Budbee will Klarna der Lieferservices werden

Im Gespräch mit Hendrik zu Knyphausen, Country Manager Deutschland für Budbee

Hendrik zu Knyphausen, Country Manager Deutschland für Budbee, stand im Elektroauto-News.net-Podcast Rede und Antwort. Im gemeinsamen Gespräch haben wir uns darüber unterhalten, wie das in 2016 gegründete schwedische Unternehmen, künftig auch in Deutschland die letzte Meile nachhaltig gestalten möchte. Dabei fungiert das Datengetriebene Unternehmen als Bindeglied zwischen Online-Shops und deren Kunden.

Denn wie Hendrik ausführt liegt den Online-Shops viel daran den einzigen Touch-Point mit dem Kunden so positiv wie möglich zu gestalten. Und dies ist eben nun einmal die Übergabe der Ware aus dem Lieferwagen/ Cargo-Bike an den Kunden. In Schweden und nordischen Ländern, wo Budbee bereits aktiv ist, hat man nicht nur die Auswahl zwischen verschiedenen Zahlungsdienstleistern, sondern auch zwischen fünf bis sechs Anbietern, welche die Ware überbringen. Die Auswahl trifft hierbei der Kunde.

Bei der Ausweitung des eigenen Angebots in Deutschland setze man auf Wachstum in großen Städten und Ballungsgebieten. Hierdurch sei es möglich Elektroautos und Cargo-Bikes möglichst effizient einzusetzen. Hierfür verwende Budbee entsprechende Softwarelösungen zur Routen-Optimierung. Deren Akku übrigens über eigens gewonnen Solar-Strom nachgeladen wird. Für die Langstrecke ist man derzeit noch auf der Suche nach passenden Lösungen mit Alternativem Antrieb. Damit diese Strecken ebenfalls möglichst nachhaltig zurückgelegt werden.

Die Budbee-Box stelle laut Hendrik eine Ergänzung des eigenen Angebotes dar, welches man weiter ausbauen wolle. Hierdurch spare man bei der Ausfahrt der Pakete noch weitere CO2-Emissionen ein. Wobei der Country Manager für Deutschland zu verstehen gibt, dass es natürlich nur nachhaltig ist, wenn die eigenen Kunden entsprechend zu Fuß, Rad oder mit der Bahn an den Budbee-Boxen vorbeischauen. Hierfür wolle man das eigene Budbee-Box-Netzwerk wachsen lassen, um näher am Endkunden zu sein, wie Hendrik abschließend zu verstehen gibt.

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen aus der Welt der E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Hendrik zu Knipphausen zu Gast, seines Zeichens Countrymanager Deutschland für Budbee. Budbee möchte die letzte Meile, den letzten Kilometer nachhaltiger gestalten, macht das mit Hilfe von Daten, Cargo-Bikes und E-Autos, die da zum Einsatz kommen, sowie den eigenen Budbee-Boxen. wo man eben Online-Shoppern die Möglichkeit geben kann, ihre Ware grün, nachhaltig, fossilfrei zu erhalten. Im Gespräch selbst erläutert er, wie das ganze Konzept von Schweden nach Deutschland kommt, was die Pläne für hier sind und wohin die Reise gehen soll. Von daher, ab geht's rein ins Gespräch mit Hendrik. Servus Hendrik, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Budbee unterhalten. Doch bevor wir da in euer Unternehmen einsteigen sozusagen, stell dich doch gerne selbst vor und verliere ein paar Worte zu deiner Person.

  3. Hendrik zu Knyphausen:

    Ja, hervorragend. Hi Sebastian, erstmal vielen Dank, dass wir das heute machen und dass ich dabei sein kann und dass wir uns ein bisschen unterhalten. Mein Name ist Hendrik, ich bin der General Manager für Deutschland bei Budbee und komme aus der Nähe von Frankfurt, wo ich aufgewachsen bin und zur Schule gegangen und habe dann mehrere Stationen im Ausland gehabt, habe zum Teil bei der Deutschen Bank gearbeitet, in Singapur ein MBA gemacht in einer Schule in Frankreich, in der INSEAD und dann Und jetzt bin ich in Berlin seit Anfang des Jahres und baue für Budbee das Deutschlandgeschäft auf. Und sehr viele spannende Sachen, die wir hier machen.

  4. Sebastian:

    Und was macht ihr genau als Budbee?

  5. Hendrik zu Knyphausen:

    Also Budbee ist eine Firma, die aus Schweden kommt und 2016 gegründet wurde und mittlerweile in Schweden, Dänemark, Finnland, Niederlande und Belgien operativ tätig ist und bald auch in Deutschland. Wir machen im Grunde E-Commerce-Logistik, die konsumentenfokussiert und nachhaltig ist. Das heißt, wir arbeiten mit Online-Shops zusammen, wie zum Beispiel H&M, Zalando, Zara und viele weitere und optimieren die letzte Meile und bieten Lieferungen an zu den Konsumenten nach Hause, aber auch in unsere Bubby-Boxen, also unsere Paketschließfächer. Und da gibt es viele Elemente, wo wir das sehr, sehr stark an den Konsumenten ausrichten und das Ganze nachhaltig gestalten. Und im Grunde genommen haben wir einfach realisiert, dass über die Jahre, wo der E-Commerce gewachsen ist, wir sozusagen einen physikalischen Touchpoint haben im E-Commerce mit dem Kunden und das ist die Übergabe des Pakets. Und die fällt oft nicht so gut aus und das sieht man dann auch in den Trustpilot-Ratings von den jeweiligen Konsumenten, was die so für Ratings abgeben. Und wir haben gesagt, okay, wir müssen das Ganze ändern, man muss sich auf den Kunden fokussieren und es besser machen. Und dann steigern wir damit sozusagen auch den Umsatz und die Experience für die Konsumenten in dem Online-Shop. Und das haben wir sehr erfolgreich gemacht über die Jahre und freuen uns jetzt eben darauf, das Ganze auch in Deutschland anzubieten.

  6. Sebastian:

    Also ihr seid dann tatsächlich in dem Fall Bindeglied zwischen dem Onlineshop, wo der Kunde einkauft und dem Kunde, der sein Paket bekommt, aber seid jetzt nicht, ich sag mal, die Post, die das vom Onlineshop zum Kunden bringt, sondern ihr werdet da quasi nochmal dazwischen geschaltet und seid dann der Qualitätsträger, der da halt eben auch nachhaltig beispielsweise in Erscheinung treten soll, damit der Endkonsument da einen positiven Eindruck mitnimmt.

  7. Hendrik zu Knyphausen:

    Also wir sind wirklich die auch, die das Paket dann zu deiner Haustür liefern und wenn man jetzt zum Beispiel, also das ist auch so der, wo sich der Markt so hinbewegt, in Schweden zum Beispiel, wenn man in einen Online-Shop geht und zu den Lieferoptionen kommt, da kann man zum Teil zwischen 5, 6, 7 verschiedenen Lieferoptionen wählen und dann heißt es quasi, okay, man bekommt das Paket mit Budbee, man bekommt das Paket mit Instabox oder mit einem anderen Anbieter und Und dann kann man auswählen, okay, man möchte es nach Hause geliefert bekommen oder in eine Box oder fossilfrei oder sozusagen am nächsten Tag oder in drei Tagen. Und da gibt es eben sehr, sehr viele Optionen und das ist auch das, was wir den Konsumenten anbieten wollen, indem wir sagen, okay, man muss eigentlich dem Konsumenten die Auswahl geben und er soll entscheiden, wie und von wem er das Paket geliefert haben möchte. Und demnach sind wir schon auch besonders auf der letzten Meile, aber auch immer öfter sozusagen auch dort tätig, um das Paket sozusagen von dem Online-Shop zu dem Konsumenten nach Hause zu bringen.

  8. Sebastian:

    Vielen Dank für die Erläuterung. Ich kannte das jetzt eher so, dass man verschiedene Zahloptionen hat, die man auswählen kann, ob ich jetzt auf Rechnung Paypal oder was weiß ich bezahlen will. Aber dass man da gezielt dann die Spedition oder den Dienstleister auswählen kann, hatte ich noch nicht auf dem Schirm. Also wird da auch tatsächlich schon vermehrt Wert drauf gelegt dann in Schweden, dass ich eben diese Wahl treffen kann. Und was sind so die Hauptpunkte? Du hast jetzt beispielsweise fossilfrei angesprochen. Das geht ja auch in diese Richtung Nachhaltigkeit, emissionsfrei. Wird ja auch ein Thema sein, was euch hier dann treibt, oder?

  9. Hendrik zu Knyphausen:

    Genau und witzigerweise finde ich super, dass du das angesprochen hast mit den Zahlungsmethoden, denn ich sehe Budbee auch so ein bisschen so wie das, wie Klarna sozusagen für die Zahlungsmethoden war und das ist, dass es eben vor einigen Jahren gab es weniger Zahlungsmethoden, als das heute der Fall ist und jetzt gibt es immer mehr Firmen, die darauf ausgerichtet sind, so ein Online-Shopping-Experience immer einfacher zu machen und immer besser zu machen und so sehen wir uns auch sozusagen als Budbee integriert in dem Online-Shop und hier eben dann als Option zu den traditionellen Anbietern, die es gibt und dabei fokussieren wir uns eben auf ein paar spezielle Dinge, die zum Beispiel, also machen wir dann Lieferungen am Next Day, am Abend zwischen 16 und 22 Uhr, wo die Konsumenten zu Hause sind und dann geben wir auch sozusagen ein eine Stunde Zeitfenster an und so, wenn die Fahrt dann losgeht, dann bekommt der Kunde auch eine genaue Uhrzeit genannt und das Ganze eben besonders auf der letzten Meile machen wir eben fossilfrei und nachhaltig und da arbeiten wir in Deutschland dann zukünftig mit Elektroautos und Cargobikes und das ist auf jeden Fall eine spannende Sache und Da tut sich viel in dem Markt und das ist auch genau das, was wir sehen, dass sowohl Konsumenten als auch die Online-Shops immer mehr nachfragen, dass eben diese Lieferkette fossilfrei gestaltet wird und nicht mit den herkömmlichen Kraftstoffen.

  10. Sebastian:

    Aber vom Einsatzzweck her, jetzt hast du gesagt, ihr sitzt in Berlin oder du sitzt jetzt in Berlin, um das Deutschlandgeschäft aufzubauen. Wird dieses Angebot dann auch auf dem Land erhältlich sein oder ist es dann tatsächlich erstmal Fokus auf Großstädte hier in Deutschland?

  11. Hendrik zu Knyphausen:

    Zu Beginn haben wir so ein City-by-City-Approach, wo wir uns darauf fokussieren, erstmal auf sozusagen die Ballungsgebiete und die Großstädte. Das hat mehrere Gründe. Zum einen sehen wir dort natürlich unseren USP am Markt. Am größten, weil viele Paketzustellungen dort stattfinden und es auch viele Probleme gibt bei der Paketzustellung und viele Dinge schief gehen. Aber natürlich auch mit dem Hinblick auf Elektroautos und Cargobikes kann man dort die, sagen wir mal, die effizientesten Routen rausgeben und auch muss man eben auch operative Dinge berücksichtigen bei so einer Auslieferung mit einem Elektroauto, wie zum Beispiel die Reichweite und solche Themen. Und das lässt sich natürlich im ersten Schritt sehr gut in Stadtzentren machen oder in den Gebieten um eine Stadt. Später wollen wir natürlich überall in Deutschland arbeiten. zur Verfügung stehen und das besonders auch durch weitere Produkte, die wir eben haben. Also ich hatte es ja eben schon mal angesprochen, wir haben auch diese Paketschließfächer, unsere Budbee-Boxen und die lassen sich natürlich in einem größeren Umfeld sozusagen aufstellen, wo man dann auch viele Pakete sozusagen auch auf, sagen wir, ländlicheren Gebieten schneller ausliefern kann.

  12. Sebastian:

    Und wie ist es jetzt, seid ihr in der Großstadt unterwegs, dann müsst ihr auch die Fahrzeuge auch vernünftig auslasten, gerade bei E-Autos ist es ja dann auch wichtig mit der Reichweite gut hauszuhalten sozusagen, auch wenn es kürzere Strecken dann wahrscheinlich eher sind, habt ihr da auch entsprechende Herausforderungen in puncto Technologie, die es zu meistern gilt für euch und wenn ja, wie geht ihr die an?

  13. Hendrik zu Knyphausen:

    Ja, absolut. Wir sind da natürlich sozusagen operativ sehr stark tätig und da gibt es viele Dinge, an denen wir arbeiten. Und ich würde sagen, die lassen sich grob eben in unterschiedliche Aspekte aufteilen. Also zum einen hat man natürlich die Technologie, die dahinter steht, mit der wir die sozusagen, die effizientesten Wege und Routen finden. Also das ist sozusagen die Routenoptimierung. Das heißt, wir wollen keinen zusätzlichen Meter fahren, der nicht auch wirklich notwendig ist. Und dazu nehmen wir eben unterschiedliche Aspekte mit in unseren Algorithmus auf und ermöglichen, dass die Fahrer mit den Fahrzeugen eben möglichst viele unserer Kunden beliefern können auf dem möglichst effizienten Weg und Das ist dann auch natürlich hilfreich für die Fahrt mit dem Elektroauto, weil wenn das sozusagen eine limitierte Reichweite hat bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, dann möchte man das natürlich auch sehr effizient gestalten und das hilft da eben sehr stark bei. Zusätzlich haben wir dann sozusagen auch die optimierten Füllraten. Also wir entscheiden sozusagen mit einem cleveren System, welches Paket auf welche Route kommt, mit welchem Fahrzeug. Also wenn wir dann zum Beispiel mit einem Cargobike arbeiten, dann kommen auf die Cargobikes eben die Pakete, die sich in einem Postleitzahlengebiet zum Beispiel ausgeliefert werden müssen, die besonders klein sind, die eben der Ladekapazität von von dem Cargo-Bike angepasst sind. Und das ist sozusagen auch das Herzstück von Budbee. Wir sind natürlich ein Logistik-Business, aber wir sind Tech. Wir haben die Technologie sozusagen im Herzen. Aber das nutzen wir dann besonders eben für solche Fälle, aber auch in unseren Terminals. Und damit komme ich sozusagen zu dem zweiten Punkt, wo wir dann zum Beispiel unsere Pakete 3D scannen, damit wir genau solche optimierten Füllraten umsetzen können. Zusätzlich haben wir dort dann eben auch einen Fokus darauf, wo sind die Terminals eigentlich, wo sind die aufgestellt, damit wir nicht zu weite Wege fahren müssen mit den E-Autos und mit den Cargo-Bikes zu unseren Kunden. Und dann erfüllen wir dort auch andere Aspekte der Nachhaltigkeit, wie zum Beispiel, dass wir nicht nur Elektroautos nutzen und auch sozusagen Charging Stations haben an den Terminals, aber auch Solaranlagen auf dem Dach, um eben so viel Energie auch wirklich nur zu produzieren und zu speichern, die wir auch benötigen für unsere Produktionen. Und das sind so im Groben auf der operativen Seite die Aspekte, wo wir die Herausforderungen angehen, die man hat, wenn man so eine Operations elektrifizieren möchte. Denn natürlich ist da auf der einen Seite Die Reichweite spielt eine große Rolle, aber auch das Setup für die Fahrzeuge, wo können die laden, wie oft können sie das machen, wie weit müssen sie fahren und das sind so Aspekte, die wir dort damit angehen.

  14. Sebastian:

    Hört sich auf jeden Fall an, schon sehr durchdacht an die ganze Geschichte. Jetzt ist ja, könnte man vielleicht vermuten, gut, das sind alles Schlagworte hier, E-Autos, Cargo-Bikes und so weiter. Aber ihr nehmt ja Nachhaltigkeit schon ernst und habt ja meines Wissens nach auch schon erst einen Nachhaltigkeitsbericht auf die Strecke gebracht. Also ihr nehmt euch da auch selbst schon sehr beim eigenen Wort.

  15. Hendrik zu Knyphausen:

    Ja, absolut. Genau, wir haben den Nachhaltigkeitsbericht auch rausgebracht. Da kann man auch viel im Detail auch lesen über das, was wir so machen. Wir sind ja, wie gesagt, in anderen Ländern, in den nordischen Ländern und Niederlande und Belgien auch operativ tätig und arbeiten dort auch auf der gesamten Supply Chain mit fossilen Kraftstoffen. Und in Deutschland haben wir jetzt die Besonderheit, dass wir hier auf der letzten Meile ausschließlich mit arbeiten. In den nordischen Ländern arbeiten wir zum Beispiel auch mit HVO 100 und in Deutschland arbeiten wir auch intensiv daran, wie kann man die LKW-Strecken auch mit nachhaltigeren Kraftstoffen gestalten und dazu zählen zum Beispiel auch Elektro-LKWs, aber dazu zählen eben auch fossilfreie Kraftstoffe wie Bio-CNG und weitere Sachen. Also wir legen enorm großen Wert auf diese Thematik und tun dafür auch viel und Wir glauben auch sehr stark daran, dass man einfach transparent sein muss. Also wir sind nicht daran interessiert zu sagen, okay, wir machen dies und dies und das und zeigen es dann nicht, sondern wir wollen es auch wirklich zeigen und dann eben auch mit so einem Sustainability Report transparent machen, wo wir diese Nachhaltigkeit umsetzen. Und wo wir eventuell noch Themenfelder haben, an denen wir arbeiten müssen. Und dafür steht auch BudBee und das ist auch ein großer Wert. Von den Werten sind wir überzeugt, dass wir so transparent sein müssen.

  16. Sebastian:

    Ich denke auch vor allem, wenn man den Unterschied machen will und möchte sich da in so einer Position, du hast vorhin den Vergleich zu Klarna gebracht, wenn man da Klarna der Lieferservice werden möchte sozusagen, muss man da natürlich mit gutem Beispiel vorangehen. Jetzt hattest du noch erwähnt, ihr seht oder ihr arbeitet auch Themen heraus, die ihr noch angehen müsst in dem Zusammenhang. Hast du da so zwei, drei Beispiele, was ihr denn in den kommenden Jahren sozusagen angehen wollt, um eben noch eine Spur nachhaltiger zu werden oder um da noch effizienter unterwegs zu sein?

  17. Hendrik zu Knyphausen:

    Ja, absolut. Also ich glaube, ein großes Thema für uns ist auch in den anderen Ländern wirklich emissionsfrei zu werden bei unseren Transporten und auch auf Elektroautos zu wechseln. Immer mehr und das haben wir jetzt auch schon begonnen in den Niederlanden zum Teil und das möchten wir immer weiter ausbauen und Dazu gehört dann eben auch, wie sieht unsere Infrastruktur dafür aus? Wo brauchen wir Ladestationen? Wo fangen wir an mit den Elektroautos? Wo können wir eventuell noch mehr mit den Cargo-Bikes arbeiten? Und besonders in Schweden und den Niederlanden und in anderen Ländern, wo wir schon etwas länger aktiv sind, wachsen wir natürlich von Jahr zu Jahr und umso mehr Volumen wir umsetzen können, desto effizienter können wir auch unsere Touren gestalten und weil wir auch Datenpunkte darüber sammeln, um das immer weiter zu optimieren und das hilft uns dabei, dann auch diese gesamte Wertschöpfungskette noch effizienter zu gestalten. Also wir haben uns da viel vorgenommen und In Deutschland sozusagen mit der letzten Meile und Elektroautos gehen wir da schon einen großen Schritt in die Richtung, aber wir haben natürlich auch die anderen Länder, in denen wir das genauso umsetzen wollen.

  18. Sebastian:

    Ich denke, das ist ein ganz schönes Brett zu bohren, wenn du da jetzt sozusagen das Ganze neu aufziehst hier in Deutschland. Aber es wird ja auch spannend sein, sozusagen mit diesen Herausforderungen umzugehen, sich darauf einzustellen und das Ganze dann irgendwie auf einem weißen Blatt Papier mehr oder weniger entstehen zu lassen.

  19. Hendrik zu Knyphausen:

    Ja, absolut. Superspannende Aufgabe und ich bin sehr, sehr begeistert von dem Unternehmen natürlich, aber auch von der Aufgabe hier, das in Deutschland umzusetzen. Deutschland ist der sechstgrößte E-Commerce-Markt der Welt und ich sehe hier riesiges Potenzial, diese Produkte von Budbee an den Markt zu bringen und das hier auch umzusetzen und dementsprechend ist es natürlich eine spannende Aufgabe. Und natürlich auch sozusagen in ein Land wie Deutschland zu kommen, das sehr sozusagen dezentral aufgebaut ist mit vielen Städten und vielen Gebieten, in denen man sowas umsetzen kann und viele Online-Shops, die natürlich interessant sind für uns. zusammenzuarbeiten und auch besonders für unser Produkt die Budbee Box, diese Paketschließfächer sehen wir ja auch ein Riesenpotenzial, denn das ist am Ende auch eine Liefermethode, die auch noch zusätzlich dazu beiträgt, eine noch nachhaltigere Wertschöpfungskette und Lieferkette zu haben, denn wenn man sich jetzt überlegt, okay, wir fahren in die Stadt mit einem Elektroauto und machen, liefern zu 100 Konsumenten aus, dann dauert das natürlich seine gewisse Zeit und man muss zu mehreren Adressen fahren und bei dem Paketschließfach zum Beispiel können wir in der kleinsten Box 60 Pakete auf einmal abliefern in einer Location und Und wenn man sich das überlegt, dass man dann zu mehreren dieser Standorte fährt und überall mindestens 60 Pakete abliefert, dann kann man sehr, sehr viele Pakete ausliefern mit wenig Aufwand sozusagen, mit wenig Verkehr. Und das führt dann eben auch dazu, dass weniger Autos in der Stadt unterwegs sind. Und wir dementsprechend auch weniger Kraftstoff oder beziehungsweise weniger Energie verbrauchen. Und das hat eben auch einen starken Nachhaltigkeitssinn und dementsprechend auch sehr spannend. In Deutschland natürlich wieder als großes Land gibt es viel Potenzial für sowas. Und da freuen wir uns drauf.

  20. Sebastian:

    Wobei, da würde ich jetzt fast entgegnen, die Leute müssen ja dann trotzdem auch zu dieser Packstation kommen. Und ich sage mal, wenn ihr es selbst ausliefern würdet zu den Leuten, habt ihr es im Griff, dass es eben nachhaltig macht mit einem E-Bike, mit einem Elektroauto sozusagen. Wenn ihr es jetzt in die Parkstation bringt, dann könnt ihr ja nicht bestimmen, wie euer Kunde oder der Empfänger sozusagen das Ganze abholt. Der kann ja auch wieder mit einem stinkigen Diesel ums Eck kommen. Also so ganz grün ist es auch noch nicht. Natürlich von eurer Seite betrachtet schon, aber in der Gesamtbetrachtung sehe ich es jetzt nicht so als ganz positiv an oder würde es zumindest nicht so als ganz grün durchgehen lassen.

  21. Hendrik zu Knyphausen:

    Ja, es ist interessant, dass du das sagst. Also ich denke, dass das noch ein Weg dahin ist, bis das die wirklich nachhaltigere Lösung ist. Da stimme ich dir zu, denn wir haben absolut keine Kontrolle darüber, wie die Person dorthin kommt. Und was das Ausschlaggebende dabei ist, ist eben das Netzwerk von Paketschließfächern. Und was dort am Ende natürlich zählt, es muss convenient sein für den Konsumenten. Das heißt, wenn der Konsument 15 Minuten mit dem Auto dorthin braucht, dann ist es noch nicht so effizient, wie wenn der Kunde die Möglichkeit hat, innerhalb von drei Minuten oder fünf Minuten laufen an einer solchen Box zu sein. Und dementsprechend muss ich da noch mehr tun in dem Markt. Wir brauchen noch mehr Paketschließfächer, um das dann auch so umzusetzen, dass es wirklich auch alle diese Punkte erfüllt. Aber ich denke, dass das ein Weg ist in der Zukunft, der dazu beitragen wird. Und man sieht das auch bei vielen anderen Anbietern, dass das ein Thema ist, was immer mehr an Beliebtheit gewinnt. Wenn man wieder zu den nordischen Ländern und besonders Schweden eine Referenz zieht, da wächst dieses Netzwerk an Paketschließfächern ständig und unglaublich schnell. Und die Konsumenten haben sich mittlerweile daran gewöhnt, dass man fast überall so ein Paketschließfach findet und sich das Paket dort reinliefern lassen kann. Und daran arbeiten wir in Deutschland auch, das weiter aufzubauen. in Ländern wie den Niederlanden gesehen, dass es auch an starkem Aufwind gewonnen hat. Also da haben wir zum Beispiel eine Abmachung mit Albert Heijn, das ist die größte Supermarktkette in den Niederlanden, hat fast 1000 Locations und in 700 von diesen Locations ist eine Budbee-Box, die sozusagen co-branded in Kollaboration mit albertheinundbowl.com steht. Und dort konnten sich die Kunden die Ware reinliefern lassen. Sie dient auch sozusagen als Paketschließfach in dem Supermarkt. Und man kann es dann eben auch verbinden mit einem Einkauf. Und das ist dann, glaube ich, auch wieder spannend für die Konsumenten. Aber man muss natürlich schaffen, dass man sozusagen ein so gutes Netzwerk hat. Und dementsprechend haben wir da noch ein bisschen was zu tun in Deutschland.

  22. Sebastian:

    Ist ja aber gut, wenn man es erkannt hat. Und so wie du gesagt hast, es wird ja dann mit dem Skalierungseffekt greifen. Von daher sind wir gespannt, was du so im nächsten halben, dreiviertel Jahr zu berichten hast. Dir erstmal vielen Dank für die Eindrücke, Hendrik. Und freue mich, wenn wir uns dann nochmal mit einem Update austauschen können in der Zukunft, um einfach zu sehen, wie euer Produkt, euer Angebot in so einem Markt angenommen wird.

  23. Hendrik zu Knyphausen:

    Ja, super, freue ich mich auch drauf und bedanke mich nochmal für das nette Gespräch und hoffe, dass wir bald nochmal die Gelegenheit bekommen.

  24. Sebastian:

    Auf jeden Fall, mach's gut, bis dann. Tschüss. Das war also auch mal wieder der elektroauto-news.net-Podcast mit Hendrik Zuckner-Pausen von Bad B. Ich finde, wir haben da einige interessante Einblicke bekommen. Und Hendrik wird, wie wir zum Ende hin gesagt haben, in einer der späteren Folgen nochmal vorbeischauen, um einfach zu sagen, wie das Modell denn hier jetzt in Deutschland ankommt und auch tatsächlich durchgestartet ist. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Ich freue mich, wenn du kommende Woche wieder einschaltest bei der nächsten Folge des elektroauto-news.net-Podcasts. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.