaktieren, der bei mir vorbeifährt und gegebenenfalls eine Reparatur durchführt.

  46. Sebastian:

    Das heißt also lieber vorher ein paar Euro vielleicht mehr investieren, dafür dann aber auf lange Sicht Ruhe haben und keine zusätzlichen Kosten mehr sozusagen.

  47. Hermann Winkler:

    Genau. Und wir reden hier nicht von einem großen Unterschied. Also das ist im kleinen Bereich.

  48. Sebastian:

    Ja, das ist doch gut. Dann sage ich dafür vielen Dank, Herr Winkler, für diese Tipps aus der Praxis, die unsere Leser, Hörer, Hörerinnen dann auch ein Stück weit weiterbringen, denke ich mal. Und vielen Dank für das Update zum Thema EV-Box von Ihrer Seite aus.

  49. Hermann Winkler:

    Gerne, Herr Henssler, und vielen Dank für Ihre Zeit.

  50. Sebastian:

    Das war es also mal wieder, die aktuelle Folge des Elektroauto-News-Bundet-Podcast. Ich freue mich, dass du diese Woche wieder zugehört hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität in all seinen verschiedenen Facetten unterhalten haben. Von daher, vielen Dank fürs Zuhören und ich freue mich, wenn du nächste Woche wieder einschaltest bei einer neuen Folge des Elektroauto-News-Bundet-Podcast. Mach's gut, bis dahin, ciao.