Europas Elektroautomarkt in 2021 - eine Analyse

Analyst: In 2021 werden elektrifizierte Autos 2 Millionen-Grenze überschreiten

Automobil-Analyst Matthias Schmidt aus Berlin geht in seinem letzten Report davon aus, dass reine Elektroautos 2021 die Grenze von einer Millionen-Zulassungen in Europa überschreiten werden. Vor allem aber werden Plug-In-Hybride den Markt in 2021 bestimmen. Gut dreieinhalb Monate vor dem Jahresende betrachten wir diese Analyse ein wenig genauer und zeigen auf, welchen Anteil E-Autos und PHEV daran tragen werden. Sowie welche Hersteller einen entscheidenden Beitrag zum E-Absatz zusteuern.

Schmidt geht in seiner Analyse davon aus, dass in Europa 1.046.650 Stromer auf die Straße kommen. Trotz anhaltenden Tiraden gegen die E-Mobilität, Covid-19-Herausforderungen sowie aufkommende und andauernde Halbleiter-Mängel. Dies entspricht einer leichten Steigerung des E-Autoabsatzes, wenn man seine letzte Analyse aus dem Juni 2021 zu Grunde legt.

Im Detail setzen wir uns damit auseinander wo dieser Absatz entstehen wird und welche Bedeutung dies für Europas E-Automarkt hat. Also, zuhören!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen aus der Welt der E-Mobilität beschäftigen. Aktuell ist es bei uns ein wenig ruhiger mit Gesprächspartnern, mit externen Gesprächspartnern, da die doch alle im Rahmen der IAA 2021 in München eingespannt waren. Haben wir auch vielfältig darüber berichtet bei uns im Portal. Aus dem Grund habe ich gedacht, ich nehme jetzt einfach mal eine Analyse, die wir vom Automobilanalyst Matthias Schmidt aus Berlin bekommen haben. Und nehmen die ein wenig auseinander. Der Automobilanalyst Matthias Schmidt geht davon aus, dass in 2021 erstmals die Grenze von 2 Millionen elektrifizierten Autos in Europa überschritten wird. Hier gleich direkt vorab sozusagen elektrifizierte Fahrzeuge meint er in diesem Sinne nicht. Elektroautos und Plug-in-Hybride, also die Gesamtsumme der beiden Technologien sozusagen. Gut dreieinhalb Monate vor dem Jahresende ist es daher auch für mich der richtige Zeitpunkt, da mal einen Blick drauf zu werfen und das Ganze eben ein wenig einzuordnen. Er geht in seiner Analyse darauf ein, welchen Anteil die E-Autos und welche die Plug-in-Hybride daran haben, eben an diese zwei Millionen, die da angepeilt werden. sowie welche Hersteller einen entscheidenden Beitrag zum E-Absatz in Europa beitragen werden. Schmidt geht in seiner Analyse davon aus, dass in Europa, da ist er ziemlich genau, 1.046.650 Strom auf die Straße kommen werden in 2021. Ja, trotz anhaltender Tiraden gegen die Immobilität, Herausforderungen mit dem Covid-Virus sowie aufkommender und andauernder Halbleitermängel. Wie kommt er auf die Zahl? Aber er geht da einfach ganz analysemäßig eben mit puren Zahlen an die ganze Geschichte ran und sagt, dass er sich eben auf die Konsensprognosen der wichtigsten Märkte beruft, sowie von nationalen Behörden. als auch den Plänen der Automobilhersteller selbst, was denn eben so im Netz herumgeistert, beziehungsweise was ihm seine Informanten in Anführungsstrichen zutragen werden. Davon ausgehend prognostiziert er einen reinen Elektroautoanteil von 8,7% am Gesamtabsatz von 12,1 Millionen PKW, die wohl in 2021 zugelassen werden. Setzt man die beiden Zahlen ins Verhältnis, landen wir eben bei dieser 1.046.650 E-Autos Zahl. die seiner Meinung nach dieses Jahr noch auf die Straße kommen werden. Getrieben oder unterstützt wird das Ganze durch den Produktionsstart des europäischen Tesla-Werks in der zweiten Jahreshälfte. Dieses dürfte nämlich dazu beitragen, dass das regionale Tesla-Volumen in diesem Jahr deutlich gesteigert wird. So der Analyst in seiner Bewertung des Marktes für 2021, Elon Musk, bekanntermaßen CEO von Tesla, gab in seinem Q2-Call zu verstehen, dass mit einem begrenzten Anlauf der europäischen Produktion ab Oktober zu rechnen sei. Begrenzt ist jetzt nicht ganz einzuordnen, aber man darf davon ausgehen, dass mehr Stromer sozusagen dann hier in Europa, Deutschland hergestellt werden, als man sie derzeit aus China importiert. Von dort ist der Import des Tesla Model Y bereits im September gestartet. Wir haben dazu berichtet, wir waren beim Deutschlandstart auch mit anwesend. Im verlinkten Artikel gibt es da dann eben auch nochmal weiterführende Informationen dazu. Das alles wird dazu beitragen, dass das Absatzwachstum der Tesla E-Autos in Europa weiter wächst. Aber neben Tesla wird vor allem dem VW-Konzern eine große Bedeutung zugesprochen, wenn es darum geht, den E-Auto- und Plug-in-Hybrid-Absatz in Europa zu steigern. Um das Ganze einzuordnen, werfen wir einen Blick zurück und da ist es so, dass der VW-Konzern in den ersten sieben Monaten des Jahres 2021 144.816 E-Autos zugelassen hat, sowie 136.399 Plug-in-Hybride. Diese zwei Zahlen zusammen, gemessen am bisherigen Gesamtumsatz von über einer Million elektrifizierte Fahrzeuge in Europa, zeigt, dass VW, der VW-Konzern, für 24% Marktanteil verantwortlich ist. Oder anders ausgedrückt, jedes vierte Fahrzeug, welches elektrifiziert auf die Straße kam, stammt aus dem VW-Konzern. Definitiv eine Ansage. Natürlich darf hier auch wieder der Vergleich zu Tesla nicht fehlen. Tesla als Branchenprämus der E-Mobilität brachte es im gleichen Zeitraum auf 67.338 E-Fahrzeuge, die zugelassen wurden. Das entspricht einem Anteil von 5,7% am Gesamtmarkt, damit geringer als der Anteil der Stromer des VW-Konzerns, der auf 12,36% entfällt. Spannend ist aber hierbei vor allem die Tatsache, dass selbst die Marke VW, also Volkswagen, alleine 86.074 E-Autos absetzen konnte, also 7,35% Anteil am Gesamtmarkt und damit eben mehr als der Branchenprimus. Ich meine, ganz klar profitiert da Volkswagen auch davon, dass man eben unterschiedlichste Modelle am Start hat. Tesla, muss man fairerweise sagen, hat den meisten Absatz in Europa, kommen wir gleich noch dazu, durch das Model 3 gemacht. Mit dem Model Y, wenn das jetzt hier auf die Straße kommt, ist hier auch nochmal ein deutliches Absatzwachstum. zu erwarten. Schmidt selbst ordnet das Ganze allerdings auch ein wenig ein und zeigt auch, dass VW unter anderem davon profitiert, dass man der eigenen Carsharing-Flotte in Berlin und Hamburg rund 2300 Stromer bis Jahresende zuführen wird. Also auch da nutzt der VW-Konzern die Mittel, die man hat, um eben E-Fahrzeuge zuzulassen, was ja auch vollkommen legitim ist. Und ich sage mal, jedes E-Fahrzeug, das im Carsharing unterwegs ist, Ist besser als jeder Verbrenner, der in der Carsharing-Flotte unterwegs wäre. Jetzt könnte man ja meinen, okay, auch auf Modellebene setzt sich VW vor Tesla ab. Das ist nicht der Fall. Hier ist nämlich das Tesla Model 3 mit 66.683 Zulassungen ganz, ganz vorne mit dabei, nämlich auf dem ersten Platz und das nach sieben Monaten 2021. Dahinter folgt mit Abstand der VW ID.3 auf dem zweiten Platz mit 35.481 Zulassungen. Der Stromer mit den zweitmeisten Zulassungen aus dem VW-Konzern und von VW selbst ist der VW ID.4 mit 27.881 Zulassungen. Also man sieht hier schon, VW profitiert eher davon, dass man mehrere Modelle am Start hat. Der VW E-Up war auch in der Top Ten zu finden. Tesla ist im Moment eher noch mit einem Fahrzeug dort deutlich vertreten. Allerdings kann man leider nicht davon ausgehen, dass das E-Auto-Wachstum linear weitergeht. Das ist nicht so, denn wie Analyst Schmidt zu verstehen gibt, deuten die CO2-Flotten-Durchschnittsdaten darauf hin, dass die Automobilhersteller die Einführung elektrifizierter Fahrzeuge genauso schnell bremsen, wie sie diese beschleunigt haben. Haben wir letztes Jahr schon gehabt. Das hat man jetzt eben gesehen. Das sieht man durch den verzögerten Tesla-Produktionshochlauf. Hyundai und Kia haben angekündigt, dass nur begrenzt neue Modelle auf Basis der E-GMP-Architektur in diesem Jahr auf die Straße kommen werden. Und ja, auch generell, sage ich, ist mal wieder abzusehen, sobald die flotten Werte erreicht werden oder annähernd erreicht wurden, wird da wahrscheinlich auch wieder die Bremse reinkommen, um dann eben das Absatzvolumen ins nächste Jahr mit rüber zu transferieren, um dort dann eben von entsprechenden CO2-Gutschriften zu profitieren. Nichtsdestotrotz hält er an seiner Aussage fest und geht stark davon aus, dass die Grenze von einer Million E-Autos in 2021 überschritten wird. In seiner kombinierten E-Auto-Plug-in-Hybrid-Prognose für 2021, also was insgesamt an elektrifizierten Fahrzeugen abgesetzt wird, geht er von einer 16,9% Penetration eines 12,1 Millionen Marktes aus. Das entspricht dann eben 2,04 Millionen Einheiten, die elektrifiziert auf die Straße kommen werden. Entsprechend zeigt sich dies auch schon an der Vorstellung diverser Premium-Teilzeitstromer aus dem deutschen Markt, die man jetzt in den vergangenen Wochen und Monaten gesehen hat, die zugelassen wurden und die auch gerade mit immer mehr größerer Reichweite auf die Straße kommen, um dann eben auch für die CO2-Werte abzugeben. Oder CO2-Anrechnung der nächsten Jahre von Bedeutung zu sein. Stichwort Anrechnung CO2-Ziele. Sollte sich wirklich so abzeichnen, dass wir die 2,04 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge Ende 2021 erreichen werden, konnte der Absatz dann in Europa um über 700.000 Fahrzeuge gesteigert werden. Definitiv eine Ansage. Ob wir es denn erreichen, werden wir spätestens am 31.12. wahrscheinlich erst 2022 im Januar irgendwann wissen, weil dann liegen die Zahlen vor und dann werden wir spätestens auch wieder darüber berichten. Aber ich denke, das war einfach jetzt mal interessant, da so einen Einblick zu geben, wohin kann der E-Auto-Markt, der Plug-in-Hybrid-Markt in Europa dieses Jahr noch gehen und wo er die nächsten fünf bis zehn Jahre hingeht, werden wir in einer der nächsten Folgen bestimmt auch nochmal genauer betrachten. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Ich hoffe, du hast wieder einiges mitnehmen können. War wieder eine kürzere Folge heute, aber deswegen nicht unbedingt uninteressanter, denke ich. In den Shownotes findest du weiterführende Links und würde mich freuen, wenn du nächste Woche wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin, ciao.