chargeBIG: Aus eigener Erfahrung lernen beim Aufbau von intelligenter Ladeinfrastruktur

Im Gespräch mit Nicole Heinrich

Nicole Heinrich, verantwortlich für Sales und Marketing bei chargeBIG, war bereits in Folge 66 des Elektroauto-News.net Podcast zu Gast. Dies ist mittlerweile über ein Jahr her. Zeit ein Update aus dem Hause chargeBIG zu erhalten. Das Start-Up ist Anbieter eines intelligente Ladesystems für Tagesparker und den Anwendungsbereich 20 bis 100 oder mehr Ladepunkte, welches auch im Parkhaus von MAHLE zum Einsatz kommt. Aus diesen Erfahrungen hat man gelernt und nutzt dieses Wissen für die eigenen Kunden, wie Frau Heinrich zu vermitteln weiß.

Dem Thema Eichrecht hat man sich ebenfalls erfolgreich gestellt und konnte diese sowie weitere Erfahrungen in aktuelle Projekte einfließen lassen. Hierbei zeigt sich, dass man sich vom Hardware-Anbieter weiterentwickelt hat, hin zum Full-Service-Anbieter, der weitere Dienstleistungen und Software anbietet. Um den eigenen Kunden den Betrieb eines eigenen intelligenten Ladeprojektes so einfach wie möglich zu gestalten. Aber hör doch am besten selbst in die aktuelle Folge rein.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns zu Themen aus der Welt der E-Mobilität unterhalten. In der aktuellen Folge habe ich mir Nicole Heinrich zu Gast eingeladen, die bereits in Folge 66 unseres Podcasts zugegen war. Mit ihr habe ich mich gemeinsam über... Das Startup, für das sie tätig ist, ist ChargeBig Unterhalten. Bei ChargeBig handelt es sich um ein Corporate Startup aus dem Mahle-Konzern. Das Startup selbst ist Anbieter eines intelligenten Ladesystems für Tagesparker und den Anwendungsbereich von 20 bis 100 oder mehr Ladepunkte. welche erstmalig in dem eigenen Mahle-Parkhaus umgesetzt wurden in Stuttgart, wo aber nicht nur Mitarbeiter, die Flotte oder Außendienstlehrer ihre E-Autos laden können, sondern auch Besucher der Wilhelma in Stuttgart. Das sind viel mehr und die Entwicklung im vergangenen Jahr über ein Jahr weiter. Da habe ich mich mit Frau Heinrich unterhalten und gebe auch einen Ausblick darauf, wo die Reise hingeht für Charge Big, welche Projekte jetzt noch diesen Sommer bevorstehen, welche man schon umgesetzt hat. Und das hat doch einen ganz interessanten Eindruck oder Einblick gegeben in so einen Corporate Startup aus dem deutschen Raum. Viel Spaß beim Zuhören. Vielen Dank, Frau Heinrich, dass ich heute die Zeit nehme, um uns ein neues Update aus dem Hause ChargeBig, dem Corporate Startup von Marle, zu unterbreiten. Bevor wir jetzt allerdings direkt einsteigen, was ich so seit dem letzten Jahr getan habe, seitdem Sie bei uns zu Gast waren im Podcast, können Sie vielleicht nochmal kurz überweisen, was ChargeBig eigentlich ist oder was dahinter verbirgt hinter dem Startup und wer Sie eigentlich sind für unsere neuen Hörer dann sozusagen, die vielleicht die erste Folge nicht gehört haben.

  3. Nicole Heinrich:

    Sehr gerne, Herr Henssler. Vielen Dank nochmal für die Möglichkeit, dass wir wieder dabei sein können. Ich selbst bin Nicole Heinrich, arbeite bei TouchPix seit 2018, also seit wir mit dem Projekt begonnen haben und bin verantwortlich für Vertrieb und Marketingthemen. Und das Corporate Startup von MAHLE ist ein Ladelösungsanbieter am Markt mit dem Thema, wo wir das Thema angehen, zentralisierte Ladeinfrastruktur, für Anwendungsbereiche 20 bis 100 oder mehr Ladepunkte an einem Standort. Gerade interessant für Flottenbetreiber, Parkhausbetreiber oder auch große Arbeitgeber, Parkhäuser. Und genau neben dem Thema Hardware, das wir am Markt anbieten, bieten wir auch begleitende Dienstleistungen wie das Thema Service, Wartung, Reparatur, Abrechnung und aber auch Beratung an.

  4. Sebastian:

    Okay, also vielen Dank schon mal für das Aufstand bringen sozusagen der neuen Hörer oder diejenigen, wo die alte Folge ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. Das heißt, Charge Big ist dann quasi so die All-in-One-Lösung für diejenigen, die größere Ladeplätze anbieten möchten, eben für ihre Mitarbeiter oder dann eben für Fahrzeuge.

  5. Nicole Heinrich:

    Ganz genau. Also wir bieten eine Full-Service-Lösung inklusive Beratung, Installation, Hardware mit dem Betrieb. Und wir sind jetzt kein Anbieter, der die Einzel-Wallbox zu Hause anbietet. Und auch das Thema DC-Schnellladen haben wir bisher noch nicht so im Fokus gehabt, aber auch damit beschäftigen wir uns jetzt mittlerweile. Aber der große Fokus mit der Lösung, wo wir heute am Markt sind, das ist das Thema Wallbox. Wechselstromladen für Blottenanwendungen.

  6. Sebastian:

    Okay, jetzt haben wir ja, oder hat es ja einiges getan seit dem letzten Jahr, wahrscheinlich bei euch, teilweise wahrscheinlich durch Corona bedingt, teilweise aber auch natürlich durch den Wachstum oder das Ankommen der E-Mobilität in der Masse. Vielleicht können Sie uns da einfach mal abholen, was sich denn so seit unserem letzten Gespräch im Hause chargeBIG getan hat.

  7. Nicole Heinrich:

    Genau, gerne. Also ja, wir haben sehr viel Veränderung im letzten dreiviertel Jahr erlebt. Also einmal hat sich natürlich das Team verändert. Eine Kollegin ist umgezogen und hat deshalb das Team verlassen. Ein anderer Kollege ist in Altersteilzeit gegangen. Wir haben dafür aber auch drei neue Kollegen ins Team bekommen, die natürlich gerade durch Corona und viel Homeoffice auch gewisse Herausforderungen hatten, dann im Team anzukommen und sich einzuarbeiten. Aber wir haben das sehr gut gemeistert als Team und freuen uns auch, dass das Team in Summe wächst. Zusätzlich haben wir auch in Bezug auf die Technik weitere Fortschritte gemacht. Es gibt eine neue Generation unseres eigenen Ladecontrollers. Wir haben das Thema Eichrecht endlich abschließen können und erfolgreich abschließen können. Da können wir vielleicht im Nachgang auch noch detaillierter drauf eingehen. Das ist sicherlich ein spannendes Thema. Zusätzlich haben wir auch am Portfolio einiges gemacht. Also wir sind ja mit der Ladehardware gestartet, haben aber ganz schnell gemerkt, dass der Markt begleitende Dienstleistungen fordert. Da haben wir weitere Partner an Bord geholt, dass wir gerade das Thema Installation darstellen können und natürlich haben wir auch die Skalierung vorbereitet, weil einfach mehr Kundenanfragen kommen und wir dann natürlich weitere Lieferanten brauchen und ähnliches. Ein ganz wichtiges Thema natürlich auch, wir haben weitere Kunden gewinnen können. Da sind wir auch sehr stolz drauf und im letzten Jahr haben wir dann im Herbst ein weiteres Projekt beim Flughafen Stuttgart umgesetzt mit in Summe 54 Ladepunkten und in diesem Jahr haben wir auch schon zwei weitere Kundenprojekte umgesetzt. beziehungsweise drei, eines in Hamburg, eins in Ravensburg und noch ein weiteres in Karlsruhe. Auch das ist schön, dass wir da raus aus Stuttgart kommen und auch andere Kunden, neue Kundengruppen erreichen. Und genau, glücklicherweise haben wir jetzt auch schon über 260 Ladepunkte dieses Jahr noch neu nominiert bekommen, die wir dann im Sommer umsetzen werden.

  8. Sebastian:

    Hört sich ja gut an, die Entwicklung. Also macht sich. Für uns interessant, oder wie Sie auch schon angesprochen haben, das Thema Eichrecht. Bevor wir da einsteigen, können Sie vielleicht nochmal für diejenigen, die das vielleicht nicht so im Alltag dann direkt betrifft, erklären, was sich hinter Eichrecht verbirgt und was für Herausforderungen Charles Spick damit eben auch hatte dann im vergangenen Jahr.

  9. Nicole Heinrich:

    Ja, also grundsätzlich ist das eigentlich eine deutsche Anforderung, dass wenn mit Dritten abgerechnet wird, also der Strom beim Laden abgerechnet wird, dass man dann die Kilowattstunde erfasst und die Kilowattstunde bepreist wird. Das heißt, es darf nicht nur nach Zeit oder nicht pauschal abgerechnet werden, beziehungsweise pauschal nur in bestimmten Ausnahmefällen. Und Ziel und Zweck ist dabei immer, dass der Nutzer im Vordergrund steht, dass der Verbraucherschutz gegeben ist. Das heißt, der Nutzer muss nachvollziehen können, ist die Kilowattstunde richtig erfasst worden, ist das messgenau und der muss auch die Informationen zum Preis vor dem Laden schon einsehen können. Und in dem Zusammenhang ist eben in Deutschland gefordert, dass die Ladehardware und auch der Messzähler, der verbaut ist, und aber auch die begleitende Software, also das Backend, wie die Daten übertragen werden, dass das ganze System zertifiziert wird, sodass dann eben korrekt gemessen, gespeichert und abgerechnet werden kann.

  10. Sebastian:

    Das hat euch dann, ich sage mal, auch ein wenig überrascht wahrscheinlich, was heißt überrascht nicht, aber auch dann vor Herausforderungen gestellt, dass ihr diesen Zertifizierungsprozess umsetzen konntet oder war das eher problemlos für euch möglich?

  11. Nicole Heinrich:

    Also klar, als wir mit dem Produkt gestartet sind, hatten wir das Thema Abrechnung grundsätzlich schon auf dem Schirm, aber die genauen Gesetze und Regularien kannten wir noch nicht so im Detail. Und als wir uns dann mehr damit beschäftigt haben, haben wir schon gesehen, dass das einen großen Entwicklungsaufwand darstellt. Und es hat sich jetzt auch mit der Zeit gezeigt, dass wir da viel Aufwand reinstecken mussten. Unsere Lösung ist ja durch die Zentralisierung auch nochmal besonders wichtig. gerade weil wir zentral auch die Energie messen und die ja nicht so beim Endkunden ankommt, sondern über die Leitungen Spannungsabfall passiert und deshalb auch weniger Strom beim Endkunden ankommt, um das zu kompensieren und das eben richtig zu stellen. Da haben wir dann auch eine besondere Lösung umgesetzt, die dann aber zertifiziert worden ist. Und genau, dafür haben wir Entwicklungsaufwand im Team geschaffen. aufbringen müssen, aber das Ganze hat uns natürlich auch viel gelehrt und setzt jetzt wieder den Nutzer in Fokus und das ist auch immer unser Ziel gewesen.

  12. Sebastian:

    Okay, das heißt, kann man Haken hinten dran machen, chargeBIG hat Eichrechtskonformität für sich erfolgreich umgesetzt.

  13. Nicole Heinrich:

    Genau, vielleicht da noch der kleine Hinweis, also es gibt verschiedene Möglichkeiten, Module, die da in diesem Zertifizierungsprozess durchlaufen werden. Wir haben jetzt den Zertifizierungsprozess fürs Produkt an sich. Das bedeutet, dass wir, wenn wir irgendwo einen Standort aufgebaut haben, dass der Standort an sich auch nochmal geprüft werden muss. Dafür ist dann immer das Landeseichamt der einzelnen Bundesländer zuständig. Das ist jetzt so, wenn wir bei Kunden das umsetzen, ist das immer nochmal ein zusätzlicher Schritt der Zertifizierung, dass der vor Ort stattfinden muss und Wenn wir jetzt zukünftig, und damit beschäftigen wir uns jetzt gerade, mit dem weiteren Modul beschäftigen, dann wird irgendwann der ganze Prozess zertifiziert sein, sodass diese Prüfung durch das Landeseichamt vor Ort wegfällt.

  14. Sebastian:

    Macht es ja für euch und euren Kunden dann auch wieder einfacher, wenn ihr den künftig angedachten Prozess dann auch leben könnt im Alltag.

  15. Nicole Heinrich:

    Ganz genau, ja.

  16. Sebastian:

    Okay, jetzt haben Sie vorhin erwähnt oder Sie haben erwähnt, Sie haben dieses Jahr jetzt schon drei Projekte sozusagen noch in der Pipeline, eins schon umgesetzt im Herbst letzten Jahres mit dem Stuttgarter Flughafen? Ja, Flughafen, genau, ich wollte gerade Flugbahnhof sagen, aber ja, Flughafen passt besser. Aber gestartet ist ja alles mit dem hauseigenen Mahle-Parkhaus. Wie sind da die Erfahrungswerte, die ihr mittlerweile sammeln konntet? Klar war das jetzt wahrscheinlich bedingt durch Corona, viel Homeoffice, nicht ganz so aussagefähig, wie man sich das vielleicht vorher erhofft hat, aber welche Erfahrungen konntet ihr quasi mit den Ladepunkten dort in der Corona-Zeit sammeln?

  17. Nicole Heinrich:

    Ja, Genau, das allererste Projekt, das wir umgesetzt haben, war ja im eigenen Mal ein paar hundert Ladepunkte plus ein DC-Schnelllader, der diese Ladeinfrastruktur Pur wird von den Mitarbeitern und Dienstwagenberechtigten und von der Flotte genutzt, aber auch von den Wilhelma-Besuchern, wenn die Wilhelma offen hat und die Parkplätze braucht. Und in diesem Zusammenhang haben wir in den letzten Monaten einen sehr, sehr großen Anstieg an Nutzern erfahren. Das liegt zum einen natürlich daran, dass die Fahrzeuge im Markt an sich verschwinden. durch Dringung steigt, dass einige die bestellten Fahrzeuge jetzt geliefert bekommen haben und wir haben auch normalerweise eine Beschränkung zur Einfahrt ins Parkhaus, die ist jetzt mittlerweile gerade aufgehoben, weil eben weniger Personal im Büro ist und dann kann also jeder einfahren, auch derjenige, der eigentlich keine Parkplatzberechtigung hat und so kommt es dazu, dass wir deutlich mehr Nutzer haben. Und da sind wir auch super froh drum, weil jetzt mal wirklich unser Lastmanagement zum Einsatz kommt und ein bisschen schaffen darf und wir auch wirklich nochmal genau prüfen können, passt alles so, wie es ist. Die Nutzer an sich sind super froh. Die laden bei uns ja auch zu einem vergünstigten Preis. Die freuen sich auch, da ein bisschen Testkaninchen zu sein und Feedback zu geben, wie das mit der App-Freischaltung klappt und das Laden an sich. Und genau, da haben wir eigentlich ausschließlich gutes Feedback erhalten. Klar gibt es auch mal ein kleines Problem oder irgendeinen Ladevorgang, der nicht gestartet ist. Da konnten wir dann aber immer schnell Abhilfe schaffen und gerade auch die Nähe für die Kollegen, die dann auch mal im Büro sind. Da war das gar kein Problem, dass man dann auch eine kleine Schulung oder das Einweisen vor Ort umgesetzt hat.

  18. Sebastian:

    Das hört sich doch sehr interessant und ja, auch für euch dann von Vorteil an, dass ihr da jetzt quasi auch partizipiert an dem Anstieg der E-Mobilität hier in Deutschland. Was mich jetzt interessieren würde, wenn wir mal das Beispiel Wilhelma-Besucher aufgreifen, weil ich denke, das ist was Greifbares für unsere Hörer. Da haben Sie jetzt von einer App gesprochen, in die man sich freischalten muss, die genutzt werden muss quasi, dass ich da vor Ort laden kann. Wie ist denn so der typische Ablauf, wenn ich jetzt die Wilhelma besuche, aber mein Auto bei euch im Mahle-Parkhaus parken möchte und da natürlich dann auch zum vergünstigsten Preis laden möchte? Wie geht man da vor als Besucher, als E-Autofahrer?

  19. Nicole Heinrich:

    Also das Parkhaus ist grundsätzlich ausgeschildert, wo die Ladeinfrastruktur zu finden ist. Die haben wir eigentlich eher in den oberen Etagen umgesetzt, weil wir auch nicht wollten, dass die immer zugeparkt sind mit Verbrennerfahrzeugen. Deshalb muss sich dann der E-Mobilist quasi aufmachen, in die höhere Parkebene reinzufahren. Dort haben wir dann eine Vielzahl an Ladepunkten, die in der Regel dann auch am Wochenende frei sind. Und genau, der Nutzer an sich, der nutzt sein Smartphone zur Freischaltung auf dem Stecker. Also wir haben ein fest angeschlagenes Ladekabel, auch eine Besonderheit in unserem Produkt. Da ist ein QR-Code aufgebracht. Der wird dann durch den Nutzer gescannt. Wenn derjenige die ChargeBig-Lade-App noch nicht runtergeladen hat, dann öffnet sich einfach ein Browser-Fenster, also eine Web-App. Man muss die App also nicht runtergeladen haben, sondern kann auch einfach die Web-App nutzen und die gleichen Features stehen da zur Verfügung. Die Nutzer, die dann vielleicht wiederkehrend sind oder schon mal bei uns geladen haben, bei denen öffnet sich dann die App. Dann wird eben der entsprechende Ladepunkt ausgewählt. Dann kann man angeben, mit welchem Zahlungsmittel man bezahlen möchte. Für unsere Dienstwagenberechtigten haben wir da sogenannte Zugangscodes, dass sie umsonst laden können gegenüber unseren Mitarbeitern. Und auch gegenüber Dritten würden wir dann kostenpflichtig abrechnen. Und dann wählt man die Zahlungsmethode aus, gibt seine E-Mail-Adresse an und schon ist der Ladevorgang gestartet.

  20. Sebastian:

    Das hört sich ja gut an, aber die Besucher, die dann quasi dieses Angebot nutzen, die müssen dann nicht sagen, okay, ich bin jetzt um 9 Uhr hier eingefahren, möchte laden und bleibe voraussichtlich bis 17 Uhr, damit euer Lastmanagement auch im Hintergrund arbeiten kann? Oder ist das im Moment einfach auch so ausreichend von der Power her, dass ihr da noch gar nicht großartig in die Ladevorgänge eingreifen müsst und da dementsprechend mal hier ein wenig Power wegnimmt, da ein bisschen mehr dazu gibt? Wie gestaltet sich das?

  21. Nicole Heinrich:

    Genau, wir haben uns das Thema auch intensiv angeschaut und haben festgestellt, dass die meisten E-Fahrzeug-Nutzer eigentlich ihre Fahrzeug-App haben, um genau solche Themen zu standardisieren oder zu programmieren. Das heißt, im Fahrzeug ist manchmal eingetragen, wann man wieder wegfährt und zu welchem Zeitpunkt man vollgeladen sein möchte. Und wir haben gemerkt, dass ein Nutzer nicht wirklich die Daten noch ein zweites Mal in eine andere App eintragen würde. Und dadurch, dass wir aktuell nicht bidirektional laden, das heißt also gar keine Information haben, wie der Batteriestand des Fahrzeugs ist, können wir eigentlich nur auf Basis der Ladeleistung am Gebäude, also wir machen es davon abhängig, was der Netzanschluss kann, davon leiten wir die Ladeleistungen auf die Fahrzeuge ab. Und bei uns gibt es bestimmte Stellplätze, die mit höheren Ladeleistungen 11 oder 22 kW ausgestattet sind. Das heißt, jemand, der schnell wieder weg muss, der stellt auf diesen umgeregelten Ladepunkt und bekommt da die volle Leistung. Und an den anderen Seiten, Stellplätzen, sozusagen Langzeitparker, da ist es möglich, dass wir dynamische Ladeleistungen anwenden und dann einfach langsam und parallel viele Fahrzeuge gleichzeitig laden. Und an den Stellen macht es natürlich nur Sinn, wenn die Fahrzeugbatterie entweder nicht komplett vollgeladen sein muss oder wenn man genug Zeit in der Wilhelma zum Beispiel verbringt, dass man weiß, okay, in der Zeit ist mein Fahrzeug auch mit den einphasigen, intelligenten Ladeleistungen wieder vollgeladen.

  22. Sebastian:

    Es leuchtet einen der Ansatz. Das heißt, das erste Projekt sozusagen kann man auch abhaken, voller Erfolg, mit den Erfahrungen, die ihr gesammelt habt. Diese Erfahrung übertragt ihr wahrscheinlich dann auch auf die Ladeinfrastrukturenlagen, die ihr bei euren eigenen neuen Kunden sozusagen platziert. Habt ihr da schon wertvolle Erkenntnisse dann auch in diese neuen Kundenprojekte mit rübernehmen können?

  23. Nicole Heinrich:

    Ja, genau. Also eine wertvolle Erkenntnis war natürlich die interne Abstimmung, die für so ein Projekt immer notwendig wird. Man hat ja ganz viele Abteilungen, wie zum Beispiel die Arbeitssicherheit oder das Facility Management oder auch HR oder der Betriebsrat, die irgendwo involviert sind, wenn es um das Thema geht. Parkplätze geht und in dem Zusammenhang beraten wir dann auch unsere Kunden, wen sie alles mit einbinden sollen. In der Regel sprechen wir direkt mit dem Facility Management oder dem Fuhrparkmanagement und in dem Zusammenhang geben wir natürlich Hinweise, auf was man alles achten muss, bevor man so ein Projekt startet. Also das ist einmal die Stakeholder, die man in so eine Diskussion mit einbezieht, aber dann muss man natürlich auch sich ganz genau den Standort angucken. Passt denn hier Ist es hier überhaupt möglich vom Netzanschluss her und von der Standortsituation, dass Ladeinfrastruktur aufgebaut wird und wie hoch ist denn der Bedarf und wie hoch wird der Bedarf in Zukunft sein? Die ganzen Fragestellungen klären wir. Wir gemeinsam mit unseren Kunden und da unterstützen wir. Und das ist auch ganz interessant, weil manche Kunden, die haben da eine ganz klare Vorstellung und sich dazu auch schon Gedanken gemacht. Und wiederum andere Kunden, die sind da noch ganz vorne und sind dann auch dankbar, dass wir da von verschiedenen Projekten und vom eigenen Projekt berichten können.

  24. Sebastian:

    Ich denke, das ist auch wertvoll, dass ihr da eure eigenen Erfahrungen mit einbringen könnt und dadurch euren Kunden auch aufzeigt, hört zu, wir haben die Erfahrungen schon selbst gesammelt und wissen, wovon welche sprechen. Ja, genau. Das heißt aber auch so von der Einordnung her, das typische Kundenprojekt gibt es in diesem Sinne ja gar nicht, sondern so wie Sie schon aufgezeigt haben, jeder Kunde ist da individuell, bringt da seine eigenen Vorstellungen mit rein oder kommt da auch vollkommen offen auf euch zu und lässt sich da dementsprechend auch bewahren.

  25. Nicole Heinrich:

    Ja, genau. Also in jedem Projekt haben wir bisher schon Überraschungen miterleben dürfen und wieder neue Anfragen und wieder neue Ansätze auch lernen dürfen oder begleiten dürfen. Das ist wirklich ganz individuell.

  26. Sebastian:

    Ja, das denke ich mir. Aber gibt es so, ich sage mal, Herausforderungen, auf die eigentlich jeder Kunde achten sollte, bevor er sich mit dem, oder wenn er sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt, was es beim Aufbau von Ladeinfrastruktur zu beachten gilt, damit er zu einem die eigene Vorstellung, sage ich mal, schon ein bisschen besser einordnen kann, als auch dann die Arbeit mit Ihnen oder mit Ihrem Team einfacher zu gestalten?

  27. Nicole Heinrich:

    Ja, klar. Also es ist immer wichtig... dass man einen konkreten Ansprechpartner hat, der sich dann auch über das Projekt nicht unbedingt ändert, dass man einfach von vorne bis zum Abschluss des Projektes ein gemeinsames Verständnis entwickeln kann. Auch ganz wichtig ist, dass man sich schon zu Beginn des Projektes dann ganz klar auf einen Bedarf einigt oder dass man den Bedarf definiert. Gerne kann man natürlich gerade Infrastruktur auch in verschiedenen Ausbaustufen umsetzen, aber es ist einfach wichtig, da ein gemeinsames Zukunftsbild zu haben. Auch ganz wichtig ist es, dass sich beide Parteien im Plan sind, dass es auch ein gewisser Umsetzungszeitraum dahinter steht. Also man fragt nicht heute an, man hat morgen Ladeinfrastruktur auf dem Hof und übermorgen installiert, sondern das ist meistens ein interner Abstimmungsprozess, dann natürlich ein Bestellprozess, ein Produktionsprozess. Und dann natürlich auch der Installationszeitraum, wo natürlich auch damit gerechnet werden muss, dass diese Parkplätze in der Zeit auch gar nicht genutzt werden können. Und dieser Zeithorizont zieht sich natürlich auch über mehrere Monate. Das muss den Kunden dann helfen. dann klar sein. Und ein weiterer Punkt sind natürlich die Kosten, die da entstehen in so einem Projekt. Da haben wir von den Hardwarekosten bis hin zur Installation verschiedene Kostenblöcke, die einfach bei so einem Projekt anfallen. Und das ist ja das Tolle auch gerade, dass wir so viele attraktive Förderungsangebote auf dem Markt haben, die so ein Projekt dann noch deutlich attraktiver machen.

  28. Sebastian:

    Das heißt, Sie haben jetzt gesagt, der wichtige Ansatzpunkt ist, dass der Ladebedarf schon relativ gut zu Beginn definiert wird. Das leuchtet vollkommen ein, weil ihr müsst ja wissen, worauf ihr euch einlasst von der Anzahl der Ladeplätze, um es ganz vereinfacht auszudrücken. Aber diese gewisse Flexibilität nach oben ist dann aber auch gegeben durch diese Ausbaustufen, die Sie angesprochen haben.

  29. Nicole Heinrich:

    Ganz genau. Also wir haben die Möglichkeit, solche zentralen Ladeschränke, in denen die Elektronik bei uns untergebracht ist, so auszurüsten, dass man sagt, okay, wir wollen jetzt einmalig 25 Ladepunkte und nicht mehr. Dann können wir da ganz individuell den Ladeschrank so konfigurieren und produzieren. Wir können aber auch sagen, du kriegst von uns unsere Standardvariante, die bis zu 36 Ladepunkte ansteuern kann und wir verkabeln die aber erstmal nur 25 und falls du dann zu einem späteren Zeitpunkt doch nochmal Bedarf siehst, dann müssen wir nur noch die Installation neu umsetzen, die Ladepunkte montieren, aber wir müssen nicht wieder in die Unterverteilung rein und da nochmal Arbeiten tätigen, sondern dann ist die Vorarbeit quasi schon geleistet.

  30. Sebastian:

    Leuchtet ja ein und vor allem, wenn man das dann vorab schon mit einer Standardlösung sozusagen erschlagen kann, kommt man ja vielleicht dann gar nicht so viel teurer weg, als wenn ich dann fünf Ladeplätze weniger gerne haben möchte, aber dafür dann einen eigenen Schaltschrank dann brauche. Also zumindest jetzt mal so mein Eindruck von außen. Das Thema Kosten haben Sie auch angeschnitten gehabt. Wie... Sicher. Definieren Sie denn zu Beginn die Kosten und landet man dann auch in der Regel dort, was definiert angeboten wurde oder sind da dann auch große Verschiedungen zu sehen? Mal davon ausgehend, dass es relativ nah an dem ausgerichtet und umgesetzt wird, was dann auch geplant war.

  31. Nicole Heinrich:

    Also da kann ich sagen, dass wir in Bezug auf die Hardware-Positionen da immer einen Volltreffer haben. Da wisst wer, was die Anforderung ist. Und klar, vielleicht hat man dann doch nochmal den Wunscheinladepunkt weniger oder mehr. Aber das macht, sage ich mal, den Kohl nicht fett. In Bezug auf Installation, wo wir wirklich auch nach Aufwand abrechnen, da sind wir mittlerweile so routiniert mit unserem geschulten Personal und Partnern, dass wir da in der Regel auch die Angebote einhalten können und da auf den Kosten landen, die vorher bekannt waren. Klar, aktuell ist es auch so, in Corona-Zeiten spart man sich auch manchmal so eine Vor-Ort-Begehung oder macht die weniger genau als möglich. ja, in früheren Zeiten und da sind wir jetzt aber mittlerweile auch routiniert, dass wir doch, auch wenn wir nur auf Basis von Plänen und Bildern oder digitalen Vor-Ort-Begehungen ein Angebot schreiben, dass das doch am Ende in den Projekten so umsetzbar ist.

  32. Sebastian:

    Ja, dann auch vielen Dank für den Ausblick. Ich denke gerade bei den Förderangeboten, die Sie auch erwähnt haben, da unterstützt dann chargeBIG auch den Kunden mit dabei, dass da eben dann auch, wie gesagt mal, die bestmöglichsten Fördermittel eingeholt werden können.

  33. Nicole Heinrich:

    Ja, klar, ganz genau. Also da haben wir ein breites Know-how und gucken uns auch regelmäßig die Bewegungen am Markt an, was sich da so tut und was es für neue Förderprogramme gibt. Und da beraten wir unseren Kunden, also je nachdem, wo er auch lokal sitzt, was für ihn das passende Programm ist.

  34. Sebastian:

    Ja, dann vielen Dank für die Einblicke, Frau Heinrich. Es war doch wieder sehr interessant, was ich dann so in einem Dreivierteljahr doch tun kann. Vor allem, wenn Sie da jetzt schon so viele Projekte auf den Weg gebracht haben, künftig noch bringen werden mit den 260 Ladepunkten, wo Sie gesagt haben, die jetzt noch im Sommer umgesetzt werden sollen. Und ich würde mich freuen, wenn wir einfach vielleicht nochmal in einem Dreivierteljahr widersprechen, um dann zu schauen, wie viele Projekte es denn dann mehr geworden sind seitdem wieder.

  35. Nicole Heinrich:

    Ja, sehr gerne. Das können wir machen.

  36. Sebastian:

    Dann vielen Dank für Ihre Zeit.

  37. Nicole Heinrich:

    Ebenso.

  38. Sebastian:

    Tschüss. Danke. Tschüss. Auch dir vielen Dank, dass du heute in der aktuellen Folge wieder reingehört hast, dich ein wenig mehr über das Thema E-Mobilität fortgebildet hast sozusagen. Und wenn du dein Wissen oder unser Wissen auch mit anderen teilen möchtest, kannst du das ganz einfach tun. Einfach unseren Podcast bei iTunes positiv bewerten. Ich würde mich sehr darüber freuen. Vielen Dank und bis zur nächsten Folge. Mach's gut. Ciao.