Touremo: Hotellerie als erster Berührungspunkt für E-Mobilität

Im Gespräch mit Peter Grett

Touremo steht für Tourismus und Elektromobilität zwei Felder, welche aus Sicht von Autor, Chefredakteur und Berater zu e-mobilen Themen Peter Grett zwingend miteinander in Verbindung stehen. Er selbst muss es wissen, hat er sich doch bereits in den 90er Jahren als Geschäftsführer eines Entwicklungsunternehmens für elektrische Spezialfahrzeuge der Elektromobilität gewidmet. In der aktuellen Folge betrachten wir gemeinsam wie die Hotellerie helfen kann die E-Mobilität noch weiter in die Welt hinaus zu tragen. Und welchen Teil Touremo seinerseits dazu beiträgt.

War es bis vor zwei Jahren noch ein Alleinstellungsmerkmal, dass Hotels Ladeinfrastruktur angeboten haben, wird es spätestens ab 2023 zum guten Ton gehören. Zumindest insofern man sich von anderen Hotels am Markt abheben oder zumindest auf gleicher Ebene bewegen möchte. Aus einem "Nice to have" wird ein "Must have", da man ansonsten einen echten Wettbewerbsnachteil in Kauf nehmen muss. Wie Peter aufzuzeigen vermag reicht es aber nicht einfach nur aus Ladeinfrastruktur zu installieren. Es gilt einige Punkte dabei zu beachten.

Darüber hinaus lässt sich E-Mobilität auch noch anderweitig in den Hotel-Alltag integrieren. Beispielsweise als Benefit für die eigenen Mitarbeiter. Neben Beispielen aus der Praxis versteht er aufzuzeigen wie man passende Hotels für die eigene Reise findet. Von daher rein hören und überzeugen lassen. Viel Spaß mit der aktuellen Folge.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroautonews.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns rund um die Themen E-Mobilität schlau machen. In der aktuellen Folge habe ich Peter Grett zu Gast, seines Zeichens Geschäftsführer von Touremo. Und ja, Touremo entsteht aus den zwei Begriffen Tourismus und E-Mobilität und zeigt uns, glaube ich, ganz gut auf, worum es in der aktuellen Folge geht. Wir beschäftigen uns mit der E-Mobilität in unterschiedlichen Facetten in der Hotellerie, welche Bedeutung die Hotellerie auch für die Verbreitung der E-Mobilität mit sich bringt und schon gebracht hat in der Vergangenheit. Thema Nachhaltigkeit kommt da natürlich auch mit rein, aber genug der Vorworte, es geht direkt rein ins Gespräch mit Peter. Viel Spaß! Hi Peter, vielen Dank, dass du dir heute Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über E-Mobilität in der Hotellerie unterhalten. Da bringst du ja einiges an Erfahrung mit, mit deinem Unternehmen Touremo. Bevor wir da allerdings einsteigen in das Thema E-Mobilität, Ladeinfrastruktur in der Hotellerie, stell dich doch mal selbst kurz vor und auch Touremo, was sich dahinter verbirgt.

  3. Peter Kret:

    Ja, vielen Dank Sebastian. Ja, ich bin schon ein paar Jahre unterwegs, genauer gesagt glaube ich jetzt schon 27 Jahre im Thema Elektromobilität. Wir hatten Mitte der 90er Jahre schon ein Unternehmen gegründet, das sich mit der Entwicklung von Spezialfahrzeugen, speziell auch für die Postgesellschaften, für die Briefzustellung elektrischer Art beschäftigt hat und ich bin eigentlich bei dem Thema seitdem hängen geblieben. Und habe dann im publizistischen Bereich viel gearbeitet, habe Bücher geschrieben, habe 2008 ein Magazin rausgebracht, ein One-Shot namens Ecomobil, um damals schon mal aufzuzeigen, dass es durchaus Fahrzeuge gibt. die sparsam sind, was den Verbrauch betrifft und so hat sich das dann weiterentwickelt und aus dieser alten Erfahrung heraus, was zum Beispiel die E-Bikes, die wir ja auch mitentwickelt hatten, mit als erste, was die bewirkt haben, was die Akzeptanz der E-Mobilität betrifft, Und daraus hin haben wir dann Touremo gegründet. Geht ja schon aus dem Namen hervor, Touremo heißt einfach Tourismus Elektromobilität. Und da haben wir festgestellt, dass die touristische Anwendung von Elektromobilität ein ganz, ganz großer Treiber für den Markt ist. Und so haben wir dann mit Touremo eben Medien, wir bedienen andere Medien mit redaktionellem Content. Wir haben selber zwei Magazine, ein Fachmagazin für den Tourismusbereich und die Hotellerie und ein Publikumsmagazin, ein Online-Magazin, wo wir das Thema Elektromobilität mit anderen Nachhaltigkeitsthemen, die Spaß machen und Genuss bringen, verknüpfen. Und darüber hinaus beraten wir halt Einzelhotels, aber auch Hotelgruppen, Tourismusdestinationen, wenn es darum geht, die Elektromobilität zu implementieren.

  4. Sebastian:

    Ja, ich denke, das ist ja auch ein wichtiger Faktor, dass man da jetzt aktiv berät sozusagen, weil was früher sozusagen... Alleinstellungsmerkmal war, dass man mal eine Ladestation oder sowas hatte als Hotel, ist jetzt mittlerweile eigentlich, ja geht zur Grundvoraussetzung über, würde ich jetzt mal so die Entwicklung bezeichnen. Wie siehst du das?

  5. Peter Kret:

    Ja, mit Sicherheit. Vielleicht muss man noch ein bisschen ausholen und sagen, wie das Thema Elektromobilität im Tourismus überhaupt zustande kam oder wie das anfing. Und das war so, kann man relativ gut datieren auf das Jahr 2005. als ein Unternehmensnamen Moelo sich gegründet hat und den Hoteliers und den Tourismusregionen doch angeboten hat, doch mal E-Bikes zu vermieten an ihre Gäste. Und bis dahin war das vom Image her gesehen ein reines Rentnervehikel. und hatte kein besonders gutes Image. Und das hat sich dann damit geändert, indem die Leute dann im Urlaub, wo sie Zeit haben, wo sie mal locker sind, wo sie sich auf Neues mal einlassen, dann doch mal diese Fahrzeuge ausprobiert haben und mit dem bekannten E-Bike Smile zurückgekommen sind und festgestellt haben, hoppla, Ist ja gar nicht so übel und könnte ich mir vielleicht dann doch mal privat zulegen. Und deswegen haben wir auch festgestellt, solche e-mobilen Erfahrungen sind ein ganz wesentlicher Treiber der Elektromobilität, weil die Leute dort im Urlaub das erste Mal in Berührung kommen oder viele das erste Mal in Berührung kommen. Und das, was ich da geschildert habe gerade, das zeigt sich jetzt. Zumindest schon mal in Ansätzen, auch was E-Autos betrifft. Viele Hoteliers vermieten, verleihen an ihre Gäste E-Autos oder stellen sie ihren Mitarbeitern zur Verfügung. Aber dazu kommen wir dann vielleicht später nochmal. Jetzt zunächst mal zu deiner Frage. Ja, wer vor zwei Jahren keine Ladestation hatte, die er seinen Gästen anbieten konnte, der hatte auch keinen Nachteil. Die, die es trotzdem gemacht haben, haben einen USP. Die haben dann nicht nur diesen Wettbewerbsvorteil gehabt, sondern haben dann auch festgestellt, wer lädt, der bleibt ja selten im Auto sitzen, auch wenn er per se gar kein Übernachtungsgast ist, also wenn ich es auch öffentlich zugänglich mache. Dann habe ich da einen Vorteil, weil ich natürlich dann auch neue Gäste akquirieren kann, die vielleicht konsumieren, vielleicht zum Essen da bleiben, beim nächsten Mal übernachten. Also es ist durchaus ein Marketing-Tool. Das hat sich aber rasant gewandelt. Ich sage es mal so, wer in zwei Jahren oder vielleicht sogar in einem Jahr als Hotelier oder Hotelier als Privatvermieter, Campingplatzbetreiber, nicht über Ladeinfrastruktur verfügt, der hat einen echten Wettbewerbsnachteil. Also das hat sich extrem gewandelt vom Wettbewerbsvorteil dahingehend, dass der Gast, der E-Mobile-Gast, und es werden halt immer mehr, und es werden deswegen immer mehr, die verreisen mit E-Fahrzeugen, weil die Schnellladeinfrastruktur an den Autobahnen zunimmt und weil die Fahrzeuge reichweitenstärker werden. Und deswegen fahren die Leute einfach auch damit in Urlaub. Oder auch mit Plug-in-Hybriden, wo ich sowieso anreisen kann, wo immer sich das Hotel befindet. Und da erwarte ich dann auch, dass ich dort im Hotel laden kann, weil ich im Hotel ja auch kein... keine Zugangskarte brauche, ich brauche keine App, ich brauche keine Karte aus der Region, sondern der Hotelier schaltet mir die Leitung frei und gut ist.

  6. Sebastian:

    Klar, die Hürde ist da ja relativ gering sozusagen, die Ladeinfrastruktur zu nutzen, weil im Endeffekt entweder wird es kostenfrei zur Verfügung gestellt oder es wird hinterher über die Zimmerrechnung sozusagen dann bezahlt mit dem Ladeplatz und es ist ja so, wie du sagst, Man schaut ja da schon mehr danach. Also ich fahre ja selbst auch E-Auto natürlich und suche mir dann meine Hotels, auch wenn es in Anführungsstrichen nur ein Wochenendtrip ist oder so, schon danach aus. Gibt es da auch die Möglichkeit zum Laden im Hotel selbst? Das ist natürlich ideal. Ob er jetzt auf dem Parkplatz steht, wo eine Wallbox dran ist oder nicht. Oder halt zumindest eine Ladeinfrastruktur in nächster Nähe, dass man da auch wieder mit gutem Gewissen einsteigen und zurückfährt.

  7. Peter Kret:

    So ist es, ja. Wobei ich das vielleicht ein bisschen einschränken möchte. will, was du gerade gesagt hast mit dem kostenlos. Also es ist der Bezug von Strom und gerade heutzutage ist natürlich schon auch eine Ware, ein rares Gut. Und die Zeiten, dass die Hotels gesagt haben, naja, also meinen Hausgästen auf jeden Fall und die Externen, das ist für mich eine Serviceleistung, kommt ja sowieso alle zwei Monate nur mal einer vorbei zum Laden. Die Zeiten sind vorbei. Und da muss man halt dann schon auch darauf achten, dass wir das auch wieder zumindest... die eigenen Ausgaben wieder reinholt und da haben auch Gäste dafür Verständnis, denn woanders im öffentlichen Raum zahlen sie sowieso deutlich mehr, wenn sie an einem Schnelllader hängen als im Hotel. Wie der Hotelier das dann einpreist, das muss man dann sehen, ob er es mit der Hotelrechnung macht, aber er sollte es auf jeden Fall separat ausweisen, das ist ein ganz wichtiger Punkt. dass man auf jeden Fall darauf achtet, auch technisch, da kommen wir vielleicht noch drauf, dass es ein paar Dinge gibt, die beachtenswert sind, weil ein paar Fehler kann man dann schon machen.

  8. Sebastian:

    Klar, es war jetzt auch nicht darauf gezielt, dass es kostenfrei zur Verfügung stehen soll, aber es gibt, also habe ich die Erfahrung schon gemacht, dass es Hotels gibt, die ihren eigenen Strom teilweise durch Wasserkraft und so produzieren und dadurch da wesentlich günstiger rankommen, als wenn er natürlich am Markt eingekauft werden muss. Aber schlussendlich, so wie du sagst, bei den Hotels, wo der Strom bisher verkauft wurde beim Laden, war es meistens so, dass der Einkaufspreis eins zu eins durchgeschleust wurde, weil das Hotel kein Geld damit verdienen möchte. Die wollen das ja durch ihr Hotel an sich, durch die Übernachtung, Restaurantbesuch, Bar oder so verdienen und weniger am Strom der Gäste, weil ich sage mal, das ist eher das Benefit, was man den Leuten damit auf den Weg gibt, dass sie dann überhaupt nochmal vorbeikommen oder sich auch einfach wohlfühlen, weil dieses Gesamtpaket stimmt ja schon.

  9. Peter Kret:

    Ja, da gibt es ein gutes Best-Practice-Beispiel für das, was du gerade geschildert hast. Es gibt zum Beispiel ein Hotel, in der Nähe von Salzburg in Anif, das ist der Kaiserhof, den kennen fast alle E-Driver in Europa, weil sie den irgendwann dann doch mal ansteuern, weil es ein Treffpunkt ist für die ganzen E-Mobilisten. Liegt auch gut Richtung Süden, Richtung Osten, also an einem tollen Knotenpunkt. Und dort hat ein junger, findiger Hotelier eine Ladeinfrastruktur aufgebaut, die seinesgleichen sucht. Also es gibt allein zwölf Tesla Supercharger, es gibt einen Solar Carport mit zehn Anschlüssen, darüber hinaus noch weitere Schnelllader. Und er sagt uns immer wieder, es gibt Tage, wo er 70, 80 Prozent seiner Gastronomie umsetze über ladende Gäste. abdeckt und das ist natürlich dann schon ganz, das ist natürlich auch als Geschäftsmodell nicht eins zu eins überall zu übertragen, aber wie du schon sagst, entscheidend ist nicht das, dass ich zum Stromhändler werde und dann am Stromverkauf verdiene, sondern das ist eher sozusagen, dass ich meine Preisdeckung irgendwo habe, weil jetzt doch immer mehr kommen und da muss man dann schon ein bisschen darauf achten, dass man da noch was zurückkriegt. Aber letztendlich besteht der Benefit darin, dass man Gäste das Haus schmackhaft macht und ihnen gastronomische Angebote macht. Und da ist natürlich dann auch ein wichtiger Aspekt, wenn man schon darauf Wert legt, dass man gastronomische Angebote macht, dann muss man sich schon ein paar Gedanken machen. Du hast gerade auch ein Thema angeschnitten, das auch vielleicht noch ganz wichtig ist, nämlich, wenn ich den Strom vielleicht noch selber mache, das macht der Kaiserhof, der hat ein ganz großes Projekt. Solaranlage auf dem Dach, der hat auch einen Speicher. Letztendlich muss man aber schon dazu sagen, dass es auch juristisch, rechtlich doch auch durchaus Unterschiede gibt. Wenn ich zum Beispiel einfach einen Netzstrom einkaufe, den weitergebe, dann werde ich eben nicht zum Energieversorger. Anders sieht das aus bei eigenerzeugtem Strom. Und da ist ja, solange das EEG noch da ist, wird es ein bisschen komplex. Da muss man darauf achten, da sollte man sich dann auch entsprechend beraten lassen. Wenn das dann wegfällt, dann muss man halt mal schauen, wie sich dann das Verhältnis zwischen Eigenverbrauch oder Drittbelieferung darstellt. Wichtig ist auf jeden Fall, man muss den Eigenverbrauch scharf abgrenzen. Das heißt, wir brauchen einen Energiezähler. Wenn ich was verlange für den Strom, brauche ich auch eine Eichrechtskonformität bei meinen Chargern. Darauf ist zu achten, wenn ich ihn verschenke, per se nicht. Aber einen Energiezähler brauche ich auf alle Fälle, um die steuerliche Thematik besser abdecken zu können. Also darauf sollte man wirklich achten. Und man sollte vielleicht auch darauf achten, wie das denn aussieht. Was brauche ich denn eigentlich für Ladeinfrastruktur? Decke ich nur das ab, was ich jetzt an Nachfrage generiere oder denke ich voraus? Schaue ich schon mal, was vielleicht in zwei Jahren für viele Gäste kommen, sodass ich dann zum Beispiel schon mal technische Vorhaltungen mache, Leerrohre verlege? um dann ohne großen Aufwand die Charger-Anzahl erweitern zu können. Das ist ein wichtiger Aspekt. Und ich muss darauf achten, wie schaut es denn eigentlich mit der Ladeleistung aus, was brauche ich denn? Und eigentlich brauche ich keine allzu großen Ladeleistungen, wenn der Gast am Abend kommt und ich ihn dann laden lasse und am Morgen hat er meistens wieder ein zumindest mit 80% volles Auto, aber das ist meistens schon ganz voll. Nur, und jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt, man sollte dann schon mal erst mal Fachleute drauf schauen lassen, und sich beraten lassen bei Fachleuten für Elektromobilität. Es gibt bei den Handwerkskammern Ausbildungen und zertifizierte Beraterinnen und Berater. Es gibt bei der E-Mobile Akademie in Augsburg ausgebildete Berater. Da sollte man auf jeden Fall jemanden drauf schauen lassen. Denn es ist zum Beispiel einfach so, dass viele Hotels... energetisch schon ziemlich auf Kante genäht sind. Und wenn man mal bedenkt, was da für Verbräuche da sind, wenn die Küche noch fährt, wenn die Sauna noch an ist und ich hänge dann an eine Wallbox vielleicht, laden dann einfach mal so zwei Tesla oder andere größere Fahrzeuge, Und dann komme ich leicht mal in die dumme Situation, dass ich meine Spitzenlastvereinbarung mit meinem Energieunternehmen überschreite. Und das kann richtig teuer werden, weil diese einmalige Überschreitung dann rückwirkend auf ein Jahr berechnet, dann zu Buche schlägt. Und das ist ein großes Problem, weil es dann Nachzahlungen gibt. Da kennen wir Fälle, da geht es um 5.000, um 8.000, sogar mal um 12.000 Euro, die auf einen Schlag wegen eines Ladevorgangs fällig werden. Und da möchte ich dann gleich mal dazu sagen, also ein Stichwort ist für alle wichtig in dem Zusammenhang. Bitte Lastmanagement, ganz entscheidender Punkt. Das ist das, was wir von einer Charger heute erwarten. Und bitte Hände weg, und da nenne ich jetzt kein Produkt, aber es gibt halt einen Anbieter, der sagt, okay, von mir kriegst du als Hotelier den Charger umsonst, du musst ihn bloß installieren lassen, aber der Charger hat halt all das nicht, was man gerade in der Hotellerie braucht. um vernünftig abrechnen, messen und die Last auch steuern zu können. Das heißt ganz einfach, in der Praxis, der Ladevorgang beginnt dann, wenn die Küche runterfährt, wenn die Sauna ausgeht, abends um elf. Und dann kann ich den Ladevorgang starten. Und das muss ein solches System können. Und da sollte man sich nicht irgendwas, was vornehmlich oder auf den ersten Blick ein super tolles Angebot ist, aber letztendlich man da mit einem DNA-Geschenk sich einhandelt.

  10. Sebastian:

    Ne, definitiv. Also vielen Dank auch schon mal für diese vielen Eindrücke und ja, ich sage mal Rückmeldungen aus der Praxis dann tatsächlich, worauf man achten muss. Lastmanagement, Spitzenlast vor allem auch nicht überschreiten. Ich denke, das sind wichtige Punkte sozusagen, wo man eben darauf achten muss dann schlussendlich. Jetzt wollen wir mal wegkommen von dem reinen Laden an sich, was ja ein Thema ist in der Hotellerie natürlich. Aber du hast auch vorhin schon gesagt, man kommt ja auch in Berührung mit den Fahrzeugen. Man setzt sich damit auseinander. Die Mitarbeiter haben die ja auch zur Verfügung. Wie ist da der Wandel zu beschreiben? Du hast im Vorgespräch bzw. per E-Mail mir vorab geschickt das Stichwort ROX-E von Opel, das E-Fahrzeug. Seht ihr sowas auch immer mehr im Kommen sozusagen, dass das genutzt wird?

  11. Peter Kret:

    Absolut. Die ersten First Mover aus der Hotellerie und dem touristischen Umfeld, die haben sich E-Fahrzeuge zugelegt, weil sie selber begeistert waren. Das waren einfach Innovatoren. Die wollten was haben, was nicht alle haben. Also das war damals... Das waren halt einfach Freaks. Heute ist es ganz anders. Wir stellen immer mehr fest, dass die Anschaffung einer Ladeinfrastruktur, um das Bedürfnis von E-Mobilen Gästen zu befriedigen, oft so der Initialzünder ist, selbst über die Anschaffung von E-Fahrzeugen nachzudenken. Und Da gibt es dann wieder unterschiedliche Aspekte, für was kann ich die verwenden. Es gibt einen großen Trend von Hotels, die Elektro-Shuttles einsetzen, also Busse, ihre Gäste zu schönen Ausflugszielen fahren, am Bahnhof abholen. Also das ist schon mal auf jeden Fall ein großer Trend, der sich zeigt, zumal ja gerade im Personentransporterbereich jetzt eine Vielzahl von Produkten zur Verfügung steht. Da muss man ein bisschen darauf achten, es ist nicht alles ganz so einfach, auch bei den Shuttles muss man ein bisschen darauf achten, dass man zum Beispiel keinen durchgängigen Fahrplan aufstellt, damit man hier nicht eine Gewinnabsicht damit verbunden werden kann, aber wenn man auf ein paar Dinge achtet, dann ist ein Shuttle auf jeden Fall was wert. Das nächste ist, wir haben in der Hotellerie und im Tourismus nach wie vor ein massives Problem bei der Mitarbeiterrecruiting. Schlicht, es gibt zu wenig Arbeitskräfte in der Hotellerie. Und so gibt es einen gewissen Trend, der sich bei manchen Anbietern oder manchen Hoteliers zeigt, dass sie nämlich um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu engagieren, denen ein E-Fahrzeug für den Arbeitsweg zur Verfügung stellen. Also ich kenne Beispiele, also eines der herausragenden Beispiele ist das Bio-Hotel Eckensberger in Hopfen am See im Allgäu. der, ich glaube, sechs, sieben, acht E-Fahrzeuge seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung stellt, damit sie, auch wenn sie 40 Kilometer weg wohnen und abends nach Hause wollen, dann tatsächlich mobil sind und zwar nachhaltig mobil sind. Das sind so Trends, die es auch gibt, also ein Incentive-Tool beim Mitarbeiterrecruiting. Nächster Punkt ist, solange Elektromobilität noch etwas Besonderes ist und viele Gäste einfach noch nicht in Berührung gekommen sind damit, kann ich ja auch Ihnen mal ein Fahrzeug zur Verfügung stellen, um die Umgebung zu erkunden. Und zwar... Mit all den Vorteilen, die die Gäste dann haben, gerade in empfindlichen Tourismusregionen, in schönen Naturregionen ist es doch toll, mit einem lautlosen Auto ohne Emissionen die Gegend zu erforschen und zu befahren. Und es ist ein super Service seitens der Hotellerie. Nur, man muss manches bedenken. Wenn ich dieses Angebot zum Beispiel online publiziere, also schon... publik mache, bei mir könnt ihr Elektroautos mieten, dann werde ich automatisch zum sogenannten Pauschalreiseanbieter. Und da gilt es dann wieder, das eine oder andere zu beachten. Nämlich, dass man eine Insolvenzversicherung abschließen muss. Man hat natürlich dann das Thema Mehrfahrerpolis bei der Versicherung, weil ja, Unendlich viele theoretisch Menschen dieses Fahrzeug bewegen. Da sind die Tarife natürlich ein bisschen höher. Das muss man natürlich auch mit bedenken. Man kann der Sache dadurch ausweichen, indem man... das Angebot erst ad hoc macht, also zum Beispiel an der Rezeption ein Gast fragen, möchten Sie mal ein Elektroauto fahren, wir hätten da eins zur Verfügung oder zwei, dann ist es etwas anderes. Das ist sozusagen ein Spontanangebot, das nicht vorab publiziert wird. Ob man dann vielleicht noch an der Theke der Rezeption vielleicht noch einen kleinen Aufsteller hat, das dürfte dann auch nicht das Problem sein. Das betrifft alle Fahrzeuge, für die man einen Führerschein braucht. Alles, was darunter liegt, wie E-Bikes oder Elektroscooter, dafür braucht es das nicht. Dann kommt man nicht in die Gefahr, zum Pauschalreiseanbieter zu werden. Aber in dem Fall, wenn man das promotet, im Vorfeld schon ankündigt, auf verschiedene Wege das Ganze bewirbt, dann muss man das halt machen. Aber es gibt schon Hoteliers, die haben eigentlich eine Fahrzeugvermietung schon angemeldet. Also auch das gibt schon Fälle.

  12. Sebastian:

    Ja, ich denke, da muss man einfach sich auch schlau machen, vorher informieren, da bietet ihr natürlich auch entsprechende Anlaufstellen dafür, dass ihr da informieren könnt darüber, dass man da rechtlich auf der sicheren Seite ist schlussendlich, dass man da nicht, ich sag mal, eigentlich was Gutes tun möchte, Nachhaltigkeit nach außen tragen will und dann fällt es einem auf die Füße, weil man es vielleicht zu gut meint und hat... die eine oder andere rechtliche Hürde nicht gedacht, die einfach auch vorher nicht bekannt war.

  13. Peter Kret:

    Ja, nur auf der anderen Seite merken wir auch, also viele dieser Einzelfälle, das ist auch das Energierecht, das ist höchst komplex. Da kann es immer mal Sachen geben, wo jemand übers Ziel hinausschießt oder einfach naiv ist. Bisher habe ich noch nicht allzu viele Fälle erlebt, wo da also Leute tatsächlich dann von Kadi gezogen wurden. Also so eng muss man das nicht sehen. Nur eines ist ganz sicher. E-Mobile-Angebote haben einen Riesenvorteil, nämlich den, dass wir ja heute in der Hotellerie und im Tourismus ganz, ganz viele Nachhaltigkeitsbemühungen haben. Es gibt unzählige Labels für Umweltzertifizierungen von Hotels. Da sind vielleicht Greensign als herausragendes Beispiel zu nennen. Das ist wirklich eine tolle Zertifizierung. Nur viele dieser Maßnahmen, die Hoteliers anbieten, also umsetzen im Zuge einer nachhaltigeren Betriebsführung, sind ja für den Gast gar nicht einzusehen. Also der Gast kriegt ja nicht mit, mit welchem Waschmittel ich wasche, wo ich vielleicht Wasser spare, mit was ich reinige. Das sind alles die Dinge, die sich meistens im Verborgenen abspielen. Ein E-Auto gelabelt mit einem Hotel, ist nicht nur ein mobiler Werbeträger, sondern auch ein Imageträger. Und damit habe ich ein sichtbares Symbol für Nachhaltigkeit dem Gast schon gleich mal beim Entree sozusagen mitgegeben. Natürlich stehen viele E-Autos in der Tiefgarage im hintersten Winkel. Auch das gibt es. Aber im Zweifel würde ich immer bevorzugen, dass man es am Parkplatz macht, auch wenn es ein bisschen teurer wird. um dann eben entsprechend das auch als Nachhaltigkeitssymbol zu nutzen. Ich habe gerade gesagt, ein bisschen teurer, da muss man natürlich schon auch immer ein bisschen darauf aufpassen, dass das, was man installiert, dann auch zum ganzen Energiekonzept des Hauses passt, weil wir natürlich, über Spitzenlast haben wir schon gesprochen, aber weil natürlich die Installationskosten auch sehr davon abhängen, wie die Leitungen im Einzelnen liegen, Und wenn ich jetzt dann noch viele Erdarbeiten habe am Parkplatz, bis ich überhaupt den nächsten Leitungsanschluss erreiche, dann ist es natürlich schon auch eine Überlegung wert, dann vielleicht zu sagen, dann gehe ich näher ans Haus hin und mache die Wallbox vielleicht dann doch an der Außenwand oder näher am Hotel oder in der Tiefgarage, wenn es eine gibt. Also da muss man schon auch darauf aufpassen. dann immer vorher schon einen Check durchführen lassen von einer qualifizierten Beratung, die dann einfach auch mal als erstes Mal überhaupt mal anschauen, wie schaut denn eigentlich die energetische Situation des Hauses aus und macht es Sinn, an der Stelle, die ich mir vielleicht erstmal ausgedacht habe, dann tatsächlich was installieren oder würde das dann zu aufwendig und teuer werden. Also immer vorher Fachleute fragen, sich das anschauen lassen und da kommen vielleicht zwischen, ich sag mal, das kann der Installateur sein, ein Chargepoint-Betreiber, ein Fachberater, das kostet vielleicht zwischen 100 und 300 Euro, aber das lohnt auf alle Fälle, vorher drauf schauen zu lassen.

  14. Sebastian:

    Ja, auf jeden Fall, bevor man hinterher dann, ich sag mal, mehr Kosten oder Aufwand hat, den man nicht bedacht hat, nur weil man im Vorderhinein vielleicht ein paar hundert Euro sparen wollte, da hast du recht. Ja, dann sage ich mal vielen Dank, Peter, für die Eindrücke dahinter, die Kulissen, wie E-Mobilität in der Hotellerie funktionieren kann, wie es Nachhaltigkeit da auch vorantreibt. Ich denke, das wird ein Thema sein, was uns natürlich noch eine ganze Weile begleitet. Und ich denke, da sollten wir uns einfach in Zukunft nochmal austauschen, wenn wir dann nochmal ein Jahr vielleicht weiter reingegangen sind, die Hotels sich noch mehr mit der E-Mobilität auseinandergesetzt haben, ihr auch noch ein wenig mehr eure Erfahrungen damit gesammelt habt sozusagen. Und ich denke, das wäre ein guter Anlass, dass wir uns da nochmal austauschen, beziehungsweise haben wir ja eh schon im Vorfeld vereinbart, dass ihr das ein oder andere Mal von euren Erfahrungen da auch bei uns auf Elektroauto News in irgendeiner Art und Weise publiziert, damit wir dieses Wissen dann eben auch in die breite Masse bringen können.

  15. Peter Kret:

    Gerne. Vielleicht noch eine kleine Ergänzung, wenn ich nur anbringen darf. Die Frage ist natürlich immer die, also zum einen stellen wir fest, Das Thema boomt, das Thema boomt im Bereich Camping, das Thema boomt im Bereich Hotellerie. Aber wie weiß denn eigentlich der e-mobile Gast, der Anreisende, dass er in dem Hotel, das er sich ins Auge gefasst hat, ob er dort vernünftig laden kann. Und laden heißt ausdrücklich nicht, dass irgendwo eine halbgare Steckdose an der Außenwand hängt, sondern tatsächlich ein gesteuertes und gesichertes Laden über Wallboxen. Und da wollte ich nur noch darauf hinweisen, dass es da inzwischen auch wunderbare Angebote gibt. Jetzt nur eins zu nennen, das würde ich schon noch gerne. Es gibt die schöne Plattform E-Mobil Hotels. Das bezieht sich auf Hotels, immerhin schon 3000 im deutschsprachigen Alpenraum. Aber das Konzept wird erweitert und das sind dann die Hotels, Ich sage mal, die Tools, die wir heute brauchen, damit Gäste ganz gezielt auch diese Häuser, diese Destinationen ansteuern könnten und finden können, weil bei den üblichen Ladeverzeichnissen manchmal einfach auch nicht nach Hotellerie geselektiert werden kann und meistens da auch viel zu wenig Informationen drin sind. Also bin ich persönlich sehr froh, dass es da solche Initiativen gibt, die eine Brücke schlagen vom Anbieter, dem Hotelier zum Gast, weil der Hotelier bietet seinen Gästen einen ganz tollen Service, nur muss es der Gast auch erfahren und deswegen, wir haben mal festgestellt bei einer Untersuchung, dass viele Hoteliers einfach versäumen, ihr Ladeangebot auf ihrer Website zu kommunizieren. Umso besser ist es, wenn man wie im Beispiel E-Mobil Hotels hier eine einen super Service anbieten.

  16. Sebastian:

    Das nehmen wir doch gerne mit und verlinken das natürlich auch bei uns dann unter dem Artikel sozusagen zur Folge, damit wir das da auch mit allen teilen können sozusagen, die vielleicht demnächst ihre eigene Route oder Reise planen wollen.

  17. Peter Kret:

    Wunderbar, genauso.

  18. Sebastian:

    Vielen Dank für deine Zeit, Peter. Gerne. So schnell war also die aktuelle Folge des Elektronischen News.net Podcasts auch wieder vorbei. Ich denke, das waren ganz interessante Einblicke in die Welt der Hotellerie und wie E-Mobilität dort eben auch prägend unterwegs sein kann, beziehungsweise wie eben auch die Hotelbranche prägend für die E-Mobilität sein kann. Gerne auch mal bei Touremo vorbeischauen, bei Peter im Magazin und sich da auch schlau drüber machen, beziehungsweise auch bei den Hotels, beziehungsweise Plattformen, die er jetzt im Gespräch genannt hat, die bestimmt eine Bereicherung sind, wenn man Urlaub plant. Vielen Dank fürs Zuhören, bis zur kommenden Woche, mach's gut, bis dahin, ciao.