Monceau Automobiles elektrifiziert Mercedes-Klassiker

Im Gespräch mit Roel Pollen, Geschäftsführer von Monceau Automobiles

In meiner jüngsten Podcast-Folge hatte ich die Gelegenheit, mit Roel Pollen, dem Geschäftsführer von Monceau Automobiles, über eine bemerkenswerte Nische im Automobilbereich zu sprechen: die Restaurierung und Elektrifizierung von Mercedes-Benz Klassikern. Monceau Automobiles, ein belgisches Unternehmen, hat sich auf diesen speziellen Markt spezialisiert und bietet einzigartige Umbauten für Modelle der Baureihen W111 und W107 an, die ursprünglich in den 1960er bis 1980er Jahren produziert wurden.

Roel Pollen, der selbst ein begeisterter Liebhaber von Mercedes-Benz ist, erklärte mir, wie es zur Gründung des Unternehmens kam. „Wir wollten der Brabus für elektrische Mercedes Klassiker werden,“ erzählte Roel, und das Unternehmen hat sich dieses Ziel ernsthaft auf die Fahne geschrieben. Von Anfang an lag der Fokus darauf, die besten elektrischen Umbauten für diese Fahrzeuge anzubieten. Dabei verlässt sich Monceau Automobiles nicht nur auf die Elektrifizierung, sondern auch auf eine umfassende Restaurierung, um die Qualität und den Charakter der originalen Autos zu bewahren.

Interessanterweise bietet Monceau zwei Optionen für ihre Kunden an: Zum einen können sie ihren eigenen Pkw zur Elektrifizierung bringen, oder das Unternehmen übernimmt die vollständige Restaurierung und den Umbau eines von ihnen beschafften Models. Dies ist ein intensiver Prozess, der etwa 12 bis 18 Monate dauert. „Jedes Auto, das wir in die Hände bekommen, wird komplett demontiert, restauriert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht,“ so Roel. Es wurde deutlich, dass Monceau Automobiles Wert auf jedes Detail legt, um den hohen Qualitätsstandards gerecht zu werden.

Technisch gesehen sind die umgebauten Autos äußerst beeindruckend. Roel erklärte mir, dass die Autos mit bis zu 80 Kilowatt DC laden können und eine Reichweite von etwa 250 Kilometern haben. „Uns war es wichtig, das Gewicht des Fahrzeugs nahe am Original zu halten und die Bauqualität mit der Mercedes-Benz Philosophie in Einklang zu bringen,“ betonte er. Trotz der modernen Technologie bleibt der ursprüngliche Charakter des Fahrzeugs erhalten – eine Philosophie, die das Unternehmen von Anfang an verfolgt hat.

Die Zielgruppe von Monceau Automobiles ist klar definiert: „Unsere typischen Kunden sind keine klassischen Petrolheads, sondern Menschen, die sich für alte Autos begeistern und zugleich umweltbewusst sind,“ erklärte Roel weiter. Diese Kunden schätzen nicht nur die Ästhetik und das Design der Oldtimer, sondern auch den nachhaltigen Ansatz, den das Unternehmen verfolgt. Mit einem Team von über zehn Mitarbeiter:innen und der kürzlichen Übernahme eines Software-Engineering-Büros, das für die Entwicklung der Steuerungssoftware verantwortlich ist, hat Monceau Automobiles nahezu alle Prozesse intern optimiert. „Die Preise für unsere Umbauten liegen zwischen 229.000 und 400.000 Euro aufwärts,“ fügte Roel hinzu und machte deutlich, dass diese einzigartigen E-Klassiker ihren Preis wert sind.

Für alle, die neugierig geworden sind: Monceau Automobiles war auch beim aktuellen E-Cannonball im September vertreten, wo Interessierte die Möglichkeit hatten, eines ihrer E-Oldtimer live zu erleben. Wenn du mehr erfahren willst, schaue im aktuellen Nachbericht des E-Cannonball vorbei oder noch besser höre in die aktuelle Podcast-Folge rein.

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast, wenn es mal wieder um das Thema E-Mobilität geht. In der aktuellen Folge habe ich Roel zu Gast. Roel ist Mitgründer von Monceau Automobiles, einem Unternehmen, welches sich auf die Elektrifizierung alter Oldtimer, im speziellen Mercedes-Benz Oldtimer, ja fokussiert hat. Und dazu übergeht eine Handvoll dieser Fahrzeuge oder zwei Hände voll dieser Fahrzeuge pro Jahr umzubauen, um damit eben alte Klassiker mit neuem Motor, mit neuen Technikenspielereien auf die Straße zurückzubringen. War ein sehr spannendes Gespräch, wie man auf die Idee gekommen ist, wie man voranschreitet und worauf es zu achten gilt. Wir gehen direkt rein in die Folge mit Roel. Hallo Will, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns über Oldtimer-Umbauten unterhalten, die du mit Monceau Automobil auf die Straße bringst sozusagen. Bevor wir da allerdings eintauchen, stell dich doch gerne mal unseren ZuhörerInnen selbst vor und erklär uns, wie du zur E-Mobilität gekommen bist.

  3. Roel Pollen:

    Ja, danke Sebastian für die Einladung. Ein kurzer Disclaimer, also ich bin ein Niederländer, also mein Deutsch ist nicht, obwohl ich anderthalb Kilometer von der deutschen Grenze lebe, habe ich mein Deutsch gelernt über Sendung mit der Maus und Pusteblume. Also es ist nicht wie ein echter Deutscher. Also verzeih mich, dass ich manchmal suchen muss für ein Wort. Ja, also mein Name ist Roel Pollen. Ich bin Managing Director von Monceau Automobile und wir sind eine belgische Firma, die spezialisiert ist auf der Entwicklung, Restaurierung und Bau von elektrischen Mercedes-Benz Klassikern. Wir liefern zurzeit vier Modelle, also für die Kenner aus der Baureihe W111, das ist das S-Klasse-Modell aus der 60er und 70er, dann das Coupé und Cabriolet. Und aus der Bauchreihe W107 das SL und SRC, auch wieder ein Cabriolet und ein Coupé aus den Jahren 70 und 80. Das sind eigentlich die vier Modelle, die wir jetzt anbieten und die teilen sich alle der gleiche Antrieb, eigentlich der wir in-house entwickelt haben.

  4. Sebastian:

    den Disclaimer haben wir wahrgenommen und auch akzeptiert. Das ist überhaupt kein Thema, sehr sympathisch. Die Frage, die sich mir natürlich stellt, Oldtimer-Umbau ist ja schon mal eher eine Nische. Wenn wir jetzt dann noch sagen, wir setzen den Fokus auf vier spezielle Modelle von Mercedes-Benz, bist du ja noch mal nischiger sozusagen. Wie kam das, also dieser Schritt von eurer Seite aus?

  5. Roel Pollen:

    Ja, also erstmal ein Mercedes. Alle Gründer eigentlich von der Firma haben etwas mit Mercedes. Die Firma ist eigentlich gegründet durch mich zusammen mit zwei Belgiern, deshalb sind wir auch in Belgien. Und mein anderer Mitgründer ist Tom van der Kruis. Er ist Belgier, aber wohnt und lebt in Spanien, ist dort Managing Director in Spanien von Total Energies und seine Opas hatten eigentlich immer Mercedes gefahren und er wollte eigentlich unbedingt ein Mercedes, aber nicht ein Oldtimer, aber elektrisch. Das ist sein Startpunkt und ich hatte eigentlich einen Startpunkt, wo ich eigentlich immer Oldtimer gefahren bin, die letzten Jahre auch immer mehr Mercedes, begeistert war von der Qualität und als ich meine Firma, ich hatte ein 3D-Studio, Da wollte ich, das war Midlife Crisis, denke ich, so war 40 Jahre alt und wollte etwas anderes und habe gedacht, ja, dass die Oldtimer, die ich gefahren hatte, viel Ersatz gehabt, die sind eigentlich ganz schön, um als Elektroauto... Und da habe ich unseren dritten Mitgründer gefunden, Klaas de Kramer, Augenbälger. Das ist unser CTO, also unser technischer Mensch, der eigentlich zuständig ist für alles, für die Entwicklung von den Autos. Er hatte schon einen Mazda MX-5 elektrisch gebaut, so habe ich ihn online gefunden. Und das ist eigentlich zu dritt zusammengekommen. Und da hast du gefragt, ja, sehr nischend, stimmt. Wir haben von Anfang an eigentlich gesagt, wir wollen die allerbesten elektrischen Autos und spezifisch Mercedes bauen, weil wir glauben, dass man nur, wenn man spezialisiert auf eine Marke, und dann starten mit einigen Modellen, dass man dann der Beste werden kann. Also man kann das nicht, wenn man alles einfach umbaut, weil dann kann man nie in das Detail gehen, wo wir reingehen. Und wir glauben sehr stark an der Marke. Wir denken, der Markt ist natürlich eine Nische, aber die ist groß genug, um Diese Modelle sind jetzt schon vier, aber in Zukunft möchten wir natürlich andere Modelle noch hinzufügen, dass wir die verkaufen können in Mengen, wo wir zufrieden sind. Also wir starten jetzt am siebten Auto, was wir starten zu bauen und wir möchten durchwachsen nach 10, 15 pro Jahr und das ist schon etwas, was wir denken, was sicherlich in der Markt ist, um das zu liefern.

  6. Sebastian:

    Du hast gesagt, die Marke muss man positionieren oder man muss sich da positionieren. Meinst du mit der Marke dann eben Moseau Automobil, damit eben, wenn dieser Begriff fällt oder wenn man über Mercedes-Benz-Umbauten nachdenkt, automatisch ihr dann quasi bei euren künftigen Kunden auftaucht?

  7. Roel Pollen:

    Ja genau, das ist eigentlich, ich sage immer, wir möchten der Brabus von elektrischen Mercedes-Klassikern werden. Also das muss wirklich der Name sein, man kann natürlich ein umgebautes Mercedes Oldtimer kaufen irgendwo, aber wenn man das Beste möchte, dann muss man bei Monceau Automobile sein.

  8. Sebastian:

    Das ist so eine schöne Analogie. Also der Elektro-Brabus beim Umbau sozusagen ist sehr, sehr cool. Gefällt mir und da kann man was mit anfangen. Jetzt hast du gesagt, ihr baut die Fahrzeuge um. Für mich fängt die Überlegung vorher an. Komme ich als Oldtimer-Besitzer mit meinem Mercedes zu euch? Ihr baut den um oder kauft ihr den, bereitet den auf, macht quasi den E-Antrieb mit rein und übergebt das fertige Fahrzeug? Wie kann ich mir so einen Ablauf vorstellen bei euch?

  9. Roel Pollen:

    Also beide ist möglich. Wir sind gestartet eigentlich mit der Idee, wir liefern ein komplettes Auto. Also der Kunde kommt bei uns, sagt, ich möchte ein ESL, wie wir das nennen dann, oder ein ESE Coupé und wir suchen ein Donauauto für den Kunden und restaurieren das Auto komplett und bauen dann den Monceau-eigenen Antrieb rein. Das liefert dann ein komplettes Auto ab. Was wir jetzt sehen in der Praxis ist, dass es Kunden gibt, die schon ein Auto haben und am liebsten suchen wir den Donner, weil dann haben wir die Qualität in der Hand. Aber es gibt Kunden, die haben ein Auto, womit eine emotionelle Verbindung ist. Also zwei Beispiele, wir haben einen deutschen Kunden, der hat sein Auto schon seit er 18 Jahre alt war. Und das Auto war auch, als er bei uns kam, war das eigentlich, sah ganz schön aus, aber wenn wir uns das gut angeguckt haben, hat das mal einen Unfall gehabt und waren da schon Sachen, wo wir gesagt haben, das bauen wir nicht um so, das können wir einfach nicht, da können wir nicht die Qualität garantieren. Und da haben wir uns unterhalten, gezweifelt, ja, werden wir dann ein anderes Donau suchen und dieser verkaufen oder dieses nehmen. Und da hat der einfach gesagt, ja, aber das ist mein Auto. Also ich verstehe, dass die Restaurierung vielleicht teurer wird, aber das ist mein Auto und Das haben wir eigentlich vorab nie kalkuliert. Wir haben jetzt auch ein Auto, was aus Amerika nach uns, nach Belgien gebracht wird. Also das steht gerade auf einem Schiff. Und das ist ein Auto, was schon seit neu in der Familie von den Eigentümern ist. Also Opa und Oma von der Frau, der Mann, mit dem ich rede, hat das Auto neu gekauft, abgeholt in Stuttgart. dann eine Europatour gemacht, ist das Auto nach Amerika gekommen und dann über die Eltern jetzt bei diesen Leuten, das Auto muss jetzt restauriert werden und die haben dann gesagt, ja, wir möchten das jetzt restaurieren, aber auch dann wieder weitergeben an die Kinder, die Kinder sind eigentlich nicht interessiert in so ein alter Stinker, sag mal, und haben dann gesagt, wir möchten gerne, dass ihr das Auto für uns dann auch elektrifiziert. Also es kann beide, wir machen beide jetzt, ja.

  10. Sebastian:

    Sehr spannend, das zu hören und gerade dieser emotionale Faktor war auch das, was ich im Hinterkopf hatte, dass ich genau daran dachte, dass die einzelnen Personen ja eben auch schon ein Fahrzeug mit Geschichte mit daherbringen und das natürlich auch da nutzen wollen und eben nicht eins von der Stange, was ja auch nicht der Fall ist, weil Oldtimer kommen ja nicht von der Stange, wie wir wissen. Was können wir uns denn vorstellen, wenn du jetzt sagst, okay, das kommt jetzt extra mit dem Schiff aus Amerika hierher, Dauert das dann einen Monat? Seid ihr da drei Monate, sechs Monate dran bei so einem Umbau? Kannst du das ein Stück weit einordnen, wie das auch vonstatten geht in den einzelnen Stufen?

  11. Roel Pollen:

    Also wenn das Auto jetzt eintrifft, dann, also jedes Auto, was wir machen bis jetzt, wird komplett restauriert. Wir können da, wenn ein Auto schon komplett restauriert ist, können wir auch einen Umbau machen für einen Kunden. Das wäre möglich, aber wenn ein Auto benutzt ist, dann ist es immer so, dass wenn man das Auto auseinander nimmt, wir nehmen es, Wir nehmen das ziemlich weit auseinander. Ja, dann trifft man immer Probleme an. Und wir haben eigentlich gesagt, wenn wir so ein Projekt annehmen, dann müssen wir das komplett restaurieren. Dann wird das Auto, also wenn das reinkommt, komplett demontiert, nummeriert, alles wird eingeordnet, dokumentiert. Und dann fangen wir an mit der Restauration. Dann wird das Auto komplett entlackt, wird dann wieder komplett neu erstmal geschweißt, also oft ist so viel Schweißarbeit dran, sicherlich an die W111 Modelle. Und dann wird das Auto ganz wieder neu aufgebaut von Lack her. Wir machen vorher auch alle Änderungen, die wir an die Karosserie machen müssen. Nicht sehr viel, aber wir haben natürlich Durchführung für Kabel und wir haben einige Sachen, die wir bügeln und das sind Sachen, die wir einbauen. Dann wird das Auto lackiert komplett und dann bauen wir den ganzen elektrischen Antrieb rein. Und der ganze Prozess dauert circa 12 bis 18 Monate. Also Und das größte Teil davon ist die Restaurierung. In Zukunft werden wir vielleicht auch, ich denke, dass sicherlich wenn wir andere Modelle hinzufügen, wenn man zum Beispiel denkt an einen 190 SL, so das alte SL, da sind eigentlich ganz viele restaurierte Autos in der Markt. Also ich kann mir vorstellen, dass wir dort mal Umbauen machen, wo wir eigentlich nur den Umbau machen und nicht die Restaurierung. Aber das größte Teil von das ganze Projekt ist immer die Restaurierung. Das ist sehr aufwendig.

  12. Sebastian:

    Der Part, du hast vorhin gesagt, ihr habt eben vier Modelle, die ihr jetzt anbietet oder umrüstet, macht ihr mit einem E-Antrieb, mit einem System dahinter. Kannst du uns zu diesem System noch ein paar Worte verlieren? Vielleicht mal so ein paar technische Fakten, die wir an die Hand bekommen. Leistung, Batteriegröße, Reichweite, dann auch ungefähr, als auch die Ladegeschwindigkeit, damit wir das einordnen können, was man dann von seinem umgebauten Mercedes Oldtimer erwarten kann. Ja.

  13. Roel Pollen:

    Also erst vielleicht nochmal kurz davor einige Ausgangspunkte, die wir beim Entwicklung benutzt haben von diesem Auto und von dieser Antriebslinie. Für uns waren einige Sachen sehr wichtig, also Gewicht zum Beispiel war für uns wichtig. Wir wollten nicht, dass wir viel über das Originalgewicht gehen. Also das ist immer eine sehr große Herausforderung bei Umbauten. Aber wir haben immer gesagt, wir möchten eigentlich um die 1600 Kilo bleiben und das haben wir auch geschafft für alle Autos. Deshalb haben wir ein sehr kompaktes System gebaut. Die Batteriegröße ist 52 Kilowattstunden. Optional können wir auch 56 Kilowattstunden anbieten. Und wir haben ein Gesetz auf Schnellladen. Also unsere Autos können Typ 2, also AC laden bis zu 22 Kilowatt und DC über CCS können wir bis zu 80 Kilowatt laden. Also mit die Batteriegröße von 52 Kilowatt kann man also innerhalb von einer halben Stunde von etwa 25 bis 80 Prozent SOC wieder laden. Die Reichweite bei die 600 Kilo und die 52 Kilowattstunden Batterie ist etwa 250 Kilometer, kann man fahren. Und man ist dann etwa in 30 Minuten wieder unterwegs. Ein zweiter Punkt ist Bauqualität. Also wir haben eigentlich von Start gesagt, dass die Bauqualität soll übereinstimmen mit der Mercedes-Benz-Philosophie. Also es muss ein Mercedes-Benz bleiben. Alles, was wir hinzufügen, muss von Qualität sein. Sehr gute Komponente, nur neue Komponente, alles ist neu. Batteriepaket ist auch wassergekühlt. Wir haben zwei Wasserloops, also einen für die Batterie, die kann auch geheizt werden, optional für den Winter. Und wir haben einen Loop für alle Komponenten. Die Komponenten sind sehr hochwertig. Der Motor hat 200 PS Leistung und ein Drehmoment maximal von 600 Nm. Also das kommt gut voran, aber es ist kein Tesla-Killer. Wir haben immer gesagt, wir müssen... schneller sein als das schnellste Modell in der Baureihe oder etwas gleich schnell. Also die Autos sind sehr komfortabel schnell und weil es kein Getriebe hat, hat man auch immer umf. Also man geht immer voran. Wenn man auf jeder Geschwindigkeit wo man ist, wenn man Gas gibt, dann geht das Auto ab. Und das macht das Gefühl auch, dass er schnell ist. Also Bauqualität ist für uns wichtig. Und das letzte Punkt ist, dass trotz der neuen Technologie, die wir hinzufügen, respektieren wir das Charakter des originalen Autos. Also das kam schon zur Sprache für das Gewicht. Aber das ist auch wie das Fahrverhalten des Autos ist. Also wir möchten noch immer das Gefühl von einem Oldtimer behalten. Wie gesagt, Beschleunigung nicht extrem schnell. Es muss schnell fühlen, aber es muss auch nicht so abgehen wie der Post. Und die Technologie haben wir auch zu... Viel wie möglich verborgen. Das ist sicherlich in der Innenausstattung zum Beispiel. Wenn man einsteigt, das kann man natürlich auf einem Podcast sehr schwierig zeigen, aber wenn man einsteigt, dann sieht man ein Mercedes-Benz. Aber sobald man den Schlüssel dreht, dann kalibrieren die Zeiger. Also alles ist angeschlossen auf der Canvas. Jeder Taco, also das Armaturenbrett oder der separate Tacos in W111, sind alles komplett neu aufgebaut. Also das ist CNC gedreht mit 3D-Druck. Alles ist komplett neu aufgebaut, aber es sieht aus wie ein Mercedes-Benz. Aber wir haben ein Kilowattmesser anstatt ein Drehzahlmesser. Wir haben zwei Wassermesser. Wir haben ein kleines Display eingebaut in die zentrale Glocke. die Reichweite noch zeigt, wie die Verbrauch zeigt. Wir haben die komplette Heizung neu aufgebaut, aber auch darin ist ein kleines Display eingebaut, In W111 ist das ganz schick, da ist immer so ein Chromstrip mit Hebel. Aber die Hebel sind jetzt Tösch, also man kann einfach drücken und dann versetzt man Temperatur oder das so Sachen. Und da ist ein kleines Display in das Chrom eingebaut. Also das Chromteil sieht aus wie das Original-Chromteil, aber es ist auch wieder komplett neu gemacht. Schalter sieht aus wie Mercedes, ist aber ein Selector nur. Also das alles ist im Feinsten ausgearbeitet und da sind wir wirklich ganz weit gegangen.

  14. Sebastian:

    Da habe ich ja auch gesehen bei euch auf der Webseite, das stellt ja auch alles sehr gut und greifbar dar. Das heißt, ich habe ja dann keine Verbrennergeräusche mehr, ich kann lautlos dahin gleiten und dann habe ich das störende Geräusch vom Radio oder habt ihr daran auch was gemacht, um dir da mal den Ball zuzuspielen?

  15. Roel Pollen:

    Ja, genau. Wir können verschiedene Radios einbauen, aber wir können selbst einen kompletten alten Bäcker komplett umbauen lassen nach neuen Technologien. Wir haben auch Nachbau-Backers, die da mit Bluetooth und kann man einfach Spotify drehen oder selbst Telefon kann man im Auto einbauen. Also ja, das ist alles möglich, was der Kunde eigentlich möchte. Also das geht von dieser Option an, aber auch von Interieurfarben, Exterieurfarben, alles ist komplett personalisiert für den

  16. Sebastian:

    Da wird auch überzeugt sein, dass eben nicht nur der Antrieb modernisiert ist und in die Gegenwart geholt, sondern eben auch das komplette Fahrzeug an sich. Aber das sind jetzt auch nicht die klassischen Oldtimer-Liebhaber wahrscheinlich, die das umbauen lassen, sondern schon eher, so wie du es eben auch ausgeführt hast, die Familie aus Amerika, die das für ihre Kinder aufbereiten möchte. Das sind wahrscheinlich eher eure typischen Endkunden.

  17. Roel Pollen:

    Ja, sicherlich, weil wir haben auch lange gesucht, wo ist unsere Kundegruppe. Also es sind auch ganz viele, latenten Bedarf, also sagt man latent auf Deutsch, dass eigentlich Leute nicht wissen, dass sie suchen, was wir bauen. Aber sicherlich der klassische Petrohead, wie man auf Englisch sagt, Das ist sicherlich nicht unser Erstkunde. Wir sehen schon, dass es Kunden gibt, die darüber nachdenken, zum Beispiel Sammler, die eine große Kollektion von Autos haben und die sagen, ja, ich möchte mal etwas anderes dazu. Aber bis jetzt, der typische Kunde ist schon begeistert von alten Autos und von Design und von dem Stil von Autos, aber ist nicht begeistert, ja, ich würde nicht sagen, ein super Petrohead. Alle haben, teilen auch die dass sie mit Nachhaltigkeit dabei sind, also auch im Privatleben nachdenken über, wie sie mehr mit Nachhaltigkeit tun können im Haus und im Leben generell. Und natürlich ist es immer so, dass man etwas anderes möchte als andere. Also wenn man mit einem Auto von uns natürlich vorfährt in Monaco zwischen allen Lamborghinis und Und Bugatti sind alles, was da steht und man setzt das bei ein schönes Hotel ein an die Ladesäule, dann denke ich, dass man mehr Aufmerksamkeit hat. aber sehr sympathisch überkommt mit einem Monceau-Klassiker, elektrisches Klassiker, dann mit so etwas. Also die möchten auch gerne sich etwas anderes, aber sind nicht der Typ für ein goldenes Lamborghini oder so. Die möchten viel diskreter rumfahren, aber dann nachhaltig und ohne Probleme mit Wartung und die herkömmlichen Probleme, die mit einem Oldtimer dabei sind.

  18. Sebastian:

    Das macht es auch ein Stück weit sympathischer, dass sie da eher mit dem schönen Oldtimer-Umbau rumfahren und nicht eben mit dem goldenen Lamborghini. Das hebt das Ganze natürlich nochmal auf ein anderes Level. Was mich natürlich interessieren würde, mit wie vielen Mitarbeitern setzt ihr das zu dritt in dem Gründerteam eben um oder habt ihr noch andere MitarbeiterInnen, die damit tätig sind und Kauft ihr alle Teile quasi zu oder ist auch ein Großteil dann, so wie du eben gesagt hast, aus dem 3D-Drucker Eigenanfertigung, dass man das noch ein Stück weit einschätzen kann?

  19. Roel Pollen:

    Also unser Team ist mittlerweile etwa zehn Personen. Wir haben im Juli auch unser Software-Engineering-Büro erworben. Das ist Techshift GmbH. Die sind zuständig für unsere Controller-Software für die Autos und das komplette BMS. Damit haben wir eigentlich neben Restaurierung und die komplette Entwicklung und jetzt auch Software, haben wir eigentlich alles hausintern. Von der Entwicklung her, wir starten eigentlich bei jedem Modell mit einem 3D Digital Twin, also ein 3D Modell von jedem Auto und alles was wir eingebaut haben, ist erst in 3D entworfen. Eigentlich das gleiche gilt auch für die Software des Autos, das heißt auch erst in Computersimulationen gebaut und dann in die Autos reingebracht. Von 3D her haben wir, also vom Antriebssystem her haben wir natürlich, kaufen wir natürlich Teile ein, also eine eigene Motorentwicklung und so, das ist, ja, das ist nichts Unmögliches, aber das macht keinen Sinn. Aber die Teile, die wir einkaufen, sind alles neue. Wenn zum Beispiel ein Schweiß ist aus der Schweiz, ein Motor aus der Schweiz, sehr kräftig klein, der wir einbauen. Und so mit den Ausgangspunkten, die ich genannt habe, haben wir eigentlich auch durch Suche gegangen nach Zulieferern, die uns zuliefern möchten. Also Bosch zum Beispiel liefert hier nie zu, weil wir zu klein sind. Deshalb haben wir Lieferanten gesucht, die uns zuliefern für eigentlich die Hauptkomponenten, also wie Lader, Motor, Inverter, Motorcontroller, also DC-DC-Batterie-Paket, da haben wir eigentlich mitentwickelt, aber eigentlich arbeiten wir mit Zulieferern. Und eigentlich alles aneinander zu bringen, das haben wir selber entwickelt. Und das heißt also Aufhängungen, Bügel, Gleitung für Kabel, das Wassersystem, alles was in einem Wassersystem zu machen hat, das coolen System, sagt man, Der PDU, also das ist der Power Distribution Unit, wo alle Hochvoltage-Kabel zusammenkommen, haben wir komplett in-house entwickelt. Eigentlich die meiste Ansteuerung von PCBs her ist alles in-house entwickelt. Und dann alles, was man eigentlich in der Innenausstattung antrifft, wie ich schon erwähnt habe, von Tacho, von Schalter, Heizung, Klimaanlage optionell können wir anbieten. Das ist alles in-house dann entwickelt.

  20. Sebastian:

    Das unterstreicht ja auch nochmal diesen Ansatz, den du da eben eingangs auch genannt hattest. Ihr seid der Experte dafür, eben genau für diesen Umbau von den Mercedes-Benz Oldtimern. Und da sieht man ja auch einfach, mit was für einer Liebe zum Detail ihr das Ganze umsetzt. Das hört man ja richtig raus. Vielen Dank schon mal für die Einblicke, Joel. Mich würde natürlich noch interessieren, mit was muss ich preislich rechnen, wenn ich auf euch zukomme? Natürlich wirst du jetzt sagen, das ist jedes ein Unikat und die Herausforderung. Aber gibt es so ein... Korridor, in dem man sich bewegt für so einen Umbau, damit man das mal zumindest ein Stück weit einschätzen kann und natürlich bedingt durch die Zielgruppe, du hast es vorhin gesagt, Sammler, mehrere Fahrzeuge, die Oldtimer an sich kosten natürlich schon ein bisschen was, kann man von ausgehen, dass eure Zielgruppe oder eure Kunden ein Stück weit solventer sind?

  21. Roel Pollen:

    Ja, genau, genau, so ist es und ich sage immer, ein elektrischer Oldtimer kostet viel Geld oder sehr viel Geld, Und wir sind in die letzte Kategorie. Das hat man ja auch gehört, wie wir die Autos bauen. Die Preise bewegen bei uns zwischen 229 und 400.000 plus exzessive Mehrwertsteuer. Und das ist dann abhängig von dem Modell. ESL ist in die untere Kategorie und das W111 Cabrio ist Das ist das teuerste Modell, das wir jetzt anbieten. Und das ist gut zu sagen, das ist dann für das komplette Auto. Also das ist mit Donau, mit der kompletten Restaurierung und mit unserer völlig neuen Monceau Antriebslinie. Wenn jemand ein Auto selber bringt, dann müssen wir etwas anders kalkulieren, aber das ist so etwas, die Bandbreite, wo wir ihn bewegen. Ich sage immer, dass es auch, wenn man viel Geld, wenn man ein Auto einfach nimmt und umbaut, es geht immer schnell in 50.000, 100.000, um nur... auch mit Gebrauchteilen ein Auto umzubauen. Und wir haben dann gesagt, wir können dann besser all the way gehen, also dass wir wirklich das Auto komplett neu bauen, weil dann hat man auch ein Stück, was man gerne bewahrt und was auch wert hält.

  22. Sebastian:

    Vielen Dank schon mal für die Einordnung und das mit dem Preis. War klar, dass das in die Richtung geht, aber das ist ja auch nachvollziehbar mit der Expertise, mit dem Aufwand, mit den Teilen, die ihr da mit reinbringt. Und ihr habt ja auch gar nicht den Anspruch, Massenwagen auf die Strecke zu bringen, sondern diese einzigartigen Unikate schlussendlich. Von daher, Roel, vielen Dank für die Einblicke hinter die Kulissen von Monsant Automobil. Ich habe einiges lernen dürfen, unsere ZuhörerInnen bestimmt auch und wir können gerne nochmal in einem Jahr oder anderthalb miteinander sprechen, um dann zu sehen, ob ihr oder was denn für neue Modelle bei euch sozusagen mittlerweile dann am Start sind. Vielen Dank für deine Zeit.

  23. Roel Pollen:

    Ja, gerne, danke. Ich weiß nicht, wenn der Podcast jetzt rauskommt, aber Mitte September, dann sind wir dabei bei der E-Cannonball. Ich weiß jetzt nicht, ob ihr vielleicht auch dabei seid. Wenn Leute uns da treffen möchten, wir sind da mit einem Auto und einem Team dabei. Ich fahre selbst, also da könnt ihr mal eins unserer Autos mal im Echt sich anschauen. Das ist glaube ich 14, 15. September.

  24. Sebastian:

    Da freut sich der Owo und sein Team, dass da natürlich so ein tolles Fahrzeug mit am Start ist. Von uns der eine Redakteur, der Daniel, ist auch mit am Start gewesen. Wahrscheinlich, wenn die Podcast-Folge ausgestrahlt wird, der fährt einen Xiaopeng. Also das komplette Gegenteil, top modern aus China heraus. Aber es ist ja schön, diese Gegensätze dann an einem Event zu sehen. Und von daher euch auf jeden Fall viel Erfolg. Und dann schauen wir mal, wie es ausgegangen ist. Vielen Dank, Roel.

  25. Roel Pollen:

    Dankeschön.

  26. Sebastian:

    durchaus doch mal ein anderer Fokus auf die E-Mobilität, die sich eben dann ja doch in unterschiedlichen Farben, Formen und Facetten zeigen kann. In dem Fall eben in speziellen Oldtimer-Umbauten von Mercedes-Benz, durchgeführt durch Monceau Automobil, die eben ganz besondere Klassiker zurück auf die Straße bringen, indem sie in ein neues elektrifiziertes Leben einhauchen. Ich konnte einiges mitnehmen aus dem Gespräch, hoffe natürlich, dass es auch bei dir der Fall war und freue mich, wenn du bei der kommenden ERN-Folge wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin, ciao!