Tina Zierul, ChargePoint zu Herausforderungen bei Ladeinfrastruktur-Ausbau

Tina Zierul ist Senior Director Public Policy in Europa bei ChargePoint, dem mit über 115.000 Ladepunkte größten Ladenetzwerk für Elektrofahrzeuge. Verantwortlich für den Bereich politische Beziehungen für ChargePoint in Deutschland stand sie mir Rede und Antwort, als wir uns über den zu starken Fokus auf öffentliches Schnellladen, Eichrecht als Hemmnis der E-Mobilität sowie Herausforderungen beim Arbeitgeber-Laden unterhalten haben.

Zu Gute kam dem Gespräch mit Tina, dass sie in ihrem Job neben der Beratung von Gesetzen auch das Einwerben von Fördermitteln für ChargePoints Kunden und ChargePoints Forschungsgebiete als Aufgabe hat und somit ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern konnte.

Aber hör doch am Besten selbst.

Shownotes:

Edit speaker mapping

Change displayed names for speaker IDs in this transcript.

Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen aus der Welt der E-Mobilität beschäftigen. In der heutigen Folge habe ich mir einen Gast eingeladen, und zwar Tina Zierul von Chargepoint, die dort für den Bereich der politischen Beziehungen für Chargepoint Deutschland verantwortlich ist. Dazu gehört eben neben der Beratung von Gesetzen auch das Einwerben von Fördermitteln für Chargepoint-Kunden. als auch für deren Forschungsgebiete. Sie hat den Hintergrund, dass sie ihr Engagement für E-Mobilität bereits im Jahr 2011 begann, als Mitglied der nationalen Plattform Elektromobilität, einem Beratungsgremium der Bundesregierung, war dann von 2011 bis 2017 als Volkswirtin und Journalistin bei E.ON zuständig für strategische Partnerschaften, Förderprojekte und Stakeholder. Im Bereich der E-Mobilität hat sich dann aber vor knapp drei Jahren dazu entschieden, ihren Karrierepfad sozusagen zu 100% auf E-Mobilität auszurichten und ist dann schlussendlich bei Chargepoint gelandet. Mit Tina selbst habe ich mich dann in der aktuellen Folge heute in unserem Gespräch darüber unterhalten, wie sinnvoll Schnellladestationen sind, wo Laden wichtiger ist, zu Hause und auf der Arbeit bzw. unterwegs, was es mit der 80-20-Regel da auf sich hat sozusagen. Wie es mit Hygienefaktoren, wie beispielsweise dem Bezahlen mit Kredit und EC-Karte im Alltag ist, ob das eben eine Hürde ist, die angegangen werden muss, um den Einstieg in die E-Mobilität zu erleichtern. Haben uns auch mit dem Thema Eichrecht auseinandergesetzt, was man als E-Autofahrer eigentlich eher nur am Rande streift, was halt auch geht. geklärt werden und erfüllt werden muss, haben uns dann angeschaut, welche Lösung bietet ChargePoint an, an die eigenen Kunden, um eben auch die Abrechnung von E-Auto-Ladevorgängen im Unternehmen zu vereinfachen, Stichwort Dienstwagennutzung. Was es dann nochmal für Herausforderungen gibt, wenn der Photovoltaikanlage mit im Spiel ist, weil da muss dann unterschieden werden, wie viel Strom wurde aus der Photovoltaikanlage geladen, wie viel wurde vom Netz noch zugespeist. All das haben wir uns angehört oder angesehen gemeinsam, darüber gesprochen und ich finde, da sind auch einige wichtige Punkte mit ins Spiel gebracht worden von Tina. Soviel zur Einleitung des heutigen Gesprächs und ich würde einfach direkt darin übergeben. Viel Spaß damit und weiterführende Links findest du wie gewohnt in den Shownotes, unter anderem eben zu dem Artikel der Podcast-Folge, von wo aus wir dann nochmal vertiefend in die einzelnen Themen einsteigen können. Hallo Tina, zunächst einmal vielen Dank, dass du die Zeit und die Möglichkeit nimmst, um mit mir eben über den fehlenden Vorstoß bei der Installation von Ladeinfrastruktur in Innenstädten zu sprechen. Bevor wir da jedoch ins Thema eintauchen, würde es mich freuen, wenn du ein wenig mehr über deine Person als auch deinen Arbeitgeber sozusagen erstmal verlierst.

  3. Tina Zierul:

    Ja, sehr gerne. Danke für die Gelegenheit. Ja, Tina Zierul, ich bin jetzt seit drei Jahren genau bei ChargePoint, war vorher lange in der Energiewirtschaft und bin zuständig für Politik, Förderprogramme, Forschung Und auch so regulatorische Fragen, es kommen immer mehr hoch. Das Thema ist ja schon recht komplex. Und bin von E.ON zu Chargepoint gewechselt, um zu einem puren Ladenetzwerk Betreiber und Hersteller zu wechseln, der das Thema Elektromobilität zu 100 Prozent lebt. Und ja, auch gerne mal zu einem amerikanischen Unternehmen, was eben dieses Thema Kundenerfahrung und Software sehr, sehr ernst nimmt. Also Chargefront ist eigentlich eher ein Softwareunternehmen als jetzt ein Hardwarehersteller. Machen wir auch, aber die Stärke liegt darin, dass das alles integriert ist und die App und das Backend ganz viele Funktionalitäten haben. Da mache ich mir erst einen Punkt.

  4. Sebastian:

    Okay, dann erstmal vielen Dank dafür für die Einordnung, was du so machst oder wo du tätig bist und auch die bewusste Entscheidung von E.ON, dann eben zu einem Anbieter zu gehen oder zu einem Unternehmen, das eben E-Mobilität 100% lebt, ist ja doch Wichtig, sage ich mal, oder ein bewusster Schritt, den du da ja gegangen bist. Magst du uns vielleicht noch ein bisschen mehr über ChargePoint erzählen? Welche Vision verbirgt sich hinter dem Unternehmen und wie und kann und will ChargePoint beim Wandel hin zur E-Mobilität ja eben auch unterstützen oder diese auch vorantreiben, den Wandel?

  5. Tina Zierul:

    Ja, sehr gerne. Ja, das Unternehmen wurde 2007 gegründet, hat also schon eine Menge Erfahrung in der Elektromobilität, ist ein jemals klassisches Silicon Valley Unternehmen, aber mit den letzten beiden Finanzierungsrunden sind eben auch viele europäische Investoren eingestiegen, wie Siemens, Daimler, BMW aus Norwegen, Statoil. Also, sodass wir auch den klaren Auftrag haben, in Europa zu wachsen, eigentlich jetzt auch, wenn man USA und Europa vergleicht, so 50-50, haben auch mehr als 100.000, genau, etwas mehr als 115.000 Ladepunkte im Feld geschaffen. Und in Europa auch mehrere tausend und auch ungefähr so viele Roaming-Ladepunkte in Europa, also die man mit der ChargePoint-App erreichen kann, Ladestationen von fremden Anbietern. In Mitarbeiterzahlen sind das ungefähr 800 Mitarbeiter. In Europa... sind es gut 80 Mitarbeiter und ja, das, was auch durch die Presse gegangen ist, ist, dass wir jetzt kurz nach der Jahreswende den Börsengang wagen an der Wall Street. Ich denke, das zeigt alles, dass wir ja diesen globalen Trend zu einer sauberen Verkehrswende sehr, sehr ernst nehmen und komplett auf Elektromobilität für alle Use Cases stehen. Mit Use Cases meine ich jetzt wirklich das Zuhause laden mit einer kleinen Tablet, großen Wallbox bis hin zu einem Busdepot, das wir elektrifizieren. Das machen wir alles.

  6. Sebastian:

    Okay, vielen Dank für den Einblick. Ist ja auch schon eine enorme Größe und auch der Schritt dann nach Europa. Und wenn du jetzt schon sagst, ihr seid da 50-50 aufgestellt zu eurem Ursprungsland, wo ihr herkommt, ist das ja auch eine Ansage, dass ihr das eben weltweit vorantreiben wollt oder zumindest jetzt erst mal Amerika, USA und Europa. Du hattest jetzt auch erwähnt, dass eure Schwerpunkte dann eben auch so im heimischen Laden liegen. Da würde ich gleich nochmal drauf kommen. Vielleicht gehen wir jetzt gerade erstmal noch auf die Ladestationen an sich, die jetzt eher an öffentlichen Plätzen ausgeladen werden. Da ist es ja so, dass aktuell viel stärker auf Schnellladestationen gesetzt wird, um den Wandel hin zur E-Mobilität zu beschleunigen. Jetzt ist ja immer die Frage, ist es so sinnvoll, nur oder stark verstärkt darauf zu setzen. Oder sollte man eben eine andere Gewichtung wählen? Wie ist denn da der Standpunkt von ChargePoint auf die Geschichte?

  7. Tina Zierul:

    Ja, also erstmal muss ich vielleicht noch erklärend sagen, dass ChargePoint die Ladesäulen nicht besitzt und betreibt, sondern dass wir die Ladesäulen verkaufen, vermieten, verließen und eben das Softwarepaket dazu, das Rundum-Sorgens-Paket, das unterscheidet uns von vielen, gerade Energieversorgern in Europa, die das eben anders machen. Und that being said, sozusagen, ist ChargePoint vor allen Dingen in den Segmenten gewachsen, wo eben ganz viel geladen wird, also bei Flotten, bei Arbeitgebern, in Mehrfamilienhäusern, aber wirklich so dieses zunächst mal private Laden und das eben nicht jetzt nur zu Hause im Carport, sondern das private Laden in Parkgaragen für Arbeitgeber, in Depots für Flottenfahrzeuge. Und das sehen wir eigentlich auch als das wichtigste Segment in Europa an, dass Das zeigt sich auch nach wie vor in den Zahlen, wie verteilt sich das Laden. Das ist diese 80-20-Zahl, also 80 Prozent zu Hause oder beim Arbeitgeber. Das wiederum teilt sich auch ungefähr in halb-halb auf, 40-40 Prozent und 20 Prozent unterwegs. Und das, manchmal wird gesagt, mein Gott, die Zahl ist uralt, die kommt aus einigen Modellprojekten, wo die Nutzer ausgestattet wurden im Speckgürtel von Großstädten, ist ja klar, dass das dann so hoch ist mit den 80 Prozent, aber wir haben ja Millionen an Ladedaten im Backend, das bestätigt sich auch. Einen kleinen Trend wird es sicher geben zu mehr öffentlichem Laden, wenn es um die Mietwohnungen in Großstädten geht. Aber selbst wenn die Leute eine Gelegenheit haben, beim Arbeitgeber zu laden oder sich einen festen Stellplatz zu mieten, wird auch das wieder dafür sorgen, dass der Anteil recht hoch bleibt beim privaten Laden.

  8. Sebastian:

    Okay, das heißt aber schon so, oder um das Ganze einzuordnen, Schnellladestationen an sich sind gut für Unterwegsladen, aber die werden halt eben auch nur von 20 Prozent sozusagen genutzt. Die anderen 80 entfallen dann tatsächlich auf Zuhause oder bei der Arbeit laden. Und damit sollten ja aus meiner Sicht dann auch schon die Schwerpunkte gesetzt sein, wo jetzt auch Chargepoint dann eher den Wert drauf legt, wenn ich das richtig verstanden habe.

  9. Tina Zierul:

    Ja, genau. Also man muss so ein bisschen sehen, dass das in Europa historisch gewachsen ist, dieser Fokus auf dem öffentlichen Laden. Erst war das natürlich auch wichtig für die Leute, diese Reichweitenangst zu nehmen und das Ladesäulen sichtbar werden an Autobahnen in den Innenstädten. als das Thema noch sehr unbekannt war. Aber was halt nicht unbedingt geholfen hat, ist, dass der prominenteste Rechtsrahmen, die AFI-Richtlinie, AFI steht für Alternative Fuels Infrastructure, diese Brüsseler Richtlinie aus 2014, eigentlich nur öffentlich zugängliche Ladepunkte adressiert hat. Und immer gesagt hat, ja, ja, private muss es irgendwie auch geben, aber wir regulieren jetzt mal die öffentlich zugänglichen. Und das hat sich natürlich dann in allen Mitgliedstaaten fortgesetzt, die das implementieren müssen, diese Direktive. Und deswegen war und ist eigentlich nach wie vor viel zu viel Schwerpunkt auf dem öffentlich zugänglichen Laden. Ja, und wir holen jetzt eben auf.

  10. Sebastian:

    Ja, das ist ja gut, dass ihr aufholt, dass ihr da auch aufklärt und dass da auch mittlerweile der Fokus shiftet, dann jetzt nicht nur getrieben durch euch, sondern auch andere Marktbegleiter, dass dann eben auch gesagt wird, okay, man muss halt auch wirklich darauf achten, wo wird geladen, wo ist es sinnvoll, eine Ladestation hinzumachen und bevor man vielleicht die 500. Schnelllade an die Autobahn stellt, sollte man mal drüber nachdenken, Arbeitgeber besser aufzuklären oder wie jetzt eben vor kurzem angestoßen, eine Wallbox-Förderung an den Staat zu bringen, um dann eben auch das heimische Laden dementsprechend zu pushen.

  11. Tina Zierul:

    Ja, genau. Also ich sehe das als kritisch, wie viele Milliarden wirklich für ein Schnellladenetz ausgegeben werden vom Staat. Ich sehe nicht, dass das die Aufgabe eines Staates ist. Da schlägt so das mein Herz als Volkswirtin für mehr Markt. Aber gut, das ist jetzt beschlossen, dass es eben diese 1.000 Standorte Ausschreibungen vom Bundesverkehrsministerium geben wird. Aber ob das wirklich der Staat bis 2030 durchfinanzieren sollte, da habe ich große Bauchschmerzen mit. Wenn wir andersrum sehen, wo es eigentlich hakt, dann sind das vor allen Dingen die Gebäude, dass die nie gebaut wurden in den 50er, 60er, 70er Jahren für großartige Ladeinfrastruktur, sondern allenfalls für ein paar Glühbirnen und vielleicht noch eine Klimaanlage. Und da müssen wir eigentlich in die Aufrüstung der Gebäude, ja, das müssen wir inzentivieren.

  12. Sebastian:

    Ja, definitiv, gerade wenn man dann eben das Laden in der Heimat oder zu Hause sozusagen vorantreiben will. Zudem ist es so, du hast jetzt gesagt, du hinterfragst es schon kritisch, ob der Staat da so stark eingreifen muss. Das sehe ich auch so. Es gibt ja auch andere Baustellen, wo der Staat vielleicht eher ja, positiv beeinflussen könnte, wenn es dann eher um so Hygienefaktoren geht, wie beispielsweise das Bezahlen mit Kredit und die C-Karte, um da einfach auch nochmal die Einstiegshürden bei der E-Mobilität zu senken, indem man einfach sagen kann, okay, ich kann an eine klassische Tankstelle gehen, wenn ich... Benzin tanke, gehe rein, bezahle mit meiner Kredite oder EC-Karte und fahre dann weiter. Wenn ich an einer Ladesäule lade, muss ich mir erstmal Gedanken machen, habe ich die richtige App, habe ich die Karte dafür, habe ich vielleicht gerade Netzverbindung, damit ich überhaupt aufladen kann, kommt das alles zustande? Wie sind eure Erfahrungen hier aus dem Bereich, wenn ihr ja, wie gesagt, diese Millionen von Daten vorliegen habt, wie seht ihr das, dass der Staat in so einem Bereich eher dann einschreiten oder vorantreiben sollte?

  13. Tina Zierul:

    Das stimmt. Ja, also prinzipiell müsste es eigentlich die Industrie vielmehr auch selber richten. Das nahtlose Ladeerlebnis von Stockholm bis Sizilien. Aber das liegt bei dieser Marktphase, in der wir gerade sind, zum Teil auch daran, dass eben nicht jedes Ladenetzwerk mit jedem Ladenetzwerk funktioniert. roamen möchte, also Verträge schließen möchte, dass man sich eben gegenseitig auf die Ladestationen lässt. Da gibt es schon im Markt Abschottungsbestrebungen und das nehmen natürlich auch die Verbraucherorganisationen wahr und sagen, das klappt ja hier alles nicht und dann wird natürlich der Ruf nach einem einheitlichen Bezahlsystem laut. Wir sehen, dass eigentlich in mehr als 90 Prozent der Fälle mit einer App oder einer Ladekarte, die man eben von einem EMP, die Mobility Service Provider, bekommen hat, geladen wird. Also, dass wir schon dieses vertragsgebundene Laden präferieren. Aber klar, es gibt ganz viele Fälle, grenzüberschreitender Verkehr, Urlaube, Verreisen, Geschäftsreisen, wo das eben nicht möglich ist und dann braucht man eben ein sehr einfaches Bezahlsystem. Wir sind aber generell, was Gesetzgebungen angeht, immer der Auffassung, dass nur die technischen Anforderungen dekliniert werden sollten und nicht jetzt eine Technologie vorgeschrieben werden sollte. Und das ist auch gut gelungen. Die Ladesäulenverordnung ist jetzt in der Verwendeanhörung und da stehen ja drei technische Optionen drin, wie man das Kreditkartenbezahlen anbieten kann. von einem physischen Terminal über eine NFC-basierte Bezahlung, sei es per Wallet oder per Karte selbst oder eben auch über eine Browser-Lösung, also das finden wir prima, aber klar, es muss sich was tun, dass es einfacher wird.

  14. Sebastian:

    Definitiv, aber du hast schon recht. Es ist der bessere Weg, wenn einfach nur die technischen Anforderungen sozusagen mit auf den Weg gegeben werden, aber die Entscheidung dann schlussendlich beim Unternehmen selbst liegt, wie es dann umgesetzt wird, weil es ja dann doch auch immer wieder unterschiedliche Gegebenheiten sind. Und jetzt bei zig, hunderttausend Ladepunkten, die ihr da habt, einen Terminal nachzurüsten für Unternehmen, Kreditkarten oder EC-Karten ist ja auch ein Aufwand, da wäre es dann wahrscheinlich schon einfacher, über die Software dementsprechend zu spielen und zu sagen, okay, wir gewähren jetzt auch dafür den Zugang, sei es über ein Wallet oder über eine Browser-Lösung, die wir dann eben anbieten, gehe ich mal von aus.

  15. Tina Zierul:

    Ja, also wir haben in den Ladesäulen sogenannte Multiple Reader, also Kartenlesegeräte, die eben diese Plastikkarten, RFID-Karten lesen können, die können aber auch NFC wie eben Kreditkarten lesen. So, und andere, ja, andere Anbieter lösen es anders, aber wir haben eben auch eine Zertifizierung, die nennt sich PCI, Payment Card Industry Zertifizierung, sodass wir eben auch ein Bezahlterminal sozusagen sind und so sollen.

  16. Sebastian:

    Okay, da seid ihr ja dann schon sozusagen gut aufgestellt, egal was da jetzt vorkommt oder präferiert wird von eurer Seite. Ihr könnt rein theoretisch alles umsetzen, was sozusagen da als Vorschlag der Politik mit auf den Weg gegeben wurde.

  17. Tina Zierul:

    Jein, wir bieten das schon gerade in den USA und Großbritannien. Aber in Deutschland haben wir ja noch die Hürde des Eichrechts zu nehmen. Die haben wir sowieso zu nehmen, tatsächlich. allesamt, was DC-Ladesäulen angeht. Da gibt es ja nur ein zertifiziertes Unternehmen bisher. Aber auch die Kreditkartenrechnung muss eben eichrechtskonform sein. Und da basteln wir gerade auch mit Mitbewerbern an tauglichen Lösungen auch mit Kollegen von Mastercard und so. Das ist halt, ja, der Schritt vor und zurück, den wir in Deutschland so oft haben. Es gibt ganz viel Förderung und gute Gesetzgebung und dann kommt das Aber mit dem Eichrecht.

  18. Sebastian:

    Okay, Eichrecht ist ein gutes Schlagwort. Das hatten wir auch bei uns auf der Liste noch für heute oder für das Gespräch. Mag für viele, die jetzt E-Auto fahren, bekannt sein. Für einige aber sicherlich auch eben nur ein Schlagwort, was man mal gehört oder wahrgenommen hat. Aber was hat es mit dem Eichrecht auf sich? Kannst du da mal ein wenig Aufklärung betreiben, dass einfach unsere Zuhörer auch erfahren, was es damit auf sich hat, was das für euch bedeutet als Unternehmen und vor allem auch für den Endkunden, der sein E-Auto einfach nur laden möchte?

  19. Tina Zierul:

    Ja, klar, gerne. Ja, das mussten wir auch unseren kalifornischen Kollegen beibringen. Jetzt kann jeder eigentlich das Wort Achrecht aussprechen in Kalifornien. Das ist eine Gesetzgebung, die primär natürlich den Konsumenten schützen soll. Und das ist ja auch erstmal ein sinnvolles Unterfangen. dass der Kommandament eben geeichte Geräte vorfindet. Das kann die Waage im Supermarkt sein und das kann eben auch die Ladesäule sein. Allerdings ist es in dem Ladesäulenmarkt eben so, dass so viele Regeln noch, wie das denn vonstatten gehen soll, noch unklar sind und in der Entwicklungsphase, dass es einfach den Markt sehr lähmt. Also wir brauchen da mehr Kulanz sozusagen der Behörden. Die werden dann immer antworten, ja, ja, aber das Eichrecht wurde ja schon 2015 geändert. Das stimmt, aber man muss bei einer Ladesäule eben nicht nur den Zähler in der Säule, sondern eben dann auch noch die gesamte Säule zertifizieren lassen. Bei dem Zähler gibt es ein quasi Monopol. Das kann nur eine Konformitätsbewertungsstelle in Deutschland und die sind natürlich hoffnungslos überlastet. Und schlussendlich soll der Verbraucher eben sehen, aha, es ist nicht nur der Zähler in Ordnung, sondern auch die gesamte Säule. Und wenn die Säule noch Daten überträgt an ein Backend oder an eine App, dann ist das ja ein weiterer Messpunkt. Das heißt, auch die Datenübertragung ins eigene Backend und irgendwann natürlich auch die ganzen Roaming-Datenübertragungen müssen eichrechtskonform sein. Das heißt, der Verbraucher muss jederzeit in der Lage sein, seine Rechnung nachzuprüfen. Beispielsweise zu Hause, indem er sich einloggt mit seiner User-ID, jeder verrat eine UID in unserer Branche, und dann eben nachguckt, bei einer Transparenzsoftware haben wir das gemeinsam genannt, welchen Ladevorgang er wann getätigt hat und kann sich dann diese Umsätze aufrufen. Und das, vielleicht noch ganz kurz, ist eben bei der Kreditkartenabrechnung ein bisschen komplizierter, weil wir dürfen ja keine Kreditkartendaten speichern, da macht der Datenschutz nicht mit, sondern das darf halt nur die Bank. Das heißt, wir müssen Schnittstellen bauen mit den Banken, wie der Kunde dann wieder an seine genauen Ladevorgangsdaten kommt.

  20. Sebastian:

    Okay, ja. Hört man schon oder vom Zuhören merkt man, ist ein bisschen aufwendigere Geschichte, das ganze Thema. Aber ist ja auch gut, dass ihr dann da mit euren Partnern dran seid, gemeinsam an der Lösung arbeitet, um dann eben auch dem Kunden oder dem E-Autofahrer sozusagen ein einfaches Ladeerlebnis dann mit einfacher Nachverfolgbarkeit im Nachhinein eben zu ermöglichen. versteht man aber auch, dass dann solche Themen natürlich auch die E-Mobilität doch irgendwo ausbremsen können, wenn man das Ganze dann eben erstmal eher so zusammenbringen muss und sichergestellt sein muss dann, was ja auch sinnvoll ist, so wie du gesagt hast, um den Konsumenten zu schützen, aber wirkt ja irgendwo dann trotzdem auch so ein wenig als Hindernis beim Ausbau der E-Mobilität beziehungsweise der Ladeinfrastruktur.

  21. Tina Zierul:

    Ja, deswegen meine ich, also ich glaube, uns eint alle das Interesse, dass der Kunde genau natürlich abrechnen kann oder bei ihm abgerechnet wird und dass da natürlich kein Betrug stattfindet. Und die Geräte, die im Markt sind, die sind ja auch nicht 10% ungenau, sondern das ist ja im Komma-Bereich, dass da vielleicht ungenau manchmal gemessen wird. Ja. Und diese Umrüstung ist jetzt natürlich nochmal zusätzlich schwer durch die Pandemie, weil es Werkschließungen gibt, weil die Leute im Homeoffice sind, weil Installateure krank sind oder ein Reiseverbot haben oder alles zusammen. Also wir reden da schon von einem bis zwei Quartalen Verzögerung und das ist im Grunde auch unsere Bitte in den Markt, dass man eben, ja, da ein halbes Jahr, ja, noch gewährt den Herstellern und den Kunden für die ganze Nachrüstung.

  22. Sebastian:

    Klar, aber ist ja auch ersichtlich. Jetzt würde ich mal sagen, wir versuchen mal den Schwenk zu bekommen, weg vom Ladernetz, den Regularien, die es dort eben gibt, an die ihr euch halten müsst, hin eher zu eurem Produktportfolio, das ihr eben auch mit anbietet. Soweit ich das bei euch auf der Webseite gesehen habe, unterscheidet ihr eben nach Branchen dann erstmal Arbeitsplatz, Einzelhandel und Flotte. Das sind auch somit die wichtigsten Segmente in Europa, wie du ja vorhin gesagt hattest. Kannst du da ein wenig ausführen, inwieweit die sich unterscheiden in Bezug auf das Angebot, das ihr an die jeweiligen Branchen richtet, beziehungsweise wie habt ihr euch da aufgestellt?

  23. Tina Zierul:

    Ja, gerne. Fange ich vielleicht mit dem Arbeitsplatz an, weil das zurzeit auch durch die KfW-Förderung in aller Munde ist. Deutschland ist ja ein Dienstwagenland und das heißt, viele bestellen sich ja jetzt ein Hybrid oder eben besser noch ein reines Elektroauto. viele Dienstwagenberechtigte oder auch das private Leasing und dann ist das System, das man dafür braucht, eben recht schnell, recht komplex, weil man kennt das ja heute, dass man eben eine Tankkarte hat. So, jetzt kommt der Strom aber aus der häuslichen Wallbox und man hat zunächst einen privaten Stromvertrag und der Arbeitgeber muss einem das ja rückerstatten. wenn man dienstlangberechtigt ist. Und dafür haben wir eben das nötige Software-Tool gebaut, dass wir einfach dem Arbeitgeber ein System verkaufen, ihm und seinen Arbeitnehmern, Dienstlangberechtigten, verkaufen oder verlesen und er dann eben alle Daten, die er zurückerstatten muss, einfach von seinen Arbeitnehmern bekommen kann. Der Arbeitnehmer pflegt eben einmal ein in das System, zu dem er dann Zugang bekommt. Was habe ich für einen Stromvertrag? Lädt das einmal hoch? Was ist der Kilowattstundenpreis? Und dann erstellt unser System automatisch eben Abrechnungen vom Arbeitnehmer gegenüber, also an den Arbeitgeber. Und dann kann eben rückerstattet werden. Und das... Gute ist dann, dass man ein einheitliches System hat und der Arbeitgeber für jeden Standort, egal welcher Stromvertrag da ist, das alles handeln kann und auch einfach Summen bilden kann. Bei Flotten ist es ein bisschen anders gelagert. Da fangen die Flotten in der Regel an, ihre Depots erstmal zu elektrifizieren. Die sind häufig erstmal sehr Genau getaktet, diese Flotten, die wissen ganz genau, wann sie wieder aufladen können. Da integrieren wir auch mit so Flottenplanungstools, dass wir eben eine Schnittstelle haben und dann speist eine Flotte wie UPS oder FedEx oder so, speist eben ihre Plattformen. Und dann optimiert man danach die Ladevorgänge für die einzelnen Fahrzeuge und natürlich gegebenenfalls auch die Energiebeschaffung, dass man eben guckt, wenn man Manövriermasse hat, dass man die Ladevorgänge möglichst in Schwachlastzeiten legt, wo der Strom vielleicht noch günstiger ist. Genau, also das meine ich, wir sind primär ein Softwareunternehmen, weil diese beiden Kundengruppen sind recht schnell, recht komplex. Vielleicht noch ganz kurz einen Satz zu Mietwohnungen. Auch da profitieren die Vermieter, wenn sie eben sich für ein System entscheiden, nicht jeder Kunde jetzt eine Wallbox selber installiert, die wieder an ein anderes Backend angeschlossen ist, dann kann man nichts mehr richtig im Gebäude steuern und optimieren, sondern er gibt das vor oder auch eine Wohneigentumsgemeinschaft entscheidet sich eben für ein System und dann kann man eben Auch die Last begrenzen, damit es nicht ausufert, wenn jetzt 10, 20, 100 Parteien sich eine Wallbox zulegen, sondern dass man damit eben auch Lastmanagement betreibt, um natürlich die Netzentgelte im Griff zu halten.

  24. Sebastian:

    Ja, vielen Dank für den Einblick erstmal, Tina. Das hört sich doch sehr interessant auf jeden Fall an, wie ihr diese All-in-One-Lösung sozusagen aus einer Hand anbietet. Ich denke gerade so dieses einheitliche, einfache System, was ihr der Arbeitgeber mit auf den Weg gebt, wird dann ja auch dazu beitragen, dass man als Arbeitgeber eher darüber nachdenkt zu sagen, okay, der Aufwand ist dann doch überschaubar, wenn ich eine entsprechende Softwarelösung im Hintergrund habe, um dann meinen Dienstwagenfahrern eben auch E-Autos beziehungsweise Plug-in-Hybriden anbieten zu können. Du sagst jetzt, dieses System ist relativ einfach gestaltet. Wie ist das jetzt mal abgesehen von diesem Einmalaufwand, den ich zu Beginn habe, wenn ich da für meinen Arbeitnehmer arbeite? so ein Profil dann anlege mit Stromvertrag und so weiter, wenn das mal alles eingestellt ist, ist es dann am Ende vom Monat eigentlich nur noch ein Knopfdruck für den Arbeitgeber beziehungsweise Arbeitnehmer oder wie schaut der Verwaltungsaufwand dann hinterher aus?

  25. Tina Zierul:

    Ja, genau. Das kann man halt gestalten, wie oft man die Rückerstattung vornimmt. Genau. Monatlich, quaterlich. Das ist in der Regel dann automatisiert. Und die Kette wäre dann eben das Chargepoint an den Arbeitgeber rückerstattet, der Arbeitgeber wieder an den Arbeitnehmer gestaltet. Und eigentlich man da nichts groß händisch mehr machen muss.

  26. Sebastian:

    Okay, also dass dann tatsächlich hands-free im Hintergrund läuft die ganze Geschichte und man sich darum dann keinen Kopf mehr machen muss. Also das kann man schon mal nicht mehr als Ausrede mit auf den Weg geben, dass man sich gegen Eheautos im Dienstgebrauch sozusagen wehrt.

  27. Tina Zierul:

    Ja, genau. Also es kommt jetzt noch ein anderes Gesetz ins Spiel, die Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes zum 1.1. Das macht es nochmal komplexer, wenn an den Standorten auch Photovoltaik vorhanden ist. Standorte kann dann heißen, Das Dach des Bürogebäudes, aber genauso auch das Dach des Arbeitnehmers und Dienstwagennutzers. Da sieht eben der Gesetzgeber vor, dass man die Mengen sauber trennen muss, die man selbst verbraucht, die also zum Beispiel aus Solarstrom eben sind und die man Fremden wieder abgibt, also sozusagen verkauft und die von Fremden geladen wurden. Und da muss man eine Mengenabgrenzung vornehmen. Dafür braucht man sehr hoch aufgelöste Ladedaten in 15 Minuten Intervallen. Das kann unser Backend auch alles. Und das muss der Arbeitgeber zum Glück auch nur einmal im Jahr machen, dass man die EEG-Mengen eben meldet an den Übertragungsnetzbetreiber.

  28. Sebastian:

    Okay, das hört sich dann aber schon wieder so, ich sag mal, um den Vergleich zu vorhin zu ziehen, wieder so eichrecht leidmäßig an, wo dann auch wieder klar eben diese Daten dargestellt werden müssen, was wird jetzt verwendet zum Laden vom E-Auto, was wird verwendet oder was wird aus dem Stromnetz dann sozusagen wieder reingezogen, um das E-Auto noch zu laden. Ist demnach auch eine Herausforderung, die ihr angeht oder schon angegangen seid von ChargePoint oder wie schaut hier der Zeitplan aus bei euch?

  29. Tina Zierul:

    Ja, wir machen das. Das Thema gibt es ja nicht erst mit dem 1.1., sondern das gibt es auch schon im aktuellen EEG, dass die Arbeitgeber diese Mengen abgrenzen müssen und das ist mit einigen Arbeitgebern eben jetzt auch schon Thema gewesen. Ja. Und dann zieht man die Daten eben einmal jährlich. In der Regel machen wir das so im Februar, März, geben das, entweder der Kunde macht es selbst oder wir machen das. Und der Kunde gibt das meistens noch einer Wirtschaftsprüfer, der das einmal kontrolliert. Und man muss im Mai des Folgejahres immer die EEG-Mengen, die man an Dritte abgegeben hat und nicht dem Eigenverbrauch zuzurechnen sind, melden. Man heißt, bei dem Beispiel zum Land der Arbeitgeber, Genau, also das ist ein Prozess, der läuft schon, aber momentan eben mit einer Handvoll Arbeitgebern und das wird jetzt skalieren und es wird eben auch die Privathäuser betreffen, wo eben Photovoltaik geladen wird und eben nicht der Stromvertrag, den man in dem Rückerstattungstool hochgeladen hat. Auch da müssen wir eine Mengenabgrenzung vornehmen, aber... Wie gesagt, wenn sich der Arbeitgeber für ein System entscheidet, schlagen die Daten ja bei ihm auf. Da muss man halt nur bei den einmaligen Aufsätzen noch ein bisschen mehr Auskünfte vom Arbeitnehmer haben.

  30. Sebastian:

    Vielen Dank auch hier nochmal für die Vertiefung. Das zeigt aber auch schon mal auf, langweilig wird euch nicht.

  31. Tina Zierul:

    Ja, jede Woche eine neue Baustelle.

  32. Sebastian:

    So ist es. Und weil ihr anscheinend noch zu viel Zeit habt, habt ihr euch auch einer Lobby-Organisation angeschlossen oder die auch mitgegründet, ChargeUp Europe, wo auch Christopher Burkhardt, euer Managing Director von Europa, von ChargePoint eben eine Rolle spielt. Vielleicht kannst du da mal ein paar Worte noch über die Bedeutung der Lobby als auch eben das Mitwirken der an vorderster Front verlieren.

  33. Tina Zierul:

    Ja, sehr gerne. Also aus der Historie kann man das, glaube ich, sehr gut nachvollziehen, dass da eine neue Branche eben jetzt gewachsen ist mit Ladenetzwerken, die sich nicht so richtig vertreten haben. fühlt mehr bei den klassischen Energieversorgern oder bei den klassischen Automobilverbänden. Wir sind halt weder noch, wir sind kein Energieversorger, wir sind auch kein Automobilhersteller und wir sind auch kein reiner Hardwarehersteller, so jetzt Richtung ZVII oder VDMA gedacht, also wirklich klassische Herstellerverbände. sondern wir sind eben ein Netzwerk und viele andere auch, wie Alego und E.B. Box, die beiden Gründungsmitglieder. Und deswegen haben wir auch Themen, die jetzt, weiß ich nicht, ein Stadtwerk oder ein Automobil eben nicht haben, wie zum Beispiel Umsatzsteuer, überall in Europa unterschiedlich geregelt. Jemand, der von den Niederlanden nach Österreich fährt, ist ganz, ganz schwierig, das abzurechnen, das Laden. Also Eichrecht wabert jetzt auch so ein bisschen in die anderen Länder. Da haben wir schon recht viele Themen. Ich habe eben die Richtlinie aus Brüssel erwähnt, die AFID. Die wird gerade überarbeitet und soll im Juni nächsten Jahres eben als AFID 2 publiziert werden. Und die betrifft ja eigentlich das gesamte Ladeerlebnis. Also summa summarum. Wir haben deshalb so viel Zulauf, weil eben das sehr, sehr vielen Unternehmen so geht, dass sie diese eigenen Interessen, die sind schon sehr, sehr spezifisch, in Europa bündeln möchten.

  34. Sebastian:

    Okay, erscheint ja auch durchaus sinnvoll, dass ihr das dann eben angeht, auch mit euren Marktbegleitern oder anderen Unternehmen, die dann eben auch von diesen Herausforderungen sozusagen betroffen sind und leuchtet ja auch vollkommen ein, dass ihr eben nicht der einen oder anderen Branche da eben sozusagen zugeordnet seid aktuell, sondern wie du auch schon treffend gesagt hast, das ist eine eigene Branche entstanden, an die man vielleicht so vor ein paar Jahren noch nicht gedacht hat, zumindest nicht in dem Ausmaß und dass es so schnell wächst. Und von daher ist es ja nur wichtig, dass ihr da eben auch vorne mit dabei seid. Wie war das jetzt? Habt ihr euch dann auch direkt dafür entschieden, sozusagen den Vorsitz mit einzunehmen als Präsident der Organisation oder wurde das gewählt? Wie kam es da zustande?

  35. Tina Zierul:

    ähm, ja, es gab den Vorschlag, es gab mehrere Vorschläge und, ähm, äh, genau, mein Chef, der Chris, äh, kommt ja auch aus dieser, ähm, ja, politischen Welt mit seiner Vergangenheit bei Uber und First Solar, ähm, ähm, hat da einfach, glaube ich, ein sehr gutes Händchen, ähm, wie das jetzt im Einzelnen abgelaufen ist, äh, weiß ich nicht, aber, ähm, das war, glaube ich, recht einvernehmlich, ähm, dass er das jetzt erstmal macht. Er ist auf jeden Fall auch einer der Ideengeber für Charge Up Europe. Am Anfang war ich sogar selber noch ein bisschen skeptisch, ob wir das jetzt wirklich schon brauchen, aber ich sehe jetzt, er hat recht, was das für einen Zulauf hat und wie wir wirklich gehört werden, weil wir eben Spezialwissen sozusagen gemeinsam haben. Das bestätigt da seinen Voranpreschen.

  36. Sebastian:

    Ja, dann vielen Dank für den Einblick auch, Tina. Ich denke, dann haben wir damit auch schon einen guten Abriss über ChargePoint sozusagen unseren Hörern mit auf den Weg gegeben, haben auch mal ein wenig aufgezeigt, mit was für Herausforderungen ihr da sozusagen im Alltag eben auch zu kämpfen habt und wie ihr es dennoch schafft, beispielsweise das Laden am Arbeitsplatz und auch die Abrechnung dann doch um einiges zu vereinfachen. In diesem Sinne, vielen Dank für deine Zeit und ich würde mich freuen, wenn wir uns einfach demnächst nochmal hören, um dann zu schauen, wo geht die Reise hin für ChargePoint, wo seid ihr angekommen und wie schaut die Zukunft aus?

  37. Tina Zierul:

    Ja, gerne. Sprechen wir nach dem Börsengang.

  38. Sebastian:

    Gerne. Vielen Dank. Danke auch. Das war es dann auch schon, das Interview oder Gespräch mit Tina. Ich denke, das hat einige interessante Einblicke gewährt in die Denkweise von ChargePoint, was man vorhat, wohin die Reise geht und wie man die E-Mobilität eben auch vorantreiben möchte, den Wandel hin zur E-Mobilität. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Schau gerne in den Shownotes vorbei. Finde dort weiterführende Links zu den erwähnten Punkten, die wir eben hier in dem Gespräch untergebracht haben. Und wenn du dann noch ein wenig Zeit hast, freue ich mich über eine positive Bewertung bei iTunes. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis zur nächsten Woche. Mach's gut. Ciao.