Einblicke eines Wegbereiters für E-Mobilität Start-Ups

Im Gespräch mit Wulf Schlachter, Ex-CTO IONITY

Für die mittlerweile #130 Folge des Elektroauto-News.net Podcast habe ich mir wieder einen äußerst spannenden Gast an meine Seite geholt, der schon seit über zehn Jahren mit der Welt der E-Mobilität in Verbindung steht. Wulf Schlachter ist aktuell als Chief Executive Officer der DXBe Management Group tätig und steht durch DXBe weltweit mit verschiedensten Start-Ups aus der Elektromobilität-Szene in Kontakt.

Nach unserem Austausch ist er mir vor allem als umtriebiger Macher und Türöffner für E-Mobilität Start-Ups in Erinnerung geblieben. Aber hör doch am besten Mal selbst rein. Es lohnt sich!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Jubiläumsausgabe des elektronischen News.net Podcast. Mittlerweile haben wir die 130. Folge im Kasten und für diese habe ich mir wieder einen spannenden Gast an meine Seite geholt. Wulf Schlachter, CEO von der DXBE Management Group. stand mir im Gespräch zur Verfügung, um einfach mal seinen Blick auf die Welt der E-Mobilität zu teilen. Man muss dazu sagen, dass Wulf bereits schon seit über zehn Jahren in der E-Mobilitätsszene unterwegs ist, dort eine Vielzahl von Kontakten hat und aus meiner Sicht als Wegbereiter für E-Mobilität-Startups tätig ist, sich selbst auch in einer gewissen Art und Weise als Türöffner für diese Startups versteht, weil er einfach durch sein breites Netzwerk, sein Wissen und auch durch das Unternehmen, das er aufgebaut hat, über die Möglichkeit verfügt, verschiedene Startups, Unternehmen miteinander zu vernetzen, Märkte zu öffnen und so die E-Mobilität an sich nach vorne zu treiben. Praktische Erfahrungen hat er in verschiedensten Rollen eben auch in dieser Szene schon gehabt sozusagen. Seine bekannteste wohl dürfte die als Ramp-Up-CTO bei Ionity sein, dem Schnellladenetzwerk, das jetzt eben hauptsächlich in Europa unterwegs ist, mit dem er auch mal, wie er gesagt hat, Tesla geerrt hat, weil man dann doch vor Tesla mit den 350 kmh Kilowatt-Chargern am Netz war. Definitiv interessant, was er uns da so aufgezeigt hat. Wir haben uns über drei, vier Startups unterhalten, die er aktuell begleitet. Unter anderem ist ein Charge von Simon Vogt mit dabei, der auch des Öfteren schon hier zu Gast war im Podcast. Ansonsten hatten wir aber auch einen Blick darauf geworfen, wie sich das Ganze aus der Sicht der Investoren verändert hat. Vor zwei, drei Jahren, hat er gesagt, war das Ganze immer noch eher Asset getrieben als Investor, sprich Ladeparks, wie groß sind die, wie viele Fahrzeuge können geladen werden und so weiter und so fort. Aber mittlerweile stellt er selbst fest, dass ja ein Wandel festzustellen ist hin zu eher technologisch getriebenen Startups, wo dann Investoren auch vermehrt einsteigen wollen. Aber hört ihr doch am besten selbst an, was Wulf dazu zu erzählen hat. Vorab gehen wir noch kurz in die Werbung, aber dann geht es auch direkt los. Die Zukunft fährt elektrisch. Das ist eine Tatsache, die uns hier bei elektroauto-news.net schon länger bekannt ist. Von daher freut es mich ganz besonders, dass uns Mercedes-Benz Vans in der aktuellen Folge unterstützt. Die neuen E-Vito und E-Sprinter machen Mercedes-Benz Vans im gewerblichen Transportbereich zum Wegbereiter der E-Mobilität. Als Deutschlands aktuell einziger Anbieter findet man dort batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge im Mid-Size und Large-Van-Segment vor. Mit der geplanten elektrisch angetriebenen Variante des Citan wird Mercedes-Benz Vans zum Full-Range-Anbieter. Dank der EQ-Ready-App, die es gibt, kannst du einen elektrischen Van ganz entspannt mit deinem eigenen Smartphone Probefahren. Ja, aber wie funktioniert das? Das ist eigentlich ganz simpel. Denn die App zeichnet dir deine Strecken auf, analysiert dein individuelles Mobilitätsverhalten und berechnet dann den theoretischen Energieverbrauch, um so ein Fahrprofil zu erstellen, das verrät, ob ein elektrischer Van für dich und dein Geschäft in Frage kommt. Eigentlich eine perfekte Ausgangslage, denn wie wir selbst wissen, zeigen die elektrischen Vans, dass sich lokal emissionsfreies Fahren, überzeugende Fahrleistung, Komfort und niedrige Betriebskosten bestens kombinieren lassen. Und dank der EQ Ready App weißt du auch, ob sie für dich in Frage kommen. Willkommen zurück zur aktuellen Podcast-Folge. Servus Wulf, schön, dass wir hier zusammengefunden haben, um uns ein wenig über deinen Werdegang in die Welt der E-Mobilität zu unterhalten, wie du da hingekommen bist, wo du dich aktuell befindest und wo künftig die Reise hingeht. Vielleicht stellst du dich mal selbst vor und gibst uns mal so einen kurzen Abriss von deiner Geschichte, wobei kurz bei dir eher schwierig ist, aber das macht es nur interessanter. Aber leg doch einfach mal los, wenn du magst.

  3. Wulf Schlachter:

    Moin Sebastian, ja vielen Dank für die Einladung, auch mit dir in den Podcast zu gehen und mal ein bisschen über E-Mobilität zu plaudern. Es sind ja bewegte Zeiten und ja, freut mich, dass wir uns dahingehend mal gefunden haben. Du hast auch einen ziemlich verbuchten Kalender wie bei mir, aber jetzt, heute ist der Tag, endlich haben wir es geschafft und ich freue mich drauf.

  4. Sebastian:

    Schön, also freue ich mich auch drauf. Du kommst ja ursprünglich, also wenn wir mal ganz weit zurückgehen, aus der IT-Welt, E-Commerce hat das Ganze bei dir begonnen, wo du so das erste Mal mit, ich sage mal, Internet-Web in Verbindung gekommen bist, bist dann darüber in die Telefonwelt, wenn wir es mal so nennen wollen, reingerutscht, dann immer wieder weiter in die digitale Welt rein, bis dann 2007 dein eigenes Startup DXB gegründet hast. Ja. Und dann eben, ja, 2008, 2009 war es so, wie du es jetzt im Vorgespräch gesagt hast, die ersten Berührungspunkte mit der E-Mobilität eben sozusagen zu finden, anzuknüpfen. Aber vielleicht magst du uns da einfach auch nochmal kurz abholen, dass du selbst in deinem eigenen Wort nochmal umreist und auch mal einen Blick auf DXB gibst, dein eigenes Startup, was ja heutzutage immer noch am Start ist.

  5. Wulf Schlachter:

    Ja, also ich bin eigentlich, um noch einen Schritt vorzugehen, gelernter Jurist, habe Jura studiert und ich habe mein Studium eigentlich schon in der Web 0.1 Zeit mit IT sozusagen finanziert. Das heißt, ich habe während des Jura-Studiums, glaube ich, war ich einer der Ersten, der überhaupt mal mit dem Laptop irgendwie in die Vorlesung gegangen ist, schon damals, also die erste, allererste Zeit. Und ja, ich habe da angefangen, auch zu coden, Plattformen zu bauen, so die ersten Shop-Modelle im Bereich E-Commerce, wie auch, was damals natürlich auch kein Tipp war, die ersten Zeiten. Und da waren unter anderem auch so ein paar namhafte OEMs dabei, aber auch Fußballclubs und im Sportbereich relativ viel gemacht. Also gerade Porsche, Mercedes-Benz, Mercedes, wie auch FC Bayern und Co. Also da hatte ich relativ früh Berührung und ja, auch in der Zeit schon diverse Startups gegründet, aufgebaut, verkauft, Next One oder Next Move und ja, das ist so ein bisschen meine Zeit Ende der 90er, bevor ich dann mal in die IT-Welt, Deep Dive, Telco quasi mich rüberbewegt habe. Ich war unter anderem in Deutschland auch Mitgründer von einem Startup mit dem Namen Mediaways. Das ist dann mal relativ schnell gewachsen und nach knapp drei Jahren dann für mehrere Milliarden verkauft worden an Telefonica. Spanische Telco, habe dann den Weg mitgegangen bis 2006, 2007, war da für globale Kunden verantwortlich, also auch wieder Automotive, Manufacturing und ja, wie du gesagt hast, da fingen halt auch schon so die ersten digitalen Themen an. wie bauen wir eine digitale Fabrik mal im Kleinen, versuchen wir uns da mal zu verproben, Maschinen zu vernetzen, Anlagen zu vernetzen, Track & Trace von irgendwelchen beweglichen Sachen zu spielen. Sprich, anfangs natürlich auch schon in Richtung Autonomous, Autos und solche Gedanken gab es schon, aber noch weit, weit weg. Und gerade in dem Zusammenhang hatte ich auch dann 2008, 2009, als ich dann ausgegründet hatte, meine eigene Unit, sprich DXBE, aufgebaut habe, Auch die ersten Berührungspunkte mit E-Mobilität. Klar, Elon Musk und Co. waren damals auch schon da. Und gerade das Thema Ladeinfrastruktur hat mich angetan dahingehend, dass ich da auch durchaus eine Möglichkeit gesehen habe, mal was zu bauen oder mal was zu entwickeln. Und ja, Ladeinfrastruktur dahin, ein bisschen Coding-Erfahrung gehabt auf der einen Seite. Konnektivitätserfahrung aus der Telco-Welt und IT und das geballt alles zusammen. Ja, da kannst du, glaube ich, schon gut über Chargepoint-Management-Systeme und dergleichen mal philosophieren. Ob du das dann auch wirklich baust, ist eine andere Frage. Ja, es hat relativ lange gedauert, aber all diejenigen, die früh gestartet sind, erleben jetzt ja auch, sage ich jetzt mal, endlich mal seit knapp zwei Jahren den Durchbruch auch in Richtung E-Mobilität. Viele kennen mich eigentlich in Richtung E-Mobilität auch aus meiner Zeit bei Ionity. Ich war da Ramp-Up-CTO, habe das Startup die ersten Monate mit aufgebaut, auch soweit, dass die ersten Ladeparks dann schon am Start waren. Habe mich dann rausdiffundiert oder rausgeglitten, weil ich auch noch andere Kunden hatte, unter anderem so Kunden wie DCS in München, also besser bekannt als ChargeNow. Und diverse andere Startups oder wachsende Unternehmen, die ich halt auch in der Aufbauphase begleite. Und das eigentlich jetzt schon eine ganze Menge, mindestens fünf Jahre im Bereich E-Mobilität, in allen möglichen Aktivitäten unterwegs. Ja, DXBE sind mittlerweile knapp 60 Mitarbeiter groß weltweit. Davon 30 Mitarbeiter im Bereich Entwicklung und 30 im Bereich Projektmanagement. Und Beratung, und das weltweit. Also von, ja, wir helfen Startups groß zu werden. Wir helfen Investoren, Startups zu finden, die interessant sind. Wir bauen Charge-Bound-Management-Systeme für Kunden. Wir machen Auditierungen in dem Umfeld und bauen quasi sozusagen die Geschäftsmodelle auch Ende zu Ende auf. Also nicht nur kommerziell, sondern auch technologisch. Und das ist sozusagen, ja, ich sage mal, unsere digitale Roadmap, die wir aufgebaut haben. Also von, ich sage mal, Sensorik bis in AI hintenrum alles abzubilden, ist halt unsere Stärke. Und da unterscheiden wir uns halt auch zu einer klassischen Unternehmensberatung oder Managementberatung, dass wir halt auch Umsetzungskompetenz haben über die Jahre hinweg gesammelt. Und das halt nicht nur im Bereich E-Mobilität, sondern auch Wasserstoff-Brennstoffzelle, wo wir unterwegs sind. Wir haben viel mit Mobility-as-a-Service-Anbietern zu tun. Aufbau, Betrieb, Weiterentwicklung und Mobility-as-a-Service. Also wirklich, ja, ich sag mal, angefangen bei E-Bikes bis hin zu Vertical Take-off- und Landing-Systeme. Das war sehr unter City-Bereich. Flugtaxis oder diverse Anbieter à la Volocopter, Lilium und Co. kennt. Und auf der anderen Seite dann auch so exotische Projekte wie Hyperloop in diversen Ländern. Da sind wir dabei, sowohl technologisch beratend und umsetzend, als auch kommerziell die Geschäftsmodelle zu kreieren. Also somit wird es uns, ich sage mal, mit der Truppe, wo wir jetzt unterwegs sind, nicht langweilig. weil wir eigentlich so gut wie alle Märkte weltweit irgendwie bedienen. Wir haben Kunden in China, haben Berater in China, Australien, ein Startup im Bereich Flottenmanagement, was wir unterstützen, im Bereich für EVs, also Electric Vehicles und ja, USA haben wir momentan recht viel, auch so Themen wie Finanzierungsaktivitäten. SPAC ist in aller Munde, gibt ja auch einige im Bereich E-Mobilität, die da schon losgelegt sind oder haben. wie eine EV-Box im Ladeinfrastrukturumfeld oder ja, Nikola Motors auch mehr oder weniger erfolgreich. Aber das sind auch so Themen, die sich bei uns in den letzten Jahren dahingehend halt auch entwickelt haben. Anfangs waren es vielleicht mal ein, zwei Anfragen im Jahr und irgendwann wurden es mehr, weil die technische Auditierung für Investoren halt interessant ist. Ich sage mal, kommerziell können Sie die Zahlen analysieren. Aber ja, technisch ist es immer ein Thema, also die zu evaluieren, ist es jetzt, ich sage mal, alter Wein in neuen Schläuchen oder ist es komplett Rocket Industry? Diese Bewertungen, die machen wir recht häufig momentan. Und ja, da muss man ehrlich sagen, da hat sich im letzten Jahr mitunter auch Corona-bedingt doch einiges positiv entwickelt. Und ja, das ist das, was man jetzt halt auch im Markt sieht. E-Mobilität wächst und dementsprechend haben wir auch gut zu tun.

  6. Sebastian:

    Ja, also hört sich extrem spannend an. Jetzt habe ich die Herausforderung, da den richtigen Ansatzpunkt zu wählen, wo wir denn drüber sprechen, weil ihr habt ja echt alles am Start sozusagen, was mit dem Thema E-Mobilität, egal in welcher Ausprägung, zu tun hat. Das hört sich doch gut auf. Ich denke, deine Geschichte über Ionity, die ist bekannt, so wie du selbst gesagt hast. Da müssen wir jetzt nicht unbedingt nochmal drauf eingehen. Wenn es passt, kannst du es gerne mit aufgreifen. Ich fände es dann wesentlich spannender, wenn wir sagen, okay, wir können vielleicht mal einen Blick... auf zwei, drei ausgewählte Startups wählen, die ihr begleitet, wo ihr mit vorantreibt am Markt als DXBE. Und da ist ja unter anderem Simon Vogt auch mit seinem Startup oder wo er Part des Führungsteams ist, Encharge mit dabei, wo wir auch schon mal einen Anknüpfungspunkt haben. Aber ihr habt auch noch andere. Vielleicht magst du uns ja da einfach mal so sagen, wen kennt man denn vielleicht aus deiner Sicht hier in Deutschland? Und was findest du da im Moment besonders spannend oder wo würdest du einfach gerne drüber reden? Besonders spannend ist ja eher schwierig. Bei der Vielzahl ist ja immer irgendwas Spannendes mit dabei. Aber dass du einfach mal so zwei, drei rauspickst, wo wir uns vielleicht mal über die verschiedenen Modelle, die die Startups an den Start bringen, eben unterhalten können.

  7. Wulf Schlachter:

    Also gerne. Du hast Endcharge erwähnt. Für mich auch ein sehr interessantes Geschäftsmodell, weil ich historisch ja auch aus dem E-Commerce schon mal kam. Und ja, ich sage mal, da kann man durchaus mal das eine oder andere auch sehen, wie man so Loyalitätsprogramme. Ich habe früher mal an Deutschlandcard und Payback und Co. auch rumgearbeitet, rumgestrickt, auch, ich sage mal, in meiner frühesten Zeit. Jetzt das Ganze auf E-Mobilität, das erste Loyalty-Programm für E-Mobilisten aufzusetzen, das war für mich sofort ein Thema, wo ich, als ich Simon Vogt kennengelernt habe und er mir gesagt hat, er möchte das Ganze, also ich kann ihn schon länger, aber er möchte das ausgründen aus den Aktivitäten, die er jetzt in der Vergangenheit hatte bei Porsche. da war es für mich sofort ein Thema zu sagen, hey Simon, lass uns reden, weil man kann viele Fehler machen, man kann viel gut machen, man kann viel schlecht machen. Gerade in der Gründerphase so ein Startup zu unterstützen, ist für mich halt ein Thema, weil ich habe es schon häufiger gemacht und daher bin ich auch im Hintergrund sozusagen der Lenker und Advisor Um durchaus auch mal den ein oder anderen Kontakt für die Jungs aufzumachen, also Door-Opener zu spielen, ist eigentlich meine tägliche Aufgabe, wenn man die Kontakte hat in der Branche, gerade auch jetzt im Bereich Ladeinfrastrukturanbieter. europäisch zu finden und da den passenden auch zu selektieren. Mit dem kann man zusammenarbeiten. Ich denke, du hast auch schon mitbekommen, dass insgesamt die Aktivitäten im Bereich Endcharge auch nicht nur in Deutschland sozusagen angekommen sind, sondern mittlerweile auch Services in Niederlanden, in der DACH-Region insgesamt, wie auch Belgien, Benelux als auch UK am Start stehen. Irland ist schon gelauncht, also dort gibt es auch schon End Charge und ja, ist halt ein Wachstumsthema und da zu unterstützen ist natürlich ja für Gründer durchaus einfacher, wenn man jemand hat, sagt, hey, ich brauche mal einen Kontakt da und dahin. Ja gut, ich habe 16.000 Follower irgendwie auf LinkedIn und Da ist schon meistens immer einer dabei, wo man die Jungs dann mal unterstützen kann und sagen, hey, melde dich bitte mal bei dem, der weiß auch schon Bescheid. Und das ist dann deutlich einfacher, also wie sagt man so schön, den Vertriebs-Cycle oder den Sales-Cycle zu bestreiten, wo man dann erstmal an vier Ansprechpartnern abgewiesen wird. Da bin ich dann doch eher jemand, der das Top-Down-Modell wählt, also auf Geschäftsführungsebene dann den Jungs dann halt auch mal eine Tür öffnet. Des Weiteren, du hast es erwähnt, wir haben noch eine ganze Menge andere Startups, die ich da pushe, auch eigentlich viel im, ja, eigentlich so gut wie Advisory, aber auch Management Consultancy, also auch beratend und umsetzend, mithelfend, wenn es mal brennt. Ja, nehmen wir mal als Beispiel vielleicht Charge Construct, das jüngste Baby, Adrian Zierer gestartet, kennen sicher auch viele aus seiner Zeit. XP3 und Volkswagen Alley und sich entschieden, im März sozusagen ein Startup im Bereich Ladeinfrastrukturaufbau zu etablieren im Markt, gegründet in Ingolstadt, auch relativ lange die Planung im Vorfeld schon gehabt, sage ich jetzt mal. Also ich werde bei solchen Projekten in der Regel immer so ein Jahr vorher oder dreiviertel Jahr vorher mal kontaktiert, hey Wulf, was hältst du davon? Und das macht es Spaß. Mir macht es Spaß, aber auch den Gründern macht es Spaß, da mal tacheles zu reden und auch die Geschäftsmodelle mal so zu kreieren, dass man sagt, okay, Ja, für das Setup habt ihr halt dann schon auch entsprechende Partner am Start, mit denen ihr loslegen könnt und müsst nicht erst auf die Suche gehen. Und gerade das Thema Ladeinfrastruktur, Aufbau, kennt ihr auch, Ladesäulenverordnung und alles, was da Schnellladegesetz jetzt in den letzten Wochen und Fördertöpfe, die der Bund ausgeschrieben hat, das ist halt ein Thema, was momentan im Markt extrem wichtig ist. Weil, ja, ich sage mal, der kleine Handwerker zu Hause wird es sicher nicht schaffen, mal einen Ladepark irgendwo aufzubauen. Und ja, es gibt nicht so viele Anbieter, die bundesweit in dem Umfeld aktiv sind oder auch mal über die Grenze hinausgehend in Österreich und der Schweiz mal einen Ladepark installieren. Also somit, ja, ist es mal ein Versuch, das Thema Ladeinfrastruktur von der Bauseite oder von der Aufbauseite herzustellen. mal zu pushen und ja, das ist so ein bisschen auch ja, Revival, ja, etwas Ionity-like, aber im ganz anderen Kontext, weil es nur um Aufbau geht und nicht um Betrieb. Also, Von der Seite, ja, so mal zwei Startups, die momentan, ich glaube, ganz guten Weg gehen. Das Gleiche in der Vision eine Ecovia, die auch am Start steht, wo es um, ich sage mal, Ladeparks geht, die, ich sage jetzt mal, nicht alleine irgendwo stehen werden, sondern in dem Kontext halt auch mit einer Unterkunft, wo du gegebenenfalls noch was essen und trinken kannst. wo du auch dein Business gegenfalls dich mit jemandem treffen kannst, wenn Covid dann mal wieder vorbei ist. Also geschäftsmäßig dich halt dann auch dort mal einmieten kannst oder auch ein Showroom für Automobilanbieter und dergleichen. Das ist so ein bisschen, ich sag mal, Gridsurf in UK, wie die gestartet sind. Aber ja, das soll näher an, ich sag mal, an dem Publikum oder in dem Fall an den Usern sein. in Anführungsstrichen, an den E-Fahrzeugfahrern und nicht irgendwo abseits der oder in der Prärie, wie es beispielsweise jetzt in UK geplant war mit GridSurf. Also es soll dann schon eher ein Hotspot sein, wo du halt auch mehr Verkehr hast als weit draußen, outside, im Backend, sage ich jetzt mal. Des Weiteren, ja, ChargeIQ aus Stuttgart beziehungsweise aus Wilderstadt Auch bekannt, wenn es um Chargepoint-Management-Systeme geht, auch in dem Umfeld die Jungs zu unterstützen, das liegt mir auch am Herzen. Und wir haben ansonsten auch noch Exoten im Bereich Flottenmanagement. Wir haben auch ein Startup, was ich unterstütze aus Australien. Fleet Zoo, die bauen quasi ein oder haben ein Chargepoint-System, aber für Flottenfahrzeuge gebaut, also nichts anderes wie eine Flottenlösung für E-Fahrzeuge, aber auch Plug-in-Hybrid und zur Not kann man dann auch noch, ich sag mal, die wenigen Verbrenner irgendwie reinpacken. Also somit, das ist jetzt mal auch ein komplett neues Geschäftsmodell, mal da reinzugehen. was bisher die großen Flottenanbieter so jetzt noch nicht am Start hatten. Das waren dann meistens irgendwelche komplexen Lösungen, die man nicht irgendwo mit Flottenlösungen für kleine mittelständische Betriebe irgendwie verbinden konnte. Also somit sind wir jetzt dabei, mal den Markt, ich sag mal, bottom-up aufzubauen oder nicht über 50.000 Flottenfahrzeuge, EVs zu diskutieren, sondern auch, ich sag mal, einen Decker mit 20 Fahrzeugen damit zu beglücken oder, ich sag mal, typische Lieferdienste in dem Umfeld. Des Weiteren, ja, habe ich noch die Aktivitäten im Bereich, ähm, V2G, dort auch unterstützend als Advisor bei Marc Möltin, Ex-Wohnhaft Karlsruhe, viele kennen ihn aus seiner Hubcheck-Zeit, jetzt ein Startup V2G Clarity in London gegründet und dort versuchen auch das Thema eigenes Chargepoint-Management-System zu bauen, aber auch in Richtung ISO 15118 Plug-and-Charge-Funktionalitäten abzubilden. Und ja, da geht es auch um die Gründung momentan, beziehungsweise auch um Wachstum. Die ersten Projekte sind angeschoben, läuft und ja, jetzt geht es um Skalierung, sage ich jetzt mal, in die Richtung rein. Also sozusagen, ich habe eigentlich, wenn du es so siehst, vom Ökosystem her momentan so gut wie alles am Start. Also von ich sag mal, Aufbau von Ladeinfrastruktur, dann das Chargepoint-Management-System, dann die, ich sag mal, die Infrastruktur insgesamt, also sprich, gegenfalls noch Gebäude zu bauen und dergleichen, dann das Thema Smart Charging oder Plug-and-Charge mit V2G-Clarity und on top dann, ja, ich sag mal, das Loyalty-Programm oder das, was eine Endcharge macht in dem Segment, aber auch Wallbox-Sharing in dem Kontext. Also momentan sehr, sehr breit unterwegs, sage ich mal. Und ja, das macht das Ganze so interessant und durchaus auch herausfordernd, so einen Weg zu bestreiten oder die Unternehmen zu unterstützen.

  8. Sebastian:

    Wow, also ja, ich wollte jetzt gerade mal überlegen oder in deinem Kalender gucken, wie viele Stunden dein Tag hat, aber wahrscheinlich deutlich mehr wie 24 dann, auch wenn da nicht alle eben auf einmal kommen, aber ja, extrem spannend. Auch dieser Rundumschlag, dass ihr da alles komplett abbildet mit eurer Company, dass ihr da auch diesen breiten Ansatz wählt, der eigentlich auch vollkommen nachvollziehbar ist, sich da nicht nur auf einen Schwerpunkt zu verlassen, sondern in die Breite reinzugehen, ergibt ja durchaus Sinn, vor allem, weil ja dann auch wahrscheinlich innerhalb der Startups, ich sage ja auch mal, Potenzial zur Vernetzung, zum Zueinanderarbeiten vorhanden, Synergien heben, vorhanden ist. Also das treibt dir oder treibst du dann auch voran, diese Vernetzung innerhalb der Startups?

  9. Wulf Schlachter:

    Genau, also das ist auch eines meiner Ziele. Ich sage jetzt mal, Ich kam aus Großkundenwelten, also sprich aus Konzernen. Ich habe damals auch für Bertelsmann und Telefonica gearbeitet. Da war es halt häufig so, ich sage mal 2000er-Zeit, da wusstest du nicht, was dein Kollege im Nachbarszimmer gerade baut oder an was der gerade bastelt. Hast du erst mitbekommen, wenn es dann irgendwie eine Pitch-Situation gab, Nach dem Motto, oh hoppla, der hat ja fast das gleiche gebaut, nur auf einer anderen Plattform. Der eine ist mit SAP unterwegs gewesen, der andere mit Oracle, aber das Ergebnis war ähnlich. Und dann hast du dich angeguckt und gefragt, wieso passiert sowas? Also nach dem Motto, du wusstest nicht, was im Nachbarbüro los ist. Und ja, das ist genau das, was ich halt verhindern will, weil du durchaus gerade bei diesen Themen E-Mobilität, ich sage immer, du musst nicht die Welt zweimal erfinden oder das Rad, zweimal erfinden, wenn es schon existiert. Und das ist halt gerade, ich sage mal, durchaus ein beschleunigender Faktor, wenn du genau weißt, oh hoppla, das ist schon mal gebaut worden und ich muss nicht nochmal neu komplett erfinden oder mich nochmal damit beschäftigen. Also ich bin da eher auch ein Mensch, der in so taxonomischen Modellen arbeitet. Das heißt, ich versuche halt schon auch in den Projekten, ich sage mal, Bausteine zu definieren. Und diese Bausteine, wenn ich die schon mal irgendwo gesehen habe, und das hast du halt gerade bei so Themen wie, ja, Chargepoint-Management-Plattform oder auch im Bereich Loyalty-Programm, da musst du die Welt nicht komplett neu erfinden. Also das ist alles schon mal, ich sage jetzt mal, vielleicht in anderen Branchen realisiert worden, aber dieses Skalierende, das beschleunigt dann halt auch mal das Going-to-Market von einem Startup. und du hast keine zwei Jahre Entwicklungsaufwand, sondern mit einer API, mit einer Schnittstelle bindest du das an und dann ist es eigentlich eine Geschichte von Minuten, Tagen, um das Ganze dann schneller in den Start zu kriegen. Und das ist so ein bisschen der Vorteil, den man halt dann auch hat, wenn man, ich sag mal, übergreifend auch aus anderen Industrien einfach das Know-how mitnehmen kann und dann in den Bereich Ladeinfrastruktur auch bringen kann.

  10. Sebastian:

    Also kann man definitiv so unterschreiben und man sieht es ja auch an Encharge, da sind wir relativ nah auch immer von Anfang an dran gewesen, gerade mit Simon im Austausch und jetzt auch künftig mal wieder, wenn wir es dann zeitlich jetzt auch mal hinbekommen, wo man ja auch sieht, wie spannend und wie schnell sich das Ganze entwickelt. Du hattest jetzt schon über die Märkte, die man angegangen ist, die man jetzt künftig angeht, schon gesprochen. Das wird sich bei deinen anderen Startups ähnlich verhalten. Ich denke gerade dieser Skalierungseffekt, den du angesprochen hast, dass man gar nicht mehr den eigenen Maßstab hat, sozusagen, ich muss alles nochmal neu erfinden, auch wenn es das schon mal gibt, sondern wenn schon was da ist, was gut funktioniert, warum nicht das einfach adaptieren und dann den Zusatz, sage ich mal, den man selbst mit reinbringt, einfach noch eine Spur besser zu machen. So habe ich jetzt auch dich verstanden von deiner Philosophie her, dass ihr eben auch diesen Weg dann verfolgt.

  11. Wulf Schlachter:

    Genau. Also du hast halt auch gesehen, ich sage mal, wenn du jetzt, ich bin in der Vor-Covid-Zeit natürlich auch die Jahre davor viel in den USA unterwegs gewesen und natürlich Silicon Valley und das hat sich jetzt so ein bisschen, sag ich jetzt mal, seit drei Jahren verschoben, gerade aufgrund auch E-Mobilität und Industrie 4.0, IoT-Themen. Also die Leute, die du damals gesehen hast im Flieger, die irgendwie nach L.A. geflogen sind, Oder San Francisco, die hast du jetzt dann halt auf Flügen gehabt nach Beijing, Shanghai oder Shenzhen. Und da merkst du halt auch, ja, die Erde hat sich ein bisschen gedreht in eine andere Richtung. Und gerade im Bereich E-Mobilität, ja, war ich halt recht früh auch in China unterwegs, hab mir das angeschaut. Ich habe auch Familie in Norwegen, somit bin ich mit dem Thema E-Mobilität schon recht früh konfrontiert worden. wo mich meine Verwandten auch schon 2017 gefragt haben, muss ich auf den Audi e-tron warten oder auf den Porsche Taycan, wo bei uns das Thema noch nicht mal ansatzweise irgendwie, ich sag mal, spruchreif war, wann kommt denn das Fahrzeug? Also da lernst du halt auch viel, indem du gerade mit Kunden eigentlich Tag für Tag irgendwie im Austausch bist. Und das hilft ja natürlich dann auch, ich sag mal, die Fehler zu vermeiden, die andere beispielsweise in China gemacht haben oder in den USA. Also auch Tesla ist nicht, ich sag mal, the Godfather of E-Mobilität. Auch dort gibt es Fehler. Und das Gleiche hast du auch, wenn du jetzt in Richtung China schaust und Ladeinfrastruktur im AC-Bereich, was sie massenmäßig aufgebaut haben, Ladeparks für Taxi mit 5000 Chargern und dergleichen. Das kannst du machen, wenn du die Fläche hast, aber versuch das mal nicht in Deutschland irgendwie abzubilden, in München oder in Frankfurt. Das wird sich nicht rechnen. gerade auch in dem Umfeld, da, ich sage mal, Vergleiche zu ziehen und auch Beispiele zu sagen, warum es nicht funktioniert. Und dahingehend eigentlich schon die Beweise dafür, warum es nicht funktionieren wird, in der Tasche zu haben, ist ein sicheres Gefühl, als wenn man dann, ich sage jetzt mal, erst mal Research macht. Wie entwickelt sich der deutsche Markt? Wie entwickeln sich andere Märkte? Da tut man sich dann natürlich leicht, wenn man, ich sag mal, global unterwegs ist und einfach eine Brille hat, die mancher einfach nicht hat und mit seinem Kunden dann halt offen im Austausch ist über, ja, wie geht der Weg weiter oder wie kannst du dich halt auch in einem Markt differenzieren gegenüber Wettbewerbern. Und ja, das ist so ein bisschen mein Trend, also mal auch den einen oder anderen zu ärgern. Ich denke mal, mit Ionity haben wir Elon Musk da auch ein bisschen geärgert, 350 kW versus damals noch mit 150 kW Chargern unterwegs. Hat man ja auch gesehen, dass dann irgendwann mal die Teslas an Ionity-Ladesäulen standen, vor allem in Norwegen. dass es halt durchaus schneller ging. Also ja, das sind so die Sachen, da freut es mich dann auch mal zu sehen, dass es funktioniert und dass man, ich sage mal, auch erfolgreich ist oder erfolgreich sein kann mit solchen technischen Innovationen, die dann halt auch skalierbar zu machen.

  12. Sebastian:

    Ich denke auch gerade diese Geschichte, wo du jetzt gesagt hast, dass es diese technischen Innovationen, das ist schon ein Thema, wenn man sich mit der Welt der E-Mobilität beschäftigt, selbst nur oberflächlich, dass da gefühlt jeden Tag neue Geschäftsmodelle, Geschäftsideen aufkommen können, wo man dann ansetzen kann. Jetzt gerade die Geschichte, wo du vorhin gesagt hast von Charge Construct, die sich im Speziellen eben nur auf den Aufbau von solchen Techniken, Ladestationen, Ladeparks konzentrieren und dann aber eigentlich gar nicht die Verwaltung mit übernehmen, sondern nur errichten, ist ja schon mal ein Schritt weiter, als dann zu sagen, ich mache das gleich als Betreiber und baue dann nur mein eigenes Netz auf oder auch in Charge dann, wie gesagt, mit ihrem grünen Loyalitätsprogramm, das ist ja auch, so wie du sagst, das kannte man schon aus dem E-Commerce irgendwoher, wurde dann einfach nochmal transportiert in die neue Welt rein. Ich denke, das wird man in Zukunft noch weiter sehen und Für mich das Spannende, du hast jetzt gesagt, ihr habt Tesla geärgert ein wenig mit Ionity, aber im Endeffekt, was du eigentlich eher ausstrahlst, zumindest mit deiner Herangehensweise, klar ärgert man vielleicht den einen oder anderen Marktbegleiter mal, aber eigentlich treibt ihr zusammen schon den Markt voran. Gerade durch diese breite Aufstellung, das gegenseitige Befruchten, wo man sich unterstützt, hilft. Und wo man dann in Summe dann wahrscheinlich mehr von einem Markt hat, einfach einen größeren Markt schafft, wo dann auch jeder mehr davon profitiert. So habe ich es jetzt zumindest für mich mal eingeordnet.

  13. Wulf Schlachter:

    Genau, wie du es geschildert hast, ist es halt wirklich auch marktbeschleunigend. Wir haben einen Markt geschaffen, wo wir vor drei, vier Jahren einfach noch nicht dran waren. Und ich sage mal, ja, es gibt halt so ein paar Faktoren, die das Ganze extrem beschleunigt haben, da Mark Covid natürlich auch mitgespielt haben, wie ich es vorhin gesagt habe. Und ja, am Anfang war halt, ich sage mal, die Ladesäule und speziell jetzt, wenn man es mal in Deutschland betrachtet und ganz, ganz wenige Autos. Wir kommen jetzt in so ein Beschleunigungs, wie sagen wir schön, wir waren im Hamsterkäfig unterwegs anfangs. und bewegen uns jetzt als Hamster schneller und dementsprechend müssen wir halt auch ein bisschen Gas geben bei dem ein oder anderen Thema. Ladeinfrastruktur, ja, definitiv, wobei ich das jetzt nicht ganz so kritisch sehe erstmal. Zukünftig wissen wir selber, ja, 80 Prozent der Ladevorgänge von der Masse her werden irgendwo im Bereich Home und Workplace irgendwie stattfinden. Das ist wohl mal der Weg und 20% dann irgendwie im Public-Bereich, das sind dann diejenigen, die aus meiner Sicht halt natürlich mit höheren Ladeleistungen und mit mehr Geschwindigkeit unterwegs sein müssen, weil, ja, nehmen wir mal so Beispiele, Hamburg-Bergedorf oder München-Hasenberge, wo du halt große Wohneinheiten hast, wo du halt nicht mit Wallboxen oder mit 50 kW Charger hinkommst und schon gar nicht in der jetzigen Zeit, wenn du es so siehst, mit Plug-in-Hybriden, die dann durchaus mal den Endschleuniger darstellen. Das sind so die Themen, die in Zukunft uns noch weiter treiben werden. Also es wird nicht überall dann die HPC-Lade in den Städten geben, aber wir werden halt an der einen oder anderen Stelle noch infrastrukturell was tun müssen. Und das ergibt natürlich auch Chancen, Thema Pufferspeicher, einen HPC-Ladepark irgendwo hinzusetzen. Gut, macht durchaus mal Sinn, aber entsprechend dann, ich sage mal, dort, wo ich jetzt das Mittelspannungsgrid halt nicht bekomme oder nicht habe, dann halt auch auf andere Lösungen zu setzen. Da sind wir dran. Da bin ich auch mal positiv gestimmt, dass wir das bis 2030 spätestens soweit haben, dass wir gerade in Deutschland jetzt mal betrachtet in Sachen E-Mobilität fünf Schritte weiter sind, als wir es jetzt sind in dem Kontext.

  14. Sebastian:

    Da gehe ich auch stark von aus, dass wir da 2030 doch ja schon relativ gut dastehen werden. Ich meine, wenn man einfach mal bedenkt, du hast es vorhin auch gesagt, was innerhalb der letzten zwei Jahre sich eigentlich schon gedreht hat in dieser Welt. 2030 ist jetzt mal noch neuneinhalb Jahre davon weg. Vom heutigen Standpunkt aus, also da kann ja enorm viel da noch passieren und wo ihr jetzt sozusagen schon mal aktiv vorantreibt und ich denke, das wird auch ein spannendes Feld, um da nochmal den Bogen zu schlagen zu deinem Unternehmen sozusagen. Für Investoren wird das auch ein wahrscheinlich immer spannenderes Feld werden, weil es ist ein Wachstumsfeld, es ist ein Wachstumsmarkt auf der Welt, also global und Und ich sage mal, wenn dann dementsprechend Geld reinfließt, wird es ja auch für die Startups dann leichter, ihre eigenen Ideen, Visionen nach vorne zu treiben und dann eben zu wachsen. Also auch davon profitiert ja der Markt sozusagen.

  15. Wulf Schlachter:

    Ja, also ich kann dir gerne mal einen Einblick geben, wie das so vor zwei, drei Jahren lief. Ich habe da so am Tag, oder sagen wir mal anders, ich habe da so in der Woche vielleicht eine Anfrage bekommen von einem Investor, Die waren alle ziemlich Asset-getrieben. Also die haben, gerade wenn es um Ladeinfrastruktur geht, nehmen wir mal das Beispiel, alle nachgefragt, wie viele Säulen, wie viele Charger, wie viele Mitarbeiter, wie viel Umsatz. Und da hast du relativ schnell gemerkt, okay, die sind halt total Asset-getrieben. Da war niemand dabei, der, ich sag mal, technologiegetrieben war. der nach Plattformen gefragt hat, nach Recurrent User oder Revenue, also wiederkehrender Umsatz und dergleichen. Da waren ganz andere, diese Business-Modelle, die gab es damals nicht. Die wurden auch von den Investoren, die bei mir aufgeschlagen sind damals, da hatte ich vielleicht zwei pro Jahr, sage ich mal so, die in dieser Denke schon drin waren. Und was du jetzt gemerkt hast, die Anfragen haben sich komplett gedreht. Das heißt, jetzt in letzter Zeit habe ich extrem viele große Investoren, die in der Vergangenheit, ich sage jetzt mal eher in Bereichen, ja, digitale Plattformen unterwegs waren, sprich E-Commerce-Shop-Modelle oder, ich sage mal, Telco-Industrie und so im Bereich Softwareentwicklung investiert haben. Was jetzt kommt, ist große Pensionsfonds, die auch sagen, hey, wir müssen diesen Sustainable Move machen. Und da muss ich sagen, da habe ich in der letzten Zeit eigentlich so gut wie alle mal auch beraten oder in dem Kontext gehabt. Also wirklich alle ganz Großen. Und in dem Umfeld kannst du natürlich auch sehen, wo bewegt sich denn so ein Investor hin? Was sind dem seine Vorlieben? welche Qualitäten fordert der auch von Unternehmen und das nicht nur von ich sag mal, Unternehmen, die Ladeinfrastruktur aufbauen, sondern auch gerade in Richtung Plattformökonomie, die sich dorthin bewegen. Und da wird halt jetzt auch schon hinterfragt, ja, sag mir mal, was sind die Vorteile von dem Chargepoint-Management-System versus einem anderen? Und das ist auch das, was du jetzt so in den letzten Wochen ja auch gesehen hast. Es gab, glaube ich, keine Woche, wo kein CPO irgendwie nicht ein, also wo es keine Announcements gab in Sachen Finanzierungsrunden. Also ob das jetzt Virta war oder Last Mile Solutions oder oder EV-Box mit einem Announcement in Richtung SPAC und Börsengang. Also du hast da ziemlich viel Bewegung momentan. Das ist auf der einen Seite positiv, weil da sich echt viel bewegt in Richtung Opportunities. Also ich sage mal, es ist definitiv leichter heutzutage als noch vor vier Jahren oder drei Jahren im Bereich E-Mobilität ein Startup zu gründen und das, ich sage mal, wachsen zu lassen oder entsprechend die ersten zwei Finanzierungsrunden zu starten. Das ist deutlich einfacher und macht dann auch für einen Gründer das Ganze attraktiver, als, wie sagt man so schön, erstmal von Pontius zu Pilates zu rennen, um, ich sag mal, genau den richtigen Investor zu finden. Ja, das ist dann eher schwierig gewesen vor zwei, drei Jahren. Und wenn du mit den Gründern damals gesprochen hast, sagen die auch, naja, das Rad hat sich weiter gedreht und es ist deutlich einfacher heutzutage auch für das Thema, ich sag mal, jemanden zu finden, der auch langfristig investiert und nicht nur ein Jahr, zwei Jahre und dann einen Exit macht, was man ja auch im Bereich gerade Softwareentwicklung oder Hardwareentwicklung in der Vergangenheit hatte. Jump in und drei Jahre später einen Exit zu fahren, so à la KKL, CVC, Blackstone und Co., die haben das Thema auch alle angenommen, gerade die ganz Großen. Und somit wird sich da auch in den nächsten Wochen, Monaten oder in den nächsten zwei Jahren auch noch eine ganze Menge tun. Und da werden durchaus sicher der ein oder andere Player auf den Markt kommen, den man jetzt noch nicht gesehen hat. Aber ich kann mir vorstellen, dass sich da noch eine ganze Menge bewegen wird. Und ja, da müssen dann halt auch große Big Oils Und da gibt es ja auch einige Energieversorger in Europa oder weltweit müssen sich dann auch lang machen, weil ich glaube, ja, da kommen noch ganz andere Player auf den Markt, die auch mitreden wollen. Und das macht das Ganze auch, ich sage mal, so interessant und spannend, wenn man nicht weiß, was morgen eigentlich passiert. Das ist ja meine Challenge.

  16. Sebastian:

    Ja, aber es ist so eine schöne Herausforderung, die man annehmen kann, definitiv. Und ich finde es auch sehr schön, dass du uns da diesen Einblick jetzt gegeben hast, der da doch sehr nah an dem Markt dran ist und das dann nochmal aus einem anderen Blickwinkel sozusagen beobachtet. Im Moment oder in der Vergangenheit hatten wir eher, ich sage mal, die Startups dann bei uns am Start oder die Firmen, die schon aktiv sind, die das eher aus ihrer Sicht vorangetrieben haben. Du hattest jetzt nochmal den Blickwinkel von oben drauf sozusagen geworfen, auch wie sich der Investmentbereich in den letzten zwei bis drei Jahren da verändert hat. Ich denke, das war auch nochmal sehr hilfreich. Von meiner Seite aus würde ich sagen, lassen wir es jetzt einfach mal so stehen, weil das waren doch sehr viele Informationen, sehr tief und wir hatten im Vorgespräch ja schon besprochen, ich würde meinen Lesern, Hörern die Aufforderung geben, dass sie doch einfach mal sagen, wo wollen sie mehr dazu hören, von was für Startups wollen wir nochmal in Charge, die wir ja auf jeden Fall nochmal mit ranholen oder wollen sie ja über Charge Constructor noch was hören oder Ecovia, die jetzt eben mit ihren Ladeparks, mit Restaurants, mit Showrooms, Geschäftstreffmöglichkeiten sozusagen gestartet sind. Wollen Sie dazu was hören? Und dann würde ich mich dann natürlich auch gerne deinem Netzwerk sozusagen bedienen, dass du mir da vielleicht das Intro machst. Und ich denke, da hätten wir auch Win-Win-Situationen für beide Seiten. Zum einen, dass wir die Startups hier vorstellen können, unserem Publikum. Zum anderen, dass unsere Hörer, Leser eben auch nochmal exklusivere Einblicke in die Welt der E-Mobilität erhalten können.

  17. Wulf Schlachter:

    Ja, gerne, Sebastian. Also das liegt mir auch wirklich am Herzen, gerade in Deutschland. Ich sage mal, die Startups, die sich jetzt so in dem Umfeld auch bewegen, dir mal näher zu bringen, auch die Mauerblümchen, die noch nicht so wirklich sichtbar sind, mal vorzustellen, denen auch mal eine Chance zu geben. Es hat nicht jeder gleich mal irgendwie 200, 400 Millionen Funding irgendwo in der Hinterhand. Also auch von der Seite mal ein bisschen vorzunehmen, ja, das Ganze für die attraktiv zu machen, mal zu zeigen, was können sie und ja, sicher auch spannend für deine Leser und Zuhörer, mal die Welt der, ich sag mal, deutschen Startups mal kennenzulernen, die sich in dem Umfeld gerade positioniert haben oder auch tummeln.

  18. Sebastian:

    Ja, denke ich auch. Dann nochmal vielen Dank für deine Zeit, Wulf, für die Einblicke, die du uns gegeben hast und auch, ja, für den künftigen Kontakt, den wir miteinander dann noch halten werden.

  19. Wulf Schlachter:

    Danke, Sebastian. Ja, auf jeden Fall. Immer gerne. Und ja, schöne Grüße aus Buxtehude in die Republik.

  20. Sebastian:

    Vielen Dank, mach's gut, bis dahin. Das war sie also, die aktuelle Folge mit Wulf Schlachter. Es ist interessant, wie ich finde. Ich hoffe, dir hat es genauso viel Spaß gemacht beim Zuhören und würde mich natürlich freuen, wenn du uns eine positive Bewertung bei iTunes hinterlässt, damit wir die Welt der E-Mobilität noch ein wenig ausweiten können. Vielen Dank fürs Zuhören, mach's gut, bis demnächst mal wieder. Ciao.