FLEXeCHARGE will zur Stromnetz Stabilisierung in Deutschland beitragen

Im Gespräch mit Max Brandt, COO von FLEXeCHARGE

FLEXeCHARGE möchte einen Unterschied am Markt machen und seinen Teil dazu beitragen, dass Stromnetze stabilisiert werden. In dem man diesen über ein intelligentes Lade- und Energiemanagement System mit der notwendigen Flexibilität versorgt, um entsprechende Spitzenauslastungen abzufangen. Im Detail habe ich mich hierzu mit Max Brandt, COO von FLEXeCHARGE, unterhalten. Dieser gibt uns zu verstehen, wie das Start-Up aus Dänemark die eigene Software-Lösung nutzt, um das Stromnetz flexibel aufzustellen.

Max führt im gemeinsamen Gespräch aus, dass das eigene Unternehmen nach wie vor am Markt sehe, dass das Thema intelligentes Lade- und Energiemanagement bei vielen Projekten sowohl im Bereich der Elektrisierung von Firmenfuhrparks als auch bei größeren Mieterparkplätzen erst dann zum Tragen kommt, wenn die Ladeinfrastruktur bereits installiert ist und dann festgestellt wird, dass die Fahrzeuge gar nicht bedarfsgerecht geladen werden.

Insbesondere in den letzten sechs Monaten hat das Thema stark an Relevanz dazugewonnen, da es nicht mehr um abstrakte Problemstellungen und mögliche Verbesserungspotentiale geht, sondern die Probleme wie mangelnde verfügbare Netzanschlussleistung, unzureichende Nutzung von PV Strom oder fehlende Kommunikationsschnittstellen mit den Netzbetreibern für Kunden mit größeren Ladeinfrastrukturen Realität sind.

Im Detail versteht dies Max wesentlich besser zu vermitteln und zeigt noch auf, wie Unternehmen mit intelligentem Laden Geld verdienen können.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektronik-Newsbook-Net-Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Max Brandt zu Gast, seines Zeichens einer von drei Geschäftsführern von FLEXeCHARGE, einem Unternehmen, welches in Dänemark, Kopenhagen gegründet wurde. und sich mit einem ganz spannenden Thema auseinandersetzt, dem intelligenten Lade- und Energiemanagementsystem im Haus bzw. im Unternehmen in Verbindung mit Batteriespeicher, Photovoltaikanlage und vor allem Elektroauto. Im gemeinsamen Gespräch führt er ein wenig aus, was das Unternehmen sich so gedacht hat, mit was das Startup auf dem Markt durchstartet und wie man seinen Teil dazu beiträgt, die Netzstabilität in Dänemark, aber auch Deutschland hochzuhalten. Von daher, sehr spannendes Gespräch, wie ich finde. Geht direkt rein. Viel Spaß beim Zuhören. Servus Max, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über euer Unternehmen FlexiCharge unterhalten. Und bevor wir da über das Unternehmen oder bevor du ein paar Worte über das Unternehmen verlierst, verliere doch ein paar Worte zu deiner Person und wie du so in die Welt der E-Mobilität reingezogen wurdest.

  3. Max Brandt:

    Ja, vielen Dank, dass ich heute hier sein darf. Mein Name ist Max Brandt. Ich bin seit dreieinhalb Jahren circa in der E-Mobilität unterwegs. Ich bin nach Kopenhagen gekommen, habe da mein Masterstudium begonnen und während meines Masterstudiums dann einen Werkstudentenjob bei FLEXeCHARGE angefangen, bei der Firma, die ich auch heute vorstellen möchte und zwar im Produktmanagement. davor keinerlei Berührungspunkte mit der E-Mobilität gehabt, fand das allerdings einen sehr spannenden Bereich, gerade insbesondere durch diese Vernetzung von dem Thema Energie, Energiewandel und dann eben auch die Mobilität und den Mobilitätswandel, dass das praktisch beides so zusammenkommt. Und ja, bin jetzt seit drei Jahren dabei, viel gelernt, ist eine sehr komplexe Industrie mit ganz kleinen Und da musste man sich erst mal zurechtfinden. Aber ja, mir bringt es sehr, sehr viel Spaß und man kann auf jeden Fall viel lernen. Und ich habe bei Weitem auch noch nicht ausgelernt. Bei FLEXeCHARGE vielleicht noch einmal kurz, bin ich seit Anfang des Jahres mit ins Gründerteam auch aufgenommen worden. Und verantworte als einer der drei Geschäftsführern unser Operation-Bereich, also verantworte unsere strategischen Prozesse und Abläufe und dann eben auch Projekte mit Kunden.

  4. Sebastian:

    Ja, sehr spannend. Also vielen Dank erstmal für die Einblick und ich finde es auch immer schön zu sehen. Auf welche unterschiedliche Art und Weise man dann eben doch in die Welt der E-Mobilität gezogen oder gezogen werden kann. FLEXeCHARGE hattest du jetzt noch nicht so ausgeführt sozusagen. Kannst du dazu noch ein paar Worte vergeben, was ihr genau macht?

  5. Max Brandt:

    Genau, wir beschäftigen uns mit dem Thema Last- und Energiemanagement und bieten dafür eine vollintegrierte Plattform an, die so gesehen beides liefert. Also zum einen intelligentes Laden im Sinne von, wann lade ich meine Fahrzeuge an, Und im zweiten Schritt dann, mit welcher Energie lade ich meine Fahrzeuge? Also wann steht PV-Energie zur Verfügung? Und dort vernetzen wir im Grunde alle einzelnen Module in einer Ladeinfrastruktur, angefangen von der Ladestation und dem Backend zur Abrechnung, aber eben auch dann Beziehen wir den Gebäudeverbrauch mit ein, können Solar und PV mit einbeziehen und eben auch Batteriespeicher und das so gesehen zu einem Gesamtsystem vernetzen. Das ist letzten Endes das, was wir auf lokaler Ebene machen. Und darüber liegend ist dann unsere Plattform eben dafür da, auch verschiedene Infrastrukturen miteinander zu aggregieren. Und dann über diese Aggregation von vielen Infrastrukturen und vielen Fahrzeugen auch eben aktiv an der Netzstabilisierung teilzunehmen durch verschiedene Services, die jetzt in der Zukunft auf unserer Plattform zu finden sein werden.

  6. Sebastian:

    Das heißt, ihr seid sowohl im Hard- als auch im Softwarebereich unterwegs. Wenn ihr da diese Vernetzung im Haus vornehmt oder seid ihr eine reine Softwarelösung, kannst du das noch ein wenig vielleicht für uns ausführen?

  7. Max Brandt:

    Ja, wir als Unternehmen verstehen uns schon als reines Software-Unternehmen. Allerdings sind wir auch ein Stück weit auf eine Hardware-Lösung angewiesen. Das heißt, wir haben eine Hardware-Gateway, wie wir das nennen, die dann lokal auch verbaut wird und die einzelnen Komponenten, die ich eben schon beschrieben habe, eben vernetzt und die Daten dort aggregiert und dann auch ein Teil der Optimierung tatsächlich lokal vornimmt. Und darüber liegend ist dann unsere klassische Cloud-Software oder Cloud-Plattform, wie man das auch von anderen Unternehmen kennt. Das Hardware-Modul stellen wir nicht selber her, sondern das beziehen wir von einem Hersteller und das ist eigentlich mal eine klassische IoT-Gateway. Also Hardware am Rande und der Hauptentwicklungsteil liegt bei uns in der Software.

  8. Sebastian:

    Und wenn du jetzt sagst Software, also du hattest ja schon umrissen, hauptsächlich eben auch so im Kundenbereich, also bei Einfamilienhäusern oder so, wo ich das eben mit reinbringen würde. Das heißt, ihr richtet euch gezielt an Privatpersonen oder bietet ihr das Ganze auf Unternehmensbasis an oder für Unternehmen sozusagen?

  9. Max Brandt:

    Tatsächlich haben wir uns dazu entschieden, das ausschließlich für Unternehmen anzubieten. Das heißt, wir sind nicht im Home-Bereich tätig, sondern, wie wir das nennen, im Destination-Charging-Bereich, das spricht vor Firmen, Hotels. Wir haben auch Supermärkte, die eben ein solches System benötigen und ich sage mal, ab vier Ladestationen. bis hoch zu hunderten von Ladestationen in einer Infrastruktur. Das ist so der Bereich, in dem wir spielen, auch gar nicht so sehr im öffentlichen Laden, weil dort eben die Standzeiten auch recht kurz sind, sondern wir fokussieren uns wirklich auf die Infrastrukturen, wo viele Elektroautos laden müssen und wo eben auch die Standzeiten so lange sind, dass sich eine Wahlmöglichkeit habe, wann kann ich die Fahrzeuge bestmöglich laden.

  10. Sebastian:

    Wo wir wahrscheinlich beim zweiten Punkt sind, den du vorhin angerissen hattest, diese Aggregation der Daten auf der Plattform mit besonders vielen Fahrzeugen, das ergibt natürlich auch nur Sinn, wenn ich dementsprechend viele Ladepunkte habe. Deswegen geht es wahrscheinlich erst ab vier Ladepunkten dann auch los.

  11. Max Brandt:

    Genau, genau so. Und dann, je größer die Infrastruktur ist, desto höher oder je schneller kommt man eben auch in Schwierigkeiten, sage ich mal, wenn man klärt, kein System einsetzt, wie wir das jetzt anbieten, weil dann vielleicht schon die verfügbare Netzanschlussleistung gar nicht ausreicht, um die Fahrzeuge alle gleichzeitig zu laden. Und da fängt es ja im Grunde erst an, sag ich mal, auch ein Stück weit Spaß zu machen, damit rumzuspielen, was kann ich eigentlich wie verändern, um das Laden entweder schneller, günstiger oder eben auch CO2-ärmer oder sogar CO2-neutral betreiben zu können.

  12. Sebastian:

    Da hast du recht. Also erst wenn die Skalierung dann eintritt auf höhere Maß, dann sieht man ja auch die Auswirkungen sozusagen noch besser. Und jetzt kann ich mir aber vorstellen, dass da nicht jedes Unternehmen so juhu und offen dafür ist. Das ist ja auch ein Produkt oder ein Thema, was wahrscheinlich den Markt auch erstmal näher bringen muss, weil es vielleicht nicht ganz so ersichtlich ist, dass es sinnvoll ist, auf eine Lösung wie eure von FlexiCharge zurückzugreifen. Ihr bedient jetzt aktuell nur den dänischen Markt oder seid ihr auch schon in Deutschland aktiv? Und falls ja, seht ihr da auch irgendwie eine Schnittmenge oder auch Unterschiede sozusagen von den Zielgruppen?

  13. Max Brandt:

    Ja, vielleicht zu dem ersten Punkt. Das haben wir ganz klar so gesehen. Die letzten zwei Jahre dieses Jahr hat sich das etwas gewandelt. Vor zwei Jahren haben wir versucht, Unternehmen von diesem Problem zu erklären und die Unternehmen haben gesagt, das ist vielleicht etwas für die Zukunft. Heute ist das ein bisschen anders, zumindest für Unternehmen, die eben schon eine größere Infrastruktur haben, weil die eben in diese Probleme reinlaufen. sich eine Ladeinfrastruktur aufbauen und dann feststellen, dass die Fahrzeuge nicht so geladen werden, wie sie es eigentlich brauchen. Das heißt, das hat sich ein Stück weit gewandelt. Ich meine, das ist eine Problemstellung, die wir bearbeiten, die einem vielleicht gar nicht so bewusst ist, bevor man sich wirklich intensiv mit der E-Mobilität beschäftigt und sich dann da auch genauer mit auseinandersetzt. Von daher, da haben wir wirklich gemerkt, dass sich das dieses Jahr gewandelt hat. Und ja, zu unseren Kernmärkten, das sind, wie du richtig gesagt hast, Dänemark und Deutschland. Das liegt auch ein Stück weit daran, dass wir in Dänemark gegründet sind, dass wir das als einen Hauptmarkt auch momentan sehen. Und da gibt es natürlich eine ganze Reihe von Unterschieden und vielleicht der signifikanteste Unterschied ganz zu Anfang ist, sag ich mal, die Ausbreitung von Elektrofahrzeugen an der Gesamtflotte. Die ist circa fünfmal höher heute in Dänemark als in Deutschland. Und das führt beispielsweise dazu, dass ein Unternehmen, ein fiktives Unternehmen jetzt mit 100 Angestellten, bei einer Marktdurchdringung von ca. 5% von Elektrofahrzeugen dann eben 5 Mitarbeiter hat, die mit einem Elektroauto zur Arbeit kommen und dann auch laden wollen. In Deutschland zum Vergleich ist das momentan so um die 1,3 bis 2 Fahrzeuge, die dann bei 100 Mitarbeitern ankommen und das zeigt natürlich ganz klar, dass dass die Infrastrukturen in Dänemark schon deutlich größer sind als in Deutschland, wo vielleicht die Durchschnittsinfrastruktur drei Ladepunkte hat, wo sie in Dänemark vielleicht schon acht oder neun oder zehn Ladepunkte hat. Und von daher gibt es da eine ganze Reihe Unterschiede eben auch, wie weit das Land, sage ich mal, sich schon mit den neuen Gegebenheiten der Elektromobilität auseinandersetzen musste und da vielleicht auch Lösungen schon gefunden hat.

  14. Sebastian:

    Ich finde es vor allem spannend, wie du es jetzt eben darstellst, dieser Unterschied Dänemark-Deutschland. Das ist ja bekannt, dass dort der E-Anteil schon deutlich höher ist, zumindest prozentual natürlich betrachtet absolut. Da brauchen wir ja nicht drüber reden, dass da Deutschland die Nase vorne hat. Aber das ist ja nicht entscheidend, sondern ihr müsst es ja auf Unternehmensebene betrachten und da habt ihr natürlich höhere Skalierungseffekte dann auch wieder in Dänemark. Und jetzt hast du zum Ende hin angesprochen, dass die Länder sich da auch, wahrscheinlich auch die Einwohner dort in den Ländern, sich unterschiedlich auf das Thema einlassen oder einstellen. Habt ihr da auch entsprechende Erfahrungen gemacht, dass das jetzt durch die höhere Verbreitung, durch den höheren Anteil in Dänemark einfacher ist, euer Produkt an den Mann, an die Frau zu bekommen? Oder seht ihr da gar keinen Unterschied zu Deutschland?

  15. Max Brandt:

    Ich würde sagen, es gibt einen ganz signifikanten Unterschied und das ist der Digitalisierungsgrad. Also Dänemark ist einfach Deutschland in der Digitalisierung, würde ich mal sagen, mindestens vier, fünf Jahre voraus. Das fängt bei einer E-ID, die jeder Bürger in Dänemark, die jedes Unternehmen hat, an. Und ich habe wirklich gestaunt, als ich nach Dänemark gezogen bin und gesehen habe, wie viele Prozesse einfach digitalisiert sind. Und damit verbunden ist beispielsweise, du hast das so ein bisschen angesprochen, beispielsweise die Bereitschaft, auch Geschäftsmodelle zu akzeptieren und Geschäftsmodelle zu verstehen, die eben nicht auf einer Einmalzahlung basiert, sondern wie so viele Menschen Software-Dienstleistungen heute über eine Servicegebühr, die eben monatlich abgerechnet wird. Da sehen wir einen großen Unterschied, wo es in Dänemark tatsächlich in die Richtung geht, dass unsere Kunden lieber gar keine Einmalgebühr haben und dafür eine höhere monatliche Gebühr. Wohingegen, wenn wir in Deutschland Kunden die Lösung vorstellen, als allererstes die Frage kommt, warum kann ich dafür nicht einmal zahlen? Ich möchte dieses Monatliche nicht. Und da sieht man vielleicht auch kulturell bedingt Unterschiede. Ich weiß es nicht. Aber ich glaube, man kann es auch ein Stück weit einfach an der Digitalisierung festmachen. Und das zieht sich eben durch verschiedene Bereiche tatsächlich, die uns dann auch tangieren.

  16. Sebastian:

    Das heißt... Ja, da seid ihr einfach auch einfacher und für euch simpler dann, das Produkt an den Mann, die Frau dort zu bekommen, weil einfach schon die Bereitschaft da ist, für euer Modell dann auch herzuzahlen. Weil soweit ich es jetzt sehr verstanden habe, FLEXeCHARGE berechnet dann auch monatlich eben eine Abogebühr vergleichbar zu Netflix und Co.

  17. Max Brandt:

    Genau so, genau. Wir haben eine Einmalgebühr für die Hardware, die wir auch versuchen, so gering wie möglich zu halten und dann eben eine monatliche Gebühr, die sich an der Größe der Infrastruktur

  18. Sebastian:

    Und kann man das ein wenig einordnen, wenn wir jetzt mal von vier Ladepunkten reden, bewegen wir uns da bei 50 Euro im Monat oder geht das deutlich höher, weil irgendwo muss ich das Ganze ja dann auch, ich sag mal, widerspiegeln, rechnen dann für das Unternehmen, dass die Kosten da nicht, Extrem ausufern, wobei der Nutzen ja natürlich vorhanden ist für das Unternehmen, aber irgendwo muss ja die Kostenleistungsrechnung dann ja auch vorhanden sein. Kannst du da Zahlen nennen oder ist das immer von Fall zu Fall sehr speziell?

  19. Max Brandt:

    Nein, absolut, das muss ich rechnen und wir sind ja noch ganz am Anfang mit eigentlich allem, was wir machen und viele... der guten Ideen, die wir haben für die Zukunft, wo dann auch das Einsparungspotenzial jetzt in den operativen Kosten viel, viel geringer, viel, viel höher sein wird in der Zukunft. Das können wir ja noch gar nicht bieten aus unterschiedlichsten Gründen. Und von daher sind wir auch daran bedacht, eben mit einem geringen Einstiegspreis ranzugehen und unsere Lösung zu So mal als groben Richtwert kostet in etwa 2 Euro pro Ladepunkt pro Monat. Also wir sprechen wirklich nicht von viel und sind deutlich unter den 50 Euro, die du gerade genannt hast, für 4 Ladepunkte.

  20. Sebastian:

    Definitiv eine Ansage. Also das 2 Euro im Monat, wenn das jetzt auch nur die Benchmark ist, wenn es 5 sind, ist das ja auch noch alles handelbar. Und man hat ja einen gewissen Mehrwert dafür. Aber bei Abo-Modellen... Ihr sagt mal, ihr kommt ja auch immer auf die Ansichtssache drauf an, was man dann für ein Feature oder Vorteil dann sozusagen mitbringt, aber da seid ihr ja schon mit dabei. Ihr habt jetzt glaube ich auch schon erste Testprojekte gestartet mit EnergyNet in Dänemark. Kannst du dazu ein paar Worte verlieren, wie das verläuft und was für Erkenntnisse ihr daraus zieht?

  21. Max Brandt:

    Ja, da haben wir gerade angefangen letzten Endes mit. Das ist eben der zweite Teil, der über unsere Plattform in der Zukunft eben viel, viel stärker auch kommen soll. Und das ist eben die Aggregation verschiedener Ladeinfrastruktur über unsere Plattform und dann vermarkten. Oder ist es der Plan letzten Endes, die Flexibilität an der Netzlast durch diese Ladeinfrastrukturen zu vermarkten? Also ich will das mal ein bisschen veranschaulichen, weil es vielleicht jetzt ein bisschen kompliziert klingt. Es geht letzten Endes darum, dass wir... dadurch, dass die Fahrzeuge lange stehen, ein Stück weit entscheiden können, wann sollen diese Fahrzeuge geladen werden. Und das bietet eine gewisse Flexibilität. Nun ist es ja so, dass mit erneuerbaren Energien im Netz die Strommenge im Netz sehr, sehr schwankend ist und die Netzbetreiber gewisse Flexibilitäten haben, vorhalten müssen, um auf diese Netzschwankung zu reagieren. Und diese Flexibilität, die können wir letzten Endes den Netzbetreibern über die Ladeinfrastruktur geben und werden dafür letzten Endes bezahlt. Und den Großteil von dem Geld, was wir dann vom Netzbetreiber bekommen, den können wir eben wieder an unsere Kunden zurückgeben und haben dann letzten Endes eine Win-Win-Situation, wo sowohl das Netz ausbalanciert wird, Und unser Kunde dann eben auch einen monetären Vorteil dadurch hat. Ich will nur dazu sagen, dass wir da aber auch noch am Anfang stehen und jetzt gerade mit dem ersten Testprojekt erst beginnen.

  22. Sebastian:

    Okay, da fängt man klein an sozusagen, aber ist ja schön, dass ihr da auch jetzt die Möglichkeit habt, das dann sozusagen im Feldtest dann auch zu Erfahrungen zu sammeln und dann zu Feinschliff zu betreiben, wie man das Produkt weiterentwickeln kann. Aber für mich zu verständen ist, dass ihr koppelt. Also EnergyNet jetzt nicht an ein Unternehmen ran sozusagen, sondern es besteht später die Möglichkeit, wenn jetzt 100 Unternehmen eure Plattform nutzen, diese 100 Unternehmen dann auch zu steuern, um dann eben diese Stabilität zu geben. Weil mit vier Ladepunkten alleine jetzt mal, um vom Minimalbeispiel auszugehen, habe ich natürlich nicht so den riesen Einfluss auf die Flexibilität.

  23. Max Brandt:

    Ja, absolut. Also das kommt immer darauf an. Es gibt unterschiedliche Flexibilitätsprodukte, die gehandelt werden. Und Energienet jetzt als Beispiel in Dänemark ist letzten Endes der Verteilnetzbetreiber, der nur diesen Markt dafür bereitstellt. Und das fängt, sage ich mal, ab 300 Kilowatt an Flexibilität, die man für Minimum eine Stunde lang bereithalten muss, an. Geht aber für einige Produkte auch erst ab 1 Megawatt los und um 1 Megawatt Flexibilität anzubieten, brauche ich eben schon eine große Anzahl an Ladestationen. Also wir sprechen da von einigen hundert Ladestationen, um eben überhaupt an diesen Märkten teilzunehmen. Das spricht, das kann jetzt keine einzelne Firma in der Zukunft mit ihrem eigenen Park selbstständig machen. Sondern sie brauchen eben Aggregator und da wollen wir gerne einer von werden.

  24. Sebastian:

    Ja, aber dann bietet ihr ja schon einen sehr guten Ansatz sozusagen, wenn ihr da jetzt startet, das vorantreibt und da dann auch wachst. Und vor allem dieses Vernetzte ist ja dann, ich sag mal, der Schlüssel zum Erfolg, wenn ich es richtig verstanden habe. Dass ihr verschiedene Unternehmen auf eurer Plattform zueinander bringt und dann dieses Angebot eben auch entsprechend vermarkten könnt.

  25. Max Brandt:

    Genau. Und das soll letzten Endes erst der Anfang sein. Also das wurde hier auch in diesem Podcast schon einige Male angerissen, das ganze Thema bidirektionales Laden. Da geht das natürlich nochmal einen Schritt weiter. Sprich, ich kann das Netz sogar aktivieren. Tief stabilisieren, indem ich dem Netz Energie aus den Fahrzeugen zuführe. Das ist jetzt noch, sage ich mal, ein Stück weit Zukunftsmusik. Wir sehen jetzt gerade die ersten Hersteller von Fahrzeugen, die eben die notwendigen Protokolle dafür implementieren. Wir sehen auch ladestationsseitig, dass die ersten Ladestationen jetzt so langsam Richtung Markt kommen. Aber ich glaube, bis auch der regulatorische Rahmen etc. dafür da ist, da brauchen wir noch ein, zwei Jahre. Aber wir wollen gerne als Unternehmen eben immer auf der Höhe des technisch Möglichen auch eben mit dabei sein.

  26. Sebastian:

    Ist ja wahrscheinlich auch notwendig, um dann am Markt eben entsprechend platziert zu bleiben, positioniert zu bleiben und einen Rang, den man sich erarbeitet hat, dann auch zu vertreten. Von daher werden wir in Zukunft wahrscheinlich noch viel von euch hören.

  27. Max Brandt:

    Ja, das hoffe ich. Und letzten Endes geht es eben auch darum... die operativen Kosten für eine Ladeinfrastruktur so gering wie möglich zu halten. Und ich glaube, wir haben heute viele Ladeinfrastrukturen, die aufgebaut werden, die noch nicht rentabel sind und wahrscheinlich auch durch den Use Case Schwierigkeiten haben werden, rentabel zu werden. Es sei denn, man nimmt an diesen Stabilitätsmärkten und Mechanismen teil und überlegt sich wirklich, wo soll meine Energie herkommen und das am besten alles vollautomatisch und ohne, dass es jetzt das Ladeerlebnis in irgendeiner Form beeinträchtigt und das ist letzten Endes das Ziel, mit dem wir auch daran gehen.

  28. Sebastian:

    Sehr schöner Ansatz. Vielen Dank, Max, für deine Eindrücke oder für die Einblicke hinter die Kulissen von FlexiCharge. Und mich würde es freuen, wenn wir uns einfach vielleicht in einem halben Treffetlern nochmal zusammensetzen, austauschen und dann Erstergebnisse aus eurem Testprojekt vielleicht von dir aufgezeigt bekommen und dann mal schauen, wie ihr euer Produkt noch weiterentwickelt habt.

  29. Max Brandt:

    Ja, sehr gerne. Das entwickelt sich immer dynamisch und auch sehr getrieben von Kundenanfragen und da wird sich bestimmt einiges getan haben in einem halben, dreiviertel Jahr und würde mich sehr freuen, wenn ich hier wieder ein paar Eindrücke und Erlebnisse dann schildern kann.

  30. Sebastian:

    Sehr gerne. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.

  31. Max Brandt:

    Danke. Ciao.

  32. Sebastian:

    Das war sie also auch, die aktuelle Folge des elektronischen News.net Podcasts mit mir und Max Brandt im gemeinsamen Gespräch über Flexi-Charge und wie man eben zur Netzstabilität in Dänemark und auch künftig in Deutschland beitragen kann. Spannende Ansätze, die da vorhanden sind, die sicherlich auch notwendig sind, wenn immer mehr E-Fahrzeuge auf die Straße kommen. Aber ja, es scheint Lösungen zu geben für die Probleme, die wir so noch nicht haben. Von daher vielen Dank nochmal fürs Zuhören. Ich hoffe, du schaltest auch nächste Woche wieder ein. wenn die kommende Folge des Elektronischen News.net Podcasts online geht. Mach's gut, bis dahin, ciao.