Webasto: "Wir stehen lange genug, um auf Arbeit / zu Hause zu laden"

Im Gespräch mit Anna-Lena Majer, Vice President Charging Systems

Im gemeinsamen Gespräch mit Anna-Lena Majer, Vice President Charging Systems bei der Webasto Group, habe ich mich gut 25 Minuten mit ihr über aktuelle Entwicklungen im Bereich des Elektroauto laden unterhalten. Hierbei standen vor allem die Aktivitäten der Webasto Group im Fokus, welche sich im Jahr 2016 entschlossen haben die E-Mobilität als eines der damaligen Wachstumsfelder zu besetzen und Fuß zu fassen. Mit dem Bereich Battery & Charging hat man einen weiteren Kernbereich - die anderen beiden sind Roof-Systems, Heating & Cooling - ins eigene Unternehmen aufgenommen, welcher maßgeblich zum Geschäftserfolg beitragen soll.

Welche Rolle AC-, DC- und HPC-Lader für Webasto spielen. Warum Laderoboter gegenüber induktivem Laden der Vorrang gegeben wird und inwieweit sich die kFW-Förderung bei Webasto im Absatz bemerkbar macht, dass erfährst du in dieser Folge.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen zu der heutigen Folge des Elektroauto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch heute wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Episode habe ich Anna-Lena Majer von der Webasto Group zu Gast. Selbst ist sie Vice President Charging Systems. Und damit verantwortlich für die Business Unit Charging in Europa sowie die globale Business Line Wallbox. Sprich, alles was mit Wallboxen global bei Webasto zu tun hat, kommt bei ihr über den Tisch. Von daher ist es nur naheliegend, dass wir uns mit ihr zu einem der drei Kernbereiche von Webasto unterhalten. Und zwar eben zum Thema Charging. Wie wir vor einigen Wochen im Gespräch mit Nico Münch bereits erfahren hatten, der bei Webasto eher für das Thema Battery zuständig ist, hat Webasto 2016-2017 seinen Fokus auf die E-Mobilität ausgerichtet, in eben diesem Kernbereich Battery & Charging. Aktuell unterhalten wir uns dann eben mit Frau Meier über die Entwicklung in diesem Bereich. Man ist mit AC-Laden gestartet, geht nun ins DC-Laden über. High-Power-Charger spielen aktuell erstmal gar keine Rolle, beziehungsweise sind wohl auch zukünftig dort nicht zu sehen, weil man eher in das großvolumige Laden sozusagen eintauchen möchte. Aber dafür hat man andere interessante Entwicklungen, die man verfolgt. Unter anderem spielt Vehicle-to-Grid eine wichtige Rolle für Webasto in der Zukunft. Und auch das Thema Laderoboter kam auf. Hatte man so von dem einen oder anderen Automobilhersteller auch schon in der Vergangenheit gehört. Webasto beschäftigt sich da mit diesen Herstellern, mit dem Thema sozusagen. Auch da hat uns Frau Meier einige Einblicke gegeben. Aber genug der einleitenden Worte meinerseits und direkt ins Gespräch mit ihr. Viel Spaß damit. Vielen Dank, Frau Mayer, dass Sie sich heute die Zeit nehmen, sich mit mir ein wenig über Webasto und deren Schritte in Richtung E-Mobilität zu unterhalten. Vor einigen Wochen war bereits Ihr Kollege Nico Münch bei uns zu Gast, der sich mit mir über das Thema Batterien unterhalten oder ausgetauscht hat. Heute tauchen wir mit Ihnen in das Thema Elektroautoladen ein. Bevor wir jedoch da in das Thema einsteigen sozusagen, wäre es ganz gut, wenn Sie sich Webasto kurz vorstellen. Einfach, weil wir ja nicht auch davon ausgehen können, dass alle unsere Hörer sozusagen die letzte Episode mit Nico Münsch gehört haben, dass sie einfach nochmal einen Überblick darüber bekommen, wer Webasto ist, was Webasto macht und vor allem, was sie auch für eine Position dort haben beziehungsweise für was sie dort verantwortlich sind.

  3. Annalena Mayer:

    Ja, sehr gerne. Danke auch für Ihre Zeit und für unser Gespräch heute schon mal vorab. Ja, mein Name ist Annalena Mayer, Vice President Charging Systems in Webasto und Das heißt, ich verantworte die Business Unit Charging hier in Europa und die globale Business Line Warbox. Das heißt, alles, was sich global mit Warboxen auseinandersetzt. Webasto ist ein Systempartner in der Mobilitätsbranche und einer der größten oder der hundertgrößten Zulieferer in der Automobilindustrie. Und umso mehr ist es spannend, eben in einem etablierten Geschäftsumfeld neue Lösungen in der E-Mobilität hochzuziehen. Und ich freue mich auf unser Gespräch heute.

  4. Sebastian:

    Ja, ich mich auch, definitiv. Wird bestimmt spannend werden, vor allem, weil ja E-Mobilität dann doch immer wieder neue Möglichkeiten auch mit sich bringt, dann auch für etablierte Automobilzulieferer, wie es Webasto eben ist, auch dann nochmal woanders Fuß zu fassen. Nico Münch hatte uns da auch dazu erzählt, dass Webasto seit 2016 im Bereich Battery und Charging ins Leben gerufen hat und verstärkt auch in den Fokus gestellt hat. als einen der drei Kernbereiche des Unternehmens. Vielleicht können Sie uns hier ein wenig abholen und erläutern, wie Webasto im Bereich Charging seit 2016, 2017 gestartet ist, weil da sind Sie jetzt ja natürlich nochmal inhaltlich näher dran an dem Thema Laden wie jetzt Nico.

  5. Annalena Mayer:

    Ja, also es war eine ganz klare strategische Entscheidung. Man hat sich auch angeschaut, was hat denn Webasto? Also wir haben ja ganz klar diese Automotive-DNA, Wir haben aus den Bereichen Dach und Thermo die Systemkompetenz, aber auch haben wir zugekauft die Elektronikfertigung, die Inhouse-Fertigung. Und eben gepaart mit dem Thermomanagement-System von unseren Kollegen von den Standheizungen war es einfach ein logischer Schritt in der E-Mobilität, dann Richtung Ladelösungen zu gehen. Wir haben uns dann angeschaut, ganz am Anfang, was könnte denn in unser Vertriebsnetz, was passt zum Markt. sind dann erst in den Aftermarket eingestiegen und haben dann eben unsere Automotive-DNA dazugenommen und sind dann in den OE-Bereich auch noch eingestiegen, kurze Zeit später und sind damit eben sehr breit aufgestellt und können sowohl auf den Markt wie auch auf unsere verschiedenen Kunden sehr gut eingehen.

  6. Sebastian:

    Können Sie uns vielleicht kurz abholen, was sich hinter dem OE-Bereich verbirgt? Das wird auch nicht jeder von unseren Hörern wissen.

  7. Annalena Mayer:

    Ja, natürlich. Entschuldigung, man redet immer in den Abkürzungen, wo man tagtäglich drin ist. Der OE, das sind unsere sogenannten Autohersteller, nenne ich es jetzt mal. Einfach die, nennen wir es mal Audi, VW, die Großen dieser Welt. die einfach unsere Kunden im Dach- und im Thermogeschäft schon sind und wo wir unseren Fuß schon drin haben und somit natürlich von einer guten Geschäftsbeziehung auch profitieren können.

  8. Sebastian:

    Vielen Dank, dass Sie uns da abgeholt haben. Das heißt aber auch, dass ihr mit euren Charging-Lösungen dann sozusagen ja auch direkt ausgerichtet auf die Automobilhersteller gestartet seid sozusagen oder... Geht ihr eher direkt an den Endkunden? Wie seid ihr da aufgestellt? Wofür führt da der Weg aktuell hin?

  9. Annalena Mayer:

    Ja, wir haben da eine zweigleisige Strategie. Also das heißt, wir haben den Aftermarket. Alles bündeln wir den Endkundenbereich und den klassischen B2B-Bereich. Und auf der anderen Seite eben diesen sogenannten OE-Markt, also Direktgeschäft mit den Automobilherstellern. Und mit dieser Doppelstrategie oder zweigleisigen Strategie können wir eben den gesamten Markt adressieren. Und Dadurch, dass wir uns auch von den Produkten her jetzt nicht nur auf Wallboxen konzentrieren, sondern auch auf Core-Sets oder auch auf alternative oder zukünftige Ladetechnologien, sind wir auch da sehr breit aufgestellt.

  10. Sebastian:

    Die zukünftigen Ladetechnologien greifen wir später nochmal auf. Bleiben wir mal kurz bei den derzeitigen Ladelösungen in Form von den klassischen Wallboxen sozusagen. Das heißt, ihr behandelt aber diese zweigleisige Strategie dann auch, ich sage mal, gleichgewichtet oder habt ihr da schon eher eine Ausprägung zu den OEs hin, also zu den Herstellern, beziehungsweise wie seht ihr das vor? Was hat da jetzt aktuell den Schwerpunkt für euch? Ja.

  11. Annalena Mayer:

    Also im Grunde sind wir gleichgewichtet. Wir nehmen jeden Markt sehr ernst. Natürlich ist jetzt so, dass der OE-Markt gerade der Treiber ist im hochvolumigen Geschäft. Gerade wenn man an die Kortsets denkt, jedes Fahrzeug, das ausgeliefert wird, braucht eine Ladelösung im Kofferraum, ein sogenanntes Core-Set. Und damit natürlich wir hier in den Markt Volumen reinbringen und auch in die Produktionen. Aber nichtsdestotrotz, der B2B- oder auch B2C-Markt ist sehr wichtig, indem man ihn scoutet, Trendscouts drauflaufen lässt, um zu verstehen, was braucht denn der Endkunde in Zukunft. Und deswegen gewichten wir keinen mehr oder weniger, indem wir unsere Produkte gestalten, sondern sagen, es ist beides wichtig und adressieren beide Märkte.

  12. Sebastian:

    Leuchtet auch vollkommen ein, so wie Sie sagen. Man profitiert ja auch voneinander von dem Austausch dann von dem einen auf das andere Gleis sozusagen, um da in Ihrem Bild zu bleiben. Was auch noch interessant wäre für uns, wo fertigt Webasto denn derzeit die Wallbox-Station? Passiert das lokal hier in Deutschland? Sind wir da global unterwegs? Wird das je nach Markt dann unterschiedlich angegangen? Oder wie seid ihr aufgestellt? Richtet ihr euch dann auch wieder nach eurem Kunden, um dort quasi vor Ort zu fertigen?

  13. Annalena Mayer:

    Auch hier sind wir relativ oder sehr flexibel. Wir haben natürlich Werke in Webasto, worauf wir zugreifen können. Wir haben einen Schwerpunkt in Europa. Hier haben wir eine Inhouse-Elektronikfertigung plus das sogenannte Final Assembly in Scheid in der Pfalz. haben aber auch in Wuhan, in China oder in Mexiko, in Irapuato, Werke hochgezogen und können damit flexibel auf den Kunden reagieren. Also braucht der Kunde eine Local-for-Local-Produktion, braucht er eine zentralisierte für den globalen Markt. Also wir sind da... Gut aufgestellt, um flexibel auf unsere Kunden zu reagieren, aber auch auf die Märkte. Was brauchen Sie gerade im Moment?

  14. Sebastian:

    Ist ja auch sicher zielführend, dass man sich da breiter aufstellt, um dann eben auf den unterschiedlichen Märkten reagieren zu können. Ich schmeiße jetzt mal direkt das Stichwort KfW-Förderung da in den Raum. Das wird ja auch bei Webasto für eine deutliche Nachfragesteigerung nach den Wallboxen sozusagen geführt haben. Oder wie hat es sich bei euch bemerkbar gemacht, wenn man jetzt einfach mal so den Blick zurückwirft von 2016, 2017 bis jetzt Mitte 2021? Können Sie das mal ein bisschen ins Verhältnis setzen sozusagen für uns, wie sich da der Absatz der Webasto-Ballboxen entwickelt hat?

  15. Annalena Mayer:

    Also natürlich geht die KfW-Förderung vor allem auf den direkten Endkunden, also greift an den Endkunden. So politische Förderungen sind auch für uns natürlich ein großer Hebel und hat das B2C-Geschäft angekurbelt und sehr gut angekurbelt. Aber nichtsdestotrotz auch das andere große Feld der OE haben wir gemerkt, dass einfach es hilft, wenn hier politische Förderungen greifen. Und wenn man sich dann den Auftragsbestand von drei Milliarden in den New Technologies bei uns anschaut, dann sieht man, dass hier einfach ein Boom aus verschiedensten Faktoren gerade zu verzeichnen ist, aber natürlich KfW-Förderung sehr, sehr hilfreich ist, ja.

  16. Sebastian:

    Das haben wir auch so bei anderen Ladestationanbietern gesehen oder mitbekommen. Jetzt hier aus dem Umfeld, ich komme aus dem Heidelberger Raum, da ist Heidelberger Druck ein Thema. Die sind ja auch Marktbegleiter von euch. Die mussten kurzfristig die Produktionskapazitäten doch das eine oder andere Mal ausbauen. Hat es bei euch, also wie ich es mitbekommen habe, habt ihr auch eine relativ preisgünstige Wallbox, die Pure Black, im Angebot? Die war ja auch zwischenzeitlich ausverkauft. Ist sie vielleicht auch entweder noch, da habe ich jetzt noch keine Infos bekommen oder gefunden dazu, sagen wir es mal so. Habt ihr da auch reagieren müssen mit eurem Werk in der Pfalz, um da die Kapazität in der Fertigung zu erhöhen?

  17. Annalena Mayer:

    Ja, wir hatten grundsätzlich eine sehr hohe Nachfrage auf dem Modell und die staatliche Förderung dann noch dazu 2020. Dann können Sie sich vorstellen, dass das nochmal einen Boost gegeben hat. Und deswegen waren dann die langen Wartezeiten einfach nicht vermeidbar. Aber wir haben die Chance genutzt und haben dann gleich die Webasto Pure 2 sozusagen, eine neue Version in den Markt mit eingefasst und haben auch hier dann die Chance einfach positiv fürs Unternehmen genutzt, um beides mitzunehmen. Die hohe Nachfrage, aber auch eine neue Version.

  18. Sebastian:

    Das ist ja sowohl gut fürs Unternehmen an sich natürlich, als auch für den Endkunden, der dann ja auch wieder eine aktualisierte, in Anführungsstrichen verbesserte Variante dann der Wallbox sozusagen erhält. Ja. Jetzt ist es ja aber so, dass ihr neben der Tatsache, dass ihr die Produktion am Laufen haltet, auf die Nachfrage des Marktes reagiert, um diese natürlich auch zeitnah befriedigen zu können, euch nicht ausruht auf eurem Erfolg, sieht man ja jetzt an dem guten Beispiel Pure Black zu der Pure 2, wo ihr dann eben schon diese Weiterentwicklung gegangen seid. aber ihr widmet euch auch so generell der Weiterentwicklung der Wallboxen. Welche Möglichkeiten seht ihr denn hier aktuell als Unternehmen noch in der Zukunft für euch als Wachstumsmarkt? Wo geht es bei Webasto dahin?

  19. Annalena Mayer:

    Ja, ich glaube, das Wichtigste ist einfach, dass man flexibel bleibt, auf den Markt reagieren kann. Ich glaube, man hat das früher bei den Dinos auch schon gesehen, dass nicht der Stärkste gewinnt, sondern der Flexibelste. Das heißt, wir müssen schauen, was passiert auf dem Markt. Und das machen wir sehr ausgeprägt mit Scouting, Umfragen etc. Und reagieren da immer drauf. Wir haben jetzt eben diese... AC-Varianten auf dem Markt in verschiedenen Ausprägungen der Kommunikationsmöglichkeiten. Der nächste Schritt wird sein, dass wir im Gleichstrom, also im DC-Laden auf den Markt gehen werden. Und parallel dazu auch robotergestütztes Laden, nenne ich es jetzt mal. Wir haben noch nicht mal einen Namen. Sie sehen, das ist eigentlich ganz frisch aus der Entwicklung oder Vorentwicklung, dass wir uns damit beschäftigen. Und natürlich auf der anderen Seite ein Gebiet von der Digitalisierung, also von Cloud-Systemen, Services, Wartung etc. beschäftigen wir uns sehr intensiv, um hier auch neue Wege einzuschlagen und innovative Ideen in den Markt reingeben können.

  20. Sebastian:

    Also das ganze Thema wird, so wie ich das jetzt mitbekommen habe, auch vollumfänglich betrachtet. Ihr geht da jetzt nicht nur auf die reine Ladestation, sondern betrachtet auch schon das komplette Umfeld dabei.

  21. Annalena Mayer:

    Ja, genau. Das ist, denke ich, auch sehr wichtig, gerade heute in der vernetzten Welt, dass man sich eben breiter auch hier aufstellt und alles mal anschaut, was gehört zu einer Firma, was kann gut vertrieben werden, was passt zu einer Firma und das schauen wir uns immer ganzheitlich an, ja.

  22. Sebastian:

    Ja, ist definitiv vernünftig, vor allem wenn man überlegen, überleben möchte sozusagen. Auch da der schöne Vergleich ihrerseits, der flexibelste überlebt den Markt. Da gehen wir auch stark davon aus, dass man da nicht mit einer starren Grundhaltung in den Markt eintreten kann und die dann einfach durchboxt. Dafür ist zu viel Bewegung unterwegs. Bei den DC-Ladestationen, ist es ja so, dass ihr euch da auch, wenn ich das richtig mitbekommen habe, gezielt in dem Bereich Gewerbelieferbetrieb und Logistiker positioniert mit einer Ladeleistung von um die 66 Kilowatt. Ihr wollt ja jetzt weniger in diesen Bereich der High-Power-Charger dann auch reingehen, sondern schon eher in diesem, ich sage mal, mittleren Segment dann da auch noch Fuß fassen.

  23. Annalena Mayer:

    Ja, richtig. Also 22 kW bis, ich sage mal, aufskaliert auf 66 kW, das ist so unsere Zielgruppe, die wir gerade ansteuern. Und wenn man sich so den Footprint, aber auch die DNA von Webasto anschaut, dann dann sind wir kein Schaltschrankbauer, sondern wir sind eher im großvolumigen Bereich unterwegs. Und deswegen passt es gut zu uns, dass wir dann im mittleren Segment bleiben und nicht in dieses High-Power-Charging einsteigen werden.

  24. Sebastian:

    Passt aber auch ganz gut zu dem, ich sage mal, Einsatzzweck, wo die Wallboxen eigentlich auch häufiger genutzt werden. Es ist ja tatsächlich eher die Ausnahme, dass die Ladestationen, ich sage mal, an der Autobahn die Regel Nutzung erfahren sozusagen durch Einzelnutzer, sondern es findet ja in der Regel daheim beim Arbeitgeber oder dann auch im Rahmen von Flotten statt. Ich denke, das wird ja auch zu dieser Überlegung geführt haben, sich da zu positionieren.

  25. Annalena Mayer:

    Ja, genau. Man muss ja immer sagen, also Ich habe es heute schon mal gesagt, das ist ja eher ein Standzeug als ein Fahrzeug, unser Auto. Und da muss man sich halt die Use Cases gut anschauen. Wo braucht man denn Lademöglichkeiten? Und das ist nun mal, wie Sie gerade gesagt haben, zu Hause beim Arbeitgeber, vielleicht nochmal beim Einkaufen, wo ein bisschen schnellere Leistung drin ist. Aber grundsätzlich stehen wir lange genug, um das Auto zu Hause oder in der Arbeit laden zu können, ja.

  26. Sebastian:

    Definitiv, also kann man so unterschreiben und das ist auch jedem, der sich damit beschäftigt, natürlich bewusst. Nichtsdestotrotz wird es natürlich immer wieder diskutiert, da wir zwei Baster auch nicht so einfach haben, da immer die Stellung zu vertreten, aber es ist ja vernünftig, dass man einen Weg einschlägt und den sozusagen verfolgt. Ja. Was mich auch noch interessieren würde, bevor wir dann das Thema Laderoboter gleich nochmal aufgreifen, was ja doch sehr interessant klingt, spielt bei eurer Entwicklung derzeit auch Vehicle-to-Grid eine Rolle? Also, dass wir quasi die Energie aus dem Fahrzeug zurück einspeisen, ins Haus rein beispielsweise? Oder ist das aktuell noch kein Thema und eher so, ich sag mal, für die Zukunft dann zumindest mal im Hinterkopf?

  27. Annalena Mayer:

    Doch, es ist definitiv ein Thema, gerade im DC-Ladebereich, dass wir im bidirektionalen Laden einsteigen. Wir sind auch aktiv in der Entwicklung da dran. Wir haben uns für das DC-bidirektionale Laden entschieden.

  28. Sebastian:

    Okay, also da, wo dann auch dementsprechend mehr Leistung sozusagen von A nach B beziehungsweise von B nach A wieder zurücktransferiert werden kann.

  29. Annalena Mayer:

    Ja, das hängt natürlich noch mit verschiedenen Faktoren zusammen, wie das in Zukunft aussehen wird. Aber Unterschied ist eben mit der Dezibelbox, also in der 22 kW, wie die Rückspeisung dann erfolgt. Das werden wir sehen, was jetzt in den nächsten Wochen, Monaten auch noch im Markt passieren wird.

  30. Sebastian:

    Klar, zum einen der Markt, wie der sich entwickelt, zum anderen ist es ja auch noch ein politisches Thema, dass da, soweit ich das jetzt mitbekommen habe, auch noch die Rahmenbedingungen dann ja auch nochmal geklärt werden müssten sozusagen, dass es für euch dementsprechend einfach wird, da einen Fahrplan zu verfolgen.

  31. Annalena Mayer:

    Ja, genau.

  32. Sebastian:

    Jetzt wollen wir natürlich nochmal das Thema Laderoboter aufgreifen. Was habt ihr denn da geplant? Also wir haben ja schon gesagt, da gibt es noch gar keinen Namen dafür, aber gibt es da schon so einen kleinen Einblick darauf, was Webasto in dem Bereich vorhat?

  33. Annalena Mayer:

    Ja, also grundsätzlich, ich war selber am Plug-in-Hybrid und jedes Mal in der Früh, wenn es regnet und ich ziehe wieder das Kabel über meinen Rock drüber, denke ich mir, ach, das müssen wir nochmal irgendwie angehen in Zukunft. Und deswegen sind wir dann interessiert, einmal dem Endkunden das Leben leichter zu machen. Dass wir sagen, okay, wir machen ein Kontaktiersystem vom Stecker, was das Laden einfacher macht. Das ist so dieser erste Schritt. Und wenn man mal größer denkt, wenn man ins autonome Fahren denkt... Wenn ein E-Fahrzeug autonom einparkt, wer will aussteigen und dann noch selbstständigen Stecker ins Auto reinstecken? Und deswegen haben wir erste Prototypen entwickelt, die Roboter gestützt selbstständig kontaktieren im Fahrzeug und sind gerade mit verschiedenen OEs eben dran, hier ein System zu entwickeln. Die Herausforderung ist da, dass noch keine Standardisierung oder wenig Standardisierung im Markt ist. Aber man muss auch mal mutig sein und einen Weg einschlagen. Und deswegen haben wir uns entschieden, dass wir hier gemeinsam mit Partnern auch den Markt definieren wollen.

  34. Sebastian:

    Ist doch definitiv auch ein guter Ansatz, wenn man dann sagt, man will da auch wegbereiter wieder für eine neue Technologie des Ladens sein und das vorantreiben. Da hat man ja auch selbst die Möglichkeit, wenn es jetzt noch keinen Standard gibt, diesen Standard da mitzudefinieren. Das leuchtet durchaus ein. Gibt es auch die Überlegung des induktiven Ladens? Weil ich sage mal, das ist ja auch von der, wenn der Ansatz jetzt derjenige ist, dass wir als Fahrer da gerade im Hinblick auf das autonome Fahren, wie Sie jetzt gesagt haben, dann die Arbeit des Ladekabel-Einsteckens sparen sozusagen, wäre das induktive Laden für mich ja eigentlich auch eine gute Alternative. Verfolgt das Webasto auch oder konzentriert man sich gezielt auf diese Laderoboter-Lösung?

  35. Annalena Mayer:

    Also wir konzentrieren uns auf die Laderoboterlösung. Aus verschiedenen Gründen, weil einfach induktiv, rein physikalisch und technisch doch vor sehr, sehr großen Herausforderungen steht, haben wir uns entschieden, dass wir sagen, die Herausforderung mit dem Roboterladen ist eher unsere Homesong. Wir haben unsere Kollegen auch von den Cabrio-Dächern die uns da sehr gut unterstützen können. Und deswegen haben wir uns aktiv oder sehr bewusst gegen ein induktives Laden derzeit entschieden.

  36. Sebastian:

    Inwiefern können denn die Kollegen von den Cabrio-Dächern da unterstützen? Weil Laderoboter, Cabrio-Dächer, die Brücke bekomme ich jetzt gerade noch nicht so geschlagen.

  37. Annalena Mayer:

    Ja, also einfach Kinematik, irgendwas bewegt sich. Deswegen ein Stecker, der über Roboter-Systeme muss sich bewegend kontaktieren lassen. Und deswegen haben wir da eine Zusammenarbeit mit unseren Kollegen, die bewegende Teile sehr gut verstehen und uns da dann bei der Stecker-Kontaktierung unterstützend zur Seite stehen.

  38. Sebastian:

    Das leuchtet definitiv jetzt ein. Jetzt kriege ich auch die Verbindung hin. Vielen Dank, Frau Mayer, für die Einblicke sozusagen bei Webasteln, das Thema Laden. Das war es aus meiner Sicht. Und ja, wir werden weiterhin beobachten, wie ihr euch da entwickelt in dem Bereich.

  39. Annalena Mayer:

    Ja, danke schön.

  40. Sebastian:

    Das war sie also mal wieder, die aktuelle Folge von elektroauto-news.net. Ich hoffe, die Episode war für dich genauso lehrreich und unterhaltsam, wie es für mich eben war. Ich habe doch einiges wieder mitgenommen aus dem Bereich Wallbox-Laden oder Laden mit Wallboxen und auch die Entwicklung, wo die denn da hingehen können. Stichwort Laderoboter versus induktiven Laden. Ich bin gespannt, was du von der Folge hältst. Es würde mich freuen, wenn du deine Meinung mit anderen Hörern auf iTunes teilst und uns eine positive Bewertung hinterlässt. Einfach, dass wir die Welt der E-Mobilität ja noch ein wenig mehr bereichern können, hoffentlich mit unserem Podcast. Vielen Dank für deine Zeit und bis zum nächsten Mal. Mach's gut. Ciao.