Andreas Rade & Hannes Jaenicke über die Transformation der Mobilität

Umweltaktivist und Vertreter der Automobilindustrie in der Debatte über E-Mobilität

Hannes Jaenicke, Schauspieler, Autor und Umweltaktivist sowie Andreas Rade, Geschäftsführer Politik und Gesellschaft des Verbands der Automobilindustrie (VDA) e.V., haben sich die Zeit genommen, um mit mir über die Transformation der Mobilität zu sprechen. Elektromobilität stand hier als ein Pfeiler im Raum, den es zu betrachten galt. Aber auch darüber hinaus hat man sich ausgetauscht. Unter anderem über die Rolle der Politik und was man von anderen Ländern lernen könne.

Blickt man in bisher erschienene Interviews/ Gespräche der beiden Podcast-Gäste würde man vermuten, dass diese "unterschiedliche Lager" vertreten, wenn es um die Mobilitätswende als solches geht. Dies ist auch im Elektroauto-News.net Podcast der Fall. Und dennoch findet man bei einigen Punkten durchaus einen Konsens. Bei anderen Punkten wird ein wenig debattiert, lässt gleichzeitig die Meinung des Anderen für sich stehen. Aus meiner Sicht ein sehr spannender Austausch auf Augenhöhe. Sicherlich nicht der Letzte der Beiden hier im Portal.

Nachfolgend kannst du direkt reinhören. Oder dir das Transkript des Gesprächs zu Gemüte führen. Viel Freude damit

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. Genauer gesagt mit dem erfolgreichen Wandel, der erfolgreichen Transformation unserer Mobilität hier in Deutschland und Europa. Diese Folge wirst du relativ wenig von mir hören, weil ich Hannes Jaenicke zu Gast hatte, seines Zeichens Schauspieler, Synchronsprecher, Hörbuchsprecher, Autor und aber auch Umweltaktivist, was vor allem den Standpunkt von seiner Seite aus klar macht, denke ich, wie Mobilitätswandel stattzufinden hat. Und er befindet sich im Gespräch mit Andreas Rade, dem Geschäftsführer der VDA, des Verband der deutschen Automobilindustrie. Und wir haben doch ein sehr schnelllebige halbe Stunde verlebt im gemeinsamen Podcast und die Fortsetzung ist schon in Planung, wird auf jeden Fall angegangen, weil ich auch zum Ende hin dann Andreas ein Stück weit unterbrechen musste, damit wir eben nicht stundenlang da im Gespräch bleiben, auch wenn es ultra interessant war. Von daher wünsche ich dir viel Spaß mit der aktuellen Folge, mal ein bisschen anders die Folge des Elektroautodios.net Podcast, aber nicht weniger interessant, im Gegenteil. Hallo Hannes, hi Andreas, schön, dass ihr euch die Zeit nehmt, dass wir uns ein wenig über den Weg zur erfolgreichen Transformation unserer Mobilität unterhalten, ein Stück weit austauschen, hier immer verschiedene Ansichten zusammenbringen in dem Podcast. Und ja, die Frage, die sich uns stellt oder die uns ja auch alle irgendwo bewegt, ist, wie können wir klimaneutrale Mobilität erreichen? Welche Rolle spielen hierbei eben E-Mobilität, E-Fuels, Wasserstoff, was es eben alles gibt? Und da ist eigentlich so die grundsätzliche Frage, sind wir denn auf dem richtigen Weg, um da eine Transformation einzuleiten? Und wenn ja, was sind so aktuell die Schritte, die euch ein Stück weit beschäftigen auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität? Vielleicht magst du da mal anfangen, Hannes, uns einfach mal einen Einblick darauf zu geben, wie Mobilität dich im Alltag beschäftigt und was aus deiner Sicht die richtigen Schritte sind, um da eine Transformation einzuleiten.

  3. Hannes Jaenicke:

    Also erstmal danke für die Einladung. Hallo Andreas, es freut mich total, dass sich so vermeintlich konträre Positionen treffen, weil ich glaube, das ist die einzige Art, konstruktiv nach vorne zu kommen. Meine erste Frage wäre, reden wir über Deutschland oder reden wir über Europa oder weltweit? Weil wir sind in Deutschland natürlich ein bisschen hinterher, gerade wenn man uns mit Nordeuropa vergleicht, sagen wir Holland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, im Vergleich zu anderen Ländern, wie sagen wir mal, oder Bundesstaaten wie Texas, Alabama, Arkansas, sind wir ja relativ fortschrittlich. Also meine erste Frage wäre, wenn wir über Mobilität reden, reden wir dann über Deutschland oder reden wir eher... Das Zweite ist, ich bin ein Landbewohner. Ich wohne auf dem dicksten Land in Bayern, etwa 50 Kilometer südwestlich von München. Ich bin also ein Opfer des miserablen öffentlichen Verkehrs. Der ist in den Städten, wie wir wissen, ja sehr weit entwickelt und auch oft vorbildlich. Auf dem Land sieht das halt sehr anders aus. Ich bin im Moment noch komplett aufs Auto angewiesen, weil ich nicht mal einen S-Bahn-Anschluss habe in der Nähe. Und das ist, insofern kenne ich natürlich beide Seiten, die Notwendigkeit, Auto zu fahren, als auch die Notwendigkeit, den ÖPNV schleunigst dringend zu verbessern. Und insofern ist die Frage der Mobilitätswende, geht natürlich immer erstmal an die Politik zurück. Was passiert da? Wird tatsächlich das Bahnnetz wieder ausgebaut, wie es ja früher schon mal war? Wir haben ja sehr viele Bahnstrecken stillgelegt. Oder wie die FDP sich wünscht, noch mehr Straßen bauen. Das halte ich für völligen Quatsch. Ich denke, das Geld sollte dringend in den ÖPNV fließen. Und da wäre mal meine Frage an den VDA, wie der VDA das sieht.

  4. Sebastian:

    Da würde ich ganz kurz noch eingrätschen, bevor Andreas dann darauf antwortet. Also wir würden uns in der Betrachtung, weil wir jetzt eben auch mit Andreas vom VDA hier im Gespräch sind, erstmal auf Deutschland fokussieren, weil sonst fangen wir bei Adam und Eva an, wenn wir da die komplette Welt in Betrachtung ziehen. Das nur zur Einordnung. Jetzt können gerne Andreas antworten.

  5. Andreas Rade:

    Ja, auch noch mal vielen Dank für die Einladung, Sebastian und Hannes. Ich glaube, dass wir mit dem E-Auto eintreten. wir jetzt die Chance haben, Mobilität, auch die individuelle Mobilität CO2-frei und abgasfrei darzustellen. Insofern, glaube ich, haben wir jetzt wirklich einen Punkt erreicht, wo wir das nicht mehr beschreiben, sondern wirklich umsetzen können. Insofern sind wir aber auch eine globale Industrie, glaube ich, weil es geht auch darum, Hannes, sowohl südlich von München klimaneutral zu fahren, als auch auf der Welt. Und deswegen, glaube ich, ist auch die Industrie wichtig, unser Modell, was wir hier gerade ausrollen, auch so exportieren können, dass wir auch mit Texas künftig hoffentlich klimaneutral fahren können?

  6. Hannes Jaenicke:

    Also da wäre meine erste Frage, weil ich arbeite regelmäßig in Holland. Ich mache für die ARD einen sogenannten Amsterdam-Krimi. Und da staunt man als Deutscher dann doch, wie rückständig wir sind, wie wir uns nach wie vor weigern, irgendwie Innenstädte menschenfreundlich zu machen, sprich autofrei. Und es ist ja nicht so, dass Holland ein drittes Weltland ist, was irgendwie in Zelten pennt, sondern das ist ein hochentwickeltes, noch dichter besiedeltes Land als Deutschland. Mein Anliegen wäre, dass Deutschland nicht dauernd versucht, das Rad neu zu erfinden. Das machen eh andere für uns, siehe Tesla als Vorreiter oder Toyota beim Wasserstoff, sondern dass wir eigentlich mal über den Tellerrand gucken sollten, auch als Industrie, als Verbraucher, als Politik. Was machen andere Länder besser und richtiger als wir? Warum sind manche Länder so weit voraus? Ich nehme jetzt mal als Beispiel eben Holland, weil ich da regelmäßig arbeite. Und woran liegt das, dass wir eigentlich das Auto behandeln, wie der Inder seine Kuh und der Amerikaner seine Schusswaffe. Das ist ein Fetisch, der mit Klimaneutralität, mit Reduktion von CO2-Ausstoß überhaupt nichts zu tun hat und meines Erachtens auch gar nicht vereinbar ist, weil auch ein Elektroauto, produziert er in der Herstellung eine Unmenge an CO2 und Schadstoffen. Insofern weiß ich jetzt nicht, ob das E-Auto, das fahre ich seit zehn Jahren, ich war einer der allerersten in Deutschland, die i3 gefahren sind. Ich tue mir diese Qual seit zehn Jahren an. Ich bin ein begeisterter E-Auto-Fahrer, aber ich sehe das nicht als echte Mobilitätswende.

  7. Andreas Rade:

    Ja, also ich würde jetzt sagen, ich habe mit der Waffe nichts zu tun. Ich persönlich fahre Fahrrad zur Arbeit, ich nutze E-Pmv, ich mache zu Fuß und ich fahre auch E-Auto. Ich glaube, das ist übrigens das Bild, was die meisten eigentlich im Alltag haben. Punkt ist aber, es wird das Auto geben, es ist Teil der Mobilität, es ist Teil auch von Teilhabe und ich glaube schon, dass es ein großer Schritt ist, dass wir jetzt diesen Aufwuchs haben, den Hochlauf haben. Wir haben das hier 15 Millionen Und du sprichst Holland an. Ja, es ist richtig. Andere Länder sind da voraus. Holland im Norden, Norwegen usw. haben früher begonnen. Da haben wir ein echtes Infrastrukturproblem. In Deutschland, glaube ich, haben wir angebotsseitig jetzt so gemacht, dass wir die Angebote haben an klimaneutralen Fahrzeugen. Was uns fehlt, sind Ladepunkte. dass wir die 1 Million Ladepunkte, die wir haben wollen, bis 2030, da müssen wir eine Zahl zulegen, nämlich fünfmal so schnell ausbauen, wie wir aktuell dabei sind. Das sind Punkte, da machen uns Hannes Anolenda was vor. Das ist völlig richtig.

  8. Sebastian:

    Also ich kretsch mal kurz rein. Ihr habt ja jetzt zwei unterschiedliche Ausrichtungen. Ich sehe, Hannes geht eher so in die Richtung tatsächlich ÖPNVN. Ist so das Thema, wo wir dann eben angehen sollten. um da eine Veränderung herbeizuführen. Du, Andreas, vertrittst natürlich von Seiten des VDA dann trotzdem die E-Mobilität an sich. Ist da die Frage, Hannes?

  9. Andreas Rade:

    Ja, aber Sebastian, ich mache nicht Auto, wer das ÖPNV. Das normale Leben der Menschen ist, dass sie alles nutzen, wäre auch für mich wichtig. Ich wohne in der Stadt, bin öfter auf dem Land und ich habe auch einen Verkehrsmittel-Mix. Und ich glaube, das davon auszugehen, wir sollten, glaube ich, schon ein bisschen aufhören, das einiges andere auszuspielen. Das tue ich auch nicht. Ich sehe aber schon, dass wir in dem Bereich des Autos einen Riesenschritt nach vorne machen können mit den neuen Möglichkeiten. Übrigens auch, technologische Art, wo zunehmend, glaube ich, ich nenne es Rufsysteme, auf dem Land gibt es sowas häufig schon, wo auch da mal der individuelle Verkehr mit ÖPNV an sich verwechseln, Angeboten, Carsharing, Ridepooling, all das gibt es, gerade für Stadt-Watt-Beziehungen wichtig. Also ich glaube, wir sollten ein bisschen die alten Feindbilder, sagen wir mal, ruhen lassen und ein bisschen gucken, dass wir die einzelnen Verkehrsmittel zusammenwachsen lassen, aber auch für sich stärken und noch mal Wir haben, glaube ich, ein richtiges Wort, Zeitenwende ist oft gefallen. Wir haben eine Zeitenwende im Markt des Autos, das künftig klimaneutral fahren wird. Das ist ein richtiger Sprung nach vorne, glaube ich.

  10. Hannes Jaenicke:

    Gebe ich dem Andreas völlig recht. Ich glaube, man sollte jetzt nicht das ein oder andere Verkehrsmittel ausspielen. Es sei denn, es geht um Inlandsflüge. Da bin ich tatsächlich der Meinung, dass man die wie in Frankreich verbieten sollte, weil die Bahn mittlerweile auch schneller ist als irgendwie am Münchner Flughafen.

  11. Andreas Rade:

    Auch ich fahre Bahn, aber wenn man es realistisch betrachtet, ist der Flugverkehr im europäischen Emissionshandelssystem. Insofern, auch das wäre ein Vorbild für den Verkehr insgesamt, glaube ich. wo wir also den CO2-Verbrauch deckeln und dem eben auch einen Preis geben. Auch darüber muss man natürlich reden.

  12. Hannes Jaenicke:

    Ja, aber ich meine, wir verfehlen jegliches Klimaziel krachend, Andreas. Das weißt du genauso gut wie ich. Wir haben es in den letzten Jahren verfehlt. Wir verfehlen es nach wie vor. Das heißt, wir müssen ja alle Schrauben, an denen man drehen kann, tatsächlich ein bisschen heftig drehen. Ja, richtig. Das gilt für Güter auf die Bahn, das gilt für Inlandsflüge, das gilt für den Autoverkehr. Ich meine, die G-Klasse von Benz ist ausverkauft bis 2025. Das beliebteste deutsche Auto ist ein SUV. Nichts davon ist nachhaltig. Nichts davon geht in Richtung einer Klimaneutralität. Ich weiß, dass die Industrie die Fahrzeuge anbietet. Wie gesagt, ich bin begeisterter i3-Fahrer. Ich halte das tatsächlich für ein visionäres Fahrzeug. Aber der Markt sieht ja im Moment noch sehr anders aus. Der CO2-Ausstoß sieht sehr anders aus. Es werden Staatsstraßen, Autobahnen gebaut, die in den 80er, 90er Jahren des letzten Jahrhunderts geplant wurden. Da läuft ja immer noch irrsinnig viel in die falsche Richtung. Das ist kein Faktor. Vorwurf an die Autoindustrie. Das ist vornehmlich ein Vorwurf an eine total versagende Politik, was Klimapolitik betrifft, was Verkehrspolitik betrifft. Das gilt ja leider auch noch für den Pflegebereich, für den Agrarbereich. Wir sind ein extrem reformunwilliges Land. Und das ist eigentlich das, wo wir auch in diesem Thema drüber reden sollten, woran das liegt, dass wir eine Mobilitätswende, wir reden immer darüber, wir kriegen sie ja nicht hin. Du sagst mit völligem Recht, es fehlen uns Ladestationen. Ich bin gestern von München nach Freiburg gefahren mit meiner Familie und natürlich waren zwei der Ladestationen defekt. Und das kenne ich nun auch schon seit zehn Jahren. Das ist eine Katastrophe. Warum kommen wir da nicht in die Puschen? Das wäre eine Frage, die ich gemeinsam mit dir gerne mal diskutieren würde. Ist es tatsächlich nur die Politik, die versagt? Sind es die privaten Anbieter der Ladestationen? Woran liegt das, dass es immer noch so knirscht im Getriebe bei der Mobilitätswende? Das wäre eine Frage, die mich persönlich sehr interessieren würde.

  13. Andreas Rade:

    Situation der Brückenbauwerke seit Jahren bekannt, zu wenig gemacht. Das fällt uns wortwörtlich auf die Füße demnächst, glaube ich. Zweite ist die Situation der Bahn, ein Drama. Die muss sozusagen Güterverkehr jetzt gerade abmelden, die Bahn. Auch das eine Baustelle im Bereich Autoverkehr, glaube ich. Planstruktur sind wir hinterher. Da reden wir über zu lange Planungszeiträume, die wir Wir müssen, ich nehme das Wort, das Thema Nutzverkehr. Auch da haben wir, da reden wir über Einflüsse der CO2-Emissionen, die wir haben im Verkehrsbereich. Die Angebote sind da. Es gibt klimaneutrale Lastwagen, die am Ende mit Windenergie fahren können. Aber da müssen wir natürlich auch dafür sorgen, dass überall diese Fahrzeuge laden können. Also da reden wir über lange Planungszeiten. Auch da müssen wir die Planungszeiten verkürzen. Wir brauchen einen Sprung nach vorne in der gesamten über die Mobilität reden, wie wir sie uns alle wünschen. Und da sage ich als VDA-Vertreter, wir wollen klimaneutral fahren. Und das ist eine Aussage, die im Unternehmen mit viel, viel Milliarden verlegt ist. Allein bis 2026 werden über 200 Milliarden da investiert. Nochmal so viel ungefähr in den Ausbau der Werke. Das ist ein Riesentransformationsprozess, den wir hier leisten. Und ich will nochmal deutlich sagen, als Deutschland, du hast gesagt, nicht das Rad neu erfinden. Doch, ein Stück weit schon, weil wir haben, glaube ich, die Aufgabe als Deutschland, das Rad klimaneutral neu zu erfinden. Das tun wir. Und es ist dann ein Erfolgsfall bei uns, wenn wir es weltweit exportieren können. Deutschland ist Exportland. Wir sind sehr gut im Bereich Ich glaube, das ist unser Markenzeichen, dass wir uns hier so aufstellen, dass wir dieses Modell Kopierfähigkeit, das ist glaube ich ein Schlagwort dafür, weil wir wollen auch, dass in Indien, in Afrika und anderen Regionen der Welt eine klimaneutrale Mobilität anbieten können. Nur dann hat das Ganze auch einen Sinn.

  14. Hannes Jaenicke:

    Also gebe ich dir völlig recht. Für mich als reiner Laie und nicht Fachmann sieht es natürlich ein bisschen skurril aus, dass die meisten E-Autos oder auch Wasserstofffahrzeuge halt im schweren Luxussegment auf dem Markt unterwegs sind. Also ich sage jetzt mal Beispiel Audi e-tron. Wir reden über die Porsches mit 3,5 Tonnen Gewicht und die eine 350 kW Ladestation brauchen. anstatt das Auto, was wir ja brauchen, ist ja ein kleines, mobiles Stadtfahrzeug wie der Renault Zoe oder früher der Prius. Ich verstehe nicht, warum dann die deutsche Autoindustrie mit diesen riesenschweren Luxus-E-Karossen auf den Markt kommt, weil das ist genau das, was wir nicht brauchen.

  15. Andreas Rade:

    Du hast selber den i3, das ist ein kleineres Modell. Fakt ist, dass wir in den nächsten Jahren 160 Modelle auf dem Markt haben und ich glaube, und es werden auch kleinere Modelle von deutschen Anbietern, Wir haben aktuell Situationen natürlich, ich stehe vor dem Halbleitermangel, wir haben verschiedene Krisen, die wir bewältigen müssen. Der Umbau muss auch verdient werden. Das wird natürlich vorwiegend in den größeren Fahrzeugbereichen erstmal gemacht, aber der Umbau ist auf dem Weg. Aber richtig, wir müssen es so hinbekommen, Hannes, dass wir auch kleine Fahrzeuge, bezahlbare, für alle bezahlbare Fahrzeuge, Und da haben wir Situationen, Stichwort Energiepreise, Hochstoffversorgung, die sich eben diese Kleinfahrzeuge aktuell nicht rentabel in Deutschland produzieren lassen. Auch das gehört dazu. Mein Ziel ist, dass wir in der gesamten Bandbreite Fahrzeuge anbieten können für die Verbraucherinnen und Verbraucher, die bezahlbar sind. Mein Ziel ist aber auch, dass wir diese in Europa investieren. in Deutschland produzieren können. Darüber reden wir auch. Es geht eben nicht nur darum, dass wir die Fahrzeuge im Schaufenster sehen sozusagen, sondern das ist mein Ansatzpunkt als Industrie, dass wir sie auch in Deutschland und in Europa produzieren können.

  16. Hannes Jaenicke:

    Aber jetzt mal rein aus der Gegenwartsperspektive des Laien, der ich nun mal bin, sieht es halt so aus, als hätten die den Wasserstoffautomarkt, haben die Asiaten gekapert und sehr früh da sehr viel investiert. Ich sage jetzt mal Toyota, Miata und Hyundai und Ja, wie sie alle heißen. Und beim Elektroauto war es natürlich erst mal Tesla, auf dem die Deutschen erst mal mit großer Lust und Laune zehn Jahre rumgehackt haben. Bei jedem Batteriebrand hat der Spiegel mal zwei Seiten geschrieben. Es ist uns davon gerauscht mit dem Dreier-Modell und jetzt kommen die Chinesen auf den Markt. Also ich habe das Gefühl, dass wir Deutschen auch leider viel zu lange mit Dieselmogelei und Dieselskandalen sich beschäftigt haben und irgendwelchen Audi-Kombis mit 560 PS beschäftigt. anstatt tatsächlich in einen neuen Fahrzeugtyp zu investieren. Jetzt hecheln wir quasi hinterher, weil wenn man in den USA auf die Straßen guckt, und das ist immer noch der größte Automarkt der Welt, da rollt das deutsche Auto noch als Luxusverbrenner durch die Gegend und nicht als E-Auto und nicht als Wasserstoffauto. Und es ist so lustig, weil BMW ist ja so ein Vorreiter gewesen, immer mit dem... C-Roller mit dem Wasserstoff 7er, mit dem i3 und dann komischerweise kriegen Deutsche dann, selbst wenn sie mal visionär denken und arbeiten, ganz schnell kalte Füße und nehmen meinen geliebten i3 dann auch bitte noch vom Markt, was ich nicht ganz verstehe. Weil das ist genau das Auto, was wir eigentlich brauchen. Ein kleines, mobiles Stadtauto mit einer relativ großen Reichweite. Also ich werde diesem Auto nachtrauen, wenn es dann plötzlich nicht mehr geht.

  17. Andreas Rade:

    Du kannst dir ein anderes, kleineres holen. Es gibt es auch weitere. Ich glaube sogar auch von bayerischen Anbietern. Also der Auch da kommen neue Anbieter auf den Markt. Müssen Deutsche aufholen? Ja, also natürlich ist es sichtbar, dass andere zunächst mal in der Breite auf dem Markt waren. Aber ich glaube, wir sind in dem Modus, dass wir nicht mehr auffüllen müssen, sondern ganz vorne im Wettbewerb dabei sind. Insofern nochmal, es geht auch darum, dass wir als deutsche Industrie den Wettbewerb auch gewinnen können. Wir wollen weiterhin in dem Bereich führend bleiben, um auch diese Fahrzeuge anbieten zu können. Und dazu müssen wir auch reden, dass wir ja Start-up-Bedingungen haben. gewährleisten können. Sind wir zu spät? Darüber kann man lange streiten. Am Ende sind ja auch mal lange Vorlaufzeiten. Aber ja, es ist wichtig, zunächst mal da sein muss. Insofern ist es auch so ein bisschen diese Henne-Ei-Frage, die wir hier beantworten müssen. Klar ist, glaube ich, dass die Produkte jetzt auch von Deutschanbietern auf den Markt kommen, quer über alle Fahrzeugklassen hinweg. Wir haben verschiedene Probleme mitzubestehen, Stichwort Halbleitermangel, die hat das auch erstmal limitiert, das Ganze. Aber noch mal eine Sache ansprechen. Viel zu wenig im Fokus, finde ich, der Bereich Nutzfahrzeuge. Ich bin biografisch mit dabei gewesen, die Lkw mal einzuführen. Das Thema behandle ich lange mit. Heute kann ich sagen, wir haben das in Hannover gezeigt, auf der Nutzfahrzeugmesse, wir können künftig die Tonne eines Gutes mit Windenergie transportieren, egal ob auf Straße oder Schiene. Das ist ein wirklicher Game-Changer. Und noch mal, wir reden über ein Drittel der CO2-Emissionen definitiv eine Ladestruktur, die funktioniert und definitiv den Strompreis, der auch für die Spediteur so ist, dass er sagt, erstens, es funktioniert, ich kann laden, zweitens ist es sogar noch etabler, also sprich vom Strompreis. Und da, glaube ich, müssen wir richtig ran, weil in diesem Bereich gelingt es und das gelingt nicht. Es gibt nicht die Leute, die der Vorreiter sind. Das Ganze muss gelingen. Und nochmal, wir reden über ein Viertel der CO2-Emissionen. Das ist ein Riesenschritt, der da möglich wäre.

  18. Sebastian:

    Da kommst du jetzt ja auch an einen Punkt, wo du ja dann doch auch Forderungen platzierst und ja auch Hannes seinerseits schon. Das heißt, da können wir persönlich alle noch so viel Wandel herbeisehen. Der Wandel muss angetrieben werden von Seiten Politik und Wirtschaft dann auch tatsächlich. Also da muss Vorgabe kommen.

  19. Andreas Rade:

    Am Ende ist jeder Teil des Wandels. Hannes ist es seit zehn Jahren. Ich habe das Glück, jetzt auch elektrisch zu fahren und erlebe das. Und das macht großartigen Spaß. Also ich würde nie wieder was anderes fahren. und das Fahrgefühl ist ein ganz anderes und es ist toll, hinten kommt nichts mehr raus. Also für mich ist es wirklich eine tolle Sache. Insofern ist jeder auch Teil des Wandelns. Aber es ist immer natürlich eine Frage des Angebots. Da würde ich sagen, die Fahrzeuge sind da. Es muss da fahren kann, dass man die berühmte Wasserkiste transportieren kann, dass man den berühmten einmal jährlichen Urlaub auch hinbekommen kann. Das sind Routinen. Und ich glaube, meine Erfahrungen sind der Wechsel von Routinen eine der schwierigsten Aufgaben in der ganzen Verkehrspolitik. Aber deswegen muss man, glaube ich, wir beide, wir drei hier auch sagen, elektrisch fahren funktioniert. Elektrisch fahren macht Spaß. Elektrisch fahren ist aber noch billiger. Also macht es. Aber man muss auch nicht verschweigen, dass wir einen Nachholbedarf haben an der Ladestruktur, hat Hannes geschildert. Gerade im ländlichen Bereich ist das oftmals ein bisschen schwierig, wobei auch du, Hannes, vermutlich zu Hause eine Wallbox hast und das laden kannst, schätze ich mal insofern. worauf es ankommt, dass wir gerade in den Städten, das ist das Paradoxe, dass wir in den Städten dafür sorgen, dass die Menschen in den Mietshäusern auch laden können. Ich glaube, das ist an sich ein Schwachpunkt aktuell.

  20. Hannes Jaenicke:

    Also auch da fällt mir, ich bin Privatmieter und kann dort nicht laden, aber ich habe die Warburgs im Büro, sodass wenn ich ins Büro fahre, kann ich dort laden. Aber wenn man mal nach Santa Monica guckt, gibt es ganze Straßen, wo an jeder Parkuhr unten ein Stecker ist zum Laden. Es gibt Länder, die machen das wie die Straßenlaternen und zwar solarbetrieben. Also wir sind da, mich wundert, dass ein Hightech-Land wie Deutschland, was Automobilität betrifft, so unfassbar hinterher ist. Naja, das ist... Dass wir es auch nicht hinkriegen. Nehmen wir als Musterbeispiel L.A. L.A. hat sich zum Ziel gesetzt zur nächsten Olympiade, die dort stattfindet. Ich glaube 20, ich weiß nicht, ob es 28 ist, wird die Stadt CO2-neutral. Und die sind relativ rabiat. Die bauen jetzt in einem unfassbaren Tempo eine sogenannte Light Rail, das ist eine Art S-Bahn. Und sie machen sukzessive auf allen großen Boulevards, also Venice Boulevard, Olympic Boulevard, Wiltshire Boulevard, diesen großen Straßen, immer mal auf jeder Richtung eine Straße. Spurdicht, die wird jetzt freigemacht für E-Scooter-Fahrräder, Rollerbläder, Skater. Die gehen da vor und da gibt es komischerweise von der Bevölkerung keinen Widerstand. Und das wundert mich in Deutschland so, dass es jedes Mal, wenn es heißt, wir schaffen jetzt Parkplätze ab und machen mal eine richtige Menschenstraße daraus, gibt es einen Aufschrei. Dann klagt auch sofort irgendein Autobesitzer. Wir sind diesen Autofetisch in Deutschland, den verstehe ich nicht, weil eine Stadt wird ja sehr viel lebenswerter, wenn sie nicht für Autos gebaut wird, sondern für Menschen. Siehe Das ist für mich so ein Musterbeispiel. Leiden, Delft, Haarlem, Amsterdam. Das sind ja Städte, die alle sukzessive dicht machen. Jetzt fangen vorhin die Spanier an in Madrid und Barcelona. Die Italiener fangen an. Wir in Deutschland erstarren in Panik, wenn es heißt, wir machen mal eine Straße dicht. Und das ist für mich der größte Bremser bei einer Mobilitätswende, dass wir einfach unsere Städte, glaube ich, einfach wieder für Menschen bauen sollten und nicht für Autos.

  21. Andreas Rade:

    Ja, also ich war noch nicht in L.A., aber das L.A. als Vorbild steht. Ich verarsche mich jetzt schon ein bisschen. Das ist an sich ein Modell.

  22. Hannes Jaenicke:

    Ich muss das ganz kurz präzisieren. Die Geschichte von Leipzig ist relativ einfach. Die Reifenlobby hat es in den 50er Jahren geschafft, dass das gesamte Trambahn-System in Los Angeles abgeschafft wird, damit wirklich jeder Los Angelinos sich ein Auto kauft. Und jetzt, weil ich nur noch sporadisch drüben bin zum Arbeiten, ich komme jedes Mal hin und erkenne die Stadt nicht mehr. Und da habe ich wirklich lange gelebt, weil die in einem solchen Tempo jetzt umbauen. Also man steht auch jetzt plötzlich dauernd vor Schranken. Es gab nie eine einzige Schranke in ganz Los Angeles. Plötzlich gibt es auf jedem Boulevard in seiner Mutterschaft, weil da dieser Light Rail durchfährt. Und der fährt plötzlich von Hollywood zur Grand Central, der fährt von Hollywood zum Flughafen, der kommt von Long Beach hoch zum Flughafen. Also die machen das in einem Tempo. Ich weiß es nicht, warum die Genehmigungsverfahren drüben so viel schneller gehen, das ist eine Erdbebengebäude, Stadt ganz nebenbei. Also ich kann nur jedem empfehlen, mal hinzufahren, zu sehen, wie schnell man Städte umbauen kann, wenn der Wille da ist. Und da ist Los Angeles im Moment echt ein Muster, Das heißt, hier ist Chicago. Chicago ist Nachweis, die weltweit fahrradfreundlichste Stadt der Welt. Und da sollte man dann vielleicht mal hingucken als Deutscher. Wie machen die das? Warum kann man das nicht vielleicht in irgendeiner Form einfach kopieren?

  23. Andreas Rade:

    Bei allen Beispielen, die man anpasst. Kopenhagen, andere Städte. Ich glaube, man sieht immer, der Hebel daran ist, Angebote zu schaffen. Insofern glaube ich, die sind gewachsen. Das ist eine Angebotstruktur, wo Möglichkeiten eröffnet werden, ohne den Fokus darauf zu legen, dass andere zu schließen sind. Ich glaube, diese Beidseitigkeit muss man haben. Aber nochmal, wenn ich sehe, dass Baden-Württemberg mehr Ladepunkte hat als Dänemark zum Beispiel, also wir müssen das Ganze auch europäisch denken. Ich glaube, in dem Bereich, wir sind Europa, Ich glaube, da haben wir auch viel nochmal zu tun. Also deswegen nicht nur, wir sollten, glaube ich, auch über Deutschland hinaus gucken, weil am Ende ist Mobilität natürlich für uns jetzt erstmal in Europa zu verziehen. Und ich glaube, das sind auch Punkte, die wir in den Angriff nehmen müssen. Sind wir schlecht in Deutschland? Ja, ich persönlich mag immer dieses Deutschland-Bashing-Well irgendwie nicht, weil wenn wir jetzt sehen, wir haben auch viele Dinge hinbekommen. Wir haben seit 1990 40 Prozent der CO2-Emissionen reduziert. Davon hängt, Hannes, das möchte ich sagen, richtig, auch viel der Abbau der Industrie in Ostdeutschland zusammen. Aber wir sind nicht nur schlecht. Wir haben eine Menge auch hinbekommen. Ich glaube, was wir brauchen, ist auch so ein Drive, wie wir es machen wollen. Das ist mein Ansicht jedenfalls. diese Kopierfähigkeit da haben, dass sozusagen auch die Leute in L.A. sagen, guck mal, die in Berlin oder die südlich von München, die haben es hinbekommen, so wie die es auch machen. Das ist mein Bild. Und nochmal, gerade als Industriemann, glaube ich, müssen wir einen Ansinn haben, dass wir diese Bereiche, in denen wir stark sind, das ist Chemie, das ist Maschinenbau, das ist Autoindustrie, alles wichtige Bestandteile dieses Umbaus. Das ist sozusagen der Punkt, den wir erreichen müssen, deswegen Industrie dazu bereit ist. Ich glaube trotzdem, Hannes, dass wir auch darüber reden müssen, wie sich urbane Mobilität darstellt. Richtig. Wir müssen darüber reden, wie wir Stadt-Land-Mobilität herstellen. Richtig. Aber für mich nochmal ist, glaube ich, der große Punkt zu sagen, wir haben im Bereich des Autos, im Bereich Nutzfahrzeuge in den letzten Jahren wirklich einen riesen Schritt hinbekommen, dass wir am Ende von A nach B kommen und hinten kommt nichts raus. Das finde ich eine ganz großartige Sache. Ist deswegen alles gelöst. möglich zu lösen. Und dazu braucht es Voraussetzungen, die inzwischen woanders gelöst werden muss, bei den Energieversorgern oder auch bei Raststätten und anderen sind andere Akteure gefragt, die jetzt nochmal Mobilität ermöglichen müssen, die Emissions- und CO2-freien die dafür sorgen kann und sorgen muss, dass es so ist. Der Punkt ist vorbei.

  24. Hannes Jaenicke:

    Da gebe ich dir absolut recht. Also ich glaube, mein größter Vorwurf ist der an die Politik. Ich nehme wieder ein Beispiel aus Kalifornien. Da gibt es eine sogenannte Solardachpflicht. Die lehnt die CDU, CSU rabiat ab.

  25. Andreas Rade:

    Das gibt es in Deutschland aber auch.

  26. Hannes Jaenicke:

    Naja, wenn du jetzt in Kalifornien einen neuen, ich sag mal, baust immer sowas wie Möbel Lutz, baust einen neuen Ikea, eine neue Tankstelle, dein eigenes Dach renovierst, dann muss da Photovoltaik drauf. Jetzt wäre meine allererste Frage, warum ist nicht auf jedem deutschen Ikea, Bauhaus, Möbel Lutz, auf jeder Tankstelle Photovoltaik? Eine gigantische Photovoltaikanlage, das haben wir alles verschlafen.

  27. Andreas Rade:

    Und da vorne Ladesäule, sehr gut.

  28. Hannes Jaenicke:

    Und ja, entschuldige, man kann ja sogar jetzt schon Solarkarports kaufen, aber da muss der Privatmann wieder tief in die Tasche greifen. Warum macht man es nicht allgemein zur Pflicht, dass auf sämtliche Industrie, in diesen ganzen Gewerbeparks, für die wir ja immer noch Grünflächen vernichten wie die Weltmeister, warum kommt da nicht überall eine Photovoltaikanlage drauf? Wo ist das Hindernis zu sagen, das machen wir zum Gesetz?

  29. Andreas Rade:

    Nein, wir sollten es, Hannes, wenn ich durch Bayern fahre, sehe ich da schon viel mehr als im Norden. Gut liegt an der Sonne, die ihr da habt. Wir haben hier nicht so viel. Ich glaube, wir sollten es im Geschäftsmodell machen. Das ist der entscheidende Punkt. Und ich glaube nicht, dass jemand da abgeneigt ist zu investieren. Das ist Investition in die Zukunft, im wahrsten Sinne des Wortes. dass wir eben aus diesen Transformationen ein Geschäftsmodell machen. Und ich glaube, dann wird es auch funktionieren. Weil am Ende, wenn du es dir selbst machst, einer muss es ja irgendwie bezahlen. Ich würde es lieber so machen, dass da Leute mit Geld verdienen. Dann ist es auf jeden Fall auch wahrscheinlich ein Natur- und Selbstläufer.

  30. Hannes Jaenicke:

    Da gebe ich dir absolut recht. Aber ich meine, Herr Schäuble hat seinerzeit die Solarförderung einfach mal einkassiert. Plötzlich hat es sich eben nicht mehr gelohnt auf jede Scheune in Bayern.

  31. Andreas Rade:

    Ja, war ein Fehler.

  32. Hannes Jaenicke:

    Kapitaler Fehler. Die 10H-Regelung ist das Schwachsinnigste, was weltweit überhaupt passiert. Herr Aiwanger will ja bis heute, dass 20 Kilometer zwischen jedem Rotor und jedem Gebäude stehen. Jetzt ist es wenigstens auf 1000 Meter reduziert. Auch das ist ein Witz.

  33. Andreas Rade:

    War ein Fehler aus Bayern, gebe ich dir ganz recht.

  34. Hannes Jaenicke:

    Und ich meine, ich glaube, Bayern hat letztes Jahr drei Rotoren aufgestellt und Sachsen einen. Ich meine, das ist so peinlich. Und das nennt dann Deutschland tatsächlich eine Energiewende. Und das ist genau die Energie, die wir für E-Autos brauchen. Ich würde liebend gerne an meiner Parkuhr Solarbetrieben laden können. Aber da sind uns... Auch da sind uns wieder andere Länder davongezogen. Ich meine, man gucke nach Amsterdam, da kann man halt wirklich mittlerweile an fast jedem Baum demnächst laden. Es ist ja völlig irre, wie weit die uns da enteilt sind. Und da ist mein Vorwurf auch tatsächlich, das kann ja nicht Schuld der Industrie sein, weil man verdient ja an Ladestationen. Das ist ja ein Geschäftsmodell. Sonst würde InnoGene, wie sie alle heißen, das ja nicht machen in Shell und ich weiß nicht wer. Aber mich wundert auch so, dass wir immer noch Parteien wählen, die einfach ihren Selbstsinn in der Bremse sehen. Ich meine, außer dem Tankrabatt kam von der FDP in dieser gesamten Legislaturperiode noch kein einziger konstruktiver Vorschlag, außer bremsen. Wir bremsen beim Waffenrecht, wir bremsen beim Ausbau des ÖPNV, wir wollen neue Straßen, auch wenn sie in den 80ern waren. Wir haben eine Regierung, in der halt im Moment sportlich gebremst wird von einer gewissen Partei. Und mit denen macht man keinen Fortschritt. Und dann wird genau das, was der Andreas zu Recht fordert, nämlich ein ganz schneller Ausbau der Ladestation, Ausbau von Wasserstofftankstellen, das wird mit einer solchen Partei nicht funktionieren, weil sie einfach immer nur bremst. Es sei denn, es gibt immer einen Tankrabatt. Und das dürfte mit die dümmste Subventionierung gewesen sein, die Deutschland in den letzten Jahren erlebt hat.

  35. Sebastian:

    Ich glaube, damit können wir es dann auch dabei überlassen. Ich glaube, wenn wir jetzt über die Politik die ganze Zeit noch herziehen, ich glaube, das haben wir alle verstanden, der Wandel muss von dort kommen, der muss dort gestützt, unterstützt werden für Deutschland. Da gibt es viele Ansätze und da müssen wir uns vielleicht dementsprechend noch einen Politiker in der nächsten Runde mit reinholen, der da mal seine Sicht der Dinge da vertritt. Ich finde, ihr habt da sehr wertvollen Input geliefert, der hoffentlich unsere Hörerinnen auch zum Nachdenken anregt. Und dass man einfach auch mal schaut, wie man Mobilität eben miteinander verbinden kann und dass wir uns da öffnen für die verschiedenen Ansätze, die ihr ja beide genannt habt. dass es eben nicht nur das eine oder das andere gibt, sondern generell offen ist dafür. Und dann, ich sage mal, insofern man das selbst beeinflussen kann, dann auch ein Stück weit die Politik dahin beeinflusst, dass die eben die Rahmenbedingungen dementsprechend verändern, dass wir mit Mobilität auch oder mit der Transformation der Mobilität nach vorne kommen. Danke für eure Zeit.

  36. Andreas Rade:

    Danke dir.

  37. Hannes Jaenicke:

    Danke für die Einladung.

  38. Sebastian:

    Das war sie also, die aktuelle Folge des Elektroautonews.net Podcast. Ich hoffe, die hat dir genauso gut gefallen, wie sie mir diese Woche gefallen hat. Ich habe das bestmögliche versucht rauszuholen aus dem Sound. Natürlich, wenn da drei Parteien am Spiel sind oder im Spiel sozusagen, wäre das Ganze noch ein bisschen schwieriger, aber die Inhalte, auf die kommt es drauf an, die waren wichtig, die sind relevant und haben, glaube ich, zum Nachdenken angeregt. Zumindest ging es mir so. Und ich bin mir sicher, dass wir Hannes und Andreas nicht das letzte Mal hier im Elektroautonius.net Podcast gehört haben, sondern dass die beiden bestimmt nochmal wieder zurückkommen, um das Thema noch ein Stück weit zu vertiefen. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut. Bis zur nächsten Folge. Ciao.