Ecozins.de stellt bei Crowdinvesting Nachhaltigkeit in den Fokus

Im Gespräch mit Jasmin Kappler, Investor Relations Manager bei ecozins.de

Jasmin Kappler, Investor Relations Manager bei Ecozins.de, hat sich für diese Folge des Elektroauto-News.net Podcast die Zeit genommen, um sich mit mir ein wenig über das Thema Crowdinvesting in nachhaltige Projekte zu unterhalten. Die sogenannte "Schwarmfinanzierung" ermöglicht es Privatpersonen ab Beträgen von 250 Euro in nachhaltige Projekte zu investieren und davon zu partizipieren. Doch dabei gibt es das ein oder andere zu beachten. Sowohl als Investor in solche Projekte, als auch für diejenigen, die ihr nachhaltiges Projekt auf ecozins.de finanzieren lassen.

Im ersten Teil der Folge haben wir uns auf die Sicht von Privatpersonen auf das Angebot von ecozins.de konzentriert. Wobei wir dann im zweiten Teil auf die Sicht von Personen gewechselt sind, welche auf ecozins.de ihr eigenes Projekt, durch den "Schwarm" finanzieren lassen wollen. Beide Einblicke sind recht interessant geworden, wie ich finde.

Egal in welches Projekt Privatpersonen investieren, Kosten über das Investment hinaus entstehen diesen nicht. Die Kosten trägt das jeweilige Projekt selbst, wobei diese von ecozins stets individuell betrachtet und aufgestellt werden. Da im Fokus der Ansatz liegt, dass das Projekt erfolgreich finanziert wird und nicht durch zu starke Kostenbelastungen von der Plattform selbst ausgebremst wird. Mehr dazu im Gespräch selbst…

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität und heute ein bisschen allumfassender dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Zu Gast habe ich in der aktuellen Folge Jasmin Kappler, ihres Zeichens Investor Relations Manager. bei der Crowdinvesting-Plattform ecozins.de. Wir haben uns ein wenig über nachhaltige Projekte unterhalten, die über die Plattform ecozins.de finanziert werden. Das Ganze haben wir beleuchtet aus Sicht von Privatpersonen, die in nachhaltige Projekte investieren möchten. als auch aus der Sicht von Projektanbietern, die quasi ihre eigenen Projekte über die Plattform finanzieren möchten. Also beide Sichten sind mir drin. Jasmin hat das auch ganz greifbar vermittelt, so wie ich festhalten kann sozusagen und bin gespannt, was du davon hältst von dieser Art der Investition in nachhaltige Projekte. Vielleicht hast du es selbst schon mal gemacht. Lass uns doch gerne in den Kommentaren zu dem Artikel davon hören. Herr Jasmin, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Ecozins unterhalten. Bevor wir da einsteigen, was ihr denn so macht, stell dich doch unseren Hörer, Hörerinnen einfach mal selbst vor.

  3. Jasmin Kappler:

    Ja, hallo Sebastian. Danke, dass ich da sein darf, vorneweg mal. Ich bin Jasmin, ich arbeite für Ecozins. Wir betreiben eine nachhaltige Crowdinvesting-Plattform, also Ecozins ist eine Plattform, wo Anlegerinnen und Anleger sich an verschiedenen nachhaltigen Projekten beteiligen können. Genau, das Thema ganz grundsätzlich ist eben alles, was aus dem Bereich erneuerbare Energien, E-Mobilität, Ladeinfrastruktur oder sonstigen nachhaltigen Konzepten entsteht. Und wie gesagt, der Gedanke ist, dass man sozusagen die Projektentwickler, die Kapitalbedarf haben, mit den Investoren und Investorinnen, die Lust haben, konkret sich zu beteiligen und da ihre Werte und Vorstellungen mit einfließen zu lassen, zusammenzubringen.

  4. Sebastian:

    Das hört sich ja sehr gut an. Wie lange gibt es denn Ecozins schon am Markt?

  5. Jasmin Kappler:

    Ecozins haben wir in 2019 gelauncht. Muss man vielleicht ein bisschen ausholen. Also die Firma dahinter nennt sich Audit Capital. Die gibt es seit 2016. Und wir haben uns sozusagen aus einem Projektentwicklungshaus rausentwickelt oder rausgegründet. Projektentwicklung aus dem Bereich erneuerbare Energien. Da hat man einfach in der Vergangenheit festgestellt, dass viele Unternehmen, Ob Projekte Bedarf an Finanzierungskonzepten haben, einfach als Ergänzung zur Bank oder auch in vielen Fällen tatsächlich, um eine Bank ganz auszuschließen, je nachdem, um wie viel Projektvolumens geht. Der Gedanke dabei war immer so ein bisschen die Eigenständigkeit und auch die Flexibilität des Projektes. Und da war halt eben die Überlegung, wie kann Audit Capital da helfen? Zuerst haben wir da viel im Bereich Beratung gemacht, heißt also, wie kommen diese Projekte an Kapital, beziehungsweise auch sozusagen Kontakte hergestellt, entweder mit, sagen wir mal, heutzutage der Begriff Business Angels oder aber auch mit Banken, wo man weiß, dass die sehr viel Erfahrung in dem Bereich haben. Und wie gesagt, dann ging es sozusagen weiter in die Überlegung, was gibt es noch für Möglichkeiten? Und daraus hat sich dann 2019 die Plattform Ecozins als Crowdinvesting-Lösung und sozusagen als Verknüpfung zwischen der Privatperson und dem Projekt dargestellt.

  6. Sebastian:

    Okay, das heißt, ihr seid jetzt gut ein bisschen länger als zwei, drei Jahre dann am Start quasi, habt da bestimmt schon einige Projekte begleitet, da gehen wir auch gleich nochmal drauf ein. Vielleicht zu Beginn einfach nochmal, Crowdinvesting wird den meisten was sagen, aber vielleicht kannst du einfach nochmal umschreiben, weil du auch gesagt hast, ihr wollt euch als Alternative oder Ergänzung zur Bank platzieren. Was sich hinter dem Begriff Crowdinvesting jetzt sozusagen im Detail verbirgt, dass man das einfach mal ein Gefühl dafür bekommt, von was wir denn hier sprechen.

  7. Jasmin Kappler:

    Sehr gern. Also Crowdinvesting, der deutsche Begriff dafür ist Schwarmfinanzierung und am Ende des Tages ist es auch genau das. Das heißt also ein Schwarm, also die Menschenmenge sozusagen, finanziert gemeinsam mit relativ überschaubaren Volumina ein Projekt X. Das kann aus allen möglichen Bereichen kommen. Es gibt viele Plattformen, die da im Bereich Immobilien unterwegs sind oder im Bereich Startup-Finanzierung sind. Wir eben konzentrieren uns auf alles, was aus dem Nachhaltigkeitssektor kommt. Tatsache ist eigentlich das, dass man so ein bisschen versucht, diese Entwicklung auf dem Markt, wo Menschen sagen, sie haben wirklich Interesse, sich mit ihrem Kapital an Dingen zu beteiligen, die auch deren persönlichen Vorstellungen entspricht, zu beteiligen und dadurch dann eben ihre Rendite zu erwirtschaften. Und ja, Crowdinvesting ist sozusagen die Möglichkeit, dass die Menschen sagen, ich möchte wirklich konkret dieses Projekt auswählen und da mein Volumen oder mein Kapital reinstecken.

  8. Sebastian:

    Gut, vielen Dank erstmal für die Erläuterung. Bevor wir jetzt dann auf die Projektseite sozusagen rübergehen, würde ich es gerne nochmal aus Sicht von dem kleinen Investor, Einzelperson sozusagen betrachten. Du hattest vorhin Business Angel erwähnt, die haben ja normalerweise größere, wie ich sag mal, Geldbörsen sozusagen, die sich auftun, wenn sie wo investieren. Wie ist es denn, wenn die Einzelperson über Ecozins in ein nachhaltiges Projekt investieren will? Mit was für einem Betrag muss ich denn rechnen, den ich dann in die Hand nehmen muss, sozusagen, um da in einem Projekt zu starten?

  9. Jasmin Kappler:

    Also das ist natürlich auch immer ein bisschen davon abhängig, wie das einzelne Projekt sich selbst konstruiert sozusagen, also wie das Projekt das anbieten möchte. In der Regel ist es bei uns so, dass man zwischen 250 Euro und 25.000 Euro pro Person, pro Projekt, also pro Emittent, das heißt pro Projektgesellschaft sozusagen, investieren kann. Die 25.000 Euro sind vom Gesetzgeber festgelegt worden. einfach weil er sagt, das ist was für Kleinanleger und der Gesetzgeber sagt, Kleinanleger hört bei 25.000 Euro auf sozusagen. Die 250, das ist eine individuelle Entscheidung, die wir so ein bisschen mit an die Hand geben. Es gibt aber auch oder es gab auch schon Projekte, wo man mit 100 Euro investieren konnte. Das ist immer, wie gesagt, relativ projektspezifisch.

  10. Sebastian:

    Das heißt, ich kann mich da ja schon relativ frei bewegen in diesem Rahmen sozusagen. 25.000 Euro jetzt als Obergrenze, die du genannt hattest, eben auf Grundlage gesetzlicher Vorgaben dann tatsächlich. Was ist dann, ich sage mal, für den Anleger ist ja dann zum einen wahrscheinlich der grüne nachhaltige Gedankengrund dafür, in dieses Projekt zu investieren, weil man da auch daran glaubt. Ich denke, das ist so mal die Grundüberzeugung. Andererseits sollen natürlich auch die Zahlen überzeugen. Wie schaut es in puncto Rendite und auch Sicherheit für den Anleger aus? Muss er davon ausgehen, damit ein Totalverlust stattfinden kann, egal ob jetzt 250 oder 25.000 Euro, die er da investiert und welche Renditemöglichkeiten hat er dann über einen Laufzeitraum XY?

  11. Jasmin Kappler:

    Ja, also es ist tatsächlich so, dass die meisten Projekte, die wir anbieten, ein sogenanntes Nachhangdarlehen anbieten. Das heißt also quasi der Anleger, die Anlegerin geht einen Darlehensvertrag mit dem Projekt ein, heißt also stellt das Kapital dem Projekt zur Verfügung. Ergo im schlimmsten Falle könnte das Kapital weg sein, genau. Die Thematik ist wie bei allem anderen auch, wenn natürlich das Unternehmen kein Geld mehr zur Verfügung hat nach Insolvenz oder Ähnlichem, dann ist natürlich auch nichts mehr da, was an den Anleger zurückfließen kann. Wenn im Insolvenzfall Geld übrig bleibt, wird das dann dementsprechend der Anteile zurückfließen. unter Berücksichtigung der Nachrangigkeit dann verteilt sozusagen. Die Aufgabe, die wir als Ecozins sehen, ist eben, dass wir die Projektprüfungen, bevor die Projekte auf die Plattformen kommen, so umfangreich gestalten, um das Risiko möglichst gering zu halten. Auf der anderen Seite ist aber auch unsere Kommunikation hinsichtlich der Seiten der Anlegerinnen und Anleger, sodass wir versuchen, so transparent wie möglich darzustellen, was ist das Risiko, welche Chancen gibt es. Und das spiegelt sich natürlich auch immer wieder in dem Thema Verzinsung oder Rendite wieder. Logischerweise ein relativ sicheres Projekt, Ich nehme jetzt mal ein Beispiel, eine Refinanzierung von einem Bestandswindpark, wo man nicht mit Planzahlen, sondern mit Istzahlen rechnet, ist natürlich ein bisschen nachvollziehbarer und kalkulierbarer als ein reines grüne Wiese Projekt, wo man wirklich nur plant und mit Einschätzungen arbeitet. Und da variiert dann auch die Verzinsung immer so ein bisschen. Momentan ist es so, dass gerade irgendwo zwischen 3% und 6, 7% alles dabei ist, mehr oder weniger, also alles schon mal angeboten wurde. Ja, das ist so das, was man erwartet. Und dann je nachdem, wie die Projekte konstruiert sind, gibt es natürlich auch die Möglichkeit, dass da zum Beispiel Bonuszahlungen oder Erfolgszahlungen stattfinden. Das ist vor allem im Bereich Ladeinfrastruktur dann häufig an, sagen wir mal, wenn man innerhalb des Zeitraums eine gewisse Anzahl an Ladepunkten installieren konnte oder wenn man die Ziele dementsprechend, wie man es geplant hat, umsetzen konnte, gibt es dann eben nochmal einen Bonus on top oder Ähnliches.

  12. Sebastian:

    Hört sich sehr interessant an. Wie schaut das aus? Jetzt hat mir gesagt, Einzelpersonen können investieren. Könnte ich da jetzt auch mit einem Unternehmen reingehen oder ist da eure Plattform gar nicht dafür gedacht? Ich sage mal, wenn ich jetzt ein Unternehmen bin, ich bin vielleicht auch im Bereich der Nachhaltigkeit unterwegs und möchte da dann noch außerhalb meines eigenen Unternehmens da andere Projekte unterstützen, wäre das auch möglich oder ist es tatsächlich auf die Einzelperson Jasmin Kappler, Sebastian Hintzler in der Sicht begrenzt?

  13. Jasmin Kappler:

    Ja, also die Idee von Crowdinvesting ist natürlich schon ein bisschen in die Richtung ausgelegt, dass es für die Privatperson interessant gestaltet ist, einfach weil man natürlich sagt, ein Unternehmen hat andere Möglichkeiten, um auch an so ein Projekt ranzukommen, also sagen wir mal so ein reines Projekt. Je nachdem natürlich, wie umfangreich es ist. Das spielt sich irgendwo in den mehrstelligen Millionenbereichen. Da kann eine Firma oder ein Unternehmen natürlich einfacher, sagen wir mal, den Fuß in die Tür bekommen, als das eine Privatperson kann. Das heißt also, Schlussfolgerungen, Ecozins oder auch Plattformen aus dem Crowdinvesting-Bereich peilen natürlich schon als Zielgruppe Privatpersonen an. Nichtsdestotrotz geht es natürlich auch als Firma, als Genossenschaft, als Verein zu investieren. Das gibt es auch alles. Nur, sagen wir mal, von der Art und Weise, wie wir die Plattform darstellen, wäre da eine Kontaktaufnahme zu mir oder meinen Kollegen einmal angeraten, um eben die Rahmenbedingungen durchzusprechen, weil das natürlich, sagen wir mal, noch ein bisschen andere Unterlagen anfordert und auch andere Bedingungen dahinter stecken.

  14. Sebastian:

    Klar, das hätte auch von der Prüfung sozusagen nochmal ein anderes Level.

  15. Jasmin Kappler:

    Genau, also am Ende des Tages benötigt man da einfach nicht den Personalausweis oder nicht nur den Personalausweis von der handelnden Person, sondern halt einfach noch ein paar andere zusätzliche Dokumente und das muss man einfach vorab kurz durchsprechen.

  16. Sebastian:

    Hört sich interessant an. Gut, dann haben wir das auch mal eingeordnet, falls da die Rückfrage in die Richtung kommt. Jetzt haben wir das Ganze quasi aus der Sicht des Anlegers sozusagen gesehen, aus der Einzelperson oder gegebenenfalls auch. Unternehmen für eine Genossenschaft mit vorheriger Rücksprache mit dir oder einem deiner Kollegen. Wie schaut das Ganze denn aus Sicht von einem Projekt an? Nehmen wir da mal aus dem Bereich der E-Mobilität. Du hast vorhin selbst schon gesagt, okay, Ladeinfrastruktur beispielsweise. Wie würde sowas ablaufen? Oder was wäre überhaupt der Anlass von mir als einem Ladeinfrastrukturanbieter oder Wallboxanbieter zu sagen, oh, ich gehe jetzt auf Ecozins zu, weil ich eventuell Unterstützung bei Finanzierung brauche?

  17. Jasmin Kappler:

    Also da gibt es natürlich auch wieder die Motivationen, die sind sehr breit gestreut. Es gibt einmal diese Thematik, ich möchte ein regionales Projekt umsetzen. Heißt also, ich habe schon so ein bisschen die Idee, dass ich die Menschen, die da in irgendeiner Form mit in Berührung kommen könnten oder sollten, dass ich die irgendwie mit ins Boot holen möchte. Heißt also, ich möchte zum Beispiel eine Bürgerbeteiligung umsetzen. Ich nenne das jetzt mal Bürgerbeteiligung. Das ist immer so ein bisschen von der Formulierung her breiter gestreut. Mit Umsätzen heißt also, ich sage, ich habe hier ein Projekt. Wir wollen, ich als Beispiel, mal 20 Ladepunkte im Kreis Marburg. Also wir kommen aus Marburg, deswegen nehme ich jetzt Marburg. und will aber, dass die Leute, die hier wohnen sozusagen, nicht nur diese Ladesäule irgendwann mal sehen, sondern dass die da komplett mit einbezogen sind in das Projekt. Die wissen, dass das passiert. Ich begeistere die damit. Ich möchte informieren und ich möchte auch, dass die da an meinem Erfolg sozusagen mit teilhaben. Dann gehe ich zu einer Crowdinvesting-Plattform, Ecozins in dem Fall, und sage, hi, ich habe hier ein Projekt. Das sind die Projektdaten. Ich würde gerne die Möglichkeit bieten, dass das Kapital auch von den Menschen aus der Umgebung sozusagen mit einbezogen wird für einen Zinssatz X und dann machen wir sozusagen die Regulatorik, machen wir diesen kompletten technischen Ablauf, der für eine solche Finanzierung möglich ist oder nötig ist und genau, der Projektentwickler bekommt dann am Ende des Tages sozusagen das Kapital von seinen Nachbarn.

  18. Sebastian:

    Da sind wir jetzt quasi bei dem regionalen Projekt. Das hört sich nachvollziehbar an, vor allem diese transparente Darstellung, dass du sagst, okay, ich sage mal, du hast ja vorhin gesagt, ihr habt einen ausführlichen Prüfungsprozess, Chancen, Risiken und die ganze Geschichte und Hintergrund davor, das gibt man ja dann auch sozusagen der Bürgerbeteiligung mit auf den Weg und legt das ja auch nochmal auf einem ganz anderen Level dann sozusagen offen. Also finde ich sehr gut und vor allem auch die Möglichkeit zu sagen, hört zu, ihr könnt euch hier aktiv mit einbringen. Das wäre jetzt das eine Thema. Was wäre noch so ein anderes Beispiel, wo du gesagt hast, wo es gibt...

  19. Jasmin Kappler:

    Genau, also Punkt zwei ist natürlich das Kapital, das eingesammelt wird. Das ist Mezzanin-Kapital. Mezzanin-Kapital bedeutet Eigenkapital, ähnliches Fremdkapital. Bedeutet am Ende des Tages, ich sage mal, habe in der Projektentwicklung relativ gängiges Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital in 2080. Habe aber jetzt als eigener Projektentwickler heute, weil zum Beispiel in andere Projekte gebunden, nur 10 Prozent Eigenkapital. Das würde bedeuten, mein Fremdkapital wird unglaublich teuer, wenn ich überhaupt welches bekomme. Und dann kann der Projektentwickler natürlich sagen, hör mal zu, ich habe Lust, für die Zeitraum X das restliche Eigenkapital zwischenzufinanzieren oder das restliche Eigenkapital über eine Crowd einzusammeln. In dem Fall ist es dann Mezzaninkapital, zählt aber von Bankenseite als Eigenkapital und somit kriege ich attraktivere Konditionen für meine Fremdfinanzierung. Das wäre auch noch ein Ansatz.

  20. Sebastian:

    Und gibt es noch einen dritten Ansatz, wenn du so sagst, das wäre auch noch ein Ansatz?

  21. Jasmin Kappler:

    Genau. Der dritte Ansatz, das ist so eine kleine Kombination aus eins und zwei. Das ist aber, muss ich ehrlich sagen, auch relativ häufig im Bereich erneuerbare Energien. Die Thematik, das ist so eine Kombination aus Marketing und Gesetzgebung. Also gerade im Bereich zum Beispiel Windenergie gibt es Bundesländer, beziehungsweise... Zumindest ein Bundesland, wo das so ist, dass wenn ein Windpark gebaut wird, gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Menschen in einem gewissen Radius um diesen Windpark herum beteiligt werden müssen. Also die müssen die Option haben, sich daran zu beteiligen. Da gibt es dann auch verschiedene Konstrukte und Crowdinvesting ist halt eine, die für den Projektentwickler relativ wenig Aufwand und relativ einfach umzusetzen ist. Das ist alles sehr transparent, alles einfach über die Plattform. Das heißt, auch der Anleger hat am Ende des Tages nicht die Notwendigkeit, irgendwo persönlich vorzutreten und irgendwo eine Unterschrift zu leisten, sondern kann das alles ganz einfach online über Ecozins machen. Und das ist in Kombination mit, wie gerade eben schon mal angekündigt, mit dem Thema Marketing, also quasi umzusetzen. ein Projekt bekannt zu machen, um ein Projekt positiv in der Region oder in der Umgebung in die Münder und Köpfe der Menschen zu bekommen. Das ist auch oftmals noch ein Aspekt, wo vielleicht Kapital oder Kapitalbedarf keine Rolle spielt. Da geht es dann mehr um so Dinge wie Marketing oder Verpflichtungen.

  22. Sebastian:

    Okay, das feuchtet auch ein. Das heißt, das sind so die drei gängigsten Arten sozusagen? von Projekten oder warum Projekte bei euch umgesetzt werden. Was ist denn von diesen drei, was kommt bei euch am häufigsten vor, so von der Erfahrung der letzten Jahre dann?

  23. Jasmin Kappler:

    Also tatsächlich im Bereich erneuerbare Energien ist es sehr, sehr häufig das Thema Marketing oder Verpflichtung, dass man quasi in irgendeiner Form auch mit zum Beispiel Landeigentümern oder Gemeinden, um einen Projektzuschlag zu bekommen, eben vertraglich eingegangen ist, dass man eine solche Beteiligung umsetzt. Ich würde jetzt mal sagen, gerade im Bereich E-Mobilität und Ladeinfrastruktur oder Ähnlichem ist es sehr, sehr häufig das Thema Kapitalbindung, dass man versucht eben, sagen wir mal, mit einem geringeren Eigenkapital ein größeres Volumen an Projekt umsetzen zu können und dann halt eben dieses Thema mit Sanin mit reinbringt.

  24. Sebastian:

    Also in dem Fall unser zweites Beispiel, was du erklärt hattest.

  25. Jasmin Kappler:

    Genau.

  26. Sebastian:

    Ja, hört sehr interessant an. Wie ist das vom, ich sag mal, ihr macht das ja jetzt auch nicht nur, weil ihr nur Nachhaltigkeit nach vorne pushen wollt sozusagen, sondern ist ja auch euer Geschäft dahinter, schlussendlich das ganze Prüf zusammenzustellen. Wer bezahlt euch dafür, damit ihr quasi diese ganze Abwicklung, Prüfung und Abwägung dort übernehmt?

  27. Jasmin Kappler:

    Also für die Anlegerinnen und Anleger entstehen bei uns keine Kosten. Das heißt, logischerweise bedeutet der Projektentwickler bzw. Emittent hat einen Kostenteil zu tragen. Das ist auch immer ein bisschen, sagen wir mal, unterschiedlich strukturiert. Wir schauen uns natürlich die Wirtschaftlichkeit des Projektes an und sind da auch, sagen wir mal so, ich nenne es jetzt wieder nachhaltig eingestellt, dass wir natürlich nicht versuchen, mit Biegeln und Brechen die letzten Euro aus den Projekten rauszudrücken und somit dann quasi ein größeres Risiko auf das Projekt zu setzen, sondern wir schauen uns das jeweils ganz individuell an und haben dann, sagen wir mal, drei Faktoren, die da infrage kommen. Das ist einmal sowas wie eine Setup-Gebühr. Das ist etwas, was ein fixer Betrag, der dann halt eben vorab Oder im Laufe des Prozesses, den wir gemeinsam vor der Platzierung auf der Plattform in Rechnung stellen. Da geht es dann um Dokumentenerstellung, um Beratung, um Homepage und alles drum und dran. Die technische Einbindung, Kommunikation mit dem Treuhänder, all diese Themen fließen da mit ein. Dann gibt es eine Provision auf... die Platzierung, also quasi das Volumen, das eingesammelt wird. Da gibt es eine einmalige prozentuale Gebühr sozusagen. Und dann, das ist natürlich auch immer ein bisschen abhängig, ob man das benötigt oder nicht. Wir hatten jetzt tatsächlich noch kein Projekt, das das nicht wollte. Das Thema Anlegerverwaltung heißt also die Betreuung der Anlegerinnen und Anleger und auch eben, sagen wir mal, von steuerlicher Seite her oder auch von administrativer Seite her, nachdem das Kapital eingesammelt und das Projekt sozusagen in der Umsetzung ist. Heißt also, wir betreuen in dem Fall oder wir sind Ansprechpartner für Anlegerinnen und Anleger. Wir kümmern uns um die Thematik rund um Steuerbescheide, Kapitalertrag, Steuermeldungen und so weiter und so fort. Und das natürlich über die gesamte Laufzeit hinweg. Also quasi, wenn so ein Projekt eine Laufzeit X hat, dann sind wir über die komplette Laufzeit der Betreuer. Das wird auch nochmal mit einer prozentualen Gebühr über die Laufzeit hinweg sozusagen durchgeführt.

  28. Sebastian:

    Ja, das heißt eure Kosten, die fallen dann auf jeden Fall an oder macht ihr das erfolgsabhängig? Das heißt, wenn das Projekt komplett sozusagen finanziert ist, kommen dann eure Kosten erst zum Tragen oder ist das auch gestaffelt, dass ihr sagt, okay, Setup-Gebühren werden auf jeden Fall anfällig sozusagen, weil ihr müsst es ja auf jeden Fall platzieren bei euch auf der Plattform, aber Provisionsvolumen und die Anlegeverwaltung ergibt ja eigentlich nur Sinn, wenn das Projekt dann auch tatsächlich durchfinanziert ist.

  29. Jasmin Kappler:

    Genau. Also es ist auch tatsächlich so, dass viele Projekte, vielleicht nochmal zum Verständnis, viele Projekte haben eine sogenannte Funding-Schwelle. Das heißt, da ist vorab festgelegt und durchkalkuliert, ab welchem Volumen macht es denn wirklich Sinn. Heißt also, wenn ich als Projektentwickler eine Million Euro brauche... Und es ist so, man hat grundsätzlich ein Jahr Zeit, dieses Kapital einzusammeln. Das ist auch vom Gesetzgeber so vorgeschrieben. Das heißt, da gibt es einen Gestattungsprozess. Und ab dem Abschluss des Gestattungsprozesses gibt es die Möglichkeit, ein Jahr lang Geld einzuwerben über die Crowd oder über dieses Angebot sozusagen. Und wenn jetzt innerhalb dieses Angebots nicht ein Volumen X, das vorab sozusagen definiert wurde, eingesammelt wird, dann macht das Projekt aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn, zumindest nicht in dem Konstrukt. Und dann wird das Projekt rückabgewickelt. In der Zeit liegt auch das Kapital der Anlegerinnen und Anleger auf einem Treuhandkonto. Das heißt, das kann auch nicht angefasst werden, da passiert nichts mit. Und dann findet natürlich kein Projekt statt und dann werden die dementsprechenden Gebühren natürlich auch nicht abgerechnet.

  30. Sebastian:

    Hört sich ja fair an für alle Seiten sozusagen. Und du hast schon gesagt, das Geld verbleibt auf einem Treuhandkonto. Das heißt, ich als Einzelperson wieder, wenn ich es jetzt aus der Sicht sehe, habe da in dem Sinne erstmal kein Risiko, weil das Geld ist nur geparkt. Wenn das nicht zur Finanzierung durchkommt, geht das Geld einfach wieder auf mein Konto zurück. Okay, das ist gut. Jetzt hast du gesagt, es gibt gewisse Fundingschwellen, die erreicht werden müssen. Jetzt die andere Frage vielleicht auch. Ich habe ein Projekt, wir sind wieder bei der Ladestation oder bei dem Ladepark. Ab was für einer Größe, Geldsumme lohnt es sich eigentlich für mich, so eine Plattform wie Ecozins zu nutzen? Gibt es da irgendwas? Kann ich da mit 25.000 Euro anfangen oder sagt ihr, es wäre schon sinnvoller, in die Richtung 250.000 zu gehen?

  31. Jasmin Kappler:

    Also ich glaube, rein in der Theorie könnte man natürlich mit 25.000 Euro anfangen. Nur mal so ganz vom Gedankengang her, um das auch für die Projektentwickler mit, sagen wir mal, Gebühren und Co. wirklich als interessant darzustellen, müssten es, glaube ich, so um die, also ich würde mal sagen, 100.000 aufwärts und umso mehr, umso attraktiver wird es natürlich dann.

  32. Sebastian:

    Okay, ja, vielen Dank. Ich denke, das ist wichtig, dass man es einfach auch einordnen kann, wenn jetzt jemand zuhört, der eben so ein Projekt da eventuell starten möchte, dass man da einfach auch eine Hausnummer hat und sagt, okay, ab da geht es dann hin. Klar, du hast vorhin die Setup-Gebühr genannt, das dachte ich mir jetzt schon fast, dass da eine gewisse Summe dann einfach auch erreicht werden muss, damit es sich dann eben für beide Seiten auch lohnt.

  33. Jasmin Kappler:

    Also vielleicht die Gegenseite noch. Gesetzlich ist es begrenzt auf sechs Millionen Euro momentan, wenn ich jetzt nicht gerade völlig…

  34. Sebastian:

    Ja, das ist ja auch gut zu wissen. Ich meine, ich weiß nicht, ob man in so einem Fall, gut wird es wahrscheinlich auch geben, dass man dann auf so eine Crowdinvesting-Plattform zurückgreift, aber 6 Millionen ist ja schon mal eine Hausnummer, die dann auch überhaupt zusammenzubekommen und dann auch die Menschen sozusagen dafür zu interessieren oder aktivieren dann tatsächlich. Wenn wir gerade bei dem Thema noch sind, das ist eigentlich ein ganz guter Ansatz, übernehmt ihr auch einen Teil von Marketing dafür dann, um auf diese Projekte ausmerksam zu machen oder sagt ihr, ihr stellt quasi die Plattform und das Marketing für so eine Crowdinvesting verbleibt dann bei dem jeweiligen Projektleiter?

  35. Jasmin Kappler:

    Es ist natürlich auch wieder so ein bisschen individuell zu betrachten. Also es gibt natürlich Projektentwickler, die haben ein Netzwerk, das ist deutlich weitreichender als unseres. Da ist es natürlich empfehlenswert, dass die auch ihr eigenes Netzwerk mit einbeziehen. Aber ganz grundsätzlich sehen wir das schon als unsere Aufgabe, dass wir da sozusagen unser Netzwerk mit reinnehmen, dass wir unsere Kanäle nutzen. Und dadurch, dass wir halt eben die Projektprüfung vollumfänglich durchführen und nur Projekte, hinter denen wir auch hundertprozentig stehen, auf die Plattform nehmen, sehen wir das auch so ein bisschen in unserer Verantwortung, dass diese Projekte auch umgesetzt werden. Und dementsprechend machen wir natürlich auch den Marketing-Teil, solange nicht explizit vom Projektentwickler-Initiator gesagt wird, wir haben hier schon quasi alles in der Region verankert und es geht nur noch darum, die Technologie abzudecken. Wir brauchen euch da gar nicht. Die Möglichkeit gibt es natürlich auch.

  36. Sebastian:

    Klar, gut, das ist auch nachvollziehbar, aber ich finde es auch gut, dass ihr sagt, okay, ihr macht auch diese Hybridlösung, dass im Endeffekt auch tatsächlich ihr auch unterstützt, klar, ihr habt ja Provisionsmodelle, das heißt, ihr profitiert ja auch schlussendlich davon, wenn es zur Umsetzung kommt, deswegen verstehe ich auch, dass ihr euch mit einbringt beim Marketing. aber auch gut zu sehen, dass wenn euer Kunde sozusagen auf euch zukommt und sagt, hör mal zu, für uns ist es interessanter, damit die ganze Geschichte bei uns verbleibt, dass wir einfach die Kontrolle drüber haben, über das Marketing, wie es gestaltet ist, ist ja dann nachvollziehbar, dass man das so macht. Dann war es das sozusagen mit meinen Fragen zu dem Projekt. Ich danke dir nochmal für die Einblicke, Jasmin, bei Ecozins, wie das Ganze vonstatten geht und bin gespannt, ob der ein oder andere über den Podcast auf euch zukommt.

  37. Jasmin Kappler:

    Ja, genau, super. Und wie gesagt, man kann sich da auch bei uns mal so ein bisschen angucken, was aktuell zur Verfügung steht und anhand dessen dann sowohl als Privatanlegerinnen und Privatanleger sich Gedanken machen oder aber auch als Projektentwickler, Initiator mal so ein bisschen einen Eindruck verschaffen, was da sozusagen aktuell auf der Plattform ist und wie das funktionieren könnte, sowohl von Seite A als auch von Seite B, ne?

  38. Sebastian:

    Da werden wir auf jeden Fall drauf verlinken und werden bestimmt, auch wenn da Interesse ist oder sich jemand an uns wendet, das entsprechend an euch weiterleiten. Ja, super. Ja, vielen Dank für deine Zeit, Jasmin. Mach's gut.

  39. Jasmin Kappler:

    Ich danke dir. Ciao. Tschüss.

  40. Sebastian:

    Das war sie also auch schon, die aktuelle Folge des elektronischen News.net Podcast. Ich freue mich, dass du wieder eingeschaltet hast, wenn es um das Thema E-Mobilität ging. Ich denke, du konntest einiges Interessantes mitnehmen aus der Welt des Crowdinvesting oder Schwarmfinanzierung, wie es auf Deutsch heißt. Oder zumindest übersetzt wird die ganze Geschichte. In der kommenden Woche haben wir schon jemanden zu Gast bei uns, der mit so einem Crowdinvesting-Projekt aus dem Bereich der E-Mobilität einen Start gebracht hat. Ja, würde mich freuen, wenn du dann auch zuhörst, einschaltest und dich darüber informierst, was denn da so passiert ist. Vielen Dank fürs Zuhören, mach's gut, bis dahin, ciao.