Verschwörungstheorien: Volkswagen und die Umweltbonus-Verzögerung

Wie wir Mitte Januar 2020 erfahren haben, wird die von der Bundesregierung mit Autoherstellern beschlossene höhere Prämie für Elektroautos sich offenbar um weitere Wochen oder gar Monate verzögern, so die Aussagen eines aktuellen Berichts der Zeit.

Doch bevor wir auf die Gründe der Umweltbonus-Verzögerung eingehen, welche Rolle Volkswagen dabei spielen soll und ob das Ganze nicht nur eine Verschwörungstheorie ist, dass erfahren wir nach einer kurzen Einleitung zum Umweltbonus.

Aber hör doch am besten selbst rein und erfahre, wovon ich eigentlich Rede. Es lohnt sich. Versprochen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschalten hast, wenn es rund um die Themen E-Mobilität, Elektroautos und alternative Antriebe in unserem Alltag geht. Diese Woche hat uns ein Thema ganz besonders verfolgt und zwar ging es um das Thema der Umweltbonusverzögerung bzw. der Kaufprämie für Elektroautos, Autos mit alternativen Antrieb, die es jetzt doch schon einige Zeit hinzieht. Das Ganze wurde in Verschwörungstheorien eingebettet, dass eben auch der VW-Konzern dabei eine entscheidende Rolle spielt, dass der Umweltbonus diese Verzögerung an den Tag legt und im Ganzen sind wir mal ein wenig nachgegangen, haben da die Gerüchte aufgeräumt oder haben zumindest mal versucht ein Fazit zu ziehen, was denn der aktuelle Stand ist, wo es denn hingeht und welche Rolle denn VW da bei der ganzen Geschichte spielen kann, spielen könnte oder vielleicht tatsächlich auch spielt. Aber lass uns doch einfach am besten direkt einsteigen in das Thema. Wir beginnen damit, dass Anfang November 2019 sich der sogenannte Autogipfel in Berlin getroffen hat. Das heißt, die Bundesregierung und die Deutschlands Automobilhersteller, Vorstände davon, um dann auch im Anschluss an die Verhandlungen bekannt zu geben, dass die Kaufprämie für E-Autos erhöht werden soll. Ebenfalls wurde beschlossen, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur auch vorangetrieben werden soll als Basis für E-Mobilität im Alltag. Mitte November des gleichen Jahres wurde dann vom Bundeskabinett bekannt gegeben, dass eine milliardenschwere, stärkere und längere staatliche Förderung der E-Mobilität auf den Weg gebracht wird. Doch seitdem heißt es warten. Warten vor allem auf den Umweltbonus. Wie wir jetzt vergangene Woche, also Mitte Januar 2020 erfahren haben, wird die von der Bundesregierung mit den Autoherstellern beschlossene höhere Prämie für E-Autos sich halt noch weiter verzögern. Aber nicht um zwei, drei Tage, vielleicht nicht nur ein paar Wochen, also nicht nur zwei, drei Wochen, sondern gar Monate stehen im Raum. in denen wir noch auf die Erhöhung des Umweltbonus der Kaufprämie für E-Autos warten können. So zumindest die Aussagen des aktuellen Berichtes der Zeit. Doch bevor wir auf die Gründe der Umweltbonusverzögerung eingehen, welche Rolle VW dabei spielen soll und ob das Ganze nicht doch nur Verschwörungstheorien sind, einfach nur eine kurze Einleitung zum Umweltbonus, wie er gedacht war, wie der aktuelle Stand ist, wo die Reise hingehen soll und dann kommen wir zu dem ganzen VW-Thema. Für diejenigen unter euch, die jetzt noch nichts von dem Umweltbonus bzw. von der Elektroautokaufprämie gehört haben, wie sie dann auch offiziell heißt, eine kurze Einleitung. Diese wurde im Mai 2016 beschlossen und gestattet eben zukünftigen Besitzern eines E-Autos, dass man gesetzlich begünstigt wird beim Kauf eines solchen Fahrzeugs. Seitdem ist es so, dass Käufer von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen einen Zuschuss von 4.000 Euro erhalten beim Kauf, Fahrer eines Hybridfahrzeugs mit Elektro- und Verbrennungsmotor eine Prämie von 3.000 Euro. Man muss allerdings darauf hinweisen, dass die Hybridfahrzeuge auch geladen werden können, d.h. keine rein Hybridfahrzeuge, die 3.000 Euro bekommen, sondern Plug-in-Hybride. Da es sich eben um ein staatliches Förderprogramm handelt, ist es nachvollziehbar, dass der Steuerzahler einen Teil davon von der Kaufprämie entrichten muss oder zumindest das Geld indirekt über seine Steuern dafür zur Verfügung stellt. Allerdings ist es eben auch so, dass das Programm nicht komplett auf den Schultern der Steuerzahler lastet. sondern jeder Part seinen Teil dazu beiträgt. Das heißt, sowohl die Autoindustrie als auch die Politik oder Bundesregierung tragen jeweils zu 50% ihren Anteil am Umweltbonus. Mit dabei sind deutsche Autohersteller wie VW, Daimler, BMW. Aber die E-Auto-Premie zieht natürlich auch ausländische Hersteller wie Citroën, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo an, die eben auch den Vorteil nutzen wollen. als Marketingmittel, sage ich mal, oder einfach auch um die eigenen Fahrzeuge da attraktiver zu machen, setzen die eben auch auf den Umweltbonus. Vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, die das Ganze eben in ihrer Hand haben, die auch den ganzen Prozess managen, gibt es eine Liste der förderfähigen E-Autos, die wird einmal im Monat aktualisiert, da kommen neue Modelle drauf, es wurden auch schon Modelle gestrichen wieder. Und die gibt eben einen Überblick darüber, ob man für sein Wunsch-E-Auto oder Plug-in-Hybriden eben auch eine Förderung erhalten kann. Steht man nicht auf der Liste oder steht das Fahrzeug nicht auf der Liste, gibt es auch keine Kaufprämie dafür. Jetzt läuft die ganze Geschichte ja eben schon seit Mai 2016. Ende Dezember 2019 wurde ein Fazit gezogen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden ungefähr 164.500 ungerade Förderanträge gestellt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, die eben auch bescheinigt wurden. Und das Interessante daran ist, dass zwei Drittel der Anträge, also gut 110.000 Anträge für Reihenjägerautos gestellt wurden, 55.000 für Plug-in-Hybride und gerade einmal so um die 109 Anträge für Brennstoffzellenfahrzeuge. So also die Bilanz der bisher gestellten Umweltbonus-Anträge. Auch zum Verhältnis kann man noch was sagen und zwar ist es so, dass das Verhältnis von Unternehmen zu Privatpersonen weiterhin eine starke Ausprägung von Beginn an eigentlich in Richtung Unternehmen beibehält. Die Unternehmen zeichnen sich für knapp 57% der gestellten Anträge verantwortlich. Was sagt uns das Ganze? Der Umweltbonus kommt an, er wird auch angenommen, die E-Mobilität kommt immer mehr an. Wir betrachten das Monat für Monat bei uns im Portal und sehen einfach, dass eigentlich eine stetige Steigerung irgendwo zu verzeichnen ist bei den gestellten Anträgen. Mal mehr, mal weniger hoch, mal mit größeren Ausschlägen, mal mit geringeren, aber es ist definitiv eine Nachfrage da und seit Mai 2016 auch wachsend. Was erwartet uns jetzt eben bei dem kommenden Umweltbonus, wenn er denn da mal umgesetzt wird? Ja, wie gesagt, es soll eine Verbesserung darstellen, die Kaufprämie für E-Autos, es soll gesteigert werden. Und zwar ist es so, dass E-Autos, reine Elektroautos in dem Fall, bei einem maximalen Netto-Listenpreis von 40.000 Euro anstatt mit 4.000 künftig mit 6.000 Euro gefördert werden sollen. Plug-in-Hybride statt 3.000 mit 4.500 Euro dann. Auch wieder 50-50, Automobilindustrie und Bundesregierung. Bewegen wir uns über einem Netto-Listenpreis von diesen 40.000 bis maximal 65.000 Euro, steigt der Umweltbonus auch an, allerdings nicht mehr ganz so stark. Dann gibt es eben anstatt 4.000 Euro für reine E-Autos 5.000 Euro und für Plug-in-Hybride anstatt 3.000 Euro 3.750 Euro. Also auch da ist eine Steigerung eben zu sehen. Künftig ist es eben auch so, dass junge gebrauchte E-Fahrzeuge, die weder als Firmenwagen noch als Dienstwagen des Ersterwerbers eine staatliche Förderung erhalten haben, bei der Zweitveräußerung einfach und unbürokratisch eine Umweltprämie erhalten können. Aber auch da ist eben die Frage, wann ist es soweit, das Ganze ist einfach nur ungewiss. Jetzt kann man sagen, oder jetzt wurde von der Bundesregierung in den letzten Wochen dann auch immer gesagt, ja, die EU-Kommission ist noch dafür zuständig, da muss die Freigabe herkommen, dass wir das erstmal umsetzen können hier bei uns. Das ist so die Aussage, die bisher im Raum stand. Weil erst dann kann das rechtlich geltend hier in Deutschland umgesetzt werden, die ganze Geschichte. Aber es scheint eben nicht nur an der EU-Kommission zu liegen, dass die Erhöhung der Subvention noch nicht durchgegangen ist, denn nach Information der Zeit sei sich bisher die Bundesregierung uneins darüber, welche Fahrzeuge überhaupt gefördert werden sollen. Des Weiteren wurde von Seiten der EU-Kommission bekannt, dass man noch nicht in den Freigabeprozess der erhöhten Umweltbonus involviert sei. Eine Sprecherin gab dazu zu verstehen, derzeit wurde diese Regelung von Deutschland nicht angemeldet und wird daher von der Kommissionsdienststelle nicht bewertet. So eine aktuelle Aussage. Bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass die EU-Kommission mit der Prüfung der Subvention nur nicht einmal begonnen hat. Obwohl die Bundesregierung eigentlich hätte das schon alles längst einreichen müssen, wenn man es denn auf den Weg bringen will. Von Seiten des Bundeswirtschaftsministeriums gibt es derzeit eben nur Floskeln und leere Aussagen, die da im Raum stehen, einfach um da keine Stellung beziehen zu müssen. Das heißt aber auch für uns, beziehungsweise für alle, die auf eine Erhöhung der Kaufprämie gewartet haben, noch einmal warten. Und wie lange weiß halt eben keiner. Und ja, gerade diese Problematik in Verbindung mit ein, zwei anderen Themen, die jetzt in der E-Mobilitätswelt zurzeit passieren, regen zum Nachdenken an. Die regen dazu an, dass Verschwörungstheorien aufkommen. Und ja, auch da wird eben VW wieder mal mit reingezogen in die ganze Geschichte. Und genau da möchte ich jetzt drauf eingehen. Hat Volkswagen seine Finger mit im Spiel, wenn es um die Themen der Umweltbonusverzögerung geht? Denn natürlich ist es so, dass gerade im VW-Konzern nach dem schmutzigen Diesel-Skandal mit gelungenen Elektrofahrzeugen ein sauberes Image verliehen werden soll. Ein Image, welches am Markt eben noch nicht ganz angenommen wird. Weil, ja, irgendwo heftet auch so einem Unternehmen die Vergangenheit immer noch an. Und gerade auch bei uns im Portal hat man jetzt dann die Verzögerung des Umweltbonus mit der Verzögerung des IT3 in Verbindung gebracht. So wird unterstellt, dass die Erhöhung der Kaufprämie künstlich hinausgezögert wird, bis genügend deutsche E-Automodelle eben auch auf dem Markt sind, welche förderfähig seien. Da natürlich ansonsten die Einnahmen aus Fahrzeugverkäufen, die subventioniert werden durch den Umweltbonus, nicht in den Taschen der deutschen Hersteller landen, sondern eben auch in die Taschen der Automobilhersteller anderer Nationen. Das sind natürlich zum einen die Einnahmen, die da verloren gehen, zum anderen ist es aber eben auch so, dass diese Verkäufe dann nicht mehr den deutschen CO2-Flottenwerten zugerechnet werden können und die da eben auf ein besseres Niveau heben, sondern auch wieder den anderen Automobilherstellern. Das ist einmal so ein Punkt, der da so zum Nachdenken schon anregt und aufgekommen ist. Und es kam dann auch offen die Frage auf, warum sollte man eine Verkehrswende fördern, wenn VW noch nicht maximal davon profitieren kann? Ist aus unserer Sicht schon sehr, ja... herausfordernd gestellt, die Frage würde ich mal behaupten. Er scheint vielleicht auch irgendwo naheliegend, aber es ist eben nicht so, dass nur der VW-Konzern das einzige Unternehmen ist, welches derzeit vom Umweltbonus profitieren könnte. Und ja, dennoch haftet irgendwo die Vergangenheit vom Dieselskandal an. Lugo Betruger aus alten Zeiten sind eben noch nicht vergessen, wie die Leser uns zu verstehen gegeben haben. Aber zum Fazit kommen wir dann gleich noch, aber ich denke VW hat da schon einiges gelernt aus den Fehlern der Vergangenheit. Des Weiteren ist es ja auch so, dass nicht nur Autohersteller von der Verzögerung des Umweltbonus leiden oder nicht profitieren können, sondern auch Zulieferer und deren Lieferanten sind davon betroffen. Denn die Kaufprämienverzögerung wirkt sich auch da negativ aus. Der gesamte Maschinenbau in Deutschland stagniert, tausende von Arbeitsplätzen sind in Gefahr, weil ohne Absatz von E-Autos oder von Autos im Allgemeinen benötigt halt auch niemand... Die Menschen, die die Fahrzeuge fertigen, Maschinen, die dafür benötigt werden und so weiter, also das ist ja schon ein Teufelskreis. Der Umweltbonus hat also schon eine weitaus größere Bedeutung, als auf den ersten Blick der Fall scheint. Vielleicht werden da auch wieder verschiedene Themen miteinander für Verbindung gebracht, die dann doch nicht so ganz stark miteinander verflochten sind, aber irgendwie hat es doch den Eindruck, dass es so ein Spinnennetz ist, was alles wenig zumindest ineinander greift. Aus unserer Sicht ist es eher so, dass wir es eher für unwahrscheinlich halten, dass VW seine Finger mit im Spiel hat, wenn es darum geht, den Umweltbonus künstlich zu verzögern. Weil im Gegenteil, mittlerweile hat man sich so stark als Wegbereiter der E-Mobilität aufgestellt, deutlich positioniert und gesagt, wir wollen die neue Kaufprämie, wir wollen die haben zeitnah. weil neben dem ID.3, der natürlich das Flaggschiff auf MEB-Basis werden soll, jetzt erstmal in der ersten Welle der reinen Stromer des VW-Konzerns, hat man ja auch im Konzern selbst schon einige andere elektrifizierte Fahrzeuge, egal ob E-Autos oder auch teilelektrifizierte Stromer, wie beispielsweise Plug-in-Hybriden A3s, im Angebot, die vom Umweltbonus profitieren können. Also aus dem Grund gehen wir nicht davon aus, dass VW das Ganze künstlich verzögert. Woran es liegt, weiß wahrscheinlich nur die Bundesregierung aktuell. Wir sind gespannt, ob da was zu dem Thema kommt jetzt die Tage noch. Wir beobachten es auf jeden Fall weiterhin. Und sollte sich da was Neues ergeben, liest es bei uns auf jeden Fall im Portal. Mich würde persönlich natürlich noch interessieren, was ist deine Meinung dazu? Stimmst du den Verschwörungstheorien bei, zu, dass V weder seine Finger mit dem Spiel hat bei der ganzen Geschichte oder doch nur an den Haaren herbeigezogen? So oder so, vielen lieben Dank, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn es rund um die Themen E-Mobilität und Elektroautos im Alltag geht. Ich würde mich freuen, wenn du auch nächste Woche wieder einschaltest und natürlich, wenn du eine positive Bewertung bei Spotify für uns hinterlässt, weil es tut uns gut, die E-Mobilität eben auch ein wenig weiter in die Welt hinauszutragen. Mach's gut, bis zur nächsten Woche. Ciao.