Elektromobilität in 2020 und den Jahren danach...

Stark beeinflusst durch die Corona-Pandemie werden wir nicht, wie eigentlich zu erwarten war, in diesem Jahr die magische Grenze von 700.000 E-Fahrzeugen in einem Jahr knacken. Dies wurde im vergangenen Jahr von Matthias Schmidt, Automobil-Analyst, noch als möglich erachtet. Wohlgemerkt vor Corona. Mittlerweile hat er diese Aussage korrigiert auf 556.000 E-Autozulassungen.

Wir wagen gemeinsam einen Blick darauf, was in puncto Zulassungszahlen 2020 noch realistisch erscheint, worauf wir uns in den kommenden Jahren einstellen können. Und warum die Unterstützung durch die Politik ebenso wichtig erscheint, wie die klare Fokussierung der Hersteller auf E-Mobilität. Hör vorbei, es lohnt sich.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektroauto-news.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität im Alltag beschäftigen. In dieser Folge unseres Podcasts wollen wir uns mit der E-Mobilität im Jahr 2020 und den Jahren danach beschäftigen. Sprich, wir wollen einen Blick darauf werfen, wie sich die E-Mobilität in Europa insbesondere in 2020 entwickelt hat, entwickeln wird. Und was für die Jahre danach eben anzunehmen ist, wo die Entwicklung, die Reise hingehen wird. Ich freue mich, dass du zuhörst. Die Folge wird nicht ganz so umfangreich. Es werden wieder ein paar Zahlen in den Raum geworfen. Du kannst auch in den Shownotes das Ganze nochmal nachlesen, einfach in Ruhe, wo du auch weiterführende Links findest. Und ich würde sagen, wir beginnen einfach mal damit und tauchen ein in das Jahr 2020 und die E-Mobilität bzw. die Stellung der E-Mobilität in diesem Jahr. Was sich auf jeden Fall schon mal festhalten lässt für das Jahr 2020 ist, dass es stark beeinflusst wurde durch die Corona-Pandemie. Gilt natürlich für eigentlich alle Unternehmen am Markt, egal ob nun positiv oder negativ, aber die Automobilwirtschaft hat es doch äußerst stark getroffen. Begonnen in China, dann nach Europa rüber, USA, Brasilien und so weiter. Dauert immer noch an. Hier in Europa kommt langsam der Rebound, aber auch nicht so stark, wie er eben in China zu verspüren war. Und ja, Corona wird uns noch eine ganze Weile begleiten und auch die wirtschaftlichen Folgen davon. Und das ist eben auch Grund mit dafür, dass in diesem Jahr, also 2020, nicht die magische Grenze von 700.000 E-Fahrzeugen geknackt wird, die doch schon seit einiger Zeit im Raum herumschwirrt, sondern man wird sich eher bei 555.000, 556.000 E-Auto-Zulassungen einpendeln, also knapp 20% darunter unter dem, was angenommen wurde. orientiert sich auch an den rückläufigen PKW-Zulassungen im Allgemeinen. Also das hat man einfach so von Analystenseite angenommen, dass man gesagt hat, okay, der Markt wird sich dort ähnlich verhalten im Bereich der elektrifizierten Fahrzeuge. Dann ist es aber eben auch so, dass verschiedene Staaten ihren Teil dazu beigetragen haben, damit die E-Mobilität dennoch zum Erfolg werden kann in diesem Jahr. Und zwar sind es halt eben verschiedene steuerliche Anreize, sowohl für E-Autos als auch Plug-in-Hybride, die dazu beitragen werden, dass diese Art von Fahrzeugen abgesetzt werden am Markt. Natürlich auch mit starkem Fokus darauf, dass die Automobilhersteller ihre CO2-Konformitätsziele erreichen, um da eben nicht auch nochmal... sozusagen Strafzahlungen leisten zu müssen und wirtschaftlich noch schlechter dazustehen. Was von der Analystenseite gleich festgehalten wird oder auch schon so in den Raum geworfen wurde, ist, dass eine mögliche zweite Corona-Welle Europas E-Automarkt nicht bremsen oder nicht stark ausbremsen wird. Und das sieht man auch daran, gerade wenn wir diesen Jahresvergleich gegenüber 2019 ziehen, dass die derzeit angepeilten 556.000 E-Autos ja doch einem Wachstum von 58% gegenüber dem vorher eben entsprechen. Und ja, das ist doch eine Ansage definitiv, dass man trotz Rückgang des PKW-Marktes so ein starkes Wachstum hinlegt oder hinlegen möchte. Und es entspricht in diesem Fall dann auch, also würde diese angepeilte Zahl von E-Autos einen ungefähren Anteil von 5% an einem um 20% rückläufigen Gesamtmarkt entsprechen. Und dass das funktionieren kann oder dass diese Richtung irgendwo angepeilt werden kann, das zeigt der Blick auf den Monat Mai oder die Zahlen Ende Mai. Denn da hat man gesehen, dass trotz Corona-Krise man sich im europäischen Elektroautomarkt um 0,9% gegenüber dem Vorjahresniveau befunden hat. Und das eben trotz einer deutlichen Verschlechterung am Markt oder deutlichen Verschlechterung der Umstände am Markt. Und wenn man das Ganze dann noch ins Verhältnis setzt dazu, dass der gesamte Pkw-Markt im gleichen Zeitraum um 57,2% eingebrochen ist, sind diese 0,9% plus noch deutlich mehr oder noch deutlich besser zu sehen. Und das führt eben auch dazu, dass verschiedene Analysten der Meinung sind, dass selbst wenn eine zweite Corona-Welle eintreten würde im dritten Quartal des Jahres, dass man doch auf einen wachsenden Markt weiterhin blicken könnte. Jetzt ist es so, dass üblicherweise Anfang des dritten Quartals es ruhiger wird am Automarkt. Das heißt dann so eben Juli, August. Das sind so die typischen Sommerurlaubsmonate, wo dann die Pkw-Hersteller eben ihre Fertigung, Produktion zurückfahren, weil eben auch eine Vielzahl von Mitarbeitern in Urlaub geht. Und das könnte sich jetzt aber auch verschieben. Natürlich auch durch Corona. Es war jetzt in der Zeit davor ruhig. Es wurden kaum Pkw produziert. 2020 könnten demnach die Hersteller jetzt weiterhin Strom geben, um frühzeitig natürlich auch die CO2-Vorgaben der Politik zu erreichen. Und da geht man eben auch davon aus, dass die Hersteller versuchen, die Zielvorgaben so früh wie möglich zu erreichen, um dann eben auch die Volumina an E-Autos und Plug-in-Hybride in den verbleibenden Monaten zu reduzieren, um diese dann eben nach 2021 zu überführen. Das hätte eben dann für die den Vorteil, dass man sagt, okay, es sind schon Bestellungen eingegangen für Elektroautos bzw. Plug-in-Hybride, ausgeliefert wird erst 2021. Da wird dann auch eben gezählt, welchen positiven Einfluss auf die CO2-Flottenwerte das Ganze haben wird und dann könnte man auch davon profitieren. Ist gar nicht so unwahrscheinlich, denn das Ganze haben wir schon Ende 2019 gesehen, als zwar immer noch Bestellungen für E-Autos und Plug-in-Hybride angenommen wurden, aber dann eben auch erst pünktlich nach dem 01.01.2020 ausgeliefert wurden. Soviel erstmal zur Einordnung von 2020 und was wir da eben... Ja, erwarten können. Für 2020 ist eben auch noch festzuhalten, dass man davon ausgehen kann, dass die CO2-Ziele bestehen bleiben. Für 2021 und die folgenden Jahre könnte man eben davon ausgehen, dass Europa erstmals eine Million E-Autos pro Jahr absetzen wird. Und ja, am europäischen Markt ist es vor allem so, dass die jeweiligen Regierungen ihren Teil dazu beitragen werden, dass diese erreicht werden können, diese Absatzziele. Zum einen natürlich, um die eigene Wirtschaft wieder ein bisschen in Fahrt zu bringen, zum anderen auch, um dann die Hersteller vor den etwaigen Strafzahlungen zu verschonen. Und da ist es so, dass insbesondere die Hauptmärkte, Frankreich, Deutschland, also auch Großbritannien, ihren Teil dazu beitragen werden, dass diese Ziele erreicht werden. So geht Matthias Schmidt, seines Zeichens Automobilanalyst aus Berlin, davon aus, dass diese drei Märkte den E-Auto-Absatz in 2020 massiv bestimmen und treiben werden und somit die Rolle vom ehemaligen E-Auto-Marktführer Norwegen übernehmen werden. Und auch in den kommenden Jahren werden es eben diese drei Länder sein, weil gerade insbesondere Frankreich mit der PSA-Gruppe an Renault und Deutschland mit den deutschen Herstellern Daimler, VW-Konzern, BMW Group, der doch federführend hier im europäischen Raum ist, mit E-Autos und Plug-in-Hybriden eine führende Rolle einnehmen werden. Und das führt eben auch dazu, dass die Elektroauto-Volumina im Jahr 2020 zwar aufgrund des rückläufigen Gesamtmarktes zwar wahrscheinlich niedriger sein werden als vor Corona prognostiziert, Aber wenn man dann 2021 von einem anreizgetriebenen Rückprall ausgehen kann, kann man eben auch davon ausgehen, dass der Battery Electric Vehicle Mix, also der Anteil an batterieelektrischen Fahrzeugen am Markt doch so um die sieben Prozent am Gesamtabsatz einnehmen kann. Und was dann eben auch ungefähr einer Million E-Autos entsprechen kann oder wird, vorausgesetzt der Markt an sich, also der Pkw-Markt an sich kehrt auf sein Niveau von vor Corona zurück, was dann ungefähr so 14 Millionen Einheiten an Fahrzeugen sind, die eben am europäischen Markt abgesetzt werden. Geht man dann davon aus, dass der gesamte Markt sich ab 2020 bis 2024 auf seinem üblichen Niveau von 14 Millionen Pkw pro Jahr einpendelt, dann sollte bis 2024 eine Zahl von ungefähr 1,25 Millionen E-Autos pro Jahr auf die Straße kommen. 2025 geht es dann schon stark auf die 1,6 Millionen Einheiten oder etwas mehr als 11% Marktdurchdringung hoch. was eben auch notwendig ist für die Automobilhersteller, um dann eben die 15-prozentige Reduzierung der CO2-Ziele zu erreichen, die eben im selben Jahr umgesetzt werden sollen. Es lässt sich somit festhalten, dass trotz Corona-Pandemie die Stimmung am E-Auto-Markt zumindest nicht ganz so pessimistisch ist für die nächsten Jahrzehnte. Jahre, wie es vielleicht in der gesamten Wirtschaft irgendwo der Fall ist. Zum einen natürlich auch dadurch, dass die CO2-Vorgaben nicht aufgeweicht wurden, dass diese erreicht werden müssen. Den Herstellern bleibt gar nichts anderes übrig, als ihre Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Das teilweise halt auch durch stark subventionierte Preise, zum anderen aber auch zu günstigeren Konditionen, weil man halt sagt, Lieber verkaufe ich das E-Fahrzeug oder den Plug-in-Hybrid günstiger, als es vielleicht vor Corona der Fall gewesen wäre, aber sichere mir damit halt eben auch die Tatsache, dass ich meine CO2-Ziele erreichen kann. Das ist jetzt erstmal so Standpunkt. unseres Ausblicks auf Daten Ende Mai 2020, die wir vorliegen hatten. Der Juni unterstreicht das Ganze, was wir da schon an Daten gesehen hatten. Das steht halt noch nicht endgültig fest, werden wir aber auch noch betrachten, wenn die Daten dann eben vorliegen. Und wir sind zuversichtlich, dass zumindest der E-Mobilitätsmarkt in Europa weiter wächst. Hoffen natürlich auch, dass die gesamte Wirtschaft wieder in Aufschwung kommt, weil das natürlich auch notwendig ist, um das entsprechende Kleingeld für entsprechende Fahrzeuge dann eben auch in die Waagschale werfen zu können. Bei dir möchte ich mich bedanken, dass du auch in der heutigen Podcast-Folge wieder eingeschaltet hast, wo es rund um die Themen Immobilität ging, heute mit so einem kleinen Zukunftsausblick, den wir hatten, stark auf 2020, aber auch leicht in die folgenden Jahre fokussiert. Und würde mich natürlich freuen, wenn du auch nächste Woche bei der kommenden Podcast-Ausgabe von elektroautonews.net einschaltest. Wünsche dir noch einen schönen Sonntag oder einen wunderschönen Resttag, je nachdem, wann du es eben hörst, die Folge. Und freue mich, wenn du wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin. Ciao.