Citywatt: "E-Mobilität ist kein Mitnahmegeschäft"

Im Gespräch mit Manuel Dehmel, Leitung E-Mobility bei Citywatt

In der aktuellen Folge des Elektroauto-News.net Podcast habe ich Manuel Dehmel, seines Zeichens Leitung E-Mobility bei Citywatt, zu Gast. Citywatt selbst hat 2016/2017 mit der Beratung von Unternehmen in Hinblick auf E-Mobilität begonnen, wie das Ganze eben im Unternehmen umgesetzt werden kann, auch unter Zuhilfenahme von Photovoltaik-Anlagen, Energiespeicher, ist dann aber auch darüber hinausgewachsen, berät mittlerweile Elektriker, um eben auch Ladelösungen anzubieten.

Da geht es dann nicht nur um zwei AC-Ladepunkte, die dort installiert werden, sondern Komplettkonzepte, mehrere Ladestationen aufwärts, um damit auch die Ladeinfrastruktur in den Massenmarkt hereinzubringen. Das dritte Standbein von Citywatt haben wir auch angerissen: Citywatt Investment, indem man HPC-Ladeparks aufbaut, fünf HPC-Ladepunkte, Leistung von 300 bis 400 Kilowatt und diese dann aber auch querfinanziert oder finanzieren lässt über Family-Offices Fonds oder andere Investoren, die in diesen Markt der E-Mobilität einsteigen wollen, um da auch längerfristig Geld damit zu verdienen. All das erfährst du im Gespräch mit Manuel. Wir gehen direkt rein in die Folge. Viel Freude damit.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-Newsbook-Net-Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Manuel Dehmel, seines Zeichens Leitung E-Mobility bei CityWatt, zu Gast. CityWatt selbst hat begonnen, damals 2016, 2017, mit der Beratung von Unternehmen in Hinblick auf E-Mobilität, wie das Ganze eben im Unternehmen umgesetzt werden kann, auch unter Zählvernahme von Photovoltaikanlagen, Energiespeicher... Ist dann aber auch darüber hinausgewachsen, berät mittlerweile Elektrika, um eben auch E-Mobile-Lösungen anzubieten. Und da geht es dann eben nicht nur um zwei AC-Ladepunkte, die dort installiert werden, sondern komplett Konzepte 20 Ladestationen aufwärts, um damit auch die Ladeinfrastruktur in den Massenmarkt reinzubringen. Und das dritte Standbein von CityWatt haben wir auch angerissen, CityWatt Investment, indem man HPC-Ladepacks aufbaut, 5 HPC-Lader, 10 Ladepunkte, Leistung von 300 bis 400 Kilowatt und die dann aber auch querfinanziert oder finanzieren lässt über Family Offices, Fonds oder andere Investoren, die in diesen Markt der E-Mobilität einsteigen wollen, um da eben auch längerfristig Geld damit zu verdienen. All das im Gespräch mit Manuel, wir gehen direkt rein in die Folge, viel Freude damit. Servus Manuel, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über CityWatt heute unterhalten. Im Vorgespräch hast du mir schon mal so drei Themenfelder mit auf den Weg gegeben, wo ihr denn aktuell aktiv seid. Bevor wir da allerdings reingehen, stell dich doch gerne unseren Hörerinnen mal selbst vor, wer du bist und was du bei CityWatt machst.

  3. Emil Manuel:

    Ja, hallo zusammen. Danke Sebastian für die Einladung und für die Möglichkeit, dass wir heute das Gespräch führen dürfen. Kurz zu mir, mein Name ist Emil Manuel, bin mittlerweile 37 Jahre alt, habe zwei liebe Kinder und bin Vollblut-Immobilist. 2017 habe ich zusammen mit unserem Geschäftsführer der Firmengruppe Braml die Idee gehabt, die E-Mobilität irgendwie anzutreiben und durch das, dass ich da Affinität zu dem Thema habe und aus meiner Historie heraus als Kfz-Mechaniker über Maschinenbau, über verantwortliche Positionen, über Konzernintegration viel erleben habe dürfen in meiner Zeit, war das für mich so der Punkt. Geil, neues Thema, neue Idee, klassisch aus der Garage was entwickeln, so kann man das auch in diesem Fall sagen. Und so war die Geburtsstunde der heutigen CityWatt-Struktur.

  4. Sebastian:

    Und die CityWatt macht was? Also du hast mir vorher gesagt, ihr seid beratend tätig für Business, für Geschäfte, Unternehmen sozusagen. Im Bereich Ladeinfrastruktur kannst du ja gleich ausführen. Ihr macht ein Fachpartner-Netzwerk, was ihr am Start habt für Elektriker, die ihr weiterbildet. zu Profis für E-Mobilität sozusagen und habt eure eigenen HPC-Ladeparks, wo ihr auch mit den ganz Großen sozusagen vorne mitspielt, können wir ja nach und nach eingehen. Ich glaube, der Start damals, wenn ich es noch richtig weiß, war eben mit dieser Hinblick drauf, wie mache ich Unternehmen fit für Ladeinfrastruktur. Vielleicht kannst du uns da ein Stück weit abholen, wie es damals begonnen hat und wie eben jetzt auch die weiteren Schritte in diese Richtung waren.

  5. Emil Manuel:

    Ja, die Idee, warum die CityWare so gegründet war, war das Thema Betrieb und Abrechnung. Ladestrom wird zukünftig nicht verschenkt werden können, sondern muss irgendwie erfasst werden, sei es, weil die Finanzinteresse daran haben, sei weil wir wissen, was da letztendlich an Energie drüber läuft oder sei es tatsächlich irgendwann einmal zu dem Punkt, energietechnische Steuerung, also auf der Lastseite, wenn gewisse Energie zur Vorhanden ist, die muss ja auch irgendwie kombinieren oder koordinieren. Unsere Sache war hier, da ein Konzept, eine Struktur aufzusetzen, die wir den Kunden auf der Betriebs- und Abrechnungsseite zur Verfügung stellen können. So, das war jetzt 2016, 2017. Die Kunden haben in dem Bereich natürlich noch relativ wenig gewusst und auch wir hier am Standort haben mit unseren 50 Fahrzeugen, die wir haben, auch die Notwendigkeit gehabt, das Thema irgendwie auf die Straße zu bringen. Was war dann die Idee dahinter? Neben dem, dass wir das Betriebskonzept für uns überlegt haben, haben wir entschieden, 2018, 2019 einen großen Ladepark hier bei uns aufzubauen. Also das ist Deutschlands größter E-Tankstellen-Testpark. Wir haben ja mittlerweile über 50 Ladepunkte im AC- und DC-Bereich. Um die Kette zu verstehen von Betrieb über Mittelspannungsanschluss, nenne ich es mal so, war so dieser Gedanke, Ladeinfrastruktur nur zwei Wallboxen hinschrauben, ist nur die halbe Wahrheit. Es geht um viel, viel mehr. Es geht um das, dass wir... Mittlerweile unsere Unternehmenskunden so weit fit machen, auf die Reise mitzunehmen. Was bedeutet E-Mobilität für dich? Was hat das für Auswirkungen auf deine Flotte? Wie wirst du dich verändern müssen, um deine Flotte dahingehend tatsächlich elektrifizieren zu können? Das war die Geburtsstunde dessen und so betreuen wir heute unsere B2B-Kunden. Also die Kunden ab der ersten Frage von der Idee einer Wallbox umzusetzen, eigentlich abzuholen und sagen, E-Mobilität wird in Zukunft so und so sein, um ihnen die Lage vorzunehmen, zu versetzen, richtige Entscheidungen mit uns gemeinsam rauszuarbeiten.

  6. Sebastian:

    Und aber dann eben auch nicht die Entscheidung jetzt für ein, zwei Jahre im Voraus sozusagen, sondern auch schon weitergedacht in diese Vision, wo kann E-Mobilität für das Unternehmen hingehen, wo kann das in zehn Jahren sein, gegebenenfalls auch in Verbindung vielleicht mit Batteriespeicher, mit Photovoltaik, also schon rund ums Sorglos-Paket sozusagen.

  7. Emil Manuel:

    Ja, genau, das ist genau richtig. Ich würde jetzt konkret an einem unserer größeren Kunden beschreiben. Das ist ein Automobilzulieferer mit 70.000 Mitarbeitern weltweit. Den haben wir hier 2019, 2020 kennenlernen dürfen. Der Markt war natürlich in keinster Weise irgendwie durchsichtig. Also wer kann was anbieten? Das ist ja jetzt in der jetzigen Phase ja ganz anders. Jetzt bietet jeder alles an und was er dann liefert, ist ja dann auch wieder was anderes. Aber das war dann die Geburtsstunde einer sehr langfristigen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Ideen, die sie gehabt haben. Wir möchten unsere Ladeinfrastruktur oder unsere Flotte anbieten. immer mehr in die Elektrifizierung reinbringen. So, die waren die Ideen, die ersten Ideen. Wir möchten, sagen wir mal, im zweistelligen Bereich Ladepunkte aufbauen. Und dann sind wir mit unserer Erfahrung dazugekommen und haben gesagt, okay, ein zweistelliger Bereich Ladepunkte aufzubauen jetzt am Standort macht Sinn. Aber jetzt schauen wir uns einmal die Zahlen, Daten, Fakten an, auch was die Elektrifizierung im Sinne von Leasing läuft aus etc. bedeutet. Was war das Ergebnis? Eine Elektrifizierung eines Parkhauses In der Vorbereitung für 100 Ladepunkte, also ganz wichtig in der Vorbereitung, das heißt, wir möchten jetzt 100 Ladepunkte aufbauen, aber zumindest das Bewusstsein schaffen, 100 Ladepunkte in der Vorbereitung soweit aufzubauen und diese Ladepunkte dann sukzessive mit dem Hochlauf, so wie es notwendig ist, auch tatsächlich zu installieren. Das bedeutet, vom Mittelspannungsanschluss war das Bewusstsein da, von der Anzahl der Ladepunkte war die Skaliermöglichkeit im Endeffekt da, Und die Besonderheit in dieser Konstellation ist auch, dass hier eine große Photovoltaikanlage mit dazu gebaut worden ist, dass man auch hier natürlich zukünftig die Energie, die man braucht, im größten Teil auch von der in der Eigenproduktion zur Verfügung stellen kann.

  8. Sebastian:

    Sehr spannend und glaube ich auch sehr greifbar dann eben, um dieses Gesamtkonzept, was ihr da eben vertreibt oder beratet, greifbar zu machen für unsere Hörerinnen. Von daher gehen wir mal in den zweiten Zweig, den ihr habt. Du hast es vorhin das Fachpartner-Netzwerk genannt, was ihr vorantreibt und auch unterstützt. Und wo ja quasi auch diese Expertise aus diesem ersten Zweig dann übertragen werden kann in dieses Feld. Magst du uns dazu ein paar Worte verlieren oder mit auf den Weg geben, worum es sich dabei handelt?

  9. Emil Manuel:

    Die CityWatt ist grundsätzlich ein E-Mobilitätsspezialist in dem Bereich. Mittlerweile haben wir über 30 Mitarbeiter eingesetzt, um die E-Mobilität nach vorne zu treiben. Die CityWatt selber ist aber aus dem Ursprung raus aus der Praml und aus der Wattlein. Wir sind eine Firmengruppe mit mittlerweile 400 Mitarbeitern und 50-jähriger Erfahrung. auf der Elektroinstallationsseite und auf der Energiebeschaffungsseite. Also in diesem Markt fühlen wir uns sehr wohl. Warum führe ich das kurz aus? Weil im Bereich der Elektroinstallationsbereiche auf der Prammenseite viele, viele Jahre, also ich möchte jetzt fast sagen 25 Jahre zurück, Watervoltaik insbesondere in den Markt reingetrieben wurde. Und über diese langfristige Zusammenarbeit im Markt hat man natürlich unglaubliches Netzwerk auf der Elektroinstallationsseite mit Elektrofachhandwerkern. Und diese Elektrofachhandwerker nehmen wir auch in der Cityward auf, um sie in die E-Mobilität einzuführen. Soll bedeuten, wir versuchen, die Elektriker dahingehend zu erklären, was wir auf der B2B-Seite mit den Unternehmenskunden machen, machen wir hier mit den Elektrikern, zu erklären, was die E-Mobilität in Zukunft bedeutet. Und auch hier, nicht nur zwei Wallboxen ist das Interessante, sondern vielleicht 20 Wallboxen und im besten Fall kommunizierend und steuernd, dass ich hier effiziente Infrastruktur aufsetze. Und da wir dieses Netzwerk aus der PV-Branche haben, Nehmen wir hier die Elektriker an die Hand und erklären ihnen oder bieten ihnen an, deren Produktportfolio neben PV und anderen Gewerken durch die E-Mobilität zu erweitern. Und wir sind im Hintergrund, liefern Hardware auf der einen Seite, liefern das Betriebskonzept auf der anderen Seite und unterstützen bei den Projektabwicklungen.

  10. Sebastian:

    Das heißt, euer Part, wie ihr dann quasi mit Geld verdient, ist eben... an die Hardware, die dann ein Stück weit geliefert wird oder an den Elektriker, die der dann verbaut schlussendlich und bezahlt er auch nochmal für diese Beratungsleistung beziehungsweise dafür, dass er Teil in eurem Netzwerk ist oder ist das eigentlich eher die Basis dafür, damit ihr ins Geschäft kommt miteinander?

  11. Emil Manuel:

    Zum Schluss geht es ja in der jetzigen Phase tatsächlich nicht, wenn man Partner findet, langfristige Partner und um das geht es ja, weil E-Mobilität ist ja nicht was verkaufen und dann war es das und auf Wiedersehen. sondern es geht ja wirklich um langfristige Partnerschaften. Und wenn man die schon hatte, so wie es jetzt bei uns im PV-Bereich ist, ist es natürlich sehr gut, wenn man sich mit einem Gentleman's Agreement in die Augen schauen kann. Man spricht die gleiche Sprache und man sieht die Mehrwerte, die man dazwischen drin hat. Das heißt, wenn der Elektriker von uns nach Hause Unterstützung kriegt und auf der anderen Seite fairerweise die Hardware über uns bezieht und das Betriebskonzept mitgibt, dann glaube ich, ist das eine Win-Win-Situation gewesen. um deren Kunden, also um seine Kunden nicht abweisen zu müssen, sondern tatsächlich mit einer vernünftigen E-Mobilitätslösung versorgen zu können. Also deine Frage zum Beantworten. Auf der Ebene möchte man kein großes Geld verdienen, sondern das machen wir tatsächlich dann über die Projektabwicklung, über Hardwarekauf und Betriebskonzept.

  12. Sebastian:

    Ist ja auch sympathischer, auf jeden Fall, ich sage mal, dann steht ein konkreter Case dahinter, dann hat der Elektriker auch Spaß daran und geht jetzt nicht erstmal in Vorinvestitionen rein, damit er beispielsweise so eine Mitgliedergebühr für euer Netzwerk zahlen muss, sondern profitiert auch dann schlussendlich davon, wenn der Auftrag da ist. Und wird das dann gut angenommen? Könnt ihr damit auch schon, ich sage mal, erfolgreiche Projekte vorweisen, wo ihr dann eben vermittelt habt, dass man auch potenziellen neuen Partner eben aufzeigt, okay, das macht schon Spaß, mit CityWatt da auch enger zusammenzuarbeiten, weil es eben Win-Win für alle Seiten ist?

  13. Emil Manuel:

    Ja, natürlich haben wir da schon einige Unternehmen jetzt mit angebunden, das definitiv. Aber man ist schon dazu zu sagen, es ist nicht ganz so einfach, das Thema bei den Elektrikern so zu platzieren, dass man denen eigentlich erklärt oder versucht, auf die Reise mitzunehmen. E-Mobilität zu deinem jetzigen Geschäftsmodell ist jetzt nicht einmal nur schnell ein Mitnahmegeschäft wie Produkt X oder Y, sondern die E-Mobilität muss dir, lieber Unternehmer, bewusst sein, dass du eigentlich da jetzt drei, fünf Mann beschäftigen kannst, um das Thema ernsthaft aufzubauen und auch für dich nachhaltiger Struktur zu finden. Weil nur mit einem Mann, der ein bisschen E-Mobilität macht, das wird auch nicht der richtige Fachpartner sein, weil zum Schluss muss ich es ernst nehmen. Und wenn man ein bisschen zurückschaut in den Markt die letzten zwei, drei Jahre, wissen wir alle, wie die Elektriker ausgelastet waren in der Hinsicht. Demzufolge das Interesse dahingehend, neues Produkt, komplexes Produkt, wo sie sich vielleicht auf der einen oder anderen Seite nicht ganz so sicher sind, ist es gar nicht so einfach gewesen, die Leute da mitzunehmen. Aber auf der anderen Seite, durch das, dass wir offene Kommunikation haben und als Niederbauern mit Sicherheit auch, sehr, sehr umgänglich sind, glaube ich, haben wir da immer einen ganz guten Draht gefunden, um auf der einen Seite vielleicht ein bisschen mehr Projekte miteinander umzusetzen und wenn der sagt, okay, es geht jetzt in der momenten Phase nicht, mein Gott, dann müssen wir halt ein bisschen zurücktreten und warten, bis bei dem die Auftragsbücher wieder zu und zu der E-Mobilität dann auch passen. Ich glaube, in der jetzigen Phase kann man es einfach nicht erzwingen. Wir sind jetzt nicht mehr ganz am Anfang, aber sind, ich sage einmal, in der gesamten Marktdurchdringung wahrscheinlich bei 10 bis 15 Prozent, wo wir gerade stehen, in Summe der E-Mobilität, was noch alles vor uns liegt. Und demzufolge muss man da einfach ein bisschen abwarten und jetzt nichts erzwingen.

  14. Sebastian:

    Ja, ich glaube, das ist ein wichtiger Satz. Oder wie du es auch genannt hast, E-Mobilität kein Mitnahmegeschäft. Also schöne Headline von dir, die da so zwischendurch gedroppt wird. Weil das ist genau diese Goldgräberstimmung, die da vor ein, zwei Jahren aufgekommen ist. Das haben wir hier bei unserem Mehrfamilienhaus auch gesehen. Da hast du drei Elektriker angefragt, da waren Angebote mit dabei. Teilweise 15.000 Euro Unterschied und die haben dieselben Geräte angeboten. Also das ist ja so, dass ich da auch ein bisschen Überblick drüber hatte. Wo du auch einfach gemerkt hast, manche haben Wallbox da vielleicht zum ersten Mal davon in der Zeitung gelesen, aber wussten noch gar nicht, was es mit auf sich hat, geschweige denn Lastmanagement und so Geschichten. Also von daher schon sehr wertvoll und glaube ich auch zielführend, dass ihr das dann auch dementsprechend einordnet und sagt, okay, ihr müsst das auch längerfristig eben mitdenken. Aber ihr seid jetzt nicht nur bei Unternehmen oder mit den Experten da unterwegs oder Elektriker, die ihr aufbaut, sondern du hast auch vorhin gesagt, ihr scheut ja auch nicht auf die große Bühne zu gehen sozusagen. Stichwort HPC, Charger, Ladernetzwerk. Da seid ihr ja auch mit eigenen Ladeparks am Start. Vielleicht magst du uns da ein Stück weit auch abholen, was da eben die dritte Säule ist bei eurem Geschäftsmodell.

  15. Emil Manuel:

    Das findet sich alles wieder unter dem Deckmantel oder unter dem Deckmantel unter dem Firmennamen CityWideInvestment. Warum heißt das Cityward Investment? Wir haben ja irgendwann gesagt, okay, der HPC-Bereich ist natürlich unglaublich interessant und jetzt haben wir natürlich über unser Firmennetzwerk mit 400 Mitarbeitern und wir haben ja mittlerweile einen Firmenbestand über 25.000 Kunden, die wir haben und das sind alles B2B-Kunden, haben wir natürlich viele Kunden mit dabei, die viele, viele Flächen draußen haben. Und aufgrund dieser Situation haben wir uns überlegt, okay, wie können wir auch in diesen Markt einsteigen und haben dann mit denen einen Standardpartner gefunden, wo wir Flächen bekommen haben, wo wir Flächen entwickelt haben, um diese zu elektrifizieren. Elektrifizieren bedeutet, Mittelspannungsanschluss drauf hinstellen und in der jetzigen Form 5 HPC-Lader mit 10 Ladepunkten 300 kW bzw. zukünftiger 400 kW an Ladeleistung pro Ladepunkt anzubieten. Das ist die Einflugsteise gewesen. So, jetzt sind wir natürlich als Mittelstandsunternehmen ganz gut unterwegs und haben innovative neue Ideen. Und das Thema HPC-Infrastruktur aufbauen ist natürlich auch kapitalintensiv. Wir als Mittelstandsunternehmen haben zwar eine solide Struktur, aber was im HPC-Bereich abgeht, muss man natürlich andere Wege finden. Somit war die Überlegung, ähnlich wie es in der PV war, Dächer abmieten und diese Dächer dementsprechend über Investitionsprogramme an Investoren weiterzugeben. Mit diesem Gedanken haben wir auch in die Investment eingestiegen und haben gesagt, unsere Parks wollen wir verlagern. Wir wollen die Flächen haben, wir wollen die Parks entwickeln, wir wollen diese Parks dann zum Zeitpunkt X gerne in den Finanzmarkt geben und die CityWatt ist im Hintergrund noch da und betreibt diese Parks schlüsselfertig. Schlüsselfertig heißt auf der einen Seite Kundenbetreuung, auf der anderen Seite natürlich Energiebeschaffung, bis zu dem, dass wir uns im Schneeräumen und Mülleimer lernen, um alles kümmern. Die Besonderheit in dem CityWatt Investmentmodell ist, dass wir Family Offices haben, Investmentfonds, Versicherungsgesellschaften, institutionelle Anleger, die diese Parks kaufen und aus diesen Parks eigene Finanzprodukte kreieren. Finanzprodukte dahingehend, dass sie natürlich sagen, okay, ich habe jetzt Fonds für mein Publikum. Das ist meinetwegen mit 40 Prozent PV, mit 30 Prozent Wind. Und jetzt schieben sie eben auch hier E-Mobilität mit rein und wird demzufolge auch unter der Bezeichnung des grünen Investments natürlich in den Finanzmarkt eingetrieben. Und das ist für uns eine ganz interessante neue Erkenntnis gewesen zum damaligen Zeitpunkt. Und mittlerweile machen wir es seit eineinhalb Jahren und haben da Kunden unterschiedlichster Anfrage- oder Unternehmensstrukturen aus der Finanzbranche gefunden, die diese Parks dann für sich erwerben und, wie schon erwähnt, in deren Geschäftsportfolio dann integrieren.

  16. Sebastian:

    Das heißt, alle Ladeparks, die ihr da sozusagen anbietet, habt den konkreten Kunden im Hintergrund, der sein Investment tätigt. Das ist jetzt nicht so, dass ihr da auch aus eigener Tasche heraus die betreibt, sondern immer eben mit einem Partner im Zusammenspiel.

  17. Emil Manuel:

    Sowohl als auch. Also natürlich haben wir auch eigene Parks und insbesondere im Eigenbesitz, also sagen wir im Familienbesitz der Brammel, der Familie Brammel, die ja die Geschäftsführer der Unternehmensfamilie sind, haben auch Eigeninvestitionen, aber wie du gerade schon richtig sagst, haben wir sowohl Einzelinvestoren, die einzelne Ladestationen kaufen, Einzelinvestoren, die einen Ladepark oder mehrere kaufen und mittlerweile, weil der Finanzmarkt natürlich nach Investments in dem Bereich auch sucht, auch schon Kunden, die im guten zweistelligen Bereich diese Parks dann abnehmen und demzufolge mit denen, mit der mit dem Finanzinvestment weiterarbeiten.

  18. Sebastian:

    Sehr spannend, das auch dann eben so als Investmentcase da an den Markt zu bringen und dann eben auch dementsprechend den Markt profitieren zu lassen. Und ihr tut ja gleichzeitig noch was Gutes mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur dann sozusagen. Gibt es da Hausnummern dafür, so ganz grob, was für so einen kompletten Ladepark, wo man sich da bewegt, wenn da jetzt ein Unternehmen reingehen will? Reden wir da von mehreren hunderttausend Euro, gehen wir da an die Millionen ran. Wenn wir jetzt mal von diesem typischen Ladepark, 5 HPC-Lader, 300 bis 400 Kilowatt Ladeleistung ausgehen, müsste ja relativ überschaubar sein vom Konzept her, dass das immer sich in der gleichen Range bewegt. Oder wie sind da die Abhängigkeiten, wenn du dazu was sagen kannst?

  19. Emil Manuel:

    Die Vorfinanzierungssituation im Sinne der Projektabwicklung, bis man überhaupt da hingekommen ist, dass man diese Parks jetzt, sag ich mal, wie... wie geschnitten Brot rausbringt. Das ist natürlich ein unglaubliches Investment auf unserer Seite gewesen, dass man überhaupt in diese Richtung kommt. Zudem haben wir eine unglaubliche, anstrengende Zeit hinter uns, was die ganze Situation auf der Einkaufsseite betrifft. Sei es die Trafo-Preise, sei es alleine die Kupferpreise, sei es Baukostenzuschuss. Also es ist ja unglaublich der Markt nach oben und nach unten gegangen und demzufolge haben wir da in der Konstellation Ladeinfrastruktur, ja, für uns entwickelt. Mit dem gleichen Konzept ist es richtig. Und die Bepreisung ist dann was, was man mit dem Kunden, je nachdem, was am Volumen im Einkauf oder was er abnehmen wird, was dementsprechend dann verhandelt ist.

  20. Sebastian:

    Sehr geschickt drum herum geredet. Dann fragen wir mal anders. Ich sage mal, der Kunde, der investiert, ob es jetzt ein Fonds oder ein Family Office ist, die erwarten ja auch eine gewisse Marge davon. Sind die denn dann zumindest abgesichert? Weil ich meine, wir haben ja diese ganze Strompreis-Debatte hoch, runter. Kriegen wir alles mit, wenn wir nur ein bisschen Nachrichten mitbekommen. Dabei wird ja aber der Kunde oder euer Investor ja dann genau an diesem Strompreis partizipieren, an dem Ladestrom davon profitieren. Und da ist es ja auch so, dass man jetzt nicht unbedingt einen Euro pro Kilowattstunde verlangen kann, sondern man muss ja auch kompetitiv am Markt unterwegs sein, damit überhaupt auch Ladekunden bei euch vorbeischauen. Könnt ihr dann eben eine stabile Marge garantieren? Nehmt ihr das Risiko auf euch? Ist da bewusst, dass das Risiko geteilt wird? Weil da muss ja auch ein gewisser Planungshorizont dahinter sein, wenn ich da jetzt ein paar hunderttausend Euro bis eine Million da in die Hand nehme für diese Ladepunkte, damit sich das auch wieder rechnet für mich. Wie wird das gehandhabt, wenn du da was sagen kannst?

  21. Emil Manuel:

    Um deine Aussage, weil du es gesagt hast, herumgeredet, möchte ich das auch gar nicht stehen lassen, sondern ich bin nur vorsichtig mit dieser Sache. Die Themen, die kommen in den Gesprächen mit den Investoren relativ schnell natürlich auf den Tisch, dass man die Diskussion führt. Aber oftmals ist es besser, wenn man ein bisschen mehr Zeit hat, um das Thema auszuführen, um dann in der Preisbildung ein anderes Verständnis zu haben. Und das würde ich jetzt in dieser Formatsituation, in der wir uns jetzt gerade befinden, vielleicht nicht unbedingt als Fördergesunden, sondern Interessierte gerne bei uns in Kontakt treten, um ein bisschen Werbung zu machen, dann kann man das offen und ehrlich diskutieren, aber dann mit einem anderen Horizont, was wir ausholen können. Grundsätzlich zu deiner Frage der Stromeinkaufssituation und wie finanziert sich so ein Park, es ist auf der einen Seite natürlich das Thema der Marge zwischen Strom-EK und Strom-VK. Ich glaube, da lernen wir alle als CPO, sei es die CityWatt oder unsere ganzen Marktbegleiter in dem Bereich, Ich glaube, wir sind da auch erst ganz am Anfang, was das Thema Preis je Kilowattstunde betrifft. Das heißt, ja, so ein Park finanziert sich aus der Marge bezüglich der Kilowattstunde. So ein Park finanziert sich aber auch in Zukunft natürlich mit der Möglichkeit der Werbungssituation. So ein Park hat Finanzierungsmöglichkeiten auf das, was in Zukunft an so einem Park noch alles möglich ist. Also mit weiteren Themen, sei es jetzt eine Bistro-Thematik oder sei es zum Beispiel ein Staubsauger, also da gibt es ja unglaublich viele Ideen, die man dann damit reinbringen kann. Wichtig ist in dieser Konstellation immer zu wissen, was ist dann so am Standard tatsächlich notwendig und nötig, ohne dass ich das jetzt aufbaue und zum Schluss wird es nicht genutzt, das ist dann eine Invitation in die Hose. Und ein weiterer Baustein ist natürlich, und deswegen ist das für den Finanzmarkt so interessant gewesen, hat das Thema Abschreibungen im Bereich der E-Mobilität. Da sind natürlich mit einem Abschreibungskonzept, insbesondere in der Infrastruktur, da vorhandene Investmentgelder. Natürlich auch nochmal einen Ansatzpunkt habe, wo ich sage, okay, so ein Investment ist interessant, um letztendlich den Business Case für die Zukunft dann auch vernünftig zu mit zu gestalten bzw. den Businessplan vernünftig zu verstehen. Fakt ist aber auch, neben dem, was du gerade gesagt hast, Marge der Kilowattstunde, ist es so, dass ein gewisser Glaube an den Hochlauf der E-Mobilität notwendig ist, weil Wie tickt denn der Markt heute? Also egal, ob ich jetzt in die Investment-Situation nach hinten schaue oder ob ich um Eichrecht schaue oder um andere Themen in der E-Mobilität in der heutigen Phase. Viele neue Leute, die in dieses Thema E-Mobilität reinkommen, suchen Händeringen nach irgendwelchen, wo ist ein Gesetzestext, wo ist ein Urteil. Also alle suchen immer irgendwas, wo sie nachlesen können. Und da muss man jetzt feststellen, in der E-Mobilität, Es ist ein unglaublicher Markt, er hat unglaubliche Auswirkungen auf alle möglichen. Also ich sage mal, einen Auspuffhersteller wird es in Zukunft so in der Form nicht mehr geben. Also haben wir auf der Lieferseite Verschiebungen, auf der Energiebeschaffungsseite werden wir Verschiebungen haben durch diese ganze Sache. Und zum Schluss müssen wir feststellen, die E-Mobilität hängt davon ab, wie schnell schaffen wir es, die Fahrzeugflotte, und wir wissen alle die 15 Millionen Fahrzeuge, was im Kopf ist, dass wir die elektrifizieren bis 2030, 2035. Und dann müssen wir feststellen, das ist aber auch nur ein Drittel der gesamten Pickover-Flotte, was heute im Markt draußen ist. Also der Glaube oder das Wissen, was in Zukunft passieren wird, ist eigentlich genau das, was ich heute in diesem Investment vorbringen muss. Ich kann nicht schauen, wie hat sich die Windsituation die letzten 20 Jahre gegeben, um einen Windpark zu rechnen. Ich kann nicht schauen, wie diese 20 Jahre Sonnenstunden waren in der Historie, um nach vorne zu rechnen. E-Mobilität ist dran zu glauben, die Infrastruktur an den richtigen Stellen dahingehend aufzusetzen, dass ich den Großteil der E-Flotte natürlich als Ladekunden gewinnen kann.

  22. Sebastian:

    Vielen Dank für deine Ausführungen. Da hast du ja nochmal die Zuhörer und Zuhörerinnen abgeholt, genau bei der Thematik, dass man jetzt nicht einfach nur eine Zahl in den Raum werfen kann, weil ja so viele Punkte eben auch zu bedenken sind, wie du eben ausgeführt hast für so ein Investment. Wo es ja schon mal begonnen mit der richtigen Lage, ob sich das überhaupt lohnt, dort Ladeinfrastruktur eben aufzubauen oder in so einen HPC-Park zu investieren. Ich glaube, wir haben jetzt hier einen ganz guten Abriss bekommen von eurem Angebot von CityWatt, was ihr im Markt anbietet, was für Möglichkeiten es gibt. Wir werden im Artikel dazu entsprechende Kontaktmöglichkeiten natürlich hinterlegen. Und wer mag, um zu sehen, was man an so einem Ladepark eben noch machen kann, der kann ja auch mal auf deinem LinkedIn-Profil vorbeischauen. Da habe ich gesehen, dass dann unter anderem am HPC-Lader mal ein Reifenwechsel gemacht wird. Auch eine schöne Sache. Ja.

  23. Emil Manuel:

    Tatsächlich, ja.

  24. Sebastian:

    Und von daher, Manni, vielen Dank für deine Zeit und für die Einblicke. Gerne, gerne. Das war sie also auch mal wieder, die aktuelle Folge des Elektro-Auto-News-Podcasts mit Manuel Dehmel von Silivat. Es war ein interessanter Einblick, den wir bekommen haben und auch darauf, wie sich ein Unternehmen innerhalb der letzten Jahre doch fortentwickeln kann in sich einem so schnell entwickelnden Markt wie der E-Mobilität eben. Ich hoffe, dir hat die Folge auch gefallen. Wenn das der Fall ist, lass uns gerne ein positives Review auf Spotify oder iTunes da. Ansonsten schalt gerne wieder kommende Woche ein, wenn eine neue Folge des Elektro-Auto-News-Podcasts online geht. Mach's gut, bis dahin, ciao.