Mercedes-Benz eSprinter: Dreiklang aus Effizienz, Reichweite & Ladevolumen

Markus Reis, Produktmananger des Mercedes-Benz eSprinter sowie Marcel Minter, Senior Manager Product and Business Strategy bei Mercedes-Benz Vans, haben sich die Zeit genommen, um ein paar Worte über den neuen Mercedes-Benz eSprinter zu verlieren. Ein Elektro-Transporter, welcher den Dreiklang aus Effizienz, Reichweite und Ladevolumen in sich vereint.

Zwei Aufbauformen und -längen, drei Batteriegrößen sowie hohe Nutzlast machen den neuen eSprinter attraktiv als Basis für zahlreiche Aus- und Aufbauvarianten, wie Herr Reis zu vermitteln weiß. Mag auch daran liegen, dass der Elektro-Transporter in der zweiten Generation im engen Austausch mit den eigenen Kunden entwickelt wurde.

Auf dem Weg zu einer vollelektrischen Zukunft der Mobilität verfolgt Mercedes‑Benz mit der Ambition 2039 einen ganzheitlichen Ansatz. Eines der wichtigsten Transformationsziele ist die CO₂-Neutralität in der Neuwagenflotte, welche fest in der nachhaltigen Geschäftsstrategie verankert ist. Auch bei Mercedes-Benz Vans spielt Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle. Dies vermag Marcel Minter im zweiten Teil der Podcast-Folge zu vermitteln.

Eine CO2-neutrale Produktion gilt hierbei für Mercedes-Benz als selbstverständlich. Schließlich habe man sich zum Ziel gesetzt nicht nur durch das Fahrzeugangebot von Marktbegleiter abzusetzen, sondern auch durch gelebte Nachhaltigkeit.

Darüber hinaus setzt man auf Kreislaufwirtschaft bei Mercedes-Benz Vans. Bereits heute können 90 Prozent des Gesamtfahrzeugs recycelt werden. Genutzt werden kann aktuell nur 30 Prozent. Ein Wert, welchen man in den kommenden Jahren maßgeblich steigern möchte. Die Vier-R-Strategie: Recycling, Reuse, Repair und Reduce spielt dabei eine entscheidende Rolle, wie Herr Minter auszuführen vermag. Von daher direkt reinhören. Es lohnt sich.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Markus Reiß, Produktmanager des neuen Mercedes-Benz eSprinter zu Gast, der uns über das Fahrzeug an sich ein bisschen was erklärt. Habe dann im zweiten Teil der Podcast-Folge noch Marcel Minter, Senior Manager Product & Business Strategy bei Mercedes-Benz Vans. Am Start, der uns eben über das Thema Nachhaltigkeit bei Mercedes-Benz im Speziellen für den E-Sprinter eben auch aufklärt, was da die Pläne sind, was man schon umsetzt und wie man eben den CO2-Fußabdruck immer weiter reduzieren möchte. Von daher gehen wir direkt rein in das Zweigeteil-Gespräch. Viel Freude damit. Herr Reiß, vielen Dank, dass ich heute die Zeit nehme, dass wir uns ein wenig über den E-Sprinter 2. Generation unterhalten. Bevor wir da allerdings ins Gespräch einsteigen, können Sie sich vielleicht gerade mal kurz selbst vorstellen.

  3. Markus Reiß:

    Ja, herzlichen Dank. Ja, mein Name ist Markus Reiß. Ich bin bei Mercedes-Benz Vans zuständig für das Produktmanagement unserer Elektrofahrzeuge.

  4. Sebastian:

    Ja, vielen Dank. Dann haben wir da quasi schon den Experten mit am Tisch hier. Und wir wollen uns über den E-Sprinter in der zweiten Generation unterhalten. Da muss man sagen, ihr habt da nochmal ein bisschen mehr aufgetrumpft sozusagen im Vergleich zur ersten Generation. Vielleicht verlieren Sie trotzdem ein paar Worte zu der Generation. Die kam ja auch relativ schnell auf den Markt, als das Thema E-Mobilität dann Fahrt aufgenommen hat. Hat euch dann aber auch in Zusammensprache mit den Kunden dazu bewegt, dann relativ zeitnah jetzt ja dann 2023 auch nachzusetzen.

  5. Markus Reiß:

    Mit der ersten Generation wollten wir First-to-Market sehr schnell unseren Kunden eine Lösung anbieten. Damals noch sehr spitz zugeschnitten, insbesondere auf das CAP-Segment, Kurier-Express-Paket, mit den planbaren Routen und überschaubaren Reichweitenanforderungen.

  6. Sebastian:

    In der zweiten Generation habt ihr euch dann aber auch, ich sage mal, die Kundenwünsche zu Herzen genommen, habt dann eben auch geschaut, dass ihr mehr anbieten könnt. Vielleicht können Sie das mal kurz umreißen, was uns denn jetzt erwartet. Vorher haben Sie gesagt, waren Sie auf dieses eine Segment ein Stück weit eingeschränkt. Wir haben jetzt heute erfahren, dass ihr euch da ja auch geöffnet habt, dass ihr da auch für die Zusammenarbeit mit Bautenherstellern oder Aufbautenherstellern dann eben auch weiter geöffnet sein. Das ist ja glaube ich ein großer Pluspunkt dann für den Einsatz der E-Transporter eben in der Flotte oder in Flotten.

  7. Markus Reiß:

    Genau, das war uns schon bei allen Generationen sehr wichtig. Ein intensiver Austausch mit allen Kunden in den verschiedensten Branchen und Dienstleistungen. So jetzt auch für die neue Generation des E-Sprinters. Deswegen machen wir das Angebot deutlich breiter. Zum einen in dem Thema Aufbauvarianten, Längenvarianten, aber auch in dem Thema Batterievarianten. Drei Batterievarianten bis hin zu 113 Kilowattstunden, dass jeder Kunde das ideale Fahrzeug für sich in unserem Angebotsportfolio findet.

  8. Sebastian:

    Und das war auch so ein Punkt, wo wir vor allem dann hatten, als wir uns die Fahrzeuge hier vor Ort angeschaut haben, Ihr bietet da auch aktive Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Fahrzeugs für den jeweiligen Einsatzzweck?

  9. Markus Reiß:

    Genau. Wir möchten, dass jeder Kunde das richtige Fahrzeug für seinen Einsatzzweck bekommt, sei es bezüglich der Reichweitenanforderungen oder auch der Leistungsanforderungen. Wir haben zwei unterschiedliche Motorvarianten. Das ideale Fahrzeug für den idealen Use Case des Kunden.

  10. Sebastian:

    Jetzt haben Sie die zwei Motorvarianten schon angesprochen. Von was reden wir da? Also Leistung, die ihr da anbietet?

  11. Markus Reiß:

    Wir haben einmal eine Leistung mit 100 kW. Sehr stark auf das Thema Effizienz getrimmt und wir haben eine Motorleistung mit 150 kW. Dort für das Thema Performance, wenn ich mit der maximalen Nutzlast von 4,25 Tonnen unterwegs bin oder einen Anhänger ziehe, ist das die richtige Wahl.

  12. Sebastian:

    Okay, wenn wir jetzt schon bei Motorleistung sind, gehen wir mal direkt zur Ladeleistung dann noch über. Was bietet er da für Optionen dann an?

  13. Markus Reiß:

    Beim E-Sprinter ist es wie bei allen unseren E-Vans, Sie können sowohl AC als auch DC laden. Auf der AC-Seite haben wir 11 kW Ladeleistung, auf der DC-Seite können wir bis zu 115 kW laden. Das bedeutet jetzt bei der großen Batterie mit 113 kWh innerhalb von 42 Minuten ist das Fahrzeug von 10 auf 80 % wieder aufgeladen.

  14. Sebastian:

    Okay, aber der Hauptansatz wird ja auch sein, ich sage mal jetzt bei den innerstädtischen oder flotten Fahrzeugen, die ja auch nicht die volle Reichweite dann ausreizen, dürfte ja der 11 kW-Laden auch ausreichen?

  15. Markus Reiß:

    Für die meisten unserer Kunden ist ein Laden im Depot oder auf dem Werkshof zu Hause vollkommen ausreichend über Nacht. DC-Laden ist insbesondere dann wichtig, zweite Schicht oder ich habe einen Sonderauftrag reinbekommen, da möchten wir einfach unseren Kunden die Flexibilität bieten.

  16. Sebastian:

    Und da ist die Standard-DC-Ladeleistung mit 50 kW angegeben, aber es gibt auch noch eine Upgrade-Möglichkeit eurerseits.

  17. Markus Reiß:

    Genau, wir bieten da den Kunden je nach Bedarf, auch hier wirklich der Fokus, maßgeschneidertes Fahrzeug, 50 kW Ladeleistung in Serie, optional 115.

  18. Sebastian:

    Und das spielt ja auch alles zusammen mit dem Dreiklang, den Sie vorhin genannt hatten, als Sie das Fahrzeug oder die zweite Generation da erstmalig vorgestellt haben. Ihr habt da versucht, Effizienz, Ladevolumen und Reichweite im Dreiklang eben auch zueinander zu bringen. Was für Herausforderungen habt ihr da noch gemeistert oder wo habt ihr da noch angesetzt? Stichworte Thermomanagement, MPOX-System. Vielleicht können Sie dazu noch ein paar Worte verlieren.

  19. Markus Reiß:

    Genau. Wir haben in der Basis das Fahrzeug in allen Aspekten effizienter gemacht. Beispiel Aerodynamik, ein vollvergleiteter Unterboden. Wir haben das Thema rollwiderstandsoptimierte Reifen, aber auch eine serienmäßige Wärmepumpe, um das Thema Thermomanagement so effizient wie möglich zu gestalten. Sprich, wir nutzen die Abwärme zum Beispiel des EATS, um den Innenraum zu heizen.

  20. Sebastian:

    Vermeintlich Kleinigkeiten, die aber dann doch schon einen Unterschied machen können.

  21. Markus Reiß:

    In der Summe kommen dann hier wirklich maximale Reichweitensprünge zusammen. Dazu haben wir noch das Thema Fahrerunterstützung, zum einen mit dem MBUX, mit einer intelligenten Reichweitenplanung, aber auch mit Fahrprogrammen und individuellen Rekuperationsstufen kann der Fahrer auf seine Bedürfnisse des Fahrzeugs optimal einstellen, auch das im Ziele des Effizienz- und Reichweitengewinns.

  22. Sebastian:

    Ja, sehr schön. Und das Thema Ladevolumen hatten wir auch schon. Da haben Sie mir vorhin gesagt, da wird jetzt aber kein Unterschied mehr gemacht zwischen Verbrenner und E-Variante. Das erreicht der Vodoo ich.

  23. Markus Reiß:

    Genau. Die Batterie ist am sichersten Ort zwischen den Achsen unter dem Fahrzeug untergebracht. Dadurch haben wir keine Einschränkungen im Sinne des Laderaums oder auch beim Fahrgestell mit dem Thema Aufbauten. Sprich, die Abmessungen, Anbaupunkte für unsere Partner in der Aufbauherstellerindustrie sind vollkommen identisch.

  24. Sebastian:

    Und der Antrieb an sich sitzt an der Hinterachse. Da habt ihr auch noch eine Besonderheit im Vergleich zum Verbrenner bzw. der vorherigen Generation. Vielleicht können Sie das auch noch ein Stück weit ausführen.

  25. Markus Reiß:

    Genau. Wir haben bei der neuen Generation des E-Sprinters eine neue PSM-Maschine, einen permanenten Elektromotor. Getrimmt auf das Thema Effizienz auch dort, plus mit einer zweifachen Entkopplung vom Rohbau auch bezüglich Geräusch, Vibrationen auf einem ganz neuen Level.

  26. Sebastian:

    Ja, sehr schön. Vielen Dank schon mal für den Überblick. Jetzt muss man ja dazu sagen. Ihr habt eine neue Generation für das E-Sprint, das erdacht, bringt den auf die Straße, startet damit aber nicht nur in Europa, sondern habt auch Pläne, das eben weltweit noch ein Stück weiter auszurollen und beginnt damit ja auch in Nordamerika. Vielleicht können Sie uns da auch noch ein paar Worte dazu verlieren, wie da die Pläne jetzt generell sind für die Einführung des Fahrzeugs.

  27. Markus Reiß:

    Genau. Mit der aktuellen Generation des E-Sprinters sind wir schon in Europa sehr erfolgreich. Wir haben sehr hohe Bedarfe, insbesondere aus dem nordamerikanischen Markt. Das ist auch der Grund, warum wir dort starten werden. Aber dann darauf folgen sukzessive in Europa und der E-Sprinter ist für über 60 Länder weltweit geplant.

  28. Sebastian:

    Aber dann auch mit der jeweiligen Produktion in Nordamerika und auch Europa sozusagen.

  29. Markus Reiß:

    Wir elektrifizieren unsere Werke für die amerikanische Produktion. In Charleston wird der E-Sprinter kommen, aber genauso in Europa, in Düsseldorf und in Ludwigsfelde.

  30. Sebastian:

    Und dann wird sowohl in Europa als auch Nordamerika auf den CO2, ich sag mal, neutraler bzw. produktiongeachtet teurerseits, oder? Genau.

  31. Markus Reiß:

    Genau, mit dem Thema Ambition 2039 hat sich Mercedes-Benz zum Thema Reduktion der CO2-Heizfühle sehr stark committed. Bereits ab 2022, also sprich ab diesem Jahr, produzieren wir in unseren Werken global CO2-neutral.

  32. Sebastian:

    Dann vielen Dank für die Eindrücke, Herr Reiß, und hier hat die Information über den E-Sprinter.

  33. Markus Reiß:

    Gerne.

  34. Sebastian:

    Danke. Vielleicht ist dir aufgefallen, dass Herr Reiße eben einen Zahnträger drin hatte. Natürlich bezog er sich auf das vergangene Jahr. Wenn du die Podcast-Folge hörst, liegt einfach daran, dass wir die ganze Folge schon Ende November aufgenommen haben und zu dem Zeitpunkt im aktuellen Jahr 2022 noch zugegen waren. Das aber tut der ganzen Sache ja an sich keinen Abbruch. Von daher steigen wir jetzt auch direkt rein in das Gespräch mit Marcel Minter, mit dem wir uns eben über die Nachhaltigkeitsstrategie von Mercedes-Benz werden austauschen. Hallo Herr Minter, vielen Dank, dass ich heute die Zeit nehme, dass wir auch das Thema Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit den Events von Mercedes-Benz Vans betrachten. Vielleicht stellen Sie sich kurz selbst vor, damit unsere Hörerinnen wissen, mit wem wir es denn zu tun haben.

  35. Marcel Minter:

    Ja, sehr gerne. Mein Name ist Marcel Minter und ich bin bei Mercedes-Benz Vans verantwortlich für die Produktstrategie und für die nachhaltige Geschäftsweltstrategie.

  36. Sebastian:

    Und die nachhaltige Geschäftsstrategie, die spielt ja auch eine wichtige Rolle für die E-Vans, für den E-Sprinter, die sozusagen jetzt dann auch in der zweiten Generation auf die Straße kommen. Vielleicht können Sie uns da mal abholen, wie da der aktuelle Stand der Dinge ist, worauf ihr da im Moment achtet.

  37. Marcel Minter:

    Ja, sehr gerne. Wir haben das Thema Nachhaltigkeit bewusst auch in meinem Verantwortungsbereich der Produkt- und Geschäftsfeldstrategie gebündelt und nennen das ein sogenanntes Guiding Principle, weil wir sagen, dass jede Geschäfts- und jede Produktentscheidung, die wir treffen, letztendlich auch auf Basis der Nachhaltigkeit getroffen werden muss. Das heißt in jeder Phase unserer Entscheidungen beziehen wir das Thema Nachhaltigkeit da sehr, sehr eng mit ein. Wenn wir jetzt über Elektromobilität sprechen, dann ist natürlich die Elektromobilität an sich schon ein sehr, sehr guter Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Wir denken aber da auch wieder einen Schritt weiter und haben uns mit der Ambition 2039 das Ziel gesetzt, bis 2039 CO2-neutral über die gesamte Wertschöpfungskette zu sein. Weil wenn man sich das Elektrofahrzeug an sich anschaut, dann reduziere ich natürlich mit dem Fahrzeug an sich den CO2-Footprint auf Null, schiebe aber Teil der Problematik in die Wertschöpfungskette. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir uns wirklich die gesamte Wertschöpfungskette anschauen. Und das machen wir bei MB Van sehr, sehr intensiv. Und da ist der Air Sprinter jetzt ein erster Schritt.

  38. Sebastian:

    Und da haben sie ja auch vorhin gesagt, dass sie sich da relativ nah oder sehr sehr nah an den ESG-Vorgaben dann eben auch orientieren. Da spielt jetzt auch das Thema Human Rights beispielsweise eine Rolle, wo ihr ja auch nochmal ein Stück näher an die Materialkette, Lieferkette rangeht. Vielleicht können Sie da auch noch ein paar Sätze dazu verlieren.

  39. Marcel Minter:

    Ja, sehr gerne. Das ist jetzt keine van-spezifische Initiative oder Aktivität, sondern eine konzerngetriebene Initiative. Und da schauen wir sehr genau, welche Materialien wir überhaupt in den Fahrzeugen einsetzen und übernehmen da auch Verantwortung für die Lieferkette. Das heißt, wir haben uns sehr genau angeschaut, was sind kritische Materialien, auch im Hinblick auf Menschenrechte, und gehen da nach einem Plan vor, welche Materialien wir uns da als erstes anschauen, um die kritischsten entweder bestenfalls durch neue Technologien zu ersetzen, wenn das aber nicht möglich ist, halt in der Lieferkette sicherzustellen, dass hier die Menschenrechte auch entsprechend eingehalten werden.

  40. Sebastian:

    Gut, das Thema Kreislaufwirtschaft an sich spielt ja auch eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang. Das haben Sie vorhin auch aufgeführt. Da war ja die Rede davon, dass schon 90 Prozent des Fahrzeugs an sich recycelt werden können. Ihr könnt aber einen geringeren Anteil davon im Moment nur wieder nutzen in Fahrzeugen selbst, setzt dann aber auf die 4R ab. Können Sie uns das hier ausführen, was sich hinter den 4R verbirgt und wie da eben der Plan ist und die konkreten Schritte im Moment?

  41. Marcel Minter:

    Ja, das vielleicht nochmal, um auf die Zahl kurz einzugehen. Das verändert sich stetig. Momentan kann man mehr oder weniger sagen, dass man 90 Prozent eines bestehenden Fahrzeugs sehr gut recyceln kann. Wenn man sich aber die andere Seite anschaut, wie viel recyceltes Material man nutzt, um ein Fahrzeug aufzubauen. Da bewegen wir uns gerade so bei 30 Prozent, mehr oder weniger. Das ist natürlich viel zu niedrig. Da müssen wir höher werden, müssen wir deutlich besser werden. in der Gesamtindustrie, um da auch das wirtschaftliche Wachstum vom Ressourceneinsatz ein Stück weit zu entkoppeln. Und ein Fakt ist da die gerade angesprochene 3 R's, das ist Reduce, Reuse und Recycle. Also wir versuchen natürlich am Anfang möglichst den Ressourceneinsatz gar nicht erst aufkommen zu lassen. Wir haben drei Varianten, beispielsweise der Batterie im E-Sprinter. Wenn ein Handwerker nur eine geringe Reichweite beispielsweise braucht, dann baut er eine kleine Batterie ein. Die ist leichter, die braucht weniger Ressourcen, ist viel effizienter und dadurch sparen wir von Anfang an schon deutlichen Ressourcen und auch Energie. Das hilft in Sachen Nachhaltigkeit. Das ist zum Thema Reduce. Ein anderes Beispiel ist, dass wir versuchen, möglichst wenige Schalter im Fahrzeug einzubringen und das alles digital zu lösen, weil jeden Schalter, den ich nicht konstruiere, den muss ich später auch nicht produzieren. Das sind solche Aktivitäten, die wir da haben. Wenn wir jetzt auf die Batterie schauen, auch sehr, sehr wichtig, weil die Batterie ein Bauteil ist, das sehr, sehr viel Energie in der Herstellung braucht. Und da ist es natürlich wichtig, dass wir dieses Bauteil, das sehr, sehr viel Energie gebraucht hat, auch möglichst lange nutzen. Und da schauen wir, dass wir, wenn eine Batterie fehlerhaft ist, dass wir entweder schauen, können wir sie reparieren? Das ist das vierte R dann, neben Reduce, Reuse und Recycle, dann das Repair, wo wir Batterien im ersten Schritt jetzt in unseren eigenen Werkstätten kompetenzgerade aufbauen, um die zu reparieren. Wenn das nicht funktioniert, dann wollen wir sie re-usen im Prinzip, also einen zweiten Leben zuführen, sei es jetzt als stationärer Energiespeicher beispielsweise. Und wenn das nicht funktioniert, dann haben wir einen... Ein Werk Anfang des Jahres verkündet in Kuppenheim, wo wir mit einem Partner zusammen die Batterien professionell recyceln. Und so versuchen wir, den Wertstoffkreislauf zu schließen und da möglichst verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen.

  42. Sebastian:

    Vielen Dank für den Einblick und auch in der Produktion oder in eurer Produktion haben Sie ja schon aufgeführt, CO2 lokal produziert. Dafür nutzt ihr jetzt auch eigenen Grünstrom, wo ihr auch nochmal ausbaut. Da haben Sie uns von einem interessanten Projekt, das mit 1000 Eigenheimen verglichen wird. Vielleicht können Sie uns da noch ein paar Worte dazu verlieren, genauso wie zu dem Windpark dann.

  43. Marcel Minter:

    Genau, das ist eine Initiative, die wird auch von unserem Konzern getrieben, die nennt sich 1000 Roofs. Und da wollen wir Photovoltaikanlagen im Äquivalenz zu 1000 Einfamilienhausdächern im Prinzip in Eigenverantwortung montieren in unseren Werken. Das heißt, mehr oder weniger jedes Dach, das technisch in der Lage ist, eine Photovoltaikanlage zu tragen, wird dann da bestückt. Das ist ein wichtiger Punkt, um... selbst grünen Strom zu produzieren und da deutlich unabhängiger zu werden und auch in Sachen CO2-Neutralität den nächsten Schritt zu gehen. Ein anderes Beispiel ist, dass wir einen Windpark in Papenburg planen, wo wir auch da eigene Windräder an den Start bringen wollen, um da eigenen Grünstrom zu produzieren.

  44. Sebastian:

    Ja, dann vielen Dank, Herr Minter, für die Eindrücke da aus dem Umfeld der Nachhaltigkeit und was er sich aktuell bewegt. Und bis demnächst.

  45. Marcel Minter:

    Gerne. Dankeschön.

  46. Sebastian:

    Das war es jetzt auch schon wieder, die aktuelle Folge des Elektronik-News.net Podcast. Ich freue mich, dass du zugehört hast, dass du hoffentlich etwas mitgenommen hast aus der Welt der E-Mobilität. Und wenn du uns dabei helfen willst, das Ganze noch ein wenig mehr unter die Podcast-Hörer zu bringen, hinterlass uns doch eine positive Bewertung bei Spotify und oder iTunes. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Ich freue mich, wenn du kommende Woche wieder einschaltest, wenn es weitere Neuigkeiten aus der Welt der E-Mobilität gibt. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.