Plugsurfing: Allianz der E-Mobilität - Gemeinsam nach vorne!

Im Gespräch mit Frank William Lauenstein, Head of Sales Plugsurfing

Frank William Lauenstein, Head of Sales und Managing Director bei Plugsurfing, hat sich die Zeit genommen, um in dieser Folge des Elektroauto-News.net Podcast hinter die Kulissen blicken zu lassen. Plugsurfing ist ein E-Mobilitäts-Dienstleister, der Zugang zum größten öffentlichen Ladenetz Europas bietet. Sich darüber hinaus nicht scheut das eigene Geschäftsfeld zu erweitern und auszubauen.

Seit viereinhalb Jahren ist Frank bei Plugsurfing tätig. Aktuell verantwortet er den Vertrieb der eigenen Produkte und eignet sich daher wie kaum jemand anderes, um uns das eigene Geschäftsmodell näher zu bringen. Trotz dreier Standbeine (Produkte) agiere man kameradschaftlich am Markt.

Das Unternehmen verstehe sich aber hierbei keineswegs als Einzelspieler. Im Gegenteil der Teamgedanke und Transparenz ziehe sich durchs gesamte Unternehmen. Man selbst verstehe sich als Allianz der E-Mobilität, welche man mit Automobilhersteller und Ladenetzbetreiber bilde. Selbst stehe Plugsurfing dabei im Mittelpunkt. Und trägt seinen Teil dazu bei, die Transparenz am Markt voranzutreiben, Prozesse neu auszurichten und aufs Groß und Ganze - das Wachstum der E-Mobilität hinzuarbeiten.

Etwas was nur gemeinsam gelingen kann, wie Frank aufzeigt, als er von unterschiedlichen Herausforderungen/ Gegebenheiten an Europas Ladeinfrastruktur-Märkten berichtet. Aber das, dass soll er dir am besten selbst erläutern. Viel Spaß mit der aktuellen Podcast-Folge.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit einem Thema aus der Welt der E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Frank William Lauenstein zu Gast, seines Zeichens Head of Sale bei Plugsurfing. Wir haben uns ein wenig unterhalten über Ladeinfrastruktur in Europa und wie Plugsurfing im Zusammenspiel mit verschiedenen Ladeinfrastrukturanbietern und den OEMs, also den Automobilherstellern, sein Teil dazu beiträgt, die E-Mobilität in Europa wachsen zu lassen. Ich glaube, einige interessante Einblicke und auch Ausblicke auf die Vision von Plugsurfing, wo die Reise hingeht, wie man eben E-Mobilität in Zukunft noch stärker pushen möchte. Aber im Detail soll ich Frank das am besten selbst erläutern. Von daher geht es direkt rein ins Gespräch mit ihm. Viel Spaß bei der aktuellen Folge. Hallo Frank, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Plugsurfing unterhalten und was ihr ebenso in der Welt der E-Mobilität mit an den Markt bringt oder an den Start bringt. Besser gesagt, bevor wir da allerdings in das Unternehmen eintauchen, in die Produkte, die ihr am Start habt, stell dich doch gerne selbst unseren Hörer, Hörerinnen mal vor.

  3. Frank William Lauenstein:

    Sehr gerne, Sebastian. Vielen, vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Frank, Frank Lauenstein. Ich bin seit gut viereinhalb Jahren bei PlugSurfing. Ich bin auf der einen Seite der Head of Sales, das heißt für all unsere Produkte verantwortlich, für den europaweiten Verkauf der Produkte. Und auf der anderen Seite bin ich einer der Geschäftsführer der PlugSurfing GmbH.

  4. Sebastian:

    Und Head of Sales, also du weißt ja dann ganz genau, was ihr sozusagen am Markt anbietet. Was sind denn so Produkte oder für was steht PlugSurfing am Markt, wenn man zum ersten Mal von euch hört?

  5. Frank William Lauenstein:

    Das ist eine ganz gute Frage, denn ich glaube, die Hörer in Deutschland kennen PlugSurfing eigentlich als ein EMP. So sind wir 2012 gestartet. EMP bedeutet, dass wir über unsere Plattform den Fahrern von Elektroautos den Zugang zu einem möglichst großen Netz anbieten. Ladepunkten bieten. Damit haben wir früh angefangen und über unsere PlugSurfing-App haben wir dadurch zigtausende Nutzer bekommen, die in Deutschland, aber letzten Endes europaweit unser Ladenetzwerk nutzen. Das ist das größte in Europa, wir haben über 300.000 Ladepunkte und das ist das, was PlugSurfing eigentlich bekannt und berühmt gemacht hat in den letzten Jahren. Die Lösung gibt es immer noch, die PlugSurfing-App. Wir haben das aber auch sehr stark im B2B-Bereich ausgebaut, vor allem mit Automobilherstellern. Jetzt haben wir 15 Automobilhersteller europaweit, die unsere Lösung für ihre Kunden anbieten. Das ist das PlugSurfing, was man eigentlich in den ganzen Jahren gekannt hat. Jetzt haben wir in den letzten ein, zwei Jahren sind wir mit einem Schwesterunternehmen zusammengegangen. Das hieß früher Charge & Drive. Und die haben einen anderen Service, und zwar sind sie ein SaaS-Backend-Provider. Bedeutet, dass man über unser Backend die Ladennetzwerke von CPOs, von den Ladesäulenbetreibern, eben betreiben kann. Und diese beiden Services, der EMP-Service... Und der SaaS-Backend-Service, das beides haben wir jetzt im letzten Jahr auf eine Plattform migriert. Das heißt, dass jetzt unsere neue Plattform, das ist die PlugSurfing-Power-Plattform, dass wir jetzt in der Lage sind, die CPOs und die OEMs und die ganzen Nutzer auf unserer einen Plattform zusammenzubringen, zu integrieren und damit den Vielen Dank schon mal für deine Ausführungen.

  6. Sebastian:

    Jetzt nehmen wir es mal Stück für Stück vielleicht ein wenig auseinander. Ich denke gerade die EMP-Lösung zu Beginn, die du angesprochen hast, größtes Ladenetzwerk oder Ladepunkte, die ihr zur Verfügung stellt, das tatsächlich jedem, der sich ein wenig mit E-Autos in Deutschland beschäftigt, nahm oder auch bekannt ist. zu der Business-to-Business-Ausrichtung mit den Automobilherstellern. Dazu die Rückfrage, sind das dann die gebrandeten Ladekarten, die es dann mit dazu gibt, die die verschiedenen Hersteller mit anbieten? Oder wie muss ich mir das jetzt als E-Autofahrer-Fahrerin vorstellen?

  7. Frank William Lauenstein:

    Also wir bieten... unterschiedliche Möglichkeiten für die Automobilhersteller an. Also das eine wäre zum Beispiel in der Tat ganz schlicht, dass man einfach die PlugSurfing-Ladekarte nimmt, die co-brandet, das heißt dann mit dem Logo des Partners versieht und die Nutzer benutzen weiterhin die PlugSurfing-App. Das ist, sagen wir, die einfachste Möglichkeit, unseren Service zu nutzen. Der nächste Schritt ist, dass der Automobilpartner, also OEM-Partner, wie er dann genannt wird, dass der die PlugSurfing-App in einer White-Label-Version bekommt. Das heißt, innen drin ist alles PlugSurfing und vom Aussehen her sieht es so aus wie der OEM-Partner. Das haben wir zum Beispiel mit Nissan oder Jaguar. Das sind so Partner, die das haben und einige mehr. Und das, was jetzt im Grunde genommen am beliebtesten ist und die neueste Entwicklung ist, dass unser Ladenetzwerk über eine API-Verbindung, genannt Drive API bei uns, in die App des Partners integriert wird. Das heißt, der OEM-Partner hat schon seine App, wo er seine Services, verschiedene Features auch anbietet und dazu kommt jetzt eben das gesamte große Ladenetzwerk von PlugSurfing. Das heißt, es ist in der bestehenden App des Partners, ist alles, was PlugSurfing bietet, dann direkt integriert. Und eine Stufe, die dann sogar noch weitergeht, und das liegt natürlich dann auch an dem Automobilhersteller, dass das dann auch noch im Screen im Auto selber angezeigt wird. Das heißt, dass der EV-Fahrer im Grunde über die Navigation zum Ladepunkt hinfährt und ausfährt. von dem Screen seines Autos selber den Ladevorgang starten und beenden kann. Das heißt, das ist so das Neueste, was im Moment dann möglich ist.

  8. Sebastian:

    Ja, spannend. Also vor allem über diese unterschiedliche Art der Integration sozusagen mit der co-brandeten Karte angefangen, über die White-Label-Lösung bis hin dann zur richtigen tiefen Integration, wo ich denke, der wahrscheinlich nur die Fantasiegrenzen setzt, so wie ich es jetzt erstmal einordnen würde.

  9. Frank William Lauenstein:

    Ja, es ist... Also es ist einfach toll zu sehen, wie mega dynamisch und schnell sich der Markt entwickelt. Das, was vor ein paar Jahren irgendwie Standard war, ist irgendwann so ein bisschen oldschool schon. Aber letzten Endes hängt es einfach davon oder damit zusammen, wie der OEM-Partner, wie sehr er wirklich involviert ist, was er wirklich erreichen möchte. Möchte er seinen Kunden einfach eine Lösung anbieten, sodass sie eine Lösung haben? Punkt. Oder sagen Sie, nee, ich möchte das eigentlich auch so zu meinen eigenen Marketingzwecken nutzen. Ich möchte, dass die Kunden bei mir nicht nur eben mein tolles Auto kaufen, sondern dass sie eben noch viel mehr dazu bekommen. Und dann einfach noch einen Schritt weiter gedacht, dass es dann... dass die Autohersteller sagen, ja, ich möchte eben, dass meine Kunden nicht nur Top-Autos haben und eine Top-Ladelösung, sondern ich möchte auch noch, dass sie den bestmöglichen Preis am Markt haben. Das heißt, dass die Autohersteller auch wirklich reingehen und besondere Konditionen aushandeln bei den CPOs, den Ladesäulenbetreibern. Und wir können das dann eben ermöglichen, dass dann besondere Preise angezeigt und abgerechnet werden oder dass Kampagnen für die Osterzeit oder Sommerreisezeit ermöglicht werden und, und, und. Das heißt, es ist wirklich abhängig davon, wie weit will der OEM gehen und Dadurch, dass wir eben auch wirklich ein flexibles Unternehmen sind, wollen wir das halt eben unseren Partnern auch ermöglichen.

  10. Sebastian:

    Ich denke, das ist auch ein überzeugender Fakt dann für die Partner, damit ihr da eben unterschiedlich tief mit denen gemeinsam reingehen könnt, je nachdem, wie viel Interesse von denen ihrer Seite aus tatsächlich besteht, die E-Mobilität dann greifbarer zu gestalten oder tiefer da zu agieren. Ich weiß nicht, ob es in dem Zusammenhang ist, deswegen die Frage an dich, Frank. Plugsurfing bezeichnet sich selbst auch als eine Allianz der E-Mobilität. Hat das dann damit zu tun, eben diese Allianz auch aus Automobilhersteller und euch als Anbieter oder ist das jetzt eher in eine andere Richtung gedacht, dass du uns das vielleicht ein wenig einordnest?

  11. Frank William Lauenstein:

    Die Allianz bezieht sich im Grunde auch noch auf den anderen Part, der mit dabei ist, und das sind die CPOs, also die Ladenetzwerkbetreiber, die ihr Netzwerk über unsere Plattform betreiben. Das heißt, das sind große Partner im Norden wie Recharge oder Koblenz, ein extrem schnell wachsendes Netzwerk in Norwegen, Buix, der größte CPO in Frankreich, Wir haben ja mehrere von den Schwergewichten. Das heißt, in dieser Allianz sind eigentlich große CPOs. Und es sind die OEMs und dann eben PlugSurfing. Und wenn wir eben zusammenkommen, stimmen wir uns mit unseren Partnern ab. Also wir haben mit Ausnahme jetzt die Corona-Zeit, wo man sich ja nicht treffen konnte, haben wir jedes Jahr eben auch ein großes Event veranstaltet, immer an verschiedenen Orten, verschiedenen Ländern in Europa, wo die Partner zusammengekommen sind. Und da haben wir einmal unsere Partner, Themen vorgestellt und jeder Partner hat auch die Themen vorgestellt, wo er etwas Besonderes entwickelt hat oder wo er seinen Schwerpunkt setzen möchte. Und alle sind da erstaunlich offen und transparent und wollen davon auch profitieren. Das heißt so ein bisschen so, wir öffnen uns und wir teilen mit, was die wichtigen Sachen für uns sind und das Gleiche wollen wir für die anderen Marktteilnehmern hören. Und das ist halt natürlich so ein geschlossener Kreis bei uns in der Allianz, aber die Partner, unterrichten sich darüber, was dann eben auch so Best Cases sind und wohin ihre Reise geht. Und das nutzen wir dann letzten Endes auch, um unser Produkt entsprechend weiterzuentwickeln. Dass die Partner dann einfach auch sehen, okay, Plug Surfing hört komplett zu, ist so kundenfokussiert, dass wir dann den Kunden, Wünschen der Partner entsprechend auch entsprechen können, um neue Features, um neue Produkte zu entwickeln. Das heißt, diese Allianz ist nicht nur so, dass wir sagen, okay, wir versuchen alle die Elektromobilität so voranzubringen, so jeder für sich. Nee, das machen wir gemeinsam und das bringt unheimlich viel Spaß und das ist sehr effektiv und ist eine richtig, richtig gute Sache.

  12. Sebastian:

    Ich denke, da hast du, oder du hast es ja auch sehr bildlich jetzt dargestellt, diese Allianz, die kann dann ja auch wirklich was bewegen, weil ihr seid ja als Plug-Servant, würde ich mir jetzt vorstellen, steht ja ungefähr in der Mitte, mittelt dann so zwischen den OEMs und den Ladenetzbetreibern, gebt aber Impulse auch entsprechend vom Markt in den Markt weiter oder umgekehrt dann eben und habt dann ja auch tatsächlich die Möglichkeit, da etwas zu bewegen und dann ist es ja schon über den Punkt hinaus, dass es reines Marketing in Anführungsstrichen ist. Es gibt ja doch öfters Firmen, die so schöne Titel dann mit an Ja, ja, absolut.

  13. Frank William Lauenstein:

    Also hört sich auch irgendwie ganz, ganz nett an. Nee, aber es ist in der Tat komplett konstruktiv und die Partner genießen es selber auch sehr, weil sie... ganz oft am Markt so sagen sie, andere sind irgendwie Wettbewerber und halten sich da irgendwie zurück, auch gerade so im OEM-Bereich. Aber da öffnen sie sich und es sind offene, transparente Gespräche und alle profitieren davon. Also es ist wirklich ganz konstruktiv und verbessert unsere Beziehung natürlich auch zu den Partnern. Also ganz, ganz wichtiges Element in unseren jährlichen Planungen, aber auch eben in unserer Produktentwicklung.

  14. Sebastian:

    Kann ich mir vorstellen. Und ihr profitiert ja wahrscheinlich auch daraus. Du hast ja gesagt, ihr seid nicht nur in der DACH-Region unterwegs, sondern europaweit. Da gibt es ja unterschiedlichste Anforderungen auch an die Ladeinfrastruktur, die ja in Deutschland wahrscheinlich ein wenig anders sind als in Schweden, als dann wieder in Großbritannien. Inwieweit müsst ihr da Dinge beachten und profitiert dann eben auch von dem gemeinsamen Austausch?

  15. Frank William Lauenstein:

    Also zum Beispiel... Unterschiede sind so ein bisschen auch so von der Mentalität. Ich weiß nicht, inwieweit das dir bekannt ist oder schon aufgefallen ist. Es ist einfach ein Unterschied, wie Akteure die E-Mobilität vorantreiben. Also Plug-Surfing hat eigentlich von Anfang an quasi das Richtige in unserer DNA, dass die Partner im Bereich Elektromobilität zusammenarbeiten müssen, um das Thema überhaupt voranzubringen. Denn als alles angefangen hat, waren ja so viele Hürden, Große OEMs, die das Thema nicht gefördert haben. Die Politik, die nicht mitgespielt hat. Die Wirtschaft, die gesagt hat, naja, kann ja alles kommen, aber gerne auch später. Das heißt, es war einfach wichtig, dass die vielen kleinen Startups auch zusammengearbeitet haben. Und zum Beispiel früher The New Motion, jetzt Shell Rechart, war natürlich und ist immer ein Wettbewerber von uns gewesen. Aber sie waren auf der anderen Seite auch immer Partner dabei. so dass wir ihr Ladenetzwerk bei uns angezeigt haben. Wir hatten immer wieder diese Situation, dass wir mit Wettbewerbern zusammengearbeitet haben, weil es so ums große Ganze ging. Und deswegen, das ist so in unserer Region stark und in der Benelux-Region ist das stark. Und in den Nordics eigentlich auch, aber dann sieht man zum Beispiel in Großbritannien, in Spanien, in Italien, zum Teil auch in Frankreich, dass dort CPOs sind, die einfach sagen, ich mache das hier alles exklusiv nur für meine Kunden. Ich teile mein Netzwerk nicht mit Plug-Surfing zum Beispiel, weil sie dann ein bisschen die Kontrolle verlieren. und das war lange die Situation, es ändert sich so ein bisschen, aber was wir jetzt zum Beispiel bei PlugSurfing eben können, ist, dass wir für bestimmte OEMs den Zugang zu bestimmten CPO-Netzwerken ermöglichen können. Das heißt, der CPO kann selber sagen, okay, ich teile mein Netzwerk nicht mit PlugSurfing gesamt, aber ich teile das gern mit OEM A, B, C von PlugSurfing. Das heißt, die Ladesäulen von dem CPO werden nur in den Apps dann auch angezeigt. So, und das ist natürlich total interessant, weil die CPOs dadurch ihren Wunsch entsprechend weiter so ein bisschen so die Hoheit haben über ihre Kunden. Wir können es aber unseren OEM-Partnern ermöglichen, zu besonderen CPOs, zu denen wir bisher noch keine Beziehung haben, dort den Zugang zu ermöglichen, dass ihre Fahrer eben ein noch besseres Ladeerlebnis haben. Das heißt, das sind zum Beispiel so Unterschiede, die wir in den verschiedenen Märkten Und davon gibt es natürlich Unterschiedliche noch, aber das ist ein sehr gutes Beispiel zu sehen, dass eine Sache, die für uns eine Selbstverständlichkeit ist, in anderen Märkten eben so nicht gegeben ist.

  16. Sebastian:

    Ich denke gerade dieser Ansatz da oder wie du jetzt ausgeführt hast, dass ihr dann exklusiv für einige OEMs Zugang zu speziellen CPOs dann öffnet, das hilft ja auch wieder vom Marketingansatz her für den OEM an sich, weil dann gibt es auch einen gewissen Premiumanspruch und ich kann sagen, okay, ich habe zwar Zugang zu Plug Serving, ihr habt da Zugang zu diesen über 300.000 Ladepunkten, Plus doch mal Ladenetzwerk XYZ, weil exklusive Vereinbarung damit sozusagen. Also ich denke, das wird sich auch da dann irgendwo bemerkbar machen im Marketing.

  17. Frank William Lauenstein:

    Absolut. Und das bedeutet natürlich dann auch, dass in dem Markt die Marktabdeckung einfach deutlich besser ist. Dass der Prozentsatz der möglichen Ladesäulen entsprechend ansteigt. Und das ist natürlich für die OEMs extrem wichtig. Weil ihre Aufgabe ist es ja auch, die Befürchtungen und Sorgen von potenziellen Käufern zu nehmen. Sie sagen, ihr kriegt hier nicht nur ein hervorragendes Auto, sondern ihr kriegt auch eine Ladelösung mit an die Hand, dass ihr wirklich in eurer Region und überregional und europaweit hervorragend laden könnt. Das heißt, für die OEMs ist das eine ganz, ganz wichtige Nachricht, die sie über ihr Sales-Team dann in den Markt an die potenziellen Käufer eben rausgeben können.

  18. Sebastian:

    Definitiv ein wichtiger Punkt, wollte ich gerade sagen und hast auch nochmal gut unterstrichen sozusagen. Ich meine, du als Head of Sales, du weißt, was man braucht, um es zu verkaufen sozusagen, also auch in Richtung der OEMs oder von den OEMs weg. Vielleicht betrachten wir da, bevor wir jetzt ganz Europa betrachten, mal Deutschland, weil das ist für unsere Hörer, Hörerinnen am interessantesten. Wie steht da aus eurer Sicht die Ladeinfrastruktur im Vergleich zu anderen europäischen Ländern? Könnt ihr da einen Vergleich ziehen? Könnt ihr da was darstellen? Weil man hört von Ladewüste Deutschland bis bestausgebautes Land eigentlich alles, wenn man irgendwo den Medien sucht, wenn man die richtigen Suchbegriffe eingibt. Was wäre denn eure Meinung zu dem Ganzen jetzt als derjenige, wo doch schon ziemlich viel Daten auch in einen Punkt zusammenfließen?

  19. Frank William Lauenstein:

    Ja, es ist ein spannendes Thema und wie du sagst, es gibt da so Pro und Contra. Ich fange vielleicht erst mal so an. Also es gibt Länder, wie zum Beispiel die Niederlande, die... Sie sind, glaube ich, jetzt schon bei über 100.000 Ladepunkten. Und dass die Niederlande deutlich kleiner ist als Deutschland, ist ja auch offensichtlich. Das heißt, da ist natürlich prozentuell einfach viel mehr Lademöglichkeit gegeben. Das heißt, das Netz ist viel größer, ist nicht immer up-to-date, aber es ist natürlich einfach sehr groß und sehr stark. dann sieht man Norwegen zum Beispiel, die auch ein gutes, sehr gut ausgebautes Ladenetzwerk haben. Dort natürlich besonders charmant, dass fast alles, wenn nicht sogar alles, über Wasserkraft dann ermöglicht wird. Das heißt wirklich purste, grüne Energie, Idealzustand. Bei uns ist zum Teil natürlich noch der ganze Mix und dort ist grüne Energie, traumhaft. Wenn wir jetzt auch gerade sehen, in welcher Situation Deutschland jetzt ist, durch den Russland-Ukraine-Krieg ist es natürlich herrlich zu sehen, dass ein Land wirklich bei reiner Wasserkraft ist, unabhängig von allen anderen Ressourcen. Das ist natürlich super. Dann Frankreich ist sehr gut ausgebaut, wobei die zum Teil auch noch wirklich so Ladeinfrastruktur haben, so mit 3,7 kW, also so richtig so ganz aus den Anfängen. So und dann kommt man zu Deutschland. Deutschland hat natürlich eine große Anzahl an Ladepunkten und es wird natürlich auch stark ausgebaut. Also ich weiß, was die Leute kritisieren, dass es nicht schnell genug geht und Wir haben ja auch in vielen anderen Bereichen gesehen, dass Deutschland nicht mehr so top ist, wie wir das früher auch immer so gedacht haben. Allgemein Digitalisierung und Modernisierung und auch eine Ladeinfrastruktur kann schneller gehen. Aber auf der anderen Seite sehe ich, Was alles passiert, und es ist ja in den letzten Jahren so viel passiert, wir haben jetzt mit Ionity ein High-Power-Charging-Netzwerk, was innerhalb weniger Jahre in Deutschland super stark, aber auch europaweit ein Schnellladenetzwerk aufgezogen hat, was an den Autobahnen gelegen ist. Die haben mit ENBW einen super starken deutschen CPO, der extrem schnell ausbaut und seine Ladeparks aufsetzt. Allegro, Fastnet aus den Niederlanden machen das Gleiche an den stark gefrequentierten Routen. Das heißt, in dem Bereich passiert unheimlich viel. Als ich angefangen habe, so 2017, 2018, da hat noch der damalige Vorstandsvorsitzende von der Aral gesagt, nein, Elektromobilität glaube ich nicht dran, an meinen Tankstellen wird keine Ladesäule aufgesetzt. paar Jahre später Aral Puls, eigener CPO und werden in den nächsten Jahren tausende von Ladepunkten an den Aral-Tankstellen aufsetzen. Das gleiche gilt auch für Shell und ich meine, deren Tankstellen sind natürlich immer optimal für den Autoverkehr positioniert. Das heißt, die Menschen müssen auch, sagen wir, an ihrem Verhalten in dem Bereich gar nichts ändern, weil sie ja bisher mit ihrem Diesel oder Benziner ja auch zu einer Tankstelle hingefahren sind. Das heißt, das, was sie früher gemacht haben, können sie selber jetzt machen mit Laden. Und für die anderen, um das ganze Thema noch so ein bisschen abzurunden, gilt es ja, sich im Grunde genommen dieser neuen Denke anzuschließen, dass man eben nicht mehr zum Tanken, zum Aufladen irgendwo hinfährt, sondern dass man dort lädt, wo das Auto gerade steht und parkt. So, das ist natürlich idealerweise zu Hause. Kann natürlich nicht jeder machen, klar, aber sehr viele können es. Ideal, jeden Morgen ist das Auto vollgeladen, man fährt los. Bei der Arbeit, wenn der Arbeitgeber das ermöglicht, werden ja auch immer mehr, passiert das auch. Und dazu kommen jetzt diese ganzen Einkaufszentren, Supermärkte, Discounter, Sportclubs und, und, und, die auch ihre Ladeinfrastruktur aufbauen. Das heißt, ich habe das Gefühl, es entwickelt sich so viel, so rasch. Ich sehe es positiv. Also positiv, lese aber natürlich auch, dass viele sagen, es reicht aber nicht aus, weil die Entwicklung, weil viel schneller Elektroautos auf den Markt kommen und das Verhältnis zwischen Elektroauto und Ladesäule nicht mehr passt. Aber ich muss sagen, von meiner Wahrnehmung und so wie wir es bei PlugSurfing sehen, ist die Entwicklung absolut positiv, kann natürlich beschleunigt werden, aber ich würde nicht sagen, Service büßte Deutschland in diesem Bereich. Sorry, ein bisschen lang gesprochen, aber ich habe einfach versucht, so die verschiedenen Punkte da zusammenzubringen.

  20. Sebastian:

    Ich brauche es nicht zu entschuldigen. Es war ja auch sehr interessant, jetzt diese ganzen Ansatzpunkte, vor allem auch der Vergleich der verschiedenen Länder miteinander dann, wie da eben auch die Ansätze sind oder wie die dann auch konkret umgesetzt werden, finde ich sehr interessant. Und gehe da auch mit dir konform und würde sagen, die Service-Wüste Deutschland war vielleicht mal, gibt es jetzt aber definitiv nicht mehr. Gute Beispiele von dir mit Ionity, NBB, die du angebracht hast. Ich glaube, da sind wir schon auf dem richtigen Weg. Was ist denn der Weg, den ihr jetzt die nächsten Jahre beschreitet, damit wir da gegen Ende sozusagen noch so ein bisschen Ausblick auf eure Vision bekommen?

  21. Frank William Lauenstein:

    Also durch den Zusammenschluss mit Charge & Drive, dass wir jetzt eben SaaS Backend auf unserer Plattform haben und unseren EMP-Service, sind wir jetzt einfach der Player in Europa, der im Grunde das stärkste... und sicherste Angebot liefern kann, weil wir einfach den gesamten Zyklus von einem Ladevorgang abbilden können. Das heißt, im Idealszenario hat der CPO sein Netzwerk auf unserer Plattform integriert. Das heißt, alles, was für das Netzwerk wichtig ist, ist bei uns auf der Plattform drauf. Diese Daten, wo die Ladesäule ist, mit welcher Geschwindigkeit geladen werden kann, der Preis und so weiter und so fort, all diese Informationen werden dann über unsere Plattform in die verschiedenen Apps von uns integriert, das heißt in die PlugSurfing-App, in die Jaguar-App, in die Volvo-App, in die Poster-App und so weiter und so fort. Das heißt, wenn der Kunde, wenn der Fahrer dann den Ladepunkt sieht und ansteuert, ist der gesamte Prozess, findet er dann auf unserer Plattform statt. Das heißt, er sieht die Ladesäule, die Daten sind richtig, er startet den Ladevorgang, er beendet den Ladevorgang, er kriegt... seine Rechnung dazu gleich zugeschickt. Der ganze Abrechnungszyklus erfolgt über uns. Das heißt, der Kunde bezahlt uns, wir zahlen das Geld weiter an den CPO. Das heißt, der ganze Fluss findet auf unserer Plattform statt. Und wenn es irgendwo Probleme gibt, dann können wir halt direkt reagieren und den Fehler beheben. Und mit diesen Ansatz und mit den starken Partnern, die wir haben, wollen wir natürlich weiter wachsen, noch mehr Partner gewinnen, aber um wirklich in Europa der stärkste Player zu sein, der das bestmögliche Ladeerlebnis ermöglicht.

  22. Sebastian:

    Ja, ich meine, die Grundsteine, die Steine dafür sind gelegt, wie du jetzt ausgeführt hast, sehr interessant. Ich bin gespannt, wo die Reise für euch hingeht und ich denke, wir werden uns dazu in einem späteren Zeitpunkt nochmal austauschen. Im Moment erstmal vielen Dank für die Einblicke, Frank. War sehr interessant, dann wenig hinter eure Kulissen zu schauen und freue mich, euer Wachstum dann weiter zu beobachten.

  23. Frank William Lauenstein:

    Sebastian, ich danke dir für deine Zeit und nehme das Angebot sehr gerne an, heute wieder zu dir und zu euren Zuhörern zu sprechen.

  24. Sebastian:

    Wenn du magst, hinterlass uns doch eine positive Bewertung bei Spotify, iTunes oder Co., damit wir die Welt der E-Mobilität noch ein wenig breiter aufstellen können. Vielen Dank, mach's gut, bis zur nächsten Folge. Ciao.