Kurzschluss #7: Artega/Microlino Einigung - Tesla offenbart Quartalszahlen - Tankstellen-Ladesäulenpflicht

In Kurzschluss #7 widmen wir uns Artega/Microlino, welche eine Einigung beim andauernden Streit erzielt haben. Beide E-Autos sollen noch 2020/ 2021 gefertigt und verkauft werden. Jedoch scheint es so, als ob Artega derzeit die Nase vorne habe. Ein weiteres Start-Up kommt derzeit auch nicht aus dem Gespräch: Sono Motors. Diese befinden sich noch immer auf dem Weg 50 Millionen Euro für das Fortbestehen des eigenen Unternehmens zu sichern.

Fehlen darf in der ersten Kurzschluss-Ausgabe im Jahr 2020 Tesla auf keinen Fall. Diese haben es sich auch verdient in die Folge aufgenommen zu werden. Schließlich konnte man in 2019 ein Rekordjahr vorweisen, auch wenn man sich lediglich am unteren Ende des eigenen Ziels platzieren konnte. Zum Abschluss gehen wir noch einmal auf die Tankstellenbetreiber, welche nicht begeistert von der Ladesäulen-Pflicht sind. Im dazugehörigen Artikel wurde entsprechend heiß diskutiert.

Aber hör doch am besten selbst rein und erfahre, wovon ich eigentlich Rede. Es lohnt sich. Versprochen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektroauto-news.net Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diesem Jahr wieder eingeschalten hast, wenn es rund um die Themen E-Mobilität, Elektroautos und alternative Antriebe im Alltag geht. In dieses Jahr starten wir mit einer neuen Folge Kurzschluss. Das heißt, kurz und knackig betrachte ich drei bis vier, vielleicht auch fünf Themen, die uns die Woche bewegt haben, die für Aufsehen gesorgt haben, sowohl bei uns im Portal als auch in anderen Medien. Geh drauf ein, gib einen kurzen Überblick und verweise dann auf unser Portal, wo du dir weitere Informationen eben bei Bedarf holen kannst. Was haben wir die Woche im Angebot? Die Woche beginnen wir mit Microlino und Artega, die ihren Streit beiseite geschafft haben und jetzt beide mit einem E-Auto auf den Markt kommen. Sono Motors spielt eine Rolle, die ihre Crowd-Investing-Aktion verlängert haben. Tesla natürlich, die Quartalszahlen bekannt gegeben haben. Erst vor kurzem und Tankstellenbetreiber, die für Ladesäulen verpflichtet werden sollen. Das sind so die Themen die Woche. Wir gehen direkt rein, kurz und knapp, in 20 Minuten maximal wollen wir fertig sein. Viel Spaß mit der heutigen Kurzschlussfolge. Micromobility Systems, das Unternehmen hinter dem Microlino, Schweizer Familienunternehmen und Artega, deutscher Fertiger, die sich erst gefunden hatten, dann wieder zerstritten haben, miteinander in die Offensive gegangen sind, Diskussionen hatten, Streit entfacht ist zwischen der Elektro-Resetter Microlino und Artegas Carolino bzw. Caro, den es dann auch gab, scheint es mittlerweile geklärt zu haben. Anfang Oktober ist das Ganze nochmal hochgekocht, also im vergangenen Jahr. Im November hat man dann wohl eine Einigung gefunden, außergerichtlich, wie die beiden Unternehmen nun ab sofort getrennte Wege gehen können. Beide Unternehmen ihr Fahrzeug, ihre E-Setter auf die Straße bringen können und eben so die Entwicklung für sich selbst vorantreiben können. Bei Microlino ist es so, dass das Schweizer Familienunternehmen das ganze Projekt in der Hand behält. Man hat es mit einem neuen Produktions- und Entwicklungspartner Seacomp aus Turin, Italien zusammengeschlossen, um eben 2021 mit der Produktion des Microlino in einer verbesserten Version 2.0 an den Start zu gehen. Wieso noch ein Jahr lang warten, wenn man doch eigentlich alle Pläne in der Hand hat? Die Aobotas, die Familie hinter Micromobility Systems gab zu verstehen, dass der aktuelle Entwicklungsstand noch nicht den aneignenden Ansprüchen hinsichtlich Fahrverhalten, Qualität und Sicherheit darstellt. Entspricht, auch technisch wird man einiges abändern müssen oder wollen, zumindest auch gemeinsam mit dem neuen CTO Peter Müller, den man geholt hat, ein ehemaliger BMW Porsche Manager, der auch einige Erfahrungen in den Bereichen hat. Man will eben, wenn man die Mikrolinie auf die Straße bringt, auch wenn es ein wenig später wird, die bestmögliche Version eben davon auf die Straße bringen. Und zwar gab Merlin-Auboter, das ist der Chief Marketing Officer von Micro Mobility Systems, mit dem wir auch öfters in Austausch sind, zu verstehen, dass der Micro Lino 2.0, wie er intern genannt wird, eben um Vielfaches besser sein wird als die aktuelle Version. Mit einem umweltbesseren Fahrverhalten, bessere Ergonomie, bessere Reparierbarkeit und was auch interessant ist, er ist in höheren Stückzahlen produzierbar. Das heißt, man schränkt sich da nicht ein, sondern hat auch die Möglichkeit, das Fahrzeug, dann das E-Auto, zu einem späteren Zeitpunkt mit größeren Stückzahlen auf die Straße zu bringen. Wie schaut es bei Artega aus? Artega seinerseits gibt schon zu verstehen, okay, hört zu, wir bringen unsere Karo auf die Straße, 2020 schon, und zwar ab dem April soll er ausgeliefert werden. Das heißt, viel Anpassungen werden da wohl nicht mehr dran vorgenommen. Wir kriegen den Stand, wie er zuletzt zu sehen war, bestellt werden kann im Laufe des Januars schon. Und Artega, was da halt wichtig ist, die können ihr eigenes Produktionsnetzwerk nutzen. Die haben halt die Möglichkeit, dass Klaus-Dieter Freers mehrere Geschäfte führt, mehrere Unternehmen führt oder daran beteiligt ist, um so dann eben einen Austausch Synergien zu schaffen zwischen Artega, die Fertiger des Karo sind, als auch dann mit einer Volta-Box beispielsweise, die die dafür benötigten 10 Millionen Batterien herstellen. Dieser Austausch ermöglicht es dann eben, den Karo schnell auf die Straße zu bringen. Zu Beginn in zwei eher limitierten Serien, einmal die Intro-Serie als limitierte Auflage, sowie eine flankierende Edition-Ausführung, die beide in puncto Material und Design die Handschrift des Firmengründers aufweisen. Zudem kommt die Intro, also die limitierte Auflage, noch mit einer individuellen Nominierung daher. Man darf gespannt sein, wer schlussendlich die bessere E-Setter auf den Markt bringt, ob es jetzt tatsächlich Artega ist, die dann vorzeitig, fast ein Jahr früher, vor Microlino dran sind oder ob dann eben der Microlino 2.0 die bessere Wahl ist. Aktuell gibt es für beide Fahrzeuge wohl Vorbestellungen. Bei Microlino ist es so, dass es um die 16.000 sind, die Interesse dafür bekundet haben, die den Microlino auf der Straße sehen wollen und wir drücken die Daumen, dass es eben auch so weit kommt. Wieso Daumen drücken? Ja, da reicht ein Blick auf Sono Motors. Sono Motors hatte mit dem Sion als elektrisches Solarfahrzeug eine wunderbare Idee für ein E-Auto, was in der Stadt durchaus oder total Sinn ergibt, was so viel Energie nachladen kann, rein über die Solarelemente, damit man da auch, ich sag mal, Tagesdistanzen zurücklegen kann, die man in der Stadt zurücklegt ebenso. Die Problematik ist die, das Geld geht aus. Das Geld geht aber nicht aus in dem Sinne, weil keiner mehr dran glaubt an die Idee, sondern vielmehr, weil die Gründer gesagt haben, sie wollen ihre Idee nicht veräußern, nicht um jeden Preis auf den Markt bringen, sie haben ihre idealistische Idee dahinter veräußert. ein Auto eben auf die Straße zu bringen, was in all den Punkten zu überzeugen weiß, wo sie überzeugen wollen und eben nicht aus dem Grund da bestmöglichen Gewinn rauszuschlagen, schnellstmöglich den Gewinn rauszuschlagen. Und daher hat man sich entschieden, man geht nicht auf irgendwelche zwielichtige Investoren ein, sondern beteiligt wieder die Crowd und lässt die investiert und sammelt oder wollte bis Ende Dezember 2019 50 Millionen Euro einsammeln, um eben den nächsten Schritt in der Produktionskette zu gehen. Die sind nicht ganz zusammengekommen. Wir sind jetzt nach 33 Tagen bei knapp 33,2 Millionen Euro gelandet. Ist definitiv eine Ansage in so kurzer Zeit, also der Glauben an das Fahrzeug ist da oder an die Fahrzeuge. Und da es aber nicht ganz gereicht hat, hat man die Crowd nochmal gefragt, hör zu, wollen wir das Ganze verlängern? Die haben sich dafür ausgesprochen, knapp 93% waren das oder ein bisschen über 93%, die gesagt haben, okay, lass uns in die nächste Runde gehen, wir sammeln weiter Geld ein. Bis zum 20. Januar habt ihr jetzt noch die Möglichkeit, euch an Sono Motors zu beteiligen, euren Teil dazu beizutragen, den Sion auf die Straße zu bringen. Man sollte sich das aber auch genau überlegen. Es geht nicht darum, Geld zu geben und dann ein Auto dafür zu halten. Es besteht natürlich auch immer noch die Gefahr, dass es am Ende, dass man ohne das Geld dasteht. Das legt auch Sono Motors relativ transparent auch dar, macht da keinen Hehl draus. Deswegen einlesen, Gedanken darüber machen und wenn dann immer noch der Meinung ist, okay, wir wollen den Sion auf der Straße sehen, dann Geld investieren. In puncto Geld schaut es bei Tesla zumindest besser aus, kann man davon ausgehen. Die Quartalszahlen haben wir noch nicht zu Gesicht bekommen, wohl aber die Produktions- und Absatzzahlen für das vierte Quartal 2019. Wenn man sich recht erinnert, war geplant von Tesla intern, dass man so 360.000 bis 400.000 Fahrzeuge im Jahr 2019 absetzen wollte. Das Das konnte zu knacken sein oder hätte zu knacken sein können, wenn man 105.000 Fahrzeuge im vierten Quartal an die Masse bringt. Hat man geschafft, 112.000 E-Autos hat man weltweit ausgeliefert im vierten Quartal mit einem fantastischen Endspurt im Dezember, wie es mal wieder zu erwarten war. Daher 367.500 Fahrzeuge, die man 2019 ausgeliefert hat oder vereinfacht gesagt 50% mehr als im Vorjahr. Also schon eine Ansage, was man da geleistet hat. Das Model 3 ist dabei natürlich wieder ausschlaggebend. Im vierten Quartal kam es eben... so dass man doch den größten Teil wieder über das Model 3 abgebildet hat. Ausgeliefert hat man beispielsweise 92.550 Model 3 und dann 19.450 Model S und X, die man auf die Straße gebracht hat. Man darf jetzt gespannt sein, wie es 2020 weitergeht, was Musk da für Pläne hat mit seinem Unternehmen. Aber die Richtung stimmt ja auf jeden Fall. Zum Ende der ersten Kurzschlussausgabe im Januar 2020 haben wir auch noch die Tankstellenbetreiber, die nicht so begeistert sind von der Ladesäulenpflicht. Um dich da kurz abzuholen. Es gibt den Masterplan der Ladeinfrastruktur, den die Bundesregierung verabschiedet hat, um eben den Markterfolg von E-Autos zu beschleunigen. Und da gibt es eben auch einen speziellen Punkt, der sich, ich sag mal kurz gesagt, Ladeinfrastruktur an Tankstellen in den Mittelpunkt stellt. Und zwar ist es eben so, dass durch eine Versorgungsauflage geregelt werden soll, dass an allen Tankstellen in Deutschland auch Ladepunkte angeboten werden. Und das kommt de facto eigentlich einer Pflicht gleich, dass die gut 14.500 Tankstellen in Deutschland Lademöglichkeiten anzubieten haben. Natürlich gibt es da auch wieder Entschärfungen und ich sage mal so, dass irgendwo sichergestellt wird, dass nicht jeder Tankstellenbetreiber das jetzt auch nicht unbedingt leisten kann, weil so Ladepunkte kosten schon richtig Geld, dazu verpflichtet wird, die Möglichkeit gibt es da auszuweichen, aber grundsätzlich ist erstmal vorgesehen hier, an jeder Tankstelle soll eine Lademöglichkeit vorhanden sein. Und da ist es eben auch so, dass da, ich sag mal, Shell beispielsweise vorangeht und sagt, hör zu, wollen die E-Autofahrer überhaupt im großen Stil an Tankstellen laden oder lieber daheim oder am Arbeitsplatz? Sprich, die wollen das Ganze auch ein bisschen verschieben und sagen, ja, wir wollen das eigentlich nicht, dass wir da Ladestationen installieren müssen. Und andere, wie beispielsweise der Mineralölwirtschaftsverband MWV, gibt zu verstehen, dass man ja auch, Dafür Förderung irgendwo bräuchte, um sowas wieder zu machen. Das heißt, man wolle da auch wieder Geld haben. Aber ob das also richtig ist, was da Herr Küchen als Hauptgeschäftsführer von sich gibt, sei mal dahingestellt, weil er geht auch davon aus, dass für E-Autos eine Förderung von bis zu 20.000 Euro vorhanden ist. Haben wir jetzt leider so auch noch nicht gesehen. Also von daher könnte man darüber streiten. Bei den Tankstellen tendiert man dann wieder eher hin zu den E-Fuels für CO2-arme Verbrenner. Ist auch klar, Infrastruktur dafür ist vorhanden, wenn ich meine Tanks reinpacke. Aber ja, man sollte hier den gangbaren Weg gehen und den nachhaltigeren Weg für die Umwelt bei uns. Ob das nur E-Autos sind, das kann angezweifelt werden natürlich. Allerdings zu sagen, hör zu, die sollen daheim oder nur am Arbeitsplatz laden, ist vielleicht auch wieder zu einfach gedacht. Man könnte ja da auch einen Kompromiss finden und sagen, okay, mit einer bestimmten Tankstellenquote umgelegt auf die Betreiber und so könnte man auch ein paar Schritte weiterkommen. Also nicht wieder alles auf einen abwälzen, das ist vollkommen richtig, das muss nicht sein, aber dann vielleicht einen gesunden Kompromiss für alle Seiten finden. Wäre zumindest aus unserer Sicht der richtige Weg oder der vernünftigere Weg. Das war es jetzt für uns auch wieder in der Kurzschlussausgabe im Januar oder am ersten Sonntag im Januar 2020. Ich hoffe, es hat dir Spaß gemacht, es hat dir einen kurzen Überblick gegeben. Weitere führende Informationen, Links zu den Artikeln und so weiter, findest du natürlich bei uns im Portal in den Show Notes. Und ja, würde mich freuen, wenn du auch nächste Woche wieder einschaltest, wenn es wieder rund um die Themen E-Mobilität, E-Autos und alternative Antriebe im Alltag geht. Mach's gut, bis dahin. Ciao.