Mit dem E-Auto zur Olivenernte nach Sizilien

Im Gespräch mit Manfred Plechaty

In der aktuellen Podcast-Folge hatte ich die Gelegenheit, mit Professor Manfred Plechaty zu sprechen. Mit seinem Hintergrund bei BMW und seiner Tätigkeit an der Hochschule Neu Ulm bringt er umfassende Erfahrung in die Diskussion um Elektromobilität ein. Besonders interessant war, wie er diese Technologie mit einem ganz anderen Bereich verbindet: der Olivenernte.

Manfred berichtete, wie er 2015 zusammen mit seinen Studenten einen alten Jeep Wrangler von Diesel auf Elektroantrieb umbaute. Ziel war es, praxisnah Erfahrungen zu sammeln und die spezifischen Anforderungen eines Elektroantriebs besser zu verstehen. Der Umbau erfolgte so, dass das Gewicht des Fahrzeugs gleich blieb, was zu einer Reichweite von etwa 100 Kilometern führte. Der Jeep wurde vor allem für Tests in der Kiesgrube genutzt. „Mit dem Allradantrieb aus dem Stand am steilen Hang hochzufahren, hat die Vorzüge des Elektromotors deutlich gemacht,“ erklärte er.

Diese praktischen Erfahrungen prägten auch seine spätere Wahl für den BMW iX, ein Fahrzeug, das seinen spezifischen Anforderungen gerecht werden konnte. Mit einer Anhängerkupplung ausgestattet, eignete sich der iX besonders für den Transport der bis zu einer Tonne schweren Olivenernte zur Ölmühle. Besonders die Strecken durch bergiges Gelände in Sizilien stellten Anforderungen, die der BMW iX erfüllen konnte. Manfred schilderte seine Erfahrungen bei Fahrten von Deutschland nach Sizilien, die teils mit dem Auto, teils mit der Fähre bewältigt wurden. Dabei beschrieb er, wie sich die Ladeinfrastruktur in Italien verbessert hat. Während früher improvisiert werden musste, sind heute insbesondere in Norditalien und der Schweiz Schnellladestationen gut verfügbar. Dennoch gibt es auf längeren Reisen, besonders in entlegeneren Regionen, weiterhin Herausforderungen.

Ein Beispiel hierfür ist seine dreitägige Sizilien-Rundfahrt, bei der er über 1200 Kilometer zurücklegte. Obwohl die Ladeinfrastruktur mittlerweile besser ist, berichtete Manfred von Schwierigkeiten mit zugeparkten oder defekten Ladestationen. Dennoch habe sich die Situation spürbar verbessert, auch in kleineren Städten auf Sizilien. Technische Probleme kamen ebenfalls zur Sprache. So erzählte Manfred von einer Bekannten, deren chinesisches Elektroauto auf einer Fähre Schwierigkeiten hatte, weil die 12-Volt-Batterie durch ständige Warnmeldungen entladen wurde. Solche Vorkommnisse seien zwar selten, zeigten jedoch, dass die Technik noch nicht vollkommen ausgereift ist.

Manfred stellte klar, dass Elektromobilität auch in spezifischen und herausfordernden Anwendungen funktioniert. „Ob bei der Olivenernte oder auf längeren Fahrten – mit entsprechender Planung ist Elektromobilität eine praktikable Lösung,“ resümierte er. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter entscheidend ist, um die Alltagstauglichkeit zu verbessern. Nun aber genug der Vorworte, lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr. Servus und herzlich willkommen bei einem neuen Folge-Selektor-Auto-News.net-Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. Heute haben wir eine Sonderfolge am Start hier, die sich mit dem Thema E-Mobilität beschäftigt. Kommt vielleicht auch gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn am Heiligabend wird ja doch immer wieder heiß unterm Tannenbaum diskutiert, ob E-Mobilität im Alltag funktioniert. Manfred zeigt uns auf, dass das klappt, denn er ist schon seit vier Jahren unterwegs mit seinem Stromer Richtung Sizilien, um dort bei der Olivenernte teilzuhaben. Und das klappt ohne Probleme, auch mit Fährüberfahrten, Laden vor Ort und mit einer wachsenden Ladeinfrastruktur, nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern vor allem auch außerhalb. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Manfred. Viel Spaß damit. Hallo Manfred, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir gemeinsam im Podcast darüber sprechen, über das Thema Oliven und E-Mobilität.

  2. Sebastian:

    Eine ganz spannende Paarung, kommen wir gleich noch drauf zu sprechen. Bevor wir da allerdings tiefer eintauchen, stell dich doch unseren ZuhörerInnen gerne mal kurz selbst vor, damit wir wissen, wer auf der anderen Seite des Mikrofons sitzt.

  3. Manfred Plechaty:

    Ja, hallo Sebastian. Vielen Dank für die Möglichkeit, da meine Geschichte zu erzählen von den Oliven. Das wird wirklich spannend dann nachher noch. Wo ich herkomme, ich bin eben bei BMW groß geworden, bin alter Autoliebhaber, habe bei BMW schon Elektroautos gefahren, Prototypen, habe den i3 auch mitentwickelt. und bin aber dann eben über die Hochschule seit 2010 an ganz andere Elektroauto-Themen noch rangekommen, eben mit Laden und so weiter.

  4. Sebastian:

    Das hast du mir ja im Vorgespräch eben auch gesagt, du warst bei BWI 3 mit dabei, hast da die Entwicklung vorangetrieben, hast dich dann aber, wenn ich es richtig weiß, 2010 entschieden dazu, eben an die Hochschule Neu-Ulm zu gehen und warst dort jetzt lehrend unterwegs bis vor kurzem und bist da dann aber auch in den Besitz deines ersten E-Autos gekommen. Vielleicht können wir da noch kurz drauf eingehen, weil das war doch auch eine spannende Geschichte, wie es dazu kam und was es schlussendlich war.

  5. Manfred Plechaty:

    Das war 2015, haben wir gedacht, mit den Studenten zusammen brauchen wir irgendwas, an dem wir auch Silber basteln können, weil an die anderen Fahrzeuge kommen wir doch immer schwer ran, nur beim Schrauben und Drehen. Und dann haben wir uns einen gebaut, der eben nur... 100 Volt haben den auch so gebaut, dass man die Zulassungsbedingungen nicht überschreiten oder einfacher sind und damit dasselbe Gewicht hat nach dem Umbau wie vor dem Umbau. Das heißt, wir haben den Dieselmotor raus, haben einen Elektromotor und Batterien rein und der dürfte dann nachher nicht schwerer sein als vorher. Deswegen hat er nur eine eingeschränkte Reichweite von 100 Kilometern. Aber das ist ja auch ganz interessant, weil auch über das Thema Gewicht spricht man immer, dass die schwerer werden mit der größeren Reichweite. Wir haben den gleich gelassen und das war ein Wrangler Jeep, so ein richtig altes Modell. Den habe ich schon seit 20 Jahren in der Garage stehen gehabt. Und der Stinker hat mich dann irgendwann gestört und den haben wir dann verschrottet.

  6. Sebastian:

    Oder aufgewertet, wenn man so will. Ihr kommt immer auf den Blickwinkel an.

  7. Manfred Plechaty:

    Genau, also der war auf jeden Fall aufgewertet. Wir sind in der Kiesgrube dann immer unsere Testfahrten gefahren, weil ich den Studenten immer das gute Anfahrdrehmoment zeigen wollte und mit dem Allrad in der Kiesgrube am steilen Hang da hochzufahren, aus dem Stand raus, wo bei anderen Verbrennungsmotoren die Kupplung zum Stinken anfängt oder sowas. Das war immer ganz spannend.

  8. Sebastian:

    Die Reichweite hätte dann doch nicht ausgereicht, weil schlussendlich Olivenernte war das Thema, wie wir auch zusammengekommen sind in Sizilien oder auch dann vor allem die Beförderung von dort nach Deutschland. Hast du dich dann entschieden, mit Vorstellung des BMW iX auch diesen zu erwerben, um dann eben auch längere Strecken mit Last zurückzulegen? Vielleicht kannst du uns da ein Stück weit abholen, was der Anlass war und eben auch der Hintergrund.

  9. Manfred Plechaty:

    Also der Hintergrund war eben, dass ich bei der Olivenernte immer doch relativ hohe Zuglasten habe, also eine Anhängerkupplung einmal brauche, meinen Anhänger da mit dranhängen habe und da immer so pro Tag eine Tonne ungefähr anfällt an Ernte und das muss man dann zur Ölmühle bringen. und naja, also ich brauchte ein Fahrzeug und das ist auch ein bisschen am Berg, also man muss da auch so in den Bergen rumfahren und deswegen der iX mit Anhängerkupplung, der war da ein geeignetes Fahrzeug, um eben auch querere Transporte. Aber da musste man natürlich auch erstmal runterkommen. Das war dann das Spannende.

  10. Sebastian:

    Das auf jeden Fall. Zudem muss man natürlich auch noch die Zeit berücksichtigen. Wir reden ja auch wirklich zu der Markteinführung von dem Fahrzeug. Da gab es ja auch fairerweise noch gar nicht so die Alternativen mit Anhängerkupplung, wo du eben entsprechende Last auch bewegen konntest schlussendlich. Das war ja auch oder ist ja auch mit in deine Entscheidung sozusagen mit eingeflossen.

  11. Manfred Plechaty:

    Genau. Also damals die ersten Elektroautos, die da auf den Markt kamen, die hatten alle noch keine Anhängerkupplung. Da hat sich keiner so recht geäußert. weil natürlich so ein Anhänger auch Last frisst und die Reichweite verringert. Das ist mir aber da unten jetzt die Reichweite nicht so entscheidend, weil das einfach nur Strecken sind von, naja, so 10, 15 Kilometer muss ich von meinem Olivenhain zur Ölmühle fahren. Das ist also nicht entscheidend gewesen. Aber beim Runterfahren ist es natürlich entscheidend, dass er eine Reichweite auch braucht. Aber da Gott sei Dank ohne Anhänger. Den Anhänger habe ich schon unten stehen.

  12. Sebastian:

    Das ist ja in dem Fall wirklich von Vorteil. Aber wie war denn so die erste Reise sozusagen? Weil E-Mobilität im Alltag war ja dann doch auch neu für dich. Wahrscheinlich bist du ein bisschen lokal vor Ort dann gefahren, aber dann eben auch die Reise nach Sizilien angetreten. Kannst du uns da mal ein Stück weit von deinen Eindrücken abholen?

  13. Manfred Plechaty:

    Ja, also das war natürlich auch für mich dann spannend und neu. Die erste Fahrt habe ich über den Gardasee, also Österreich, Gardasee runter. Also ich bin nicht ganz nach Sizilien mit dem Elektroauto gefahren, damit das schon mal gleich mal klar ist, sondern ich fahre immer, das mache ich schon seit 15 Jahren so, nach Genua. gehe dort auf die Fähre und fahre dann mit der Fähre Genua-Palermo und fahre dann von Palermo, den Rest sind nochmal 100 Kilometer, zu meinem Olivenheim in Tschakka bei Aggregenta an der Südküste unten ist das. Also es sind zwar insgesamt 6000 Kilometer, ich musste davon aber nur 800 ungefähr so mit dem Elektroauto fahren. Ich habe aber Trotzdem noch eine spannende Sache gemacht mit dem Elektroauto. Nachdem ich mir da ein bisschen mehr Zeit genommen habe, habe ich eine Sizilien-Rundfahrt gemacht. Ich bin also einmal ganz rund am Meer entlang um Sizilien rum. Da habe ich mir drei Tage Zeit genommen dafür. Und das sind auch so... Über 1000 Kilometer, 1200 Kilometer und konnte da auch alle Möglichkeiten, die es in Sizilien gibt, rundum mir mal anschauen. Aber bei der Runterfahrt durch Österreich durch geht es ganz gut zum Laden. Deutschland sowieso, aber die erste Laden dann in Kufstein oder irgendwie sowas. Und dann kann man schon mal über den Brenner hoch, wo er natürlich einigermaßen frisst. Auf der anderen Seite beim Runterfahren wieder ein bisschen rekuperieren. Aber dann kommt man zum Gardasee irgendwie mit einmal Zwischenladen von München, wo ich losgefahren bin. Also München-Gardasee, also der EXO 300, 350 Kilometer Reichweite. Das ist der kleine Batteriesatz, den der drin hat. ist der gefahren und am Gardasee gab es dann die erste größere Lademöglichkeit und auch, wo man sich ein bisschen mehr Zeit nehmen kann, weil man dann einfach Mittag macht. Dann ist man eh schon wieder ein paar Stunden unterwegs gewesen und dann nimmt man sich mal wieder zwei Stunden Zeit, um gemütlich Mittag zu essen und einzukaufen. Und dann bin ich weitergefahren vom Gardasee zum Luganer See vor. So auf der Autobahn Richtung Mailand geht es da vor. Habe dann da am Luganer See getankt. Da war die letztnächste größere Auxchnellade entstanden. nur 20 Minuten geladen. Und dann geht es geradeaus runter nach Genua durch Italien. Da muss man dann auch noch einmal zwischenladen. Ich hätte nicht müssen, ich wäre schon bis Genua gekommen. Aber ich wollte dann nicht ganz leer am Schiff stehen, damit ich am nächsten Tag, wenn man vom Schiff runterfährt, dann gleich ein Stückchen fahren kann, vielleicht sogar ganz bis zum Ende. Das hat nicht ganz geklappt. Ich musste dann noch einmal zwischenladen. Aber das habe ich dann gleich in Palermo gemacht. Ich bin mit viermal Laden da locker runtergekommen und es war nur einmal länger da am Gardasee.

  14. Sebastian:

    Was mich natürlich noch interessieren würde, wenn wir das Thema Schiff und E-Auto haben, war das denn ein Thema? Musstest du das vorher anmelden oder konnte man einfach auch auf die Fähre drauffahren? Weil da gab es ja auch, ich sage mal, vor einem halben Jahr, ja, sämtliche Mythen zu dem Thema. Und hier haben wir jetzt mal die Möglichkeit, sozusagen aus dem realistischen Alltag was abzugreifen. Kannst du uns das einordnen?

  15. Manfred Plechaty:

    Also damals war das noch überhaupt kein Thema. Da hat niemand gefragt. Und dann kam das natürlich mal mit diesem Brand auf dem Schiff. wo es dann hieß, ja, da wird es Einschränkungen geben und so weiter. Ich hatte dann schon Befürchtungen, habe aber ganz normal mich immer angemeldet auf der Fähre und habe bis heute noch nie irgendjemand gefragt. Und da stehen auch andere Elektroautos mittlerweile droben. Damals war ich noch einer der Ersten, aber heute sind es da einige. Und war noch nie ein Thema, hat noch nie irgendjemand. Also das ist eine große Fährgesellschaft, die da fährt. Da fahren da LKWs, viele drauf und ich weiß nicht wie viele. Also ein paar, ich glaube 800 oder irgendwie sowas Passagiere haben da Platz auf der Fähre. Also es ist eine sehr große Fähre. Kein Mensch hat mich jemals gefragt.

  16. Sebastian:

    Das ist doch schön, dass es auch so funktioniert. So stelle ich es mir auch vor. So war auch die Rückmeldung, die wir bisher erhalten haben. Aber natürlich, wenn wir da jetzt jemanden haben, der das auch schon erlebt hat oder erlebt hat, ist die Rückfrage erlaubt. Aber du hast es ja eben auch schon ausgeführt. Du bist die Strecke ja seitdem nicht nur einmal gefahren, sondern du fährst die ja auch dann regelmäßig sozusagen. Zweimal im Jahr hast du da eben auch eine Veränderung in puncto Ladeinfrastruktur gesehen sozusagen. Also hast du das einfach subjektiv wahrgenommen. Vielleicht kannst du uns da ein Stück weit auch abholen.

  17. Manfred Plechaty:

    Also vor vier Jahren war Deutschland immer schon recht gut. Ich bin auch oft dann zum Skifahren gefahren oder überhaupt zu Österreich, so ein Grenzgebiet, auch in die Schweiz rein gefahren. Und da war eigentlich alles immer schon gut, auch schon vor vier Jahren, als ich das begonnen habe. In Italien, das war noch ein bisschen mager, da am Gardasee, das waren auch eben noch relativ langsam, ich weiß jetzt nicht mehr genau, ich glaube 22 Kilowattstunden waren das Ladeleistungen oder KW-Ladestationen. Aber mittlerweile sind da Ionity aufgebaut worden, vor zwei Jahren. hat sich Ionity da mit einer ganzen Reihe, das waren 20 Ionity-Ladestellen, die da sind. Da ist mir aber vor zwei Jahren, als die aufgebaut wurden, passiert, dass ich da hinkam und dann hieß es, ja, wir können leider nicht mit voller Kapazität laden und dann haben die nur... mit 10 kW geladen oder 11 oder so was. Das war dann enttäuschend, wenn man an eine Schnellladestation kommt. Und die haben dann aber irgendwelche Einschränkungen gehabt. Letztes Jahr, als ich runtergekommen bin, hat es aber dann funktioniert. 40, 50 kW oder sowas.

  18. Sebastian:

    Wenn ja die teuersten AC-Wallboxen, wenn man mal ehrlich ist, Ionity aufgebaut, dann nur 11 kW Leistung. Aber klar, wird mit dem Anschluss zusammengehangen haben sozusagen. Aber es verbessert sich. Also das nimmst du auch tatsächlich schon wahr über diese Entfernung.

  19. Manfred Plechaty:

    Also Schnellladestationen stehen jetzt immer mehr. Wenn dann auch die Zuleitungen dazu funktionieren und genügend zur Verfügung gestellt wird, dann können die auch was machen. was bringen und da auch am Luganer See und jetzt aber, das muss ich noch dazu sagen, damals bin ich noch über den Gardasee runtergefahren, jetzt fahre ich immer über die Schweiz. Also wenn man über den Bodensee und durch die Schweiz durchfährt, die Schweiz ist super. Also in der Schweiz gibt es tolle Ladestationen, da viele, da braucht man nicht Angst haben, dass dann die eine mal besetzt wäre, die man gerade ansteuert oder so. In der Schweiz kann man überall und viel laden und dann kommt man ja nach Mailand da runter und Mailand rum sind auch Jetzt fahre ich mittlerweile immer diese Schweizer Strecke, da muss man halt das Schweizer Autobahngebührengeld noch mit dazu zählen, aber wenn man sich da so ein Jahresticket kauft, dann... rentiert sich das auch, wenn man dann ab und zu mal noch zum Skifahren fährt oder sowas damit.

  20. Sebastian:

    Vor allem, wenn du ja eh alleine für die Ernte da zweimal dann sozusagen die Fahrt auf dich nimmst pro Jahr, dann rechnet sich das schon. Was mich auch interessieren würde, du hast gesagt, im ersten Jahr bist du ja dann auch diese Sizilien-Rundfahrt gemacht, diese drei Tage lang. Da stelle ich mir jetzt dann doch schon eher vor, dass das mit der Ladeinfrastruktur eine Herausforderung ist. Kannst du das auch so widerspiegeln?

  21. Manfred Plechaty:

    Das war dann wirklich spannend. Also in den größeren, also mittelgroßen Städten, die es da unten, so riesige Städte sind ja nicht außer Palermo, die es da gibt. Da gab es zwar häufig Ladestationen, aber erstens waren das mal alles kleine, halt 11 kW Ladestationen, was eigentlich nichts macht, weil die Strecken relativ kurz waren. Also da fährt man halt mal 50, 80, 100 Kilometer und dann übernachtet man wieder irgendwo. Oder bleibt wo stehen und erst mal Mittagessen und Kaffee trinken und schaut sich die Stadt an oder irgendwie sowas. Man hat also Zeit. Also ich habe mir Zeit genommen, sagen wir mal so. Und hätte dann eben schon Zeit gehabt. Aber es war schon ärgerlich, dass es von diesen Ladestationen Distancer gab. Bei der Rundfahrt damals, ich will jetzt keine genaue Prozentzahl sagen, aber vielleicht die Hälfte so über den Daumen entweder zugeparkt war oder das Kabel abgerissen oder abgeschnitten oder was weiß ich was war oder also nicht funktioniert hat. Man kam also dahin und es ist auch mit angezeigt worden an der App, dass irgendwas nicht stimmt, aber man stand dann da dort und hat nicht laden können. Gott sei Dank habe ich immer noch genügend Reserve in den Batterien gehabt, um auch noch die nächste oder die übernächste zu erreichen. Und habe es schon immer frühzeitig versucht. Das versuche ich immer auch heute schon. Das macht ja sowieso die Elektrofahrer machen das ja eh. Wenn sie heute einen Kaffee trinken gehen, dann fahren sie dort und parken dort, wo eine Lademöglichkeit ist. Und dann trinken sie einen Kaffee oder gehen zum Abendessen. Egal, ob das Batterie leer ist oder nicht. Also das war... Nicht ganz so einfach wie damals. Ich habe aber auch da mittlerweile eine Verbesserung festgestellt. Also vor allem in der kleinen Stadt, in der ich da bin, da gab es damals auch nur eine Ladestation. Mittlerweile gibt es aber eine zweite und eine Schnellladestation. Also zwei 11 kW und eine mit, ich weiß nicht, was die heißt.

  22. Sebastian:

    Das ist ja aber auch schön zu sehen, dass da die Entwicklung tatsächlich voranschreitet, dass du das auch positiv bemerken kannst und hoffentlich nicht mehr so viele abgeschnittene Kabel oder zugeparkte Stationen dann dort vorzufinden sind. Aber waren das oder sind das auch die größten Herausforderungen gewesen? Ich meine, gerade wenn du ja auch... Jahrzehnte lang Verbrenner gefahren bist und dann eben auch so eine lange Reise, man muss ja schon sagen, auch wenn, ich sag mal, die meiste Strecke mit der Fähre zurückgelegt wird, das ist ja trotzdem herausfordernd, weil man eben nicht nur im sicheren deutschen Ladestationennetz unterwegs ist, sondern eben auch angewiesen ist, dass das woanders funktioniert. War diese Ladeinfrastruktur-Thematik tatsächlich das größte Hindernis oder Herausforderung auf dem Weg hin zu deiner Olivenernte?

  23. Manfred Plechaty:

    Also ich muss sagen, vom Gefühl her bei der ersten Fahrt ja, weil man ja nicht genau weiß, wie es ist. Allerdings hat sich das dann nicht bestätigt und ich habe relativ schnell Mut gefasst, weil es eigentlich alles gut funktioniert hat. Also gerade die Gardaseestrecke darunter, die ist ja doch auch viel befahren und da fahren ja mittlerweile viele Elektroautos und da sind ja mittlerweile fast an allen Tankstellen oder damals waren die Tankstellen noch nicht so häufig mit Ladestationen befüllt, aber dann musste man halt runterfahren von der Autobahn. Das war dann oft blöd, weil man hat ja dann ein Ticket, man hat ja dann bezahlt für die Autobahn und dann muss man auschecken von der Autobahn, dann muss man runterfahren, sich irgendwo was suchen und dann waren die Ladestationen irgendwo in der Pampa drin, wo man dann nichts machen konnte. Dann ist man da geladen und dann saß man da irgendwie daneben oder hätte auf- und ablaufen können. Das hat sich aber auch sehr verbessert, dass die an der Autobahn sind und dann trinkst du einen Kaffee und da sind Schnellladestationen und dann hast du in 20 Minuten was mal kurz noch im Bad und dann ist das erledigt. Hat sich vieles, vieles verbessert in den letzten Jahren. Das ging rasant.

  24. Sebastian:

    wenn man den Zeitraum sieht, vier Jahre sind es jetzt, über die wir sprechen, das ist ja echt, also das merkt man ja auch, ich sage mal, an den Zahlen, Daten, Fakten, die präsentiert werden, aber es ist ja auch schön, diesen subjektiven Eindruck dazu bekommen von dir jetzt, der das Ganze auch nochmal unterstützt und unterstreicht, dass es sich verbessert, nicht nur in Deutschland, sondern eben auch im Rest von Europa.

  25. Manfred Plechaty:

    Ich könnte aber, wenn ich da noch was hinzufügen darf, Stefan, weil mir das gerade einfällt, von einer Bekannten, die jetzt in diesem Jahr mit unten war, auch mit einem Elektroauto, am Anfang, wenn du das machst, dann mache ich das auch. Deswegen hat sie sich eins geliehen. Aber das war ein chinesisches Modell. Also GMB, dieser Hato, der neue da. Und der, dann hat sie mich angerufen von Palermo und gesagt, er springt nicht mehr an, was soll ich denn jetzt machen? Ja, weiß ich auch nicht. Frag halt mal die von der Fähre da, ob sie dir helfen können, ob irgendwas ist, was nicht funktioniert. Und dann hat sie nach zwei Stunden wieder angerufen und gesagt, ja, die haben mir die Batterie überbrückt, die 12-Volt-Batterie. Und dann ist er wieder angesprungen. Und zwar, was oft passiert auf der Fähre ist, dass die durch die Bewegung die Diebstahlwarnmeldung angeht. Und wenn sich die dann nicht mehr ausschalten, so wie es beim BMW jetzt zum Beispiel ist, sondern dann die ganze Fahrt durchhubt und blinkt und pfeift, dann ist nach den, das sind also 20 Stunden die Überfahrt, dann sind nach den 20 Stunden ist die Batterie leer gezuzelt. Mich hat auch gewundert, warum die nicht von der großen Batterie dann nachgespeist wird. Aber wird sie nicht, die war dann wirklich leer. Und durchs Beladen war die dann wieder voll. Also da gibt es doch noch das eine oder andere Verbesserungspotenzial. Also ich habe das Problem allerdings nicht gehabt.

  26. Sebastian:

    Das kenne ich tatsächlich auch, selbst mit der 12-Volt-Batterie. Wir hatten das bei unserem Tesla Model 3 vor einem guten Jahr auch schon, wo er stehen geblieben ist an der Ladestation, aber nicht wegen dem Hauptakku sozusagen, sondern wegen der 12-Volt-Batterie und das ist auch mit eines der häufigsten Gründe, dass E-Autos tatsächlich liegen bleiben. was sich ja dann aber glücklicherweise einigermaßen schnell dann eben auch beheben lässt, wenn man es zuordnen kann, so wie es ja jetzt auch bei deiner Bekannten der Fall war. Ich fand es jetzt auf jeden Fall echt spannend, da mal diesen Eindruck in die Realität zu bekommen, auch in dieses Abenteuer Olivenernte mit dem E-Auto, dass auch sowas funktionieren kann. Ich glaube, das ist auch ein schöner Fingerzeig, dass E-Mobilität in unterschiedlichsten Situationen funktionieren kann und eben nicht nur, wenn man im heimischen Umkreis unterwegs ist, sondern auch wenn man solche Reisen wie du antrittst, Manfred. Vielen Dank für deine Zeit und die Einblicke. Gerne.

  27. Manfred Plechaty:

    Danke dir, Sebastian.

  28. Intro:

    Das war E-Mobilität mit einem gewissen Augenzwinkern, aber eben auch mit dem Blick darauf, dass Elektroautos funktionieren. Egal, ob man eben im lokalen Umfeld 20, 30 Kilometer am Tag unterwegs ist oder eben längere Strecken, wie beispielsweise Manfred nach Sizilien zur Olivenernte zurücklegt. Es kommt eben immer darauf an, wie man selbst darauf eingestellt ist, worauf man sich einlässt und wie man es umsetzt. Und da die Infrastruktur wird im Laufe der Zeit eher Besser als schlechter, wie wir auch gehört haben. Von daher hoffe ich, du konntest ein bisschen was aus dieser Folge mitnehmen und hast da im Endeffekt auch ein paar Fakten an der Hand, um die Zweifler zu überzeugen, wenn du das denn machen willst. Ansonsten war es einfach eine schöne Geschichte, die du hoffentlich genauso genossen hast wie ich. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Hinterlass uns gerne eine positive Bewertung bei iTunes und Co., damit der Podcast noch weiter in die Welt der E-Mobilisten hinausgetragen wird. Mach's gut, bis zur nächsten Folge. Ciao.