Volvo im Gespräch: Wollen E-Autos einfach "einfach" machen für Fahrer

Im Gespräch mit Olaf H. Meidt und Michael Schweitzer von Volvo

Gegen Ende Januar bekam ich in Hamburg nicht nur die Möglichkeit den Volvo XC40 Recharge P8 AWD ein wenig kennenzulernen, sondern konnte mich über die E-Offensive von Volvo sowie deren E-SUV austauschen. Als Gesprächspartner standen mir hierbei Olaf H. Meidt und Michael Schweitzer – beide verantwortlich für Public Relations & Events bei Volvo - zur Verfügung.

In rund 35 Minuten haben wir einen Blick auf Volvo, deren Stärke beim PHEV-Absatz sowie kommende E-Auto-Pläne riskiert. Zudem war natürlich auch der XC40 Recharge P8 AWD Gesprächsthema. Am besten hörst du einfach mal selbst rein. Es lohnt sich. Versprochen!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen aus der Welt der E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich mir Olaf H. Meidt und Michael Schweitzer von Volvo mit ans Mikrofon geholt, um mich ein wenig über Volvo zu unterhalten, als aber auch insbesondere über deren E-Offensive, im Moment stark getrieben durch den Volvo XC40 Recharge P8 AWD. den ich vor gut zwei Wochen in Hamburg Probe fahren durfte, meine ersten Erfahrungen mit dem Stromer von Volvo gesammelt habe sozusagen, darüber auch schon bei uns im Portal berichtet habe, nun aber eben nochmal die Einblicke von Herr Meit und Schweitzer mit euch teilen möchte. Von daher keine langen Vorreden mehr und ab direkt ins Gespräch mit den beiden Herren von Volvo. Viel Spaß damit! Hallo Herr Maid, hallo Herr Schweitzer. Vielen Dank, dass wir uns heute die Zeit nehmen, ein wenig über Volvo und den XC40 Recharge zu unterhalten. Zu Beginn würde ich gerne erstmal allgemeiner einsteigen. Volvo hat im Oktober 2019 die Aussage getätigt, dass man weltweit 20% des eigenen Absatzes in 2020 als Plug-in-Hybride auf den Markt bringen will. Für Deutschland wurde der Wert dann im Januar 2020 noch ein wenig angepasst. Dann kam, wie wir alle wissen, Covid-19 und hat da gefühlt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Vielleicht können wir da einfach trotzdem mal einen Blick zurückfahren auf das vergangene Jahr, damit wir das ein wenig einordnen, wie ist quasi die Elektrifizierung bei Volvo vorangeschritten, hat man die Ziele erreicht und auf was für einem Weg ist man da?

  3. Michael Schweitzer:

    Also ich glaube, sinnvoll ist, wenn wir erst noch ein kleines Stück weiter zurückgehen. Wir haben uns ja sehr früh dazu geäußert, dass wir voll in Richtung Elektromobilität gehen und anstreben, so schnell wie möglich unsere Fahrzeugflotte zu elektrifizieren. Wir haben auch gesagt, dass auf dem Weg hin zu den vollelektrischen Modellen die Plug-in-Hybride ein Zwischenschritt sind und deshalb haben wir sehr früh angefangen, in die Konstruktion der neuen Architekturen für die großen Fahrzeuge ist das SPA, für die kleinen Fahrzeuge CMA, dass wir hier die Elektrifizierung mit eingeplant haben. Eine Hybrid-Elektrifizierung oder eine Vollelektrifizierung. Deshalb konnten wir den Ausbau der Modellpalette entsprechend gestalten und waren damit auch in der Lage, in jeder Baureihe mindestens einen Plug-in-Hybriden anzubieten. Und entscheidend war dann, dass wir in 2019, Sie hatten es angesprochen, dass wir dann deutlich für 20 erweitern wollten, dass wir in 2019 auch mit den beiden Batterieherstellern CATL aus China und LG Chem aus Korea milliardenschwere Lieferabkommen abgeschlossen haben für die nächsten zehn Jahre. die uns die Verfügbarkeit der Batterien gesichert hat. So konnten wir ab Produktion November 2019 voll beginnen, in allen Werken auch diese elektrifizierten Modelle zu bauen und dann entsprechend in 2020 einen Anteil in Deutschland von 32% Plug-in-Hybriden verkaufen.

  4. Sebastian:

    Ja, ist so eine Ansage. Also das Ziel für Deutschland dann doch nochmal deutlich übertroffen. Wie ist es denn weltweit gewesen? Hat man sich da auch so entwickelt, wie es geplant war oder auch ein bisschen besser?

  5. Michael Schweitzer:

    Ja, weltweit ist es so, dass wir die angestrebten 20 Prozent erreicht haben. In Deutschland waren es etwa 25. Wir sind dann über 32 Prozent dann ins Ziel gekommen.

  6. Sebastian:

    Okay. Definitiv eine Ansage. Jetzt haben wir den Blick zurückgewagt. Jetzt gilt es natürlich auch den Blick nach vorne zu werfen. Da sind die Ziele ja dann noch ein wenig ambitionierter geworden. Da habt ihr euch auch für 2021 entsprechend was vorgenommen. Können Sie dazu ein paar Worte verlieren?

  7. Michael Schweitzer:

    Ja, grundsätzlich ist es so, dass Volvo von 2014 bis 2019 eine unglaubliche Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Wir hatten einen auf sieben Jahre definierten Wachstumsplan definiert, der auch über sechs Jahre weitergeht. wunderbar funktioniert hat. Wir haben unsere Zulassungszahlen in Deutschland fast verdoppelt von 27.000 auf knapp 54.000 und 2020 sollte eigentlich dann das siebte Jahr sein. Dann kam Covid und die Auswirkungen auf den Automobilhandel Die Autohäuser waren geschlossen. Wir haben uns alle ein bisschen schwer getan. Trotzdem lief es ganz gut. Und wir haben jetzt für 2021 gesagt, wir blenden das Jahr 2020 so gut es geht aus und wollen dann 2021 zum siebten Wachstumsjahr machen. Das heißt, wir halten unseren Wachstumsplan ein. Und auf dem Weg sind wir. Und da spielt natürlich die Plug-in-Hybride und jetzt auch die vollelektrischen Modelle eine wichtige Rolle. Wir gehen davon aus, dass die Plug-in-Hybride Ende dieses Jahres dann einen Anteil von ungefähr 40% haben werden, Gesamtverkäufen in Deutschland. Und die vollelektrischen Modelle, was ja im Wesentlichen jetzt über viele Monate nur der XC40 Recharge sein wird, in etwa 5%.

  8. Sebastian:

    Okay, und gibt es auch eine Zielvorstellung dann global dafür oder beziehungsweise in Europa, wo man da hin will? Ist man da auch nah an den Zielen drin oder geht man dann eher in Richtung 30% für Plug-in-Hybride?

  9. Michael Schweitzer:

    Also wenn man Europa in der Gesamtbetrachtung nimmt, wird Europa immer ein paar Prozente. unterhalb der deutschen Zahlen liegen. Und weltweit geht es nochmal ein kleines Stück zurück. Das ist in etwa wie die Verhältnismäßigkeit 20 Prozent. Da gehen Hybride global, 32 in Deutschland. Wenn wir 40 machen, wird entsprechend die Welt und Europa folgen. Weil nicht alle Länder so elektrifiziert sind wie wir.

  10. Sebastian:

    Klar, und auch die Basis jetzt in puncto Ladeinfrastruktur beispielsweise schon bieten, wie es jetzt in Deutschland sich dann eben auch entwickelt hat. Genau. Wenn wir diese 5% da jetzt mal nehmen. Ihr habt letztes Jahr knapp unter 50.000 Fahrzeuge abgesetzt hier in Deutschland. Davon 5% elektrifiziert. Also ihr wollt ja auch wahrscheinlich den Absatz hier in 2021 ein wenig steigern. Wie gesagt, 2019 waren 53.000 Zulassungen und 2020 waren 60.000 angestrebt.

  11. Michael Schweitzer:

    Wir werden in 2021 die 60.000 nicht erreichen. Das ist angesichts des Lockdowns, den wir immer noch haben. Nicht möglich, wenn wir davon ausgehen, dass wir mehr als 53.000 zulassen wollen. Nehmen wir mal fiktiv jetzt 55.000, nehmen Sie dann 5%, dann sind wir bei 2.750 Autos in etwa. Es kommt dann im Herbst noch der neue Crossover auf Basis des XC40 hinzu. Das werden aber noch kleine Stückzahlen sein. Richtig vorwärts geht es dann ab 2022.

  12. Sebastian:

    Okay, dann vielen Dank dafür die Einordnung. XC40 Recharge, erstes Elektroauto. Das war ja auch mit Grund dafür, denke ich mal, im April 2020 die Recharge-Marke, Markenfamilie einzuführen bei Volvo. Damit grenzt man, wenn ich es richtig weiß, die Plug-in-Hybride und die reinen E-Autos von den Verbrennern ab. Können Sie dazu ein bisschen was erzählen, warum man diesen Weg gegangen ist, einen eigenen Markennamen dafür zu geben, warum man das so positioniert?

  13. Michael Schweitzer:

    Also ein eigener Markenname ist es ja nicht. Es ist eine Bezeichnung für die Autos, wo wir sagen, das sind die Modelle mit Kabel, also aufladbare Plug-in-Hybride oder aufladbare Elektrofahrzeuge. Und denen haben wir den Namen gegeben. Auch vor dem Hintergrund, dass wir als Ziele haben, Volvo bis zum Jahr 2040 als ein komplett klimaneutrales Unternehmen zu gestalten. Und auf dem Weg dorthin haben wir natürlich verschiedene Zwischenziele. Das heißt, Reduzierung der CO2-Emissionen des Produkts im Betrieb, Reduzierung der CO2-Emissionen der Produktion, Erhöhung des Recycling-Anteils am Produkt und so weiter. Die Zusatzbezeichnung Recharge für die Fahrzeuge mit Kabel wollen wir einfach untermauern, dass das Fahrzeuge sind, die besonders nachhaltige Mobilität sicherstellen und die anders sind. Auch vor dem Hintergrund, dass Volvo die grundsätzliche Entscheidung getroffen hat, keine speziellen Elektromodelle zu bauen, sondern bei uns ist es so, wir bieten eine Baureihe an und innerhalb dieser Baureihe kann der Kunde wählen zwischen einem Mild-Hybriden, einem Plug-in-Hybriden oder jetzt beginnend auch mit dem vollelektrischen. Und damit wir dann innerhalb dieser Baureihe diese aufladbaren Fahrzeuge mit Kabel nochmal besser hervorheben, haben die die Zusatzbezeichnung Recharge.

  14. Sebastian:

    Jetzt, bevor wir den Schwenk dann auf den XC40 Recharge starten, würde ich jetzt gerne nochmal bei dem Thema Vertrieb bleiben, was ja 2020 ein besonderes Thema war. Da habt ihr teilweise schon drauf reagiert, wollt auch in der nächsten Woche dann was ankündigen, beziehungsweise in der vorhergehenden Woche, wenn der Podcast online ist. Aber ihr habt zumindest schon Care by Volvo in 2020 gestartet, wenn ich es richtig weiß, oder war das schon früher? Und vielleicht können Sie dazu was sagen, was sich denn dahinter verbirgt. Ja.

  15. Michael Schweitzer:

    Wir haben mit der Weltpremiere der Baureihe XC40 im September 2017 bekannt gegeben, dass wir ein Abo-Modell anbieten werden. Das heißt Care by Volvo und bedeutet höchstmöglichen Komfort und Einfachheit für den Kunden, ein Fahrzeug zu nutzen, aber es nicht zu besitzen. Das heißt, der Kunde zahlt eine monatliche Abo-Rate und in dieser Abo-Rate ist alles bestätigt. Das Fahrzeug ist zugelassen, es ist versichert, es sind die Reifenwechsel dabei und so weiter. Als wir 2017 das bekannt gegeben haben, haben wir zunächst ein Jahr das als Pilotprojekt durchgeführt. Zunächst nur mit dem XC40, dann kam der V60 Kombi dazu und dann sind wir im Jahr 2019 auf ein breitflächig ausgebautes Angebot übergegangen, wo dann quasi alle Modelle mit enthalten waren und wo die Flexibilität noch sehr viel größer wurde. Das heißt, man kann heute sagen, Sie sitzen zu Hause auf dem Sofa mit ein paar wenigen Klicks, können Sie das Auto ordern, es wird eine Bonitätsprüfung vorgenommen und wenn das positiv ist, bekommen Sie innerhalb kürzer Zeit Ihr Fahrzeug. Sie können das 90 Tage halten und können es dann schon zurückgeben oder sie erhalten es länger. Sie haben dann die Möglichkeit, jederzeit wieder mit einem gewissen Vorlauf auszusteigen aus der Subskription oder sie können auch ein Fahrzeug wechseln. Nehmen wir mal an, eine junge Familie hat sich für ein XC40 entschieden. Nach zwei Jahren ist Nachwuchs da, die sagen, das Auto ist zu klein, steigen auf ein XC60 um, können sie mit einem geringen Vorlauf und gegen eine geringe Gebühr auf das größere Modell umsteigen. Das läuft jetzt ganz breitflächig und auch der XC40 Recharge ist schon enthalten in diesem Modell.

  16. Sebastian:

    Ja, hört sich interessant an und es wächst ja, wie wir gehört haben. Sie haben jetzt gesagt, nach drei Monaten, 90 Tage, hätte ich die Möglichkeit, das Fahrzeug zurückzugeben. Wird das dann auch so genutzt oder bleiben die Fahrzeuge dann auch länger im Besitz sozusagen der Fahrer?

  17. Michael Schweitzer:

    Also wir haben ja jetzt ein bisschen Erfahrung mit dem Abo-Modell. Wie gesagt, 2.900 Kunden sind letztes Jahr dazugekommen. Das waren 6% unseres Geschäfts in Deutschland. Wir sehen verschiedene Punkte, die für uns sehr gut sind. Erstens, Alle Kunden, die einen Care-by-Volvo-Vertrag unterschreiben, sind zu 90% Volvo-Neukunden. Das heißt, das sind Autofahrer, die noch nie ein Auto unserer Marke gefahren haben, die teilweise nicht mehr sich damit beschäftigt haben, die aber von diesem Abo-Modell sehr positiv begeistert sind und das abschließen. Das Zweite ist, dass über 50 Prozent der Kunden von deutschen Premium-Marken kommen. Und wir können das ja ganz gut abfragen. Und das ist natürlich auch gut. Das zeigt, dass Volvo als Premium-Marke wahrgenommen wird und so eingestuft wird. Und vielleicht fehlt bei dem einen oder anderen noch der letzte Mut zu sagen, ich gehe jetzt von einem deutschen Premium-Hersteller zu Volvo. dann nimmt er das Abo, macht quasi eine monatelange Probezeitung in dem Fahrzeug und kann dann entscheiden, er fährt es im Abo weiter oder kauft ein Fahrzeug von uns. Und der dritte Aspekt, auch das ist interessant, Wir haben in unserem normalen Geschäft rund zwei Drittel der Kunden als Gewerbekunden und ein gutes Drittel ist Privatkunden. Und bei Care by Volvo ist es genau umgekehrt. Da ist mit Abstand der größte Anteil Privatkunden und nur ein kleiner Anteil Gewerbekunden. Obwohl das für den Gewerbekunden genauso interessant ist. Aber der Gewerbekunde möchte wahrscheinlich aus aller Gewohnheit immer noch lieber das klassische Leasing-Modell haben und keine Antworten.

  18. Sebastian:

    Klar, das leuchtet ja auch ein, gerade diese Möglichkeit zu testen, einfach erstmal ohne große Verpflichtung, dass der jetzt mehrere 10.000 Euro in die Hand nimmt für ein Fahrzeug, sondern dann auch mal sagen kann, für einen überschaubaren Betrag, wenn ich jetzt auch nur diese drei Monate das nutzen würde, kann ich ein Fahrzeug kennenlernen und kann dann die Entscheidung treffen, okay, ich fasse weiter, ich kaufe mir vielleicht das Modell oder ich steige dann doch wieder um. Ist ja interessant, aber Sie hatten jetzt gestern erwähnt, dass die Fahrzeuge dann glaube ich auch bis zu 20 Monate tatsächlich im Besitz bleiben.

  19. Michael Schweitzer:

    Also wir jetzt in den ersten zwei Jahren, 1920, wo wir ein volles Jahr mit dem Gesamtangebot am Markt sind, sehen wir, dass in der Regel 20 Monate und länger die Autos gefahren werden. Und auch das, was man manchmal erwartet, dass vielleicht Kunden öfters hin und her springen zwischen zwei Modellen, ist wenig ausgeprägt. Also in der Regel ist es so, man entscheidet sich für ein Modell und fährt das durch. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass wir keine Cabriolets oder Coupés haben.

  20. Sebastian:

    Wenn wir vielleicht ein Cabriolet hätten, wird vielleicht der eine oder andere sagen, komm, im Sommer probieren wir mal ein Cabriolet.

  21. Michael Schweitzer:

    Aber das ist bei uns nicht der Fall. Wahrscheinlich ist deshalb auch diese Stabilität, ich bleibe bei dem Modell, gegeben.

  22. Sebastian:

    Dann wäre ja schon eher der Sprung, so wie Sie es gesagt hatten, oder eingeordnet hatten, von einem XC40 auf einen XC60, wenn sich die Familie vergrößert, wo man sagen kann, okay, da ist ja auch Ein erhöhter Platzbedarf sozusagen denkbar.

  23. Michael Schweitzer:

    Ja, vielleicht kann ich ja noch eins anfügen, was ja auch wichtig ist mit Blick auf die Elektromobilität. Viele Autofahrer stehen der Elektromobilität ja immer noch skeptisch gegenüber. Ich meine, wir kennen alle die Punkte, die dann angeführt werden, warum... man vielleicht kein Elektroauto fährt, mit Care by Volvo und der Möglichkeit, jetzt auch einen vollelektrischen Volvo, den XC40 Recharge zu abonnieren, können Sie sich auch an diese neue Technik Dass Sie sagen, Elektromobilität ist vielleicht schon interessant, aber es überwiegt noch das Negative. Aber wenn Sie jetzt so ein Abo machen können und wissen, dass Sie nach drei Monaten das Auto wieder zurückgeben können, haben Sie ein gutes Gefühl. Sie machen das Abo, Sie können drei Monate das ausprobieren, wie Sie fahren, wie Sie laden und so weiter. Und das können Sie natürlich, wenn Sie zum normalen Händler gehen, nicht. Der gibt Ihnen das Auto mal zwei Stunden oder, wenn Sie Glück haben, einen Tag oder übers Wochenende. Aber hier können Sie es über mehrere Monate testen und dann sind Sie hoffentlich überzeugt davon, dass auch ein vollelektrisches Modell ein gutes und vollwertiges Modell ist.

  24. Sebastian:

    Klar, ist natürlich auch nochmal ein Verkaufsargument für euch dann zu sagen, okay, wir können den Kunden gezielt ranführen, dann kann es in seinem Alltag auch testen, nicht nur begrenzt auf ein Wochenende sozusagen, wo man ja dann doch immer nur... einen bedingten Einblick sozusagen bekommt auf so ein Fahrzeug, ist das schon ein besseres Argument, dann zu sagen, okay, wir binden den Kunden an das Fahrzeug. In dem Zusammenhang, Kehr bei Volvo, gibt es jetzt gerade für den XC40 Recharge hinsichtlich Lieferzeiten, mit was muss man da rechnen?

  25. Michael Schweitzer:

    Also das Modelljahr 21, das Sie jetzt hier fahren konnten, ist von der Produktion her ausverkauft. Das heißt, wenn heute ein Kunde dieses Fahrzeug ordert, bekommt er schon eins aus dem Modelljahr 22. Da beginnt die Produktion im Mai, Juni. Das heißt, wenn jetzt ein Händler kein Modelljahr 21 Fahrzeug mehr hat und man muss bestellen, können Sie davon ausgehen, dass Sie drei bis vier Monate Lieferzeit haben. Im Idealfall. Das wird dann natürlich länger und bei Care by Volvo ist es ein bisschen länger, weil da wird es zwei Möglichkeiten geben. Einmal werden die Kollegen von Care by Volvo eine gewisse Anzahl von Fahrzeugen vorkonfigurieren. So wie man weiß, dass die Kundenbedürfnisse in etwa liegen. Diese Fahrzeuge werden gebaut, werden auf Lager vorgehalten, sodass wenn Sie ein Abo abschließen, können Sie das Auto sofort haben. Binnen einer Woche steht das Auto bei Ihnen auf dem Hof. Wenn Sie sagen, ich möchte das Auto zu 100% selbst nach meinen Vorstellungen konfiguriert haben, dann kann es durchaus auch sechs Monate dauern, bis das Fahrzeug fertig ist.

  26. Sebastian:

    Klar, weil es dann ja auch wieder Kunden individuell gefertigt wird.

  27. Michael Schweitzer:

    Aber in der Regel, wir streben an, dass man, ich sage mal, drei bis vier Monate sollte das Auto verfügbar sein, vielleicht ein bisschen länger.

  28. Sebastian:

    Klar, mit steigender Datenqualität bzw. Abos von den Care by Volvo kriegt ihr auch mehr Erfahrung und Daten und könnt es dann dementsprechend auch besser gezielter auf Lager stellen.

  29. Michael Schweitzer:

    Ja, und wir haben natürlich auch in unserem Werk in Gent, in Belgien, wo das Auto gebaut wird, Kapazitäten erweitert. Wir haben jetzt mal angefangen im Herbst letzten Jahres mit der Produktion. Die wird weiter hochgefahren. Wir haben sowohl in der Montage die Kapazitäten erweitert, als auch im vorletzten Jahr eine Batteriemontagehalle aufgebaut. Das heißt, Firmen wie CATL und NGCAM liefern die Zellen Nach Belgien fügen wir die zusammen zu Modulen und die Module wiederum zu Batterien. Und die Batterie geht direkt aus der Batteriemontagehalle ans Band und wird ins Auto gebaut. Da haben wir die Kapazitäten erweitert, sodass wir auch die Lieferzeiten verkürzen können in absehbarer Zeit.

  30. Sebastian:

    Kann man das schon einordnen? In den letzten drei Monaten, also Oktober 2020, ist es angelaufen. Bis Ende Januar hatten Sie, glaube ich, 11.000 Fahrzeuge, die vom Band gelaufen sind.

  31. Michael Schweitzer:

    Ja, wir haben ungefähr 11.000 Autos hingebaut.

  32. Sebastian:

    Aber wie viel ihr jetzt erhöht habt oder erhöht werdet, wurde noch nicht kommuniziert.

  33. Michael Schweitzer:

    Wir haben nur gesagt, dass wir selber würden.

  34. Sebastian:

    Dann würde ich jetzt gerne den Schwenk zum XC40 Recharge machen, wenn das für Sie passt. Vielen Dank für die Einblicke, Herr Maid. Gerne. Und jetzt wollen wir mit dem Herrn Schweitzer weiter, der Experte für den XC40 Recharge ist sozusagen. Wie gesagt, wir haben jetzt mitbekommen, seit Oktober 2020 wird er gefertigt in Ghent, läuft da vom Band. Die ersten Fahrzeuge oder ein Großteil der Fahrzeuge ist ja schon ausverkauft, eigentlich alle auf dem Modell der 2021. Vielleicht können Sie unsere Hörer... kurz abholen, warum er den XC40 als Startmodell für die Marke genommen hat, um diesen zu elektrifizieren, also voll zu elektrifizieren und was uns erwartet, wenn der vor uns steht, also technische Daten, Leistung, Reichweite, dass wir da einfach so einen Überblick mal darüber bekommen über das Fahrzeug.

  35. Olaf H. Meidt:

    Okay. Der XC40 ist das jüngste Modell in unserem Produktportfolio, ist das letzte Modell, was auf den Markt gekommen ist und basiert auf einer Plattform, die sich CMA nennt, die gemeinsam mit unserem Mutterkonzern Geely entwickelt wurde und die von Anfang an schon auf alle Arten von Elektrifizierung ausgelegt war. Das heißt, auf dieser Plattform kann ich sowohl eine Verbrennerarchitektur benutzen. Ich kann ein Plug-in, ein Malt-Hybrid benutzen oder auch einen vollelektrischen Antrieb realisieren. Und es gibt keine Unterschiede im Innenraum. Egal, was für ein Antriebskonzept verwirklicht wird, im Innenraum wird der Kunde im Grunde keinen großen Unterschied merken, was unter der Haube beziehungsweise welcher Antriebsstrang sich unter dem Auto verbirgt. Das war einer der Gründe, warum wir jetzt mit dem XC40 angefangen haben. Davon wird ja dann auch noch in Kürze ein Crossover-Modell abgeleitet und vorgestellt. Und so hat man dann direkt zwei reine Elektrofahrzeuge auf der kleinen Plattform.

  36. Sebastian:

    Die Unterschiede sind von außen zumindest marginal.

  37. Olaf H. Meidt:

    Es ist immer ein XC40. Das ist durchaus beabsichtigt. Der Olaf H. Meidt hat es ja eben gesagt. Das Ziel ist es, dass wir zu jedem Modell, zu jeder Produktlinie verschiedene Antriebskonzepte im Portfolio haben. Und der Kunde, der sich für einen vollelektrischen XC40 entscheidet, macht dies zu großen Teilen wahrscheinlich auch, weil es keinen Unterschied optisch gibt. Unterschiede sind, ich habe es schon gesagt, marginal ganz subtil an der Front gibt es einen anderen Kühlergrill. Das ist auch schon das einzige Unterscheidungsmerkmal was das Auto von außen erkennbar als Elektroauto macht. Alle XC40 haben zum Beispiel am Heck den Heckstoßfänger so verkleidet, dass man auch keine Auspuffrohre mehr sieht. Das heißt, selbst vom Heck würde man nicht mehr erkennen, welches Auto vor einem fährt.

  38. Sebastian:

    Okay, außer ich habe natürlich einen Blick aufs Nummernschild, da fällt es dann schon eher auf, ob wir jetzt ein Verbrenner-E-Auto oder Plug-in-Hybrid vor uns haben. Das ist richtig. Aber ist ja auch ein Argument zu sagen, okay, wir gehen nicht den Weg und stellen da ein außergewöhnliches Design auf die Beine sozusagen, sondern wir nehmen was, was schon funktioniert hat, was am Markt ankommt. Der XT40 war ja auch unter euren Top-3-Modellen in 2020 hinsichtlich der Verkäufe auf dem zweiten Rang, wenn ich es richtig weiß. Und es ist ja nur nachvollziehbar, dass man dann eben sagt, okay, den nehmen wir, elektrifiziert den mit einem Plug-in-Hybrid mit einem reinen E-Antrieb. Vielleicht können wir dann noch ein paar Daten, Fakten dazu haben. Was für eine Batterie hat er verbaut, Reichweite, Leistung? Und wie sieht er in puncto Leistung denn auch im Vergleich zu einem Verbrenner-Alternative aus? Also kann er da mithalten, übertrifft er den? Einfach, dass man da den Vergleich dann auch ein wenig hat.

  39. Olaf H. Meidt:

    Der vollelektrische XC40, so wie er jetzt im Modelljahr 2021 vorgestellt wurde, verfügt über eine relativ große Batterie mit 78 Kilowatt. Nominal sind 75 nutzbar davon. Der Verbrauch liegt zwischen 23,8 und 25 Kilowattstunden laut WLTP und das resultiert in einer Reichweite von... Kombiniert WLTP maximal 418 Kilometern und wenn man viel im innerstädtischen Bereich unterwegs ist, viele Bremsvorgänge hat, einen hohen Grad an Rekuperation erreicht, dann sind sogar Reichweiten bis knapp 540 Kilometern drin. Die Leistung... Zwei Elektromotoren. Jeder Elektromotor leistet 150 kW. Umgerechnet im PS sind es dann zweimal 204, insgesamt 408 PS. Das Drehmoment ist mit 660 Newtonmetern aus beiden Motoren recht üppig. Damit schafft es dann der vollelektrische XC40 in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 zu beschleunigen, was gar kein schlechter Wert ist für ein Auto, was knapp 2,2 Tonnen Leergewicht hat. Beeindruckender sind dann aber tatsächlich aus meiner persönlichen Sicht die Fahrleistungen, die man so auf der Straße hat. Die Beschleunigung, die Elastizität von 60 auf 100, 80 auf 120, so diese typischen Überholvorgänge, gehen relativ leicht von der Hand. Man könnte fast sagen, auch ein Sicherheitsgewinn, wenn die Distanzen, die man braucht, um vielleicht einen LKW oder einen Traktor zu überholen, deutlich schrumpfen im Vergleich zu Modellen mit einem Verbrennungsmotor. Und da sind wir dann auch schon direkt bei dem Vergleich rein leistungsmäßig betroffen. steht der XT40 als vollelektrisches Modell im Grunde über allen anderen Modellen, wenn es rein auf die Leistung bezogen ist.

  40. Sebastian:

    Ja, also allein, ich war jetzt auch mit dem XT40 heute Vormittag schon unterwegs hier in Hamburg, hauptsächlich Stadtverkehr, habe das auch spüren können, auch mit der Reichweite hatte ich vorhin schon Herrn Meit gesagt, dass ich unter den Vorgaben, sage ich mal, laut WLTP schon lag und ich bin jetzt gar nicht so vorsichtig, sage ich mal, mit dem Strompedal umgegangen. Also von daher kann ich mir schon vorstellen, dass das dann auch tatsächlich erreichbar ist, so wie Sie gesagt haben. Und das Auto macht auch in der Stadt dann eben, wenn man mal kurz ausscheren muss, vorbeiziehen, macht es wirklich Freude und kann mir das auch gut dann eben auf der Landstraße oder Autobahn vorstellen. Rekuperation hatten Sie jetzt gerade im Bezug mit dem Stadtverkehr dann eben auch erwähnt. Da unterscheidet sich ja der Ansatz von Volvo, zumindest beim XC40, doch deutlich auch von anderen Herstellern, die ja dann immer mit Paddles auffahren, unterschiedlichen Rekuperationsstufen. Volvo hat sich für eine Rekuperationsstufe, ein Fahrmodi entschieden. Also ich kann nicht zwischen Sport, Eco, normal, was es noch alles gibt, Eco Plus wechseln, sondern der Fahrer fährt mit einer Rekuperationsstufe einen Fahrmodi. Vielleicht können Sie das ein wenig einordnen, was die Überlegung dazu war.

  41. Olaf H. Meidt:

    Genau, die grundlegende Überlegung beim XC40, nicht nur was das Rekuperieren, sondern auch was das neue HMI-System angeht, war halt... es dem Nutzer, dem Kunden im Auto am Ende so einfach wie möglich zu machen. Es ist für viele dann doch ein neues Antriebskonzept. Viele Kunden werden vermutlich dann auch das erste Mal in einem E-Fahrzeug Platz nehmen und das Ziel dahinter war, es den Kunden einfach nicht zu überfordern in dem Auto. Viele Kunden werden vermutlich nie den Grad der Rekuperation ändern oder nicht genau wissen, warum man jetzt mal mehr, mal weniger rekuperieren sollte. Und da war der Ansatz von Volvo einfach zu sagen, unter dem Stichwort Brake Blending, dass es ein One-Pedal-Drive-Fahrgefühl gibt und je nachdem... in welcher Situation ist, soll der Kunde auch immer das gleiche Bremsgefühl haben. Viele andere Elektroautos lösen das anders über verstellbare Rekuperationsstufen oder auch, dass der Grad der Rekuperation stark abhängig ist vom Batteriefüllstand. Und über dieses Brake Blending schaffen wir es, dem Kunden jedes Mal das gleiche Bremsgefühl zu geben. Und es ist völlig egal, ob die Batterie jetzt bei 100% vollgeladen ist oder fast leer ist oder irgendwo dazwischen ist, wenn der Kunde vom Gaspedal geht, wird er immer den gleich starken Bremsdruck oder das gleich starke Bremsgefühl haben. Und die Software im Auto regelt dann im Grunde für den Kunden den Rest und entscheidet dann situativ, wie hoch der Anteil ein rekurrierender Bremskraft oder ein mechanischer Bremskraft ist. Also das macht es für den Kunden wirklich einfach in der Benutzung. Und es gibt einen Knopf im Auto, da kann man das One-Pedal-Drive an- oder ausschalten. Das war's.

  42. Sebastian:

    Das habe ich gesehen im Menü. Das heißt aber kurz zur Einordnung noch, wenn der Akku zu 100% voll ist, dann rekuperiert er natürlich nicht die Energie in die Batterie wieder rein, sondern dann wird halt im Hintergrund die mechanische Bremse genutzt. Wenn der Akku dann leerer ist und man kann auch wieder Energie zurückführen, geht er dann auf die Rekuperation der Energie sozusagen.

  43. Olaf H. Meidt:

    Bei voller Bremse. Bei voller Batterie wird vollmechanisch gebremst. Und je nach Batteriefüllstand entscheidet das System dann selbstständig, wie hoch der Anteil der rekuperierenden Bremse ist. Man hat im Tacho auf der rechten Seite die Anzeige, wie viel Energie man aus der Batterie beim Beschleunigen entnimmt und beim Rekuperieren wieder zurückführt. Und das wird dann hier in zwei Farben aufgelöst. Rekuperierend ist ein blauer Balken und mechanischer Bremsen ist ein roter Balken. Und dann sieht man immer ganz gut als Fahrer, wie hoch der Anteil zwischen den beiden Bremsarten ist. Also das nochmal so als kleine optische Hinweis im Tacho dann auch eingeblendet.

  44. Sebastian:

    Okay, also es zielt ja auch alles darauf hin ab, ihr vereinfacht die ganze Geschichte jetzt gerade für E-Mobilitätseinsteiger dann, dass sie sich gar nicht so viele Gedanken über so Themen, die jetzt beispielsweise Rekuperation machen sollen. Eine Veränderung hat ja auch Einzug gehalten bei euch. Sie haben vorhin gesagt, es gibt An sich keine Unterschiede im Innenraum des XC40, das bezieht sich aber eher auf den Platz, sage ich mal, weil gerade softwaretechnisch habt ihr ja dann doch eine andere Geschichte beim XC40 Recharge am Start mit Google, mit dem System, was da eben verbaut ist. Vielleicht können Sie dazu ein paar Worte sagen, was man da gewählt hat oder was es da mit Google und Volvo auf sich hat.

  45. Olaf H. Meidt:

    Genau, also richtig, im Innenraum gibt es platzmäßig, was die Platzverhältnisse angeht, keinen Unterschied. Der größte Unterschied, den es zumindest jetzt am Anfang gibt, ist die Einführung des Android Automotive Systems für den elektrischen XC40. Das ist ein komplett neues Bediensystem, basiert auf dem Google Betriebssystem. Und im Zuge der Einführung haben sich die Ingenieure in Schweden und bei uns im Headquarter das aktuelle System nochmal angeschaut, was in den anderen Modellen verfügbar ist und mal analysiert, wie viel stellen die Kunden eigentlich tatsächlich in so einem Auto? Was machen die Kunden? Wie hoch ist der Wunsch oder am Ende die tatsächliche Nutzung von Einstellungsmöglichkeiten? Gibt es Kunden, die wirklich das Ansprechverhalten des Fernlichtassistenten immer hin und her wechseln oder situativ dann ändern? Reaktionseinstellungen für Sicherheitssysteme, ob die eher früher oder später greifen sollen. Ambiente-Licht wird umgestellt von lila auf gelb oder was auch immer. Und im Zuge dieser Analyse hat man festgestellt, dass viele Punkte in so einem Auto einfach gar nicht vom Endkunden genutzt werden. Und mit der Einführung des Android Automotive hat man sich dann dazu entschieden, viele dieser für Volvo-Fahrer vielleicht früher bekannten Einstellungsmöglichkeiten einfach wegzulassen. Man hat gesagt, der Kunde nutzt sie nicht, es verwirrt den Kunden oder er weiß vielleicht auch gar nichts damit anzufangen, weil er nicht so tief in der Materie drin ist, um zu wissen, wann ist es besser oder schlechter, den Fernlichtassistenten früher oder später aktivieren zu lassen. Und von daher wird es für einen Gewohnten Volvo-Kunden vielleicht eine kurze Umstellung sein auf das neue System. Für einen, der das erste Mal in einem Volvo Platz nimmt. wird es so einfach zu bedienen sein wie noch nie. Dazu kommt natürlich, dass wir mit dem Google Assistant die beste Spracherkennungssoftware in einem Auto haben. Google Maps ist das Kartenmaterial. Und alles ist so mit dem Auto verzahnt, dass man sogar den Google Assistant fragen kann während der Fahrt. Hey Google, wie ist meine Restreichweite? Und man bekommt tatsächlich die richtige Antwort, wie weit man mit dem jetzigen Batterieladezustand denn noch kommt.

  46. Sebastian:

    Ja, ist ja auch die passende Frage. Hey Google, wie ist die Rechtsreichweite? Weil da hat ja Volvo sich auch was überlegt. Ihr zeigt hier an sich gar nicht an, also das sehe ich, kann jetzt noch 380 Kilometer mitfahren und noch 200, sondern ihr zeigt lediglich den Akku-Ladestand in Prozent an, weil ich es richtig gut bekommen habe. Warum hat man diesen Weg gewählt? Hat es was mit Reichweitenangst auf sich? Und gibt es irgendwann den Punkt, wo sie doch angezeigt wird? Weil ich sage, gerade mal, wenn der Akkustand sinkt und wir nähern uns dann langsam den 0 Prozent, dann wird es ja vielleicht doch kritisch. Ja, wie waren die Überlegungen hierzu?

  47. Olaf H. Meidt:

    Im Grunde ist es auch wieder der Punkt, dass man sagt, man möchte irgendwas vereinfachen. Man möchte den Kunden ein bisschen die Reichweitenangst nehmen, vor allem weil bei einem Elektroauto die Reichweite im Grunde noch weniger Aussagekraft hat als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Die Reichweite wird ermittelt auf den... letzten zurückgelegten Fahrzyklen und als Beispiel angenommen, ich fahre in Berlin auf die Autobahn, möchte nach Hamburg, das Auto zeigt mir an, 350 Kilometer Restreichweite, ich fahre auf die Autobahn, gebe mehr Gas als bei meinen letzten Zyklen, dann sind auch die 350 Kilometer tatsächlich kein wirklicher Wert auf den Verlass. Und um das zu unterbinden, hat man halt gesagt, man gibt nur den Batterieladezustand an, in Prozent, das ist eine Größenordnung, mit der kann jeder etwas anfangen. Und erst unter 20 Prozent wird dann die Restreichweite eingeblendet. Als zusätzliche Information hier kommt dann allerdings aber noch, dass Google so weit mit dem Auto verzahnt ist, dass wenn ich eine Reise oder eine Route plane und ich mein Ziel im Navigationssystem in Google eingebe, mir das System automatisch schon erzählt, mit wie viel Prozent Restkapazität ich am Ziel ankomme. Und wenn das nicht von der Entfernung nicht hinhaut, werden mir automatisch unterwegs die entsprechenden Ladeplätze angezeigt und das sogar in Echtzeit. Das heißt, ich habe meine Route geplant mit einem Ladepunkt und wenn ich auf der Autobahn dann entsprechend schneller oder langsamer fahre und meine Reichweite dadurch eben entsprechend steigt oder sinkt, passt auch Google automatisch dann die Ladepunkte an diese neue Situation an. Also auch da wieder eine komplette Vereinfachung im Nutzen mit dem Elektroauto.

  48. Sebastian:

    Ja, überzeugt auf jeden Fall. Wenn wir bei dem Thema Vereinfachung bleiben und auch Thema Software, habt ihr jetzt auch mit dem XC40 Recharge dann die Over-the-Air-Updates eingeführt. Sprich, der Kunde muss an sich nicht mehr für jedes Update, was vielleicht notwendig ist, in die Werkstatt kommen, sondern es wird dann eben über die Luft sozusagen eingespielt. Was verspricht man sich davon? Warum ist man den Schritt gegangen?

  49. Olaf H. Meidt:

    Auch das... mag ich mich gerne wiederholen, das dient auch wieder der Einfachheit der Nutzung mit dem Fahrzeug. Der Kunde muss, Sie haben es gerade richtig gesagt, nicht immer in die Werkstatt. Alles kann, obwohl sie eher geupdatet werden, was nicht Hardware betrifft oder zertifizierungsrelevant ist. Das heißt, nicht nur Kartenmaterial, auch Software für das Batteriemanagement, für Elektromotoren, die dann vielleicht ein bisschen effizienter dadurch werden. Sicherheitsfeatures, die durch neue Funktionen oder durch geänderte Parameter dann vielleicht sogar in Zukunft besser werden, können somit geupdatet werden. Und Stichwort Sicherheitssysteme. Der XT40 als vollelektrisches Modell ist auch das erste Modell, was über eine neue... Sensorplattform verfügt im Vergleich zu den aktuell auf dem Markt befindlichen Fahrzeugen verfügt dieses Modell schon über die neueste Generation an Ultraschallkamera und Radarsensoren, die auch mehr können, als das Auto eigentlich über die Software im Moment bereit ist zu liefern. Das heißt, auch das ist zukunftsfähig und auch das kann, wenn in einem der nächsten Entwicklungsschritte die Sicherheitssysteme mehr können, wird auch das hier automatisch geupdatet und dann ist der XC40 dann auf dem gleichen Stand wie vielleicht zukünftige Modelle auch.

  50. Sebastian:

    Das ist ja auch nochmal ein Argument, sich dann dafür zu entscheiden, zu sagen, okay, das Auto ist dann nicht schon alt, wenn wir vom Hof fahren beim Händler, sondern es lebt dann weiter quasi. Der Herr Meit hatte vorhin erwähnt, dass Volvo sich vorgenommen hat, bis 2040 ein klimaneutrales Unternehmen zu werden. Im Rahmen dessen oder auch wahrscheinlich im Hinblick daraufhin habt ihr für den XT40 eine Ökobilanz erstellt. wo der eingeordnet wurde. Da müssen wir jetzt nicht in die Tiefe gehen. Ich habe gestern mitbekommen, 20 Seiten, und das wird wahrscheinlich schon die Kurzfassung davon sein, die kommuniziert wurde. Aber vielleicht können Sie einfach für unsere Hörer das E-Auto und wenig einordnen, weil so ein typisches Vorteil, was man ja auch immer wieder zu hören bekommt, ist, ja, das ist doch wesentlich schädlicher für die Umwelt und bringt nur Probleme mit sich und ein E-Auto ist gar nicht so grün, wie es dargestellt wird. Aber ihr habt ja mit eurer eigenen Ökobilanz da aufgezeigt, dass es eben nicht der Fall ist, dass ein E-Auto schon grün ist, selbst wenn es jetzt nicht nur mit regenerativer oder mit grüner Energie fährt. Vielleicht haben Sie da ein paar Worte dazu, Herr Schweitzer.

  51. Olaf H. Meidt:

    Sehr gerne. Also das ist natürlich ein Argument, was richtig ist und was in der Tat immer mal wieder aufkommt in den Diskussionen. Die Produktion eines reinen oder eines vollelektrischen Fahrzeugs im Vergleich zu einem Pendant mit Verbrennungsmotor verschlingt mehr CO2. In der Produktion der Karosserie, des Fahrzeugs an sich. Wird mehr Aluminium verbaut, was im Vergleich zu Stahl eben mehr CO2 verursacht. Die Batterie kommt on top, die verursacht natürlich auch in gewisser Weise mehr CO2. Aber je nachdem, was man für einen Energiemix zugrunde legt. ist am Ende das E-Auto immer grüner sozusagen. Im schlechtst anzunehmendsten Energiemix, einem globalen Energiemix, wo sämtliche Braun- und Steinkohlekraftwerke auch mit hinzugezogen werden, ist der vollelektrische XC40 am Ende nach angenommenen acht Jahren und 160.000 Kilometern Laufleistung immerhin noch 4 Tonnen besser, was die CO2-Emissionen angeht. Und im bestmöglichen Fall, wenn es tatsächlich nur aus rein regenerativen Energiequellen kommt, dann ist der Break-Even-Point bei tatsächlich schon 47.000 Kilometern. Und anstatt 58 Tonnen CO2 die der XC40 mit einem Verbrennungsmotor über seinen Lebenszyklus verursacht, liegt hier dann die Menge bei 27 Tonnen. Was dann aber schon eine deutliche Reduktion ist im Vergleich zum Verbrenner.

  52. Sebastian:

    Definitiv. Das kann man dann nicht mehr wegdiskutieren. Zum Abschluss dann. Wir hatten vorhin den Ausblick auf eure Ziele für 2021 in Bezug auf das Unternehmen. Jetzt würde uns natürlich noch interessieren, was 2021 geplant wird mit Modellen. Den Crossover hatten Sie schon angesprochen. Der kommen wird vom XC40. Wird der dieses Jahr nur vorgestellt? Kommt er schon auf die Straße? Und gibt es schon einen Ausblick darauf? Ich meine, da gehen wir jetzt wahrscheinlich nicht modellspezifisch ein, aber was so in den kommenden Jahren angedacht ist. Kommen da jetzt noch drei, vier Modelle bis 2025? Kommt nur noch ein weiteres? Gibt es da einen Ausblick, was kommuniziert Volvo da aktuell schon?

  53. Olaf H. Meidt:

    Bleiben wir erstmal beim XC40. Der XC40 fängt jetzt im Grunde als Vollelektros Modell an. ganz oben an und wird dann top-down in den nächsten Modellzyklen auch noch eine Variante nur mit Frontmotor bekommen, die dann entsprechend schwächer motorisiert ist. Es werden verschieden große Batterietypen noch angeboten werden. Das ist also so mal der kurz- und mittelfristige Ausblick beim XC40. Das davon abgeleitete Crossover-Modell wird Anfang März vorgestellt und kommt noch dieses Jahr tatsächlich auch in den Handel. Also wir sprechen dann von dem zweiten Halbjahr und eher dem Ende vom zweiten Halbjahr Richtung Oktober, November. So der Zeitraum, an dem das Fahrzeug tatsächlich dann auch im Straßenbild erscheinen sollte. Und als Ausblick und Teil unserer Strategie auf dem Weg, ein klimaneutrales Unternehmen zu werden, ist auch die Aussage bzw. wird es auch so kommen, dass wir bis zum Jahr 2025 fünf freien elektrische Fahrzeuge auf den Markt bringen werden. Der XC40 war das erste Modell, das ist letztes Jahr vorgestellt worden. Der davon abgeleitete Crossover kommt dieses Jahr und dann sind es noch drei Jahre und drei Modelle bis zum Jahr 2025.

  54. Sebastian:

    Okay, dann vielen Dank für den Ausblick auch. Vielen Dank für Ihre Zeit und die Einblicke, Herr Schweitzer. Und dann sind wir mal gespannt, was Volvo noch so macht in den nächsten Jahren.

  55. Olaf H. Meidt:

    Sehr schön.

  56. Sebastian:

    Das waren also die exklusiven Einblicke hinter die Kulissen von Volvos E-Offensive. Zeitraum von Aufnahme bis hin zur Veröffentlichung der aktuellen Podcast-Folge hat sich bei Volvo noch mal einiges getan. Man hat unter anderem ein weiteres Recharge-Modell entwickelt, den XC40 Crossover vorgestellt, sowie noch den einen oder anderen Ausblick mit auf den Weg gegeben. Die durften damals beim Interview noch nicht kommuniziert werden, deswegen konnten wir es leider nicht im Gespräch unterbringen. Nichtsdestotrotz findest du ja bei uns im Portal entsprechende Informationen über Volvos weiteren Werdegang. Dir vielen Dank fürs Zuhören, freue mich, wenn du auch nächste Woche wieder bei unserem Podcast einschaltest. Und wenn du magst, kannst du auch gerne eine positive Bewertung bei iTunes für uns hinterlassen. Vielen Dank, mach's gut, bis dahin, ciao.