CarryLarry über deren E-Plattform für Mikro Mobilität aus Österreich

Im Gespräch mit Michael Wild, Mitgründer von CarryLarry

Michael Wild ist einer von vier Mitgründer des E-Start-Ups CarryLarry aus Österreich. Als Student an der TU Graz lebt Michael, wie seine Mitgründer, sein Interesse für die E-Mobilität im Studententeam Tera Tu Graz Eco Racing Team aus. Doch bei diesem einen Berührungspunkt zur Elektromobilität ist es nicht geblieben. Mit CarryLarry bringen die vier ihre eigene E-Plattform auf die Straße, welche die Mikro Mobilität umkrempeln soll.

Bis zu 50 km Reichweite sollen drin sein. Wobei es hinsichtlich der Leistung noch darauf ankommt, welche schlussendliche Serienvariante CarryLarry weiterverfolgt. Dank Wechsel-Akkus und On-Board-Lader hat man aber auch schnell wieder mehr Reichweite mit an Bord. Am besten hörst du aber einfach selbst rein und lässt dich von Michael hinter die Kulissen seines Start-Ups entführen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektronischen News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch in der aktuellen Folge wieder zugeschaltet hast. Heute geht es natürlich mal wieder um das Thema E-Mobilität, allerdings nicht im klassischen Pkw-Sinne, sondern im Bereich der Mikromobilität bewegen wir uns heute. Hierzu habe ich mich mit Michael Wild, einem der vier Mitgründer von CarryLarry, einem österreichischen Startup, ausgetauscht. Carrie Larry versteht sich selbst als E-Mobilitätsplattform im Mikromobilitätstransporterbereich. Was es damit aber genau auf sich hat, das hörst du nach einer kurzen Werbung und dann geht es direkt ins Gespräch rein mit Michael. Viel Spaß damit. Die Zukunft fährt elektrisch. Das ist eine Tatsache, die uns hier bei elektroauto-news.net schon länger bekannt ist. Von daher freut es mich ganz besonders, dass uns Mercedes-Benz Vans in der aktuellen Folge unterstützt. Die neuen E-Vito und E-Sprinter machen Mercedes-Benz Vans im gewerblichen Transportbereich zum Wegbereiter der E-Mobilität. Als Deutschlands aktuell einziger Anbieter findet man dort batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge im Mid-Size und Large-Van-Segment vor. Mit der geplanten elektrisch angetriebenen Variante des Citan wird Mercedes-Benz Vans zum Full-Range-Anbieter. Dank der EQ-Ready-App, die es gibt, kannst du einen elektrischen Van ganz entspannt mit deinem eigenen Smartphone probefahren. Ja, aber wie funktioniert das? Das ist eigentlich ganz simpel, denn die App zeichnet dir deine Strecken auf, analysiert dein individuelles Mobilitätsverhalten und berechnet dann den theoretischen Energieverbrauch, um so ein Fahrprofil zu erstellen, das verrät, ob ein elektrischer Van für dich und dein Geschäft in Frage kommt. Eigentlich eine perfekte Ausgangslage, denn wie wir selbst wissen, zeigen die elektrischen Vans, dass sich lokal emissionsfreies Fahren, überzeugende Fahrleistung, Komfort und niedrige Betriebskosten bestens kombinieren lassen. Und dank der EQ Ready App weißt du auch, ob sie für dich in Frage kommen. Willkommen zurück zur aktuellen Podcast-Folge. Servus Michael, schön, dass du dir die Zeit nimmst, dass wir uns heute ein wenig über euer Startup CarryLarry unterhalten können. Und ich würde mich freuen, wenn du dich einfach mal kurz vorstellst zu Beginn und auch gerne euer Startup, was sich hinter CarryLarry denn verbirgt.

  3. Michael Wild:

    Ja, hallo Sebastian. Freut mich sehr, dass du uns bzw. mich da heute eingeladen hast und dass wir da unser Fahrzeug vorstellen dürfen. Ja, vielleicht kurz zu mir. Also mein Name ist Michael Wild. Ich bin aus Österreich und studiere in Graz und habe gemeinsam mit noch drei Kollegen von mir Ende 2019 die Firma CarryLarry gegründet und wir haben uns als Ziel gesetzt, wirklich die Mikromobilität voranzubringen, muss man sagen. Und entstand das ganze Projekt auf der Technischen Universität Graz, also wir sind eigentlich so ein bisschen ein Spin-off, kann man fast sagen. Und wir haben uns im Vorfeld schon viel hobbymäßig mit Elektromobilität beschäftigt, sind eben alle vier auch Mitglieder im Studentenverein der TU Graz, welcher sich eben mit nachhaltiger Mobilität beschäftigt, dem DERA Eco Racing Team. Und genau, haben dann nach Ja, doch, einigen Jahren Tätigkeit im Verein irgendwann für uns beschlossen, wir wollen was machen, was wirklich auf die Straße kommt und mit dem man wirklich einen Impact da machen kann. Genau, haben dann so eigentlich, ja, ein bisschen Hals über Kopf, muss man fast sagen, Ende 2019 dieses Projekt gestartet.

  4. Sebastian:

    Da habt ihr euch aber mit der urbanen Mobilität oder Mikromobilität ja auch ein schönes Thema ausgesucht und seid ja jetzt auch nicht den klassischen Weg gegangen sozusagen, wie man es vielleicht von den anderen Unis kennt, dann ja, wir machen mal eine Software, wir programmieren eine App oder so, sondern ihr habt euch ja bewusst ein Produkt ausgesucht und vielleicht verlierst du einfach auch mal direkt ein paar Worte zu dem Produkt, worum es denn geht. Wir gehen dann natürlich später nochmal näher darauf ein, bloß dass die Hörer schon mal wissen, über was wir uns denn genau da unterhalten.

  5. Michael Wild:

    Ja, gerne. Wir haben wirklich in erster Linie ein Hardware-Produkt, was vielleicht momentan sogar ein bisschen untypisch ist für Startups, muss man schon fast sagen. Wir wollen wirklich eine kompakte und robuste Elektro-Plattform anbieten, welche von den Abmessungen her wirklich auf die Bedürfnisse der Mikromobilität im urbanen Bereich zugeschnitten ist. Also wirklich unser Hauptaugenmerk war eben auf wirklich kompakte Abmessungen. Also unser Fahrzeug ist einen Meter breit und 2,20 Meter lang, um eben noch auf Radlwegen fahren zu können. Und auch die Längenabmessung resultiert daraus, dass wir eben gesehen haben, wenn man quer auf einem normalen Autobarkplatz Platz findet, findet man doch wesentlich leichter einen Parkplatz. Und Genau, wir haben uns dann, haben dann eben vorab etliche Gespräche gehabt mit potenziellen Kunden und uns die Bedürfnisse angeschaut, also zum Beispiel eben Kurierdienste, Lieferdienste, aber auch Cateringdienste und noch einige andere und haben dann erkannt, ja, die haben eigentlich prinzipiell alle ein bisschen unterschiedliche Anforderungen, was den Aufbau angeht. Aber so die Plattform, die Anforderungen, also die Anforderungen an Reichweite und Nutzlast, so wie gesagt, sind eigentlich relativ ähnlich. Uns hat dann der Plattform-Gedanke ganz gut gefallen und haben dann eben wirklich angefangen, da eine Plattform zu entwickeln, genau.

  6. Sebastian:

    Vielen Dank schon mal für die Einblicke. Das hat ja jetzt auch schon meine Folgefrage sozusagen beantwortet, wo es dann eben darum ging, warum für eine Plattform entschieden. Aber das hast du ja gut erklärt oder erläutert. Ihr bietet quasi die Basis dafür, die dann auch für unterschiedlichste Abnehmerkunden sozusagen verwendet werden kann, auf denen ihre Ansprüche angepasst wird dann eben durch unterschiedliche Aufbauten. Ich denke, da kommen wir auch gleich nochmal zu sprechen. Aber um das nochmal klarzustellen, ihr seid jetzt kein Kleinfahrzeug, also im Sinne von einem Auto oder so, sondern ihr seid schon, ihr versteht euch da schon eher in die Richtung E-Bike oder wie würdest du es einordnen?

  7. Michael Wild:

    Genau, auf alle Fälle. Also aus der rechtlichen Sicht wollen wir prinzipiell zwei Varianten anbieten. Einmal gibt es eben die E-Bike-Variante oder halt Bedelec-Variante, je nachdem, in welchem Land wir uns befinden. Also in Österreich haben wir die schöne Situation, muss man sagen, dass man auch ohne Treten quasi wirklich als E-Bike in die Bedelec-Verordnung noch fällt, bis zu einer gewissen Maximalleistung. Und das natürlich eine besondere Designfreiheit ermöglicht, würde ich mal sagen. Und die zweite Variante ist eben doch als Leichtfahrzeug, als LSX-E, als leichtes Straßenquad, wie man es so schön nennt, wo wir eben auch 45 kmh Variante anbieten wollen. Genau, aber es ist wirklich kein Auto, es ist wirklich von den Abmessungen sehr kompakt. Genau, und wir verstehen uns wirklich, wir wollen eigentlich wirklich eher an die Mikromobilität. Das ist unser Schwerpunkt. ist er wirklich eher Geschwindigkeiten bis 25 kmh. Wirklich kompakt und langsam ist ein negatives Wort, aber ich würde sagen, die Geschwindigkeiten, die notwendig sind.

  8. Sebastian:

    Das ist ja auch der richtige Ansatz aus meiner Sicht. Man muss ja nicht immer noch mehr Tempo auf die Straße bringen, wenn dann auch weniger ausreicht, um dann das gleiche Ergebnis zu erzielen. Da habt ihr schon recht.

  9. Michael Wild:

    Genau, so ist es.

  10. Sebastian:

    Ja, das heißt aber, ihr haltet euch das quasi offen, ob ihr da eben dann noch auf die leistungsstärkere Variante geht. Jetzt ist aber vielleicht, oder wie du ja schon eingeordnet hast, das Thema Geschwindigkeit eher zweitrangig. Wahrscheinlich ist ja eher der Faktor Reichweite und Alltagsnutzen sozusagen. Kannst du das denn ein wenig einordnen? Wie viel kann ich denn mit meinem CarryLarry dann zurücklegen, wenn das Fahrzeug dann den gleichen Namen wie das Unternehmen trägt oder die Plattformen?

  11. Michael Wild:

    Ja, also wir bezeichnen unser Fahrzeug auch als unser CarryLarry sozusagen. Also das heißt wirklich gleich. Ja, von der Reichweite her, wir streben so an 40 bis 50 Kilometer voll beladen im urbanen Umfeld, weil das ist einfach die Reichweite, die eigentlich für alle Kunden, mit denen wir gesprochen haben, ausreichend ist. Also wir haben wirklich festgestellt, mehr Reichweite ist einfach nicht nötig. Und realisieren wollen wir das eben mit dem, wir haben zwei Akkus zu je 1,6 Kilowattstunden und die kann man herausnehmen, außer vom Fahrzeug laden, aber wir haben auch ein Onboard-Ladegerät, um eben den Kunden die volle Flexibilität zu ermöglichen. Weil eben unser Feedback war, Viele sind sich noch nicht sicher, wo sie laden können. Haben sie einen Stromanschluss? Haben sie keinen Stromanschluss? Und deswegen haben wir uns dafür entschieden, wirklich ein Onboard-Ladegerät einzubauen, für die, die Onboard laden wollen und aber auch herausnehmbare Akkus, für die, die herausladen wollen.

  12. Sebastian:

    Quasi das Beste aus beiden Welten und das heißt, man könnte ja dann rein theoretisch auch die Akkus wahrscheinlich gesondert nochmal bei euch erwerben, wenn ich jetzt sage, ich betreibe die Fahrzeuge in der Flotte, ich muss vielleicht dann doch am Tag mal mehr Kilometer zurücklegen, dann kommt halt das Fahrzeug zurück in die Zentrale, kann dort den Akku austauschen und könnte dann ja rein theoretisch auch wieder 40 bis 50 Kilometer zurücklegen.

  13. Michael Wild:

    Genauso ist es. Wir haben eben das Austauschen, das ist immer sehr flexibel. Und man muss auch sagen, wir haben bei der Konstruktion im Unterboden des Fahrzeugs quasi noch Platz freilassen, wo noch weitere Akkus Platz hätten. Also falls wirklich Bedarf besteht, können wir das nachrüsten, ohne das ganze Fahrzeug neu bauen zu müssen, neu konstruieren zu müssen.

  14. Sebastian:

    Es ist ja vernünftig, dass ihr eure Plattform oder das Fahrzeug dann schon so zukunftsfähig aufgestellt habt, wenn ihr das schon angeht. Vielleicht kannst du auch gerne noch ein wenig über die Technik dahinter erzählen. Zum Laden hast du jetzt schon was gesagt. Wie geht es denn mit der Bedienung? Wie muss ich mir das denn vorstellen? Habe ich einen klassischen Sattel, wo ich drauf sitze, wie bei einem E-Bike, wie bei einem Pedelec? Oder stehe ich da? Was für Möglichkeiten gibt es noch? Und Ich sage mal so, gerade wenn ich urban unterwegs bin, Lieferantenverkehr, habe ich die Möglichkeit für Navi, wie wird das Ding abgeschlossen, dass du uns da mal noch abholst?

  15. Michael Wild:

    Ja, gern. Also zur Bedienung, unsere oberste Prämisse war eigentlich die Einfachheit. Es soll wirklich ganz einfach sein, weil wir festgestellt haben, die Lieferdienste haben oft doch hohe Fluktuation unter den Mitarbeitern und da will man nicht viel Zeit mit Einschulungen verschenken. Also das Bedienkonzept fange ich so an, wenn du da früh starten willst mit dem Fahrzeug zum Ausliefern, dann holst du dir einen Schlüssel, das ist so ein kleines Chip, mit dem gehst du zum Fahrzeug hin und drückst einmal den Einschaltknopf. Wenn du den drückst, dann fängt das Fahrzeug zum Leuchten an, das Tagfahrlicht geht an, die Displaybeleuchtung geht an und du kannst sofort aufsteigen und aufsteigen heißt, du nimmst eigentlich deine stehende Fahrerposition ein, Es gibt zwar einen Sattel, aber das Fahrzeug wird eher im Stehen gefahren. Also es gibt eine kleine Plattform, da stellt sich der Fahrer drauf. Und durch die stehende Position hat man immer sehr gute Übersicht über den Straßenverkehr, weil man doch halt höher ist als die meisten anderen Verkehrsteilnehmer. Und wenn man dann doch länger unterwegs ist, kann man den Sattel eben auf seine gewünschte Höhe einstellen und der unterstützt einen dann. Also das kann man sich so ein bisschen wie einen Barhocker vorstellen, der mal längere Fahrten angenehm macht. Aber wenn man schnell hop on hop off hat, wie es im Lieferdienste der Fall ist, dann kann man den Sattel auch runterstellen und man kann dann wirklich raufspringen quasi auf das Fahrzeug, ohne irgendwo drüber steigen zu müssen oder sonst irgendwelche Sachen zu machen, die im Weg sind. Also man muss nicht irgendwo reinschlüpfen oder genau irgendwas in die Richtung. Eben dann von der Bedienung, wenn man dann eben oben auf dem, also man stellt sich vor, man steht auf dem Fahrzeug, man hat vielleicht den Sattel so eingestellt, dass man sich wie auf so einem Barhocker sich bequem machen kann, kann man direkt das Gas geben. Also wir haben so ein Daumengas und mit dem kann man dann losfahren. Dazu muss man eben sagen, rechtlich muss man ein bisschen aufpassen. In Österreich geht das eben als Fahrrad auch rein elektrisch. Das ist so leider in Deutschland nicht möglich. Da müssen wir uns dann noch ein bisschen ausdetaillieren, das Konzept, dass wir quasi eine Variante auch für den deutschen Markt anbieten können. Aber prinzipiell anbieten wollen wir es prima so, man steckt auf, es ist rein elektrisch, man gibt Gas, kann lenken, ganz normal wie beim Moped eigentlich. Es hat aber vier Räder, kann dementsprechend auch nicht umfallen. Und von der Bedienung aus ist es sehr ans Moped angelehnt. Also es gibt eben Abblendlicht, es gibt ein Fernlicht, es gibt Blinker, es gibt eine Warnblinkanlage und eben auch ein großes Display, welches dann die Geschwindigkeit, den Akkustand und so weiter anzeigt. Und was auch noch ganz wichtig ist, es gibt einen Rückwärtsgang, mit dem man einfach rangieren kann.

  16. Sebastian:

    Ja, den brauchst du auf jeden Fall, weil ich denke auch mit so einem doch kompakten Fahrzeug wirst du doch das eine oder andere Mal in die Verlegenheit kommen, dass du dann rückwärts fahren musst. Auch ansonsten hört es sich natürlich echt gut an und auch überlegt und auch, dass man sich dann Fahrzeuge anlehnt, ich sage mal das Moped, das man schon so von der Bedienung her kennt oder wo ja auch jeder hinbekommt, ist ja... Sehr gut nachvollziehbar. Jetzt im Vorgespräch bzw. in den Vorab-Infos hast du mir auch mitgeteilt, dass GPS-Tracking möglich sein soll oder ist, was ja sicherlich auch für gerade den Einsatz in Flotten gedacht ist, wenn der Kunde von euch oder der Flottenbetreiber wissen will, wo seine einzelnen Modelle unterwegs sind.

  17. Michael Wild:

    Genau, also wir haben unser Schließsystem quasi, das hat immer GPS und ein GSM-Modul integriert. Und unser Fahrzeug ist ja mit einem CAN-Bus-System ausgestattet. Ich meine, das ist jetzt schon ein bisschen technisch, aber prinzipiell, wie im Automobil, war überall ein Bus-System. Und die ganzen einzelnen Komponenten, wie Motorkontroller, Akku und so weiter, schreiben auf dieses Bus-System. Und dadurch ist es relativ leicht möglich, dem Kunden alle möglichen Fahrzeugdaten in Echtzeit dann zu vermitteln. Also aktueller Akkustand zum Beispiel, Position, die Motorströme, solche Sachen, wenn es gewisse Auswertungen interessant ist. Und was wir auch implementieren, was wir vorgesehen haben zu implementieren, auch so Sachen wie Achslasten zum Beispiel zu übermitteln. Also weil wir uns auch manche Kunden gesagt haben, ja, die Technik ist so neu und auch das Einzelgebiet ist so neu, sie wissen gar nicht so genau, wie viele Pakete werden wirklich transportiert, welches Ladungsgewicht hat man denn in der Praxis wirklich und dass wir da wirklich auch Daten sammeln können für die Kunden. Also das ist uns auch wichtig, dass man da wirklich, ja, ich würde mal sagen, im 21. Jahrhundert angekommen ist.

  18. Sebastian:

    Ja, ist ja auch vernünftig. Wenn ihr die Technik schon zur Verfügung habt, die mit einzubauen, vor allem dann aber auch für euch natürlich zu lernen, nicht nur für eure Kunden, sondern auch für die Plattformen, um die weiterzuentwickeln, ist das sicherlich auch sehr sinnvoll. Kannst du denn was zu den Kosten verraten von so einem Fahrzeug? Also ist es denn überhaupt leistbar, sage ich mal, für kleinere Flotten? Was habt ihr da vorgesehen? Habt ihr da schon eine Richtung, wo es hingehen soll? Oder ja...

  19. Michael Wild:

    Ja, wir sind prinzipiell da noch recht am Anfang, aber natürlich haben wir schon eine Richtung. Unser Ziel ist es, in die Größenordnung von den guten, kommerziellen Lastenfahrrädern zu kommen. Also ich würde mal sagen, 15.000 Euro ist ja so die Größenordnung. Natürlich, wenn ich jetzt so erzähle mit der Akkukapazität und mit der Technik, habe ich das Gefühl, das wird ja recht ein teurer Spaß. Wir wollen das damit kompensieren, dass der Aufbau vom Fahrzeug wirklich sehr, sehr einfach ist. Auch wenn das Fahrzeug nicht so aussieht, es soll attraktiv aussehen und ich freue mich schon, wenn ihr auf LinkedIn wirklich das Foto vom fertigen Fahrzeug veröffentlicht. Da wird man sehen, das Aussehen war schon wichtig, aber trotzdem der Aufbau ist sehr, sehr einfach. Also sehr viele ganz einfache Blechteile, Blechbiegeteile, quasi Wir haben kein einziges Frästeil, sehr, sehr wenige Drehteile, sind auch wenig Schweißteile, wirklich von der Fertigung sehr, sehr einfach, um den Rahmen und das Fahrwerk möglichst günstig zu machen, um dann noch ein bisschen Budget zur Verfügung zu haben, um andere Technik einzubauen.

  20. Sebastian:

    Ja, vielen Dank, Michael, dafür deine Ausführung. Und wie ist es, bietet ihr den CarryLarry dann in Anführungsstrichen nur zum Verkauf an? Wollt ihr auch Leasing-Modelle, Langzeitmiete oder generelle Mietmodelle an den Start bringen, dann zumindest mal in so nachgelagerten Stufen?

  21. Michael Wild:

    Ja, wollen wir schon. Also wir wollen eigentlich mit Verkaufen anfangen, wenn es geht. Wenn wir durch Leasingpartner finden, wäre es, also wir sind auf alle Fälle auf der Suche nach Leasingpartner, muss man ehrlich sagen, weil man auch das Feedback kriegt von vielen, vor allem von kleineren Firmen, die wollen halt nicht verständlicherweise sofort 15.000 oder 20.000 Euro investieren in ein Produkt, wo sie nicht wissen, ob sie es wirklich einsetzen können überhaupt. Genau, da sind wir schon auf der Suche nach Partnern, muss ich aber wirklich gestehen, haben wir momentan noch keine Erfahrung. Wenn jemand zuhört, der Leasingpartner kennt, dann freue ich mich, wenn er sich bei mir meldet.

  22. Sebastian:

    Wir stellen gerne die Verbindung an, natürlich. Das wäre doch wunderbar. Das heißt, das ist ja so eine der Herausforderungen, mit denen ihr zu kämpfen habt, da ist einfach die passende Partner zu finden. Was sind denn noch so typische Herausforderungen, die sich jetzt euch in den Weg gestellt haben oder aktuell in den Weg stellen, wo ihr dann noch einen Weg drumherum oder darüber hinweg sozusagen finden müsst?

  23. Michael Wild:

    Ja, gute Frage, wo ich da anfange. Also herausfordernd gibt es einige. Ich muss ja gestehen, wir sind ein bisschen vielleicht halb über Kopf in das Projekt gestartet. Wie gesagt, vom Studenten-Team, da waren wir uns ja gewohnt, der passt, wir sind motiviert, wir bauen einfach was Cooles. Und ja, genau. Und wenn man das dann wirklich auch umlegen will auf dem kommerziellen Bereich, stellt man relativ schnell fest, ja, es gibt doch noch ein paar mehr Punkte zu beachten, wie einfach nur was Cooles zu bauen. Und Was uns wirklich sehr schwierig erwiesen hat, was ich mir nicht gedacht hätte, ist die Teilebeschaffung zum Beispiel. Also wir haben wirklich viel Zeit aufwenden müssen in der Kommunikation mit möglichen Zulieferern, dass wir wirklich Einzelteile bekommen haben. Da haben wir viel Zeit aufgebracht. Und was auch eine große Herausforderung ist, was nicht nur uns betrifft, ist auch die rechtliche Situation. Weil ich meine, das... Das Bedelec-Gesetzprinzip ist in der EU einheitlich. Das ist relativ einfach, würde ich mal sagen. Aber wir wollten ja eigentlich eine rein elektrische Variante anbieten, weil das Feedback von unseren möglichen Kunden war, möglichst einfach, möglichst nichts, was kaputt werden kann, möglichst wenig Sachen, die man warten muss. Und das war halt für uns das Erste, ja passt, wir lassen die Tretkobel, die Staltung und die Kette weg, weil das sind alles Komponenten, die sich bewegen, die man warten muss, die aber eigentlich über einen Acht-Stunden-Tag recht wenig Leistung liefern, wenn wir uns ehrlich sagen, also unseren Untersuchungen zumindest. Und dann haben wir uns eben auch mit der rechtlichen Situation beschäftigt und festgestellt, dass es in der EU sehr, sehr, sehr unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Und das ist noch eine große Herausforderung, muss ich sagen. Also, dass man wirklich für jedes Land und teilweise für jede Region, man sieht das ja bei dieser Elektroskute zum Beispiel auch, dass man da wirklich die rechtlichen Raumbedingungen überall einhält. Das ist eine große Herausforderung.

  24. Sebastian:

    Ja, die vor allem ja auch gemeistert werden muss, wenn ihr dann tatsächlich, so wie du gesagt hattest, plant auch zu expandieren in den nächsten Schritten, dann aus Österreich heraus nach Deutschland oder andere Länder zu gehen. Das kann ich mir schon sehr vorstellen. Habt ihr auch, wie ist es mit dem Material, das ihr verwendet? Oder wo fertigt ihr? Fertigt ihr im Moment, klar, es sind wahrscheinlich erstmal noch Konzeptfahrzeuge oder Prototypen, die da aufgebaut werden in der aktuellen Phase sozusagen, macht ihr das dann alles bei euch vor Ort auch oder kauft ihr da auch aus dem Ausland, beispielsweise China, dann eben schon Materialien oder Elemente ein?

  25. Michael Wild:

    Also prinzipiell die Fertigung und Assembly haben wir eigentlich sehr, sehr viel selber gemacht. Die Komponenten haben wir wirklich ganz unterschiedlich zugekauft. Also wir haben Wir haben Komponenten aus den USA, wir haben Komponenten aus China, wir haben Komponenten aus Europa. Da ist wirklich, haben wir schon fast ein globales Supply Chain, würde ich mal sagen. Wir wollten eigentlich wirklich in Europa bleiben, in Europa die Wertschöpfung machen. Das ist ja absolut unser Ziel. Aber wir haben dann festgestellt, es gibt viele Sachen, die gibt es in Europa einfach nicht. Vor allem was den Antriebsstrang angeht, war eine große Herausforderung. Also die Akkus zum Beispiel sind von einem deutschen Hersteller, das Ladegerät auch, aber die Motorkontroller und die Motoren zum Beispiel selber und auch die Bremsanlage, teilweise aus China, teilweise aus den USA. Aber sonst die Fertigung, also die Teile und so haben wir sehr, sehr viel selber gemacht. Multinationales Unternehmen dann quasi, aber noch nicht. Aber man merkt dann relativ schnell, wenn man so speziellere Sachen sucht und dass man auch Vorstellungen hat, wie das Ganze aussehen soll. Also wir haben ja das Fahrzeug konzeptioniert, bevor wir jetzt wirklich Teile dafür gesucht haben. Und da merkt man dann schon relativ schnell, okay, es gibt wirklich sehr viel, aber genau das, was man braucht, das gibt es dann halt doch nicht so leicht.

  26. Sebastian:

    Ist ja meist so, sobald es dann ins Detail reingeht, wird es schwierig.

  27. Michael Wild:

    Genau, genau. Ich glaube, die Erfahrung hat schon jeder gemacht, der schon irgendwas gesucht oder gebaut hat.

  28. Sebastian:

    Definitiv. Ja, dann vielen Dank. Da hast du uns zum aktuellen Stand mal ganz gut abgeholt, glaube ich, mit CarryLarry. Was sind denn so die nächsten Schritte? Habt ihr denn jetzt, was ist denn konkret geplant, sorry, für meinen Fastplug? Was habt ihr denn vor mit Carolary jetzt in den nächsten Schritten?

  29. Michael Wild:

    Also die nächsten Schritte sind ganz klar, erstens einmal testen von unserem Prototyp und vorstellen bei eben den Kunden, erstens mit denen wir schon Kontakt hatten, um ihnen zu zeigen, ja, wir haben das ihr Feedback umgesetzt, soweit das halt technisch möglich war und da haben wir auch schon sehr gutes Feedback bekommen, also haben wir schon etliche Kandidaten, würde ich mal sagen, die ja motiviert sind, das Wasser wirklich zu testen. Das ist das Erste und dann wollen wir eben von diesen Testphasen wirklich ein weiteres Feedback sammeln und mit dem weiteren Feedback wollen wir dann in quasi die ins Überarbeiten von unserem Design gehen. Und dann ist wirklich das Ziel, dass wir eben Geldgeber auftreiben, um so eine kleine Vorserie quasi zu machen. Also dann streben wir mal so 10 bis 20 Fahrzeuge, stellen wir uns einmal vor. Genau, das sind also die nächsten Schritte. Also wirklich zuerst nochmal testen, dann wirklich Feedback einholen, das Feedback verarbeiten und dann mit dem Feedback so 10 bis 20 Fahrzeuge herzustellen.

  30. Sebastian:

    Hört sich doch definitiv nach einem Plan an. Würde mich freuen, wenn du uns einfach ein wenig auf dem Laufenden hältst und auch unsere Hörer, Leser sozusagen. Und vielleicht können wir einfach dann halben Jahr, je nachdem, wie schnell ihr vorankommt und auch was zu berichten habt oder berichten wollt, uns einfach nochmal hier im Podcast treffen und nochmal bei CarryLarry und den aktuellen Stand dann austauschen, wenn du magst.

  31. Michael Wild:

    Ja, sehr gerne natürlich, ja. Sehr gerne.

  32. Sebastian:

    Dann machen wir das doch. Dann vielen Dank für deine Zeit heute, Michael.

  33. Michael Wild:

    Danke, danke.

  34. Sebastian:

    So schnell ist eine Podcast-Folge dann doch wieder vorbei. War aber doch sehr interessant, das Gespräch mit Michael Wild, der eben so ein wenig hinter die Kulissen von CarryLarry hat blicken lassen. Ich hoffe, dir hat es genauso gut gefallen, wie mir das Gespräch mit ihm. Würde mich freuen, wenn du uns eine positive Bewertung bei iTunes hinterlässt, damit einfach noch... mehr Hörer sozusagen in die Welt der E-Mobilität abdriften können. Ansonsten freue ich mich, wenn du nächste Woche wieder zuhörst bei der kommenden Folge des Elektromobilitäts-Podcasts von elektroautonews.net. Vielen Dank, bis dahin, mach's gut, ciao.