Mythen und Fakten über E-Autos

Die heutige Podcast-Folge steht unter dem Titel “Mythen und Fakten über E-Autos”. Im Alltag begegnen denjenigen, welche sich mit dem Thema E-Mobilität auseinandersetzen immer wieder Mythen und Halbwahrheiten rund um das E-Auto. Die meisten von ihnen sind völlig falsch.

Daher habe ich mir Mal einige Mythen rund um das Elektroauto genauer angesehen und möchte diesen mit Fakten begegnen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Willkommen bei der aktuellen Folge des ElektroautoNews.net Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch dieses Mal wieder eingeschalten hast, wenn es darum geht, ein wenig mehr über die Welt der E-Mobilität zu erfahren. Die heutige Podcast-Folge steht unter dem Titel »Mythen und Fakten über E-Autos«. Im Alltag begegnen denjenigen, welche sich mit dem Thema E-Mobilität auseinandersetzen, immer wieder Mythen und Halbwahrheiten rund um das E-Auto. Die meisten von ihnen sind völlig falsch. Daher habe ich mir mal einige Mythen rund um das E-Auto genauer angesehen und möchte diesen mit Fakten begegnen. Elektrofahrzeuge sind sehr teuer in der Anschaffung und aufwendig zu warten, instand zu halten. Fakt ist, E-Fahrzeuge sind zwar 19 in der Anschaffung noch teurer als vergleichbare Verbrenner. Daran lässt sich nichts rütteln. Begründen lässt sich dies damit, dass Großserien noch nicht angelaufen sind, derzeit Batterien für E-Autos noch den größten Kostenblock ausmachen und ein Sinken dieser Kosten erst mit Großserien bzw. Erschließung von Alternativen zu Lithium-Ionen-Akkus zu erwarten ist. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass das Forschungsunternehmen Blumberg NF jedes Jahr eine umfassende Analyse der Anschaffungskosten eines Elektroautos erstellt und vergleicht diese mit den Kosten eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor derselben Größe. Mit jedem Jahr rückt dieser Wendepunkt etwas näher. Der Wendepunkt bezeichnet den Zeitpunkt, wenn E-Autos billiger als vergleichbare Verbrenner werden. Im Jahr 2017 prognostizierte das Beratungsunternehmen noch, dass der Wendepunkt im Jahr 2026 erreicht sein dürfte. Im Jahr 2018 war bereits von 2024 die Rede. In der aktuellen Analyse gehen die Studienautoren sogar davon aus, dass der Wendepunkt erneut nach vorne rückt. In der EU soll im Jahr 2022 die Preisparität erreicht sein. Vor allem die stetig geringeren Kosten für die Batterien seien dafür der ausschlaggebende Faktor. Bei einem Mittelklassen-US-Auto habe die Batterie im Jahr 2015 mehr als 57% der Gesamtkosten ausgemacht. In diesem Jahr seien es bereits nur noch 33% und bis 2025 soll die Batterie nur noch 20% der gesamten Fahrzeugkosten ausmachen. Bereits heute kann man der Aussage, dass E-Autos aufwendig zu warten, instande zu halten sind, entgegenhalten, dass der Aufbau des E-Motors bei Elektrofahrzeugen deutlich einfacher und kompakter als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ist. Daraus folgt, auch die Wartung eines solchen Motors ist um einiges einfacher und damit günstiger. Die Leistung ist hierbei zwischen beiden Fahrzeugtypen vergleichbar. Gerade beim E-Motor kommt zum Tragen, dass diese sich leichter regeln lassen, so stellt selbst das Umschalten von Vorwärts- auf Rückwärtsbewegung kein Problem dar, da dies alles elektronisch ohne ein Schaltgetrieb erfolgt. Ein Punkt, in welchem Elektromotoren den Verbrennungsmotoren nachstehen, ist die Steuerungselektronik. Diese ist durch die hohe Spannung und Ströme um einiges aufwendiger als bei herkömmlichen Fahrzeugen. Die Wartungsfreiheit von E-Autos zeichnet sich schon dadurch aus, dass Baugruppen wie Tank, Benzinpumpe, Öl, Öltank, Auspuffsystem, Anlasser, Lichtmaschine, Starterbatterie, Katalysator sowie Schaltgetriebe gänzlich fehlen. Alles Bauteile, bei denen schon mal kein Schaden auftreten kann. Auch die Bremsen werden beim E-Auto deutlich weniger beansprucht, da hier die Rekuperation der Bremsunterstützung zum Tragen kommt. Dies wirkt sich wiederum auf die Bremsbelege und deren Lebensdauer aus. Allein vom Serviceaufwand und möglichen Folgekosten siegt das Elektrofahrzeug deutlich gegenüber Diesel und Benziner. Somit kann man festhalten, dass die Mythen, Elektrofahrzeuge sind sehr teuer in der Anschaffung und aufwendig zu warten bzw. instand zu halten, falsch bzw. längst überholt sind. Kommen wir zum nächsten Mythos. Die Akkulebensdauer ist sehr schlecht, E-Autos haben kaum Reichweite. Lithium-Ionen-Akkus und deren Weiterentwicklung in Form der Festkörperbatterie spielen eine entscheidende Rolle für die Zukunft der E-Mobilität. Das ist Fakt. Daher sollte selbst jemand, der sich nicht mit der E-Mobilität ernsthaft auseinandersetzt, klar sein, welcher Aufwand betrieben wird, um das Bestmögliche aus den eigenen Akkus herauszuholen. Erst kürzlich gab Elon Musk, CEO von Tesla, zu verstehen, dass die Karosserie und Antriebseinheit des Model 3 bis zu 1,6 Millionen Kilometer überleben könne, die Batterie bis zu 800.000 Kilometer. Durch entsprechende Ersatzmodule kann dies dann wieder fit gemacht werden. 2017 hatten wir bereits darüber berichtet, dass ein Tesla Model S nach 400.000 km noch 93% Akkukapazität aufweisen konnte. Der Mythos, dass die Akkulebensdauer sehr schlecht ist, kann man somit als entkräftet werden. VW hat sich in diesem Zusammenhang erst kürzlich geäußert, dass die eigenen Batterien ein ganzes Autoleben halten. So garantiere man für 8 Jahre oder 160.000 Kilometer eine Mindestkapazität der Batterie von 70%. Des Weiteren widmen sich Unternehmen wie Trace Technologies, eine Ausgründung aus der TU München, der erheblichen Lebensdauerverlängerung von Lithium-Ionen-Akkus durch Echtzeitanalyse und Optimierung entsprechender Parameter. Um die Akkulebensdauer steht es derzeit also nicht so sonderlich schlecht. Zur Reichweite sei nur gesagt, dass man auch bei einem Verbrenner unter normalen Umständen nicht täglich Reichweiten von 500 km und mehr mit einer Ladung zurücklegen muss. Fakt ist, dass im Alltag die meisten täglichen Strecken unter 100 km betragen. Und das schaffen in der Regel selbst die kleinen E-Autos. Entscheidender als die eigene Akkukapazität ist hier schon eher die Ladeinfrastruktur, also auch die richtige Interpretation der Reichweitenanzeige. Jana Höfner ist Deutschlands wohl bekannteste Elektroautofahrerin und gab im Podcast mit Electrify BW zu verstehen, Mit jedem gefahrenen Kilometer im E-Auto schwindet die Reichweitenangst, denn man lernt schnell die Reichweitenanzeige zu interpretieren. Die richtige Ladestrategie für den täglichen Bedarf, aber auch für längere Strecken ist nach wenigen Wochen Routine. Ich selbst bin auf inzwischen über 200.000 Kilometern noch nie mit einer leeren Batterie liegen geblieben. Auch Ulf Schulte, Managing Director des Ladesäulenbetreibers ALEGO, gab in diesem Zusammenhang zu verstehen, Reichweitenangst erleben Elektromobilisten auch in Deutschland immer seltener. Die Infrastruktur wächst mit ordentlicher Geschwindigkeit. Somit ist Fakt, die Reichweite von E-Autos reicht für den täglichen Alltagsbedarf vollkommen aus und mit wachsender Infrastruktur sinken die Reichweitenängste immer weiter. Des Weiteren ist es eben so, dass man sich über die Akkulebensdauer auch eher weniger Sorgen machen muss. Bestes Beispiel ist hier sicherlich das Tesla Model S mit 93% Restakku-Kapazität nach über 400.000 km gefahrener Strecke. Somit sind wir jetzt auch bei Mythos Nummer 3 angelangt. Unser Stromnetz verkraftet den Wandel hin zur E-Mobilität nicht. Aktuell gibt es in Deutschland knapp 83.175 reine Elektroautos, Stand Januar 2019. Ein Klacks verglichen mit den insgesamt etwa 45 Millionen Kfz, die hierzulande zugelassen sind. Da steht der Wachstum der Stromerfahrzeuge, jedes Jahr verdoppelt sich ihre Anzahl annähernd, sorgt bei den einen für Begeisterung, da sie eine leise und saubere Alternative zu Verbrenner darstellen, andere jedoch fürchten sich vor dem Wandel und tragen viele Bedenken in sich. Durchaus berechtigt ist die Sorge, ob das Stromnetz überhaupt geeignet ist für eine große Anzahl E-Autos. Dabei ist allerdings nicht die Strommenge das Problem. Saft gibt's genug. Das Problem ist es, eine intelligente Verteilung der Energie und ein cleveres Steuern der Ladevorgänge von Elektroautos zu erreichen, damit örtliche Stromnetze nicht unter der Last zusammenbrechen. Sollten tatsächlich einmal zu viele E-Autos gleichzeitig ans Netz genommen werden. Für die Zukunft wäre es daher am einfachsten, wenn alle gleichmäßig über den Tag verteilt ihr E-Auto laden. Das stellt für das Stromnetz kein Problem dar, zumal ein Fahrzeug ohnehin im Schnitt 23 Stunden lang herumsteht. Genug Zeit fürs intelligente, gesteuerte Laden. 45 Millionen E-Autos am Stromnetz seien kein Problem, sagt auch der verkehrspolitische Sprecher der SPD und frühere Elektromeister für die Düsseldorfer Stadtwerke, Andreas Rimkus. Aber sie werden eins, wenn wir einfach so weitermachen wie bisher. Fakt ist, unser Stromnetz verkraftet den Wandel hin zur E-Mobilität, muss seinerseits aber auch digitaler und intelligenter werden, als es bisher der Fall ist. Das Zusammenspiel zwischen Ladeinfrastrukturen und E-Autos muss angegangen werden. Bei den angestrebten Massen von E-Autos muss Laden intelligent werden. Dann klappt das auch mit dem Stromnetz. Und damit wäre auch dieser Mythos in Kraft. Wie du gemerkt hast, war das jetzt mal wieder eine kürzere Folge, die wir hier hatten. Aber mit den drei Mythen musste ich einfach aufräumen, weil geht gar nicht, wenn man sowas im Alltag hört. Vielleicht hast du jetzt auch ein bisschen was zum Argumentieren an der Hand, dass dir diese Mythen begegnen. Würde mich freuen, wenn du dann E-Mobilitätsgegner oder... Mobilitätsmütige, wie wollen wir sie nennen, mit Fakten begegnet, ist auch immer noch der beste Weg. Persönlich hoffe ich auf jeden Fall, dass ich mit unseren Fakten ein wenig dazu beiteilen konnte, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und ein wenig aufzuklären. Bevor die Folge nun zu Ende ist, noch zwei Bitten meinerseits. Sollte dir die aktuelle Folge gefallen haben, dann freue ich mich über eine Bewertung bei iTunes, Spotify und Co. oder eben dort, wo du unseren Podcast hörst. Des Weiteren wäre es natürlich großartig, wenn du mir deine Fragen zur E-Mobilität per Mail oder direkt in unserem Portal über die Kommentarfunktion zukommen lässt. Somit ist sichergestellt, dass wir auch in den nächsten Folgen des E-Auto-News-Podcasts Themen auf den Tisch bekommen, die dich und die anderen Hörer beschäftigen. Und nun bis zum nächsten Mal. Mach's gut. Ciao.