Martin Resch: So will Leapmotor im Volumensegment punkten

Im Gespräch mit Martin Resch, Direktor Deutschland von Leapmotor

In der aktuellen Podcast-Folge hatte ich die Gelegenheit, mit Martin Resch zu sprechen – Director Deutschland bei Leapmotor. Martin bringt jahrzehntelange Erfahrung aus der Automobilbranche mit und verantwortet seit Anfang 2023 den Markteintritt des chinesischen Elektroautoherstellers Leapmotor in Deutschland. Was Leapmotor ausmacht, welche Pläne die Marke für Europa hat und wie sich das Unternehmen im hart umkämpften Markt differenzieren will, haben wir im Gespräch intensiv beleuchtet.

Leapmotor ist in China längst kein Geheimtipp mehr. 2023 wurden mehr als 300.000 Autos verkauft – größtenteils rein elektrisch, aber zunehmend auch mit Range Extender. „In China haben wir im vergangenen Jahr über 1,2 Millionen Einheiten mit Range Extender gesehen – eine Technologie, die eine Renaissance erlebt“, so Martin. Für Europa setzt Leapmotor ebenfalls auf diesen Mix: mit dem kompakten T03 als reinem E-Auto und dem neuen C10, der sowohl als BEV als auch mit Range Extender kommt.

Was Leapmotor von vielen anderen chinesischen Marken unterscheidet, ist das enge Joint Venture mit Stellantis. Stellantis hält 51 % der Vertriebs- und Produktionsrechte außerhalb Chinas. Diese Partnerschaft erlaubt Leapmotor nicht nur einen rasanten Netzaufbau – allein in Deutschland existieren bereits 87 Händler- und Servicestandorte –, sondern auch die Möglichkeit zur Lokalisierung der Produktion. „Ein Teil unserer T03-Allokation stammt bereits aus einem umgerüsteten Werk in Polen“, erklärt Martin. Bis Ende 2025 sollen in Deutschland 150 Standorte existieren, mit einer flächendeckenden Präsenz auch in ländlichen Regionen.

Auch im Vertrieb geht Leapmotor eigene Wege: Statt auf Direktvertrieb oder Agenturmodelle zu setzen, baut die Marke auf klassische Händlerverträge – mit bewährten Stellantis-Partnern. Das erlaubt schnelle Marktanpassungen und eine engere Zusammenarbeit mit dem Handel. Und das scheint zu funktionieren: Deutschland ist derzeit der stärkste Markt für Leapmotor in Europa.

Technologisch hebt sich die Marke vor allem durch eine hohe Fertigungstiefe und eine starke Softwarekompetenz ab. „Wir entwickeln über 60 % unserer Komponenten inhouse. Das erlaubt uns, das Auto wie ein Smartphone ständig weiterzuentwickeln – via Over-the-Air-Updates“, sagt Martin. Kundenfeedback fließt wöchentlich zurück nach China und wird in kurzen Zyklen umgesetzt – bis hin zu Detailwünschen wie der Speicherung des Sonnenblenden-Status beim Aussteigen.

Die Fahrzeuge selbst werden für Europa technisch angepasst – sowohl regulatorisch als auch in puncto Fahrverhalten. Beim C10 etwa haben Ingenieurteams aus China und Europa das Setup speziell für den hiesigen Markt abgestimmt. „Kund:innen wollen Konnektivität und smarte Features – aber auch ein europäisches Fahrgefühl“, betont Martin. Spannend ist auch die Perspektive auf die zukünftige Zusammenarbeit im Konzern. Noch basiert Leapmotor auf eigenen Plattformen, aber mittelfristig soll es auch technologische Annäherungen an Stellantis geben. Ebenso ist ein vertiefter Austausch über Entwicklungsstandorte möglich – sofern der Markterfolg in Europa anhält.

Und dann ist da noch die Preisfrage. Mit dem T03 für 18.900 € und einem C10, der voll ausgestattet bei rund 39.100 € startet, positioniert sich Leapmotor bewusst im Volumensegment – nicht im Premiumbereich. „Wir glauben nicht, dass man sofort im Premiumsegment mitspielen muss. Wir setzen auf das Herz der europäischen Autolandschaft – A-, B- und C-Segment“, sagt Martin. Jetzt aber genug der Vorrede – hör selbst rein in unser Gespräch.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. Heute haben wir mal einen ERN-Podcast-Zuhörer zu Gast, aber er ist noch viel mehr. Martin Resch, seines Zeichens Country Manager von Leapmotor hier in Deutschland, war im Podcast zu Gast, beziehungsweise ich war bei Leapmotor in Rüsselsheim, habe einen Blick hinter die Kulissen gewagt und mich mit Martin ein Stück weit ausgetauscht, wie die ersten Schritte von Leapmotor hier in Europa vorangeschritten sind, welche Pläne man für die Zukunft hat. und worauf man sich noch freuen kann. Wir gehen am besten direkt rein in das Gespräch mit Martin. Servus Martin, vielen Dank, dass du heute bei uns im Podcast zu Gast bist. Oder besser gesagt, dass ich bei euch heute im Haus zu Gast sein darf und wir uns ein wenig über Leapmotor unterhalten. Bevor wir da allerdings einsteigen, würde es mich freuen und unsere ZuhörerInnen, wenn du dich mal selbst vorstellst.

  3. Martin Resch:

    Ja, sehr gerne, Sebastian. Willkommen hier in Rüsselsheim. Mein Name ist Martin Resch. Ich bin eigentlich, wenn man auf die Historie geht oder meinen Werdegang, schwerpunktmäßig mein ganzes Leben in der Automobilbranche unterwegs. Bin aufgewachsen in einem eigenen Opel-Autohaus. Wir waren 80 Jahre Opel-Vertragshändler und bin dann mit so einem kleinen Umweg über eine Unternehmensberatung seit 2006 bei Opel und dann in Folge PSA Stellantis. Habe dort in den letzten neun Jahren die Händlernetzentwicklung verantwortet. Und seit Anfang letzten Jahres dann jetzt das spannende Projekt, unser New Baby Leapmotor, das ich im deutschen Markt verantworten darf.

  4. Sebastian:

    Das ist ja auch eine spannende Entwicklung und du bringst ja dann auch entsprechende Erfahrungen mit. Gerade Händlernetz ist ja ein entscheidender Punkt. In China ist Leapmotor ja an sich schon etabliert. Nach Europa kommt er jetzt eben mit dem Verbund Liebmotors, der Land ist Joint Venture. Welche Erwartungen hat das Unternehmen, die Marke eben an den europäischen Markt?

  5. Martin Resch:

    Also wie du richtig sagst, in China ist momentan die Entwicklung von Leap Motor wirklich rasant. Unter den neuen Startups, die 2015 gegründet worden sind, die Entwicklung mittlerweile 300.000 Autos. Letztes Jahr, im vorletzten Jahr 144.000, also eine Steigung über 100 Prozent, einen richtig starken Player. Und die Erwartungshaltung an den europäischen Markt ist im Prinzip, dass wir ein nachhaltig solides Fundament schaffen, dass die Marke langfristig in Europa erfolgreich sein wird. Also solides Fundament, das ist so die Klammer. Und natürlich dann auch nachhaltiges Wachstum zu generieren in Anzahl an Händlerstandorten, natürlich im Volumen.

  6. Sebastian:

    Jetzt hast du gesagt, 300.000 Fahrzeuge, die im vergangenen Jahr verkauft wurden, vielleicht für unsere Zuhörer in zur Einordnung. Reden wir da von rein elektrischen oder elektrifizierten und oder auch dann Verbrenner, die noch mit im Spiel sind?

  7. Martin Resch:

    Schwerpunktmäßig rein elektrisch, aber natürlich auch in China dem Trend folgend Range Extender, wo wir auch im letzten Jahr einen sehr starken Aufschlag hatten. Also mittlerweile dann kombiniert, nicht rein elektrisch, aber der größte Anteil, über 70 Prozent, ist rein elektrisch.

  8. Sebastian:

    Und der Ansatz für Europa wird dann sein, auch zum größten Teil auf rein elektrisch plus Range Extender?

  9. Martin Resch:

    Also gestartet sind wir im letzten September mit dem T03 und dann jetzt im Frühjahr mit dem C10, dann als BEV-Variante und als Range Extender. Also wir werden auch auf beide Technologien setzen hier in Europa.

  10. Sebastian:

    Aber Verbrennervarianten, die dann demnach noch 30 Prozent irgendwo in China ausgemacht haben, die sieht man hier erstmal nicht.

  11. Martin Resch:

    Nein, also reine Verbrennervarianten. Der Fokus von Leapmotor liegt ganz klar auf der Entwicklung und Weiterentwicklung der Elektromobilität. Natürlich ist eine Range Extended Technologie den Fokus. Kundenbedarf angepasst, weil wir einfach in Europa, schwerpunktmäßig in Deutschland natürlich immer noch Kundinnen haben, die mit reichweiten Angst zu kämpfen haben oder mit der Technologie an sich. Deswegen macht es Sinn, dass wir auch eine neue Technologie, die gar nicht so neu ist. Bei Opel hatten wir den Ampera A 2011 schon als Range Extender. Aber die jetzt einfach eine Renaissance findet, die sehr, sehr stark in den letzten vier Jahren in China gewachsen ist. Ich glaube, von 100.000 verkauften Einheiten mit Range Extender jetzt auf letztes Jahr über 1,2 Millionen. Also sehr stark wachsender Markt, auch die Nachfrage. Und das kompletiert einfach unser Modellangebot. Und wir haben eigentlich für alle Kunden, Kundinnen dann, ich glaube, das passende Angebot.

  12. Sebastian:

    Das hört sich schon mal gut an. Jetzt hast du aber eben gesagt, ihr habt euch mehr als verdoppelt im vergangenen Jahr in China. Warum kommt man jetzt überhaupt nach Europa? Also warum ist der Zeitpunkt jetzt ideal, wo man auch sieht, dass der eine oder andere chinesische Marktbegleiter, der vielleicht schon im Jahr oder zwei vor euch gestartet ist, hier immer noch heftig am Straucheln ist?

  13. Martin Resch:

    Ich glaube, der Zeitpunkt ist jetzt erstmal eine logische Konsequenz aus der Abfolge. Stellantis hat sich mit 1,5 Milliarden im Herbst 2023 an Leap Motor beteiligt. Das war mal die Basis. Und so ziemlich genau vor einem Jahr fiel die Entscheidung, dass man in den europäischen Markt ging und hat auch dann dementsprechend einen Joint Venture letzten Mai gegründet. Und deswegen war die Abfolge eigentlich erstmal logisch und deswegen sind wir dann auch folgerichtig im letzten September gestartet und das ist natürlich alles sehr, sehr rasant und schnell.

  14. Sebastian:

    Und dennoch seid ihr jetzt ja auch mit einem breiten Angebot schon gekommen, beziehungsweise auch mit Ausblick, was Ende des Jahres dann noch kommt. Kannst du uns da so einen Abriss geben, mit welchen Modellen ihr jetzt hier eben in Europa startet oder gestartet seid?

  15. Martin Resch:

    Gerne. Der Start war eben der T03, ein A-Segment BW für 18.900 Euro. Das war jetzt erstmal das Kernprodukt bei dem Markenlaunch. Jetzt flankierend, was wir jetzt wirklich zu den Händlern bringen, ist der C10, eben in beiden Varianten, BEV und REEF. Und noch dazu haben wir schon kommuniziert, dass wir im Herbst mit den B10 kommen, also C-Segment, BEV und dann wird es im Endeffekt auch Schlag auf Schlag gehen. Wir sind auf der IA Mobility in München dieses Jahr, da wird es die nächste Weltpremiere geben. Also wir werden eigentlich jetzt so über jedes halbe Jahr schauen wir, dass wir ein neues Modell kriegen und in der Endausbaustufe werden wir dann sechs Modelle haben und dann von A- bis D-Segment eigentlich uns zum Vollsortiment entwickeln.

  16. Sebastian:

    Dann aber eben auch die breite Streuung, dass wir eben sagen, man ist nicht nur in dem typischen SUV-Segment unterwegs, sondern eben auch im Kleinwagenbereich dann.

  17. Martin Resch:

    Genau, im Endeffekt in allen Bereichen, dann sowohl mit SUV als auch mit Hatchback-Varianten.

  18. Sebastian:

    Vorhin hast du gesagt oder eingangs gesagt, ihr wollt jetzt hier in Europa eine solide Basis schaffen. Kann man solide Basis mal in Fahrzeugen oder angestrebten Zielen, was wollt ihr da erreichen? Gibt es da schon Fernabziele?

  19. Martin Resch:

    Ich glaube, momentan ist es, wenn ich für Deutschland sprechen kann, ist es natürlich unheimlich schwer aufgrund der Rahmenbedingungen, eventuell angekündigte Subventionen für Elektromobilität, auf der anderen Seite in Zollthematik. Also es fällt unheimlich schwer, jetzt erstmal eine solide Prognose für ein Newcomer abzugeben. Ich glaube, unser primäres Ziel ist, dass wir Monat für Monat Fortschritte machen wollen, wachsen wollen in puncto Kundenauftragseingänge, natürlich auch in puncto Zulassungen. Aber wir fahren momentan, glaube ich, ganz gut und auf Sicht, Monat für Monat die Fortschritte zu bewerten. Also es gibt nicht die große Zahl, die wir jetzt anstreben. Ich glaube, dafür gibt es noch viel zu viele Unwägbarkeiten in dem Jahr. Und von dem her, glaube ich, tun wir gut daran, Monat für Monat zu schauen, uns neu zu kalibrieren. Aber der Fokus ist natürlich klar auf Wachstum gelegt.

  20. Sebastian:

    Schritt für Schritt ergibt ja durchaus Sinn, gerade mit den politischen Rahmenbedingungen, die du jetzt angesprochen hast, die entweder vorhanden sind oder eben auch noch komplett fehlen, so ein Stück weit für sämtliche Hersteller. Ihr seid ja aber auch schon in Märkte gegangen seit September. Welche Märkte habt ihr zuerst bedient und warum habt ihr euch für die auch entschieden?

  21. Martin Resch:

    Ich glaube, durch diesen Zusammenschuss mit Celantis haben wir prinzipiell Zugang zu allen europäischen Märkten gestartet. Im letzten September sind wir in sechs europäischen Märkten auf dem Festland, dann jetzt im Januar in UK und sukzessive kamen jetzt in den letzten zwei, drei Monaten auch weitere Länder wie Dänemark, Österreich, Rumänien, Polen dazu. Also es gab gar keinen Grund, warum wir nur mit diesen sechs gestartet sind. Ich glaube, dass es sinnvoll ist, dass man sich am Anfang auf ein paar Märkte konzentriert, um das ganze System ans Laufen zu bekommen. Und jetzt sukzessive Monat für Monat erschließen wir weitere Länder, weitere Märkte. Also ich glaube, so ein ganz großer Masterplan. Wir haben überall die Möglichkeiten und haben natürlich von Anfang an auch die wichtigsten europäischen Märkte gecovert damit.

  22. Sebastian:

    Wichtigsten Märkte, Stichwort Deutschland dann ja wahrscheinlich. Also gerade wenn wir an Europa als Autoland dann denken, ist das ja auch der meiste Absatz. Bis auf letztes Jahr war ja Großbritannien nochmal ein Stück weit vorne mit E-Autos. Aber es ist ein relevanter Markt. Wie zufrieden seid ihr hier mit dem Start bisher?

  23. Martin Resch:

    Ich denke, wir können sehr zufrieden sein, wenn wir sehen, was wir an Kundenauftragseingängen in den letzten Jahren drei, vier Monaten generiert haben. Das wird jetzt auch sukzessive, werden wir es dann auch in den Zulassungszahlen sehen. In Summe sind wir zufrieden, aber natürlich täglich hart daran arbeiten, dass wir auf der Basis natürlich weiter nach vorne kommen. Aber wir sind aktuell der stärkste Markt in Europa. Also nicht nur aufgrund der Marktgröße, sondern auch aufgrund der Performance, die wir aktuell zeigen. Deswegen, wir sind zufrieden, aber immer mit dem Fokus eigentlich nach vorne auf den nächsten Monat. Wir schauen auch nicht zurück, sondern wir haben unseren Weg, unseren Plan und den wollen wir zielgerichtet gehen.

  24. Sebastian:

    Das erscheint nachvollziehbar auf jeden Fall. Jetzt haben wir aber ein Thema, mit dem ja auch nicht nur ihr, sondern auch chinesische Marktbegleiter von euch zu kämpfen haben, die Marke. Da kommt noch die fünfte, fünfzehnte, fünfundzwanzigste Marke aus China gefühlt hier in Europa auf die Straße. Was macht Liebmoto anders, dass es auch zuversichtlicher sein kann, dass ihr auch in fünf Jahren hier noch aktiv seid, idealerweise mit dem breiten Portfolio, wo du angesprochen hast und mit der soliden Basis, die notwendig ist, damit die Marke auch hier weiterhin Absatz betreiben kann?

  25. Martin Resch:

    Da haben wir den Riesenvorteil über die Joint Venture mit Stellantis. Wir haben hier im Endeffekt zwei Elternteile für dieses neue Baby. Wir haben auf der einen Seite einen chinesischen Tech-Konzern, der absolut fokussiert ist auf Elektromobilität, auf unheimlich großes Wachstum. Und auf der anderen Seite haben wir Stellantis, einer der weltgrößten Autoproduzenten mit weltweiten Produktionswerken, mit weltweiten Entwicklungsabteilungen, aber natürlich auch einen klaren Fokus auf den europäischen Markt mit Sales-Organisationen. Und diese Kombination, die viel enger ist wie viele andere Joint Ventures, weil sie 360 Grad auch eben den Vertrieb und das gemeinsame Vorankommen sichern, bieten natürlich eine ganz andere Basis, für so eine Marke in Europa und in Deutschland Fuß zu fassen und hat auch dann auf lange Sicht eine andere Relevanz. Und dann, wenn wir auf Deutschland gehen, weil das Land ist ja erstmal eine Zusammensammlung an ikonischen Marken, die wir im Produktportfolio haben. Aber wenn wir hier in Rüsselsheim sitzen, dann haben wir hier eine OEM-Struktur mit Opel. Wir haben über 10.000 Opel-Mitarbeiter in Deutschland. Wir haben zwei Produktionswerke, ein Komponentenwerk. Forschung, Entwicklung und Leapmotor ist eingebettet in der OEM-Struktur und das unterscheidet uns fundamental von allen anderen, die nach Europa kommen mit einem gewissen chinesischen Mindset, sondern wir sind ja eingebettet und das Ganze geht ja weiter dann übers Händlernetz, wo wir dann glauben, dass wir natürlich aufgrund der Rahmenbedingungen eine ganz andere Ausgangsposition haben und die auch in Zukunft natürlich sehr stark ausspielen werden.

  26. Sebastian:

    Kannst du das vielleicht nochmal ein bisschen vertiefen, gerade nämlich das Thema Service, Händlernetzwerk, auch da das Vertrauen der potenziellen KäuferInnen, dass man sagen kann, okay, wenn mal an meinem Fahrzeug was ist, dann gehe ich halt vielleicht zu dem Opel-Händler ums Eck, der auch eben meinen Leapmotor noch mitverkauft hat. Wie kann ich mir das vorstellen, wo da die Reise für euch hingeht?

  27. Martin Resch:

    Die erste Ausprägung aus dem Joint Venture ist sicherlich, mit welcher Geschwindigkeit wir in Europa und in Deutschland das Händlernetz ausbauen. Also wir haben in Europa Stand heute 500 Vertriebs- und Servicestandorte. Wir haben in Deutschland 87 Vertriebs- und Servicestandorte. Also das innerhalb von weniger als neun Monaten. Also allein die Geschwindigkeit im Ausbau des Netzes geht nur in Verbindung mit einem Player wie Stellantis. Das heißt, die Zielsetzung wird bis zum halben Jahr 100 Standorte sein. Wir werden bis Jahresende mindestens 120 Standorte haben. Und in der Endausbaustufe planen wir in Deutschland ein Netz von knapp 150 Standorten. Es gibt 145 natürliche Märkte. Wir wollen in jedem natürlichen Markt mit einem Standort dann vertreten sein. Bedeutet irgendwo eine Convenience von knapp 85% und eine Customer Drive Time von knapp 23 Minuten. Also wir werden überall präsent sein, sowohl natürlich in Metro-Areas, aber auch in den ländlichen Gebieten. Also wirklich eine flächendeckende Präsenz werden wir innerhalb der nächsten zwölf Monate bis Mitte 2026 aufgebaut haben. Deswegen die Frage ist, wie plant ihr das in Zukunft? Wir sind eigentlich schon auf der letzten Meile zum Thema Händlernetz, was uns dann auch unterscheidet von anderen Playern, die gerne ein Netz aufbauen wollen, aber die sich dort wahrscheinlich deutlich schwerer tun wie wir.

  28. Sebastian:

    Klar, weil er ja dementsprechend auch schon das Netzwerk mitbringt. Ich meine, dein Home-Turf sozusagen, wo du herkommst, das merkt man dir ja auch an, dass du da entsprechend Ahnung und Tiefgang hast bei der ganzen Thematik. Aber auch Thema Händler, wenn man da nochmal drauf zu sprechen kommt, die sind ja das Bindeglied, um dann eben auch dem Kunden, der Kundin das Fahrzeug näher zu bringen, zu verkaufen. Die sind ja mal mehr, mal weniger motiviert, das Ganze zu machen. Stichwort Agenturmodell oder eben klassischer Händlervertrieb. Was für einen Ansatz verfolgt ihr da von Leapmotor?

  29. Martin Resch:

    Ja, für uns war von Anfang an klar, dass wir über das klassische Händlervertragsmodell die Marke dann in Europa und in Deutschland in den Markt bringen werden, weil wir glauben, wir brauchen momentan auch eine schnelle Reaktionsfähigkeit, Adaptionen, Marktanpassungen und die erlaubt es uns im Händlervertrag viel schneller und enger mit unseren Händlern die richtigen Weichen zu stellen, also in einem Agentursystem. Und zum Thema Direktvertrieb, ich glaube, hat der ein oder andere Wenn Marktteilnehmer probiert, glaube ich, wird auch gerade eher wieder zurückgefahren. Also das ist sicherlich ohne Handel in Deutschland Erfolg zu haben, ist aus meiner Meinung nicht möglich. Deswegen, wir machen das mit dem Handel. Wir haben die Möglichkeit oder wir haben natürlich auch die Möglichkeit genutzt, die besten Stellantis-Händler für die Motor zu gewinnen. Und mit den Händlern gemeinsam das Thema nach vorne zu bringen und deswegen klar Händlervertrag und das war von Anfang an für uns eine Grundbedingung, um die Marke nach Europa zu bringen.

  30. Sebastian:

    Wenn ihr die Marke nach Europa bringt, dann bringt ihr auch eben die chinesischen Fahrzeuge hierher. Wie muss man das vorstellen? Wird das einfach genommen, homologiert für den europäischen Markt und dann kommt das genauso hier auf die Straße, wie es in China unterwegs ist? Oder gibt es da andere Vorschriften, Kundenwünsche, denen man sich anpasst, um dann eben das Fahrzeug dann nochmal für den europäischen Markt zu optimieren? Wie geht ihr damit um?

  31. Martin Resch:

    Es sind im Endeffekt zwei Dimensionen. Auf der einen Seite haben wir natürlich unterschiedliche Punkte bezüglich Anforderungen für den europäischen Markt. Also wir haben in Europa verpflichtend ein Fußgänger-Warngeräusch bis 30 kmh. Also müssen die Fahrzeuge natürlich erstmal dann den rechtlichen Rahmenbedingungen von Europa entsprechen. Das ist eine Anpassung. Und das Zweite ist aber noch viel wichtiger. Weil wir wollen auch oder die Kunden glaube ich erwarten oder wünschen sich natürlich, wenn sie an ein chinesisches Fahrzeug denken, erstmal Konnektivität, die ganzen Stärken, die für chinesische Produkte stehen, aber wollen von den Fahreigenschaften eigentlich ein europäisches Produkt fahren. Also heißt das ganze Thema Dämpfung des Fahrzeugs, Lenkverhalten. eher ein etwas sportlich abgestimmteres Fahrzeug. Und deswegen ist es für uns so essentiell, auch da in Verbindung mit Stellantis und den Ingenieuren, bei dem C10 beispielsweise haben wir die letzten drei, vier Monate intensiv die Ingenieursteams von China und auch Stellantis zusammengearbeitet. Wir haben, glaube ich, jetzt schon ein super Setup gefunden, was das Thema Fahrverhalten anbelangt. Und das ist das, was europäische Kunden erwarten von einem Fahrzeug. Die haben eine gewisse Vorstellung, die müssen wir treffen. So auf der einen Seite haben wir rechtliche Rahmenbedingungen, auf der anderen Seite haben wir natürlich einen klaren Plan, dass wir die Fahrzeuge, die wir in Deutschland haben und in Europa haben, dass die natürlich den Kundenanforderungen hier entsprechen. Deswegen, die Fahrverhalten werden komplett unterschiedlich sein zwischen unseren chinesischen Modellen und den Modellen, die dann schlussendlich in Europa sind.

  32. Sebastian:

    Das kriege ich tatsächlich auch von der einen oder anderen Testfahrt, die ich sowohl in China als dann auch eben hier in Europa gemacht habe mit dem gleichen Fahrzeug, dass man da gefühlt dann auch in zwei verschiedenen Modellen sitzt. Du hast das wichtige Thema Konnektivitätssoftware angesprochen, wo ja China definitiv Vorreiter ist, was man sagen kann, natürlich mit Ausprägung für den dortigen Markt. Ist das ein Thema, was ihr auch adaptieren müsst entsprechend?

  33. Martin Resch:

    Erstmal das große Asset, was wir von Leapmotor mitbringen, ist eben das ganze Thema Software. Man muss auch verstehen, das Thema kommt davon, wir haben eine Fertigungstiefe bei Leapmotor von über 60 Prozent. Das heißt, alle Kernkomponenten werden in-house entwickelt und in-house produziert. Auf dem Level gibt es nur Tesla, die eine ähnliche vertikale Fertigungstiefe haben. Das erlaubt uns natürlich, konnektivitätsmäßig, dadurch, dass alles in-house entwickelt wird, ganz anders in das Fahrzeug einzugreifen, ganz andere Möglichkeiten der Steuerung der Fahrzeuge, auch was das ganze Thema OVDR-Updates angeht. Da sind wir, glaube ich, auch den anderen chinesischen Marktteilnehmern, das ist ein richtiges Asset von uns, da sind wir, glaube ich, ganz weit oben vorne mit dabei. Also von dem her, Konnektivität spielt eine Riesenrolle und dafür haben wir das eine Elternteil, das dafür sorgt, dass wir neueste Produkte bekommen. Im Endeffekt sind unsere Fahrzeuge auch wie ein Device, wie ein Handy, das ständig aktualisiert wird. Und eben over the air, ich glaube viele Hersteller... behaupten von sich, sie machen über die eher was, aber es ist dann schon ein Unterschied, ob ich eine Navi-Karte ruckellos einspielen kann oder ob ich wirklich fundamental das Auto weiter verbessern kann, auf Kundenwünsche einzugehen. Und ich glaube, ein Riesenpunkt aktuell, das wir sehen, ist, dass wir, dass unsere chinesischen Partner jede Woche welche Verbesserungen wir eigentlich an den Fahrzeugen vornäumen müssen, dass wir noch schneller darauf reagieren können auf die Kundenwünsche. Und dann kommen so teilweise banale Sachen, aber wir hatten ein Thema, das ein Kunde im Dezember uns mitgeteilt hat. Es wäre ganz schön, wir haben ja diese Panoramadecher, die verdunkelbar sind. Und die Basiseinstellung war, dass beim Verlassen des Fahrzeugs das Dach dann immer wieder zurückfährt. Und da war der Wunsch, dass es doch beim letzten Status einfach verbleibt, wenn man wieder ins Auto zurückkommt. War jetzt für die Ingenieure und für die Programmierer kein großes Thema. Aber solche Themen werden sofort aufgenommen und werden dann innerhalb von unheimlich kurzer Reaktionszeit in das nächste Master-Update für das Auto mit integriert. Also man hat im Endeffekt ständig ein aktualisiertes Auto, wenn man Lead Motor fährt. das sich wie ein Handy aktualisiert. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich dann vielleicht einen Wunsch habe, sagen wir mal, nach besserer Hardware. Irgendwann nach einem größeren Akku, nach schnelleren Ladegeschwindigkeiten. Aber softwaremäßig aktualisiert sich dieses Fahrzeug ständig mit. Also ich habe nie ein veraltetes Fahrzeug. Und das ist, glaube ich, etwas, was uns von vielen anderen unterscheidet. Und deswegen, ja, Konnektivität ist ein Schlüssel und ein Kernpunkt von Leapmotor.

  34. Sebastian:

    Du hast ja jetzt ein wichtiges Beispiel auch gebracht in dem Zusammenhang. Du hast gesagt, es gibt eine wöchentliche oder regelmäßige Rückmeldung auch an China, die das dann eben anpassen für den europäischen Markt. Kann man sich das auch so vorstellen, dass China Entwicklung aus Europa, die jetzt durch euch rückgemeldet werden, auch in den chinesischen Markt implementiert oder geht das nur in die eine Richtung?

  35. Martin Resch:

    Ich glaube, das Wesen des Trend-Ventures wird ja ein Austausch sein, also auch klarerweise auf Ingenieurs-Level. Und da sind wir am Anfang. Momentan ist es eher so, dass Leap Motor sicherlich profitiert von den europäischen Ingenieuren, dass wir unsere Fahrzeuge für den europäischen Markt abstimmen. Aber natürlich für die Zukunft. wird es eine Zusammenarbeit geben und wird einen engen Austausch geben, sodass auch Entwicklungen, die wir bei den Schwestermarken haben oder im Stellantis-Konzern, dass man sicherlich dann auch schaut sukzessive, dass wir auch Funktionalitäten dann auch finden werden in Liebmotorfahrzeugen generell auch für den chinesischen Markt. Wir haben so viel Expertise, wenn ich jetzt an Opel denke, das ganze Thema Licht und auch Sitz, das sind zwei Kernthemen. Da ist Opel seit Jahrzehnten eigentlich definitiv im Mainstream-Bereich Vorreiter in diesen beiden Punkten. Da kann auch ein chinesischer Autobauer unheimlich davon profitieren, von dem Know-how, das eigentlich dann über Opel, über Stellantis dann mit zur Verfügung stehen kann. Deswegen, je länger die Zeit in dieses Joint Venture läuft, ich glaube, desto enger werden auch wird auch der Austausch in beide Richtungen gehen.

  36. Sebastian:

    Das heißt, wir werden dann auch Leapmotor-Modelle auf Stellantis-Plattformen sehen?

  37. Martin Resch:

    Ja, aktuell sind wir bei Stellantis eher mit Multi-Energy-Plattformen unterwegs, aber dass zukünftig reine Elektro-Plattformen, dass Expertisen geteilt werden, das glaube ich, das wird so kommen, um einfach das Beste aus allen Welten dann zu vereinen, um dann Auch ein sauberes Auto zu konstruieren. Also das wird kommen. Ich glaube jetzt aber kurzfristig geht natürlich Leapmotor mit dem Erfolg, der in China ist, natürlich auch erstmal den eigenen Weg in der Entwicklung und hat dort ja auch extrem viel Expertise im Bereich Elektromobilität.

  38. Sebastian:

    Du hast vorhin da auch schon in dem Zusammenhang, wo wir gesagt haben, was ist quasi so die Rolle von Software im Fahrzeug? Du hast ja auch Marktbegleiter von euch genannt, dass ihr in der Fertigungstiefe analog mit Tesla auf einem Niveau seid oder annähernd wie die unterwegs. Es gibt ja aber auch noch einen anderen chinesischen Player am Markt, BYD, die ja auch genannt werden, die so als Technologie-Vorreiter derzeit aufgeführt werden. Natürlich auch in anderen Preis- oder Fahrzeugsegmenten wie jetzt ein LEAP-Motor. Dennoch vielleicht auch da nochmal der direkte Blick drauf. Was macht ihr denn auf der Fahrzeugebene anders, besser, unterschiedlich wie Marktbegleiter, die eben dort herkommen?

  39. Martin Resch:

    Ich denke auf der Fahrzeugseite, also das, was wir vorher ausgeführt haben, das ganze Thema Konnektivität, ich glaube, da sind wir wirklich sehr, sehr weit vorne mit unseren Produkten. Ansonsten, ganz ehrlich, schauen wir auch weniger, jetzt vertriebsseitig schauen wir natürlich auf die Mitmarktteilnehmer, um auch unsere Position im deutschen Markt zu finden. Und produktseitig, glaube ich, sind wir mit allem, was aus China kommt, auch auf Augenhöhe. Und wir konzentrieren uns auf uns, auf unseren eigenen Weg, eben mit dem Power von Stellantis im Rücken.

  40. Sebastian:

    Stichwort aus China kommt. Das ist ja so ein Thema, was uns ja alle umtreibt, ein Stück weit. Jetzt gerade auch ziemlich stark aus Amerika natürlich getrieben für den amerikanischen Markt, aber auch eben in Europa. Zölle. Das ist ja auch gerade für Fahrzeuge, die eben hier rübergeschifft werden, schon nochmal die Preissprung, weil dann dieses typische günstige China-Auto gibt es dann doch nicht, wenn es am Ende vom Tag bei uns auf der Straße landet. Sei es jetzt eben durch die Logistik, die dann doch immer wieder gerne vergessen wird, aber eben auch das Thema Zölle. Wie geht ihr damit als Leapmotor um? Weil, wie sagen wir jetzt gerade da in der A-Segment, geht man ja davon aus, ihr habt es gesagt, 18.990 Euro war es, glaube ich, die Ansage von dem Fahrzeug. Wie sind da die Entwicklungen? Also wie sehr hemmt euch das? Und wie sind da die Schritte, um dem auch zu entgegnen, vielleicht auf langfristige Sicht dann eben europäische Fertigung noch tiefer mit Stellantis zusammen, also da vielleicht auch die Werke nutzen?

  41. Martin Resch:

    Also es sind dann im Endeffekt zwei Fragen. In einer erstmal zu den Themen Zöllen, also wir unterliegen klarerweise genauso den Zöllen wie die anderen Marktteilnehmer. Wir machen uns darüber aber eigentlich keine großartigen Gedanken. Wir können die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht ändern. Ich glaube, wir fokussieren oder nutzen unsere Zeit, um uns zu fokussieren, wie wir den Erfolg in Europa und in Deutschland sicherstellen wollen. Deswegen, wir werden immer die Rahmenbedingungen managen müssen. Bisher beweisen wir, dass wir trotz der Zölle ein unheimlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für den T03 eben mit diesen 18.900 Euro hinbekommen und von dem her, wir kümmern uns lieber, wie können wir hier Wachstum generieren und weniger dann in den Rückspiegel schauen und uns Themen in Gedanken machen, die wir dann nicht direkt beeinflussen können. Aber natürlich, und das ist dann der zweite Teil der Frage, ein natürlicher Kernpunkt dieses Joint Ventures ist das Unterführung von 51% des Joint Ventures, dass dort alle Vertriebs-, aber auch Produktionsrechte außerhalb Greater China mit verankert sind. Und dadurch, dass wir in Mitzelantes in mehr als 33 Ländern der Welt, glaube ich, Produktionsstätten haben, haben wir natürlich eine Vielzahl an Möglichkeiten, die wir auch nutzen können und werden, wenn sie erforderlich sind. So kriegen wir auch einen Teil unserer aktuellen T03-Allokation auch aus Polen. Also wir haben innerhalb von sechs Monaten ein Werk in Polen so weit umgerüstet, dass dort Autos vom Band rollen können. Und auch für die Zukunft gibt es, wenn es erforderlich ist, haben wir mit relativ kurzen Vorlaufzeiten können wir die Fahrzeuge lokalisieren, sprich in Europa produzieren.

  42. Sebastian:

    Das heißt, die Fertigung in Polen, die ihr so kurzfristig aufgebaut habt, die trägt auch dazu bei, dass ihr dementsprechend auch bei den 18.900 Euro noch den einen oder anderen Euro verdient und eben auch das ganze Geschäft hier am Laufen halten könnt.

  43. Martin Resch:

    Es ist dann immer eine Mischkalkulation, eine Mischbetrachtung. Wir wissen, dass wir jetzt erstmal als neuer Player in einem Markt dass auch die Erwartungshaltung der Kunden natürlich ist, ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis darzustellen. Also die Preispunkte ergeben sich dann auch vom Wettbewerb her. Und ja, wir werden natürlich alles machen, um nach wie vor dort mit der Aggressivität auch am Markt zu sein. Und was uns dann unterscheidet, dass wir halt auch mit den Modellen von Anfang an eigentlich in die Herzsegmente dann auch in Europa kommen. Also bei uns hört der C10 voll aufgestattet, D-Segment SUV bei 39.100 auf. Da fangen andere Marktteilnehmer erst an. Also wir haben auch nicht den Anspruch oder wir glauben auch nicht, weil wir den europäischen Markt kennen. Wir glauben auch nicht, dass es sinnvoll ist, nach Europa zu kommen, zu glauben, ich spiele auch sofort im Premium-Segment mit. Das sind alles tolle Autos, die kommen. Aber die Erwartungshaltung ist dann irgendwo Premium, Premium-Preise, natürlich auch Premium-Margen zu realisieren. Und ich glaube, das ist der große Unterschied dann zu Leapmotor. Wir wissen, wo wir gemeinsam mit dem Stellantis-Konzern beheimatet sind und das ist sperrpunktmäßig im Volumensegment. Und auch da die klare Ansage, wir kommen mit einem Kleinwagen. Trotz Zölle treffen wir, glaube ich, gerade den Nerv oder die Diskussion nach bezahlbarer Elektromobilität im Kleinwagenbereich. Und ja, da sind wir uns gut aufgestellt und wir gehen eher dann in das Herz, also übertragen gesehen in das Herz der deutschen Automobillandschaft, nämlich in A-, B- und C-Segment.

  44. Sebastian:

    Definitiv eine schöne Umschreibung, die ich jetzt auch so noch nicht gehört habe, aber gerne mitnehmen. Du hast gesagt, Produktions- und Vertriebsrechte liegen bei 51 Prozent und auch mit Stellantis hier für Europa. Jetzt haben wir auch das Thema, ihr bringt jetzt aktuell chinesische Modelle mit Adaptierung hier nach Europa. Sind denn auch Pläne vorhanden, zu sagen, okay, wir entwickeln, forschen, designen, Fahrzeuge in Europa für Europa, die dann eben mit dieser Kombination aus chinesischer Hardware plus europäischer Kenntnis des Markes und ja auch der einzelnen Vorteile von Stellantis, die da mit reingebracht werden, auf die Strecke gebracht werden?

  45. Martin Resch:

    Ich glaube, der Beginn ist ja gemacht, also der Austausch von Ingenieuren, dass es eben Feedback gibt, dass europäische Ingenieure die Motorfahrzeuge dann mit und vor allem weiterentwickeln und dass ein Austausch stattfindet, wo der stattfindet. Ich glaube, dass es... bisher schon sehr, sehr gut funktioniert mit den Möglichkeiten, die wir haben. Wir haben ja auch beste Landes weltweite Entwicklungs- und Forschungszentren, die miteinander vernetzt sind. Inwieweit man dort dann Leapmotor noch enger integriert, das ist, glaube ich, ein Punkt, den man in der Zukunft sehen muss. Es hängt sicherlich von vielen Variablen ab. Wie ist der Markterfolg weiterhin von Leapmotor in China? Wie schnell bekommen wir in Europa eine relevante Masse und eine relevante Aufmerksamkeit? Aber ich glaube, in diesem Konstrukt, das lässt für Für alle Möglichkeiten haben wir unheimlich viel Spielraum der Zusammenarbeit und man wird, glaube ich, aus Konzernsicht alles nutzen, was den Marken, was den jeweiligen Firmen dann natürlich weiterhilft.

  46. Sebastian:

    So einen positiven Ausblick, den du uns da mit auf den Weg gegeben hast. Vielen Dank, Martin, für deine Zeit und für die Einblick hinter die Kulissen von Leapmotor.

  47. Martin Resch:

    Danke dir und ich hoffe, wir machen irgendwann mal ein Update.

  48. Sebastian:

    Auf jeden Fall. Wie du gemerkt hast, waren wir heute mal in einem anderen Setting zugange, eben vor Ort den Podcast aufgenommen. Es hat auch eine ganz andere Nähe gegeben. Wir sind am Ende auch bei knapp 30 Minuten gelandet hier von der Länge, konnten aber glaube ich einen ganz guten Deep Dive in die Marke Deep Motor geben, was man hier in Deutschland, Europa plant, gemeinsam mit Stellantis, was ja schon so der unfaire Vorteil gegenüber anderen chinesischen Marktbegleitern ist. Hoffe, du konntest einiges mitnehmen aus der Folge und würde mich freuen, wenn du sie entsprechend teilst und oder uns zumindest eine positive Bewertung bei Apple Podcast da lässt. Ja, dir vielen Dank fürs Zuhören. Schalt gerne kommende Woche bei der nächsten Folge des ERN Podcast wieder ein. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.