Rive Maroc 2019 - Interview

Im Gespräch mit Silvia Brutschin über die Rive Maroc 2019

Im Gespräch mit Silvia Brutschin habe ich mich über die Rive Maroc 2019 unterhalten. Aber nicht nur. Im Gegenteil, E-Mobilität im Allgemeinen hat eine wichtige Rolle gespielt. Als auch die immer schneller drehende Geschwindigkeit hinsichtlich der Fortschritte der E-Mobilität.

Interessant sind hierbei auch die Vergleiche zwischen Deutschland und Marokko, sowie die Erkenntnisse wie beide Länder voneinander lernen können.

Gut fünfzig Minuten Unterhaltung, in denen man einiges lernen kann. Also los geht's, einschalten und zuhören!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroautonews.net Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschalten hast. Auch diese Woche musst du meiner Stimme nicht alleine lauschen. Im Gegenteil. Ich habe mir Silvia mit an Bord geholt, die die E-Rallye Rive Maroc 2019 ins Leben gerufen hat. Also eigentlich schon drei Jahre zuvor, im Jahr 2060. 2060, genau. 2016 anlässlich des Klimagipfels COP22 in Marrakesch. Gemeinsam mit der marokkanischen Ingenieurin Samira Art Stahl, die selbst begeisterte E-Rallye-Fahrerin ist oder geworden ist mittlerweile, haben die zwei die E-Rallye in Marokko gestartet. Aber es geht nicht nur um eine E-Rallye, über die wir uns unterhalten, sondern um eine ganze Bewegung. Es ist dabei interessant zu sehen, welche Parallelen Silvia zur DACH-Region zieht, wie 2011 so langsam alles bei uns mit der E-Mobilität begonnen hat und dann Stück für Stück ausgebaut wurde oder gewachsen ist und wie sie es gleich jetzt auch in Marokko erlebt. Wie immer mehr E-Fahrzeuge dort auf den Markt dringen, wie die Ladeinfrastruktur normiert wird, stärker eingeführt wird und langsam eher zur Regel als zur Ausnahme wird. Eigentlich echt schön zu sehen und vor allem erkennt Silvia oder gibt es zumindest so wieder, dass der zeitliche Umschlag um einiges schneller geht, als es noch bei uns war, zumindest gefühlt. Sprich, Marokko lernt von anderen Ländern und ich denke, das wird jetzt auch übergreift für weitere Länder so sein, dass man lernen kann aus den Erfahrungen von anderen, die mit der E-Mobilität schon gesammelt wurden. So oder so, auf jeden Fall ein sehr interessantes Interview, wie ich fand, mit verschiedensten Einblicken, auch in Afrika und was E-Mobilität eben dort bedeutet. Und mit Silvia habe ich schon verabredet, dass wir uns zu einer weiteren Folge treffen werden, hören werden sozusagen, um einfach auch E-Mobilität bzw. Elektromobilität auch über die Mobilität hinaus zu betrachten bzw. über die reinen Fahrzeuge hinaus zu betrachten, weil es doch ganz interessant ist, Einfach auch mal zu sehen, welche Grundlagen sind so vorhanden und was kann man noch machen. Beispielsweise Sonnenenergie in Marokko nutzen. Natürlich wäre es doch wunderbar dort in Speicherstationen alte E-Akkus zu verwenden, um Energie zu speichern, um Lastenspitzen auszugleichen, um E-Autos vor Ort dann wieder mit der eigenen Solarenergie zu laden. Ja, ich denke, da gibt es dann noch einiges zu hören. Aber jetzt übergebe ich einfach mal direkt ins Interview und wünsche dir viel Spaß damit. Wir hören uns im Anschluss nochmal kurz. Hallo Silvia, freut mich, dass das jetzt geklappt hat hier mit unserem Interview.

  3. Silvia Brutschin:

    Ja, hallo Silvia.

  4. Sebastian:

    Und direkt zum Einstieg würde ich dich einfach bitten, dass du dich mal vorstellst, ein bisschen erzählst, was du machst und dass wir damit einfach mal anfangen.

  5. Silvia Brutschin:

    Ja, gerne. Ja, also ich bin die Silvia und ich komme ursprünglich aus Freiburg und habe eigentlich mit der E-Mobilität seit 2011 schon zu tun. Bin damals selber zu meinem Elektrofahrzeug gekommen. Das war nach meinem Studium. Hatte dann ein freies Jahr nach dem Studium, sage ich mal, und habe die Gelegenheit genutzt, elektrisch mit diesem Fahrzeug, das war ein Twig 3, rumzufahren. Unter anderem auch durch Europa, durch Richtung Spanien und dann eben nach Marokko. Und damit hat dann einfach meine Immobilitätsgeschichte angefangen und ja, bis zum heutigen Tag und bis zur Reisner Ruck sozusagen.

  6. Sebastian:

    Also hat dich dann quasi ja schon relativ früh gefesselt, wenn du jetzt sagst 2011, bist du damit schon in Berührung gekommen? War das irgendwie deinem Studium geschuldet, dass du eine Nähe dazu hattest oder ist das einfach so geschehen?

  7. Silvia Brutschin:

    Indirekt. Also als Freiburgerin bin ich eben eh schon sehr, sag ich mal, viel mit einem Fahrrad in Kontakt gewesen, weil wir doch eher so eine autofreie Stadt sind. Nach dem Studium habe ich dann doch den einen oder anderen Job angenommen. Aber irgendwann war das nicht mehr so in der Fahrradreichweite. Ich war auf der Suche nach einem Fahrzeug für mich. Und in dem Moment ist eben ein Elektrofahrzeug bei mir vorbeifahren mit Pedalen drin. Und da lag es dann nahe. auf dieses Fahrzeug umzusteigen und es war einfach ein Elektrofahrzeug und das war so mein Einstieg, also sprich 2011 einfach auf der Straße wahrgenommen und dann hat es ihn voll erfunden.

  8. Sebastian:

    Ja, hört sich doch interessant an, so kann es manchmal gehen.

  9. Silvia Brutschin:

    Ja, vor allem eben zu dieser Epoche. Es gab damals kaum Werbung für Elektro-Mobilität, gab noch keine Ladeinfrastruktur. Es war noch nicht wirklich auch so verbönt, sag ich mal, also negativ auch gesehen, weil es ja noch überhaupt nicht wirklich im Gespräch war. Der eine oder andere kommt heutzutage durch einen Headliner der Zeitung ja überhaupt, dass man auf E-Mobilität nicht immer in positiver Art und Weise, aber wenn es halt überhaupt nicht im Gespräch ist, dann ist es eher reiner Zufall, ja.

  10. Sebastian:

    Klar, da hast du recht. Heute ist es dann doch ganz anders. Da wird es doch von den Medien... Breiter aufgegriffen die Sache, aber dann halt auch immer, so wie du sagst, noch ein bisschen negativ behaftet auch immer.

  11. Silvia Brutschin:

    Den Zeitpunkt gab es erst, da fing so langsam Tesla los da an. Und da war auch Tesla noch nicht so in den Medien, was heutzutage, ich glaube, ich bin überzeugt, dass viele auf Identität kommen, eben auch gerade durch sehr viele Schlagzeilen, die jetzt eben in den letzten Jahren da gewesen waren.

  12. Sebastian:

    Das denke ich auch. Also es war bei mir tatsächlich auch so, dass ich da über die Schlagzeilen erst darauf aufmerksam wurde. Aber wenn man sich mit beschäftigt und ein bisschen tiefer geht, ist es ja doch nicht alles immer so negativ, wie es dann doch zuerst mal rüberkommt.

  13. Silvia Brutschin:

    Genau, aber es muss erst mal im Gespräch sein, damit man auch überhaupt die eine oder andere Ansicht korrigieren kann.

  14. Sebastian:

    Genau, da hast du recht. Ja, und du, für dich ist dein Abenteuer E-Mobilität ja seit 2011 dann weitergegangen nach dem ersten Fahrzeug. Du hast ja gesagt, dich hat es nach Marokko auch verschlagen. Und da reden wir jetzt dann auch unter anderem drüber, weil da habt ihr ja was ganz Tolles auf die Beine gestellt.

  15. Silvia Brutschin:

    Ja, den Eindruck habe ich auch. Dankeschön.

  16. Sebastian:

    Und zwar ihr, das bist ja du und Samira Atstall. Ich hoffe, ich habe das jetzt richtig ausgesprochen. Und ihr habt 2016 zum ersten Mal anlässlich des Klimagipfels COP22, auch das hoffe ich richtig ausgesprochen zu haben, in Marrakesch die E-Rallye Rive Maroc ins Leben gerufen. Stimmt das so?

  17. Silvia Brutschin:

    Fast. Also das ist der COP22, also COP ist dann COP22, der Klimakipfel, der ein Jahr danach in Bonn war, ein Jahr davor in Paris war. Dieses Jahr war er in, oder 2018 war er in Polen. Genau, das war 2016 und ich bin dann sozusagen schon seit 2012 ja mit der E-Mobilität in Marokko in Kontakt gewesen. Unter anderem auch durch das erste zugelassene E-Fahrzeug vor Ort habe ich natürlich schon den ein oder anderen Kontakt auch in Marokko herstellen können. Bin auch selber 2012 dann auch, also arbeite auch in dem Bereich seit 2012, weil während meinem elektrifizierenden Elektrofahrzeugjahr, sage ich mal, habe ich eben dann auch den Kontakt zum Hersteller bekommen und konnte dann auch da anfangen zu arbeiten. Deswegen habe ich dann von 2012 bis 2016 auch den einen oder anderen Kontakt hier bei uns, sag ich mal, in der DACH-Region bekommen. Bin auch dort schon verschiedene Elektro-Rallys mitgefahren. Angefangen 2012 mit der Emilia in Österreich über die Wave Trophy von Luis Palmer bis hin zur Eselfretter. Und da sind natürlich schon die Kontakte vorhanden. Und als dann eben dieser Klimagipfel sich angeplant hat, habe ich gedacht, Mensch, nutzt doch mal Kontakte von der Dachregion und von Marokko und versucht das mal auf einen gemeinsamen Nenner zu bekommen. Und das hat dann auch geklappt, sodass wir im Endeffekt ein internationales E-Mobil-Treffen gemacht haben in Marrakesch. Also 2016 noch kein Rallye. Und da kamen eben 20 Elektrofahrzeuge, unter anderem aber auch unterstützt durch Elektrofahrzeuge aus Portugal und aus Frankreich und eben auch Dachregion. Und das hat sich irgendwie so ein bisschen positiver dargestellt als geplant, weil unter anderem ich ja auch den Kontakt zu Luis Palma von der Wave hatte. Der Wave-Rallye hat unter anderem eine Variante gehabt. Also eine Struktur der Wave ist, dass man versucht, auch die kommende Generation zu sensibilisieren. Sprich, man ist aktiv an Schulen gefahren, hat Elektrofahrzeuge vorgestellt und hat auch Klimakarten gesammelt. Also das sind... Kleinkärtchen haben die schöner Klimaversprechen draufgeschrieben, die der Herr Palmer eben gesammelt hat. Und er hat mich angesprochen, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, dass ich auch in Marokko diese Klimakärtchen anfertigen lassen könnte. Er bräuchte ungefähr 5000, um eben aufzuwerten. um einen Schriftzug zu entstellen auf einen Mosaik, der darstellt einfach diese 1,5 Grad Klimaerwärmung. Die hätte er gerne in einem Schriftzug gehabt von marokkanischen Schülern, weil er hat nämlich von der Formel E in Marrakesch grünes Licht bekommen, dass er einen Guinness-Weltrekord zwischen den Fahrbahnen aufstellen darf, indem er die bis dahin gesammelten ca. 50.000 Klimakarten auslegt. Und die Idee war dass er diese dann durch unser Treffen, durch unser organisiertes Treffen elektrisch auch von der Schweiz nach Marrakesch fahren lässt. Das hat einfach, da waren einfach zwei tolle Ideen, die zum gleichen Zeitpunkt, in dem wir stattgefunden haben, dass sich, also oftmals sind es ja immer Projekte, was man so bespricht und nicht alle Projekte realisieren sich, aber dieses Projekt hat sich realisiert. Und dadurch gab es natürlich doch auch einen größeren Bekanntheitsgrad. Die Bilder, die wir von der Formel E dann in die Welt geschickt haben, die waren erst letztens wieder in der Washington Post erschienen. Und da gab es natürlich schon ein bisschen mehr Unterstützung. Und in dem Moment kam ich dann auf die Idee, Mensch, die Fahrzeuge sind bis Marrakesch gefahren, wir fahren danach wieder zurück. Und es ist schade, weil wir gerade den hohen Atlas in Marrakesch haben. Und danach fängt sozusagen die Sahara an. Und das sind nur 200 Kilometer von Marrakesch. Und der Luis Palma hat damals auch 2010 angefangen mit einer sehr kleinen Elektro-Rallye. Also weniger als zehn Teilnehmer, weil 2010, das war ja so, wo ich dann auch langsam angefangen habe mit E-Mobilität, war es ja wie gesagt noch ziemlich unbekannt. Und so ähnlich sehe ich gerade die Situation in Marokko. Es fängt jetzt gerade erst an. Die erste Ladeinfrastruktur bildet sich eigentlich wie bei uns, als ich angefangen habe 2011. Und somit habe ich mir überlegt, wenn der Luis sich das damals getraut hat in einer ähnlichen Situation, wieso können wir nicht versuchen, sowas jetzt in Marokko einzuführen? Und dann habe ich die Samira auch darauf angesprochen, die im erneuerbaren Energiebereich tätig ist in Marokko, also eher weniger mit Elektrofahrzeugen. Die habe ich aber dann gleich mal im Folgejahr in die Schweiz geschickt mit einem Elektrofahrzeug, wo sie als erste marokkanische Teilnehmerin an der Wave teilgenommen hat. Sie hat auch Erfahrung sammelt. Und das hat sich dann einfach so ergeben. Und deswegen die erste Edition ist dann 2017 gestartet, ein Jahr später. Angesiert waren zehn Teilnehmer. Ich bin... Vier Monate vorher wirklich krank geworden, konnte kaum mehr was machen. Habe es auf Samira ausgelegt. Samira war aber hauptsächlich dann halt in Marokko tätig, hatte hier nicht die Kontakte. Wir sind aber trotzdem mit sieben Teilnehmern gestartet, was auch sinnvoll war, dann in einer kleinen Gruppe zu starten, weil ich auch selber dann nicht vor Ort war. Und es hat alles gut geklappt. Alle Teilnehmer sind gut in der Wüste angekommen. Das war sehr wichtig. Das ist eben gerade, wenn man eben so eine längere Version, also so eine dass man das gerne einmal jährlich durchführen möchte, mit dem Ziel, irgendwann mal vielleicht so ähnlich wie die Wave auch mit einer dreistelligen Zahl durch Marokko zu fahren. Dann darf natürlich die erste Edition nicht schiefgehen. Und das hat alles gut geklappt. Und jetzt war letztes Jahr im Oktober die zweite Edition durchgeführt. Wir hatten angemeldete zehn Teilnehmer, neun sind in Nordmarokko angekommen. Ein Fahrzeug ist leider in Südspanien umgekehrt. Er hat erst angefangen mit der E-Mobilität, das war ein Ioniq-Fahrer. Und man muss auch dazu sagen, dass es gerade in Südspanien dann doch die Tesla-Fahrer anscheinend einfacher ist, sich an den Superchargern anzupassen. sich vorzuangeln bis nach Marokko, wie dann doch für den einen oder anderen, für die andere Marke. Für den Hyundai-Fahrer war das einfach schon eine kleine Herausforderung. Er sagte von sich aus, das wollte er. Er wollte mal an seine Grenzen kommen. Das hat er schon in Südspanien erreicht. Ist dann umgedreht. Ich habe das erst am Abend vor der Rallye erfahren, beim ersten Besprechungstermin. Und da hat sich schon ein sehr schönes herausgestellt, weil doch die einen oder anderen gesagt haben, Mensch, wenn der noch auf der anderen Seite ist, dann gehen wir kurz rüber und holen ihn. Es ist ja wirklich nur eine 30 Kilometer große Meeresenge, man ist mit einer Schnellfähre in eineinhalb Stunden in Südspanien, aber er war nicht mehr vor Ort. Aber es war wirklich schön zu hören, dass der eine oder andere gesagt hat, komm, wir gehen kurz rüber und bringen ihn mit.

  18. Sebastian:

    Das wäre echt schön. Also gerade die Verbindung mit Louis, da kannte ich jetzt noch nicht. Und das mit der Formel E, mit ihm hatte ich ja auch schon mal einen Podcast aufgenommen zur Wave. Und schade, dass er die Geschichte nicht auch schon erzählt hatte mit den Klimakarten, weil das ist ja echt mal eine tolle Zusammenarbeit. Dann auch, ich sage, andere würden vielleicht das als Konkurrenz sehen und sagen, oh, da noch so eine E-Rallye oder sowas in die Richtung. Aber ihr geht da Hand in Hand und wollt was bewegen eben für die E-Mobilität. Und das finde ich doch ein sehr schönes Zeichen.

  19. Silvia Brutschin:

    Man darf das heute auch nicht so mit Konkurrenz sehen, weil erstens ist ja schon bei den meisten E-Rallys geht es ja schon auch immer noch um Sensibilisierung. Und zum Zweiten, sage ich mal, wenn jetzt da, wo der Luis angefangen hat, 2010, es gab ja nicht wirklich viele Elektrofahrzeuge. Und ich muss jetzt auch sagen, Sebastian, ich befinde mich gerade in Genf. Ich habe zehn Tage Genfer Autosalon hinter mir, deswegen bin ich auch etwas heißer. Und also es ist schon sehr, sehr beeindruckend, was da auch in nächster Zeit auf uns zukommt und auch wie viele Leute. Also das Schöne am Genfer Autosalon ist gerade, dass Elektrofahrzeuge nicht wirklich getrennt werden von den herkömmlichen Fahrzeugen. Das heißt, der normale Besucher, der läuft automatisch an den Elektrofahrzeugen vorbei, weil es gibt jetzt nicht eine extra Halle nur für Elektrofahrzeuge, sondern es ist alles sehr durchgemischt. Und somit kommt man doch auch mit Besuchern in Kontakt, die bisher noch nie wirklich was mit Elektrofahrzeugen zu tun haben. Das Interesse ist da, aber vor allem die Auswahl wird immer größer. Man ist nicht mehr so der Exot wie vor fünf, sechs Jahren mit einem Elektrofahrzeug. Ich glaube, die meisten haben schon mal ein Elektrofahrzeug unterwegs gesehen.

  20. Sebastian:

    Da gehe ich, glaube ich, auch von aus, so wie du ja auch gesagt hast, die Sensibilisierung ist jetzt eine ganz andere. Und dann gerade in Genf, ich glaube, Audi und Kia waren es ja beispielsweise, die haben ja nur elektrifizierte Fahrzeuge, halt auch teilelektrifiziert dann am Stand gehabt. Und es ist einfach schön zu sehen, dass die Fahrzeuge mit dazugehören, egal ob es jetzt Verbrenner ist, also Benziner, Diesel oder eben Plug-in-Hybrid oder ein reines Elektroauto, dass es jetzt Hand in Hand geht und sich dann doch so langsam auch der Markt dann verschiebt. Und die Fahrzeuge an sich auch eher wie normale Autos in Anführungsstrichen ausschauen und nicht mehr so exotisch, wie es dann noch vor ein paar Jahren war, damit sie eben auch überhaupt auffallen. Das muss heute gar nicht mehr sein. Ein E-Auto kann auch einfach in der Masse untergehen. Das ist in Ordnung. Das soll sich ja eben nur über seinen Antrieb dann sozusagen positiv hervorheben.

  21. Silvia Brutschin:

    Was sich auch so aus den ein oder anderen Gesprächen herausgestellt hat, so. Viele wollen auch gar nicht so immer der Mittelpunkt sein, wenn sie jetzt irgendwo einkaufen gehen. Also das war bei mir so am Anfang, man musste immer mehr Zeit einplanen, weil so viele auf einen Zug kamen und was ist jetzt das und so. Und viele wollen einfach nur einsteigen und ganz normal zur Arbeit fahren und zurück. Das klingt bei den normal ausschauenden Elektrofahrzeugen in Anführungszeichen einfach besser.

  22. Sebastian:

    Klar. Und das ist halt jetzt auch eine größere Akzeptanz da, so wie du sagst. 2011, da war das dann doch mehr die Ausnahme. Da bist du durch Zufall mal darauf aufmerksam geworden. Heute, das hieß es eigentlich überall im Netz oder auch in Fachzeitschriften, Spiegel, Stern, selbst die jetzt eher so als Allgemeinmedien greifen das Thema ja auch auf. Und es wird greifbarer und das ist ja schön und du tust ja jetzt mit Samira dann auch deinen Teil dazu beitragen, dass es eben in Marokko auch nochmal ein bisschen greifbarer wird, die ganze Geschichte.

  23. Silvia Brutschin:

    Genau. Und so viel auch nochmal zum Thema Konkurrenz. Also unser Ziel ist ja schon, dass wir irgendwann mal mehr marokkanische Teilnehmer auch bekommen. Und für die ist es wiederum nicht so einfach, in Europa irgendwo an einer Rallye teilzunehmen. Also wenn man das jetzt auch mal, also wir sind ja schon irgendwie Europa-Afrika. Das ist schon nicht so einfach, für den Afrikaner einfach mal nach Europa zu gehen. Und für den Europäern natürlich leichter. Und das ist natürlich schön, wenn jetzt die europäischen Teilnehmer, Fahrzeuge da uns helfen ein bisschen am Anfang. Und wir haben auch den, also wir arbeiten sehr eng auch mit dem Tesla Club in Marokko zusammen. Wir haben aktuell so um die 20 Tesla-Fahrzeuge in Marokko schon registriert. Und diese Woche ist, glaube ich, der zweite Tesla 3 zugelassen worden. Und der Tesla Club in Marokko hat uns schon ein bisschen das Signal gegeben, dass es vielleicht doch tatsächlich fünf marokkanische Tesla 3 sein könnten, die an der Reif Marok teilnehmen werden. Und das ist natürlich dann auch ein Zeichen. Also bisher war immer mein zugelassenes Elektrofahrzeug, das fährt mittlerweile auch mit einem marokkanischen Nummernschild. Das war so der einzige marokkanische Teilnehmer. Und sage ich jetzt mal, mein Fahrzeug ist ja, was ich vielleicht schon erwähnt, eben ein Zweig. Das ist jetzt auch nicht so ein Fahrzeug für die Masse. Das soll jetzt auch nicht in Marokko das Elektrofahrzeug repräsentieren. Und das ist dann schon schön, wenn das eine oder andere Modell mit marokkanischer Zulassung nur noch mitfährt. Und gerade weil wir auch Thema Städtepartnerschaften, also wir haben immer mehr Partnerschaften. Wir haben letztes Jahr mit Tanga und auch mit Zetat und auch in Wasserset, das sind jetzt für viele unbekannte Namen, aber das sind größere Städte in Marokko. Und die interessiert es natürlich schon, wer jetzt aus welchem Land kommt und freuen sich natürlich auch über die Weithergereisten. Aber es ist auch immer viel Freude, da ein marokkanisches Nummernschild zu sehen. Unter anderem aber auch für Pressearbeit zum Beispiel vor Ort. Für einen marokkanischen Journalisten ist das nochmal ein ganz anderer Aufmacher, wenn er sagt zum Beispiel, fünf marokkanische registrierte Tesla haben Teilungen zum Beispiel.

  24. Sebastian:

    Klar, das ist ja auch schöner, wenn man das eigene Land dann nochmal vertreten sieht. Aber so wie du gesagt hast, ich glaube, das ist ja ein ganz guter Ansatz, dass ihr sagt, okay, ihr wachst jetzt oder ihr versucht es erstmal so. mit jedem, der daran teilnehmen will, auch gerne aus Europa. Und dann kann sich das ja auch im Laufe der Zeit, so wie es sich ja hier auch bei uns entwickelt hat, vielleicht zu einem eher marokkanisch ausgeprägten Event dann irgendwo hinentwickeln.

  25. Silvia Brutschin:

    Genau, die große Herausforderung ist einfach bei uns, und da ist es einfach ein bisschen schwieriger wahrscheinlich als bei uns in Europa, ist die Ladeinfrastruktur. Also selbst wenn Sie noch nicht vorhanden ist, sie einfach zu legen oder legen zu lassen, weil es doch nicht solche Standardabsicherungen gibt wie bei uns. Also wenn ich jetzt einfach schon bei uns in Deutschland sage, eine malische Haushalts- oder Schoko-Steckdose ist auf 16 Ampere abgesichert, sowas gibt es nicht in Marokko. Und das war unter anderem auch ein Grund, warum wir gesagt haben, lasst uns mal so eine Infrastruktur vorlegen, auch wieder... Ein bisschen wie war das bei uns früher, als es noch keine Ladeinfrastruktur gab. Man hat erst mal mit einem einfachen Steckdosen-System gearbeitet. Das war ein CE-System. Die CE-Steckdosen, das ist heute bei uns nicht mehr der Fall in Marokko, aber ist erst mal naheliegend. Wir haben die Infrastruktur zwischen Marrakesch über den Hohen Atlas damit ausgebaut. Wir haben uns aber sehr gefreut, als jetzt vor sechs Monaten dann doch auch die Typ-2-Infrastruktur und die CCS-Infrastruktur eben nach Marokko kamen. Jede zweite Autobahnraststätte ist damit schon ausgestattet. Das heißt sehr viel für Marokko. Unter anderem, was bedeutet das für unsere Teilnehmer? Für unsere Teilnehmer bedeutet das, weil wir eben eine individuelle Rückfahrt haben aus der Wüste. dass sie nicht unbedingt genau die gleichen Hotels ansteuern müssen oder genau die gleichen Ladeaufenthalte machen müssen wie auf der Hinfahrt. Sie sind ein bisschen freier. Sie können sich ja Tempo besser bestimmen. Aber unter anderem kann man eben die Rückfahrt sehr, sehr schnell auch organisieren. Von Marrakesch nach Tanga gibt es eine Autobahn. Wir sprechen hier von 600 Kilometern. Und die kann ich eben jetzt einfach durchfahren, wo man bei unserer ersten Ausgabe dafür noch zwei Tage gebraucht hat. hat man dann auch einfach an so einer CE-Steckdose, die jetzt eben noch in vielen Hotels dann von uns installiert worden, doch länger braucht, wie wenn ich eben an so einer Autobahnraststätte mit einer richtigen Schnellladung stehe. Und das hilft, weil unser Nachteil ist so ein bisschen, wir sind halt doch nicht so ganz nah an der Dachregion zum Beispiel. Es ist schon eine Anreise und eine Rückreise, die unsere Teilnehmer auf sich nehmen. Es reicht nicht, eine Woche Urlaub dazu zu nehmen. Selber sind wir sieben Tage unterwegs. Und wenn man noch mit drei bis vier Tage jeweils Anreise rechnet, das gleiche an Rückreise, dann sind wir schon bei sehr, sehr guten zwei Wochen, die man da schon an Zeit in Anführungszeichen investiert. Und der eine oder andere möchte dann auch natürlich dann schnell zurück. Nicht er möchte, aber er muss. Und dann hilft uns das dann schon, wenn dann ein, zwei Tage da einfach, ja, schneller auf eine Autobahn zurückgefahren werden kann.

  26. Sebastian:

    Klar, das ist verständlich.

  27. Silvia Brutschin:

    Schneller und vor allem auch zuverlässiger.

  28. Sebastian:

    Ja, stimmt, weil du halt auch eine Norm dahinterstehen hast und dann nicht einfach nur einen Anschluss, wo du jetzt nicht weißt, ein 16 Ampere dahinter oder was kommt denn da überhaupt aus der Leitung dann raus.

  29. Silvia Brutschin:

    Genau, also nicht ohne Grund haben wir heute eine Ladeinfrastruktur bei uns, wo man so ein bisschen mit dem Fahrzeug kommunizieren kann. Also das hat durchaus Vorteile. Aber da steckt halt auch ein Entwicklungsprozess drin. Und da finde ich, Marokko hat sich da sehr, sehr schnell jetzt auch entwickelt, wenn ich überlege, wie lange das auch bei uns gedauert hat.

  30. Sebastian:

    Ja, vor allem, wenn du jetzt sagst, also damals, wo es 2017 dann bei euch mit angefangen hatte, mit der ersten Tour. Und dann sind jetzt gerade mal ein Jahr, anderthalb seitdem vergangen. Und da hat sich dann doch spürbar einiges getan. Wenn du jetzt gerade sagst, an jeder zweiten Autobahnraststätte finden sich dann schon die Schnelllader. Das ist schon ein ordentliches Tempo, muss man mal sagen.

  31. Silvia Brutschin:

    Genau, aber es war unter anderem auch, war eben dieser Klimagipfel, war es ausschlaggebend, weil da gab es natürlich viele Konferenzen, viele Diskussionen, verschiedene Themen, unter anderem eben auch E-Mobilität und da wurden eben die Weichen gelegt. Aber es ist auch so ein bisschen, es ist schon noch so ein Königsreich und wenn der König die Richtung vorgibt, dann kann das unter anderem schneller umgesetzt werden als in unseren Regionen.

  32. Sebastian:

    Klar, da hast du recht, da sind wir dann doch ein bisschen eingefahren, auch wenn das vielleicht dann hinsichtlich von technischen Normen, wie jetzt mit der Steckdose einfacher ist, aber da wird halt auch mal eine Ladeinfrastruktur dann gefühlt von heute auf morgen umgesetzt, wenn der Obere sagt, okay, jetzt, ich mag E-Mobilität und jetzt soll das halt so sein.

  33. Silvia Brutschin:

    Genau, ja.

  34. Sebastian:

    Ja, war schon interessant. Und jetzt 2019 steht die nächste E-Rallye von euch an, wenn ich das richtig weiß?

  35. Silvia Brutschin:

    Genau. Während ich jetzt hier erstmal den letzten Monat noch mit Genf, also Genf vorbereitet habe, ist Samira ziemlich aktiv in Marokko gewesen. Wir wollen die Teilnehmerzahl langsam, aber stetig erhöhen. Und das ist dann auch immer natürlich auch wieder das Thema Infrastruktur. Je mehr Teilnehmer, desto besser. neuere Infrastruktur muss gelegt werden. Wie gesagt, Autobahnraststätten, ja, aber wir können da nicht mit 20 Fahrzeugen gleichzeitig an einer Typ-2-Stecker gehen. Individuelle Rückfahrt ist das gut, aber nicht für die offizielle Rallye. Das heißt, Samira ist gerade aktiv dabei, neue Hotels bei unseren Ladeaufenthalten zu suchen. Ich selber bin ab Marrakesch abgeflogen und habe dann auch noch ein bisschen Vorarbeit Wir haben ja auch bestimmte Werte, die wir gerne auch erfüllen wollen. Es ist ja auch nicht nur eine E-Rallye. Es kommt nicht nur darauf an, woher kommt der Strom, sondern auch so ein bisschen, woher kommt das Hotel, wie ist das Hotel irgendwie auf Nachhaltigkeit eingestellt. Das ist natürlich auch noch ein Thema, was jetzt erst langsam in Marokko anfängt. Da sind wir hier auch schon viel weiter. Deswegen ist da unsere Auswahl auch etwas beschränkter. was darauf hingeführt hat, dass wir auch mehrere Kategorien eingeführt haben, auch Teilnehmerkategorien. Unter anderem gibt es eine grüne Kategorie und da werden wir eben die Hotels einfügen, die doch sehr nah an unsere Vorstellung kommen. Da haben wir zum Beispiel ein Hotel in Marrakesch gefunden, was komplett aus Lehmbau besteht, wo es kein Plastik geben wird. Also diese Kriterien, aber das schaffen wir nicht. Das sind einfach kleine Hotels und das schaffen wir nicht für alle Teilnehmer. Deswegen haben wir zum Beispiel eine rote Kategorie, die sich dann auch im 4- bis 5-Sterne-Hotel befindet. Und da haben wir aber auch gute Erfahrungen gemacht, da doch ein sehr großer Anteil unserer Teilnehmer einen gewissen Standard auch erwartet. Und den gibt es auch in Marokko. Ich würde mal sogar sagen, wenn ich das jetzt hier mit Genf vergleiche, ist doch, also so Paläste oder so findet man hier in Genf nicht. Wenn ich jetzt mal so die gleichen 4- bis 5-Sterne-Hotels hier vergleiche und dort vergleiche, ist das schon so ein bisschen mehr wie so 1000 eine Nacht. Da kommt man schon in einen anderen Kulturbereich rein und ja, es ist Interessant, einfach da auch Unterschiede zu bemerken. Also kurzum, das hatte ich ja kurz angedeutet, wir haben unterschiedliche Teilnehmerkategorien. Soll jeder irgendwie sich glücklich oder sich wohl aufgehoben fühlen? Und ich selber persönlich würde mich nicht so aufgehoben fühlen in so einem großen Palast. Und das ist so ein bisschen ein Vorteil, wenn man so eine Rallye plant. Man kann auch so seine eigenen Vorlieben ein bisschen einbringen. Und deswegen habe ich mir immer gedacht, wenn ich an einer Rallye teilnehmen würde und hätte aber eine Auswahl, ob ich vielleicht in so einem Hotel unterkomme oder in so einem Hotel, dann würde mich das eher anziehen. Und ja. Ja. Deswegen war für mich klar, ich möchte auch so ein bisschen die alternativeren Hotels einbringen, aber war auch klar im Vornherein, dass das nicht jeder so möchte und wir wollen ja am Anfang auch keinen ausschließen oder können uns das auch gar nicht erlauben, jemanden auszuschließen, weil es tatsächlich halt noch eine Herausforderung ist mit der Distanz von der Dachregion bis nach Tanga. Und es auch schön ist, einfach unterschiedliche Leute einfach in dieses Boot der E-Mobilität zu holen. Also wie man schon so sagt, Hauptsache E, der Spruch gilt immer noch. Ob jetzt ein großes Fahrzeug oder ein Klanungsfahrzeug oder von mir aus, also wir haben unseren Stand, also wo ich jetzt gerade in Genf aktiv bin, wir sind direkt neben Harley-Davidson unterwegs. präsentieren in Genf ihre elektrische Version. Und das war auch so eine Idee vor zwei, drei Jahren, dass wir zum Beispiel die dritte Kategorie einführen, die pinke Kategorie. Das kann sein, also das ist unsere Campingplatz-Kategorie. Da kann ein Uniteam oder es können Studenten sein, die einen VW-Bus elektrifiziert haben. Die sagen, wir wollen da mitfahren, aber wir wollen oder fühlen uns doch gar nicht so, dass wir in einem Fünf-Sterne-Hotel unterkommen müssen. Es kann aber auch so ein Motorradfahrer sein, der sagt, oh, ich bin auf Abenteuer und ich habe in meinem Gepäck ein Zelt dabei. und möchte vielleicht sogar noch weiter danach fahren. So viel zum Thema, gerne alle ins gleiche Boot holen.

  36. Sebastian:

    Das ist aber definitiv ein interessanter Ansatz mit dem Hauptsache E und dass ihr dann auch versucht, zum einen nach den eigenen Vorstellungen, aber auch dann natürlich nach den Vorstellungen der Teilnehmer da die Möglichkeiten zu bieten, okay, ihr könnt so unterkommen, wie ihr wollt, aber wir bieten euch grundsätzlich erstmal alle Möglichkeiten, angefangen vom ganz grünen Hotel, bis zur roten Kategorie, als vielleicht auch dann eben zur pinken Kategorie für die Abenteurer oder diejenigen, die sagen, mir reicht auch erstmal ein Campingplatz aus, um da unterzukommen während der Rallye oder während der Reise. Genau. Hört sich echt interessant an. Es ist ja auch so, bei der Rallye an sich gibt es ja auch, ich sag mal, da gibt es auch keinen Sieger, da habt ihr auch oder arbeitet ihr auch eher mit Kategorien, die ihr vergebt. wo er dann eben sagt, okay, an sich ist erstmal das Ziel Hauptsache E-Teilnehmer, so habe ich das verstanden, das Thema bekannt machen, vielleicht dafür ein bisschen auch Werbung für Marokko machen, dass dann eben E-Mobilität da ein bisschen bekannter wird eben. Aber natürlich will man ja trotzdem so ein bisschen einen Anreiz schaffen. Das macht ihr ja auch mit diesen verschiedenen Ziel-Sieger-Kategorien. Kannst du dazu was sagen?

  37. Silvia Brutschin:

    Genau, also es gibt tatsächlich auch einen Sieger, sag ich mal. Also im ersten Moment sind erstmal alle Sieger, die erstmal teilnehmen und das dann auch alle ankommen. Und ja, die Sensibilisierung steht im Vordergrund, gerade wenn wir da in die Städte reinfahren und da wirklich wie Empfänger sind. die ich sonst irgendwie noch kaum erlebt habe, wo dann wirklich sehr, sehr viele hohe Leute von Bürgermeister bis Parlamentarier alle eigentlich da sind. Das gehört mit dazu. Aber wir wollen natürlich auch am Ende der Rallye eine Trophäe überreichen. Es gehört irgendwie dazu und haben dafür natürlich auch unsere Kategorien aufgestellt. Es sind zehn Wertungskategorien. Und da geht es auch unter anderem um Werte, die uns wichtig sind. Da geht es um effizientes Fahren. Letztes Jahr haben wir die Strecke zwischen Marrakesch und Wasserseite über den hohen Atlas gemessen, eben mit wie viel verbraucht wurde. Unter anderem, weil es uns ja nicht nur um Schnelligkeit geht. Das gilt unter anderem auf der Strecke eben auch für... Joker-Bilder zu finden. Wir haben Bilder gemacht, die müssen wiedergefunden werden, die Punkte. Da muss man sich da mit seinem Fahrzeug abbilden. Und um diese Bilder zu finden, muss man schon auch mal nach links und nach rechts schauen. Nicht unbedingt schnell fahren. Aber uns ist ja auch wichtig, dass das Landschaft wahrgenommen wird, dass das Land wahrgenommen wird. Und deswegen ist es uns auch wichtig, nicht nur, also nach Marrakesch geht es dann einfach in eine Gegend. Da gibt es keine Autobahn, ist aber trotzdem guter Asphalt. Also da muss man sich nicht abschrecken lassen, aber dass man diese Landschaft eben wahrnimmt. Und wenn ich da halt nur mit 100 kmh durchrase, dann habe ich nicht so wirklich viel davon. Das ist zum Beispiel, wie gesagt, das war mal bei Effizienzkategorie. Kategorie, wie viele Joker-Bilder finde ich? die haben wir dann in unserem Roadbook drin, Kategorie, wir wollen natürlich auch gerne die belohnen, die schon länger ein Elektrofahrzeug fahren, also es gibt auch eine Kategorie, wann war die erste Zulassung zum Beispiel, es gibt eine Kategorie Nachhaltigkeit, es gibt eine Kategorie auch Sozial, also wir haben sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht mit unserem Laptop-Projekt, also Einzigartig, da werden gebrauchte Laptops von einer Organisation in Deutschland wiederhergestellt. Unsere Elektrofahrzeugfahrer bringen die mit. Wir teilen die an der Schule aus. Und je mehr man halt mitbringt oder mitbringen kann, desto mehr Punkte gibt es. Es müssen nicht Laptops sein, es können auch Winterklamotten sein, es können... Sandlusten sein. Das sind einfach Regionen, wo wir dann reinfahren, wo wir doch nochmal ein bisschen hervorheben wollen, ja, die Unterschiede, wie wir leben und wie andere leben. Aber selbst auch in Marokko sind einfach die Unterschiede sehr, sehr groß und das wird man auf der Rallye auch erleben. Ja, es ist ein Land der Unterschiede und Was aber auch schön ist, man wird jetzt auch mit einem Elektrofahrzeug gar nicht komisch angeschaut, wenn man in solche Regionen reinfährt. Ganz im Gegenteil, die Marokkaner sind ein technologieliefernahtes Volk. Es wird wirklich, die Fahrzeuge werden gefeiert. Wir haben jetzt beim zweiten Mal, beim zweiten Besuch dieser Schule einen eigenen Elektroparkplatz für uns bekommen, mit wirklich schönem Elektrofahrzeug auf dem Parkplatz angemalt. Und also, ja, das ist...

  38. Sebastian:

    wunderschön. Das hört sich toll an. Das ist also wirklich auch ein schönes Signal, dass man sieht, dass es so angenommen wird und dass es ja auch da kein Selbstverständnis ist und vor allem finde ich es auch schön, wie du jetzt schon angesprochen hast mit den Kategorien, zum einen eben diese Laptops, Winterklamotten, was weiß ich, dass ihr noch was Gutes tut, dass ihr da ein soziales Projekt dann ja auch irgendwo noch mit einbringt, was dann auch dem Land an sich nochmal abseits von E-Mobilität hilft und zum anderen auch diese Joker-Reschichte mit den Landschaftsfotos. ist natürlich was richtig Schönes, da die Teilnehmer auch dazu anzuhalten, schau dir bewusst das Land an, guck auch mal nach links und rechts, du brauchst hier nicht mit 100 kmh durchzurasen, sondern genieß einfach deine Umgebung und das ist echt ein schöner Ansatz.

  39. Silvia Brutschin:

    Wir sehen auch, dass auch die E-Mobilität durchaus in naher Zukunft ein neuer Sektor sein kann vor Ort für den nachhaltigen Tourismus. Wir haben jetzt auch schon wahrgenommen, dass doch der eine oder andere auch mal individuell mit dem E-Fahrzeug nach Marokko kommt. Das kriegen wir immer sehr schön mit. Wir kriegen vorab schon eine Nachricht, ob das möglich ist, ob sie die Steckdosen von uns benutzen können. Oder aber wir kriegen dann eine Nachricht, wenn dann doch jemand an den Autobahnraststätten geladen hat, weil es doch so wenig sind und wir alle Tankstellenbesitzer kennen, dass dann immer sofort ein Bild gemacht wird und uns weitergereicht wird. Und daraufhin erkennen wir dann doch immer, auch wenn man jetzt eher anonym nach Marokko möchte, wir wissen genau, wer wo dann geladen hat, weil das einfach noch so ein kleiner Sektor ist. Und es ist dann eben Reif Marokko und der Tesla Club in Marokko. Und an uns beide werden gleich die Bilder geschickt. Und hier ist wieder jemand und hier ist wieder jemand, was dann doch auch sehr interessant ist. Aber gerne wollen wir auch ein bisschen die Augen offen halten, auch für das, was vielleicht den Besuchern oder den Touristen nicht so gut gefällt in Marokko. Das heißt, es gibt auch Punkte. Gibt es Punkte, für was gefällt mir gut in Marokko? positive Bilder, aber auch für negative Bilder, weil wir wollen ja auch Marokko nicht nur loben. Es gibt auch eine andere Seite, die gibt es überall, die gibt es bei uns auch. Aber wir wollen jetzt gerade, wenn wir vielleicht auch mit Tourismusverbänden zusammenarbeiten, eine Chance sehen, wenn jetzt doch der ein oder andere Teilnehmer für mehr Bilder mit Plastikmüll zum Beispiel uns schickt, dass wir das auch mal weitergeben können und sagen, schaut mal, so nehmen jetzt auch die Besucher das Land wahr und vielleicht doch den ein oder anderen Teilnehmer kleinen Einfluss da reinbringen kann, dass man einfach zeigen kann, okay, Teilnehmer, Elektro-Rallye sind nachhaltig unterwegs, haben ein Auge für sowas. Es wird immer mehr wahrgenommen, was einfach gut läuft und was auch nicht gut läuft. Und gerade heute durch Social Media kann man doch das ein oder andere alleine schon mit einem Foto erreichen. Es soll nicht als negative Kritik aufgefasst werden, sondern eher als, daran könnte man noch arbeiten.

  40. Sebastian:

    Ja, aber das ist ja auch ein unglaublicher Mehrwert für das Land an sich, weil, so wie du sagst, auch negative Kritik kann ja in dem Fall dann Positives bewirken, indem ihr dann oder indem dann der Part, der angesprochen wird, darauf reagieren kann, kann vielleicht was verändern, was dann wiederum dazu führt, dass es positiver ist und demnach auch mehr Besucher oder Touristen dann wieder andocken kann oder zumindest diejenigen, die da sind, positiver ansprechen kann. Genau. Das ist ja auch ein toller Ansatz.

  41. Silvia Brutschin:

    Ich meine, so ist das auch ein bisschen mit E-Mobilität. Man muss einfach mal kritisch auch durch das Thema Mobilität gehen. Und ich hoffe auch, dass jetzt, also ich hoffe, dass E-Mobilität irgendwann in die Maßen geht. Aber ich wünsche auch, dass auch viele E-Mobilitätsfahrer weiterhin kritisch bleiben. Woher kommt mein Strom? Oder auch Thema Klima, Klimaerwärmung. Thema Ernährung, Thema woher kommt meine Kleidung, Thema, ja, da kann man weit ausschweifen. Da muss ich ehrlich sagen, ich gehöre schon zu den kritischen Menschen. Aber was mich überrascht hat, ist, dass meine Kollegin, die Samira, die jetzt gar nicht so bei uns aufgewachsen ist, sondern in Marokko aufgewachsen ist, dass sie noch viel, viel kritischer ist als ich. Das wusste ich am Anfang nicht und das hat mich so überrascht und auch im Nachhinein so gefreut eigentlich, weil das ist so selten. Ich glaube, ich kenne auch niemanden in Marokko, der so eine Einstellung hat wie sie. Also sie würde schon einfach, wenn sie in einem Kaffee sitzt und kriegt zu einem Kaffee eine Plastikflasche Wasser, sie würde diese Plastikflasche nicht anrühren. Also es ist sehr, sehr interessant. Also man darf nie mit Klischees an irgendwelche Länder reingehen, auch wenn jetzt noch so viel Plastik oder in der Gegend, sag ich mal, leider noch rumliegt. Es gibt Leute, die mich immer wieder beeindrucken und das ist so schön, dass unter anderem die Samira dazu zählt.

  42. Sebastian:

    Das ist ja auch tatsächlich so, dass du es nicht an Einzelnen, dass du es komplett wieder alle über einen Kamm scheren kannst. Man muss es natürlich immer auf... Basis des einzelnen Menschen sozusagen sehen und dann ist es doch schön, wenn es da eine Vielzahl davon gibt und ich denke, E-Mobilität ist da auch ein Ansatz dazu, der zum Nachdenken anregen kann, weil wenn wir ganz ehrlich sind, E-Autos sind schon schön, aber wenn der Strom dann aus Atomkraftwerken kommt oder so, dann haben sie trotzdem ihr Ziel irgendwo verfehlt. Wenn man das sieht, man muss diesen nachhaltigen Ansatz dann, also wenn es unserer Welt helfen soll, denke ich, auch zu Ende oder zumindest so weit wie möglich zu Ende verfolgen.

  43. Silvia Brutschin:

    Genau, und für viele unserer Teilnehmer ist es tatsächlich das erste Mal, dass sie überhaupt nach Marokko gekommen sind. Und da ist es natürlich toll, dass der Samira einfach so einen tollen Einblick geben kann. Erstmal auch sie als Marokkanerin. Es ist ihr Land, sie kennt sich aus. Aber dass sie dann auch einfach noch so eine positive Seite, also allein durch ihre Persönlichkeit aufzeigt. Und es ist einfach auch sehr schön, wie Samira dann auch, sag ich mal, jetzt indirekt nach Europa übertragen wird, weil über sie gesprochen wird. über ihre Einstellung, dann über das Land und dann eine ganz andere Wahrnehmung. Vielleicht entsteht, wie wenn ich mit einem Flugzeug irgendwo in Marrakesch lande, eine Woche in ein großes Hotel gehe und immer mich am Pool oder in einem Hotel aufhalte und eigentlich nicht so viel vom Land kenne. Jetzt erfahren wir das Land. Wir fahren jetzt nicht mit einem normalen Fahrzeug, also mit einem normalen Verbraucher, sondern mit einem Elektrofahrzeug. Wir haben gleichzeitig noch eine ganz tolle Marokkanerin bei uns und erfahren unterschiedliche Landschaften. Aber auch eines unserer Highlights ist eben das Solarkomplex in Ouassaset. Und das muss einfach sein, weil wir da einfach so ein bisschen ein Stück Zukunft sehen. Marokko hat sich ja auch die Solarenergie als auch die Windkraft ganz groß geschrieben. Und aktuell ist tatsächlich auch eine Diskussion, das ist jetzt eine Nachricht der letzten Tage, dass Marokko jetzt, obwohl das DESERTEC-Projekt gescheitert ist, es tatsächlich darauf anlegt, von sich aus es zu stemmen, auch saubere Energie nach Europa zu transportieren. Bisher hatte man gesagt, man möchte national versorgen. Und jetzt hat man aber auch die Wegsteine für das größere Ziel mit Europa gelegt. Und das ist eigentlich sehr schön. Und alle bisherigen Teilnehmer haben es wirklich genossen, in diesem Riesenkomplex sich aufzuhalten. Wir kriegen tolle Führungen. Und das Allertollste ist, wir haben die Sondergenehmigung, dass wir mit den Elektrofahrzeugen dort reinfahren dürfen. Wir dürfen uns das sozusagen vor Ort anschauen, fahrend. Und interessant war die Idee der Tesla-Fahrer der letzten Edition, die dann gesagt hat, könntet ihr mal fragen, ob wir auch fahrerlos fahren dürfen. Das ist ein abgesperrtes Gelände. Ja, sie durften sich auf die Hinterbank setzen und dürften das autonome Fahren vor Ort vorzeigen. Und es war eine Riesenbegeisterung vorhanden.

  44. Sebastian:

    Das glaube ich, dass du was zu begeistern weißt.

  45. Silvia Brutschin:

    Das ist aber auch so schön, so ein Geben und Nehmen. Weil auf der einen Seite hat das Solarkomplex unsere Teilnehmer begeistert. Und die Teilnehmer wiederum haben dort die Verantwortlichen begeistert, die natürlich dann auch mit dem Tesla fahren dürfen. Und das ist so ein Geben und Nehmen-Effekt. Ja, in einer schönen Richtung eigentlich. Und es ist schön, das mitzuerleben.

  46. Sebastian:

    Ja, es ist ja auch definitiv der richtige Weg, dass das auf einer Basis von einem Austausch stattfindet und dann nicht eine Seite davon jetzt stärker profitieren will als die andere. Und ich glaube, das zeigt ja auch damit ganz gut. Und auch mit der Einbindung jetzt von den Hotels, mit den Kategorien und so weiter. Das kann ja auch eine tolle Basis dann sein für das Urlaubsland. Später mal, wenn man sagt, okay, wir ziehen das auch tatsächlich zugrunde. Jetzt sind da Touristen, die vielleicht nicht rein elektrisch unterwegs sein wollen oder anreisen wollen, aber zumindest nachhaltige Hotels suchen. Dann kann eure grüne Kategorie ja schon wunderbar als Basis dafür zu Rate gezogen werden.

  47. Silvia Brutschin:

    Genau, und was noch sehr schön ist, also wir haben jetzt in der letzten Edition das erste Mal versucht, Videoaufnahmen mit einer Drohne zu machen im Hohen Atlas. Und die Bilder, die wir da bekommen haben, die sind schon sehr, sehr schön geworden. Wir haben festgestellt, dass, weil eben nicht so viele auch teilnehmen können, aber es einfach ganz wichtig ist, diese Bilder nach außen zu tragen. Und gerade mit der Landschaft und in so einem Gebirge, dass wir gesagt haben, wir müssen verstärkt eben auf diese Drohnenbilder gehen und haben jetzt erst vor vier Wochen eine Zusage bekommen, auch von einem Deutschen, der großes Interesse hat, eben mit seiner Drohne bei uns aktiv zu werden. Wir haben bisher auf marokkanische Teams gesetzt. Das war mir immer wichtig, lokal, wenn möglich, lokal zu schauen und auch Leute vor Ort zu unterstützen. Und da bin ich auch weiterhin der Meinung, dass das richtig ist. Doch warum nicht ein deutsch-marokkanisches Team, habe ich mir dann überlegt. Warum nicht jemand, der mit einer Drohne aus Deutschland kommt, der vielleicht ganz andere Erfahrungen hat wie unsere marokkanischen Teams, Und wo vielleicht unser marokkanisches Team noch was von einem deutschen Team lernen kann. Und das ist so das Nächste, wo ich mich drauf freue. Die Samira ist gerade dran. Es ist tatsächlich nicht einfach, eine Drohne in Marokko einzuführen. marokkanische Teams haben da kein Problem, die Drohne ist schon drin, die haben ihre Zulassung, aber für jemanden extern, da ist Marokko ganz, ganz streng und ich glaube, Samira ist jetzt schon seit vier Wochen dran und wenn Samira mal was macht, dann kriegt sie das auch hin und Marokko ist das immer eine Frage der Zeit, deswegen ist es auch gut, frühzeitig da dran zu gehen und wenn das klappen würde, dann würde ich mich sehr, sehr, sehr freuen, weil wir hatten eine Drohne dabei und ich könnte mir vorstellen, dass die zwei Teams sich da sehr, sehr gut arrangieren können, um dann doch nochmal der Welt, sag ich mal, ich sehe 15 Elektrofahrzeuge vor mir, die den Atlas hochfahren und die werden von zwei Drohnen gefilmt und das wäre ein weiterer Schritt, auch für uns, um natürlich jedes Jahr das Ziel zu erreichen, etwas mehr an Teilnehmern zu erhalten, aber vielleicht doch mal mutig genug zu sein, mit einer guten Videoaufnahme oder Bildaufnahme den einen oder anderen Sponsor anzusprechen. Da gebe ich zu, da sind wir noch etwas schüchtern, weil wir doch uns die Zeit gegeben haben, in den ersten drei Editionen ein bisschen auszuprobieren. Samira als Marokkanerin ist davon überzeugt und ich auch, dass man nicht gleich bei der ersten Edition sagen kann, so jetzt steht alles. Es sind alle Fahrer bei uns ins Ziel gekommen, aber wir haben doch bei der zweiten Edition den einen oder anderen Partner doch auch getauscht und waren dann aber auch froh darüber, weil wir dann doch jetzt in der zweiten Edition, also wir steigern uns ja sehr gut, wir haben einfach noch bessere Partner bekommen. Und werden auch jetzt bei der dritten Edition, glaube ich, kaum jemand mehr austauschen, weil die, die wir jetzt haben, mit denen sind wir sehr, sehr zufrieden. Und werden einfach hoffen, dass wir jetzt einfach noch gute Partner dazu bekommen, weil zum Beispiel Hotels, je mehr Teilnehmer, desto mehr Hotels. Das ist so ein bisschen, wir können pro Hotel fünf, sechs Fahrzeuge unterbekommen. Und dieses Jahr haben wir die Teilnehmerzahl auf 20 begrenzt. Da sind wir dann schon bei drei Hotels. und freuen uns da einfach auch jetzt eben aus den Erfahrungen, die wir bisher gesammelt haben. Ich kann noch ganz ehrlich sagen, bei der ersten Edition, wir haben sagen können, wie Steckdosen angebracht werden und so weiter. Und dann wurde zum Beispiel einfach mal vergessen, einen FI-Schalter mit einzulegen, was einfach in Marokko nicht wichtig ist. Aber manche Elektrofahrzeuge bei uns dann nicht anfangen zu laden. Und solche Erfahrungen hat man halt zum Beispiel dann bei der zweiten Edition schon gehabt. und dann haben wir bei der zweiten Edition wieder andere Erfahrungen gesammelt, die wir jetzt einfach gut in die dritte Edition einfließen lassen können und deshalb ist eigentlich ein langsames, aber stetiges Wachstum angebracht. Ich könnte mir jetzt nicht zutrauen, nächstes Jahr schon 50 Fahrzeuge zuzulassen, einfach aus den Erfahrungen bisher, aber jedes Mal zehn weitere hinzuzubekommen, das, ja.

  48. Sebastian:

    Das hört sich doch aber gut an, wenn man im Kleinen dann auch wächst und das bewusst dann eben macht und dann Stück für Stück aus den Erfahrungen lernt.

  49. Silvia Brutschin:

    Ja, ich habe

  50. Sebastian:

    Und dann auch, die sagt, okay, wir brechen es übers Knie und streben da jetzt auf einmal die 50 Teilnehmer an, wenn man es eigentlich noch gar nicht stemmen kann sozusagen.

  51. Silvia Brutschin:

    Ich habe auch das Gefühl, dass auch jetzt in der kleineren Gruppe, man lernt sich schon auch sehr gut kennen, also es ist ein sehr gutes Teamgruppengefühl nach ein, zwei Tagen. Und wir haben uns auch mal überlegt, wie könnte es dann in zehn Jahren aussehen? Und wahrscheinlich wird es ähnlich auch aussehen wie auf der Wave. Es bleibt dann auch nicht mehr viel übrig, dass man Gruppen einteilt und dass man auch verschiedene Wege fährt, dass man verschiedene Städte anfährt und sich dann einfach abends irgendwo trifft. So war das, glaube ich, in den letzten zwei Jahren auch bei der Wave. Was auch schön ist, aber was, glaube ich, nicht mehr so das Gleiche ist, weil man sich dann in seiner kleinen Gruppe auch wiederum kennt. Aber man kann sich nicht mit 100 Elektrofahrzeugfahrern so ähnlich fühlen wie mit 20. Nee, das geht auch nicht.

  52. Sebastian:

    Das verläuft dann natürlich auch. Aber das ist was, was Louis mir auch in dem Interview und auch in Gesprächen, die wir schon geführt hatten, was er auch trotzdem immer wieder versucht, dass dann dieses Gefühl, dieses Wir-Gefühl, diese Verbundenheit sich zumindest einstellt. Und wenn das dann auch nur in Teilgruppen der Teilnehmer ist. Ich denke, das ist auch was ganz Wichtiges, damit sowas funktionieren kann.

  53. Silvia Brutschin:

    Also nichtsdestotrotz wäre es toll, wenn man das schaffen würde, in so eine große Zahl zu kommen, weil dann weiß man irgendwie, dass es in Schwung kommt. Ich bin glücklich über die Wave, dass sie es jetzt auf eine dreistellige Zahl geschafft hätte, weil es wäre kein gutes Zeichen, wenn man nach, Moment, 2010 bis jetzt, wenn man nach neun Jahren immer noch bei 40 Elektrofahrzeugen, also es würde einfach ein schlechtes Zeichen für die Allgemeinheit sein.

  54. Sebastian:

    Ja, das glaube ich schon. Aber ich meine, das ist ja schon mal ein gutes Zeichen, wenn wir jetzt sehen, die ist ja die Wave in Deutschland dann auch das erste Mal mit dabei, dass es da auch zum zweiten Mal stimmt. Aber zwei Wave dieses Jahr. Die erste ist ja jetzt demnächst schon. Die zweite ist ja dann im Herbst hier in Deutschland. Und das wächst ja auch. Und ich denke, so wird das auch bei euch sein, Stück für Stück einfach dann. Und das wird definitiv in den nächsten Jahren auch noch mehr Fahrt aufnehmen. Dadurch, du hast ja selbst gesagt, in Genf die E-Mobilität drängt aus allen Poren auf den Markt. Und das wird man auch so zu spüren bekommen, dass es da eben noch mehr Aufwind dann bekommt.

  55. Silvia Brutschin:

    Genau, es wäre schade, wenn es andersrum wäre, weil dann würde wahrscheinlich die E-Mobilität irgendwie wieder rückläufig werden. Aber ich glaube, die E-Mobilität ist über den Berg. Es geht nur noch weiter oder sollte zumindest so weitergehen. Was wir dieses Jahr erneut nicht so ganz geschafft haben, aber vielleicht noch schaffen werden, wir wollen auch vermehrt auf die E-Bikes setzen. Und zwar... Es ist die letzte Etappe von den Elektrofahrzeugen. Das ist von Marrakesch nach Basazet. Das sind 200 Kilometer dazwischen der Hoher Atlas. Und die Idee ist, dass die E-Bikes einen Tag vor den Elektrofahrzeugen starten. 200 Kilometer auf zwei Tage aufteilen und einmal im hohen Atlas eben übernachten und das dann alle zusammen, also mit den Elektrofahrzeugen, dann in das Ziel gefahren wird. Da ist es ganz interessant, da sind wir mit den Tourismusverbänden von Marrakesch und von Waserset in Kontakt, weil die einen könnten ja die E-Bikes nach Waserset fahren und die anderen können sie wieder zurückfahren. Also jetzt mal unabhängig von der Reif Barock, es geht eigentlich nur darum, einmal die Infrastruktur für die E-Bikes zu legen und sodass andere Touristen das dann einfach nachfahren können. Da haben wir den Kontakt mit dem Bürgermeister von Marrakesch gehabt. Die sind alle auch sehr begeistert von dem Konzept. Es ist einfach nur immer wieder das Gleiche in Marokko. Eine gute Idee ist gut, aber um die dann in die Tat umzusetzen, braucht es einfach Zeit und ich, über den Daumen gepeilt, glaube ich, drei bis viermal so viel Zeit wie bei uns. Deswegen, wenn wir nicht dieses Jahr damit anfangen, hoffe ich, dass es dann nächstes Jahr klappt und Ich stelle mir Mobilität nicht nur in einem Auto vor, nachhaltige Mobilität. Nachhaltige Mobilität hat auch was mit E-Motorrädern, hat aber auch was mit Fahrrädern zu tun. Und von mir aus, worauf ich auch sehr, sehr eine große Hoffnung habe, auch eben mit Solarfahrzeugen. Und da ist natürlich Marokko auch wieder interessant, weil wir doch sehr, sehr viel Sonne haben. Und unter anderem... gibt es auch an den Universitäten diverse Teams, die eben an Solarfahrzeugen auch forschen, die auch regelmäßig an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen. Wir haben dieses Jahr das erste Mal ein marokkanisches Team, was an der Solar Challenge in Australien teilnimmt.

  56. Sebastian:

    Okay.

  57. Silvia Brutschin:

    Und das wäre ganz toll, wenn die nächstes Jahr eben bei uns an der Reif Maroc, an der Kurzetappe von Marrakesch nach Oaserset teilnehmen könnten. als reines Solarfahrzeug, unter anderem aber dann vielleicht sogar mit dem Sion, der dann die gesamte Strecke von Tanga nach Huasaset mitfährt. Damit hätten wir zwei Solarfahrzeuge und damit könnten wir auch nochmal ein bisschen die Richtung aufzeigen mit Strom, erneuerbare Energien, alles, was in nächster Zukunft auch einfach immer mehr an Bedeutung gewinnt. Also auch bei uns, wir haben zwar vielleicht nicht die Sonne, aber Thema erneuerbare Energien, dann geht es halt auch um bidirektionales Laden, um Einspeisen, wie kann ich es vielleicht doch mit dem Haus kombinieren. Das sind ja auch Themen, die jetzt noch nicht bei uns so in der Presse, wirklich gleich in der Fachpresse, aber in der allgemeinen Presse, also wenn ich jetzt in Genf mit den Besuchern rede... dass ein Elektrofahrzeug mehr als nur Mobilität sein kann, das ist in vielen Köpfen noch nicht drin. Und das ist, glaube ich, das Interessante, was in den kommenden Jahren auf uns zukommt. Und unter anderem in Marokko kann eben diese Speicherung von Energie auch nochmal ein ganz anderes Thema sein. Also ein sehr, sehr interessantes Thema.

  58. Sebastian:

    Klar, gerade in Bezug auf Solarenergie. ist das definitiv ein Thema. Und wenn man da dann nochmal weiterdenkt, das bidirektionale Laden, wie du ja schon gesagt hast, oder dann auch die Verwendung von alten Akkus in Speicheranlagen oder Speicherstationen für ein zweites Leben der Batterien sozusagen, wenn sie im Auto nicht mehr ausreichen, ist ja definitiv ein interessanter Ansatz, der auch dort weitergedacht werden kann, nochmal auf ganz andere Ebenen als jetzt hier bei uns in der DACH-Region. Mhm. Schön, also der Einblick war jetzt schon mal sehr interessant, Silvia. Also auch vor allem, dass wir jetzt von der eigentlichen Rallye da doch schon sehr ausschweifend in das Thema E-Mobilität rein sind, aber das ist, denke ich, wichtig und es ist ja auch schön zu sehen, dass ihr fernab vom, in Anführungsstrichen, Autofahren da weiterdenkt und das Ganze auch breiter aufziehen wollt. Und ich denke, das ist auch der einzig richtige Ansatz, wenn man E-Mobilität so in der Breite sieht dann und für was sie einfach auch steht. Und ich würde mich einfach freuen, wenn wir im Nachgang an die Drive Maroc in 2019 vielleicht nochmal einen Podcast zusammen aufnehmen, dass du dann einfach nochmal von deinen aktuellen Erfahrungen berichten kannst, wie es denn jetzt gelaufen ist, wie denn die Resonanz war und was denn vielleicht für 2020 geplant ist.

  59. Silvia Brutschin:

    Ja, sehr gerne, sehr gerne.

  60. Sebastian:

    Gut, also von meiner Seite aus wär's das. Und ja, dann vielen Dank für deine Zeit.

  61. Silvia Brutschin:

    Sebastian, ich danke dir fürs Interesse. Ich danke dir fürs Engagement. Und ja, danke an alle Zuhörer fürs Zuhören. Und wir hören alle voneinander.

  62. Sebastian:

    So machen wir das. Vielen Dank, Silvia. Danke dir. Das war es jetzt, also das Interview mit Silvia von der Rive Mohawk 2019. Die Einblicke waren doch sehr interessant, wie ich fand. Ich bin auf jeden Fall auf deine Meinung gespannt, was du davon hältst. Und würde mich natürlich freuen, wenn du auch nächste Woche wieder einschaltest, wenn die nächste Folge des elektroautonews.net Podcasts online geht. Zu was für einem Thema habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber mir wird sicherlich etwas einfallen. Bin ich ganz zuversichtlich. Und ansonsten würde es mich natürlich freuen, wenn du deine Meinung zum Podcast mit deinen Freunden, Bekannten, Verwandten teilst. All eben denjenigen, die über die E-Mobilität etwas hören sollen. Und so aufwendig ist es gar nicht. Hinterlasse uns einfach eine positive Bewertung bei Spotify oder iTunes. Und damit hast du uns schon geholfen, dass die E-Mobilität ein klein wenig bekannter wird. Vielen Dank und bis zur nächsten Folge. Mach's gut. Ciao.