E-Auto-Markt 2025: Mehr Zulassungen und Preissenkungen

Maximilian Huber, Managing Director von e-bility Consulting

In unserer aktuellen Podcast-Folge habe ich mich mit Maximilian Huber, dem Managing Director von e-bility Consulting, über die Entwicklungen und Herausforderungen in der Elektromobilität unterhalten. Max hat uns einen spannenden Einblick in seinen Werdegang und seine langjährige Erfahrung in der Automobilbranche gegeben. Besonders interessant fand ich, wie er seine Erfahrungen von der Strategieentwicklung beim Audi e-tron (mittlerweile Q8 e-tron) bis hin zur Ladeinfrastruktur an den Audi-Werken schilderte. Man merkt schnell, dass er das gesamte Spektrum der Elektromobilität durchdrungen hat, von den E-Autos selbst bis hin zu den Ladelösungen.

Ein zentrales Thema unseres Gesprächs war der aktuelle Stand des E-Automarkts. Max betonte, dass die politisch geführten Debatten um alternative Antriebe wie E-Fuels oft die tatsächliche Entwicklung der Elektromobilität verzerren: „In den Zulassungszahlen sehen wir, dass der Markt stabil ist und wir immer noch über dem Niveau von 2022 liegen – trotz dem Wegfall der Förderung.“ Diese nüchterne Betrachtung zeigt, dass es vor allem darauf ankommt, die Elektromobilität langfristig ohne staatliche Anreize zu etablieren. Und dies sei auch möglich.

Besonders interessant war auch seine Einschätzung zu den kommenden Veränderungen im Markt: „Wir werden nächstes Jahr wieder starke Zunahmen bei den Zulassungen sehen, da die CO₂-Flottenziele verschärft werden.“ Diese Entwicklung wird seiner Meinung nach auch von den Automobilherstellern unterstützt, die wieder verstärkt auf Sonderangebote und Rabattaktionen setzen werden, um den Absatz anzukurbeln. Ein weiterer spannender Punkt war die Diskussion über die Ladeinfrastruktur. Hier sieht Max, dass wir in Deutschland zwar ein relativ gut ausgebautes Schnellladenetz haben, aber im Bereich des AC-Ladens und in ländlichen Regionen noch deutlich Nachholbedarf besteht. Ein besonderes Problem sieht er für Mieter ohne eigenen Stellplatz: „Die öffentliche Ladeinfrastruktur ist teilweise zu teuer und blockiert, was für viele Menschen die Vorteile eines Elektroautos zunichtemacht.“ Auch wenn Lösungen wie bidirektionales Laden als vielversprechend gelten, profitieren derzeit hauptsächlich Eigenheimbesitzer davon.

Im Gespräch wurde ebenfalls klar, dass der SUV-Trend in der Elektromobilität vor allem durch technische Gegebenheiten wie das Batterie-Packaging angetrieben wurde. Trotzdem wird es in Zukunft vermehrt kleinere und erschwinglichere E-Autos geben, wie wir auch schon auf dem Pariser Automobilsalon sehen konnten. Alles in allem war es ein äußerst informatives Gespräch mit vielen wertvollen Einblicken in die gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungen der E-Mobilität. Nun aber genug der Vorworte lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr. Servus und herzlich willkommen bei einem neuen Folge des Elektroauto-News-Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. Wenn es mal wieder um das Thema E-Mobilität geht, wie sollte es auch anders sein? In der aktuellen Folge habe ich Maximilian Huber zu Gast, Managing Director, Der Beratungsagentur e-bility Consulting und man widmet sich da auch dem Thema E-Mobilität natürlich im Bereich der ganzheitlichen Betrachtung vom Fahrzeug kommt über die Ladeinfrastruktur bis hin zu dem Rahmen, der gespannt werden muss, dass E-Mobilität funktioniert, bietet Max Unterstützung an, Beratung an und hilft dabei Unternehmen E-Mobilität ganzheitlich zu begreifen. Da kommt ihm auch seine Vergangenheit bei Audi zugute sozusagen, wo er beim ersten Audi Q8 e-tron, wie er mittlerweile heißt, mit am Start war und unterstützt hat. Wir tauchen nun direkt ein ins Gespräch mit Max. Viel Freude damit.

  2. Sebastian:

    Hi Max, willkommen im Elektroauto News 100 Podcast. Ich freue mich, dass du heute mit am Start bist, wenn wir so einen Blick auf die aktuelle Entwicklung im Markt der E-Mobilität werfen. Bevor wir da allerdings einsteigen, damit wir auch ein bisschen wissen, warum du Ahnung von E-Mobilität hast, stell dich gerne mal selbst vor und auch das Unternehmen, für das du tätig bist oder was du eben gerade im Bereich E-Mobilität machst.

  3. Maximilian Huber:

    Hallo Sebastian, erstmal danke, dass ich heute hier sein darf und du mich eingeladen hast. Ja, ganz kurz. Und auch ein bisschen einen Blick in die Regionen USA und auch China oder China, wie man hier in Bayern sagt. Also zum Hintergrund, ich habe in den USA eine Diplomarbeit geschrieben über die Entstehung des SUV-Trends. War ganz spannend. Das war so ein bisschen mein Einstieg in die Automobilwelt. Ich bin danach dann auch im Audi-Konzern geblieben eine ganze Weile. Habe dort sprich so ein bisschen die Planung gemacht, wie Käuferstrukturen sich auf bestimmte Segmente verteilen, was für demografische Eigenschaften sie haben, welche Wandlungen sie haben müssen, also sprich Gehaltssprünge, um quasi von einem Segment zum nächsten zu springen. Das war alles, ich sage mal, Groundwork. Danach fünf Jahre Produktmarketing, wo es dann eben ganz klar auf die Kundenanforderungen Verständnis gab, Kliniken durchgeführt und solche Themen. Und danach fünf Jahre Produktmanagement, wo ich selber als Projektleiter Fahrzeuge marktreif gebracht habe mit allen verschiedenen Bereichen des Unternehmens, die es so braucht. Dann bin ich drei Jahre in die USA gegangen, habe die e-tron-Strategie für den nordamerikanischen Markt entwickelt, aus der auch der erste Audi e-tron, der jetzt Q8 e-tron heißt, herausentwickelt wurde. Sprich, als Portfolio-Manager nimmst du halt die gesamte Kundenanforderung auf, entwickelst das Package in dem Sinne, dass du sagst, Preis, Größe, Reichweiten, Verbräuche und so weiter, was man halt alles aus Kundenanforderungen Informationen braucht, um es der Entwicklung zu übergeben, die dann ein Auto daraus entwickelt, in diversen Jahren. Bin dann von USA, aus USA zurück und habe mich dann um das Ladethema gekümmert. Das heißt, ich habe die Ladeinfrastruktur an den Audi-Werken entwickelt, als Profit-Center, hatte dort ein kleines Team, gibt auch eine große Presse- Ich bin dann mit einem M&A-Prozess mit einem Backend an Bord und 1200 installierten Ladepunkten von Audi weggewechselt zu genau diesem Backend-Provider, habe dann dort zwei Jahre das Backend gestartet. Customer Service Thema weiterentwickelt. Ja, dann ist der Backend-Anbieter verkauft worden nach Amerika und seit gut zwei Jahren bin ich jetzt selbstständiger Berater im gesamten Umfeld der Elektromobilität, weil ich immer wieder feststelle, es gibt zwar viele Menschen, Menschen, die Einzelaspekte wie die Ladeinfrastruktur, wie das Elektroauto kennen, aber sie kennen wenig die Probleme der Kette von A bis Z. Und das sehe ich auch so ein bisschen als meinen Mehrwert, dass ich eben von der Pike, also sprich vom Aufstieg, detailliertes Wissen habe.

  4. Sebastian:

    Das hört sich auf jeden Fall stark danach an, das muss man sagen. Jetzt hat man natürlich ein Thema, viel Budget gibt es heutzutage am Markt nicht mehr so gefühlt, also Startler hat da nicht mehr die Taschen geöffnet natürlich oder seine Nachfolger sozusagen, da hat man ja ganz andere Thematik, gerade im Bereich der E-Autos und da vielleicht auch mal direkt den Blick auf den Markt. Du hast es beobachtet, du kennst dich mit Käufergruppen aus, du hast es vorhin gesagt, auch mit den Käufersegmentierungen sozusagen, da findet ja einiges an Verschiebungen statt, hat stattgefunden. Wie schätzt du jetzt den aktuellen E-Automarkt ein? In Deutschland, laut deutschen Medien, ist ein totaler Abgesang auf die E-Mobilität vorhanden. Hier heißt es E-Fuels, HVO, Wasserstoff, schlag mich tot. Aber E-Autos in dem Sinne würden gar nicht mehr funktionieren. Jetzt blickst du mal überall anders hin, außerhalb von Deutschland und da steigen die Verkaufszahlen weiter, E-Autos sind gesetzt, es geht weiter, es wird überhaupt nicht diskutiert. Was ist deine Einschätzung als Insider aus der Branche heraus?

  5. Maximilian Huber:

    Also ich denke, man muss vor allen Dingen klar trennen die politische Diskussion um die E-Mobilität, E-Fuels, HVO und so weiter. Und nicht nur die politische, sondern auch das, was in der Presse bei den Journalisten teils passiert. geschrieben und diskutiert wird und die Realität. Die Realität sieht man eigentlich in den Zulassungszahlen und ja, die Zulassungszahlen sind gegenüber dem letzten Jahr natürlich gesunken, wobei wir aber eben im letzten Jahr auch noch die Förderungszahlen, Fahrzeuge etwas ausgelaufen. Das heißt, wenn man sich die Statistik, die Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes anschaut, sieht man gewisse Peaks, man sieht aber auch gewisse Tendenzen und die Tendenz ist, dass wir aktuell auf einem Niveau von 2022 sehr gut knapp drüber liegen. Das heißt, wir sind in einem guten sehr, sehr am Anfang der Elektromobilität stehen. Und wenn man mal die Elektromobilität vergleicht oder den Hochlauf der Elektromobilität aktuell vergleicht zum Hochlauf des Dann haben wir hier einen Rocket Start hingelegt, muss man einfach mal so sagen. Und wir haben diesen natürlich auch hingelegt aufgrund der Förderung. In vielen anderen Ländern ist noch viel Förderung oder es wird mit Regulatorik ein wenig geschoben in China mit den Zulassungsrestriktionen auf Verbrenner oder sonstige Themen. Und... Es kommt noch ein großer zweiter Faktor ins Spiel. Die Förderung ist das eine. Das andere ist, dass natürlich die Autohersteller in einer Situation sind, wo sie im Bereich der CO2-Flotten-Emissionsgrenzwerte dieses Jahr ihre Zielwerte noch leicht erfüllen. Die Zielwerte dieses Jahr sind die gleichen wie 2021. Und wir werden, und wir sehen es jetzt gerade schon mit den Preissenkungen im Hause VW, wir werden im nächsten Jahr wieder sehr starke Wettbewerbe, Maßnahmen sehen. Das heißt, das, was eigentlich über Jahrzehnte Usus war bei den Verbrennern, immer dann Abverkäufe zu machen, wenn neue Abgasgesetzgebungen kamen oder sonstige Maßnahmen zur Absatzsteigerung, dann gibt es entweder Sonderleasing-Maßnahmen, es gibt Sondermodelle mit rabattierten Sonderausstattungen, die dann attraktiv wurden oder es gibt direkt Händlerrabatte, die ausgesprochen wurden. Oder, das ist die eher schwierigere Maßnahme, die aber auch häufig durchgeführt wird, die Autovermieter haben sehr hohe Rabatte bekommen, teilweise höher als die Händler selber und die mussten dann sehr viele Autos abnehmen oder haben sie dann gerne abgenommen, weil Viele Autovermieter haben ja als Geschäftsmodell eher die Gebrauchtwagenvermarktung, weil sie hohe Rabatte für die Neuwagen haben. Das sind so ein bisschen die Komponenten und wenn man das alles mal in ein nivelliertes Licht rückt, dann sieht man, dass die Elektromobilität gar nicht schlecht ist. nicht auf ein Niveau runtergefallen, wo man sagen kann, man könnte jetzt das Abgesangslied singen. Wir werden nächstes Jahr auch wieder ganz starke Zunahmen in den Zulassungen sehen. Ich schreibe dazu auch gerade eine Studie, die wird jetzt Ende Oktober dann auch verfügbar sein. Da kann man das dann auch nachlesen, wie sich das Ganze zusammensetzt, mal im Detail. So viel Zeit haben wir ja heute nicht.

  6. Sebastian:

    Nee, für die Studie wahrscheinlich viel zu kurz hier, um die dann eben ausführlich zu betrachten. Aber wir greifen die gerne bei uns mal im Portal auf und berichten natürlich auch drüber. Weil das ist bestimmt sehr spannend, diese Eindrücke auch da zu teilen. Und du hast es ganz gut auf den Punkt gebracht, meiner Meinung nach. Der Zeitraum ist immer das Thema. Weil gefühlt will man schon... komplett auf ihr Auto umgestiegen sein, aber wir haben jetzt gerade mal 6, 7, 8 Jahre vielleicht mit Nachdruck, wo das Thema mal präsenter wird hinter uns und der Verbrenner, ja, der hat schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel und hat ja auch entsprechend gebraucht, bis er dort ist, wo er aktuell steht von den absoluten Verkaufszahlen, also eventuell muss man da auch einfach ein Stück weit Zeit geben, ab nächstem Jahr, du hast gesagt, CO2-Flottenwerte werden verschärft, Da wird wieder ein Push in den Markt reinkommen von den Herstellern her, man sieht es aktuell. Ich war gerade im Vorfeld des Automobilsalons in Paris unterwegs und habe da schon wieder neue Modelle gesehen, wo ich dachte, okay, da wird sich einiges bewegen im kommenden Jahr, ganz klar und eben nicht nur im Bereich Automobil. der typischen E-SUVs, sondern auch in dem relevanteren Bereich Kleinwagen, Mittelklasse, wo auch leistbare E-Mobilität eben vorhanden ist. Für mich, weil du eben vorhin auch deine Arbeit, genau, das wird definitiv spannend und weil du auch deine Arbeit da in diesem SUV-Trendbereich sozusagen erwähnt hast, Wie kommt denn das da dazu? Weil jeder beschwert sich gefühlt bei unseren LeserInnen, oh SUVs, es kommen immer nur E-SUVs auf die Straße, wir brauchen was anderes. Auf der anderen Seite würden die Hersteller die ja auch nicht verkaufen, wenn der Markt nicht danach fragen würde. Also irgendwie entsteht da auch immer so eine Spirale in die eine oder andere Richtung. Vielleicht kannst du das auch noch ein Stück weit einordnen.

  7. Maximilian Huber:

    Ja, dann kann ich meine Diplomarbeit von vor über 20 Jahren hier anbringen. Also tatsächlich ist das eine sehr interessante geschichtliche Entwicklung mit den SUVs. Also ganz grob gesagt, im Detail erinnere ich mich jetzt nicht mehr an die ganzen Ausarbeitungen, aber ganz grob gesagt war es so, dass es das zur Zeit der... haben sich viele Jugendliche von den Fahrzeugen ihrer Eltern, das waren eher so die Station Wagons, die man so auch aus den alten amerikanischen Filmen sieht mit der Holzbeplankung an der Seite, die wollten sich differenzieren, die wollten sehr aktiv ihr Freizeitleben durchführen und die haben sich den Kick-Off geleistet oder den Anfang gemacht. Dann gab es den Cherokee, den Jeep Cherokee, der erste viertürige SUV eigentlich in dem Bereich, der sehr erfolgreich war, der ja dann auch in Europa eingeführt wurde und gar nicht so schlecht lief. Und das war so ein bisschen der Start für die SUVs, das Freizeiten, ich will mehr nach draußen, Ich will mich auch so ein bisschen von meinen Eltern differenzieren mit dem Station Wagon, also mit den Kombis. Wir hatten ja auch hier in Deutschland eine Phase mit dieser Werbung. Wer war denn das? Irgendeine Bausparkasse zum Thema. Später will ich auch mal Spießer werden. Das ist so ein bisschen das Image. Das wollten die jungen Leute weg haben im ersten Zuge. Und dadurch ist der SUV-Trend gekommen. Der wichtige Faktor, auch sehr spannend zu betrachten ist, die meisten SUV-Käufer kamen nicht aus einem Kombifahrzeug, sondern sie kommen aus einer Limousine, weil sie tatsächlich den SUV eher als sportlich sehen sage ich jetzt mal. Die nehmen dann im Zweifel lieber eine Dachbox nach oben drauf, um die Höhe für den Urlaub zu bekommen. Und von daher ist das so eine Sache. Ein Ergebnis meiner Diplomarbeit war damals auch, dass die Audi hatte ja damals den Audi Allroad, hat den dann quasi beschlossen abzusetzen, als der erste Q7 auf den Markt kam. Und ich habe dann klar gesagt, Leute, der Allroad-Käufer ist kein Q7-Käufer. Wenn ihr den Allroad abschaltet, ihr werdet die Käufer verlieren. Die gehen dann in einen Volvo Cross Country oder sowas. Das ist das einzige Alternativfahrzeug, was es damals gab. Und dann hat Audi den Allroad wiederbelebt, nicht ganz so technisch versiert mit Untersetzungsgetrieben und so, aber er war ein sehr erfolgreiches Modell geworden oder ist es heute noch. Und so sieht man eigentlich, dass die Kundenstrukturen, die muss man sich tatsächlich angucken und das sehen wir in der Elektromobilität auch. Wir sehen in der Elektromobilität, Genau das gleiche Szenario wie im Standardverbrenner. Also der SUV ist King. Der SUV hatte aber noch einen zweiten, ja, mehr oder weniger Entscheidungsfaktor oder Entscheidungsgrundlage, weshalb er zuerst für die Elektromobilität ausgewählt wurde, und zwar das Batterie-Package. 25 cm Höhe. Und wenn du noch den ersten Model S in Erinnerung hast, das ist heute, ich weiß nicht mehr, wir haben ja schon lange nicht mehr in den Model S gesessen. wenig Fußfreiheit. Das heißt, du kannst nicht ordentlich sitzen, weil das Batterie-Package dir Fußraum wegnimmt. Und das war der Grund, weshalb man halt ausgewählt hat, dass man E-Autos erstmal in einem SUV darstellt, weil du hier das Package angenehmer unterbringen kannst, um trotzdem Sitzkomfort auf der Rückbank beizubehalten. Das ist so ein bisschen der Grund, weshalb die SUVs tatsächlich im SUV, im die ersten waren, die zumindest von vielen Herstellern umgesetzt wurden. Model S mal abgesehen, Leaf und so weiter mal abgesehen, solche Fahrzeuge. Aber in der Serie der MEB-Paukasten von VW oder auch ein i3, das war ja eher ein hochgebocktes Auto von BMW. Auch Mercedes hat ja mit der B-Klasse Electric erstmal ein halbhohes Segment bedient und das war alles der Batterie geschuldet. Jetzt mit den Rundzellen und mit neuen Batterietechniken, PPE-Plattformen von Audi und Porsche sowie die neue Klasse von BMW, auch der i3, aber die haben Einschränkungen, auch von der Batteriegröße i3, i5, Entschuldigung, i4, i5. Da ist das mit der Beinfreiheit, ich habe mir tatsächlich so irgendwas genau gemacht, um hier die Sitzpositionen zu optimieren. Sie haben aber auch nicht die 100 Kilowattstunden-Batterien wie andere Fahrzeuge, sind bei Mitte 80 ja quasi begrenzt in der maximalen Ausbaustufe. Die neue Klasse wird da sicher andere Lösungen bieten. Ich bin gespannt auf das Plattform-Layout. Die PPE hat das schon gemacht und Rundzellen bieten auch andere Optionen. Das heißt, Tesla ist auch besser geworden im Sitzkomfort hinten. Aber eben noch nicht so. Also PKWs sind, wie der ID.7 zum Beispiel, trotzdem ein bisschen höher in der Fahrzeughöhe wie die klassischen Verbrenner-PKWs.

  8. Sebastian:

    Vielen Dank, dass du nochmal ein Stück weit in deine Doktorarbeit oder in deine Studienarbeit eingetaucht bist sozusagen. Das ist ganz gut, um das nachvollziehen zu können und vor allem auch der Hinweis eben, warum man mit E-SUVs vor allem gestartet ist, mit der Batteriegröße, das ist nachvollziehbar. Das Thema hat man ja heute auch noch, wie du sagst, wenn man andere Chemien, Formate und so weiter einsetzt, muss man das Fahrzeug oder die Plattform jeweils darauf anpassen oder optimieren. Das haben wir eben auch gerade im Vorfeld vom Pariser Autosalon nochmal gesehen.

  9. Maximilian Huber:

    Du bist bei den Pouchzellen und den prismatischen Zellen, bist du einfach mit der Größe eingeschränkt. Die Rundzellen haben da andere Optionen, aber die Pouch- und prismatischen Zellen sind da etwas schwieriger im Verstecken oder im Package optimieren.

  10. Sebastian:

    Und jetzt um den Bogen zu schlagen, weil wir auch schon wieder hier 18 Minuten im Podcast drin sind, wir könnten uns wie gesagt stundenlang unterhalten, aber ich weiß, die ZuhörerInnen springen irgendwann ab, würde ich nach E-Mobilität, SUV, auch noch das Thema Ladeinfrastruktur jetzt mit aufgreifen, weil das ja auch essentiell dafür ist, dass E-Autos fortan genutzt werden, verstärkt auf die Straße kommen. Hast du da eine Meinung dazu? Wie ist da unser Stand hier in Deutschland, Europa? Sind wir da auf gutem Weg oder muss da auch mehr Druck vielleicht durch Regulation auf den Markt gebracht werden oder in den Markt gebracht werden, besser gesagt?

  11. Maximilian Huber:

    Also ich denke, es gibt drei Faktoren an der Stelle. Ich glaube, da gibt es nur noch wenige Orte, wo man tatsächlich auf Probleme stößt und weit und breit gar nichts findet. Es ist im Bereich des AC-Ladens oder des ländlichen Bereichs. einfach, weil nicht alle Gemeinden den gleichen Drive haben, die Elektromobilität zu fördern und Ladeinfrastruktur aufzubauen. Das liest man immer wieder. In meinem Ort gibt es nur ein, zwei AC-Ladesäulen. Teilweise gehen die nicht, teilweise sind sie blockiert oder einfach zu teuer. Ich wohne hier im Münchner Osten. Wir haben ja beispielsweise die Energie Südbayern, die jetzt ein wahnsinnig tolles Angebot für ihre im Umkreis wohnhafte E-Mobilitätsklientel haben, mit 29 Cent über Nachtladen. Das ist wirklich genial. Ich nutze das auch selber. Und du hast aber, wie gesagt, wenn du nach Italien fährst oder in andere Urlaubsländer, sage ich es jetzt mal, Bist du noch nicht so weit wie in Holland, in Deutschland, in Dänemark und in den Nordics generell? Also das mal zum Thema Schnellladen unterwegs. Im Bereich AC-Laden, wie gesagt, die Situation, dass es regional sehr unterschiedlich ist. Je nachdem, wie die Gemeinden oder Städte das treiben. Wir haben aber ein massives Problem. Und das massive Problem, was ich sehe, was aktuell ungelöst ist, ich habe zwei Lösungen im Kopf, die kosten aber Geld und da muss man dann Investoren finden. Das Problem sind die Mieter. Die Mieter in den Städten oder auch Gemeinden, kleinere Gemeinden, in Mehrfamilienhäusern ohne Stellplatz. Wenn ich dann keine gute öffentliche Ladeinfrastruktur habe, dann ist es einfach schwierig unter den aktuellen Preisgesichtspunkten einen Benefit für die Elektromobilität gegenüber dem Verbrenner zu sehen. Wenn ich öffentlich für 59, 69, 89 oder sogar noch mehr Cent laden muss, dann ist einfach der Case nicht da. Und dann macht Elektromobilität einfach keinen Spaß. Teurer sollte es nämlich nicht sein. Die Leute haben mit Inflation, Corona und so weiter Maßnahmen... oder durch Corona, durch Ukraine-Krieg genug finanzielle Sorgen, gerade in den Bereichen, wo sie eben nicht Eigenheimbesitzer sind, einen eigenen Stellplatz haben, eine eigene Wallbox haben, eine eigene PV-Anlage haben, alles das, wo du ja auch hin willst, wo eigentlich jeder hin will, aber eben ist nicht jeder... die Möglichkeiten hat, hinzukommen. Und in diesem Bereich haben wir einfach momentan noch keine vernünftige Lösung, zumindest keine überregional oder nationale Lösung. Wir brauchen hier definitiv auch von der NOW mehr Anstrengungen in diesem Bereich, die Menschen zu unterstützen. Und der zweite oder der letzte große Punkt, im Prinzip das i-Tüpfelchen, man sagt ja immer, bidirektionales Laden ist der Bringer, der Durchbruch für die Elektromobilität. Ja, das ist aber auch nur ein Thema, was die Menschen mit Eigenheimen, wo die einen Benefit von haben. Und wenn Mobility House sagt, man kann fast umsonst Auto fahren, dann gilt es halt wieder nur für die, die ein Eigenheim haben. Und wir müssen Lösungen finden, die eben auch die Menschen, die nicht in einem Eigenheim oder die vielleicht ein eigenes Apartment haben in der Großstadt, aber dann keinen eigenen Stellplatz haben, die müssen auch von sowas profitieren können. Und dafür brauchen wir Lösungen. Ansonsten haben wir, wie heute auch, nur nicht groß diskutiert, diese Zweiklassengesellschaft. Und da müssen wir von weg.

  12. Sebastian:

    Das stimmt. Also kann man nicht mehr dazu sagen, muss man glaube ich nicht mehr dazu sagen. Hast du gut auf den Punkt gebracht. Ich glaube, wir haben einen ganz guten Rundumschlag hier in knapp 23 Minuten auf die Kette gebracht. Wie gesagt, ich würde dich gerne wieder hier bei unserem Podcast sehen, weil du hast viel zu erzählen. Du bringst viel Erfahrung mit, viele Erkenntnisse. Und vielleicht hören wir dann das nächste Mal von einer oder zwei deiner Lösungen, falls der eine oder andere darauf angesprungen ist sozusagen. Vielen Dank für deine Zeit, Max.

  13. Maximilian Huber:

    Sehr gerne, Sebastian. Ich freue mich aufs nächste Mal.

  14. Intro:

    Das waren auch spannende Einblicke, die wir hier von Max bekommen haben auf den E-Mobilitätsmarkt, klar der Infrastruktur und wohin die Reise in den nächsten Jahren geht. Und wie schon im Podcast selbst angesprochen, Max war nicht zum letzten Mal bei uns zu Gast und er wird wieder vorbeischauen. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut, bis demnächst. Ciao.