ElectricRoutes verspricht beste Route in unter 2 Sekunden zu finden

Im Gespräch mit Sebastian Gieschner

Sebastian Gieschner war in dieser Folge des Elektroauto-News.net Podcast zu Gast und hat sich mit mir über das 2021 gegründete Unternehmen ElectricRoutes GmbH, sowie deren gleichnamige Routenplanung-Lösung für E-Autos unterhalten. Im Gespräch zeigt Sebastian auf wie ElectricRoutes es schafft die Routenplanung auf Kurz- und Langstrecke attraktiver als andere Marktbegleiter zu gestalten und wie man die eigenen Stärken gegenüber bereits verbauten Navigationslösungen an den Start bringt.

Für Geschäftskunden besteht zusätzlich die Möglichkeit die Routenplanung in eigene Apps über eine API einzubinden. Hierfür bietet ElectricRoutes ein Entwicklerportal mit den nutzbaren Schnittstellen und der dazugehörigen Dokumentation. Mehr Details gibt's wie immer in der Folge selbst. Also los, rein hören!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich meinen Namensvetter, zumindest teilweise, Sebastian Gieschner, zu Gast. der dir und mir etwas mehr über ElectricRoutes erzählt. ElectricRoutes ist eine App-Lösung sowohl für iOS als auch für Android-Smartphones und wartet auch mit einer responsiven Webseite auf, die dann eben Laptop, Tablet, Computer genutzt werden kann, um in gerade einmal zwei Sekunden oder besser gesagt in unter zwei Sekunden die perfekte Route zu planen. worauf es dabei ankommt, was die App alles beachtet, welche Möglichkeiten man als Nutzer hat und warum die Lösung von ElectricRoutes eben besser sei als herkömmliche oder bereits vorhandene Navi-Lösungen verschiedenster Hersteller. Das gibt uns Sebastian im aktuellen Gespräch zu verstehen. Von daher würde ich sagen, gehen wir direkt rein und dir viel Spaß beim Zuhören. Wir hören uns nach der Folge nochmal. Servus Sebastian, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über ElectricRoutes unterhalten. Ja, eine App, die ihr entwickelt habt sozusagen, die die Routenplanung für E-Fahrzeuge um einiges einfacher gestalten soll, als es derzeit am Markt der Fall ist. Vielleicht stellst du dich zu Beginn des Gesprächs kurz selbst unseren Hörern vor und dann kannst du da auch gerne ein paar Worte über ElectricRoutes verlieren und wie euer Unternehmen eben entstanden ist.

  3. Sebastian Gieschen:

    Ja, hi Sebastian. Vielen Dank auf jeden Fall für die Einladung, dass wir... uns auch heute nochmal über ElectricRoutes unterhalten. Ich selber habe Maschinenbau oder Maschinenwesen studiert an der RWTH in Aachen und habe halt in den letzten Jahren nach dem Studium sehr viel mit dem Thema auch E-Mobilität und Softwareentwicklung zu tun gehabt und habe in dem Zuge ja auch am eigenen Leib erleben müssen, wie noch die ersten Fahrzeuge nur wenige hundert Kilometer weit gekommen sind und man da dann auch häufig laden musste und ja, ich glaube, wir kennen das alle irgendwie so ein bisschen, dass man da dann früher noch in Foren gegangen ist, sich angeguckt hat, welche Ladestationen sind verfügbar, wo kann ich mit welcher Ladekarte laden und so weiter und das haben wir dann Ja, mit ein paar Freunden und Kollegen haben wir dann halt überlegt, wie kann man das ganze Thema denn eigentlich mal besser machen. Und wenn wir, also vor zwei Jahren ungefähr, wenn wir da mal darüber nachdenken, was für Themen uns jetzt heute begegnen, wo wir jetzt gerade stehen, auch mit der Ladeinfrastruktur, haben wir damals gesagt, das muss doch eigentlich viel einfacher sein. Und wenn später mal die ganzen Fahrzeuge rauskommen, dann kann es eigentlich nicht die Erwartungshaltung sein, dass jeder in Foren nach Ladestationen sucht und dann bei Google Maps sich irgendwelche Routen hinlegt und dann hofft, einfach auch anzukommen. Und daher haben wir ein System genutzt, das wir schon mal gebaut haben und haben das dann nochmal ein bisschen in Richtung E-Mobilität getrimmt und der Algorithmus, der daraus entstanden ist, ist heute auch Kernbestandteil von ElectricRoutes. Das ist ein Algorithmus, der letztendlich in der Lage ist, ganz schnell Routen von A nach B quer durch Europa aktuell zu planen und der hilft dabei, sehr gut und präzise vorherzusagen, wo man ungefähr laden muss und berücksichtigt dabei mehrere Faktoren, wie zum Beispiel die Die Ladekurve, die Verbrauchskurve von Fahrzeugen, aber auch die Verfügbarkeit von Ladestationen und die Fahrzeugtypen. Und ja, jetzt sind wir seit ungefähr zwei Wochen mit einer ganz neuen Version live, die jetzt auch nochmal weitere tolle Features drin hat. Und sind jetzt in der ElectricRoutes GmbH aktiv und gucken uns da an, wie wir quasi das Thema der Reichweitenangst und der Routenoptimierung lösen können. und haben eine App im App Store und einen Webplanner, über den man das machen kann. Und wir haben jetzt schon so viel gutes Feedback gehört von Nutzern und Nutzerinnen, die jeden Tag die App auch nutzen und sagen, hey, ich bin ein großer Fan von der Lösung, ist auf jeden Fall die einfachste und schönste, die momentan am Markt existiert und wann kommen denn diese Features? Und wir kriegen da wirklich sehr, sehr spannendes und tolles Feedback und freuen uns da jeden Tag über weiteren Input.

  4. Sebastian:

    Vielen Dank, dass du uns das schon mal abgeholt hast, Sebastian. Das heißt, das ist schon angeschnitten, ihr bietet kostenlos, soweit ich weiß, für iOS und Android eben eine Smartphone-App an zur Routenplanung, aber auch eben responsiv über eine Webseite sozusagen, das auch auf meinem Laptop, Rechner und so weiter aufrufen kann. Und ihr versprecht, dass man in unter zwei Sekunden sozusagen die beste Route planen kann, wenn ich das richtig verstanden habe aus eurer Pressemitteilung damals. Ja.

  5. Sebastian Gieschen:

    Genau, also wir haben uns ein paar Gedanken gemacht und überlegt, wann plane ich denn eigentlich eine Route? Und da gibt es verschiedene Szenarien. Das eine ist, dass man sich halt einfach an seinen Computer setzt und überlegt, ich muss morgen von Hamburg zum Beispiel, wo ich selber auch lebe, nach Köln fahren oder Düsseldorf. Und ich will einfach mal ungefähr wissen, wo ich denn dann laden werde oder laden muss mit einem bestimmten SOC, den ich habe. Und das mache ich meistens am Computer, deswegen haben wir auch die Website oder den Webplanner gebaut, auf dem man dann letztendlich auch die Routen planen kann. Da kann ich dann Fahrzeugdaten eingeben. Da kann ich auch mein SOC am Start oder am Ziel definieren und meine Ladekarten und die Ladenetzwerke auswählen, die ich da nutzen möchte. Und kann dann ganz einfach diese Route am Computer planen und sehe halt quasi, wie es denn morgen ablaufen würde. Und das kann ich über den Webplaner machen. Und dann auf der anderen Seite ergibt sich die Situation, dass ich im Auto sitze und losfahren will, aber gar nicht genau weiß, wo ich ihn eigentlich als nächstes laden muss. Und dafür haben wir die App, die ist genau richtig kostenlos im App Store und im Google Play Store verfügbar und die kann ich mir auf mein Handy laden und dann kann ich quasi dort die gleichen Routen planen und habe dann auch direkt die Möglichkeit und das ist, glaube ich, auch ein sehr spannender Faktor, wie wir das auch immer wieder sehen und als Feedback zurückbekommen, die Turn-by-Turn-Navigation starten und werde dann quasi wirklich von meinem Startpunkt bis zum Zielpunkt durchgehend begleitet. Und ich habe so eine Art Co-Pilot an meiner Seite, eine Assistenz, die mich die ganze Zeit begleitet und mir quasi auch so die Angst nimmt, irgendwo mal zu stranden. Weil, was auch nochmal ein Faktor ist, ist, dass wir natürlich erstmal eine Route planen, also mit bestimmten Werten eine Annahme treffen, dass man irgendwo laden muss. Aber dann gibt es immer wieder Ereignisse wie zum Beispiel Verfügbarkeit. Dann sind gerade alle Ladepunkte besetzt. Das will ich natürlich eigentlich nicht erleben. Das heißt, wir gucken im Hintergrund immer, bevor man an so eine Ladestation ranfährt, ob sie dann auch wirklich verfügbar ist. Wenn dem nicht so ist, berechnen wir eine neue Route. und geben quasi einen Alternativvorschlag. Aber das andere Thema, wo wir gerade auch intensiv dran arbeiten, ist die Bereitstellung und Integration von Fahrzeuginformationen, sodass ich quasi mein Live-SOC in regelmäßigen Abständen aus dem Fahrzeug ziehen kann und dann in dieser integrierten Turn-by-Turn-Navigation regelmäßig geguckt wird, passt das denn eigentlich auch zu dem, was wir da geplant haben? Oder ist man vielleicht viel zu schnell unterwegs, verbraucht mehr als ursprünglich gedacht? Und auch dann machen wir eine dynamische Kalkulation. Und gucken, ob es vielleicht eine andere Station gibt, die jetzt ein bisschen günstiger ist. Also ein bisschen besser ist anzufahren, weil dort gerade alles frei ist und weil sie näher ist und nicht vielleicht früher schon mal laden kann. Und das sind halt so Themen, wo wir versuchen einfach so den, ich sag mal, den Rücken freizuhalten und diese Angst zu nehmen, von A nach B zu fahren und Langstrecke auch wirklich mal im E-Fahrzeug zu machen. Und stehen da quasi zur Seite und helfen mit ElectricRoutes genau diese Reichweitenangst zu lösen. zu minimieren oder am besten zu eliminieren. Das ist auch unsere Vision und unser Ziel, dass wir da komplett als Assistenz nebenbei quasi immer an der Seite sind und unterstützen.

  6. Sebastian:

    Vielen Dank für die Ausführung deinerseits. Assistent, klar, hilfreich, vor allem dann auch mit der Navigation, auch im Hinblick, dass ihr ein lernendes System seid, so wie du ja eben auch ausgeführt hast, mit künftigen Updates, dass ihr dann auch Daten aus dem Fahrzeug erhalten könnt, leuchtet das vollkommen ein, dass ihr davon ja dann auch profitiert sozusagen mit diesen Zusatzdaten. Was ist jetzt aber für mich der Unterschied? Also ich sage mal, Als Nutzer von einem E-Fahrzeug, das jetzt auch einigermaßen modern ist, habe ich ja in der Regel da auch Navi-Systeme drin. Die sind dann in der Regel auch so aufgebaut, dass ich dort Zugriff auf Ladestationen habe, dass mir die angezeigt werden. Warum müsste ich jetzt auf ElectricRoutes dann noch zurückgreifen? Also wo ist da der Unterschied für mich jetzt als Fahrer dann?

  7. Sebastian Gieschen:

    Ja, also zum einen, das ist eine wirklich gute Frage und die haben wir uns natürlich auch intensiv gestellt. Nur leider haben wir halt tatsächlich festgestellt, dass die meisten Navigationssysteme, die momentan draußen sind, überhaupt nicht den Anforderungen entsprechen, die man sich eigentlich als Fahrer wünscht. Wir haben ein Paradebeispiel, Tesla, der über sein Supercharger-Netzwerk am Ende des Tages eine sehr gute Routenplanung macht und die auch immer so als Best Practice oder als Paradebeispiel genannt wird. Aber wenn man dann in die anderen Fahrzeuge reinguckt, ist es leider so, dass das Thema der Routenplanung immer noch sehr stiefmütterlich behandelt wird und dementsprechend die Navigationssysteme in den Fahrzeugen, gerade bei Langstrecke, gar nicht so gut funktionieren, wie man sich das vorstellt. Und darum denken wir, dass man mit einer unabhängigen, auch fahrzeugunabhängigen Lösung in die einzelnen Fahrzeuge reingehen kann. Man hat einen Account, man kann auch zwischen den Fahrzeugen wechseln, man kann auch andere Profile wählen. Wir haben auch das Thema Amenities, also was befindet sich denn um so eine Ladestation herum? Ist da ein Restaurant, eine Toilette? All diese Punkte mit aufgenommen, die die gesamte Fahrt nochmal viel einfacher machen und das bieten wir auch als API an und ich sage mal, jeder Automobilhersteller kann diese API theoretisch auch nutzen und im eigenen Fahrzeug dann die Routenplanung darüber machen. Das sind alles Möglichkeiten, die wir anbieten und wo wir sagen, dass es leider momentan, zumindest ist es unsere Beobachtung, viele Fahrzeuge noch nicht abbilden können. Und wir da quasi mit einer unabhängigen Smartphone-Applikation, die dann auch zukünftig auf CarPlay läuft, letztendlich dann auch einen Weg finden, in das Fahrzeug fast voll integriert zu arbeiten.

  8. Sebastian:

    Vielen Dank, Sebastian. Das heißt, gut, mit der Kabler-Integration kriegt ihr es dann tatsächlich auch nochmal ein Stück mehr in das Fahrzeug rein, macht es auch nochmal von der Bedienung her angenehmer, weil ich für meinen Teil, sage ich mal, wenn ich dann schon Display in der Mittelkonsole habe, würde ich das natürlich auch gerne nutzen wollen und da nicht dann noch auf meinen Smartphone-Bildschirm, der ja doch um einiges kleiner ist, schauen, aber da kommt er dann noch ein wenig näher an den E-Auto-Fahrer, Fahrerin ran. Für mich leuchtet das auch ein, ich bin ja auch schon viele E-Autos gefahren, weiß in der Tat oder kann das auch streichen, unterschreiben, damit da die Navis nicht immer so ganz vorteilhaft aufgebaut sind oder auch Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Ihr verschließt euch aber grundsätzlich, so wie ich es jetzt richtig verstanden habe, auch nicht Automobilherstellern, wenn die sagen, okay, eure Lösung ist da jetzt besser als unsere, wir würden davon gerne profitieren, also auch denen Haltet ihr sozusagen die Tür offen, damit die da eure Technik nutzen?

  9. Sebastian Gieschen:

    Absolut. Also das ist überhaupt gar keine Frage. Wir haben, wie gesagt, die gesamte Routenplanung basiert auf einer API. Die kann im Hintergrund genutzt werden. Das ist auch quasi unser B2B-Ansatz, also dass wir die Schnittstelle zur Verfügung stellen. Da können dann auch andere App-Anbieter Routenplanung in ihre Lade-Apps mit aufnehmen beispielsweise. Da sind wir vollkommen offen und das bieten wir an und das kann man in alle möglichen Schnittstellen integrieren, ob das jetzt vielleicht eine Android Automotive App ist oder ob das eine Smartphone App ist, das sei mal vollkommen dahingestellt. Das kann man einfach, wie gesagt, nutzen oder zum Beispiel auch auf der Webseite darstellen, um den Interessierten Leuten einfach mal zu zeigen, wie wäre es denn, wenn du mit einem E-Fahrzeug von A nach B fahren würdest. Also auch das sehen wir ganz intensiv auf unserer Webseite, auf dem Webplanner, dass viele Leute einfach unterschiedliche Fahrzeuge auswählen und mal gucken, wie sie denn jetzt zum Beispiel von Hamburg nach München fahren. Und das sind Auch Sachen, die könnten gerade beim Verkaufsprozess interessant sein, wo man dann halt sagt, ich will verschiedenste Fahrzeuge miteinander vergleichen und welches Fahrzeug passt denn jetzt eigentlich am besten zu mir. Und das sind so Ideen, die wir auch diskutieren und auch gerade in der Umsetzung sind, das zu machen, sodass man halt auch sehen kann, welche Fahrzeuge sind denn für mich auch eigentlich die geeignetsten und wie wirkt sich das dann mit der Reichweite dann auch auf die jeweiligen Ladestops aus.

  10. Sebastian:

    Ich denke, das ist definitiv ein Ansatzpunkt, wo ihr dann nochmal E-Autofahrer oder potenzielle E-Autofahrer abholen könnt. Und bei dieser Grundsatzüberlegung, ist das Fahrzeug denn so für meine Ansprüche geeignet oder passt das denn so? Weil ich glaube, das ist aktuell immer noch so ein Buch mit sieben Siegern, auch wenn die Reichweitenangst langsam abnimmt, zumindest so wie wir das merken, fehlt bei diesen Kompletteinsteigern einfach das Verständnis dafür, komme ich da jetzt 100 Kilometer mit weit, kann ich vielleicht sogar 300 Kilometer mitfahren? Also da überzeugt euer Ansatz dann doch auch, das über eine Web-Oberfläche anzubieten.

  11. Sebastian Gieschen:

    Genau. Und wir merken halt immer wieder in den Gesprächen, auch mit Leuten, die noch nie ein E-Fahrzeug gefahren sind, dass halt immer wieder am Anfang gesagt wird, ja, aber damit komme ich ja nicht so weit. Das ist so quasi die erste Antwort, die man dann immer bekommt. Und wenn man dann einmal sagt, ja okay, wir probieren es mal aus, wo sollen wir denn hinfahren und dann aufzeigt, dass es teilweise nur ein oder zwei Stops auf der gesamten Strecke sind und dann mal fragt, wie oft sind sie denn beim letzten Mal irgendwo angehalten, wie oft haben sie denn Pausen gemacht, ja stimmt, das war auch zwei bis drei Mal, weil nach ungefähr zwei, drei Stunden möchte man dann auch meistens eine Pause machen. dann ergeben sich häufig auch diese Vorbehalte und man steigt ganz anders in das Thema ein. Und dann kann man zum Beispiel auch zeigen, dass bei den Ladestationen ja häufig, insbesondere in der Nähe der Autobahn, irgendwelche Restaurants in der Nähe sind, Toiletten in der Nähe sind. Ich kann auch in die Tankstelle reingehen, mir einen Kaffee holen. Und die Dauer, die ich da für aufwende, für so einen Stopp und da mal kurz die Beine zu vertreten, ist ja meistens auch schon die Dauer, die ich brauche, um mein Fahrzeug dann auch wiederum vollzuladen oder auf die 80, 86 Prozent zu bringen. Und damit kann man halt wirklich schon viele Vorbehalte nehmen. Und den Leuten klar machen, dass E-Mobilität eigentlich gar nicht mehr so ein Problem ist oder so eine Angst mit sich bringen muss, sondern ein ganz normaler Gang ist und der immer besser wird auch. Und das ist natürlich spannend, das zu diskutieren und vielleicht auch mal ein paar Ängste einfach zu nehmen.

  12. Sebastian:

    Definitiv. Und vor allem auch der Ansatz aufzuzeigen, was ist an der Ladestation sozusagen noch vorhanden? Habe ich da Möglichkeit, Pause machen? Kann ich da essen gehen? Kann ich, wenn mir die Beine ein wenig vertreten? Ich glaube, das ist auch nochmal so ein zusätzlicher Mehrwert, den du ja vorhin schon mit angesprochen hast. der auch immer interessanter wird mit zunehmenden E-Autofahren sozusagen, weil ich muss jetzt nicht unbedingt hier an der letzten Autobahnraststätte dann sein, sozusagen mein Auto wieder auf 80 Prozent hoch zu bekommen, sondern kann dann eben auch mal schauen, okay, fahre ich fünf Kilometer weiter und habe dann einen wesentlich schöneren Ort, wo ich dann eben auch was sehen kann. Ich habe auch bei euch in der App gesehen, also ich habe die jetzt vorhin gerade mal installiert, durchgeklickt ein wenig. Also gerade diese Fahrzeugprofile sind sehr gut gestaltet, auch super easy auszuwählen, wo man dann auch mit einem einfachen Klick wieder wechseln kann. Ich finde, das macht das Ganze auch interessant, wenn man jetzt dann vielleicht doch sogar vielleicht zwei Fahrzeuge in der Familie hat oder auch beruflich das öfter mal wechseln darf, kann, muss, nimmt das auch nochmal so eine Einstiegshürde weg, dass man eben nicht nur auf das eine Fahrzeug dann sozusagen versiert ist, aber trotzdem mit der gleichen App dann fahrzeugübergreifend arbeiten kann und daran gewöhnt ist. Also das macht auch einen sehr guten Eindruck für mich. Und ihr bietet auch die Möglichkeiten an, Vorauswahl zu treffen für die verschiedenen Ladestationen-Anbieter, wenn ich das richtig gesehen habe.

  13. Sebastian Gieschen:

    Genau, also wir haben natürlich auch gemerkt, dass man verschiedene Ladekarten hat oder viele Leute vielleicht auch eine ganze Armada an Ladekarten. Die kann man hinterlegen und dann wird auf Basis dieser Payment Provider oder Ladekartenanbieter werden dann die Ladestation rausgefiltert, wo ich damit auch laden kann. Auch das gibt wieder ein gewisses Vertrauen, wenn ich losfahre, dass ich dann halt auch wirklich weiß, wenn ich dort ankomme, kann ich laden. Und das ist für uns halt auch sehr, sehr wichtig, das zu schaffen. Deswegen haben wir auch zum Beispiel in der App, das ist jetzt in der neuesten iOS-Version noch nicht drin, das kommt jetzt aber demnächst raus und in der Android gibt es das schon, ein Community-Feature. Das heißt, ich kann bei jedem, bei jeder Ladestation während des Ladevorgangs zum Beispiel Fotos schießen. Also ich kann sagen, so sieht die Ladestation aus von vorne, von hinten, so sieht der Eingangsbereich aus. Ich kann sie auch bewerten. Ich kann sagen, Die gefällt mir sehr gut. Hier ist es sicher zu laden, hier ist es eher unsicher zu laden. Hier gibt es keine Lichter, hier gibt es Lichter und so weiter. Also diese Informationen kann man quasi in der Community mit posten. Und dadurch machen wir die Routenplanung über die Zeit natürlich auch immer besser, weil wir sagen können, okay, wenn du jetzt zum Beispiel immer in der Nähe eines Spielplatzes und eine kinderfreundliche Ladestation, sage ich mal, laden möchtest, dann können wir dir das natürlich direkt anbieten und sagen, hier gibt es ein paar Reviews. die gesagt haben, dass an der Ladestation zum Beispiel sehr gute Spielplätze sind und dass man da dann letztendlich auch mit Kindern oder Familie halten kann. Was natürlich auch im Interesse von uns ist, dass wir da jetzt keine schlechten Ladestationen vorschlagen und in der Routenplanung halt auch berücksichtigen. Aber das ist so dieses Gesamtkonstrukt, dass die Ladefahrt, also dass die Fahrt mit einem E-Fahrzeug immer angenehmer wird, dass ich mir keine Gedanken, Sorgen machen muss, irgendwo mal stecken zu bleiben. Und dass ich immer an verfügbare Stationen komme. Das ist für uns eigentlich so, dass der Hauptfokus, mit dem wir uns da beschäftigen und diese gesamte Journey halt komplett abzubilden, von A nach B zu fahren.

  14. Sebastian:

    Jetzt hast du eben gesagt, ihr bietet eben auch die Möglichkeit an, dass Nutzer dann eben Fotos der Ladestation machen, die bewerten können sozusagen. Das kennen wir so schon oder unsere Hörer von Encharge, die ja auch so ein ähnliches Angebot mit ihrer Ladestationsbewertung sozusagen dann anbieten. Die nutzen ihre Daten oder bieten ihre Daten dann eben den Ladestationanbieter an. um Verbesserungen dort vorzunehmen. Ist das bei euch auch so oder nutzt ihr die Daten lediglich dann, um intern euren Algorithmus noch feiner, genauer zu gestalten?

  15. Sebastian Gieschen:

    Also bisher nutzen wir die Daten einfach nur für die Community, dass die letztendlich die Reviews erstellen kann, Fotos auch hochladen kann. um halt auch bei uns die Datenbank und die Datenqualität zu erhöhen. Gleichzeitig kennen wir natürlich auch Encharge und sind auch mit Encharge in Kontakt. Also da gibt es einen regen Austausch auch dazu und sicherlich auch ein paar Ideen, wie man das in Zukunft nochmal ein bisschen weiterentwickeln kann.

  16. Sebastian:

    Nee, weil ich denke, so ein Ansatz ist ja auch wertvoll. Also bei InCharge wird der auch schon gut angenommen sozusagen. Und wenn die Daten eh vorhanden sind und, ich sage mal, DSGVO-konform verarbeitet werden, ist da ja auch kein Hindernisgrund dran. Für mich noch von Interesse, jetzt muss ich gerade überlegen, wo ich meinen Faden hatte, genau, ihr bietet die App kostenlos an oder den Service an sich? für private Nutzer, aber wie verdient ihr euer Geld? Also, weil ich als Nutzer, wenn ich sage, ich kriege irgendwie alles kostenlos, dann spüre ich da immer so einen versteckten Haken oder so. Also, wie finanziert ihr euch und könnt dann auch eben sicherstellen, dass ElectricRoutes auch noch in ein paar Jahren dann sozusagen von den Nutzern verwendet werden kann?

  17. Sebastian Gieschen:

    Ja, also, wir haben... Die B2C-Applikation, also ElectricRoutes, was ich auch im App Store finde und auch auf der Webseite finde, wollen wir dem Nutzer oder der Nutzerin kostenlos zur Verfügung stellen. Wenn sich da in Zukunft irgendwelche Mehrkosten ergeben durch beispielsweise Fahrzeugintegration oder Sonstiges, müssen wir uns da vielleicht nochmal Gedanken machen. Aber das ist eigentlich schon das Ziel, dass wir das kostenlos anbieten. Wie wir unser Geld verdienen, ist tatsächlich über den B2B-Strang. Das heißt, dass wir die API oder auch bestimmte Module der Applikation oder sogar die gesamte App als White-Label-Lösung an B2B-Kunden weitergeben und damit dann letztendlich auch pro Routenkalkulation dann Geld verdienen und damit davon, also das ist letztendlich unser Revenue-Stream, über den wir dann auch das Geld verdienen. Und mit dem wir dann letztendlich auch das gesamte Produkt tragen. Das ist momentan unser Geschäftsmodell und wir sind da auch schon im Gespräch mit verschiedensten Kunden auf der B2B-Seite, die sehr stark daran interessiert sind. unsere API mit einzubinden in ihre Apps. Und da bin ich auf jeden Fall sehr gespannt, wo sich das noch entwickelt. Wir stehen dem Ganzen offen gegenüber und das kann, wie gesagt, von jedem Interface eingebunden werden, ob das jetzt aus einem Auto kommt oder aus einer App kommt oder aus einer Website. Das ist vollkommen egal. Wir bieten diese Schnittstelle an und da kann man dann quasi Start und Ende hinschicken mit ein paar Fahrzeuginformationen. Und dann bekommt man die gesamte Route zurück und kann die dann für sich verwerten, wie man möchte.

  18. Sebastian:

    Ja, vielen Dank auch für die Erläuterung, Sebastian. Dann haben wir, glaube ich, einen ganz guten Einblick auf Electric Crowds bekommen. und sehen eurer Entwicklung entgegen oder beobachten die natürlich auch. Ich habe mir jetzt schon die App auf den Homescreen gelegt und werde die bei der nächsten Tour dann nutzen, die Ende des Monats ansteht, wo ich dann vielleicht doch planen und kann dann vielleicht auch beim nächsten Gespräch mit meinen eigenen Eindrücken auch warten aus der Praxis. Und dann tauschen wir uns doch einfach nochmal aus, wenn ihr noch ein Stück gewachsen seid.

  19. Sebastian Gieschen:

    Sehr gerne. Also wir haben sehr, sehr viele Ideen, auch aus allen möglichen Gesprächen. ergeben sich da neue Ideen und neue Use Cases und ich glaube, da wird sich in den nächsten Monaten sehr, sehr viel auch noch tun und auch viele Updates in die App reinkommen, dass es noch komfortabler, noch einfacher, noch schneller, noch besser wird und ja, wir freuen uns über jedes Feedback, also gerne runterladen, ausprobieren, wenn Fahrzeuge fehlen, wir haben jetzt erstmal einen Grundstamm an Fahrzeugen integriert, die wir für, ja, massenmarktauglich oder sehen, dass sie im Massenmarkt verfügbar sind. Wenn da weitere Fahrzeuge gewünscht werden, freuen wir uns immer über E-Mails. Wir haben dann einen Prozess, dass wir die dann auch nachziehen und dann sind die nach ein paar Tagen auch häufig da. Und wir leben von dem Feedback der Community. Wir leben von den Nutzern. Wir wollen was für die Nutzer bauen und die Routenplanung so weit optimieren, dass wir nachher alle keine Reichweitenangst mehr haben. Weil in den nächsten Jahren werden ganz viele Leute auf die E-Mobilität umsteigen. Und ich glaube, das freut uns alle. Und wenn wir das hinkriegen, dann haben wir doch alle auch unser Ziel irgendwie erreicht. Und ja, wie gesagt, ich freue mich auf das Feedback.

  20. Sebastian:

    Ja, wir uns auch. Vielen Dank für deine Zeit, Sebastian.

  21. Sebastian Gieschen:

    Danke dir auch, Sebastian.

  22. Sebastian:

    Bis dahin.

  23. Sebastian Gieschen:

    Ciao.

  24. Sebastian:

    So schnell geht also die aktuelle Folge mal wieder vorbei. Das Gespräch war aber auch recht unterhaltsam, wie ich finde. Wir haben einiges lernen können über ElectricRoutes, deren Ansatz, die E-Auto-Navigation sozusagen auf ein neues Level zu heben. Und ich glaube, dass die Jungs und Mädels von ElectricRoutes noch ein paar Ideen im Köcher haben, die man dann in der Zukunft auch auf der Straße oder zumindest im Smartphone sehen wird. Dir vielen Dank fürs Zuhören bei der aktuellen Folge. Wie immer findest du weiterführende Links und Informationen in dem Artikel, welcher in den Shownotes zu finden ist. Und freue mich natürlich, wenn du nächste Woche wieder einschaltest bei der nächsten Folge von elektroauto-news.net Podcast. Mach's gut, bis dahin, ciao.