CO2-Einhaltung gesichert - Regierungen helfen Ziele zu erreichen

Zuletzt haben wir im April einen Blick auf die Einhaltung/ Überschreitung der CO2-Flottenwerte in 2020 in Europa geworfen. Eine Reihe von wichtigen Anpassungen sowohl beim privaten Kauf als auch bei den steuerlichen Anreizen für Elektroautos und Plug-In-Hybride werden dazu beitragen, dass in diesem Jahr die CO2-Konformitätsziele erreicht werden. Insbesondere die Hauptmärkte Frankreich und Deutschland, als auch Großbritannien werden ihren Teil dazu beitragen.

Wie sich dies im Detail entwickelt, welche Rolle hierbei die Politik, als auch die Hersteller selbst spielen, dass erfährst du in dieser Folge unseres Podcasts. Hör vorbei.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto-News, der Podcast rund um das Thema Elektromobilität mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität im Alltag auseinandersetzen. Im Fokus der heutigen Folge steht die Einhaltung der CO2-Vorgaben für 2020 und wie oder warum Regierungen schon geholfen haben, dieses Ziel in diesem Jahr eben zu erreichen. Da wollen wir eben einen kurzen Blick drauf wagen, jetzt auch gerade mit den Zulassungszahlen Stand Ende Mai im Hinterkopf. Hierzu sei gesagt, dass wir zuletzt im April oder Ende April einen Blick auf die Einhaltung bzw. Überschreitung der CO2-Flottenwerte in 2020 in Europa geworfen haben. Damals noch unter dem Titel Frankreich dominiert Europa in puncto E-Auto-Absatz und CO2-Werte. Seitdem hat sich aber natürlich auch wieder einiges getan. Wir ziehen wieder die Daten von Matthias Schmidt, seines Zeichens Automobilanalyst, ansässig in Berlin. oder als Grundlage für diesen Artikel-Podcast und können eben so nachvollziehen, wie sich das Ganze entwickelt hat, entwickeln wird. Die Daten von ihm zeigten uns bereits im April 2020 auf, dass die E-Auto-Zulassungszahlen in Europa eher rückläufig sein werden. Im Rückblick betrachtet war dann zumindest noch das erste Quartal positiv geprägt, insbesondere im Vergleich zum Weltmarktabsatz. Dann gab es da eine positive Entwicklung auf dem E-Auto-Markt im April, aber kam dann der erste Einbruch, jetzt auch gefolgt im Mai dann nochmal. Liegt definitiv daran, dass es bei uns Coronavirus ja zeitverzögert angekommen ist, sprich diesen Rückgang am Markt, den China schon Anfang des Jahres dann zu spüren bekam, kam halt eben mit der Verzögerung von zwei bis drei Monaten bei uns hier in Europa an. Und damit müssen wir uns eben auseinandersetzen. Und im Umkehrschluss muss man natürlich auch bedenken, jedes E-Auto oder jeder Plug-in-Hybrid, der weniger verkauft wird hier in Europa, wirkt sich dann natürlich auch nicht positiv auf die CO2-Flottenwerte aus. Wohingegen natürlich im Umkehrschluss auch festhalten ist, jeder Verbrenner, der nicht verkauft wird, wirkt sich natürlich auch nicht negativ auf die CO2-Flottenwerte aus. Schön wäre es natürlich, wenn der E-Auto-Absatz deutlich steigen würde, Verbrenner-Absatz runtergehen, dann hätten wir da auch kein Problem, diese CO2-Flottenwerte zu erreichen. Was auf jeden Fall schon mal festhalten lässt, Europas E-Auto-Markt wächst gegen den Trend. Was bedeutet das jetzt? Und zwar haben wir uns den europäischen Elektroautomarkt im Mai 2020 angeschaut und man sieht, dass er trotz Corona-Krise oder trotz anhaltendem Coronavirus, Corona-Pandemie um 0,9% gegenüber dem Vorjahresniveau gewachsen ist. 0,9% Wachstum mag sich jetzt natürlich erstmal nicht viel anhören oder nicht sonderlich viel. Man muss allerdings auch wieder mit dem Gesamtmarkt in Relation setzen und dann sehen die Zahlen doch schon ganz positiv aus. Nämlich der gesamte Pkw-Markt ist im gleichen Zeitraum negativ gewachsen, also hat einen Absatzflaute sozusagen gehabt von knapp 57,2%. Das heißt, E-Auto-Absatz gewachsen, Verbrenner deutlich zurückgegangen oder gesamter Pkw-Markt eigentlich deutlich zurückgegangen, also von daher durchaus als positiv zu werten. Dieser Rückgang von Verbrenner und der Zuwachs von E-Autos führt eben dazu, dass die reinen E-Auto-Zulassungen am Gesamtmarkt im Mai über 4% lagen. Die Prognose für das Gesamtjahr 2020 wird aktuell immer noch so mit 5% E-Auto-Anteil am Gesamtmarkt angegeben für Europa. Und getrieben wird das Ganze natürlich eben durch die CO2-Flottenwerte, das sind die CO2-Vorgaben, die die einzelnen Hersteller innerhalb ihrer Fahrzeugflotten einhalten müssen, um eben Strafzahlungen zu entgehen. Ausführlich habe ich das auch nochmal in den Shownotes dann verlinkt, wo das Ganze schon doch des Öfteren durchgekaut wurde und wo du am besten einfach nochmal nachlesen, dich einlesen kannst, wenn du das möchtest. Der Analyst Matthias Schmidt ging eben schon in der Vergangenheit auch davon aus, dass die Automobilhersteller 2020 ihre CO2-Ziele erreichen werden. Das war auch schon vor dem Coronavirus der Fall. Und gab da eben auch zu verstehen, dass wir einen Absatz plus an E-Autos am Plug-in-Hybriden sehen, eben auch damit verbunden durch den Zwang, dass diese Art von Fahrzeugen abgesetzt werden müssen, damit die CO2-Vorgaben erfüllt werden. Deswegen ging er in seinen früheren Berichten von einem Wachstum von 335.000 Einheiten im Jahr 2019 ab. auf knapp 700.000 Fahrzeuge in 2020 aus, die verkauft werden mit alternativen Antrieb. Die Aussage hat er mittlerweile korrigiert auf 556.000 E-Auto-Zulassungen, was einfach natürlich eben auch mit der Pandemie zusammenhängt, weil die Nachfrage stark zurückgegangen ist. Hat er sich einfach auch an diesem rund 20-prozentigen Rückgang festgehalten, der von verschiedenen Business-Analysten auch mit auf den Weg gegeben wurde für den Pkw-Markt. Den Vorteil, den wir allerdings im Bereich der E-Mobilität haben, ist natürlich, dass einige wichtige Anpassungen sowohl beim privaten Kauf als auch bei den steuerlichen Anreizen für E-Autos und Plug-in-Hybride vorgenommen wurden. damit eben in diesem Jahr auch die CO2-Konformitätsziele erreicht werden. Das heißt insbesondere die Hauptmärkte Frankreich und Deutschland als auch Großbritannien werden ihren Teil dazu beitragen, dass die CO2-Ziele erreicht werden. Also die werden aktiv tätig werden, damit diese Länder oder die Hersteller in diesen Ländern ihre Ziele erreichen. Das bedeutet somit auch, dass Frankreich, Deutschland und Großbritannien den E-Auto-Absatz in 2020 ja doch massiv treiben werden, bestimmen und treiben werden sozusagen. Und damit übernimmt man dann auch so Stück für Stück langsam die Rolle vom ehemaligen E-Automarktführer Norwegen, der natürlich immer ziemlich weit vorne im Ranking war, auch oft die Nummer 1 gehalten hatte, weil man einfach prozentual gesehen vom Gesamtanteil abgesetzter Fahrzeuge doch auch deutlich über 50% manchmal lag. Aber vom reinen Volumen her steht da halt ganz andere Zahlen bei Frankreich, Deutschland und Großbritannien dahinter. Die deutsche Regierung beispielsweise wurde auch schon aktiv, wie wir in den vergangenen Wochen mitbekommen haben, hat ihre absichtlich angekündigt, den staatlichen Beitrag von elektrifizierten Fahrzeugen bis Ende 2021 zu verdoppeln. Und diese Erhöhung entspricht eben der höchsten privaten Kaufsubventionen für E-Autos, die von 6.000 Euro auf 9.000 Euro für Fahrzeuge unter 40.000 Euro vor Steuern angestiegen sind. Das sind rund 2.000 Euro mehr als die höchst in Frankreich verfügbare Subvention für Fahrzeuge bis 45.000 Euro. Aber bei den Franzosen kommt eben auch noch eine zusätzliche Abwrackprämie oder kann eine mit dazu kommen in Höhe von 5.000 Euro, womit man dort mit bis zu 12.000 Euro bei einem reinen E-Auto gefördert werden kann. Also man sieht schon, die beiden Länder haben starkes Interesse daran, E-Autos an den Mann, an die Frau zu bekommen. Man muss allerdings auch sagen, dass diese hohen Subventionen notwendig sind, da die Volkswirtschaft beider Länder stark durch die Automobilindustrie bestimmt wird. Das heißt, unterstützt man diese Unternehmen nicht aktiv dabei, stehen eine Vielzahl von Jobs auf der Kippe, die eben verloren gehen könnten. Und um da eben Unterstützung zu leisten, diese Jobs zu sichern, aber auch etwaige Strafzahlungen aufgrund der CO2-Flottenwerte zu vermeiden, möchte man diese heimischen Hersteller unterstützen und bringt eben diese Subventionen, Unterstützung, Steueranreize und so weiter auf den Weg, um dann gerade in diesen eh schon fragilen Zeiten verheerende Strafen für die Automobilhersteller bestmöglich zu vermeiden, um dann eben auch nicht nochmal die Wirtschaft von dieser Seite aus zu belasten. Das Ziel war ja eigentlich von Merkel, dass sie bis Ende 2021 rund eine Million elektrifiziert Fahrzeuge auf die deutsche Straße bringen will. Das scheint aktuell nicht so ganz erreichbar. Ende Mai 2020 zu einer Ordnung lagen wir bei knapp über 300.000 Fahrzeugen, die diesem Kriterium entsprechen. Aber warten wir noch ab. Noch haben wir anderthalb Jahre Zeit. Doch warum kommen wir jetzt auf die Idee zu sagen, dass diese Zahl von einer Million Fahrzeuge eben nicht erreicht wird? Ja, da kann man eben davon ausgehen, dass trotz Subventionen und Unterstützung von Seiten der Politik das E-Auto-Volumen 2020 nicht wesentlich ansteigt. Warum ist das so? Das wird zum größten Teil daran liegen, dass eben die etablierten Hersteller wahrscheinlich eine Reihe von Auslieferungen bis 2021 zurückhalten werden, was zu entsprechend langen Lieferzeiten führen wird, aber auch dazu, dass man dann eben auch frühzeitig sich Vorteile für die CO2-Flottenwerten-Vorgaben in 2021 sichern kann. Das haben wir schon Ende 2019 gesehen, wo Fahrzeuge künstlich verlängert wurden von ihrer Auslieferung in 2020 rein, um dann eben da auch einen Vorsprung am Markt zu haben. Und eben diese Reduzierung des Angebots bis 2021 wird den Automobilherstellern helfen, die strengeren CO2-Ziele für das kommende Jahr zu erreichen. Und so war es eben so, dass im vergangenen Monat Skoda beispielsweise die Einstiegsvariante seines Citygo in Deutschland bereits vom Markt genommen hat und bietet nur noch die höherpreisigen Varianten an, einfach um da auch jetzt mit dem gestiegenen Subventionen des Staates nicht einen regelrechten Boom auszulösen. Und ich denke, das wird man auch in anderen Modellen da noch sehen. Bei Mercedes beispielsweise so, dass Smart mittlerweile den Verkauf gestoppt hat für einzelne Modelle. Und ja, das wird sich jetzt Stück für Stück die kommenden Monate noch abzeichnen, gehe ich davon aus. Zumindest umso näher die Hersteller an ihren CO2-Flottsiel für 2020 kommen, umso weniger wird da auch das Angebot auf dem Markt werden. Und gerade diese Verschiebung von Bestellungen aus 2020 in das kommende Jahr ist zum einen natürlich nachvollziehbar, rein von der Erreichung der CO2-Flottenwerte. Zum anderen kann es aber auch zum Nachteil für europäische Hersteller werden, weil wir öffnen uns damit natürlich auch dem Ausland, in dem Fall natürlich chinesischen Automobilherstellern, Startups, alteingesessenen Playern am dortigen Markt, die dann auch leichter in Europa Fuß fassen können, weil die sind erstmal nicht an diese Vorgaben gebunden, und sind dann natürlich interessiert, die Nachfrage der Kunden, die ja keine deutschen, europäischen E-Autos bekommen, dann zu befriedigen. Das gleiche gilt natürlich auch für Tesla, die die steigende Nachfrage dann auch abgreifen könnten, die natürlich aber auch schon den guten Ruf innehaben, den man beispielsweise bei den chinesischen Herstellern noch nicht so kennt. Also es wird ganz spannend dieses Jahr, wo die Reise hingeht. Wir gehen derzeit davon aus, oder gehen da konform mit Matthias Schmidt, dass die CE2-Flottenwerte für 2020 erreicht werden, eventuell mit dem Nachteil, dass zum Jahresende hin halt die Bestellungen ins kommende Jahr geschoben werden, um dort dann eben auch entsprechend vorzubeugen oder vorzubauen für die dort zu erwarteten RC2-Flottenwerte. Und wie du merkst, war das heute eine relativ kurze, komprimierte Folge zu, ja, auch teils politischen Themen, teils Gedankenspielen, die die Automobilhersteller auch im Hinterkopf immer behalten müssen. Ich hoffe, das hat dir einfach einen guten Einblick auf die derzeitige Marktsituation gegeben. Falls du noch Fragen dazu hast, gerne in dem Artikel oder in den Shownotes da nochmal drunter schreiben, was du denn wissen willst. Ansonsten geht auch immer eine Mail raus. Würde mich freuen, wenn du auch nächste Woche wieder einschaltest, wenn es Neuigkeiten aus der Welt der E-Mobilität gibt. Mach's gut, bis dahin. Ciao.