Award Transforming Mobility für Mobilitäts- und Energiewende im Fokus

Mit Ursula Kloé, Managing Partner JU-KNOW GmbH und Kuratorin des Awards Transforming Mobility für Mobilitäts- und Energiewende, habe ich mich eben über diesen Award in der aktuellen Podcast-Folge unterhalten. Das Licht der Welt hat dieser bereits beim ersten e4 Testival 2018 erblickt. Zumindest als Gedankenspiel, welches vergangenes Jahr dann Realität wurde. Seitdem hat Verkehrsminister Winfried Hermann MdL Baden-Württemberg die Schirmherrschaft des Awards inne.

Dabei ist vorab erwähnenswert, dass trotz der Herausforderungen durch den Umgang mit Covid-19 der Award auch 2020 umgesetzt werden konnte. Wenn auch in abgewandelter Form, wie uns Kloé zu verstehen gibt. Aber hör am Besten selbst rein.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektroauto-news.net Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn es rund um das Thema E-Mobilität geht. Eben wie gewohnt in allen Farben, Formen und Facetten. Und das gilt diese Woche mehr denn je. Denn in der aktuellen Folge möchte ich einen Blick auf den Award Transforming Mobility geben, der eben Innovationen für eine nachhaltige Mobilitäts- und Energiewende sucht, bewertet und dann eben auch prämiert. Das Ganze habe ich nicht alleine gemacht, sondern habe das in einem Interview geführt oder in einem Gespräch mit Ursula Chloé, Managing Partner von JU-KNOW und der Kuratorin des Awards. Ebenfalls ist sie die Schnittstelle zum Ministerium für Verkehr in Baden-Württemberg und hat eigentlich so, ich denke mal, den besten Überblick über den Award an sich. der letztes Jahr erstmalig, also 2019, im Rahmen des E4-Testivals vergeben wurde. Dieses Jahr war das auch geplant aufgrund von Covid-19 und den Herausforderungen. Damit hat das nicht so ganz geklappt, aber man hat eine Lösung dafür gefunden. Und jetzt gehen wir nochmal kurz in die Werbung, bevor wir dann direkt ins Interview mit Ursula eintauchen, würde ich sagen. Dir schon mal vorab vielen Dank fürs Zuhören und ich bin mir sicher, du lernst das eine oder andere interessante Unternehmen aus der Welt der E-Mobilität bzw. nachhaltigen Mobilitäts- und Energiewende noch kennen. Du möchtest mit deinen Fähigkeiten Mobilität effizienter, umweltschonender und komfortabler gestalten? dann bist du bei Mahle genau richtig. Wir haben das Ziel, die Nutzung alternativer Kraftstoffe voranzutreiben und eine breite Akzeptanz für die Elektromobilität zu schaffen. Dafür können wir auf umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen Elektronik, Mechatronik, Thermomanagement und Filtration zurückgreifen und entwickeln Lösungen wie unseren preisgekrönten Mahle E-Kompressor. Der Mahle E-Kompressor ist das Herzstück des Klima- und Kältemittelkreislaufes in Elektrofahrzeugen und übernimmt die zentrale Aufgabe der Temperierung des Fahrzeuginnenraums. Vor allem aber die Deklimatisierung der Batterie. Damit kann eine Leistungssteigerung von 65% erreicht werden. Du möchtest mehr erfahren? Überzeuge dich selbst auf www.jobs.male.com Hallo Ursula, vielen Dank, dass wir hier miteinander telefonieren können und ein kleines Interview führen zu dem Wort Transforming Mobility, der im letzten Jahr zum ersten Mal tatsächlich auf dem E4-Testivelle am Hockenheimring stattgefunden hat. Dieses Jahr bedingt durch Corona eben nicht dort stattgefunden hat, aber wir uns eben trotzdem darüber austauschen wollen, wie ihr denn dieses Jahr umgesetzt habt, was der Award denn eigentlich ist, was das Konzept dahinter ist, wer die Macher sind und ja, was der aktuelle Stand der Dinge ist. Von daher würde ich einfach mal direkt einsteigen und würde dich darum bitten, dass du vielleicht den Award Transforming Mobility mal vorstellst und was denn dahinter so verbirgt ist.

  3. Ursula Kloé:

    Ja, hallo Sebastian. Vielen Dank für die Möglichkeit, unseren Award hier in deinem Podcast auch vorstellen zu können und so ein bisschen auch hinter die Kulissen zu gucken, gucken zu können mit dir. Ja, der Award Transforming Mobility findet im Rahmen des E4-Testivals statt, das hast du ja schon gesagt. 2019 das erste Mal. Der Ursprung war 2018 beim ersten E4-Testival. Da hatten wir eine Box auf dem Gelände als Startup-Box deklariert und haben Startups eingeladen, aus unserem Netzwerk sich da einfach mal zu präsentieren, weil wir wissen wollten, ob dieses Thema Startups und innovative Ideen für die Zukunft, die ja als oder vielleicht auch nur mal als Skizze, als Idee existieren, ob die auf so einer Publikumsveranstaltung funktionieren, also ob das ein interessantes Thema sein könnte. Und 2018 war dann unsere Erfahrung, dass diese Box mit die bestbesuchteste Box auf dem Gelände war. Die Leute waren wirklich neugierig drauf. Und auch der Verkehrsminister Hermann, der da war, um sich die Veranstaltung insgesamt mal anzugucken, war auch ganz lange da und hat mit den Startups gesprochen. Und bei diesen Gesprächen und auch hinterher dann mit uns, also Ministergespräch mit uns, wurde dann eigentlich direkt auf dem Gelände die Idee geboren, wir könnten eigentlich einen Award machen in diesem Zusammenhang. So kam das zustande.

  4. Sebastian:

    Das ist doch schön, vor allem wenn man dann sieht, dass aus so einer Idee, da einfach mal eine Startup-Box hinzustellen, dann erwartet steht gleich noch an dem Wochenende oder zu dem Zeitpunkt, wo das Ganze stattgefunden hat. Erstmalig ist echt, also besseres Feedback kann man ja eigentlich gar nicht bekommen dafür für so eine Geschichte, ne?

  5. Ursula Kloé:

    Ja, das stimmt. Wir haben dann ein Konzept entwickelt. Also wenn ich wir sage, dann ist es unsere Agentur hier in Heidelberg. Wir beschäftigen uns mit diesen, also wie kriegt man Innovationen sozusagen raus. erfolgreich gemacht. Das ist so unser Kernthema. Da machen wir verschiedene Dinge und eins davon ist eben zu überlegen, wie können wir Startups unterstützen im Bereich neue Mobilität? Vernetzen wir die mit Corporates, mit Beratern? Können wir sie selber coachen mit der Expertise, die wir haben? Und was brauchen die eigentlich? Und auf der Basis haben wir einen Konzept für den Award beim E4-Testival entwickelt. Und die Grundidee war, es gibt eine ganze Reihe von Fördertöpfen für Startups. Es gibt auch eine ganze Reihe von Unterstützungsleistungen, die man abrufen kann. Aber das sind immer nur so punktuelle Geschichten. Und dem Ministerium hat dann auch gefallen, dass wir gesagt haben, wir machen einen Award, der jetzt nicht auf Fahrzeugtechnologie fokussiert, sondern wir suchen Innovationen, die die Mobilitätswende voranbringen. Das können Fahrzeuge, Fahrzeugkonzepte sein, Zweirad, Dreirad, Vierrad, elektrisch angetriebene oder auch mit anderen alternativen Energien angetriebene Fahrzeuge. Es kann aber auch Zubehör sein oder Technik. Also Stichwort Kleidung, um Leute eben aufs E-Bike zu bringen, dass man auch, wenn das Wetter jetzt nicht so optimal ist, trotzdem noch mit dem E-Bike zur Arbeit pendelt.

  6. Sebastian:

    Okay, also schon relativ weit gefasst dann auch tatsächlich.

  7. Ursula Kloé:

    Ganz genau, ja. Also wir hatten im ersten Jahr 2019 dann zum Beispiel ein Startup, das sich beworben hat, was auch unter den Finalisten gelandet ist. Die recyceln alte Seekontainer und bauen daraus Fahrrad- Und E-Bike-Garagen mit Lademöglichkeit und über Solarzellen auf dem Containerdach. Und die kann man dann entweder fest installieren, diese Container, oder man kann sie auch mobil ausleihen bei diesem Start-up, zum Beispiel für Veranstaltungen oder so. Das heißt, wir sind, das fand das Ministerium ganz charmant, von der Bandbreite her sehr groß. Und wir haben auch keine Begrenzung jetzt, was den Reifegrad der Ideen anbelangt. Also wir akzeptieren jetzt bei den Bewerbungen auch Ideen, die es jetzt sozusagen nur als Scribble auf dem Papier oder auf dem iPad gibt. oder als erste Idee einfach mal beschrieben werden kann, bis hin zu fertigen, fahrbereiten Fahrzeugen.

  8. Sebastian:

    Okay, das hört sich echt gut an, dass ihr da den Einstieg, sage ich mal, über alle Stufen von so einem Startup dann ermöglicht. Und so wie ich jetzt auch rausgehört habe, seid ihr jetzt auch nicht begrenzt nur auf den urbanen Raum, sondern auch ländlich. Alles, was eigentlich so mit First Mile, Last Mile da eben in Verbindung steht mit der nachhaltigen Mobilitäts- und Energiewende, fällt dann da quasi mit rein. Und du hattest ja jetzt auch erwähnt, dass der Verkehrsminister Herrmann da ja 2018 tatsächlich schon begeistert war von eurer Box, hat ja dann auch die Schirmherrschaft tatsächlich dafür übernommen und treibt das Ganze damit ja dann auch irgendwie voran.

  9. Ursula Kloé:

    Genau, also über die Schirmherrschaft freuen wir uns sehr. Wir haben dann das Konzept, das ich gerade eben so kurz beschrieben habe, beim Ministerium eingereicht und haben angefragt, ob er sich vorstellen könnte, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Das hat er dann auch gemacht. 2019, 2020, jetzt haben wir 2021 ja Landtagswahl, aber ich glaube nicht, Das Verkehrsministerium dürfte sich nicht großartig verändern. Insofern hoffe ich sehr, dass er auch beim Award 2021 dann wieder die Schirmherrschaft übernimmt. Er ist jetzt auf jeden Fall noch für die Finalisten und Preisträger sozusagen unser Ansprechpartner im Ministerium, weil wir auch jetzt bei den Preisen, also wir haben keine Euro-Checks, die wir übergeben haben. als Preisgeld, sondern was die Preisträger bekommen, sind Beratungsleistungen aus unserem Netzwerk, das hatte ich vorhin ja schon kurz erwähnt. Und wir versuchen auch so Richtung Ministerium, auch Richtung Landesagentur, Ingo Blibewe, die Preisträger sozusagen zu verknüpfen für Veranstaltungen, dass sie dann zum Beispiel kostenfrei Ausstellungsfläche bekommen auf Veranstaltungen des Ministeriums oder der Landesagentur oder wenn Baden-Württemberg zum Beispiel bei der Hannover Messe den Baden-Württemberg-Stand macht. dann hätten die Preisträger, die jetzt von ihren Innovationen her dazu passen, kostenfrei Ausstellungsfläche auf der Hannover Messe bekommen. Jetzt müssen wir mal gucken, wie wir das Richtung 2021 spielen.

  10. Sebastian:

    Da muss man ja eh generell mal gucken, wie das ist. Das war jetzt ja auch dieses Jahr dann noch eine ganz andere Situation als 2019 mit dem Award beim E4-Testival, weil es ja eben auch nicht stattgefunden hat. Vielleicht kannst du ja mal trotzdem sagen, der E4, der Transforming Mobility Award wurde ja dennoch verliehen oder wurde ja sozusagen doch verliehen tatsächlich, aber halt eben außerhalb des E4-Testivals, weil das nicht stattfinden konnte aufgrund von Covid-19. Vielleicht kannst du einfach auch dazu ein paar Worte verliehen, wie denn der Ablauf dann eben unter den besonderen Umständen dieses Jahr dann tatsächlich war.

  11. Ursula Kloé:

    Ja, mache ich gerne. Also wir mussten ja relativ früh in dieser Lockdown-Phase dann erkennen, dass wir im Juni das E4-Testival, so wie wir es kennen, nicht werden durchführen können. Und dann war der Award eigentlich so das erste, wo wir gesagt haben, das können wir durchführen, das können wir digitalisieren bzw. aufteilen, wenn wir dann wissen, wann der neue Termin kommt. sein wird vom E4-Testival. Inzwischen ist er ja auch bekannt, nämlich März 2021. Machen wir dann sozusagen den Vor-Ort-Teil für unsere Startups aus 2020. Aber wir wollten jetzt für die Startups keine Zeit verlieren und eben diese Beratungs- und Coaching-Programme gerade jetzt in dieser Corona- und Post-Corona-Zeit für Startups ja sehr wertvoll machen. wollten wir nicht vorenthalten. Und deswegen haben wir dann gesagt, wir digitalisieren. Wir haben den Bewerbungsprozess um vier Wochen verlängert. Um dieses, da war ja gerade im März, April ging das ja los über das Wirtschaftsministerium, dass auch Startups Geld beantragen konnten und dann waren die damit einfach beschäftigt. Dann haben wir gesagt, okay, wir verlängern die Bewerbungsphase und haben dann nicht am eigentlichen Termin Anfang Juni, sondern Ende Juni die Preisverleihung als Livestream gestartet. an einem Samstagnachmittag ausgestrahlt. Und wir hatten Pitch-Videos angefordert. Normalerweise pitchen die Finalisten live auf der Bühne. Wir haben sie dann gebeten, ihre Pitches auf Video aufzunehmen und die vorher einzureichen, um der Jury einfach die Möglichkeit zu geben, weil die natürlich auch alle im Homeoffice sind. vorher drauf zu gucken, weil wir jetzt nicht, wir hatten ja 18 Finalisten und dann von jedem jetzt das Pitch-Video da auszustrahlen, das ja dann für Zuschauer... auch langweilig. Ich glaube, wir haben alle in der Zwischenzeit genug Erfahrung mit Zoom und Teams-Konferenzen. Das ist also die Aufmerksamkeitsspanne.

  12. Sebastian:

    Die schwindet dann doch irgendwann.

  13. Ursula Kloé:

    Wenn man live auf der Bühne was erlebt und deswegen haben wir gesagt, okay, dann ziehen wir die Pitches sozusagen hinter die Kulissen, machen es per Video für die Jury-Teilnehmer und haben dann sozusagen nur eine Kurzvorstellung jedes Finalisten gemacht und Und hatten dann live zugeschaltet dann die Preisträger. Wobei die nicht wussten, dass sie Preisträger sind. Sie waren alle bei Zoom sozusagen im Hintergrund und haben auch mit Herzklopfen zugehört und zugeguckt. Und haben dann erst über die Verkündung der Preisträger durch den Minister, auch das hatten wir vorher aufgenommen, vorher aufgezeichnet und dann ausgestrahlt, erfahren, wer jetzt Preisträger geworden ist. Und die haben wir dann live zugeschaltet. um auch so ein bisschen diese Emotionalität einzufangen und für die anderen Zuschauer zugänglich zu machen.

  14. Sebastian:

    Schön, also muss man ja sagen, da habt ihr echt gut drauf reagiert sozusagen von dem ganzen Prozess her, wie ihr es gehandelt habt für die Startups, aber dann auch bis hin zu der Gewinnerverkündung sozusagen echt gut durchgezogen und dann auch noch mit diesem gewissen Spannung. Also das finde ich ja toll, dass die dann auch tatsächlich nichts wussten bis zu dieser offiziellen Verkündung sozusagen. Und dann nicht ihre Freude spielen mussten, sondern dann halt auch diese Emotionen greifbar spürbar waren, dann auch für die Zuschauer, die den Stream eben so angeschaut haben. Das ist ja echt gut umgesetzt worden von euch, jetzt auch unter den Gegebenheiten, sag ich mal, auf die man sich einstellen musste und ihr ja auch dann irgendwo

  15. Ursula Kloé:

    Ja, also wir haben im Prinzip diese Veranstaltung auch selber wie ein Start-up angegangen, weil das für uns auch eine absolute Premiere war. Und der Vorteil, den wir hatten, war, es war ja Ende Juni, wir hatten alle, alle, die da beteiligt waren, am Konzept hatten, wie eben schon gesagt, eben Erfahrungen mit Zoom-Konferenzen und Meetings und so weiter. Und dann wussten wir dann irgendwie so, sagen wir mal so Anfang Mai, also so ein klassisches Zoom-Meeting mit den Live-Pitches, das wollen wir nicht. Und dann haben wir auch einfach mal ausprobiert und wir freuen uns natürlich sehr, dass die Resonanz auch sehr positiv war, also auch in den sozialen Medien in unsere Richtung dann während der Veranstaltung schon und auch danach. Das war sehr positiv, das hat uns sehr gefreut. Und jetzt haben wir überlegt, dass wir 2021, haben wir ja im März das E4-Testival, das werden wir für die Preisträger und Finalisten aus 2020 sozusagen reservieren und den 21er Award werden wir im Juni lassen. Damit wir da keine Aufmerksamkeit abziehen, weil wir hoffen und sind ganz zuversichtlich, dass das Event so stattfinden wird, wie wir es kennen aus der Vergangenheit. Und dann sollen eben die 2020er, Finalisten und Preißiger da die Chance haben, sich da auch nochmal live zu präsentieren, zu netzwerken. auch mit potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen. Also all das, was sie sonst dieses Jahr im Juni gehabt hätten.

  16. Sebastian:

    Okay, das ist ja auch schön, dass ihr da auch bewusst dann sagt, okay, wir vermischen das jetzt nicht mit und geben denen auch die Bühne, die sie da verdienen. So wie das ja auch angedacht war, halt eben nur ein Dreivierteljahr später oder ein bisschen mehr wie ein Dreivierteljahr später. Und ja, ist ja für die auf jeden Fall von Vorteil. Es sind drei, ich sage mal in Anführungsstrichen, normale Preisträger des Awards ja. sozusagen als Sieger auserkoren worden, aber ihr habt dieses Jahr auch zwei Sonderpreise vergeben. Habt ihr das spontan entschieden oder wie seid ihr dazu gekommen, dann eben diese beiden Teilnehmer da die Sonderpreise zu verleihen?

  17. Ursula Kloé:

    Ja, für die Jury ist es ja schon, ich habe ja vorhin über die Bandbreite berichtet, sowohl was jetzt die Innovationen anbelangt, als auch was den Reifegrad der Innovationen angeht. Das ist für die Jury immer eine große Herausforderung, die einzelnen Bewerbungen zu vergleichen und zu entscheiden, wer Finalist wird. Und dann unter den Finalisten dann zu entscheiden, wer wird Preisträger. Das ist ein mehrstufiger Prozess, den wir auch von UNO aus begleiten. Also wir haben so einen Bewertungsraster entwickelt, das immer sehr nutzerzentriert eben dieses Thema, wie hoch ist der Beitrag zur Mobilitätswende, also inwieweit kann die Idee ausgehen. dazu beitragen, dass Menschen umdenken, von Verbrennerfahrzeugen auf Elektrofahrzeuge umsteigen oder von einem eigenen PKW auf Bus und Bahn in Kombination mit E-Bike oder wie auch immer. Also einfach, dass man von diesen bisherigen Mobilitätsmustern wegkommt. Und vor dem Hintergrund ist dann im Laufe dieses mehrstufigen Bewertungsprozesses die Idee entstanden, weil wir die beiden, die wir dann, ich kann ja auch gleich sagen, wer das ist, als Sonderpreisträger dann auch deklariert haben, sich herausgestellt hat, dass die beiden doch was Besonderes anbieten. Also das eine ist Sushi, die das erste bezahlbare E-Bike unter 1.000 Euro anbieten, was vom Design her auch sehr schlicht daherkommt, eigentlich wie ein konventionelles Rennrad, sage ich jetzt mal, und vor allen Dingen auch sehr leicht ist. Es wiegt nämlich unter 15 Kilo. Und damit erschließen die eine neue, junge, urbane Zielgruppe. Die erreichen dieses geringe Gewicht natürlich, weil sie das Akku auf die Stadt ausgelegt haben mit der Idee, man kann dieses kleine Akku auch über alle Niedersteckdose aufladen. Ich brauche jetzt nicht 100 Kilometer Reichweite, wenn ich mit einem E-Bike durch die Stadt fahre. Und damit kommen die unter anderem auf dieses geringe Gewicht. Und wie gesagt, eröffnen sich damit eine neue Zielgruppe. Und der zweite Sonderpreis ging an Encharge, die das Bonusprogramm für nachhaltige Mobilität in Europa anbieten, weil die sozusagen auf dieser emotionalen Seite auch so ein bisschen über Gamification, über das Interesse wecken an neuer Mobilität. Und man muss nicht unbedingt ein Elektroauto haben. Also man kann mit den Bonuskilometern, die man sammelt mit normalen Einkäufen, kann man zwar den Ladestrom für das Elektroauto bezahlen. Man kann aber auch für nachhaltige Projekte spenden. Man hat ganz viele verschiedene Möglichkeiten. Die sind auch sehr dynamisch, haben sich seit Juni auch schon nochmal weiterentwickelt. Und dieses Geschäftsmodell einfach zu darauf abzielt, Menschen für nachhaltige Mobilität in verschiedenen Facetten zu begeistern, hat die Jury überzeugt, auch da einen Sonderpreis zu vergeben.

  18. Sebastian:

    Also das leuchtet definitiv ein. Jetzt gerade bei InCharge, also die waren auch schon zweimal zu Gast tatsächlich bei uns im Podcast. Und mit denen sind wir auch im engen Austausch, weil wir das auch ein total tolles Konzept an sich finden. Und auch, so wie du sagst, jetzt seit Juni, die haben gefühlt jeden Monat jetzt einen größeren Sprung oder Schritt nach vorne gemacht, ob es jetzt Expansionen in andere Länder war oder auch neue Partnerschaften, die man damit an Bord geholt hat. Und auch so, was dann noch hinter den Kulissen passiert, wo ich schon gehört habe, da tut sich doch einiges. Also Zurecht. Die anderen Teilnehmer haben mir jetzt so noch nichts gesagt vom Namen her. Da bin ich auch gespannt, die nächstes Jahr dann kennenzulernen und auch ein wenig mehr zu erfahren darüber. Aber in Charge kann ich sagen, also der Sonderpreis ist mehr als verdient.

  19. Ursula Kloé:

    Ja, genau. Und die drei Preisträger, die die Jury ausgelobt hat, das ist zum einen Discovery. Die kümmern sich um dieses Thema Laden, standardisiertes Laden im Mehrfamilienhaus. Das ist eine Ausgründung von der Hochschule in Karlsruhe. Und Batchrider, die sitzen in Heidelberg und haben ein Mitfahrkonzept für Fahrgemeinschaften für jeden Tag. Zielen da auf Kommunen, auf Unternehmen, aber auch auf Privatleute ab. Und ich hatte ein Podcast-Interview mit dem Benedikt Krams, mit einem der Gründer, gerade letzte Woche für unseren E4-Testival-Podcast. Und er hat gesagt, dass sie jetzt in Zeiten von Corona zum Beispiel angefragt worden sind von Schulen, die sozusagen sichere Fahrgemeinschaften aus dem Pool der Lehrer und Eltern einer Schule über diese Mattrider-Software machen wollen, um weil die Kinder nicht mehr Bus und Bahn fahren und weil man natürlich vermeiden will, dass alle Eltern ihre Kinder jetzt mit dem Auto in die Schule bringen. Und der dritte Preisträger ist VATRO, die ein elektrisches Fahrzeug für den kommerziellen Transport erste letzte Meile in der Stadt entwickeln. Also so ein bisschen ein Fahrzeug zwischen Lastenrad und diesen kleinen Nutzfahrzeugen, die man so kennt.

  20. Sebastian:

    Okay, also auch echt, das sieht man ja von den drei Hauptpreisträgern und den zwei Sonderpreisen, komplett breit gestreut, alles mit dabei, so wie du auch vorhin schon die Themen gesagt hast, wo man das eben findet und alles eben verortet oder verankert da im Bereich der nachhaltigen Mobilitäts- und Energiewende. Das hört sich doch richtig gut an. Wie gesagt, ich bin gespannt auf 2021, wenn man dann eben die Start-ups oder Unternehmen auch kennenlernen kann bei euch vor Ort hoffentlich. Und ich würde mich freuen, wenn du einfach nochmal so einen kurzen Ausblick gibst, was denn jetzt aktuell stattfindet mit den Startups vielleicht schon, weil du ja gesagt hast, die können ja jetzt schon ihre Beratungsleistung in Anspruch nehmen. Und ja, wie es denn da jetzt auch für euch weitergeht bei der Begleitung von den Siegern, also von den Preisträgern?

  21. Ursula Kloé:

    Ja, also wir haben jetzt im Juli mit allen Startups, Gespräche geführt, um herauszufinden, wo brauchen sie Unterstützungsleistungen, wo können wir vernetzen, was sind so die brennenden Themen. Es gibt welche, die jetzt keine Unterstützung bei der weiteren Ausarbeitung ihrer Innovation brauchen, aber die so ein bisschen Support brauchen beim Thema Marketing, Vertrieb. Andere brauchen eher eine Vernetzung Richtung Industrie, Industriepartner oder mögliche zukünftige Kunden, wo wir jetzt unterstützen und da in unserem Netzwerk entsprechende Verbindungen legen und bei den Gesprächen, bei den ersten Gesprächen dann auch mit dabei sind und das so ein Coachen auch, also auch in Richtung, wenn das Startup sich dann vorstellt, das ist ja letztendlich auch eine Art Pitch, dass wir dann sozusagen ein bisschen unterstützen dabei, welche Themen muss man denn dann ansprechen, wo fehlen noch Informationen, wenn man jetzt mit einem Investor spricht oder worauf muss man abheben, wenn man mit einem möglichen Partner oder Zulieferer sprechen möchte. Und ich hatte letzte Woche gerade ein Gespräch mit dem Malte Schmeck, der auch bei uns in der Jury sitzt beim E4 Festival Sport, der bei der E-Mobil BW ist. Und die E-Mobil BW macht ja im November meistens den Zulieferertag der Automobilindustrie. Der findet in Esslingen statt. und da war geplant, dass unsere Preisträger, die von der Innovation her in das Portfolio passen, von der E-Mobil BW und von der Automobilindustrie und der Zulieferindustrie, dass die dort Ausstellungsfläche bekommen und wir machen das jetzt virtuell. Das heißt, unsere Preisträger haben die Chance, bei diesem virtuellen Zuliefererkongress 2020 sich im Rahmen einer Stunde zu präsentieren und dann wird es Breakout-Sessions geben für jedes Start-up, wo Interessierte aus der Industrie dann zu Einzelgesprächen sich dann in diesen Räumen mit den Start-ups treffen.

  22. Sebastian:

    Okay, hört sich gut an. Also ja, passiert ja doch einiges trotz der Gegebenheiten, sage ich mal, auch da in dem Bereich. Und auch schön, dass ihr da dann in den verschiedensten Bereichen Unterstützung anbietet, ob es jetzt Marketing ist, ob es dann eben die Industrialisierung ist. von den Themen vielleicht oder generell das Vorantreiben des eigenen Projektes. Du hattest mir im Vorgespräch auch schon gesagt, dass da jetzt wohl ein Pilotprojekt hier in der Region auch irgendwie angedacht ist, was mit dem Award irgendwo in Verbindung steht. Kannst du dazu was sagen?

  23. Ursula Kloé:

    Ja, da kann ich leider noch nicht allzu viel dazu sagen, weil jetzt... auch Corona-bedingt und jetzt auch ein bisschen Ferien-bedingt die Entscheidungen doch nicht so schnell gefallen sind, wie wir alle gehofft haben. Aber es wird so sein, dass wir, also wir haben die Chance, zwei Preisträger miteinander zu verknüpfen und da reinzubringen, wenn dieses Projekt dann kommt. Und zwar ist es ein Preisträger vom 2019er Award, die mit ihrer Idee in Kombination, also auch das ist so eine Sache, die wir verfolgen, dass wir die Startups untereinander verknüpfen und gucken, was da Sinn macht. Beispiel, einer hat einen Antrieb, der andere hat ein Fahrzeug, kann man jetzt diesen neuen Antrieb in dieses Fahrzeug einbauen, weil der, der das Fahrzeug entwickelt, antriebstechnisch in eine ganz andere Richtung gedacht hat, aber dieser andere Antrieb vom anderen Startup bringt nochmal ganz neue Use Cases. Oder wir haben Ladeinfrastruktur Startups, die auch eine bestimmte IT-Lösung anbieten, die dann wiederum für ein anderes Startup interessant sind, die über eine Lösung nachdenken, aber an diese IT-Lösung nicht gedacht haben. Also solche Dinge machen wir auch. Und so eine Kombination hätten wir gerne in diesem Pilotprojekt. Jetzt müssen alle die Daumen drücken.

  24. Sebastian:

    Das machen wir.

  25. Ursula Kloé:

    Dann darf ich auch darüber sprechen.

  26. Sebastian:

    Schön, dann werden wir uns einfach zu einem späteren Zeitpunkt zu dem Thema bestimmt nochmal hören.

  27. Ursula Kloé:

    Ja, sehr gerne.

  28. Sebastian:

    Ja, dann war es, denke ich, auch von meiner Seite aus. Vielen Dank für diesen Einblick auf den Transforming Mobility Award von deiner Seite. Wir sind gespannt, ob wir 2021 dann die Sieger auf der Bühne sehen können, live und in Farbe sozusagen. Und werden auf jeden Fall weiter verfolgen, was ihr denn eben mit dem Award in Zukunft noch bewegen könnt und mit den Startups, die dort eben auch Preisträger sind sozusagen.

  29. Ursula Kloé:

    Ja, vielen Dank für die Gelegenheit nochmal, das hier auch noch ausführlicher besprechen zu können mit dir. Und ja, wir freuen uns auf den März 2021. und sind ganz zuversichtlich, dass wir da, in welcher Form auch immer, vielleicht müssen wir es auch als Hybrid machen. Jetzt haben wir ja gelernt, wie das geht, der digitalen Variante. Ich denke, es wird eine Veranstaltung geben und es wird auch die Möglichkeit geben, zu erleben und zu sehen, was aus den Preisträgern und den Finalisten geworden ist in diesem Dreivierteljahr. Und ja, wir freuen uns drauf und ja.

  30. Sebastian:

    Gut, dann wie gesagt, vielen Dank Ursula. Wir hören uns wieder und sehen uns dann spätestens im März 2021 am Hockenheimring.

  31. Ursula Kloé:

    Genau, ich freue mich drauf. Bis dann.

  32. Sebastian:

    Bis dann.