- Webseite von Elektroauto-News.net
- Archiv des Podcast
- Kostenfreier Newsletter von Elektroauto-News.net
- Elektroauto Vorteile – Vorteile des Elektroantriebs
- Elektroauto Nachteile – Nachteile des Elektroantriebs
- Von Paris nach Frankfurt im Hyundai Kona Elektro
- Studie „Mobilität in Deutschland“: PKW sind „Stehzeuge“, Elektroautos erfüllen Bedürfnisse der Alltagsmobilität
- Elektroautos müssen ab 2019 Warntöne abgeben
- Mercedes-Benz: Bilanz der CO2‑Emissionen bei E-Autos und PHEV trotz hohem Aufwand positiv
Drei Vor- und Nachteile von Elektroautos
Edit speaker mapping
Change displayed names for speaker IDs in this transcript.
Transcript
- Intro:
Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.
- Sebastian:
Ich bin Sebastian und auch in Folge 2 unseres Podcasts mit Themen rund um die Elektromobilität wird es nicht langweilig. Versprochen. Denn in der aktuellen Folge widmen wir uns einem Thema, mit welchem man immer wieder in Berührung kommt, wenn man sich mit E-Autos beschäftigt. Den Vor- und Nachteilen von rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Damit wir aber alle auf dem gleichen Nenner sind, wenn wir von rein elektrischen Fahrzeugen sprechen, möchte ich noch einmal Folge 1 aufgreifen und erläutern, was wir unter einem Elektroauto verstehen. Es handelt sich hierbei um den Typ Fahrzeug, der an der heimischen Steckdose oder am öffentlichen Stromnetz sowie an speziellen E-Tankstellen geladen werden kann. Ausschlaggebend für das Fahrzeug ist, dass es seine Energie aus der Batterie bezieht, die wiederum genutzt wird, um den Elektromotor anzutreiben. Auch die Energie, die aus dem Bremsvorgang via Rekuperation zurückgewonnen wird, kann das Fahrzeug verwenden, um den E-Motor anzutreiben. Beginnen wir mit dem Positiven und setzen uns mit den Vorteilen von E-Autos auseinander. Hier habe ich mich auf drei wesentliche Vorteile von Elektroautos beschränkt. Der Elektroantrieb ist deutlich energieeffizienter als herkömmliche Antriebe und bietet einen höheren Fahrkomfort. Der Vergleich mit konventionellen Verbrennern liegt nahe, wenn man von Elektroautos spricht. Insbesondere beim Vergleich der Antriebe. So fällt beispielsweise auf, dass E-Antriebe die elektrische Energie deutlich effektiver in mechanische Antriebsenergie umwandeln und einen höheren Wirkungsgrad aufweisen. Hierzu als kurzer Einschub. Der Wirkungsgrad bezeichnet das Verhältnis von Aufgewandter zu nutzbarer Energie. Sprich, wie viel Energie wird reingesteckt und was kann davon tatsächlich genutzt werden. Beim Elektroantrieb ist es so, dass dieser Wirkungsgrad meist im Bereich von mehr als 90% und das nahezu im gesamten Arbeitsbereich liegt. Natürlich ist diese Zahl nicht besonders aussagekräftig, wenn man keinen Vergleich zieht. Daher der Vergleich zum Verbrenner. Dort sei gesagt, dass der Wirkungsgrad bei herkömmlichen Motoren einen maximalen Wirkungsgrad von 40% aufweist. Das allerdings auch nur in einem sehr eingeschränkten Drehmoment-Drehzahlbereich. In den anderen Drehmoment-Drehzahlbereichen sinkt der Wirkungsgrad beträchtlich. Betrachtet man also die reinen Zahlen, ist der E-Antrieb rein vom Wirkungsgrad mehr als doppelt so effizient wie der konventionelle Antrieb eines herkömmlichen Verbrenners. Zudem haben E-Motoren den Vorteil, dass die beim Bremsen gewonnene Energie genutzt werden kann. Dies geschieht, da das Elektroauto in einen Generatorbetrieb schaltet. Die beim Bremsen entstehende Energie wird dann wiederum genutzt, um die Akkus aufzuladen. In der Fachsprache wird dies als Rekuperation bezeichnet. Hierdurch ergibt es in Verbindung mit den hohen Wirkungsgraden ein deutlich geringerer Energieverbrauch von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu konventionellen Verbrennerfahrzeugen. Des Weiteren sorgt ein hoher Drehmoment bei selbst kleinen Drehzahlen dafür, dass E-Autos bereits aus dem Stand heraus mit hohen Beschleunigungswerten anfahren können. Das Schleifenlassen der Kupplung und mehrmaliges Schalten, wie man das vom herkömmlichen Verbrenner kennt, entfällt somit vollständig. Elektrofahrzeuge weisen somit ein höheres Potential für eine eher dynamische Fahrweise aus und bieten einen Fahrkomfort, welcher sogar den von Fahrzeugen mit Automatikgetrieben übertrifft. Vor Ort ist der Elektroantrieb der E-Fahrzeuge emissionsfrei, auch in Bezug auf seine Lautstärke. Schadstoff erzeugen E-Autos im Fahrbetrieb keine. Dies ist auch der Grund, weshalb reine Elektroautos als sogenannte Zero Emission Vehicle eingestuft werden, wenn man dies gemäß dem strengen Abgasstandard der CARP-Gesetzgebung des US-amerikanischen Bundesstaates Kalifornien betrachtet. Die Richtlinien der Europäischen Union stufen die E-Fahrzeuge ähnlich ein und sprechen dies zu, dass sie nicht zum CO2-Ausstoß der Fahrzeugflotte beitragen. Das ausschlaggebende Wort in diesem Zusammenhang ist allerdings lokal, denn wichtig ist hierbei die Tatsache, dass man den gesamten Lebenszyklus betrachtet, um ein möglichst realistisches Bild zu erhalten. Eine aktuelle Betrachtung der Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden durch Mercedes-Benz zeigt allerdings auf, dass diese hinsichtlich der CO2-Emission trotz des höheren Aufwands in der Herstellung durchweg positiv ist. Die ideale Lösung ist natürlich, wenn im Rahmen der Produktion regenerative Stromquellen genutzt werden. Dadurch würden E-Fahrzeuge auch bei der Gesamtbetrachtung keine nennenswerten Emissionen verursachen. Kommt eben immer darauf an, wie weit man es herunterbrechen möchte und wie genau man die Umweltbilanz betrachtet. Im Alltag profitiert man als Fahrer eines E-Fahrzeugs vor allem von den leisen Fahrgeräuschen. Selbst Fußgänger und andere Stadtanwohner profitieren von niedrigeren Fahrgeräuschen, insbesondere bei kleinen und mittleren Geschwindigkeiten, da dies zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen kann. Man muss allerdings auch bedenken, dass bei hohen Geschwindigkeiten der Effekt wegen der zunehmenden Abholgeräusche nicht mehr ganz so stark gegeben ist. Ab 2019 wird sich dies zumindest teilweise ändern, denn blinden Verbände konnten durchsetzen, dass Elektroautos per Gesetz einen Warnton abgeben müssen. Eine entsprechende EU-Verordnung wurde bereits im Jahr 2014 verabschiedet. Ist auch durchaus nachvollziehbar, können sich die blinden Menschen mit schlechter Sehkraft nur auf ihr Gehör verlassen, wenn sie eine Straße überqueren. Hier gilt es eben, nun eine Lösung zu finden, damit man in der Stadt nicht nur ein wildes Gepiepse hört, wenn mehrere E-Autos unterwegs sind. Elektromotoren sind leichter, kompakter und weitgehend wartungsfrei. Der Aufbau des Motors bei Elektrofahrzeugen ist deutlich einfacher und kompakter als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Die Leistung ist hierbei zwischen beiden Fahrzeugtypen vergleichbar. Gerade beim Elektromotor kommt zum Tragen, dass diese sich leichter regeln lassen. So stellt selbst das Umschalten von Vorwärts- auf Rückwärtsbewegung kein Problem dar. da dies alles elektronisch ohne Einschaltgetriebe erfolgt. Betrachtet man dagegen Autos mit Verbrennungsmotoren, sieht man gleich, dass allein die Regelung von Kraftstoffmenge Zündzeitpunkt bei möglichst sauberer Verbrennung schon einiges an Aufwand erfordert. Ein Punkt, in welchem Elektromotoren den Verbrennungsmotoren nachstehen, ist die Steuerungselektronik. Diese ist durch hohe Spannungen und Strömen um einiges aufwendiger als bei herkömmlichen Fahrzeugen. Die Wartungsfreiheit von Elektroautos zeichnet sich schon dadurch aus, dass Baugruppen wie Tank, Benzinpumpe, Öl, Öltank, Auspuffsystem, Anlasser, Lichtmaschine, Starterbatterie, Katalysator sowie Schaltgetriebe gänzlich fehlen. Alles Bauteile, bei denen schon mal kein Schaden auftreten kann. Auch die Bremsen werden beim E-Auto deutlich weniger beansprucht, da hier die Rekuperation der Bremsunterstützung zum Tragen kommt. Dies wirkt sich wiederum auf die Bremsbeläge und deren Lebensdauer aus. Alleine vom Serviceaufwand und möglichen Folgekosten siegt das Elektrofahrzeug deutlich gegenüber Diesel und Benziner. Ganz klar ist, wo Licht ist, ist auch Schatten. Dies trifft auch beim Elektroauto zu. Denn natürlich bringt dies nicht nur Vorteile mit sich. Die gängigsten Nachteile habe ich daher nachfolgend für dich zusammengestellt. Kostenfaktor von Elektroautos Egal mit wem ich über E-Autos spreche, irgendwann kommt deren Preis zur Sprache. Verständlich ist dieser meist deutlich höher als vergleichbare Verbrenner. Und die Kaufpreise haben es in sich. Und dabei ist nicht die Rede von großen E-Fahrzeugen wie dem Tesla Model S, Audi e-tron oder dem Jaguar I-Pace. Selbst vergleichbare, in Anführungsstrichen kleine Fahrzeuge wie der Nissan Leaf, BMW i3 oder auch die elektrifizierten Smart-Modelle warten mit stolzen Preisen auf. Aus meiner Sicht sollte man hier jedoch über den reinen Anschaffungspreis hinwegschauen. So gilt es ebenfalls die Erhaltungskosten von Elektroauto und Verbrenner zu betrachten. Ein Elektroauto lässt sich aktuell günstiger laden, als ein Diesel oder Benziner tanken kann. Die Kfz-Steuer ist günstiger und selbst bei der Haftpflicht schneiden die elektrifizierten Fahrzeuge günstiger ab. Des Weiteren fördert der Staat im Rahmen des Umweltbonus reine Elektroautos mit 4000 Euro, die zu 50% vom Staat, zu 50% vom jeweiligen Automobilhersteller getragen werden. In Summe wird der Kaufpreis dann immer noch höher ausfallen, aber für ein E-Auto entscheidet man sich zumindest heute noch bewusst aus anderen Gründen, wie beispielsweise unseren Umwelt und dem Preis, die einem dies wert ist. Dies kann natürlich nur jeder für sich selbst entscheiden. E-Technik steckt noch in den Kinderschuhen. Wie wir bereits in der ersten Folge des Podcasts gelernt haben, sind E-Autos keineswegs ein neues Phänomen. Gibt oder gab es diese bereits eine ganze Zeit? Hat sich eben alles nur ein wenig weiterentwickelt. Und dennoch besteht viel Entwicklungsbedarf. Die E-Technik steckt quasi noch in den Kinderschuhen. So ist die Ladezeit der Batterien heute noch ein Wermuttropfen, bis zu 10 Stunden vermag diese anzudauern. Eine Zeitspanne, in welcher man immerhin nicht mobil ist. Im Alltag sollte dies aber nicht oft problematisch sein. Denn während des Schlafs lässt sich auch ein langer Aufladevorgang bewältigen. Benötigt man spontan dennoch sein Fahrzeug, sieht es natürlich schlechter aus. Auch unklar ist die Haltbarkeitsdauer der Batterie. Konkrete Erfahrungswerte fehlen hierbei einfach noch. Automobilhersteller reagieren darauf mit Mietangeboten für E-Auto-Batterien. Auch über das Recycling der Batterien machen sich diese immer mehr Gedanken und haben bereits vielfältige Lösungsansätze hierfür gefunden. Dennoch dürfte gerade bei der Entwicklung der Elektrotechnik noch einiges an Potenzial versteckt sein. Reichweitenangst. Langstrecken und Elektroautos. Mit einem herkömmlichen Verbrenner kann ich locker mehr als 500 Kilometer fahren. Mit einem E-Auto eher nicht. Aber braucht man das noch? Zumindest fühlt man sich wohl nicht wohl mit der Vorstellung, wenn ein E-Auto keine 500 Kilometer plus mit einer Akkuladung schafft. Dabei sollte man sich ernsthaft die Frage stellen, wann und wie oft sind tatsächlich Langstrecken vonnöten? Eher selten. Die Studie Mobilität in Deutschland 2017 ist eine der umfassendsten Studien zur Alltagsmobilität weltweit und hat auch dieses Thema betrachtet. Dabei hat sich gezeigt, dass das Phänomen der Reichweitenangst unbegründet ist. Dies zeigt sich recht deutlich dadurch, dass ein PKW im Schnitt weniger als eine Stunde unterwegs ist. Das schafft selbst ein E-Auto mit Mini-Akku. Zudem sind zwei Drittel aller Wegstrecken kürzer als 10 Kilometer. Dies zeigt, dass die Bedürfnisse der Alltagsmobilität eigentlich sehr gut kompatibel sein mit der E-Mobilität. Man müsste sich eben nur mal selbst eingestehen, wie viel Strecke das eigene Fahrzeug in der Tat realistisch zurücklegen muss. Aus eigener Erfahrung kann ich von meiner Reise mit dem Hyundai Kona Elektro von Paris nach Frankfurt berichten, dass wir diese Strecke in der Tat nicht mit einer Akkuladung geschafft hätten. Wäre zwar theoretisch möglich gewesen, aber man muss sich dazu aktuell noch ziemlich stark im Griff haben, um nicht zu viel Energie zu verbrauchen. Das äußert sich eben dadurch, dass die Geschwindigkeit eben ständig und stetig auf einem Niveau bleiben sollte, gerade bei Überholvorgängen oder wenn man Jedem Mal aufs Gas bzw. aufs E-Pedal tritt, merkt man schon, wie der Energieverbrauch nach oben schießt. Aber ganz ehrlich, was spricht dagegen, zwischendurch eine Pause einzulegen? Eine halbe Stunde bis Stunde am Schnelllader reicht schon aus, um den Akku wieder einigermaßen aufzuladen und den Rest der Reise anzutreten. Selbst ist man dann natürlich auch um einiges entspannter. Und so sind wir schon wieder am Ende der zweiten Folge angelangt. In dieser haben wir eben drei typische Vor- und Nachteile von Elektroautos betrachtet und haben eben auch ein bisschen darüber aufgeklärt, warum man Vor- und Nachteile nicht einfach nur schwarz oder weiß sehen kann. Es gilt dann eben auch in den verschiedenen Grautönen zu schauen und das auch für sich eben selbst zu bewerten, wie stark Vor- und Nachteile von E-Autos eben im eigenen Alltag ausgeprägt sind und vor allem Einfluss auf den eigenen Alltag haben. In die Shownotes habe ich dir noch ein paar Links und Ressourcen rund um Vor- und Nachteile von Elektroautos gepackt, die dir dabei helfen, das Ganze ein wenig zu vertiefen. Bevor wir nun aber endgültig Schluss machen, hätte ich noch eine Bitte an dich. Sollte dir diese zweite Folge gefallen haben, dann freue ich mich über eine Bewertung bei iTunes, Spotify und Co. Oder eben dort, wo du unseren Podcast hörst. Und nun, bis zum nächsten Mal.