Warum Flottenelektrifizierung an Komplexität scheitert

Im Gespräch mit Joschi Jennermann, CEO von Elli mobility

Im aktuellen Podcast hatte ich Joschi Jennermann zu Gast, den CEO der neu gegründeten Elli Mobility. Er blickt auf eine lange Karriere im VW-Konzern zurück, unter anderem mit Erfahrungen im Carsharing bei WeShare, und verantwortet nun die Ausrichtung von Elli Mobility auf das B2B-Geschäft.

Im Gespräch wurde deutlich, dass Elli 2018 als zentrale Einheit im VW-Konzern für Laden und Energie gegründet wurde. Heute deckt das Unternehmen ein breites Portfolio ab – von Wallboxen und Stromtarifen bis hin zum ersten Großspeicher in Salzgitter. Elli Mobility selbst fokussiert sich auf Flottenlösungen. Basis ist die Tank- und Ladekarte, die durch Services wie Autowäsche oder Heimladen ergänzt wird. Ziel ist es, Unternehmen bei der Transformation von Verbrennerflotten über Mischflotten hin zu vollelektrischen Flotten zu begleiten. „Der klare Mehrwert der Elli Mobility ist, diese Komplexität zu vereinfachen,“ wie Joschi betont.

Ein zentrales Thema war die Kostenoptimierung. Vom öffentlichen Laden über Homecharging bis hin zur Elektrifizierung von Unternehmensstandorten mit PV-Anlagen und bidirektionalem Laden spannt sich eine Kette von Maßnahmen, die die Betriebskosten deutlich senken können. Parallel dazu wächst das Portfolio um Beratungsleistungen und die Integration bestehender Systeme – auch über VW hinaus. Kunden sollen nicht auf ein geschlossenes Ökosystem festgelegt werden, sondern flexible, praxisnahe Lösungen erhalten.

Spannend waren auch Einblicke in eine aktuelle Umfrage, die Elli Mobility unter Fuhrparkmanagern durchgeführt hat. 56 Prozent der befragten Unternehmen wollen trotz allgemeiner Sparzwänge ihre Flottenbudgets halten oder sogar erhöhen. 69 Prozent investieren aktiv in E-Mobilität, sowohl in Autos als auch in Ladeinfrastruktur. Zwei Drittel der Fuhrparkverantwortlichen sehen die Total Cost of Ownership als zentrales Steuerungselement – ein klarer Treiber für den Wandel.

Beim Blick nach vorn erwartet Joschi, dass die Elektrifizierung im B2B-Bereich schneller vorankommt als im Privatkundenmarkt. Jedes zweite neu zugelassene Auto entfällt bereits heute auf den gewerblichen Bereich. Die Realität bleibe jedoch für die nächsten Jahre eine Mischung aus Verbrenner-, Hybrid- und Elektroflotten. Nun aber genug der Vorrede – steigen wir direkt ins Gespräch mit Joschi Jennermann ein.

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian Steffen:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektronischen News Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder mit am Start bist. Am Start ist auch Joschi Jennermann, seines Zeichens CEO der neu gegründeten Elli Mobility. Er selbst blickt mittlerweile auf eine lange Karriere im VW-Konzern zurück, unter anderem mit Erfahrungen im Carsharing bei WeShare und verantwortet nun aber die Ausrichtung von Elli Mobility auf deren B2B-Geschäft. Im Unternehmen hat man sich Flotten angenommen, so kann man sagen, von A bis Z oder von Wallbox über Stromtarif bis Autowäsche und Heimladen, als auch das Thema Tank- und Ladekarte ist alles mit am Start. Und genau darüber habe ich mich mit Joschi ausgetauscht, über die Transformation von Verbrenner über Misch bis hin zu rein voll elektrischen Flotten. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit ihm. Viel Spaß damit. Hi Joschi, schön, dass du heute bei uns im Podcast zu Gast bist und wenig über Elli Mobility sprechen möchtest. Bevor wir da allerdings einsteigen, stell dich gerne mal selbst vor.

  3. Joschi Jennermann:

    Gerne. Sebastian, danke für dein Interesse. Ich bin Joschi Jennermann, ich bin CEO der Elli Mobility GmbH und stelle zusammen mit dem Sebastian Steffen die Geschäftsführung. Ja, ich bin vor vielen Jahren bei VW eingestiegen, als Trainee damals, bin dann quasi im... Brot- und Buttergeschäft, im Fahrzeuggeschäft so ein bisschen das Laufen gelernt und hatte dann die letzten Jahre ein Stück weit meine Feuertaufe dann im Carsharing, also in dem Aufbau von neuen Geschäftsfeldern für den VW-Konzern. Wir hatten dann da unter der Marke WeShare elektrisches Carsharing in Hamburg und Berlin angeboten. Ich war in der Rolle COO tätig, also stark operativ und wir könnten glaube ich allein die nächsten drei Stunden mit Anekdoten aus dieser Zeit verbringen. Der Schwerpunkt soll heute ein anderer sein. Ich bin seit zwei Jahren bei Elli und habe da seit kurzem die Rolle des Geschäftsführers für die Elli Mobility GmbH übernommen.

  4. Sebastian Steffen:

    Da sind wir genau an dem Punkt. Elli ist jetzt, sage ich mal, im weiteren Umfeld schon ein Begriff für die meisten unserer ZuhörerInnen. Aber vielleicht magst du Elli Mobility innerhalb von Elli mal einordnen, was ihr macht, was ihr genau anbietet für den Markt der E-Mobilität beziehungsweise generell im Mobilitätsmarkt.

  5. Joschi Jennermann:

    Lass mich kurz ausholen für diejenigen, die vielleicht Elli noch nicht kennen oder zuordnen können. Elli wurde 2018 gegründet im VW-Konzern, um alles rund um das Thema Laden und Energie aufzusetzen. Sobald aus einem synergetischen Ansatz, dass nicht jede Mark des VW-Konzerns dort dann eigene Dinge entwickelt. Und so wurde Elli aus der Taufe gehoben mit Zwei große Fragestellungen, wie lade ich ein elektrisches Fahrzeug zu Hause und wie lade ich es im öffentlichen Raum. Daraus sind die ersten Produktkategorien entstanden, also das Thema Ladekarte oder MSP für das Thema Laden im öffentlichen Raum und dann Themen wie Wallbox, PV-Partnerschaft im Bereich Laden zu Hause. In den letzten Jahren ist das Produktportfolio der Volkswagen Good Charging GmbH als solches eingetragen. Noch ein bisschen breiter geworden. Wir sind in Deutschland auch Stromanbieter und werden jetzt in den nächsten Monaten auch unseren ersten Großstromspeicher in Betrieb nehmen in Salzgitter. Genau, und aus der Breite der Themen ist es so, dass wir entschieden haben, Anfang des Jahres eine Tochtergesellschaft zu gründen, die Elli Mobility GmbH, um einen stärkeren Fokus auf das B2B-Geschäft zu setzen. Und die Elli Mobility GmbH ist entstanden aus der Integration der LogPay Transportation GmbH. Das war eine Tochter der Financial Service AG mit dem Thema Tankkarte im Portfolio und wir kombinieren diese Themen gerade mit den B2B-Themen der Alley und auch das Thema Ladekarte. Und daraus ist die Elli Mobility GmbH entstanden. Die Idee dahinter ist, dass wir eben sehen, dass im Markt der Großteil der Unternehmensflotten eben noch nicht voll elektrisch unterwegs ist und dadurch der Bedarf nach Mixlösungen und Ende-to-Ende-Lösungen sind. Und deswegen haben wir eben dieses Portfolio ergänzt und bieten eben sowohl jetzt von der Tankkarte über Autowäsche hin zu verschiedensten Ladelösungen das volle Portfolio für Unternehmensflotten an.

  6. Sebastian Steffen:

    Lade-Tankkarte so als greifbares Element dann schlussendlich. Du hast aber gesagt, auch darüber hinaus. Was ist aber das Schwerpunktprodukt? Ist das die typische Lade- und Tankkarte sozusagen am Ende des Tages? Oder shiftet der Fokus mittlerweile mehr in Richtung Flottenverwaltung, Ladeinfrastruktur für Flotten?

  7. Joschi Jennermann:

    Gute und berechtigte Frage. Ich würde sagen, das Hauptprodukt als solches ist schon die Tank- und Ladekarte. Aber gleichzeitig ist unser Ansatz schon ein Stück weit ein holistischer Partner zu sein, der eben im Prinzip einen Baukasten an Lösungselementen anbietet. Und lass mich dir da oder euch ein Beispiel geben. Wenn wir einen Referenzkunden nehmen, der in der Vergangenheit eine Fahrzeugflotte von 100 Fahrzeugen hatte, alles Verbrennerfahrzeuge, Dann findet häufig ein Stück weit die Entwicklung statt, dass dann der erste Schwung an Elektrofahrzeugen in die Flotte kommt und dann das Thema öffentliche Laden zu der ersten Enabler ist. Das ist relativ schnell aufgesetzt. Man hat dann die Erweiterung aus der Tankkarte, die jeder kennt im Einsatz und in der Anwendung, dann eben die Erweiterung, dass man damit auch im öffentlichen Raum laden kann. stellt man irgendwann fest, dass das zwar sehr convenient ist, in der Regel dann doch aber eine relativ teure Variante des Ladens. Und dann kommt man so ein Stück weit in einen Optimierungslauf rein, dass man sagt, okay, wie kriegt man die Flottenkosten weiter optimiert, denn es kann zum Beispiel ein nächster konsequenter Schritt sein, das Thema Heimladen, also die eigenen Mitarbeiter und Dienstwagenberechtigten, dazu zu befähigen, auch zu Hause zu laden und das abzurechnen, also in dem ganzen Kontext Home Charging, Home Charging Reimbursement, schon mal ein deutlich günstiger Aspekt ist. Für den Mitarbeitenden natürlich irgendwie angenehm, das dann abrechnen zu können, das Fahrzeug steht eh zu Hause und für das Unternehmen macht es auch Sinn, weil dadurch Kosten gespart werden können, weil in der Regel der Stromtarif zu Hause günstiger ist, also wir vielleicht um 30 plus minus Cent pro Kilowattstunde im Vergleich zum öffentlichen Laden, wo du bei 60, 70 Cent im Durchschnitt bist. So, und diesen Optimierungswalk, den kannst du weitergehen. Dann bietet es sich ab einer gewissen Fuhrpark- und Unternehmensgröße an, auch über Elektrifizierung am Standort zu sprechen. Da hängen dann verschiedene Komponenten dran, also in der Regel bieten wir zunächst mal so eine Erstaufnahme an, zu sagen, okay, wir ermitteln deinen Mobilitätsbedarf, strukturieren den nochmal, um überhaupt zu verstehen, was die spezifischen Bedarfe sind und übersetzen das dann in, welche Anschlussleistung liegt am Standort vor und was ist ein vernünftiges Setting für den jeweiligen Kunden. Da in der Regel entstehen dann quasi Elektrifizierungsprojekte draus, die dann über eine Handvoll Ladesäulen, AC, DC-Mix gehen und dann eben diesen Unternehmensstandort enablen. Das ist der nächste konsequente Schritt in diesem Optimierungswalk, weil dann über Industriestrompreis, über eine gewisse Größenordnung, über das Einbetten mit einer PV-Anlage am Standort natürlich man dann noch weiter runterkommt in dem, was dann letztendlich die Kilowattstunde kostet. Neben ganz vielen anderen Faktoren, dass man natürlich das auch, man ermöglicht den eigenen Mitarbeitenden am Standort zu laden und vielleicht ist es auch ein semi-öffentlicher Parkplatz, wo auch Kunden Zugang haben und so weiter. So, und dann bleibt es spannend, weil dann kann man den nächsten Schritt machen, das ist so ein bisschen die Vision, die wir im Rahmen der IAA auch gezeigt haben, dass es dann eigentlich über den Themenkomplex bidirektionales Laden sogar noch weitergehen kann und eben die Fahrzeuge nicht nur ein Mobilitätsasset darstellen, sondern eigentlich ein Energyasset und man dann ein Stück weit anstreben kann, dass dann so die Betriebs- und Flottenkosten gegen Null gehen, weil man dann eben, und da können wir gleich nochmal ein bisschen ausholen, wenn eben die Fahrzeugbatterie auch dazu nutzt, Energie zu handeln. Genau, und jetzt habe ich ein bisschen ausgeholt, weil daran zeigt sich schon ein bisschen die Komplexität, mit der heute Fuhrparkverantwortliche konfrontiert sind. Also man hat einerseits die Transformation zu organisieren im Unternehmen von, ich hatte eine volle Verbrennerflotte, ich habe jetzt eine Mixflotte und irgendwann habe ich vermutlich eine volle elektrische Flotte. Und all die Fragestellungen, die damit einhergehen. Und der klare Mehrwert der L-Immobility GmbH ist eben diese Komplexität zu vereinfachen, das abzunehmen, vernünftige Beratung entlang dieser ganzen Stufen zu haben. Was wir heute schon sehen und das war das Reizvolle auch an der In dem Zusammenschluss aus Lockpay und Alley, wir haben ja einen großen Bestandskundenpool, da zu sehen, dass die Unternehmen an sehr unterschiedlichen Punkten in diesem Lifecycle stehen. Die einen sind noch bei 100% Verbrenner, die befinden sich in dieser Übergangsphase, die ersten sind in einem vollelektrischen Kontext. Und deswegen eben dieses breite Portfolio aufgebaut.

  8. Sebastian Steffen:

    In dem Zusammenhang wird dann ja auch spannend oder ist ja auch die Frage, wie verdient ihr euer Geld? Du hast gesagt Beratung. Ist das einmal On-Off-Beratung? Ist das Fortlauf und verdient ihr an Produkten? Vorhin hast du gesagt AC, DC, Schnelllader, die zur Verfügung gestellt werden. Die habt ihr ja teilweise auch bei VW im erweiterten Portfolio selbst zur Hand. Ist das sozusagen einfach nur ein anderer Absatzkanal dann nochmal, wie man es vielleicht auch bei V-Share mit eigenen E-Autos gemacht hatte, die man dort in die Flotte aufgenommen hat? Wie können wir uns das vorstellen?

  9. Joschi Jennermann:

    Es ist ein Mix. Im Prinzip treffen alle Punkte zu, die du angesprochen hast. Du hast im Tank- und Ladebereich natürlich ein sehr großvolumiges Geschäft, das in der Regel eine geringe Marge mit sich bringt. Du hast ein Stück weit die Hardware-Komponenten, die aus unserer Sicht Enabler sind. Es geht gar nicht so darum, die eine spezifische Ladeinfrastruktur-Lösung zu platzieren, sondern beim Kunden das einzusetzen, was für den Kunden am sinnvollsten ist. Vielleicht ist es bei dem einen Sinn, es irgendwie eher AC-Ladepunkte, die günstiger sind, beim anderen ist es eine DC-Ladelösung. Und im Prinzip entsteht dann ein Zusammenspiel aus einzelnen Produktkomponenten, die in sich natürlich irgendwo sinnvoll sein wollen und wirtschaftlich sind und dann aber in dem Zusammenspiel vor Kunde. Und dann, man kann das ergänzen, du hast Softwarelösungen angesprochen, das ist für uns ein Stück weit so das Verbindungselement und es sind keine Komponenten, die wir jetzt nochmal extra bepreisen.

  10. Sebastian Steffen:

    Vorhin hast du, oder du hattest ja jetzt auch ausgeführt, so ich sag mal den Weg zur Ideallösung für eine Flotte, wenn wir dann bei PV, Batteriespeicher, bidirektionales Laden sind. Die Frage, die sich mir halt auch stellt und mit der ihr euch ja auch beschäftigt hattet, wie ich im Vorgespräch mitbekommen habe, ist, wo stehen Flotten heute eigentlich? Also wie gut kennt ihr eure Kunden, wie wechselwillig sind die? Weil wir reden ja nicht nur von diesem Antriebswechsel, sondern mit diesem ganzen, nennen wir es mal Rattenschwanz, der da hinten rankommt mit all seinen Vor- und Nachteilen. Wie schätzt ihr da den aktuellen Markt auch ein?

  11. Joschi Jennermann:

    Also wir haben im Prinzip da aktuell eine Kombination. Ich habe darauf referenziert, dass wir natürlich aktuell jeden Tag in Kundengesprächen sind und darüber natürlich ein Feedback bekommen und auch irgendwo ein Verständnis, wo der Markt gerade steht. Wir haben aber ergänzend dazu in den letzten Tagen noch eine größere Umfrage, oder eine größere ist gut gesagt, ich glaube, soweit ich es übergreifen kann, einer der größten Umfragen im fordernden Kontext aktuell durchgeführt, um das nochmal ein Stück weit zu erweitern und auch die eigene Emotionalität und Subjektivität rauszunehmen. Da gibt es schon ein paar spannende Punkte, zwei, drei, die ich mit dir und mit euch an der Stelle teilen möchte. Und zwar das eine ist, ich glaube, das kriegen wir alle mit, dass natürlich das aktuelle wirtschaftliche Umfeld in Summe gewisse Herausforderungen mit sich bringt, mit vielen Budget-Cuts bei vielen Unternehmen und so weiter. Und da war das erste Interessante zu sehen, dass 56 Prozent der Unternehmen, die wir befragt haben, Das Invest in den Fuhrpark konstant halten oder sogar erhöhen und das in einem Umfeld, wo eigentlich sonst alle anderen Unternehmensbereiche eher Budgetkürzungen erleben. Also das war ein erstes interessantes Ergebnis. Das nächste, das ich mit dir teilen möchte, was so ein Stück weit damit auch verbunden ist, ist, dass tatsächlich 69 Prozent der Befragten aktiv in Elektromobilität investieren. Also sowohl in die Elektrifizierung des Fuhrparks im Wechsel von einem Verbrennerfahrzeug auf das Elektrofahrzeug, als auch tatsächlich den Schritt weiter in Ladeinfrastruktur. Also zwei Drittel der Unternehmen beschäftigen sich aktuell aktiv damit, eben diese Transformation zu bedienen. Und das passt dann auch gut zusammen mit dem, ich hatte vor ein paar Minuten ein bisschen über diese Kostenoptimierung gesprochen und dass das durchaus ein Motiv sein kann, den Fuhrpark zu transformieren. Und das hat sich auch ein Stück weit in dieser Umfrage bestätigt. dass auch zwei Drittel der Fuhrparkmanager eben so diese Total Cost of Ownership als zentrales Steuerungselement sehen. Was kostet mich mein Fuhrpark, daran werde ich gemessen und wie bekomme ich den sowohl in den Anschaffungskosten aus, auch in den Betriebskosten optimiert. So und das waren so die drei sehr, sehr bestätigten Punkte, die ich mir da teilen wollte. Was in dem Report auch klar wurde, ist die Komplexität und die Hürden, die dahinter stecken. Und wir haben so ein bisschen schon berührt, wie viele Fragen, die damit verbunden sind, die der einzelne Fuhrparkmanager gar nicht alleine beantworten kann. Dadurch haben wir uns ein Stück weit bestätigt gefühlt in dem Ansatz, wie wir unser Portfolio gerade gestalten und mit welcher Art und Weise wir auf unsere Kunden zugehen.

  12. Sebastian Steffen:

    Wenn wir jetzt beim Thema Komplexität sind oder bleiben, ist nicht der komplexeste Part eigentlich derjenige, die Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen mitzunehmen bei dem Wandel?

  13. Joschi Jennermann:

    Das spielt auf jeden Fall eine große Rolle. Gleichzeitig ist es spannender, wenn man jetzt ein Stück weit, und wir haben ja in der Alley sowohl B2C als auch B2B-Produkte, gibt es durchaus unterschiedliche Entscheidungs- und Nutzungsmuster. Und jetzt greife ich mal ein, zwei Beispiele raus. Wenn jetzt in dem B2C-Kontext ein EMI-Fahrer, also jemand, der ein Elektrofahrzeug fährt, sehr kostensensitiv ist, indem dass er jedes Mal wieder im Prinzip diese Abwägung trifft, wo lade ich jetzt, was kostet mich das? Es ist ein Stück weit anders im B2B-Umfeld. Da ist das Thema Kosten sehr stark, weil in dem Moment, wo man sich für einen Lösungsanbieter entscheidet, in der Nutzung dann, also dann ist quasi der Entscheidungsträger der Fuhrparkmanager, in der Nutzung dann der einzelne Dienstwagennutzer hat dann ein Stück weit andere Entscheidungskriterien. Da rücken dann Convenience stärker im Vordergrund, Erreichbarkeit. Den Einzelnen interessiert im B2B-Kontext dann gar nicht so sehr, was kostet mich jetzt der jeweilige Tank oder der Tank- oder Ladevorgang. Von daher hat man natürlich als Unternehmen ein Stück weit, und das ist glaube ich Chance und auch Risiko, dass man stellt den Mitarbeitenden eine Flotte zur Verfügung und hat darüber auch ein Stück weit aber auch eine Steuerungsfunktion. wie ist das zu nutzen, an welcher Stelle und wir plädieren immer dafür, gerade wenn es die ersten Schritte sind, die ersten Elektrofahrzeuge in die Flotte zu kommen, da wirklich Multiplikatoren zu finden, Verstärker zu finden und das wirst du, das werden viele von euch irgendwie im Freund und Bekanntenkreis sehen, dass am Anfang wahnsinnig viel Hürden sind, wahnsinnig viel Vorurteile und sobald man irgendwie Zugang zur Elektromobilität hat, sich die relativ schnell auflösen und man eher sogar Vom vielleicht Kritiker am Anfang zum absoluten Befürworter entwickelt. Deswegen ist es immer eine charmante Lösung, ein Stück weit Multiplikatoren, denen man dann die ersten Elektrofahrzeuge zur Verfügung stellt, um dann quasi so ein Stück weit die Befürchtungen damit einhergehen zu nehmen. Und dann liegt es natürlich auch in der Hand, wie führe ich so ein Thema im Unternehmen ein. suche ich das eher so ein bisschen als vermeintlich unterschätztes Thema und habe dann aber auch noch halbgare Lösungen, die vielleicht dann zu Frust führen und das kann, glaube ich, schnell passieren. Beispiel, ich investiere vielleicht oder ich nehme die günstigste Wallbox am Markt und platziere die auf meinen Mitarbeiterparkplatz und die funktioniert in jedem zweiten Vorgang nicht. Dann habe ich natürlich einen gegenteiligen Effekt, setze ich das Thema aber von Anfang an vernünftig auf und verlässlich, es funktioniert, dann habe ich auch relativ schnell den Effekt, dass vielleicht Mitarbeitende, die über Tanken sozialisiert wurden über die letzten Jahrzehnte, auch sehr schnell einen Zugang zur Elektromobilität finden.

  14. Sebastian Steffen:

    In dem Zusammenhang nochmal die Nachfrage, die mir eben erst gekommen ist, die aber eigentlich offensichtlich ist. Wenn wir beim Thema Mobilität sind, das Auto an sich als Produkt, bringt ihr das auch in Flotten mit rein oder geht es bei euch rundherum näher um die Peripherie?

  15. Joschi Jennermann:

    Ja, also wir konzentrieren uns in der Elli und Elli Mobility natürlich um die Begleitservices. Gleichzeitig ist natürlich unser Mandat und unsere große Rolle auch in dem VW-Konzern eingebettet. So ist es so, dass wir zum Beispiel... mit einer Volkswagen Leasing sehr eng kooperieren. Volkswagen Leasing ist vielleicht jetzt für den normalen Zuhörer gar nicht so greifbar, spielt aber grundsätzlich in der automobilen Wirtschaftskette eine relativ große Rolle, weil der Großteil der Fahrzeuge eigentlich finanziert sind, sowohl im privaten Markt als auch im gewerblichen Markt. Und darüber natürlich ein Stück weit auch unsere Stärke ist, die wir auch ausspielen. Jetzt spreche ich heute mit dir im Schwerpunkt über den B2B-Kunden. Da fängt natürlich oft die Journey an bei, ich beschaffe mir meine Flotte. Das mag eine Mixflotte aus verschiedenen Marken sein, aber dann sitzt in der Regel auch jemand mit am Tisch, der die Flotte finanziert, zum Beispiel eine VW Leasing. Und dann ist es ein relativ logischer Schritt, dann auch jemanden von uns mit am Tisch sitzen zu haben, der eben das Thema Betrieb, Laden und Tanken dann mit enabled und erklärt. Weil, und da schließt sich so ein bisschen der Bogen, man natürlich jetzt auf Kunden trifft, die viele Fragen haben vor dieser Transformation und man das gar nicht mehr so trennschaft trennen kann. Wann geht es um das Fahrzeug im Spezifischen? Und wann geht es eigentlich um den Betrieb und die Einbettung vielleicht im Gesamtenergiesystem? Und da erleben wir gerade viel Rückenwind in dem, wie das alles noch stärker zusammenwächst und dann unsere Kunden dadurch auch den Vorteil haben, dann wirklich im Prinzip alles aus einer Hand, auch wenn dann zwei, drei Experten als Ansprechpartner dagegen übersetzen, das bedienen zu bekommen. Weil das Gegenstück dazu, und das mag auch, das will ich gar nicht zu sehr kritisieren, das mag auch funktionieren, Das bringt aber ein Stück weit natürlich eine größere Fallhöhe mit, wenn ich mir diesen Flickenteppich selber zusammenbaue und ich habe einen Lösungsanbieter, der mir vielleicht die Fahrzeuge zur Verfügung stellt. Dann habe ich vielleicht nochmal einen separaten Versicherer. Ich habe nochmal jemanden separates, der bei mir die Ladeinfrastruktur aufbaut. Das bringt natürlich immer irgendwo einen Bruch mit sich und das Risiko, dass irgendwas nicht aneinander greift.

  16. Sebastian Steffen:

    Also Ideallösung, ich sage mal alle Produkte aus dem VW-Konzern, dann hat der Kunde auch keine Sorgen sozusagen, um das mal überspitzt zu sagen, aber ihr seid als Dienstleister, um das auch festzuhalten, so weit habe ich es zumindest auch verstanden, beratet ihr auch Flotten, wo im Zweifelsfall auch kein VW-Fahrzeug unterwegs ist und würde da eben auch trotzdem die entsprechende Lösung für den Kunden bereithalten.

  17. Joschi Jennermann:

    Genau und natürlich schlagen zwei Herzen in meiner Brust und ich glaube, dass der VW-Konzern in Summe, wenn man sich so ein Stück weit die Zulassungsstatistiken gerade anschaut, die Hausaufgaben absolut erfüllt und der relevante Marktbespieler in Europa ist. Und gleichzeitig ist unser Ansatz ein Stück weit neutraler in dem Sinne, dass wir kein geschlossenes Portfolio anbieten und gerade in einem Flottenkontext hast du sehr oft Mixflotten, die natürlich über die Grenzen des VW-Konzerns hinausgehen. Deswegen sind wir lösungsoffen. Ich gebe dir ein konkretes Beispiel. Das mag Fahrzeuge beziehen, das mag aber zum Beispiel auch beziehen, dass natürlich haben viele schon eine Wallbox zu Hause und natürlich betten wir jeglichen Wallbox-Hersteller dann in dem Kontext ein, dass ich meine Ladevorgänge zu Hause abrechnen kann und halten da nicht irgendwie zwanghaft irgendwie ein geschlossenes Ökosystem zusammen. Ich glaube, das wäre ein Stück weit realitätsfern.

  18. Sebastian Steffen:

    Man würde ja wahrscheinlich auch den Kunden dann eher abschrecken, wenn er sagt, okay, jetzt muss ich ja nochmal Geld investieren für Produkte, die ja eigentlich schon an der Wand hängen, wenn wir bei dem Thema Wallbox bleiben.

  19. Joschi Jennermann:

    Absolut und es wäre auch nicht nachhaltig. Wir treten ja auch mit diesem Nachhaltigkeitsmotiv an in dem, was wir tun. Und genau. Und in vielen unserer Angebote wirst du sehen, und das ist natürlich der Anspruch von einem VW-Konzern, je mehr Komponenten aus einer Hand bedient werden, desto besser greifen die ineinander, desto stärker ist die Customer Experience, die der Kunde erlebt. Was aber nicht heißt und es geht ein Stück weit Hand in Hand, dass natürlich und es fängt bei den Fahrzeugen an und es geht bei unseren Produkten weiter, die natürlich links und rechts anschlussfähig sind in der Kombination mit verschiedenen Stromtarifen, verschiedenen Hardware-Varianten und das könnten wir jetzt unendlich weiterspinnen.

  20. Sebastian Steffen:

    Vorhin hast du noch einen wichtigen Punkt gesagt, den ich finde, den man im Privatkundenbereich leider nicht gut genug kommuniziert. Auch jetzt von VW-Konzernen, die doch einiges richtig machen, aber gerade das Thema TCO, Total Cost of Ownership. Im Flottenbereich wird das wahrscheinlich bis auf den letzten Cent aufgetröselt in manchen Bereichen, weil das eben dementsprechende Relevanz hat. Im Endkundenbereich wird eher immer noch versucht, über Emotionen zu verkaufen. Spielen Emotionen überhaupt eine Rolle bei den Produkten, die ihr verkauft? Oder geht es da tatsächlich um die letzte Kommastelle dann?

  21. Joschi Jennermann:

    Spannend, dass du das ansprichst, weil wir im letzten Jahr da schon einen Switch erleben. Gerade getrieben auch aus dem Kontext, dass der Elektromobilität zumindest im letzten Jahr ein Stück weit angehaftet hat, zu teuer zu sein in der Anschaffung, in der Nutzung. Ich gebe dir ein konkretes Beispiel. Wir haben letztes Jahr die neue Generation der Wallbox eingeführt, dann auch quasi im Markenwand bei VW, Skoda, Cupra und als LE-Variante, wo wir das Thema Smart Charging, also kostenoptimiertes Laden, stark in den Vordergrund gestellt haben, um genau eben dieses auch im Privatkundensegment stärker zu platzieren, stärker in nochmal eine Ja, klären hört sich immer so, aber doch ein bisschen aufklärend sagen, okay, wenn du deinen Ladevorgang, und das trifft ja auf den privaten Endgrund genau wie den gewerblichen, und wenn du dich richtig organisierst, dann kann Elektromobilität deutlich günstiger sein als alles, was du aus einer Verbrennerwelt kennst. Und gleichermaßen, wenn du es aber falsch organisierst und halt immer nur an der teuersten Ladesäule lädst, dann kannst du natürlich auch den entsprechenden negativen Einschlag haben. Und das gilt gleichermaßen. Und ich bin bei dir natürlich, lebt ein Automobilgeschäft im Privaten. Wenn man sich noch auch heute die Sprache in der Werbung anschaut, ist die natürlich absolut emotionsgetrieben. Ich glaube aber... dass sich das auch auf das Thema Laden und Energie übertragen lässt. Und es gibt durchaus Marktbegleiter, die das auch schon, wenn man sich jetzt verschiedene TV-Spots anschaut und so weiter, wo das auch stärker in den Fokus rückt.

  22. Sebastian Steffen:

    Ja, vielen Dank. Ich glaube, da haben wir einen ganz guten Überblick darüber bekommen, was die E-Mobility macht, wie ihr dabei helft, eben diese Transformation voranzutreiben. Vielleicht zum Ende noch die Frage sozusagen, wenn du die Glaskugel mal aus deiner Schreibtischschublade herausholst, wie siehst du die Entwicklung am Markt? Wie schnell oder wie langsam findet deiner Meinung nach der Wandel hin zur vollen E-Mobilität statt? Sehen wir das bis 2035, was immer noch so als Zahl herumschwirrt, oder wird das eher die Jahre danach dann noch betreffen?

  23. Joschi Jennermann:

    Wir sehen, dass es eine Spannung an dem B2B-Umfeld ist, dass im B2B-Umfeld die Elektrifizierung ein Stück weit schneller vorangeht als im privaten Segment aus verschiedenen Faktoren. Es gibt natürlich gewisse regulatorische Rahmenbedingungen, die es bedingen, aber eben auch, weil es ein Stück weit eben in diesem Kostenbewusstsein da eine Vorreiterrolle ist und Wir sehen heute schon, dass jedes zweite Fahrzeug, das neu registriert wird, findet im B2B-Umfeld statt und damit ist das ein sehr spannendes Umfeld, ein sehr spannender Treiber in dem Kontext Mobilitäts- und Energiewende in Summe. Da gebe ich dir keine eine Antwort auf den Fall, aber ich glaube, es ist ein bisschen unterschiedlich. In dem schaue ich mir B2B-Flotten an, schaue mir B2C-Kunden an. Ich glaube, worauf sich mittlerweile jeder verständigen kann, ist, dass dieser Shift Richtung Elektromobilität sich weiter umsetzen wird und wir natürlich in einem Zukunftsbild landen werden, wo nahezu jede Art der Mobilität elektrisch sein wird. gleichermaßen, wir haben die L-Immobility GmbH mit der Tankkarte natürlich auch aufgesetzt, weil wir sehen, dass wir über viele Jahre jetzt noch einen Mix im Markt haben werden und es deswegen genau geht in dieser Kombination, in der Überführung von dem reinen Verbrenner über die Mixflotten in die Elektroflotten und Wir sehen schon, dass über die nächsten, und jetzt hast du 2035 angesprochen, über die nächsten fünf bis zehn Jahre weiterhin natürlich sowohl in privaten als auch in geschäftlichen Mixflotten stattfinden werden. Ich denke, wenn wir das nächste Mal sprechen, werden wir aber sehen, dass mit jedem Jahr der Anteil der Elektrofahrzeuge gerade im gewerblichen Kontext deutlich nochmal zunehmen wird.

  24. Sebastian Steffen:

    Spannende, abschließende Einladung von deiner Seite. Danke für deine Zeit, Joshi.

  25. Joschi Jennermann:

    Vielen Dank, Sebastian. Danke für deine Fragen und danke an die Zuhörer und Zuhörerinnen.

  26. Sebastian Steffen:

    Das war es dann auch schon mit dem Blick hinter die Kulissen bei Lehmobility mit Joshi Jenermann. Ich hoffe, du konntest einiges mitnehmen aus dem Gespräch. Ich habe auf jeden Fall was dazugelernt. Bin aber vor allem auf die Studieumfrage gespannt, die man hoffentlich auch veröffentlicht oder zumindest noch Zahlen, Daten, Fakten zur Verfügung stellt, wie eben der Wandel stattfindet, worauf Wert gelegt wird und worauf eben weniger Wert weggelegt wird. Ich würde Wert darauf legen, dass uns ein positives Review hinterlässt oder einfach auch nur 5 Sterne bei Apple, iTunes, damit der Podcast auch von anderen ZuhörerInnen gehört wird. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut. Bis zum nächsten Mal. Ciao.