Compleo: In 40 Sekunden 450 km laden ist kein Problem

Im Gespräch mit Alfred Vrieling, Vice President Sales Europe der Compleo Charging Solutions AG

"Laden ist nicht Tanken" - für Alfred Vrieling, Vice President Sales Europe der Compleo Charging Solutions AG ist das klar. Warum er das Ganze so einordnet und ich ihm dabei nur zustimmen kann, dass erfährst du in dieser Podcast-Folge. Des Weiteren haben wir uns darüber unterhalten, warum sich die Ladeinfrastruktur augenscheinlich mehr nach Paragraphen ausrichtet, als nach den E-Auto-Fahrer selbst. Und warum sich Deutschland hierdurch selbst ein wenig im Weg steht.

Aber hör doch am besten Mal rein und blicke mit uns, auf unsere Gedankengängen. Eventuell fällt dir auch der Verweis zu einer älteren Podcast-Folge mit Sebastian Fleischhacker auf…

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich mir Alfred Vrieling, Vice President Sales Europe der Compleo Charging Solutions AG, an den Start geholt. Wir haben uns über das Thema Laden ist nicht tanken unterhalten. Eine Meinung, die Alfred ziemlich stark vertritt und die auch ziemlich einleuchtend ist, wenn man sich mal ein wenig damit befasst. auseinandersetzt und damit beschäftigt. Das haben wir auf jeden Fall getan in der heutigen Podcast-Folge, haben uns aber auch darüber unterhalten, warum die Ladeinfrastruktur insbesondere in Deutschland augenblicklich mehr nach Paragraphen ausgerichtet wird, als nach den E-Autofahrern selbst. Eine Entwicklung, die der E-Mobilität mehr im Weg steht, als sie hilft. Das war auf jeden Fall Thema bei uns im Podcast. Des Weiteren haben wir uns aber auch darüber unterhalten, warum der Fokus auf High-Power-Charging-Lademöglichkeiten nicht unbedingt der richtige Ansatz ist oder nicht der einzige Ansatz ist, den man verfolgen sollte, sondern eben immer auch den jeweiligen Einsatzfall zu betrachten. Das heißt, im Gespräch mit Alfred sind wir darauf gekommen, dass Compleo ja schon seit längerer Zeit, eigentlich seit der Gründung, den Ansatz von AC- und DC-Ladern verfolgt. Allerdings eben nicht in dem hohen Leistungsbereich von 125-150 kW aufwärts, sondern bis maximal 50 kW aufwärts. Ladestationen, die dann eben entweder bei Arbeitgebern oder auch bei Einkaufsmöglichkeiten, Aldi, Lidl und so weiter zum Einsatz kommen können, als eben auch in Hotels beispielsweise. Und warum das doch eigentlich die bessere Lösung für die Masse sozusagen ist und dort wohl auch des Öfteren genutzt wird, als diese Superschnelllademöglichkeiten. Wobei die natürlich auch für ihre jeweiligen Einsatzzwecke funktionieren. ihren Sinn ergeben. Aber da sind wir auch im Gespräch ganz gut drauf eingegangen. Ich fand, es war ein guter Austausch, an dem man sieht, wo wir aktuell mit der Entwicklung der E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur in Deutschland stehen, was wir selbst noch ein wenig besser machen können, wo jeder selbst vielleicht auch seinen Teil dazu beitragen kann, dass die Ladeinfrastruktur dementsprechend sinnvoll ausgebaut wird und wie hoffentlich auch Deutschland von Seiten der Politik beziehungsweise von der Seite der Unternehmen, die dort ansässig sind, ihren Teil dazu beitragen können, dass die Ladeinfrastruktur sinnvoll und nachhaltig aufgebaut wird. Jetzt übergebe ich mal ganz kurz in die Werbung, um danach direkt ins Gespräch mit Alfred einzutauchen. Viel Spaß schon mal mit der aktuellen Folge. Elektroauto News meldet sich gleich wieder zurück nach einer kurzen Werbung. Die Zukunft fährt elektrisch. Das ist eine Tatsache, die uns hier bei elektroauto-news.net schon länger bekannt ist. Von daher freut es mich ganz besonders, dass uns Mercedes-Benz Vans in der aktuellen Folge unterstützt. Die neuen E-Vito und E-Sprinter machen Mercedes-Benz Vans im gewerblichen Transportbereich zum Wegbereiter der E-Mobilität. Als Deutschlands aktuell einziger Anbieter findet man dort batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge im Mid-Size und Large-Van-Segment vor. Mit der geplanten elektrisch angetriebenen Variante des Citan wird Mercedes-Benz Vans zum Full-Range-Anbieter. Dank der EQ-Ready-App, die es gibt, kannst du einen elektrischen Van ganz entspannt mit deinem eigenen Smartphone probefahren. Ja, aber wie funktioniert das? Das ist eigentlich ganz simpel. Denn die App zeichnet dir deine Strecken auf, analysiert dein individuelles Mobilitätsverhalten und berechnet dann den theoretischen Energieverbrauch, um so ein Fahrprofil zu erstellen, das verrät, ob ein elektrischer Van für dich und dein Geschäft in Frage kommt. Eigentlich eine perfekte Ausgangslage, denn wie wir selbst wissen, zeigen die elektrischen Vans, dass sich lokal emissionsfreies Fahren, überzeugende Fahrleistung, Komfort und niedrige Betriebskosten bestens kombinieren lassen. Und dank der EQ Ready App weißt du auch, ob sie für dich in Frage kommen. Willkommen zurück zur aktuellen Podcast-Folge. Servus Alfred, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit genommen hast, dass wir uns ein wenig unterhalten können über dich, deine Person, Compleo, also das Unternehmen, für das du tätig bist, als auch die E-Mobilität im Ganzen. Vielleicht kannst du dich zu Beginn einfach mal kurz vorstellen und auch das Unternehmen, für das du heute oder wo du einige Einblicke drauf gibst.

  3. Alfred Vrieling:

    Servus Sebastian, ich freue mich auch sehr, dass du mich eingeladen hast für diesen Podcast. Ja, Thema Compleo ist, denke ich, sehr, sehr interessant. Das Unternehmen ist Anfang Oktober zur Börse gegangen und wie vielleicht viele in der Elektromobilität wissen, hat man dadurch natürlich auch die benötigte Gelder bekommen, um neue Investitionen und neue Wege zu gehen. Ich bin selber seit Anfang Februar bei Compleo tätig und arbeite in dem Bereich, als Vice President Sales und berichte direkt an unserem Vorstand. Bin in erster Instanz eingestellt mit dem Fokus für das internationale Geschäft, aber durch meine Vorerfahrung natürlich auch sehr viel national unterwegs gewesen. Und aus dem Grund fokussiere ich mich jetzt heute auch auf das gesamte Vertriebsgeschäft bei Compleo für die Zukunft. Compleo hat, denke ich, eine komplette Veränderung miterlebt in den letzten Monaten. Viele kennen Compleo noch aus der alten EWG-Gruppe, aber damit ist das heute eigentlich gar nicht mehr vergleichbar. Wir sind ein Pure-Play-Anbieter. Das bedeutet, dass wir uns nur auf Elektromobilitätslösungen konzentrieren. Wir haben keine andere Bereiche im Unternehmen, wo wir gegebenenfalls noch irgendetwas anderes im Unternehmen machen, was nicht mit Elektromobilität zu tun hat und fokussieren uns komplett auf Elektromobilitätslösung. Sieht man hier auch draußen am Parkplatz. Hier stehen ganz viele Elektroautos, alle fahren elektrisch. Also wir erfahren auch Elektromobilität selber. und wissen natürlich dadurch selber auch als Mitarbeitern, wo die schwierigen Punkte und die guten Punkte der Elektromobilität sind.

  4. Sebastian:

    Ja, das heißt, ihr geht ja schon mal mit gutem Beispiel voran. Vielleicht kannst du für diejenigen, die Compleo, denen das noch nichts sagt, einfach mal kurz eingrenzen, was ihr denn für Produkte anbietet, die mit der E-Mobilität eben zu tun haben, beziehungsweise du hast ja gesagt, ihr habt den reinen Fokus auf die E-Mobilität gelegt, das Ganze ja nochmal gestärkt durch den Börsengang im vergangenen Jahr, aber dass man einfach auch nochmal kurz weiß, okay, Compleo macht das und das, dass wir das auch mal eingeordnet haben für diejenigen, die es eben noch nicht gehört haben.

  5. Alfred Vrieling:

    Ja, sehr gerne. Wir haben einen starken Fokus auf Research und Development. Und die Philosophie von Compleo ist natürlich die Kontrolle, die in den unterschiedlichen Ladesystemen verbaut sind, die im eigenen Haus zu entwickeln und natürlich auch die Software dafür selber zu entwickeln und die Leistungselektronik, die für DC gebraucht wird. Wir haben ein Produktsortiment, was in erster Instanz natürlich aus der Richtung von den Stadtwerken, Energieversorgern gekommen ist, weil Compleo da aus der Tradition heraus sehr gute Geschäftskontakte hat und haben in den letzten Jahren das Portfolio erweitert in Richtung DC und bieten jetzt auch DC-Ladestationen an, in 24 Kilowatt DC mit daneben noch ein AC-Ladepunkt, 22 Kilowatt AC, Und haben mit der ZITO 500 dann auch 50 Kilowatt DC angeboten. Das machen wir ganz bewusst, weil unsere Use Cases und unsere Zielgruppen auch eher die Kombination zwischen AC und DC brauchen. Wir sehen uns nicht als Anbieter von die großen DC 350 Kilowatt Ladestationen an den Autobahnen, wo jeder darüber spricht in Bezug auf High Power Charging. Weil wenn man letztendlich mal so richtig auf die Ladekurven der Fahrzeuge schaut, dann sieht man, dass ganz viele Fahrzeuge zwar jetzt auch auf der MWB-Plattform von VW und Audi und Skoda, dass die 30 Prozent bis 125 Kilowatt laden und danach natürlich die Ladekurve relativ schnell hintergeht. Und deswegen sehen wir das mit an gewissen Standorten mit 50 Kilowatt DC in Kombination mit AC, wir eine sehr gute Lösung anbieten für bestimmte Use Cases. Wir kommen aus dem Bereich natürlich Energieversorgung und Netzanschlüsse und wissen natürlich auch in vielen Zielgruppen, wo das Auto in Zukunft geladen wird, dass dort natürlich die Erweiterung der Netzanschlüsse sehr, sehr teuer ist. Und das ist genau, wo wir mit unserem Produktportfolio auf einspielen.

  6. Sebastian:

    Der Fokus liegt also bewusst, so wie du jetzt auch gesagt hast, ihr geht da weg oder seid gar nicht erst hingegangen zu diesen HPC-Schnellladern, sondern bewusst in Anführungsstrichen im mittleren Ladesegment, würde ich jetzt mal bezeichnen, eben aufgrund der Tatsache, dass ihr dort ja auch den größten Markt, wie ich das im Vorhinein oder im Vorgespräch auch mit dir festgestellt hatte, sehen, weil es gibt ja nicht immer nur diese schnellladenden E-Autos, sondern gerade, ich sage mal, wenn wir jetzt in die Masse der Fahrzeuge reingehen, werden die auch nicht immer mit dieser immens hohen Schnellladefähigkeit ausgestattet sein, sondern wenn ich halt einen Stadtwagen habe, wie ein E-Up, einen kleinen Renault Zoe oder irgendwas in die Richtung, dann sind das ja auch definitiv eher... leistbare E-Autos, die dann auch in der Stadt verwendet werden, die ich vielleicht nicht immer unbedingt extrem schnell aufladen muss, sondern wo ich auch entsprechend Zeit dafür habe. Und da reichen dann eben auch eure Ladelösungen oder sind da eigentlich die ideale Lösung dafür?

  7. Alfred Vrieling:

    Absolut. Da bin ich komplett bei dir, Sebastian. Das ist, glaube ich, auch eine der Themen, die sehr viel diskutiert wird in Bezug auf Schnellladen und so weiter. Und man sieht auch, viele Beiträge heutzutage über High-Power-Charging, höher, schneller, mehr in Ladeleistung und so weiter. Und ich frage mich selber auch oft, ob das der wirkliche Alleinstellungsmerkmal der Elektromobilität ist, weil wenn wir heute Benzin oder Diesel tanken, wird das immer schneller sein, als das, was wir eh mit High-Power-Charging erreichen werden. Also was ist unser Unique Selling Point, das zu vergleichen mit High-Power-Charging gegenüber Benzin oder Diesel. Dabei liegen die ganz großen Vorteile der Elektromobilität, die liegen ja darin, dass wenn das Auto parkt und ich mache etwas anderes, dann meine Batterie wieder zu laden. Und dann kostet mir das keine Zeit. Also ich sage das selber auch schon seit Jahren, wenn mein Elektroauto geladen wird, dann brauche ich eigentlich nur 40 Sekunden für 450 Kilometer Energie, weil ich brauche eigentlich nur 20 Sekunden zum Ankoppeln. und 20 Sekunden wieder zum Abkoppeln. Das kann ich beim Arbeitgeber machen, das kann ich zu Hause machen. Und was ich auch sehr interessant finde, gerade so die 50 kW DC-Anwendung, die sieht man dann natürlich auch bei Supermärkten, Retail-Bereich, wo man eine Stunde unterwegs ist, dann reicht 50 kWh zum Nachladen, die reichen ja. Und ich muss sagen, wenn man selber elektrisch unterwegs ist, versucht man, die High-Power-Charge zu fühlen, wie möglich zu vermeiden, weil das gerade viel Zeit kostet. Selbstverständlich, auf die Langstrecke im Urlaub geht das nicht anders. Da bin ich voll bei Ihnen. Und wenn wir zukünftig natürlich wieder Langstrecken fahren werden, durch Corona, mit Besuche bei Kunden und so weiter, dann brauchen wir natürlich auch eine gute Schnellladerstruktur. Aber in den Medien und in vielen Discos schon wird es sehr, sehr überbewertet. Die Alleinstellungsmerkmale der Elektromobilität, die sind ja gerade in dem Laden, wo das Auto geparkt ist. Und natürlich auch nochmal in Zukunft die Themen, die VW im Moment nach vorne bringt in Bezug auf Vehicle-to-Grid. Wie kann ich die Batterie des Fahrzeugs wiederverwenden als mobile Speicher? Und das ist auch sehr interessant, weil die meisten Menschen heute schon ein Powerbank bei ihrem Smartphone dabei haben und genau wissen, wie sie das nutzen müssen. Warum sieht man das Auto nicht als fahrende Powerbank für die Zukunft?

  8. Sebastian:

    Definitiv. Also damit deinen Ansätzen hast du, also die kann ich nur widerspiegeln, bestätigen. Es kommt, denke ich, ganz stark auf die Sichtweise drauf an und auch wie du gesagt hast, in den Medien wird immer dieses High-Power-Charging in den Vordergrund gestellt. Da muss ich mich schuldig bekennen, das machen wir teilweise auch bei uns auf der Plattform. Aber ich glaube, das wird immer von denjenigen in den Vordergrund gestellt, die halt noch kein E-Auto gefahren sind. Da hast du auch das wunderbare Beispiel mit dem 50-KW-Lader im Supermarkt gebracht. Da habe ich mich gerade vergangene Woche oder vor zwei Wochen mit Sebastian Fleischhacker unterhalten im Podcast, der als E-Mobilist in Spanien unterwegs ist. Und der nutzt halt gezielt seine Einkaufszeiten, um dann dort eben auch den Akku seines Fahrzeugs vollzuladen. Der lebt gar nicht daheim. Der wohnt nahe Barcelona. Und nutzt dann eben die öffentliche Ladeinfrastruktur an Supermärkten und sagt dann halt auch, gut, der Supermarkt, der das anbietet, der kriegt dann halt auch seine Einkäufe sozusagen. Also auch Win-Win-Situation dann wieder von beiden Seiten her. Und ich denke, da muss man dann einfach auch als E-Autofahrer, hat man da, so wie du auch gesagt hast, eine ganz andere Sichtweise auf dieses Thema. Von außen ist halt immer der Vergleich Tanken, Laden, ich sage mal, irgendwo offensichtlich oder bietet sich an, weil tanken kennt jeder, das macht jeder mit seinem Verbrenner, das Laden halt nicht und da versucht man irgendwo die Bindung herzubringen, dass die aber natürlich nicht so ganz stimmig ist, merkst du dann aber auch erst, wenn du mal das erste Mal im E-Auto drin gesessen bist und dann merkst, okay, ich muss ja gar nicht schnell laden, weil wie oft ist denn der Bedarf da, dass ich diese 900 Kilometer am Stück runterreisen will oder muss?

  9. Alfred Vrieling:

    Ja, ich finde das eine interessante Diskussion, weil Ich glaube, jede Tesla-Fahrer kennt das, dass er gerade das Essen auf dem Tisch hat und dann über die App gemeldet wird, dass das Auto schon voll ist und man möge bitte das Auto wegfahren, weil sonst er Strafe bezahlt. Und die ganze Familie hat das Essen auf dem Tisch und man muss aufstehen, man muss aus dem Restaurant raus, um sein Auto dann wegzufahren, weil man die Gebühren natürlich nicht bezahlen möchte. Ich glaube, 80 Cent die Minute oder so ist das, was da angedroht wird. manchmal, glaube ich, sogar auf der langen Strecke, dass man sich seinen Bedarf eigentlich auswählen möchte. Bin ich auf Durchgang? Ich möchte schnell weiter. Natürlich möchte ich dann eine hohe Leistung schnell laden. Aber wenn ich an dem Standort, in dem Moment auch an der Autobahn, eher eine Pause plane von einer Stunde, weil ich was essen will, warum soll ich dann nicht für wenige Geld eine 50-KW-DC-Ladestation besuchen und kann ich da dann laden? Und die Investitionskosten für eine 50 kW DC sind ja auch ein bisschen anders als diese 350 kW High-Power-Charge.

  10. Sebastian:

    Das stimmt definitiv. Das ist natürlich auch noch ein Punkt. Zum einen, ich sage mal aus Nutzersicht, dass du beim Laden an sich Geld sparst. Du schonst ja auch deinen Akku, wenn du den nicht so aggressiv mit Energie vollpumpst dann. Und zum anderen natürlich auch aus Sicht der Ladeinfrastrukturaufbau sozusagen, die ja eigentlich wahrscheinlich für den Gegenwert von einer 350 kW Ladestation, keine Ahnung, vielleicht zwei oder drei 50 kW Ladestationen aufbauen könnten, die dann natürlich der breiten Masse wesentlich mehr helfen würden, als wenn ich jetzt eine Ladestation nur dorthin stelle.

  11. Alfred Vrieling:

    Genau. Das ist natürlich eine Phase, die wir im Moment im Markt noch nicht haben, weil wenn tatsächlich wir natürlich die Menschen aus den Diesel- und Benzinautos raushaben wollen in Richtung High-Power-Charging. Und da muss man natürlich so kommunizieren. Aber ich frage mich immer, wie kommunizieren wir mit Alleinstellungsmerkmalen von dem Elektroauto? Nochmals, das liegt aus meiner Sicht in eine ganz andere Richtung. Ich glaube, es wäre gut, wenn wir in diese Richtung stärker kommunizieren.

  12. Sebastian:

    Das, also auf jeden Fall. Wir versuchen das von unserer Seite aus mit der Plattform auch zu tun oder auch so mit so Gesprächen wie mit dir, dass wir da einfach auch von Porsche Insider diese Informationen an die breite Masse bringen können, damit die das auch hören und dann nicht nur irgendwelche Schlagzeilen, die dann mal kurz in Newsartikeln auftauchen auf Plattformen, die sonst kaum Berührungspunkte mit der E-Mobilität haben. Da wollen wir dann natürlich auch versuchen, irgendwie die Informationen an den Mann und die Frau zu bekommen. ist, denke ich, aber auch ein anderes Thema, was man ja vielleicht breiter, größer betrachten muss, weil es scheint immer so oder es wird darauf ja auch künstlich der Markt beschränkt, dass man sagt, ja, es gibt ja nur die Schnelllader und vielleicht noch ein paar Wallboxen daheim, was dann natürlich auch dementsprechend den Wettbewerb am Markt irgendwo in eine gewisse Richtung dann auch drängt oder führt, weil die Masse hört immer nur vom Schnellladen. Also müssen Schnellladeanbieter her. Also was brauchen wir dafür? Schnellladestation. Und das sind so Themen. Und gerade im Vorgespräch hattest du dann den netten Satz gebracht, die E-Mobilität kann man aber auch als großen Kuchen verstehen, der eigentlich auch für alle ausreicht, wenn er dann eben ja richtig verteilt wird sozusagen. Wenn er dann nicht so stark ausgebremst wird, egal ob das jetzt durch Medien oder Politik der Fall ist.

  13. Alfred Vrieling:

    Ja, absolut. Ich glaube, dass es interessant ist und wie man am Dialekt, denke ich, hier schon hört, bin ich natürlich in den Niederlanden geboren. Ich wohne jetzt seit 24 Jahren in Deutschland und erlebe das natürlich. Aber ich glaube tatsächlich, dass um einen Markt zu schaffen, müssen die Stakeholder in den Markt natürlich erstmal dafür sorgen, dass es ein Ecosystem gibt, worin Kunden Vertrauen haben. Und ich habe selber einmal miterlebt, wie ein 55-jähriger Mann versucht hat, mit einem Renault Zoe an einem Tesla Supercharger zu laden. Und er aller Ernst nicht wusste, dass das nicht funktionierte. Jetzt wir alle Fachidioten sagen natürlich, könnte man ja wissen, dass das ein proprietäres System ist. Aber jemand, der eigentlich nur ein Benzin- oder ein Dieselfahrzeug gefahren hat, ist eigentlich, wenn er umsteigen möchte auf die Elektromobilität, natürlich erst sehr, sehr gebremst, weil er wahnsinnig viel lernen muss, weil er technologisch sehr, sehr unterlegt sein muss. Und ich glaube, dass das eine von den großen Hürden zurzeit ist, wenn man auch im privaten Umfeld, man spricht mit anderen über Elektroautos, ist doch immer wieder das Thema von, ja, wie geht das dann eigentlich mit dem Abrechnen von Strom und wie funktioniert das dann? Und dann versucht man als Person, weil man in der Branche natürlich tätig ist, das mal zu erklären. Und leider habe ich dann zu oft auch mal erfahren, dass man dann gesagt hat, ja, zum Glück kann man doch noch den Verbrenner auch noch mal behalten. Dann fahren wir damit mal die Langstrecken. Und damit hat man dann das Ziel nicht erreicht und Das liegt, glaube ich, sehr daran, wie wir uns autorisieren, heutzutage an der Ladeinfrastruktur, wie unser Roaming-System gedacht ist. Jetzt kommt natürlich eine ganz starke Bewegung, Plug & Charge aus der Automobilindustrie kommt dabei. Es gibt Giro-E-Karten, die angeboten werden können. Es gibt Kreditkarten, die angeboten werden können. Es fehlt mir noch der Münzeinwurf, dass wir den wieder machen. Und so haben wir am Ende aus meiner Sicht sieben, acht Systeme, die alle irgendwie wahrscheinlich ihre Berechtigung haben. Aber wie sollen wir das einem normalen Bürger, der kein Techniker ist, noch erklären? Der hat ein Portemonnaie, da hat er ein paar Karten drin. Und irgendwie ist er, man kann ihm auch erklären, dass er vielleicht eine Karte vom Mobility Service Provider kaufen muss oder dass der Vertrag schon im Auto liegt, so wie das bei Block und Charge jetzt angedacht ist. Aber das wird ja nicht überall funktionieren. Und er wird immer wieder Erfahrung haben, dass er dann, so wie dieser Mann bei den Tesla Supercharger, merkt, hey, das funktioniert nicht. Und ich sehe es als große Aufgabe der Branche, da einfach mal einheitlicher zu werden und einfach mal klarer zu werden. Wir bei Compleo sind ein Hersteller, der eigentlich versucht, das zu tun, was unsere Kunden fragen. Also wir bieten eigentlich alles an. Und haben jetzt auch in Zukunft dann auch die Möglichkeit, in Bezug auf Kreditkarten, das an Betreiberinnen zu bieten, wenn man das möchte. Aber das ist natürlich ein wahnsinniger Entwicklungsaufwand. Das ist natürlich viel Aufwand für Unternehmen, um all diese Systeme zu kennen, zu entwickeln, durchzuentwickeln, diesen neuen Innovationen folgen zu können. Und deutsche Unternehmen müssen das alles machen, weil irgendwie die Dinge... nicht so ganz deutlich geklärt sind. Und das ist sehr, sehr schade. Kostet viele Ressourcen. Und wenn man den Elektromobilitätsmarkt mal sieht, ist das ein globaler Markt und werden wir auch internationalisieren müssen. Und dafür fehlen dann bei vielen Unternehmen letztendlich die Ressourcen. Und internationale Firmen, die natürlich aus Märkten wie England, Niederlande, Norwegen kommen, die haben all diese Problematiken nicht gehabt. und kommen natürlich dann jetzt auch auf unsere Heimmarkts in Deutschland natürlich rein und haben es natürlich bedeutend leichter, weil sie diesen ganzen Ressourcen in der Vergangenheit nicht aufbringen mussten, aber mittlerweile die Dinge dann etwas klarer geworden sind. Und das ist etwas, was wir, glaube ich, echt wünschen würde, dass man das Ganze nicht immer so sieht von, das ist mein Stück Torte und ich will die Torte für mich haben und ich will die essen, aber dass man sich viel mehr damit beschäftigen muss, dass die Torte immer größer wird, weil sie eine Akzeptanz bei den Bürgern findet und dass danach dann auch jeder ein großes Stück Kuchen oder Torte essen kann, weil die Torte wird ja größer. Und ich glaube, dass der Elektromobilitätsmarkt groß wird, da brauchen wir nicht drüber zu diskutieren.

  14. Sebastian:

    Das steht definitiv fest und ist auch, denke ich, absehbar in den nächsten Jahrzehnten. Das wird nicht das Thema sein, aber so wie du sagst, man müsste eher eure Sicht verfolgen, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Was kann er, was ist sinnvoll für ihn, wie geht er damit um? müssen wir uns überhaupt, um es mal bei deinem Beispiel zu belassen, über Münzgeldeinwurf Gedanken machen sozusagen oder reicht es vielleicht einfach aus, mal die ganze Geschichte praktisch zu denken und da ist ja Deutschland, will auf der einen Seite Vorreiter sein, will die eigene Automobilindustrie stärken, die eigenen Hersteller, bringt dann aber sowas wie die Ladesäulenverordnung mit an den Start, die ja auch sinnvoll ist, insofern die marktnah, käufer- oder fahrernah irgendwo gestaltet wird. Aber durch diese ganzen Paragrafen, Regularien, die man sich da, glaube ich, auch selbst auferlegt, bremst man natürlich sich stärker aus. Und so wie du ja auch gesagt hast, für die deutschen Unternehmen, die sich zunächst erstmal auf den eigenen Heimmarkt konzentrieren, wird die Expansion dann um einiges schwieriger, weil ihr habt Schwierige Startbedingungen hier müsst ihr erst mal geregelt bekommen, bevor ihr dann ins Ausland gehen könnt, wohingegen das Ausland ja seine Basis schon bereitet hat und sich dann in Anführungsstrichen nur noch mit dem deutschen Markt beschäftigen muss. Also von daher, da muss schon ein Umdenken stattfinden.

  15. Alfred Vrieling:

    Korrekt. Ich bin sicherlich nicht, soll nicht den Eindruck entstehen hier, dass man mit Münzen wieder bezahlen müsste. Auf gar keinen Fall. Ich bin ein sehr moderner Mensch, der sehr viel mit Apple Pay bezahlt, über das Smartphone, weil ich es sehr praktisch finde und das auch sehr Corona-konform ist und so. Finde ich eine sehr gute Technologie. Aber ich bin oft wieder überrascht, wenn ich mein Handy ziehe, für wie viele Firmen das eigentlich sehr unüblich ist und wie viele eigentlich sagen, oh, das kenne ich ja gar nicht. Sie sind einer der wenigen, der hier mit dem Smartphone bezahlt. Und ich glaube, Menschen, die in der Technik unterwegs sind, die sind das gewohnt, die zahlen gerne mit neuen Technologien. Aber wie hat sich das dann durchgesetzt? Zahlt 50 Prozent der deutschen Bevölkerung, der Bevölkerung, die Autos fahren mit Apple Pay? Noch lange nicht. Und da haben die meisten doch echte EC-Karten oder Kreditkarten noch dabei. Haben wir uns gerade daran gewohnt, daran gewöhnt, dass wir damit auch bezahlen können. Und ich glaube, dass das... Dass man ein bisschen mehr schauen sollte, wie macht man das leichter, den Zugang mit einem Elektroauto mal loszufahren und wie schafft man das Vertrauen, dass die Bürger sagen, ja, das funktioniert. Ich habe keine Angst mehr, dass ich vor einer Ladesäule stehe und ich bekomme keinen Strom.

  16. Sebastian:

    Da hast du definitiv recht. Also klar, es muss einfach irgendwo eine klare Linie erkennbar sein und man muss eben die Paragraphen, die Vorgaben, die Regularien, die sich vielleicht im Markt teilnehmen, auch selbst ausdenken oder von der Politik kommen, ein Stück hinten anstellen und eher den Kunden wieder in den Mittelpunkt stellen und sagen, hör zu, was will der Kunde denn einfach? Wie kann er das denn leben? So ein Renault Zoe-Fahrer, mal unabhängig davon, ob er jetzt am Tesla Supercharger war, der hätte ja auch an einer anderen Ladestation sein können, wo er keine Zugangskarte einfach dafür hat oder nicht die passende App oder vielleicht auch keinen Netzzugang dort einfach vor Ort. Dem muss das ja so einfach wie möglich gemacht werden. Im Endeffekt hat der ja eigentlich in meiner Vorstellung immer noch nur eine Karte vorzuhalten, egal welche Karte das jetzt ist, ob EC, Shiro, Kreditkarte oder einfach von einem Mobility-Anbieter, hebt die dran, bezahlt und hintendran muss das dann halt verteilt werden sozusagen. Bei dem Nutzer muss es ja an sich eher zweitrangig sein. Wenn ich jetzt in der Tankstelle mein Benzin bezahle, um den Vergleich nochmal zu bemühen, mit der Kreditkarte oder EC-Karte, mache ich mir auch keine Gedanken hintendran, an wen da jetzt welche Geldbeträge fließen.

  17. Alfred Vrieling:

    Ja, wie sagt man immer so schön im Deutschen? Der Wurm muss den Fisch schmecken und nicht umgekehrt. Ich glaube tatsächlich, dass das wichtig ist. In dem heutigen System ist es ja auch noch so, dass solche Betreiberverträge mit Mobility Service Providern ja auch andauernd ändern. Wir haben das jetzt mit andere Unternehmen gesehen, wie Tarifen hochgegangen sind an Ladestandorte, weil der Betreiber gesagt hat, ja, ich verändere mein Tarifmodell gegenüber dem Service Provider. Und auch das ist natürlich für viele Endkunden einfach unverständlich. Die haben irgendwo, zum Beispiel im Norden von Bayern ist so ein Netzwerk, wo sich das eine oder andere sich aufgetan hat, Da hat man dann immer geladen mit seiner normalen Karte von dem Energieversorger und auf einmal geht es gar nicht mehr, weil der Betreiber die Verträge nicht verlängert hat oder der Provider die Beträge nicht mehr bezahlen wollte bei dem Betreiber. Das ist aus meiner Sicht sehr schwer zu erklären, wie das funktioniert und ich würde mir wünschen einfach, dass wir da viel mehr versuchen, ein System und in eine Richtung zu fahren. Ich glaube, das ist für die Industrie und für die Hersteller auch sehr, sehr gut.

  18. Sebastian:

    Ja, weil ihr habt für die Endkunden vor allem natürlich, so wie du jetzt auch schon mehrfach dann betont hattest, aber auch für alle anderen, die an dem Markt dann teilnehmen und beteiligt sind, wird es sehr einfacher dann, wenn man einen festen Rahmen hat, in dem man sich bewegen kann, dann weiß man, okay, das ist möglich, das ist akzeptiert auch von der Gesellschaft, von den immer mehr werdenden E-Auto-Fahrern und ihr könnt euch dann auch darauf konzentrieren, weil ich denke, das ist ja auch mit das Wichtigste jetzt für so ein Unternehmen wie euch. Euch ist es ja erstmal relativ egal wahrscheinlich, ob da jetzt Karte, EC-Karte, Münzgeld oder so weiter, aber ihr wollt halt einfach auch eine klare Richtung haben und könnt ja auch nicht parallel in alle Richtungen entwickeln, weil auch wenn ihr jetzt durch den Börsengang da, ich sage mal, die finanzielle Seite abgesichert habt oder erstmal abgesichert habt, muss man ja trotzdem mit dem Geld auch wirtschaften und mit den Ressourcen, die man hat und kann dann nicht komplett in alle Richtungen irgendwie das Geld verstreuen.

  19. Alfred Vrieling:

    Ja, absolut. Absolut. Das ist klar, aber das ist eine Wünsche, die man natürlich nicht ausspricht und wo man auch sagen kann, Ja, wenn man dann mal so in andere Länder guckt, dann sagt man, guckt man alle auf die Niederlande und alle sagen, wow, wie toll das da funktioniert. Und wenn ich meinen 82-jährigen Vater erklären möchte, wie die Elektromobilität funktioniert, dann sage ich dem, hol dir die und die Karte. Der könnte die zum Beispiel, ich nenne mal jemanden vom Energieversorger oder von der ADAC oder so, der holländische ADAC. Und der hat Zugang überall. Ja, der hat einfach überall Zugang, weil weil dort natürlich die Stakeholder gesagt haben, wenn wir nicht ein Ökosystem bauen, worin der Endkunde Vertrauen hat, dann wird der Markt nicht größer, dann wird der Kuchen nicht größer. Und genau sowas wäre etwas, was für uns natürlich, glaube ich, auch ein sehr entscheidender Faktor sein wird. Und was es dann ist, welche Technologie, schauen wir mal, was man da das Beste findet, aber bitte keine sieben oder acht Technologien am Ende. Das wäre nicht gut.

  20. Sebastian:

    Klar, es muss schon eine klare Linie erkennbar sein. Das heißt aber nur, um das Ganze mal nicht so ganz negativ dastehen zu lassen, wie es vielleicht überkommt, es passiert ja auch einiges am Markt. Also es ist ja Bewegung drin. Ihr beschäftigt euch mit dem Thema Politik, beschäftigt sich mit anderen Marktbegleitern von euch, sind daran beteiligt. Also es scheint sich schon was zu bewegen, aber es könnte natürlich, gerade wenn wir den Vergleich zu den Niederlanden jetzt ziehen, schon noch eine Spur schneller gehen.

  21. Alfred Vrieling:

    Absolut. Es hängt natürlich auch von Struktur, vom Markt ab. In den Niederlanden kann man, wenn man in einem gewissen Teil ist, sind wenig Möglichkeiten, zu Hause zu laden. Also in den Niederlanden ist man auch sehr, sehr, sehr abhängig von dem öffentlichen Laden. Und wenn man zum Beispiel hier in Deutschland schaut, dann können natürlich nicht die Menschen, die in der Stadt wohnen, das ist natürlich wieder ein ganz anderes Modell, ist dafür erforderlich. Aber viele, die auf dem Land wohnen und ein eigenes Haus haben, die können natürlich zu Hause laden. Die, die in der Stadt wohnen, die gegebenenfalls nicht vor der Tür laden könnten, haben vielleicht eine Möglichkeit, in Zukunft mal beim Arbeitgeber zu laden. Oder da gibt es dann vielleicht mal Ladehubs auch mal, wo man dann wohl superchargen kann. So wird es die unterschiedlichen Möglichkeiten geben. Und ich bin da bei dir. Man darf das auch nicht überbewerten, weil letztendlich Strom gibt es nahezu eigentlich überall. Das ist was ganz anderes als Benzin. Ich habe nie eine Benzintankstelle zu Hause gehabt, aber Strom hatte ich zu Hause. Ich habe auch nie eine Benzintankstelle hier beim Arbeitgeber gehabt, aber Strom gibt es hier. Also Strom gibt es an so viele Stellen. Also es gibt so viele Möglichkeiten, das Auto an gewisse Stellen wieder aufzuladen, dass man tatsächlich natürlich auch diese öffentliche Ladeinfrastruktur vielleicht auch weniger nutzen muss, als wie es vielleicht in der Diskussion ein bisschen dargestellt wird. Korrekt. Also in der Regel ist es bei mir so, 80, 85 Prozent ist Arbeitgeberladen, Zuhause-Laden gewesen. Jetzt weiß ich, dass ich natürlich für mich spreche und dass das für viele andere Menschen in Städten wahrscheinlich unterschiedlich sein wird. Aber dafür auch nur 15 Prozent, glaube ich, 20 Prozent von 80.000 Kilometern in zwei Jahren im Öffentlichen geladen habe.

  22. Sebastian:

    Ja, da hast du definitiv recht, Alfred. Also gerade so diese... Aus Betrachtung der Herausforderungen beim Laden kommt es, denke ich, darauf an, was sind denn die Möglichkeiten, die überhaupt geboten werden. Klar kann nicht jeder beim Arbeitgeber laden, klar wird nicht jeder daheim laden müssen. Aber da wird man einfach auch immer schauen müssen, welchen Kompromiss oder welche Möglichkeit kann man denn in Anspruch nehmen sozusagen. Und ich gehe auch stark davon aus, dass gerade dieses Arbeitgeberladen als auch die Möglichkeit, daheim zu laden, egal ob es eine Eigentumswohnung, ein Haus oder Mietwohnung ist, wird einfach immer mehr kommen. Und dadurch wächst ja auch, ich sage mal, das Angebot der Ladeinfrastruktur. Und dann werden wir hoffentlich in ein paar Jahren zumindest diese Thematik dann nicht mehr haben. ja, ich kann mein Auto gar nicht mehr laden, sondern du hast es ja schon sehr passend beschrieben. Benzin gab es noch nie daheim, die gab es noch nie beim Arbeitgeber oder wahrscheinlich nur bei den sehr wenigsten, aber Strom hast du einfach überall und ich denke, das ist der Gesichtspunkt, den man mal als Ausgangsbasis nehmen sollte und dann eben positiv, insofern man das denn kann, darauf hinwirken sollte, dass dann eben der Markt sich auch entsprechend entwickeln kann, mit Lösungen, die eben auch Sinn ergeben für die Marktteilnehmer und nicht nur für Betrachter, die von außen drauf blicken.

  23. Alfred Vrieling:

    Ja, wir betrachten natürlich die Use Cases auch sehr stark und erfahren das natürlich auch selber an unserem Fahrverhalten und so weiter. Wir sehen natürlich auch beim Arbeitgeber auch wieder diese Use Case. Es gibt viele, die acht Stunden stehen. Und dann gibt es natürlich, gut im Moment im Corona natürlich ein bisschen weniger, weil wir alle im Homeoffice sind, aber normalerweise hat man viele Mitarbeiter, die acht Stunden stehen oder neun Stunden oder manchmal arbeiten wir ein bisschen länger. Und es gibt natürlich auch Besucher und da sieht man oft dann auch da wieder, dass diese Kombination DC-AC gebraucht wird, weil einige Besucher natürlich mit einer 11-KW-Homeboard-Lade so eine 70 Kilometer pro Stunde nachladen können. Und diese Besucher sind immer sehr, sehr glücklich, wenn sie mit vollem Batterie wieder hier wegfahren oder wenigstens 80 Prozent wegfahren können, sodass sie eigentlich auch wieder auf dem Weg nach Hause diese Supercharge einmal nicht machen müssen und ihre Frau anrufen können, dass sie halbe Stunde, 45 Minuten früher zu Hause sind. Das freut auch immer sehr, sehr viele Besucher. Ich glaube, das ist auch in der Use Case, das macht, denke ich, auch Compleo einzigartig. dass wir sowohl das AC aus DC und dann DC 24 Kilowatt, wenn Besucher hier bei uns zwei Stunden ist, dann brauchen wir keine größeren Netzanschlüsse. Aber er hat auf jeden Fall 48 Kilowattstunden nachgeladen. Bei einem Batterie 75 und er ist nicht ganz leer, wenn er hier ankommt, fährt er wieder ganz zufrieden nach Hause. Und das ist etwas, glaube ich auch, das man immer so ein bisschen aus dem Use Case heraus betrachten muss. Wie sind da die Bedürfnisse und welches Bedürfnis kommt aus dem Anwendungsfall heraus?

  24. Sebastian:

    Und das habt ihr echt ganz gut gelöst. Also gerade, wie du sagst, das Beispiel da mit dem Außendienstler, der bei euch dann zu Besuch ist und dann mal für zwei Stunden laden kann und dann eben auch die halbe Stunde früher bei seiner Frau wieder daheim ist oder bei seinem Ehemann, ist ja ein wunderbares Beispiel dafür, dass es echt darauf ankommt, sich Gedanken darüber zu machen, was für eine Herausforderung habe ich denn eigentlich, die ich lösen möchte und entwickle danach die Lösung. Und such mir nicht irgendwie ein Problem raus, was gar keins ist, weil, wie gesagt, gerade diese Schnelllader-Geschichte, die werden ja immer in Verbindung gebracht mit langen Reisen und so weiter. Klar, reise ich ein-, zwei-, dreimal, vielleicht im Jahr in Urlaub auch eine längere Strecke, brauche dann diese Schnelllader oder bin froh, wenn es die gibt.

  25. Alfred Vrieling:

    Absolut.

  26. Sebastian:

    Aber realistischer ist ja definitiv der Fall, dass ich es in meinem Alltag brauche, dass ich ja das öftere Mal irgendwie auf Geschäftsfahrten unterwegs bin, dass ich mal in der Stadt unterwegs bin, wo ich einkaufen gehe. Und da sind halt eben gerade diese Schnelllader, ich sage mal DC-Ladestation bis 50 kW dann doch eher lösungsorientiert, als dann Schnelllader hinzustellen?

  27. Alfred Vrieling:

    Ja, natürlich auch von den ganzen Kosten zur Erstellung von so etwas natürlich auch ganz anders. Sie müssen aber natürlich an den richtigen Stellen stehen. Es macht natürlich keinen Sinn, dass Sie da dort stehen, wo jemand unbedingt schnell laden muss. Das hat dann mit High-Power-Charging, macht natürlich keinen Sinn. Aber es gibt ganz viele Stellen, wo einfach 50 kW oder 24 kW DC in Kombination mit AC, 11 Kilowatt, einfach eine sehr gute Anwendung ist. Absolut. Das Laden ist sowieso nicht gleich Tank. Das ist sowieso was anderes. Das muss aus dem Kopf raus. dass wir die ganze Zeit über Tanken, das Tanken vergleichen mit Laden, das Tanken ist vorbei, das ist alt, das machen wir nicht mehr, wir laden heutzutage.

  28. Sebastian:

    Das stimmt und damit haben wir, glaube ich, auch einen ganz guten Schlusssatz oder hast du gut eingeleitet. Jetzt haben wir einen guten Überblick darüber bekommen, was ihr anbietet, warum ihr euch die Gedanken gemacht habt oder in diese Richtung entwickelt habt, wo ihr jetzt seid und wo ihr auch weiterverfolgen wollt. Und mit Laden ist nicht gleich tanken, hat man eigentlich schon alles getroffen an der Aussage. Und gerade wenn man sich unser Gespräch angehört hat, es gibt ja die Möglichkeiten, es entwickelt sich was. Wir müssen da, denke ich, offen dafür sein, aber dann auch irgendwann mal einen festen Rahmen brauchen, wo dann die Marktteilnehmer alle drin arbeiten und sich orientieren können und auch Entwicklung betreiben können. Und dann dürfte dem weiteren Wachstum der E-Mobilität natürlich auch nichts im Wege stehen.

  29. Alfred Vrieling:

    Ja, das denke ich auch. Dann wird der Markt sehr, sehr groß sein. Und sie wächst natürlich auch schon fantastisch in den letzten Monaten. Das merken wir bei Compleo auch. Und ich glaube, dass da die Zeichen ja eigentlich sehr, sehr deutlich sind. Wobei man ab und zu noch mal wieder mit Technologien ankommt, die einen viermal höheren Energieaufwand haben, die natürlich gut sind. für die fossile Industrie, dass es dann doch noch wieder ein Geschäftsmodell für denen gibt. Aber ich glaube, das Elektroauto setzt sich sehr, sehr stark durch und freue mich auch sehr über die Kommunikation von VW in Bezug auf Vehicle-to-Grid und Vehicle-to-Home, weil da sind aus meiner Sicht sehr, sehr große Potenziale, um in Zukunft echt was für die nächste Generation anzubieten. die nächste Generationen zu tun. Und da können wir sehr, sehr viel einsparen. Wenn wir solche Technologien intelligent anwenden, dann können wir alle zusammen in der Elektromobilität was bewegen.

  30. Sebastian:

    Das hört sich doch gut an und ich hoffe auch, dass das so passieren wird mit Vehicle-to-Grid. Da haben wir natürlich noch einen längeren Weg vor uns. Da gibt es auch noch einiges zu regeln.

  31. Alfred Vrieling:

    Viel Rechtliches. Ja, absolut.

  32. Sebastian:

    Das wäre wahrscheinlich ein eigener Podcast wert, aber der Ausblick ist da, die Vision, dass man da einen Weg einschlagen kann. Und so wie du sagst, wir dürfen es ja jetzt nicht auf unsere Generation verlassen. beschränken, sondern müssen da weiterdenken. E-Mobilität wird der Standard, werden in Zukunft oder ist auf gutem Weg dorthin und von daher freuen wir uns über jede positive Entwicklung.

  33. Alfred Vrieling:

    Ja, wir auch.

  34. Sebastian:

    Dann vielen Dank für deine Zeit, Alfred und ich freue mich auf den Austausch.

  35. Alfred Vrieling:

    Ich habe mich sehr gefreut und danke für die Zeit.

  36. Sebastian:

    Vielen Dank. Danke für deine Zeit. Bis dahin.

  37. Alfred Vrieling:

    Okay, bis dahin.