E-TECH Hybrid und Plug-In-Hybrid im Visier von Renault

Nils Rohwer, verantwortlich für das Produktmarketing des Renault Clio, als auch der Hybridisierungsoffensive E-TECH bei Renault, hat sich mit uns über die E-Mobilitätsoffensive bei Renault unterhalten. Welche sich bekanntermaßen nicht nur durch den Stromer Renault ZOE, den angekündigten Twingo Z.E. und den Twizy zeigt, sondern eben auch durch die ersten drei E-TECH-Modelle der Marke.

Was sich dahinter genau verbirgt, welchen Absatz man für 2020 und die Folgejahre erhofft/ erwartet und wie wohl der Markt auf den Elektrifizierungsansatz ansprechen wird, dass haben wir versucht gemeinsam zu erläutern. Hör gerne rein.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns rund um die E-Mobilität mit verschiedensten Themen beschäftigen. Diese Woche im Fokus haben wir die E-Tech-Modelle von Renault. Was verbirgt sich dahinter? Renault ist den nächsten Schritt gegangen in der Elektrifizierungsoffensive der Marke und bringt jetzt nach dem Zoe, nach dem angekündigten Twingo, als auch dem Twizy weitere E-Fahrzeuge oder zumindest teilelektrifizierte Fahrzeuge auf die Straße. Um genau zu sein, ein Hybrid in Form des Clio E-Tech sowie den Captur und Megane als E-Tech Plug-in-Hybriden. Vor gut einer Woche konnte ich mir die Fahrzeuge in Brühl bei Köln schon anschauen, im Werk oder im dortigen Niederlassung von Renault. Habe jetzt aber auch nochmal ein Gespräch geführt mit Nils Rohwer, der bei Renault Deutschland verantwortlich ist für das Produktmarketing des Clio im Insbesondere, aber auch für die Hybridisierung verschiedenster Modelle, eben auch der E-Tech-Modelle. Wir haben uns gemeinsam darüber unterhalten, was sich hinter E-Tech verbirgt, was wir erwarten können, was die Fahrzeuge für Vorteile mit sich bringen, wie der Kunde im Alltag davon profitieren kann sozusagen und wo denn die Reise hingeht schlussendlich für Renault, wie man sich da breiter aufstellt und eben nicht nur auf das Flaggschiff der Elektrifizierungsoffensive den Renault Zoe baut. sondern eben auch verschiedenste Modelle auf die Straße bringen will. Drei Stück in diesem Jahr, in den kommenden Jahren sollen dann natürlich weitere Modelle folgen, teils als Hybrid, teilweise als Plug-in-Hybrid. Aber das wird Herr Rohwer selbst erzählen im Interview oder im Gespräch mit mir. Ich bin mir sicher, es sind einige interessante Punkte für dich mit dabei. Ich würde jetzt auch einfach direkt übergeben in das Interview, vorab aber nochmal die Info. Bei der Aufnahme gab es leider die eine oder andere Störung. Sollte man eigentlich nicht hören, falls doch, bitte drüber hinwegsehen. Es geht um den Inhalt. Vielen Dank, Herr Ruber. Das ist jetzt Zeit für ein Gespräch über Renaults Technologie sowie die ersten Modelle neben. Können Sie uns vielleicht zunächst verraten, welche Rolle Sie bei Renault besetzen?

  3. Nils Rohwer:

    Ja, dann erstmal guten Morgen oder Hallo, Herr Henssler. Ja, ich hätte erstmal zunächst zu danken für die Einladung. Also die Zeit nehme ich mir natürlich gern, weil das ein sehr spannendes Thema ist, weil ich auch gerne begleite. Mein Name ist Nils Rohwer, ich bin 32 Jahre alt. oder Jung, je nachdem. Ich arbeite bei Renault Deutschland im Produktmarketing und ich bin ursächlich verantwortlich für im Prinzip alle Themen zum Renault Clio, aber auch zum Renault Kangoo Pkw, sowie darüber hinaus zu diversen transversalen Produktthemen, wie jetzt unter anderem die Hybridisierung unserer Volumenmodelle, also das Thema E-Tech, was Sie ja gerade schon angesprochen haben.

  4. Sebastian:

    Okay, da haben wir ja quasi direkt den Experten am Apparat, wenn es jetzt um E-Tech geht. Und es war ja so, dass ich vor gut einer Woche bei euch in Brühl bei Köln unterwegs war und durfte mir da anschauen, dass ihr eben doch mehr könnt, in Anführungsstrichen, als nur den Zoe, den man doch immer sehr stark präsent in den Medien sieht, als Zeichen der Elektrifizierung bei euren Fahrzeugen. Aber eben das Thema E-Tech kommt jetzt auf, die Hybridisierung der eigenen Modelle, sowohl Hybrid als auch Plug-in-Hybrid. Vielleicht können Sie sich mal kurz die Zeit nehmen und unseren Hörern erklären, was sich hinter der Renault e-Tec-Technologie eben verbirgt, was wir uns darunter vorstellen können.

  5. Nils Rohwer:

    Sehr gerne. Also Sie haben es ja gerade schon gesagt, wir können Elektrifizierung bereits, im Speziellen mit dem Zoe, das im Prinzip einer unserer wichtigsten Elektrifizierungstechnologieträger ist. Der Zoe ist die vergangenen Jahre im Prinzip immer meistverkauftes Elektroauto Deutschlands gewesen. Auch dieses Jahr sind wir da wieder auf einem sehr guten Weg. Allein jetzt im Juli haben wir bereits über 3.500 Kaufanträge für das Auto. Also das ist eine Technologie, das ist etwas, was wir sehr gut können und wo wir uns auch sehr sicher und sehr wohl fühlen. Und jetzt ist einfach die Idee gewesen, der Automarkt verschiebt sich. Also weg von den thermischen Fahrzeugen hin zu den elektrifizierten Fahrzeugen. Also im Speziellen jetzt reine Elektroautos, aber auch Hybridfahrzeuge bzw. Plug-in-Hybridfahrzeuge. Wir stellen fest, dass es extrem große Wachstumsraten gibt. Wenn man jetzt einfach nur mal fünf Jahre zurückschaut, bewegen wir uns im hohen dreistelligen Bereich, was Wachstumsraten angeht, im Bereich der Hybridtechnik bzw. der Plug-in-Hybridtechnik. Und Wir haben uns das jetzt zu Herzen genommen. Wie gesagt, Vollelektro können wir bereits. Jetzt möchten wir auch bei den Themen Plug-in und normaler Hybrid oder Vollhybrid ganz vorne mitspielen und haben dafür das Label E-Tech gegründet. E-Tech ist Geht sich im Prinzip, wie gesagt, als Label. Das dient so ein bisschen als Überbegriff für die Elektrifizierung bzw. Hybridisierung unserer bislang thermischen Modelle. Jetzt zum Start geht es hierbei um den Renault Clio, um den Renault Captur und den Renault Megane Contour. Das sind die Autos, die jetzt unter E-Tech-Flagge gelauncht wurden.

  6. Sebastian:

    Genau, richtig. Also die durfte ich ja auch in Brühl dann schon selbst kennenlernen, auch Probe fahren. Warum habt ihr euch für die drei Modelle entschieden?

  7. Nils Rohwer:

    Ja, also das war eine ganz bewusste Entscheidung. Wir wollten nicht in einer Nische unterwegs sein. Also wir wollten sofort das Herzstück unserer Modellpalette. Das sind nämlich genau Clio, Captur, Megane. Neben dem Zoe, muss ich noch dazu sagen. Das ist unsere Cœur de Gamme, sagen wir bei Renault immer. Also wirklich das Herzstück unserer Modellpalette. Wir haben uns bewusst für diese Modelle entschieden, weil wir einfach... wollen, dass diese Technologie da angeboten wird, wo sich der Neuwagenkäufer auch auffällt. Das heißt also bei kleinen und Kompaktwagen, da wo die meisten Autos verkauft werden. Und das zweite Ziel, was hier natürlich ist, die Technik soll auch erschwinglich sein. Wir wollen uns jetzt bewusst nicht irgendwo, wie gesagt, in einer Nische bewegen, sondern tatsächlich da, wo der Kunde das auch erfahren kann und auch erfüllen kann.

  8. Sebastian:

    Okay, leuchtet ja auf jeden Fall ein, der Ansatz. Und auch vollkommen nachvollziehbar, dass man da eben in einem, ja, Nischensegment in Anführungsstrichen dann startet, wo man auch einen entsprechenden Absatz generieren kann. Zum Thema Absatz habt ihr im Rahmen der Pressekonferenz eben auch mitgeteilt, dass ihr im vergangenen Jahr von diesen drei Modellen, die da jetzt eben hybridisiert, beziehungsweise mit den Plug-in-Hybriden versehen werden, rund 65.000 Fahrzeuge verkauft habt. Jetzt haben wir, 2020 sind wir mit der Corona-Pandemie gestartet, die das Ganze wahrscheinlich ein bisschen durcheinander macht. gewürfelt hat sozusagen. Können Sie dennoch eine Aussage treffen, wo die Reise dieses Jahr hingehen soll und welchen Anteil man sich dann eben auch an den E-Tech-Varianten quasi an diesem Absatz erhofft, sozusagen für 2020 und für die Folgejahre?

  9. Nils Rohwer:

    Ja, also 2020 ist ein spezielles Jahr, deswegen ist es immer schwer mit Zahlen zu formulieren. Grundsätzlich, wie Sie richtig gesagt haben, haben wir 2019 mehr als 65.000 Fahrzeuge nur von diesen drei Modellen verkauft. Das ist also, wie gesagt, ein ein ganz wichtiger, ein ganz großer Anteil unseres Gesamtverkaufs. 2020 sehen wir es trotz oder gerade auch wegen der Covid-19 dennoch als ein sehr wichtiges Jahr für diese drei Modelle, denn alle drei Fahrzeuge wurden jetzt runderneuert. Der Clio hatte vergangenes Jahr im September, also ist noch gar nicht so lange her, noch kein Jahr, hatte er als Marktstart, als komplett runderneuertes Modell, Da ist nichts gleichgegeben im Vergleich zum Vorgänger, außer dass er optisch ihm natürlich noch sehr stark ähnelt, weil es ein sehr schönes Auto ist. Aber es ist ein komplett neues Fahrzeug. Beim Captur ist es genauso. Da haben wir im Januar erst Marktstart gehabt. Und der Megane hat im Prinzip just in diesem Moment gerade seine Runderneuerung. Das heißt, er bekommt einen Facelift und er wird seinen offiziellen Marktstart im September, also jetzt in zwei Monaten, haben. Man kann die Autos aber auch jetzt schon bestellen. Das kann ich schon mal dazu sagen. Vergangenes Jahr sind wir in die Planung gegangen beim Thema E-Tech, welchen Mix können wir erwarten für diese Fahrzeuge. Grundsätzlich war unsere Idee ursprünglich, dass so circa jeder vierte bis fünfte Clio, Captur und Megane, machen wir keinen Unterschied, ein E-Tech sein soll, also ein Hybrid oder Plug-in-Hybrid, also 20 bis 25 Prozent Mix. Nun haben wir jetzt per 1. Juli das erweiterte Konjunkturpaket, welches im Speziellen die Plug-in-Fahrzeuge noch stärker fördert. Dementsprechend sehen wir das Potenzial, dass es eine leichte Mixverschiebung gibt vom Clio zugunsten des Captur. Aber das wird alles... dadurch, dass es doch zwei unterschiedliche Fahrzeugkonzepte sind. Wir sehen also weiterhin irgendwo einen Bereich zwischen 25 und 30 Prozent Mix bei den Plug-in-Hybriden. Und für den Vollhybriden, da müssen wir jetzt einfach Kaufanträge und Marktdaten sehr genau beobachten. Aber wir sind auch hier weiterhin guter Dinge, da, wie gesagt, das Fahrzeug eine andere Gattung ist und auch die Technologie eine andere ist.

  10. Sebastian:

    Das hört sich darüber schon mal sehr positiv an. Da können wir daumen drücken, dass da die Elektrifizierung auch am Markt greift und dass es auch so angeboten wird.

  11. Nils Rohwer:

    Ja, also das erste Feedback, was wir so von unseren Händlern bekommen, ist sehr positiv. Also die schreien im Prinzip nach Fahrzeugen und das nehmen wir uns natürlich zu Herzen und versuchen auch so viel wie möglich zu produzieren.

  12. Sebastian:

    Das ist gut. Da vielleicht kurz eingehakt, das heißt, ihr liefert ja jetzt auch aktuell, waren ja schon Fahrzeuge auf dem Weg zum Händler. Der Megane startet im Herbst. Vielleicht können Sie da kurz das Ganze noch einordnen, ab wann denn auch der Kunde da sein Fahrzeug bekommen kann oder könnte, wenn er dann so ein E-Tech-Modell kaufen möchte.

  13. Nils Rohwer:

    Also wir sind gerade exakt in der Phase, wo Kio und Captur im Handel ankommen. Also das ist immer ein Zeitraum über mehrere Wochen, wo Autos angeliefert werden. Aber ein Großteil der Fahrzeuge steht bereits bei uns im Händlernetz, im Renault-Händlernetz. Und ein weiteres Stück wird in den kommenden Wochen geliefert. Bei Megane sieht es so aus, dass die ersten Autos im September kommen werden. Das ist also im Prinzip, wir haben Werkferien bei Renault im August und im Anschluss an die Werkferien werden die Autos dann auch ausgeliefert, sodass wir im September, da planen wir aktuell einen großen Renault-Tag im Händlernetz, dass wir da dann auch alle drei Fahrzeuge zur Verfügung haben und dem Kunden zeigen können und dieser die dann auch Probe fahren kann.

  14. Sebastian:

    Okay, das hört sich doch gut an. Also in greifbarer Nähe sozusagen.

  15. Nils Rohwer:

    Ja, also auch jetzt kann man theoretisch bei manchen Händlern bereits die ersten Fahrzeuge anschauen und gegebenenfalls sogar schon fahren.

  16. Sebastian:

    Okay, schön. Zieh mal anschauen. Gute Überleitung oder einigermaßen gute für mich jetzt. Ich wollte nämlich noch darauf eingehen, was gibt es denn noch für Unterschiede von den Plug-in-Hybrid-Modellen zu den Verbrennern? Möchte da vielleicht in Richtung Design denken? Da hat der auch ein bisschen was gemacht.

  17. Nils Rohwer:

    Ja, also die optischen Unterschiede bei allen drei Fahrzeugen sind, Ich sage mal überschaubar. Also wir zeigen schon stolz, dass wir da eine Hybridtechnik haben, dass wir eine Plug-in-Hybridtechnik haben, in dem Badges, Aufkleber auf den Fahrzeugen sind, die dann die Autos entsprechend erkennbar machen als solche. Aber im Großen und Ganzen muss man sagen, sind Clio, Captur und auch Megane als solche wiedererkennbar. Also es ist kein zu großer Unterschied zum thermischen Modell, da wurden keine verrückten Sachen gemacht, sondern die Autos sind weiterhin als normale, sage ich jetzt einfach mal in Anführungsstrichen, Fahrzeuge erkennbar. Im Innenraum ist es im Endeffekt das Gleiche. Die Fahrzeuge unterscheiden sich jedenfalls kaum. Die Platzverhältnisse vorn und hinten sind identisch zum Verbrenner. Also in der Fahrgaststelle tut sich hier nichts. Auch so praktische Features wie jetzt beim Captur, die verschiebbare Rückbank oder auch die ein Drittel, zwei Drittel umklappbaren Rückbänke bei allen dreien sind geblieben. Da hat sich nichts verändert. Nichtsdestotrotz, durch den Einbau der Batterie bei allen drei Fahrzeugen verringert sich das Kofferraumvolumen ein wenig, aber es ist weiterhin noch komplett marktgerecht.

  18. Sebastian:

    Okay, vielen Dank für die Einordnung. Jetzt würde ich gerne darauf zu sprechen kommen, wir sprechen ja von einem Hybrid, zwei Plug-in-Hybride, die Sie da eben auf die Straße bringen, die beide oder alle drei auf der E-Tech-Technologie eben aufbauen. Wie ist das an sich möglich? Also, weil wir haben ja eine unterschiedliche Batterie, vielleicht können Sie einfach dazu ein paar Worte verlieren, Stichwort auch nochmal der modulare Ansatz, den Renault da verfolgt. Ja.

  19. Nils Rohwer:

    Ja, gerne. Also, wie Sie gerade schon richtig gesagt haben, für beide Technologien wurde ein modularer Ansatz gewählt. Das bedeutet, dass wir einen identischen Verbrennungsmotor, das ist jetzt in unserem Fall ein 1,6 Liter Benziner mit 91 PS, und ebenfalls ein identisches Getriebe, das ist in unserem Fall ein sogenanntes Multimode-Automatikgetriebe, das zwischen Elektromotor und Verbrennungsmotor liegt, verwendet werden. Unterschieden zwischen den Hybriden und den Fackelhybriden wird im Prinzip nur durch die unterschiedliche Batterie und die Leistung der zwei Elektromotoren. Im Falle des Clios wird hierfür eine 1,2 Kilowatt-Batterie von Hitachi verbaut. Wir haben, wie gesagt, zwei Elektromotoren, die zu einer Elektroleistung, einer reinen Elektroleistung von 69 PS führen. In Kombination mit dem Verbrennungsmotor haben wir hier eine Systemleistung beim Clio von 140 PS. Bei Captur und Megane haben wir... die Plug-in-Technik und damit einhergehend eine etwas größere Batterie, nämlich eine 9,8 Kilowatt-Batterie von LG. Diese führt zu einer, oder beziehungsweise in Kombination mit dem Elektromotor oder mit den Elektromotoren, haben wir hier 101 PS Elektroleistung in Kombination mit dem Verbrenner eine Systemleistung von 158 PS.

  20. Sebastian:

    Okay, vielen Dank für diese Einordnung, da von dem modularen Ansatz sozusagen. Jetzt sind für uns natürlich vor allem diese Teilzeitstromer, die Plug-in-Hybride, Captur und Megane von Interesse. Können Sie uns da vielleicht auch ein paar Fakten dazu geben, was das Thema Laufleistung, also rein elektrische Reichweite, die Höchstgeschwindigkeit sowohl im Verbrenner als auch im kombinierten Modus und dann eben auch der Verbrauch im Alltag, was das betrifft für diese beiden Modelle?

  21. Nils Rohwer:

    Gerne. Also Captur und Megane, ich glaube, ich habe es eben auch schon erwähnt, die teilen sich die Antriebseinheit und haben somit auch mehr oder minder identische Leistungsverbräuche. Das heißt, die Elektromotoren sind identisch, der Verbrenner ist identisch, das Getriebe ist identisch. Da unterscheiden sich die beiden Fahrzeuge nicht zu sehr. Deswegen nehme ich einfach mal Werte für beide Fahrzeuge, dadurch, dass die Unterschiede im 0,1 Liter Bereich sind. Also rein elektrisch können wir mit beiden Autos im Stadtverkehr zusammenarbeiten. nach der strengen WSET-Norm bis zu 65 Kilometer rein elektrisch fahren. Das heißt also auch mit Überland und mit Autobahn bewegen wir uns bei 52 beziehungsweise 54 Kilometer elektrischer Reichweite. Also somit kann man schon die meiste Zeit voll elektrisch fahren. Und auch auf der Autobahn ist man dadurch jetzt kein Verkehrshindernis, wenn man nur elektrisch unterwegs sein möchte, da man auch hier bis zu 135 kmh voll elektrisch fahren kann. Wenn es dann mal ein bisschen schneller gehen soll oder bei Überholmanövern das verlangt wird, beziehungsweise beide Autos laufen bis 180 kmh auch. Im Blick auf die Verbräuche, reden wir beim Plug-in natürlich immer, Voraussetzung, die Autos werden noch geladen, über einen kombinierten Verbrauch von circa 1,5 Liter in beiden Fällen. Also 1,5 Liter Kraftstoff und elektrischer Stromverbrauch ist bei einem Kaptür 17,3 bzw. 18,3 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Dadurch mittelt sich das.

  22. Sebastian:

    Okay, also schon ordentlich ansagen. Ich durfte die Fahrzeuge ja beide fahren oder testen und bin da auch ungefähr bei euren Reichweiten rausgekommen, was ja für die Fahrzeuge bzw. eure Einordnung dann natürlich auch spricht, weil da hat sich in der Praxis dann bei anderen Modellen schon gezeigt, dass man da doch stärker davon abweicht. Deswegen war ich da freudig überrascht, dass wir da doch so nah an die technischen Daten angekommen sind.

  23. Nils Rohwer:

    Der schöne Grund hierfür ist einfach das große Thema Rekuperation. Wir haben in beiden Fahrzeugen einen sogenannten B-Modus, einen Brake-Modus verbaut, der eine noch stärkere Rekuperation ermöglicht. Das heißt speziell im Stadtverkehr, deswegen unterscheiden sich hier auch die Werte, im Stadtverkehr und kombinierter Reichweite lässt sich durch vermehrtes Bremsen in diesem B-Modus des Automatikgetriebes sehr viel mehr Energie zurückgewinnen. Und dementsprechend sind diese Werte, die wir dann nennen, auch absolut realistisch. Ich bin letzte Woche auch die Autos gefahren. Ich bin hier in Brühl bei einer Restreichweite von, ich glaube, 54 Kilometer, stand auf dem Bordcomputer, losgefahren. Ich bin mit Sicherheit 20 Kilometer unterwegs gewesen. Und als ich zurück war, waren es, glaube ich, noch 42 Kilometer. Also durch eine permanente Rekuperation habe ich gar nicht die komplette Energie verbraucht, die mir zur Verfügung stand. Das ist wirklich eine sehr schöne Technik. Und ich persönlich als Car-Guy, so nenne ich mich jetzt mal, war auch total begeistert.

  24. Sebastian:

    Ja, das ist doch sehr schön und das zeichnet vor allem dann die Fahrzeuge dafür aus, dass man sie dann doch im alltäglichen Verkehr auch nutzen kann, so für die typische Strecke, die man immer zugrunde legt. Gerade im Hinblick darauf, dass ich ja dann vielleicht auf der Arbeit mein Fahrzeug auch noch laden kann, zeichnet die beiden ja definitiv aus. Das Thema Laden jetzt auch noch in dem Zusammenhang, den... Clio können wir als reinen Hybrid natürlich nicht mit dem Stecker laden, die beiden Plug-in-Hybride schon. Können Sie dazu eine Einordnung vornehmen, wie lange das denn dauert, bis die Batterie dann wieder vollgeladen ist, beziehungsweise bei den 80% angekommen ist?

  25. Nils Rohwer:

    Ja, natürlich. Also zunächst so richtig leer. dass wir diese Rekuperation haben. Also selbst wenn das Fahrzeug nicht geladen wird, haben wir im Prinzip das System, das wir auch beim Kilo, also das Vollhybriden haben, dass wir eine permanente Rekuperation haben und der Akku niemals unter 5%, ich will jetzt nicht lügen, ich glaube 5% sind es, Leistung geht. Also man ist nie ganz. Dementsprechend unterscheidet sich dann auch immer die Lade oder unterscheidet sich die Ladedauer. Die Ladegeschwindigkeit ist bei den marktüblichen 3,6 Kilowatt pro Stunde maximal angegeben. Innerhalb von drei Stunden kann das Auto dementsprechend dann vollgeladen werden. Wenn man es in einer Haushaltssteckdose macht, also mit 2,4 Kilowatt, dann dauert der Vorgang in etwa fünf Stunden, wenn er denn wirklich ganz leer ist. Aber dadurch, dass das Auto nie ganz leer ist, kann man eher von Maximalwerten hier ausgehen. Das heißt also maximal drei Stunden bei 3,6 Kilowatt und maximal fünf Stunden bei 2,4 Kilowatt. Zum Zweck einer besseren Nutzbarkeit und auch der erhöhten Sicherheit wurde der Benzintank bei beiden Autos, also bei Captur und bei Megane, auf die Fahrerseite geschoben oder gewechselt, um Platz für die Steckdose auf der Beifahrerseite zu machen. Weil ja viele Ladestationen das einfach so verlangen auch und damit ist die Sicherheit für die Passagiere auch mehr gegeben.

  26. Sebastian:

    Okay, vielen Dank hierfür. Und ja, das Thema Verbrauch bzw. Energieverbrauch hatten wir jetzt ja auch schon. Aber auch in Sachen CO2-Emissionen sind natürlich die Hybride bzw. Plug-in-Hybride besser anzusehen als die Verbrenner-Alternative, was euch ja dann auch für eure CO2-Flottenwerte zugutekommt. Kann man denn da das Ganze einordnen, inwieweit sich die E-Tech-Modelle da besser stellen als die vergleichbaren Verbrenner? Können Sie dazu was sagen?

  27. Nils Rohwer:

    Ja, also Sie sagen es ja richtig gut. Das Thema CO2-Emissionen ist aktuell ein Riesenthema in der gesamten Branche. Also das ist ein ganz wichtiger Punkt und auch Motivator. Denn alle Autohersteller sind dieser Tage mit einem flotten CO2-Ziel oder von einem flotten CO2-Ziel getrieben. Und um dieses Ziel erreichen zu können, müssen halt möglichst viele Fahrzeuge mit einem möglichst geringen CO2-Ausstoß auf die Straße fahren. Und Renault, ich habe es eben schon gesagt, ist mit dem Zoe glücklicherweise in einer recht privilegierten Situation, aber nichtsdestotrotz haben auch wir Ziele und auch Ambitionen und dafür helfen die Hybride bzw. Plug-in-Hybride natürlich sehr. Beim Hybrid verhält es sich so, also beim Clio, dass wir ca. 30% weniger CO2-Ausstoß haben als ein äquivalenter Verbrennungsmotor mit 130 PS und Automatikgetriebe. Bei den Plug-in-Hybriden, auch da haben wir Verbrennungsmotoren mit 155 bzw. 160 PS bei Katür und Megane. Da reden wir sogar von einer CO2-Ersparnis. von mehr als 75 Prozent. Also tatsächlich wirklich relevante Einsparung bei beiden Modellen. Und man muss aber natürlich auch sagen, wenn man das Ganze jetzt aus einer Kundenspektive sieht, diese wirkliche Besserstellung im Speziellen beim Plug-in-Hybriden ist immer davon abhängig, dass die Autos auch geladen werden, damit das Ganze auch wirklich effizient aus Kundensicht funktioniert. Aber Sie haben es eben richtig gesagt, die Werte sind erreichbar, im Speziellen beim Verbrauch und dementsprechend dann auch bei den CO2-Emissionen.

  28. Sebastian:

    Vielen Dank jetzt erstmal für die Erläuterung zum Thema Verbräuche und CO2-Emissionen. Definitiv sinnvoll oder wertvoll der Hinweis, damit es eben auch nur funktioniert, wenn die Batterie auch geladen wird bei den Plug-in-Hybriden. Aber ich denke, da ist ja auch der Anreiz beim Kunden da, wenn er sieht, dass diese Verbräuche erreichbar sind, wird er ja auch Interesse daran haben, eben den Akku zu laden und nicht den leeren Akku durch die Gegend zu fahren, um dann eben auch davon zu profitieren, damit er weniger tanken muss sozusagen und dann auch den eigenen Geldbeutel schont.

  29. Nils Rohwer:

    In der Tat. Und es macht auch ja wirklich Spaß, wenn man auf dem Bordcomputer sieht, dass die Energie hoch geht und nicht runter geht, wie es normalerweise beim Verbrenner ist. Also dass der Sprit weniger wird, sondern wenn man sparsam fährt, es sogar erhöhte Reichweiten geben kann. Das macht ja auch Laune. Und wenn man dann ab und an auch nochmal den Elektroboost fühlen kann, dann noch umso viel mehr.

  30. Sebastian:

    Das denke ich auch oder durfte ich auch schon erfahren. Ja, dann vielen Dank für das nette Gespräch, die Erläuterung zu den E-Tech-Modellen, die ihr jetzt auf die Straße bringt. Ich denke, da werden ja noch einige folgen in den kommenden Jahren und wir werden es beobachten. Und vielleicht können wir uns dann einfach nochmal austauschen, wenn da weitere Modelle auf die Straße kommen.

  31. Nils Rohwer:

    Ja, vielen Dank, Herr Henssler. Es hat mir Spaß gemacht. Ja, wir können das gerne wiederholen. Wir haben noch so ein paar spannende Modelle in der Pipeline. Vielleicht können wir uns nochmal dazu sprechen irgendwann.

  32. Sebastian:

    Sehr gerne.