Einblicke eines Mittlers zwischen Verbrenner und Elektroauto

Im Gespräch mit Derek Finke, Autohaus-Berater

Der selbständige Autohaus Berater Derek Finke versteht sich Autohäuser und Autohäuser-Ketten unter anderem bei der Digitalisierung und dem Umstieg auf die E-Mobilität auf die Sprünge zu helfen. In dieser Folge des Elektroauto-News.net Podcast gibt er Einblicke darauf, warum es nicht reicht, dass sich Autohäuser nur auf einen anderen Antrieb einstellen, sondern lernen müssen die richtigen Fragen zu stellen. Und mehr wie ein Mobilitätsdienstleister zu denken, als wie ein klassischer Verkäufer.

Positiv ist die Tatsache, dass Derek die Diskussionen ob E-Mobilität oder nicht, nicht mehr führen muss. Wobei es immer noch Differenzen zwischen Angebot und Nachfrage gebe. Hier findet laut ihm eher eine Evolution (sich entwickelnder Wandel) statt einer Revolution (sofortiger Umstieg) statt. Kunden müssen abgeholt und verstanden werden. Sowie die Tatsache, dass nicht mehr nur noch die Rede vom Antrieb ist der sich wandelt, sondern dem ganzen System.

So führt Derek aus, dass sich beispielsweise ein ehemaliges VW Autohaus zum Premium-E-Bike-Shop entwickelt hat und einzelne Niederlassungen den Wandel hin zu E-Mobilität-Center vollzogen haben. Stets begründet durch die Bedürfnisse des Marktes. Denn statt klassischem Autohaus wird die Entwicklung hin zum modernen Mobilitätsdienstleister gehen. Wo das (E-)Auto zwar noch im Fokus stehe, aber nicht nur. Aber ganz ehrlich, dass soll dir Derek am besten selbst erläutern.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektronischen News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Derek Finke zu Gast, seines Zeichens freier, selbstständiger Berater für Automobilhäuser, die ja auf dem Wandel vom Klassenautomobilhaus zum Mobilitätsdienstleister begleitet. In der aktuellen Folge lässt er uns ein wenig abstrakt hinter die Kulissen blicken. Also wir gehen nicht direkt auf einzelne Beispiele ein, sondern versuchen einfach das Feld zu begreifen, in dem aktuell der Wandel stattfindet. In der kommenden Folge, die wir definitiv noch aufnehmen werden, werden wir uns dann auch an einem konkreten Beispiel damit beschäftigen, wie so ein Wandel vom Klassenautomobilhaus zum Mobilitätsdienstleister oder zumindest zum Spezialisten für E-Mobilität stattfinden kann. Genug der Vorworte, direkt rein in die Folge. Viel Spaß damit. Servus Derek, vielen Dank, dass du dir heute Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über das Thema E-Mobilität natürlich unterhalten und über deine Arbeit im Zusammenspiel mit Automobilhäusern, die du ja auf die E-Mobilität vorbereitest oder den Weg ebnest, damit die dort den einen oder anderen Schritt in die Zukunft gehen können. Bevor wir da allerdings ins Thema einsteigen, stell dich doch einfach mal kurz selbst unseren Hörer, Hörerin vor.

  3. Derek Finke:

    Ja, hallo Sebastian. Erstmal vielen Dank, dass das klappt hier, dass man sich über den Weg hier zusammenschalten kann und sich austauschen kann. Ich meine, ich mache das ja auch regelmäßig. Ich bin unter anderem auch Podcaster, wobei das kein Beruf ist für mich, sondern ein Hobby ist es eigentlich auch nicht. So eine Mischung aus Hobby und Marketing. Warum? Ich bin selbstständiger Berater. Ich bin in der Automobilbranche seit Mitte der 80er Jahre und berate seit jetzt wieder einem Jahr ungefähr Autohäuser. Ich habe das früher schon mal gemacht. Bin zwischendurch auch mal jetzt die letzten vier Jahre bei einem großen Autohändler gewesen, also als Angestellter wieder gewesen. Bin also da zwischen den Welten immer wieder unterwegs und meine Themen sind eher so Marketing, Digitalisierung von Kundenschnittstellen. Und da geht es also unter anderem auch um das Thema E-Mobilität, denn wenn wir über Marketing reden, reden wir ganz schnell auch über Geschäftsmodelle und über Strategien. Und das Thema E-Mobilität ist ja nun mal eines, was die Branche bewegt, bewegen muss auch zwangsläufig. Und ja, somit habe ich da zwangsläufig auch berufsseitig immer wieder Berührungspunkte, die mich dann auch immer wieder darauf bringen, darüber nachzudenken, was braucht es eigentlich noch, wo kann man eigentlich noch ansetzen und in welche Richtung könnte das ein oder andere Autohaus sich da vielleicht auch bewegen.

  4. Sebastian:

    Das heißt dann, kurz gesagt, du hast gesagt, seit einem Jahr bist du wieder selbstständig aktiv als Berater für die Automobilbranche oder in der Automobilbranche. Und E-Mobilität ist in Anführungsstrichen dann nur so ein Beiprodukt, aber eins, das natürlich immer mehr an Bedeutung gewinnt sozusagen und weswegen du dich damit auch auseinandersetzen musst, beziehungsweise deine Kunden sich damit natürlich auch immer mehr beschäftigen.

  5. Derek Finke:

    Ja, also ich würde es jetzt wirklich nicht Beiprodukt nennen, weil es wird ja immer wichtiger. Und vielleicht so vor zwei, drei, vier Jahren, da hätte man noch tatsächlich sagen können Beiprodukt, weil das war mehr oder weniger der Einstieg. Relativ wenige Hersteller hatten überhaupt Fahrzeuge im Angebot. Und ich sage mal auch, was das Thema ist. Beratung in Richtung, also jetzt nicht meine Beratung, sondern Autohausberatung in Richtung Kunde betraf. Ich glaube, da war das bei weitem noch nicht auf dem Level, wie wir das heute haben. Und von daher, damals hätte ich das auch gesagt, könnte noch Beiprodukt gewesen sein. Aber inzwischen, glaube ich, ist das schon ein wesentliches Thema, denn es wird ja strategisch immer relevanter. Wir hatten ja ganz kurz im Vorgespräch schon mal so eine Zahl gestriffen, die politisch ja durch die Gegend wandert. Das sind die 15 Millionen geplanten neuen E-Fahrzeuge, die auf Deutschlands Straßen rollen sollen bis zum Jahr 2030. Und wenn wir uns überlegen, wir haben jetzt 2022, aber aufgrund von Chipkrise, Krieg und Tralala fällt ja vieles aus. Also ich würde sagen, dieses Jahr kannst du mehr oder weniger, was Zulassungszahlen betrifft, auch irgendwie vergessen. Da wird nicht allzu viel passieren, zumindestens wird es nicht den großen Beitrag leisten, wollen wir mal so sagen. Ich glaube eher, wenn überhaupt reden wir ab 2023, das sind dann volle 8 Jahre, wenn man die alle zusammenzählt. Und wenn man jetzt mal 15 Millionen durch 8 teilt, dann kommen wir auf 1,67 irgendwie was Millionen, ich will jetzt kein Mathematiker sein. Aber das hieße ja, wenn man sich überlegt, wir haben einen gesamten Neuwagenmarkt pro Jahr von drei Millionen Autos in Deutschland, dass mehr als die Hälfte, weit mehr als die Hälfte, tatsächlich dann ab kommendem Jahr, wenn man jetzt mal eine lineare Entwicklung jetzt mal annehmen würde, ja im Prinzip durchschnittlich tatsächlich in den Markt müssten. Und das ganz ehrlich halte ich für absolut unrealistisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ab nächstem Jahr so viele Autos auf die Straßen kommen, also E-Fahrzeuge. Einerseits, weil ich glaube, die Branche noch gar nicht so weit ist, was die Herstellungs- und Lieferkapazitäten betrifft. Auch was die Angebotspaletten betrifft, die sind noch gar nicht so zahlreich, dass wirklich so viele Autos auch auf die Straßen kommen können. Und zum anderen aber glaube ich auch, was den Handel betrifft, dass er noch gar nicht so weit ist, in der Menge zumindest das leisten kann. Und ich bin aber auch der Meinung, dass auch der, weil ich meine Anbieterseite ist immer das eine, aber wir reden ja auch von der Nachfrageseite, dass auch der Markt an sich, also die Kunden, wenn man so möchte, noch gar nicht so weit sind, wenn man sich so ein Gefühl dafür entwickelt. Ich meine, ich bin jetzt, ich bin in dem Sinne kein Statistiker, aber wenn ich mal so in den Markt reinhorche, also wenn man sich mit Verkäufern in Autohäusern unterhält, selbst mit denen, die der E-Mobilität also sehr wohlgesonnen sind, Und auch mal aufmerksam News, Statistiken, Marktforschung und so weiter so beobachtet. Also dann glaube ich, dann ist da noch ein Stück des Weges zu gehen. Also ich glaube, viele Kunden sind noch nicht so weit zu sagen, genau mein nächstes Auto soll ein E-Auto sein, sondern viele sagen, ja, ich habe es auf dem Schirm, sagen mir viele. aber das nächste noch nicht. Also das ist eher eine Aussage, die ich höre. Und da sind viele noch nicht mal vom Plug-in-Hybrid oder sowas zu überzeugen, sondern die wollen klassisch nach wie vor ihren normalen Verbrenner fahren. Auf Deutsch gesagt, weil sie da wissen, was sie haben. Gar nicht mal jetzt aus der Überzeugung, es muss der Verbrenner sein, sondern einfach nur, das ist so, wenn man irgendwo ins Ausland geht und sagt, ich weiß aber nicht, was es hier zu essen gibt. Es gibt dann mal dieses eine Schnellrestaurant, was weltweit vertreten ist. Da gibt es immer diesen einen Burger, der ist... Den gibt es überall, der schmeckt überall genauso und ich glaube, das ist so diese Art von Sicherheit, die man da so haben will oder hat. Ich glaube, das haben wir hier auf der Käuferseite auch ein Stück weit jedenfalls, dass viele Leute sagen, die Revolution fällt aus, für mich jedenfalls, also wenn dann Evolution. Und das geht in Tippeschritten vorwärts. Also von daher, ich sehe das noch nicht, dass das eine, und zum zweiten glaube ich auch nicht wirklich eine lineare Entwicklung, schon allein aus all diesen Gründen, soll heißen 2023, natürlich glaube ich schon, dass die Zahlen steigen werden der E-Fahrzeuge, nach und nach. Aber wir werden Richtung Ende des Jahrzehnts garantiert irgendwie so ein einen Ballon haben von noch nicht, wenn du so willst, von noch nicht eingelösten Versprechen. Und da bin ich mal gespannt, zumal ich mir auch vorstellen kann, dass aus manch anderen Gründen die Zahl der zuzulassenden Fahrzeuge pro Jahr, die derzeit noch bei, also im Moment liegt sie eh unter drei Millionen, aber in den letzten Jahren waren es immer so um die drei Millionen, mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger, aber immer um die drei Millionen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das über die Zeit sowieso etwas weniger wird. Und insofern ist das ein spannendes Unterfangen.

  6. Sebastian:

    Definitiv. Also gerade wenn du so mit den Zahlen dann auch ins Verhältnis rückst, ja eher schwer vorstellbar, dass wir da ab 2023 dann so einen Schub dann erfahren. Sowohl von der Angebotsseite her dann, wie du sagst, die Hersteller an sich sind ja schon beschränkt. Die können so viel gar nicht vorproduzieren oder fertigen, damit die auf die Straße können. Die Nachfrage, das ist auch das, was wir so bei uns mitbekommen. Klar, bei uns sind schon mehr die E-Mobilitätsenthusiasten unterwegs, die dafür brennen und das dann auch umsetzen wollen. Aber es gibt genauso viele, die dann eben noch kritischer Stimme haben. Aber ich denke, ein wichtiger Ansatzpunkt, und das ist ja auch dein Thema, sind die Autohäuser an sich dann, wo ja auch die klassischen Kunden dann sozusagen noch vorbeikommen, sich beraten lassen, wo ja dann auch... Grundlage gelegt werden muss von dem Autohaus selbst, von den Mitarbeitern, die vor Ort sind, um da eben auch auf die E-Mobilität einzuschwören, da ein bisschen Bescheid zu wissen. Ist das dann so ein Thema, was du auch vorbereitest, dass diese Autohäuser sich strategisch auf die E-Mobilität ausrichten und dass man denen quasi das Handwerkszeug mit auf den Weg gibt, um potenzielle Kunden sozusagen von der E-Mobilität zu überzeugen oder wie kann man sich das vorstellen?

  7. Derek Finke:

    Ja, also im Grunde, was ich im Moment zumindest noch nicht mache, sind klassische Schulungen oder sowas zu dem Thema. Sondern ich glaube, wir sind auch noch nicht an dem Punkt. Bei manchen vielleicht, die schon ein bisschen tiefer drinstecken, aber die brauchen mich nicht dafür, weil die sind sowieso schon auf einem anderen Level unterwegs. Wenn wir jetzt mal in die Breite der Autohäuser schauen, dann haben mehr oder weniger alle heute natürlich Berührungspunkte mit dem Thema Elektromobilität, weil fast alle Hersteller auch Fahrzeuge dieser Art im Programm haben. Manche vielleicht in Anführungsstrichen nur hybride, aber die meisten haben ja irgendwie mindestens ein E-Modell im Portfolio. Das heißt, in dem Sinne bist du als Händler, als Autohändler, als Vertragshändler zumindest, ja auch schon automatisch auch in der Situation, sich damit auseinanderzusetzen und solche Fahrzeuge auch an den Mann und die Frau zu bringen. Das ist aber eben nur das eine, denn mit dem E-Auto geht ja, oder mit dem Elektroauto an sich, geht ja nicht nur eine neue Motorisierung einher, sondern auch durchaus ein breiter gefasstes System, was sich verändert. Also ich sage mal, wenn man... sich vielleicht mal vorstellt, gerade so vom geistigen Auge versucht vorzustellen, da kommt jetzt jemand ins Autohaus, irgendwer, ich sage ja immer, Heinz und Hannelore sind ein bisschen bösartig dazu, damit meine ich auf Deutsch gesagt den Durchschnittskunden, der es gewöhnt ist, der fährt seit 10 Jahren dieselbe Marke oder seit 20 Jahren, hat seinen Händler vor Ort oder die haben ihren Händler vor Ort und von dem kaufen sie halt immer, weil das bequem ist und alles passt, also alles gut. Jetzt kommen die und sagen, Mensch, die hätten E-Mobilität gehört und da müssten wir doch mal. Und das ist ja die spannende Frage, was muss eigentlich ein Autohaus jetzt leisten für solche Kunden, auch an Beratung, an Unterstützung, an Ideen, die da mitgegeben werden, auch an Fragen, die gestellt werden am Ende, damit diese Kunden am Ende eben nicht nur rausgehen und sagen, so, wir haben jetzt ein E-Auto gekauft, sondern Sondern das passt auch für uns, denn es geht ja nicht nur darum zu sagen, ja, guck mal, mit dem Polo bist du bisher oder mit dem, was auch immer du gefahren hast, bist du bisher 600 Kilometer mit einer Tankfüllung gekommen, jetzt kommst du halt nur noch 300, ist halt so oder 350, was auch immer. Musst du gucken, passt schon. Also ich kann mich entsinnen an die Anfangszeit, wo die E-Mobilität losging und Autohäuser noch nicht so in der Beratung tief drin steckten. Da kamen Kunden in die Autohäuser, die haben Autos gekauft, ein E-Auto gekauft. Die waren schon ein Stück weit pro-mindet E-Mobilität, die Kunden jetzt. Und die Häuser haben die Fahrzeuge verkauft, aber da wurde nicht großartig Beratung gemacht. Und ein paar Tage später kam der Kunde wieder oder rief an und sagte, ja sag mal, aber wo lade ich denn das Ding eigentlich? Wie geht das denn? Das hat ihm niemand erzählt. Der Kunde selber hat die Frage nicht gestellt. Der Verkäufer hat sie ihm aber auch nicht gestellt. Und dann kam der Kunde und sagte, wie mache ich denn jetzt? Wie geht das denn? Wo soll ich das Auto denn laden? Und das sind so Sachen, das passiert heute sicherlich in der Form nicht mehr. Ist ja schon ein paar Jahre her. Aber ja. Ich denke mal, damit geht es ja schon mal los, dass man eben andere Fragen stellen muss. Wo lebst du? Wo wohnst du? Kannst du zu Hause laden? Wenn du zu Hause laden kannst, wie kriegen wir da eine Wallbox hin oder eine Lademöglichkeit in irgendeiner Form? Aha, du wohnst also in einer Mietwohnung mitten in einer Großstadt. Wie kriegen wir das da hin? Also das Thema Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz ist schon mal ein Thema. Das Thema Laden unterwegs mit all den verschiedenen Tarifen, die es da gibt und Möglichkeiten und Modellen ist sicherlich ein zweites Thema, wenn gleich auch das aus meiner Sicht ein Stück einfacher schon geworden ist. Also als ich vor zwei Jahren als E-Mobilitist begonnen habe. also mein erstes E-Auto übernommen habe, das war so gerade die Zeit, wo man mit einer Ladekarte für unterwegs schon klarkam. Ich kann mich aber entsinnen, in den Podcasts und in den Blogs und was ich alles so gelesen habe davor, da wurde immer darüber berichtet, dass diejenigen, die zu dem Zeitpunkt schon einige Jahre länger in der E-Mobilität waren, als Fahrer, als Kunden, als Nutzer, dass die meistens alle so eine Latte von, keine Ahnung, fünf, sechs Ladekarten in der Tasche hatten, damit es irgendwie überall passt, ne? Das sind ja so Sachen, die haben sich ja schon ein Stück weit gebessert, auch wenn wir da immer noch nicht auf dem optimalen Weg sind. Oder andersrum, der Weg ist schon gut, aber wir sind noch nicht da, wo wir eigentlich hin müssen. Aber da wird es ja auch schon hier und da leichter. Aber ich sage mal, allein schon diese Thematik zeigt, dass es für die Häuser eine ganz andere Art der Beratung geben wird, dass die Kunden in Zukunft bei den Fahrzeugen, gerade die Kunden, die jetzt eben noch eine Weile warten, auch andere Fragen stellen als der, der immer wieder mehr oder weniger das selbe Auto kauft. Dann muss man auch eins sehen, wir leben im Autogeschäft, im Autohandel ja nicht nur von dem privaten Endkunden. der ein Auto kauft, alle, was weiß ich, sechs, sieben Jahre oder so, sondern ein ganz wesentlicher Teil des Geschäfts sind zum Beispiel auch gewerbliche Kunden und auch gewerbliche Großkunden. Also bei gewerblichen Kunden reden wir plötzlich auch über das Thema Nutzfahrzeuge, wo es nochmal ein etwas anderer Schnack ist als im normalen Pkw-Bereich. Da reden wir nämlich plötzlich wieder darüber, ist das Auto überhaupt für dich geeignet und wenn wie, wie sind deine Nutzungsgewohnheiten und, und, und. Auch das haben wir natürlich im Pkw-Bereich zu klären. Aber im Nutzfahrzeugbereich hat es nochmal eine andere Dimension. Weil das ist immer so ein Handwerker, der eben nicht nur früh zur Arbeit fährt damit und abends wieder nach Hause kommt, sondern auch tagsüber irgendwie da mit viel im Einsatz ist. Auch der hat natürlich Fragen. Dann braucht der vielleicht ein Nutzfahrzeug, was ausgebaut werden muss, weil der hinten Regalsysteme in seinem Fahrzeug hat und und und. Gibt es das überhaupt schon? Wenn, wie, mit welchem Aufwand gibt es? Also da stellen sich auch wieder viele neue Fragen, die zu klären sind. Und beim Thema gewerbliche Großkunden, gerade wenn es in den Bereich Flottenkunden geht, und das ist ja auch bei vielen, gerade bei deutschen Marken, ein sehr starkes Geschäftsmodell und bei den größeren Autohäusern insbesondere ein relativ starkes Geschäft, was da auch gemacht wird. Ja, total. Da geht es auch um die Frage, wie kann ich zum Beispiel so einen Fuhrparkleiter in einem Unternehmen, der vielleicht 300, 400, 500 oder noch mehr Autos unter seiner Fuchtel hat, also in Administration, in Verwaltung hat, wie kann ich den beraten? Wie kann ich dem dazu helfen oder dazu verhelfen, die richtige Entscheidung zu treffen? Ich glaube, das ist schon ein sehr weites Feld. Da reden wir plötzlich noch über steuerliche Fragen und auch wieder über Ladeinfrastruktur bei Arbeitgebern usw. Da reden wir dann plötzlich auch nicht mehr nur von Autos, das ist ja dann der nächste Schritt, über den wir gehen, sondern wir reden auch von weiterer Art von Mobilität. Das können Fahrräder sein, also E-Bikes zum Beispiel.

  8. Sebastian:

    Du hast jetzt auch gesagt, klar, die Berater in dem Autohaus müssen andere Fragen stellen, die müssen auch da anders auftreten sozusagen zu den Kunden hin, konsequent Fragen stellen, dass dann so eine Thematik eben auch nicht mehr aufkommt, dass das E-Auto zwar daheim vor der Tür steht, aber irgendwann ist halt der Akku leer und man weiß nicht, wo man laden kann. Auf der anderen Seite ist es ja aber so, es ist ja auch eine Chance für die Automobilhäuser, die sich bewusst damit auseinandersetzen und die da qualitativ dann überzeugen, ergibt sich ja auch neues Geschäft. Ich meine, so eine Wallbox dann, nicht umsonst haben viele Automobilhersteller ihre eigenen Wallboxen mittlerweile im Angebot, haben ihre eigenen Ladenetze, die man mit vermarkten kann. Das ist ja auch alles wieder ein zusätzliches Geschäft, was man als Automobilhaus dann mit abgreifen kann sozusagen. Gegebenenfalls auch mit einem Elektriker vor Ort, wo man ja auch die ein oder andere Vereinbarung vielleicht treffen kann. Was sich, denke ich, auch anbieten würde. Also es ist ja nicht nur zu sehen, dass da eine Verpflichtung entsteht. Fahrzeuge besser zu verkaufen, sondern man öffnet sich auch weitere Themenfelder sozusagen. Jetzt mal nur auf den Pkw-Kunden bezogen, auf den klassischen sozusagen. Siehst du das auch so, dass das ja auch viele Chancen mit sich bringt, wenn man sich da positiv hervorhebt?

  9. Derek Finke:

    Also unbedingt. Also aus meiner Sicht ist das Ganze auch nicht einfach nur, wir müssen jetzt E-Mobilität machen, Thema. Also das hört man ja manchmal so raus an der einen oder anderen Stelle. Aber das würde ich jetzt auch nicht als Mehrheitsmeinung im Automobilhandel so sehen. Da gibt es natürlich die Petrolheads und die V8-Fanatiker und keine Ahnung. Das ist auch völlig verständlich, glaube ich. Ich bin selbst so groß geworden. Ich habe auch mal Automechaniker gelernt und bin in Öl und Bremsflüssigkeit groß geworden. Also von daher, für mich ist das auch ein Thema, wo ich sage, na klar, ist das ein Abschied von dem, was du auch immer gerne gemacht hast. Und jetzt musst du dich ja umorientieren. Und Und das ist für einige, glaube ich, auch zumindest von der Gefühlslage her, so ein Abschied von der Emotion, der lauten Geräusche und das kann man jetzt alles lächerlich finden oder nicht, aber ich glaube, das ist eben ein Thema, was den einen oder anderen ausbremst. Deine Frage war aber, inwiefern das ja als Chance zu sehen ist. Und da bin ich völlig bei dir. Also neben dem Auto oder rund um das eigentliche Auto oder ich sage mal um das Fahrzeug, es muss ja nicht nur das Auto sein, aber rund um das Fahrzeug ergeben sich jetzt eben plötzlich noch neue Chancen, die einige Händler ja schon sehr, sehr aktiv nutzen. Also du hast ja das Thema Ladeinfrastruktur angesprochen, was ja immer mehr Hersteller natürlich selbst versuchen zu betreiben, was normal ist. Und einige Händler in Kooperation mit lokalen Elektrohandwerkern. Es gibt inzwischen auch die ersten Autohäuser, die eigenständige Unternehmen dafür gründen oder schon gegründet haben. Rein für die Installation von Wallboxen zum Beispiel. Also ich kenne Autohäuser, die... inzwischen angefangen haben, Elektroingenieure und Elektriker einzustellen, Elektrikermeister einzustellen, also die praktisch ein Stück weit auch zum Elektrobetrieb werden und für ihre Kunden dann eben anfangen, Wallboxen zu installieren. Also nicht mehr nur in Kooperation, sondern das sogar selbst tun, auf eigene Rechnung. Dann gibt es Autohäuser, die angefangen haben, eine eigene Company neben dem Autohaus zu gründen, die Solaranlagen vertreiben. Also die Kunden, die zum Beispiel ein Eigenheim haben, dann eben auch die Montage von Solaranlagen, den Verkauf und die Montage von Solaranlagen anbieten. Auch das gibt es inzwischen. Also diese... ja, ich sag mal, diese Rundumversorgung, wenn du so willst, alles aus einer Hand, der Versuch, alles aus einer Hand anzubieten, den so ein Autohaus ja schon in der Vergangenheit auch immer versucht hat, in irgendeiner Form auf den Weg zu bekommen, den bringen jetzt immer mehr Autohäuser natürlich auch auf diese Art rein. Ist nicht für jeden ein Modell, also nicht für jedes Autohaus rechnet sich das, einen eigenständigen Monteur zu beschäftigen dafür, aber da kommt genau das, was du sagtest ja zum Tragen, dass man in so Kooperationsmodelle geht. Also die Chance ist da, viele haben sie auch schon erkannt, Manche zögern vielleicht noch oder gucken erstmal noch, aber ich glaube, dass es so ist und dass diese Möglichkeiten da sind, ich glaube, das ist schon flächendeckend erkannt.

  10. Sebastian:

    Das war aber schön zu sehen und vor allem so deutlich hätte ich das jetzt nicht gedacht, dass man da sogar selbstständig schon eigene Geschäftseinheiten oder Geschäftsfirmen dann nochmal gründet, um da diese Themen einzeln zu bespielen. So wie du sagst, wird es wahrscheinlich bei Autohäusern oder Autoketten dann eher der Fall sein, wo man auch dementsprechend eine gewisse Nachfrage danach hat und dann eben auch den Markt dahinter, um das zu rechtfertigen. Aber klar, wieso soll ich es dann extern vergeben, wenn ich es dann auch mit wachsendem Bedarf, 15 Millionen E-Autos, wir haben es vorhin schon gehabt eingangs, Also die Nachfrage wird ja eher immer größer werden und demnach auch der Bedarf dann für eine Wallbox-Installation, für eine Solaranlage, die ich vielleicht koppel mit meinem E-Fahrzeug oder mit der Batterie daraus. Also erscheint durchaus logisch. Wie ist das jetzt von dir als Berater, wie... Wie kann man sich das vorstellen, wenn du in ein Autohaus reinkommst, die melden sich bei dir und sagen, hör zu Derek, wir beschäftigen uns damit, wir wollen uns da auch ein wenig ausrichten oder neu ausrichten auf die E-Mobilität. Kannst du uns da mal so einen ganz kurzen Abriss geben, was denn so ein typischer Tag oder Herangehensweise an so ein Projekt ist sozusagen, dass man da mal ein Gefühl für deine Arbeit auch bekommt, wie du da Vermittler zwischen zwei Welten, Verbrenner und E-Mobilität spielst?

  11. Derek Finke:

    Ja, also wie gesagt, ich komme aus der klassischen Autohauswelt und war aber schon immer offen für neue Themen und für neue Ideen. Und das Thema E-Mobilität hat mich also selbst fasziniert, deswegen fahre ich es eben auch selbst. Es gibt so Tage, wo ich manchmal denke, naja, auf der einen oder anderen langen Strecke wäre ein Diesel manchmal doch die bessere Alternative gewesen. Nicht, weil ich jetzt unbedingt dem Diesel nachweine, aber wenn du dann mit deinem Auto, der technologisch noch aus 2018 ist, an der Ladesäule stehst und er halt langsam lädt, dann ist das eben manchmal so. Dann geht dir so ein Gedanke zumindest mal durch den Kopf. Aber jetzt mal bezogen auf das, was ich so mache. Also ich gehe ja eher mit so einem strategischen Ansatz in so ein Autohaus rein. Also meine Kunden sind üblicherweise jetzt, ich sage mal so Autohausgruppen, keine Ahnung, 10, 12, manche auch 80 Standorte hatte ich auch, aber typischerweise eher so familieninhabergeführte Unternehmen, die so 150 bis 300 Millionen Umsatz machen, die so 10, 12, 15, vielleicht auch 20 Standorte haben und die jetzt vor der Frage stehen, wie strukturieren wir praktisch auch aufgrund aller neuen Herausforderungen auch unser Unternehmen um. Das ist ja nicht nur Elektromobilität. Es sind doch noch ein paar andere Sachen, die dazukommen, aber zumindestens ist das ja ein ganz wesentlicher Punkt. Und Also ich sage mal, da ich aus dem Marketing komme und so ein Stück weit dieser Marketing-Trichter immer noch irgendwo eine Rolle spielt, auch wenn der nicht immer in allen Bereichen modern ist mehr, ist es ja so, dass man meistens vom Groben anfängt, ins Feine zu gehen. Also man fängt oben an und sammelt erstmal Themen und Ideen und Ansätze. Das ist eher so der strategische Bereich, wo man versucht, einen weiträumigen Blick über das zu bekommen, was zumindest auch in dem lokalen Markt dieser Autohäuser oder dieser Autohauskette eine Rolle spielt. Es gibt Ketten- oder Autohausgruppen, die sind bundesweit tätig, da sind aber nur wenige, die allermeisten sind ja doch in einer bestimmten Region, meistens auch in einer zusammenhängenden Region tätig, wo sie dann eben organisch gewachsen sind, organisch oder durch Übernahmen, bis sie sich dann irgendwann mal über so eine bestimmte Fläche ausgebreitet haben. Das heißt, das Interesse eines Autohauses liegt im Regelfall eigentlich immer da, zu sagen, ich will nicht unbedingt, wenn ich in Brandenburg ansässig bin, jetzt unbedingt Autos nach Stuttgart verkaufen. Das wird immer mal passieren. Über das Internet kommen ja auch Kunden über den Weg zu dir. Aber im Regelfall ist das Interesse, dass man die Autos um den Kirchturm herum verkauft. Warum? Weil man dem Kunden eben nicht nur ein Auto verkauft, sondern auch Dienstleistungen. Und Dienstleistungen haben im Regelfall immer was personenbezogenes. Das heißt, entweder muss der Kunde dafür ins Auto raus oder ich möchte oder muss zum Kunden. Und da bietet sich natürlich immer etwas an, was man in einer Region machen kann. Und Elektromobilität, wie aus den Gründen, die wir gerade schon hatten, bietet sich dafür eben auch idealerweise an. Und Das heißt, mein Ansatz ist erstmal hinzugehen und zu sagen, wer bist du, wo stehst du, welche Voraussetzungen hast du als Autohaus, welche Notwendigkeiten ergeben sich für dich, Dinge zu verändern, Dinge zu wandeln, wie sieht deine regionale Marktlage aus, wie ist die Wettbewerbssituation, wie ist auch die Situation mit deinen Mitarbeitern, welche, ich sag mal, welche Ja, wie kann man sagen, in welcher Situation ist auch so der Ausbildungsstatus, der Weiterbildungsstatus, der Mentalitätsstatus deiner Mitarbeiter. Es geht ja nicht immer nur um die harten Fakten, oftmals auch um die weichen. Heute heißt das so schön Mindset und so, ja, so Einstellungen und solche Geschichten, also die weichen Faktoren. Also wie wandlungsfähig bist du eigentlich? Und dann überlegen wir uns gemeinsam Konzepte, was passt da? Und da gibt es Autohäuser, also ich sage mal ein Beispiel. Es gibt Häuser, die sind zum Beispiel nur als Beispiel mit dem Volkswagen-Konzern verbandelt, weil das eben schon immer so war und die sind so groß geworden. Die sind also sehr stark fokussiert auch auf die Produkte dieses Konzerns. Dazu muss man auch wissen, ein Vertragshändler, zum Beispiel ein VW-Händler, aber es gilt genauso für alle anderen Marken, ist auch relativ eng immer an einen solchen Konzern, an einen solchen Hersteller gebunden. Das heißt, er ist natürlich freier Unternehmer auf der einen Seite, er ist aber auf der anderen Seite durch diesen Vertragshändler-Status immer relativ eng auch an dieses Unternehmen gebunden. Das heißt, Der Grund, weswegen zum Beispiel ein Audi-Zentrum, warum die immer alle ähnlich aussehen, wenn du so willst, auf den ersten Blick, liegt eben darin, dass der Hersteller den Händlern relativ starke Vorgaben macht, auch was die Architektur, aber eben auch teilweise das Innenleben dieser Häuser betrifft. Und das geht teilweise bis in Prozesse hinein, die in so einem Autohaus umzusetzen sind. Und dafür wird er dann eben exklusiv mit Fahrzeugen dieser Marke beliefert, die er da verkaufen kann. Und das sorgt dafür, dass die Händler, gerade die Vertragshändler, eben nicht unbedingt immer den breiten Blick über den Markt haben, sondern sich erstmal fragen, was bietet mein Hersteller in dieser Richtung. Wenn ich jetzt also beim VW-Händler bin, dann macht es wenig Sinn, mit dem darüber zu fabulieren, dass Opel jetzt gerade ganz tolle Autos auf den Markt bringt, weil da sagt der, schön, interessiert mich aber nicht. Ich bin ja hier mit meiner Marke unterwegs. Das heißt, auch darauf ist eben Rücksicht zu nehmen. Es geht natürlich im Wesentlichen immer um den Kunden vor Ort, also um die Kunden des Autohauses. Aber man muss eben auch die Interessen der Partner dieses Autohauses berücksichtigen. Also insofern sind da viele Sachen, die man im Blick haben muss. Dann geht es, wie gesagt, auch um Ressourcen, die vorhanden sind, Mitarbeiter, aber auch auf der Marktseite. Und dann kann man sich überlegen, welche Dinge lohnen sich unter Umständen für dich, was kann man vielleicht mal testen, was kann man probieren, was eben noch keine große Investition kostet. Und da kommen dann eben ganz unterschiedliche Ergebnisse raus. Es ist kein Händler wie der gleiche. Auch wenn es auf den ersten Blick manchmal so aussieht, aber sie sind ja eben doch alle unterschiedliche Unternehmen mit unterschiedlichen Menschen. Und dahinter verbergen sich dann auch unterschiedliche Einstellungen und unterschiedliche Zielvorstellungen. Und das muss man unter den Hut kriegen. Und da kommt für den einen unter Umständen raus zu sagen, hey, das eine Autohaus, der eine Standort von deinen 15, da lohnt es sich vielleicht... nicht mehr Vertragshändler aller deiner typischen Marken zu sein, sondern daraus machst du vielleicht ein E-Mobilitätszentrum als Beispiel. Oder in einem anderen Standort rechnet es sich vielleicht eher, ein Zentrum für E-Bikes oder für Freizeitmobilität einzurichten. Ich kenne einen Händler, das habe ich nicht gemacht von der Beratung her, aber ich kenne den Händler gut. Die haben zum Beispiel in einem ehemaligen Volkswagen-Autohaus jetzt eingerichtet einen E-Bike-Store, wo sie nicht massenhaft E-Bikes handeln, sondern nur relativ hochwertige E-Bikes. An dem Standort vermieten sie aber auch Reisemobile, weil das auch ein Markt ist, der sich für sie ergeben hat in der letzten Zeit, sodass sie dann praktisch ihr Portfolio aus dem klassischen Volkswagen- und Audi- und Skoda-Umfeld heraus, jetzt Volkswagen- und Audi-Umfeld heraus, erweitern eben noch um auch diese Art von Mobilität. Ist für die auch ein neues Geschäftsmodell, ein neues Geschäftsfeld. Ergibt sich aber und passt eben auch in diese Welt. Und das kann zum Beispiel ein Thema sein. Es kann aber sein, dass es das für andere in der Form überhaupt nicht anbietet, weil der lokale Markt da schon wieder ganz anders aussieht. Also es geht im Wesentlichen darum, sich erstmal anzusehen, wer ist das Unternehmen? Wie ist es wandelbar? Welche Voraussetzungen hat es da? Welche Voraussetzungen bräuchte es auch? Und was... braucht auf der einen Seite der lokale Markt, die Kunden vor Ort, welche Möglichkeiten sind da, wie kann man was machen. Also das ist so mehr oder weniger die Vorgehensweise vom Groben ins Feine. Und es gibt Häuser, die begleite ich dann auch noch beim Prozess der Umsetzung. Es gibt aber auch Häuser, wo es schon bei der Strategie endet, die das dann völlig in Eigenregie umsetzen. Das ist ganz unterschiedlich. Auch da wieder je nachdem, wie die Voraussetzungen vor Ort sind.

  12. Sebastian:

    Das heißt, manchmal gibt es einfach auch nur so den Anstoß, sagst hier, das wäre mein Plan, den ihr durchführen könntet. Oder mit den Punkten, wenn ihr die betrachtet, könnte es erfolgsversprechend sein. Und zum anderen wäre es dann aber auch tatsächlich so, dass du so Sparingspartner dann für die Autohäuser bleibst und dann quasi immer mal wieder abkommst. checkst oder prüfst, okay, geht das in die richtige Richtung, kann man da noch was feinjustieren, so in die Richtung dann.

  13. Derek Finke:

    Genau, also so muss man sich's vorstellen. Die Bandbreite ist da relativ breit tatsächlich, von Initialzündung, und dann ist man schon wieder weg, bis hin zu Initialzündung, bis in die operative Tätigkeit, teilweise sogar bis ins Interimsmanagement hinein, also wo man Eine gewisse Zeit lang dem Autohaus auch wirklich als Umsetzer, als begleitender Umsetzer mit zur Verfügung steht und sich dann anfängt nach und nach zurückzuziehen, weil das ja dann irgendwo Eigengeschäft ist und dann von den Menschen vor Ort selbst wieder gemacht werden kann. Also es ist ganz unterschiedlich, aber sehr bunt.

  14. Sebastian:

    Aber wenn ich es jetzt richtig aufgefasst habe, grundsätzlich kann man schon festhalten, dass die Autohäuser nicht nur den Wandel aus Zwang vollziehen, sondern weil auch tatsächlich Interesse da ist und weil man sich da auch mehr geöffnet hat jetzt in den vergangenen Jahren. Und das wirst du ja wahrscheinlich auch in deiner Nachfrage nach deiner Arbeit sozusagen spüren, dass da immer mehr Erklärungs-, Aufklärungsbedarf dann auch irgendwo besteht.

  15. Derek Finke:

    Ja, also das ist ganz sicher so. Also es ist nicht nur so, da kommt jetzt einer und wir müssen jetzt machen. Also das allein ist für so ein Unternehmen natürlich immer nur ein ganz schwieriger Treiber. Das kann vielleicht mal die Initialzündung sein, dass so eine Situation entsteht. Aber um nachhaltig in so einem Unternehmen wirklich was zu bewirken, reicht sowas nicht aus. Also da musst du auch mit Eigeninteresse rangehen und mit einer gewissen Leidenschaft, sonst funktioniert es nicht. Und das ist hier im Autohandel, muss man es so sehen... Ich sage mal, das klassische Geschäftsmodell des Automobilhandels ist ja eigentlich, auch wenn es natürlich über die 100 Jahre, seitdem es Autos gibt, viele, viele Veränderungen gegeben hat. Aber das eigentliche Geschäftsmodell ist ja eigentlich unverändert geblieben. Da gibt es irgendwo so ein Showroom, also so einen Ausstellungsraum, da stehen Autos drin und da schreibt Tösche, dahinter sitzt jemand und der verkauft dir diese Autos. Das war 1900 schon so oder 1905, als Autos im Markt kamen und ist im Prinzip heute immer noch so. Natürlich haben sich die Autos verändert, die Menschen verändert, die Technik übrigens herum verändert und all die Dienstleistungen, die da teilweise noch mit dazu angeboten werden, ob das Leasing ist, Finanzierung, Versicherung und so weiter. Das hat sich natürlich noch weiterentwickelt, aber das grundsätzliche Geschäftsmodell ja erstmal nicht. Und ich glaube, da ist auch vieles im Fluss, weil sich eben auch die Gesellschaft mehr verändert. Menschen denken ein Stück weit kurzfristiger heutzutage. Also jetzt meine ich nicht unbedingt nur die Autohändler, sondern vor allen Dingen auch die Kunden. Dann haben wir teilweise auch Situationen, dass die nachwachsende Generation an Kunden, also die jungen Menschen, die jetzt nachwachsen, eben vielleicht auch nicht mehr über die wirtschaftlichen Möglichkeiten verfügen, wie zum Beispiel die Generation, die, keine Ahnung, jetzt im Ruhestand ist oder so. Das heißt, da wird es eben auch neue Modelle des Vertriebs geben müssen. Die gibt es ja auch schon. Ich nenne mal so ein Stichwort wie das Auto-Abo. Das heißt, ich kann als Kunde eben nicht nur hingehen und sagen, ich kaufe ein Auto, entweder mit Barzahlung oder mit einer Finanzierung oder ich lease ein Auto. Leasen ist ja am Ende auch zwar Kauf auf Raten, aber das Auto gehört mir nicht, sondern es gehört der Bank, wenn du so möchtest. Also es ist quasi eine Form des Mietens eines Fahrzeugs. Oder früher gab es klassisch Autovermietungen, kennt jeder irgendwie, wie auch immer die alle heißen. Und wenn du so willst, die Grundidee der Autovermietung ist ja eigentlich die Basis für das Autoabo. Das heißt, man mietet ein Auto. und hat die Möglichkeit, so ein Auto unter Umständen schon nach drei Monaten oder nach sechs Monaten, je nachdem, wie man das gemacht hat, dann eben auch schon wieder zurückzugeben, wenn man das möchte. Man muss das nicht tun, aber man kann das tun. Diese Flexibilität, die da jetzt da ist, die ändert natürlich auch das Geschäftsmodell von Autohäusern, weil ein Autohaus, was heute ein Auto noch klassischerweise im Bargeschäft verkauft und weiß, der Kunde wird wahrscheinlich erst in sechs, sieben Jahren zurückkommen, um das Auto wieder zu tauschen oder ein neues zu holen, Das war schon bei der Finanzierung und beim Leasing ein anderer Schritt, weil so eine Finanzierung typischerweise vielleicht drei Jahre, vier Jahre dauert. Leasing vielleicht eher drei Jahre, Finanzierung eher vier Jahre. Und dann der Kunde geneigt war, also diese Art von Kunde, so ein Auto zu tauschen. Da sind wir jetzt plötzlich beim Auto-Abo in Zyklen, wo wir sagen, jetzt reden wir über Monate. Und das ist eine ganz andere Art von Vertrieb und von Geschäftsmodell. Vielleicht auch eine ganz andere Art von Kunden und Denkweise von Kunden, auf die ich eben auch reagieren muss. Also diese Offenheit, sich mit den Themen zu beschäftigen, die ist auf jeden Fall da. Auch die Offenheit, sich grundsätzlich mit den neuen Herausforderungen zu beschäftigen, ob sie jetzt Zweirad heißen oder Vierrad heißen, jetzt mal grob zusammengefasst. Die ist auf jeden Fall da. Und ich glaube, viele Autohäuser sind schon längst auf dem Weg, manche würden es vielleicht noch gar nicht so nennen, aber viele sind schon längst auf dem Weg vom Autohaus zum Mobilitätsanbieter oder zum Mobilitätsdienstleister. Das kann man jetzt so oder so nennen. Was ist damit gemeint? Also der Versuch, dem Kunden eben nicht mehr nur ein Auto zu verkaufen? und dieses auch zu reparieren, was das bisherige klassische Geschäftsmodell eines Autohauses ist, sondern sich auch zu überlegen, in welchen Lebenslagen bräuchte so ein Kunde eigentlich noch Mobilität. Reisemobile hatte ich schon genannt, Zweiräder, Fahrräder zum Beispiel, aber auch Motorräder. Ich kenne inzwischen Autohausgruppen, die in den letzten Jahren enorm gewachsen sind oder andersrum, die enorm ihr Portfolio verbreitert haben. Also nicht nur in der Tiefe gewachsen sind, sondern auch in der Breite. Zum Beispiel mit Reisemobilangeboten, sowohl in der Vermietung als auch im Verkauf. Aber auch im Bereich Fahrräder, im Bereich Motorräder haben einige Autohäuser eben auch Motorradhändler übernommen oder neu gegründet. Also da tut sich eine ganze Menge. Jetzt könnte man sagen, ja Gott, das ist ja immer noch alles diese motorisierte Individualmobilität. Ist richtig, aber auch da sind einige inzwischen dabei und überlegen sich halt auch, was heißt das eigentlich, wenn immer weniger Kunden Autos bei uns haben wollen und stattdessen vielleicht andere Arten von Mobilität. Also das können so lustige Sachen sein wie eine Bahncard oder keine Ahnung, ich weiß nicht, was es noch alles gibt, wo man sich eben auch überlegen kann, ist das auch ein Modell für mich? Oder als Autohaus sich zu überlegen, Auch wenn das nicht ein akutes Thema ist, aber jetzt unter Umständen schon mal Gedanken zu machen darüber, wäre es vielleicht für mich auch ein Thema, irgendwann mal Flottenbetreiber von autonom fahrenden Taxis zu werden oder von autonom fahrenden Shuttlebussen oder weiß der Teufel was zu sein. Oder möchte ich vielleicht eine sogenannte Service Factory, das ist ja Fachbegriff, also wenn du so willst, eine Reparaturfabrik, also keine kleinere Werkstatt, sondern schon richtig eine große Werkstatt zu haben, die in großem Stil solche Fahrzeuge reparieren kann, die vielleicht irgendwann mal kommen. Also solche Gedankenspiele sind da längst da und viele Händler beschäftigen sich damit auch schon intensiv. Also der Wandel ist auf jeden Fall angekommen. Vielleicht noch nicht bei allen vollzogen und bei dem einen knarzt es noch ein bisschen mehr als bei dem anderen. Aber man darf davon ausgehen, dass die Branche auf jeden Fall an dem Thema dran ist und sich mehr und mehr damit auseinandersetzt, wie sie ihren Beitrag dazu leisten kann und wie sie vor allen Dingen aus dem bisherigen Geschäftsmodell dann eben auch in so ein neues Geschäftsmodell reinwachsen kann. Was ja schon ein erheblicher Change ist, wenn du so willst, also ein Wechsel. Denn Ja, das ist schon auch für die Mitarbeiter ein anderer Schnack, sich solche neuen Themen oder sich solchen neuen Themen zu öffnen. Ich weiß nicht, wie es bei euch ist in der Branche oder wie du sowas schon erlebt hast, aber wenn du 20, 30 Jahre in so einem Outdoor mehr oder weniger eine gleichartige Tätigkeit gemacht hast und jetzt ändert sich das abrupt, relativ abrupt, dann ist das schon eine ziemliche Herausforderung, damit dann konform zu gehen. Weil es ist ja nicht nur Wissen, was du dir aneignen musst, ne? sondern du musst ja auch mental anders damit umgehen.

  16. Sebastian:

    Ja, definitiv. Also ist ja, wie du sagst, die Gesamtbetrachtung, die da den Unterschied dann macht, schlussendlich. Aber ich würde sagen, von hier aus machen wir mal einen Cut, weil wir sind jetzt schon bei über einer halben Stunde angekommen. Ich glaube, wir können uns noch ewig über das Thema unterhalten, oder du zumindest, dass du uns dann noch so viele Inputs mit auf den Weg geben kannst. Aber ich glaube, wir haben den Grundumriss, glaube ich, ganz gut zusammengefasst. Also Entwicklung vom Autohaus zum Mobilitätsdienstleister, Anbieter, so in die Richtung, ist glaube ich so das Schlagwort und auch hast du ganz guten Einblick gegeben, wie das eben ist von der alten in die neue Welt mit den möglichen Hürden und so. Ich würde sagen, wir benden den Podcast hier und warten mal auf die Rückmeldung unserer Hörer, Hörerinnen, Leser von dem Artikel dazu und gehen dann vielleicht auch mal an einen konkreten Case Study. Vielleicht hast du ja auch einen von deinen Kunden, wenn du mit dem mal sprichst, ob wir den vielleicht mal so sozusagen beleuchten können Beispiel da aufzeigen können, wie man denn von dem klassischen Autohaus jetzt auch in die Richtung E-Mobilität gehen kann, damit man das Ganze einfach nochmal ein bisschen greifbarer bekommt und nicht ganz so abstrakt. Wobei ich denke, der Grundgedanke wurde schon gut übertragen, also Stillstand ist da einfach auch keine Option.

  17. Derek Finke:

    Nicht wirklich.

  18. Sebastian:

    Nicht wirklich. Ja, von daher vielen Dank, Derek, für deine Zeit, für die Einblicke in die Szene der Autohäuser, wie da Veränderungen stattfinden. Und ich bin mir ganz sicher, wir werden das Ganze nochmal vertiefen in einer neuen Folge dann sozusagen, wo wir einfach auch nochmal ein Stück weiter reingehen und vielleicht wirklich auch ein konkretes Beispiel an einem konkreten Autohaus oder fiktiven Autohaus, was wir uns vielleicht vorher dann ausdenken, dann mal aufzeigen können, wie man das dann in die richtige Richtung bewegen kann.

  19. Derek Finke:

    Klar, das kann man gerne machen, logisch.

  20. Sebastian:

    Dann vielen Dank für deine Zeit. Bis demnächst.

  21. Derek Finke:

    Ich danke dir, Sebastian. Danke für die Möglichkeit, hier zu sein.

  22. Sebastian:

    Das war sie also auch schon wieder, die aktuelle Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich freue mich, dass du mal wieder reingehört hast, dass du ein wenig mehr erfahren hast, wie E-Mobilität im Alltag Einzug halten kann. Ich freue mich, wenn du kommende Woche wieder einschaltest und wenn du für die aktuelle Folge eine positive Bewertung bei iTunes oder Spotify hinterlässt. Vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut. Bis dann. Ciao.