Der M-BYTE und die Herausforderungen am Markt

Im Gespräch mit Dr. Andreas Schaaf, CCO BYTON

Mit Dr. Andreas Schaaf, CCO von BYTON, habe ich mich gut zwanzig Minuten über das erste Elektroauto des chinesischen Start-Ups unterhalten. Welche Herausforderungen die Markteinführung des M-BYTE mit sich bringt und worauf man neben dem eigentlichen Fahrzeug vor allem achten muss.

Aus Sicht von Schaaf ist es nicht nur notwendig das richtige Produkt seinen Kunden präsentieren zu können, sondern auf ganzer Linie zu überzeugen. Und das hört laut ihm nicht beim Verkauf des M-BYTE auf, sondern erst mit richtig gutem After-Sales-Service. Etwas worauf man bei BYTON entsprechend Wert legt und mit Partnern künftig ohne Kompromisse abbilden möchte.

Des Weiteren hat Dr. Schaaf uns Einblicke auf die typische Zielgruppe von BYTON gegeben, warum der M-BYTE mehr wie ein einfaches E-Auto ist und welche Herausforderungen es mit sich bringt, wenn man nicht einfach ein übergroßes Display in ein E-Auto einbaut. Sondern das gesamte E-Auto um dieses herum aufbaut.

Aber hör doch am besten selbst rein und erfahre, wovon ich eigentlich Rede. Es lohnt sich. Versprochen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschalten hast, wenn es rund um die Themen E-Mobilität und E-Autos geht. Wie du es gewohnt bist, gibt es exklusive interessante Einblicke hinter die Kulissen. Und diese Woche mit einem ganz besonderen Gast hier im Podcast. Andreas Schaaf, der CCO von Byton, ist bei uns zu Gast gewesen, beziehungsweise habe ich ein Telefonat mit ihm gehabt am Donnerstag. Und wir haben uns ein bisschen über den M-Byte unterhalten, die Markteinführung, was alles noch vor der eigentlichen Markteinführung, Vorbestellphase vonstatten geht, was uns erwartet und wie BYTON an sich die Zukunft der eigenen Marke und der eigenen E-Autos sieht. Ganz interessante Eindrücke, die man da doch nochmal wieder gespiegelt bekommt. Und ich bin mir sicher, die 18 bis 22 Minuten, die wir da zusammengeführt haben oder miteinander gesprochen haben, geben dir auch interessante Einblicke in die ganze Entwicklung bei BYTON. Die erst im nächsten Jahr oder schon im nächsten Jahr mit dem M-Byte in China starten, ein Jahr später dann nach Europa kommen. Dort dann vor allem Norwegen, Deutschland, Holland, Frankreich starten. mit den ersten E-Autos bedienen, bevor man dann sich auch in die anderen Ländern von Europa verbreitet. All das wird uns Dr. Schaaf, der CCO von Byton, im nachfolgenden Interview näher bringen, mit seinen ganz eigenen Eindrücken, Einflüssen. Er ist seit Juni im Unternehmen und verfügt aber über Jahre, 20 Jahre, mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche und wird jetzt auch eben den M-Byte zur Serienreife führen und den Kunden entsprechend präsentieren. Vorab noch die Warnung, es gibt den einen oder anderen Piepser im Interviewgespräch mit Herrn Dr. Schaaf, was einfach daran liegt, dass wir das Interview übers Telefon geführt haben. Es gab wohl Störgeräusche, ich habe es versucht so gut wie möglich rauszufiltern aus der ganzen Geschichte. Hat nicht ganz einwandfrei geklappt. Konzentrier dich auf die Inhalte, versuch es auszublenden und erfahre einiges mehr über Beiden. Viel Spaß damit. Wir hören uns nach dem Interview nochmal. Bis dahin. Hallo Herr Dr. Schaaf, zunächst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Möglichkeit geben, dass wir einen Einblick hinter die Kulissen von BYTON erhalten. Sie sind ja seit Juni 2019 mit an Bord als CCO bei BYTON und werden die Marke jetzt quasi bei der Markteinführung des M-Byte betreuen. Aber wie war denn Ihr bisheriger Werdegang, bis Sie denn eben bei BYTON gelandet sind, dass wir das einfach mal ein bisschen einordnen können?

  3. Dr. Andreas Schaaf:

    Ja, gerne. Also erstmal freut mich, dass wir die Möglichkeit haben zu sprechen. Heute über BYTON und unsere Pläne. Bevor ich zu BYTON gekommen bin, habe ich eigentlich meine gesamte Zeit im Automobilbereich verbracht. Hauptsächlich bei BMW vorher und da die meiste Zeit in Asien. In fast allen sehr, sehr vielen asiatischen Ländern. Ich habe in Korea gelebt und in Indien für drei Jahre. und bin aber fast eigentlich durch zukünftige Länder in Asien auch gereist und habe die kennengelernt beim Geschäft. Eine spannende Zeit war dann, ich habe das Carsharing-Unternehmen DriveNow aufgebaut für BMW, was extrem spannend war, weil man einfach versteht, was sich auch verändert im Mobilitätsbereich und die letzten Jahre wieder in China gearbeitet für Cadillac und da Cadillac zu einer der wachstumsstärksten Premium-Marken geholfen über die Jahre. Und dann bin ich zu Byton gestoßen.

  4. Sebastian:

    Sehr schön und auch sehr interessant. Jetzt sind Sie ja, wie gesagt, als CCO bei Byton eingestiegen. Auf gut Deutsch der oberste Kundenbetreuer sozusagen, wie ich das in einem anderen Interview gelesen hatte. Und zeichnen sich für das Kundenerlebnis über alle Vertriebs- und Marketingkanäle, Produkt- und Dienstleistungen hinweg verantwortlich. Und da wäre es vielleicht mal ganz interessant, einen Einblick zu bekommen, jetzt gerade den Hinblick mit der Embight-Einführung, was Sie denn so aktuell für Aufgaben im Unternehmen haben und nachgehen müssen.

  5. Dr. Andreas Schaaf:

    Ja, gerne. Also die Funktion, die wir gerade gesagt haben, umfasst tatsächlich alles, was da eigentlich an... an Kunden-Touchpoints wir haben, also vom gesamten Spektrum von Marketing, von Autos verkaufen, von den digitalen Kanälen, von dem After-Sales, von dem digitalen Angebot im Fahrzeug, aber auch von den ganzen Ökosystemen um das Auto herum. Jetzt spricht zum Beispiel das ganze Thema Energiemanagement Ladesäulen, Infrastruktur, also alles im Prinzip, was in irgendeiner Weise damit zu tun hat, wie wir als beiden, als Unternehmen und als Produkt auch den Kunden treffen. Und da wir ja gerade dabei sind, unsere Markteinführung vorzubereiten, jetzt im ersten, im Hauptabsatzmarkt in China, machen wir von finalen Produktkonfigurationen, Spezifizierung, Preise, Gestaltung für den Kunden, welche Gestaltungsmöglichkeiten wollen wir eigentlich haben, Finanzierungsangebote, wir müssen die sozialen Medienkanäle bespielen, wir müssen im Prinzip Informationen geben an unsere potenziellen Kunden, die einfach interessiert sind an uns, wir haben Dialogs mit Kunden aufgebaut, wir haben Co-Creator Events organisiert, wo wir sehr, sehr viel Feedback kriegen und das in den Entwicklungsprozess einbauen, dieses Feedback, was wir von sehr engagierten, frühen Kunden kriegen, die sehr, sehr stark an der Marke interessiert sind. Wir bereiten gerade das gesamte Service-Netzwerk vor, sodass das eine ganz wichtige Bestandteile ist. Natürlich, wenn man im Fahrzeug eins wird auch, dass die Kunden einen perfekten Service hinterher kriegen, wo man das Fahrzeug vernünftig gewartet wird und geserviced wird. Also wir haben im Grunde genommen, das Ganze machen wir nicht nur für China, sondern wir machen Das wäre für Europa und für die USA und noch für weitere Märkte. Also sind gerade ziemlich beschäftigt. Und gerade in Europa haben wir ja nach dem EAA-Auftritt unglaublich starke Feedback bekommen. Wir haben sehr, sehr viel Interesse in Europa und dadurch haben wir auch sehr, sehr viele Gespräche im Moment mit verschiedensten Handelspartnern in Europa, die daran interessiert sind, das Auto in Europa für uns dann auch anzubieten und zu vertreiben.

  6. Sebastian:

    Ja, hört sich doch nach einer großen Herausforderung an, die Sie sich da gerade aktuell stellen müssen. Jetzt haben Sie Europa gerade als Beispiel genannt und das ist ja für uns auch besonders interessant. Da sind ja die Vorbestellungen erst ab Ende nächsten Jahres geplant, soweit ich das mitbekommen habe. Die Auslieferung dann ab Mitte 2021. Also wir haben da noch gut anderthalb Jahre, bis der M-BYTE dann tatsächlich auf der Straße zu sehen ist. Und da jetzt die Frage, kann man denn die Vorfreude noch so lange aufrechterhalten?

  7. Dr. Andreas Schaaf:

    Ja, ich glaube, das kann man, weil Das, was wir lange mitbekommen, ist, dass die Menschen dieses Fahrzeug wirklich sehen, unglaublich begeistert sind davon. Also wir haben fantastische Reaktionen gesehen in Frankfurt. Ich muss sagen, ich bin ja jetzt auch seit über 20 Jahren im Automobilumfeld tätig. Ich habe selten so viele euphorische Reaktionen auf ein Produkt gesehen im Automobilbereich. Insofern glaube ich, dass wir sehr viele Fans kreiert haben, die extrem interessiert sind an dem, was wir gerade machen. Das liegt natürlich daran, weil das auch ein absolut einmaliges Produkt ist, was es in der Form nirgends anders gibt, was es vor allem im ganzen Automobilbereich noch nie gibt. Das ist ja gerade das, was die Menschen so unglaublich fasziniert, dass sie das, was sie eigentlich erleben täglich in ganz vielen anderen Bereichen, nämlich Einfachheit der Nutzung, also überraschende Einfachheit eigentlich, die ihnen das Leben erleichtert, plötzlich im Fahrzeug schaffen, umzusetzen. Das hat es noch nie gegeben. Und das ist im Prinzip das, was die Leute so unglaublich begeistert. Und deswegen werden wir auch einen Weg finden, dass wir die Menschen, die da dran und die potenziellen Kunden, die daran interessiert sind, dass wir denen über die nächsten Monate genug Updates geben, über den Fortschritt, den wir machen. Und die werden uns sicherlich positiv unterdurchtragen durch diese Zeit, bis das tatsächlich dann endlich auch in Europa kommt.

  8. Sebastian:

    Ja, das hört sich sehr interessant an. Klar, diese überraschende Einfachheit der Nutzung haben Sie angesprochen und dann wird natürlich ein großer Teil dazu beitragen, dass Sie ja nicht nur ein Auto sozusagen auf die Straße bringen, sondern ein digitales Erlebnis, wie Sie es ja auch schon bezeichnet haben.

  9. Dr. Andreas Schaaf:

    Ja, ganz genau. Das ist eigentlich das ja das Wichtigste. Als wir vor dreieinhalb Jahren angefangen haben, die Firma zu gründen, wussten wir ja damals eigentlich sehr genau, was wir nicht wollten. Wir wollten damals nicht ein anderes Fahrzeug bauen. Wir wollten damals auch kein anderes Elektrofahrzeug bauen, sondern wir wollten damals ein vollkommen revolutionäres, neuartiges System im Automobilbereich schaffen, was kein einziger bislang so geschaffen hat. Wir haben es dann umschrieben damit, dass wir sagen, wir wollen ein Smart Device on Wheels schaffen. Genau diese überraschende Einfachheit, die man auch ganz viel in anderen Bereichen kennen, die mit Konnektivität und Digitalisierung natürlich zu tun haben, einem Automobil angeht. Und das klingt natürlich erstmal von der Idee her relativ einfach, weil wir das natürlich jeden Tag erleben, überall. In dem Moment, wo ich mein Smartphone in die Hand nehme oder wo ich meine Bestellungen mache, klingt das natürlich erstmal einfach. Das ist in der Umsetzung im Automobil extrem kompliziert und wirklich auch schwer. Sie müssen im Grunde genommen das Produkt komplett um die digitale Erlebniswelt herum konstruieren und bauen. Das geht nicht nur darum, dass Sie einen Bildschirm in ein Fahrzeug integrieren, sondern es geht darum, dass Sie das gesamte Fahrzeugkonzept und Ihre gesamte Firma eigentlich um das digitale Erlebniskonzept herum aufbauen. Also das muss wirklich ein ganz radikaler Schritt, weil das fängt sowohl beim Fahrzeugkonstruktion und Design an. Wenn Sie sagen, Sie haben einen 48-Inch-Screen im Fahrzeug, dann müssen Sie das gesamte Fahrzeug in den Screen herumdesignen. Dann fangen Sie nicht an, den Fahrzeug zu designen und bauen dann an irgendeiner Stelle einen Screen ein, sondern Sie fangen an, einen Screen zu haben und das gesamte Fahrzeug herumzubauen. Und das heißt zum Beispiel, dass bestimmte technische Komponenten nicht da sein können, wo sie sonst sind, also dass sie Platz schaffen müssen, um im Prinzip zum Beispiel um die ganze Air-Conditioning-Einheit, die muss über uns im Prinzip nach vorne wandern, hinter die Firewall, weil sie Platz brauchen, um den Screen genau da im Cockpit an der Stelle bauen zu können, weil sie das im normalen Fahrzeug überhaupt gar nicht haben. Und sie müssen genau die richtige Position natürlich haben. Das hat Auswirkungen auf Sitzpositionen, Lenkradwinkel und so weiter und so fort. Also es will heißen, wenn Sie nicht wirklich mit der Radikalität ein Fahrzeug konstruieren, werden Sie niemals in der Lage sein, so ein digitales Erlebnis selbst zu schaffen.

  10. Sebastian:

    Das hört sich vollkommen nachvollziehbar an. Ich durfte das Fahrzeug ja auch schon live sehen und kann das auch definitiv so unterstreichen, dass da dieser Ansatz auch gelebt wurde von Beginn an. Ist ja Aber nicht nur so, dass ihr das Produkt an sich, also das Fahrzeug an sich komplett neu erdacht habt, radikal neu gedacht habt auf einem weißen Blatt Papier, sondern ihr geht ja auch den gleichen Weg dann beim Vertrieb. Da setzt ihr auch auf ein anderes Vertriebsmodell, wie man es heute schon von den, ich sag mal, alteingesessenen Automobilherstellern kennt, sondern setzt da eben auf das sogenannte hybride Vertriebsmodell. das jetzt mit dem M-Byte auf den Markt kommen soll. Können Sie da vielleicht ein paar Worte dazu verlieren, wie man sich da von den derzeitigen Herstellern unterscheidet?

  11. Dr. Andreas Schaaf:

    Ja, auch bei dem Vertriebsmodell wollen wir ganz klar neue Wege beschreiten. Wir wollen eigentlich die guten Sachen, die man kennt aus dem Automobilbereich, verbinden und im Prinzip das, was man lange kennt, was weniger gut ist, wollen wir vermeiden. Sprich, wir haben ein Direktvertriebsmodell, das heißt, der Weiten verkauft das Fahrzeug direkt an den Endkunden. Wir nehmen aber die Hilfe von Partnern in Anspruch, die uns im Prinzip bei dem Verkauf und beim Service des Fahrzeugs helfen. Das ist deswegen so wichtig. weil sie einen ganz professionellen Art of Trade haben müssen mit Partnern, die auch genau ein Formsfahrzeug wirklich professionell servicen können. Das ist im Prinzip der Startpunkt von den gesamten neuen Anbietern im Markt, die nämlich genau da ein starkes Defizit haben. Um das zu vermeiden, wollen wir den Anspruch nehmen von Partnern, mit denen wir zusammenarbeiten. Diese werden den Service-Fair des Fahrzeugs übernehmen, die werden auch die physischen Schuhräume bauen und das heißt, wenn der Kunde physisch das Auto testfahren möchte, dann wird das über unsere Partner angeboten werden und gleichzeitig, wenn jemand zum Beispiel nur online das machen möchte, kann er das genauso. Wir haben eine komplette Integration von einem Online-Vertriebsweg mit diesen Offline-Vertriebswegen und diese Offline-Vertriebswegen werden unterstützt und gemacht durch unsere Partner und da haben wir große Feste in Europa Wir haben sehr, sehr professionelle Partner, mit denen wir gerade sprechen. Und da freue ich mich extrem, gemeinsam weiter in Europa zu entwickeln mit diesen Partnern.

  12. Sebastian:

    Genau, also das mit den Partnerschaften, wir jetzt auch letzte oder vorletzte Woche in den Medien lesen dürfen, dass man da eben auch erste Schritte geht, erste Partnerschaften auch beschlossen hat und eben auch auf dem Weg ist, weitere Partnerschaften zu schließen. Besteht diese Vertriebsstruktur dann in China schon, wenn das Fahrzeug dort früher auf den Markt kommt? Oder ist man da auch erst noch auf dem Weg, Partnerschaft zu schließen und das auf den Weg zu bringen?

  13. Dr. Andreas Schaaf:

    Nein, in der Tat, in China kommt das Fahrzeug ja früher. Insofern sind wir in China natürlich auch weiter. Die Partner sind in China alle ausgewählt. Wir haben auch einen klaren Entwicklungsplan. Wir haben den ersten Showraum neben dem Brandstore, den wir in Shanghai schon haben, haben wir jetzt eröffnet oder werden wir jetzt in Kürze eröffnen. Und Wir planen dann im nächsten Jahr im Prinzip die Weiterumstätte in China auch alles zu eröffnen. Insofern sind wir damit natürlich früher unterwegs, aber sehr, sehr genaues, fleißiges Konzept, sehr spannend, wenige Partner, sehr, sehr starke Partner, mit denen wir in China zusammenarbeiten. Und da werden wir schon im Prinzip ab Verkaufsstaaten natürlich nächstes Jahr fertig sein mit genügend physischen Stores.

  14. Sebastian:

    Okay, das ist auch nachvollziehbar, gerade wie gesagt, wenn wir da ja nächstes Jahr schon an den Start gehen. Jetzt hatten wir auch die Showrooms, die beiden Places heißen die ja, die weltweit eben Berührungspunkte mit der Marke und den eigenen E-Autos werden sollen, erwähnt. In Shanghai wurde der erste eröffnet. Wie geht es von dort aus weiter? Wann werden wir in Europa, gar in Deutschland, den ersten beiden Place sehen?

  15. Dr. Andreas Schaaf:

    Ja, für Europa fahren wir ja den Verkaufsstart für Mitte 21. Und insofern gehe ich mal davon aus, dass wir ab Mitte 2020 oder Mitte nächsten Jahres dabei sein werden, die physische Präsenz durch zweiten Cases wirklich zu konkretisieren. Und dann in der zweiten Hälfte nächsten Jahres werden wir die ersten Eröffnungen in Europa sehen.

  16. Sebastian:

    Okay. Jetzt auch nochmal kurz den Sprung zurück, den Sie gesagt hatten, auf den perfekten Service, der hinterher auch geboten werden muss. Das wollen Sie ja mit Ihren Partnern eben auch abbilden. Sehen Sie sich da auch in der Lage, dann tatsächlich zu liefern? Weil klar, Verkaufen ist die eine Sache, gerade wenn man das jetzt auf Off und Online aufteilt, sage ich mal, und eher den Kunden da die Zügel an die Hand gibt. Aber gerade dieser Bereich Aftersales ist dann doch bei E-Autos immens wichtig. Also sind Sie da auch gut genug aufgestellt dafür aus Ihrer Sicht?

  17. Dr. Andreas Schaaf:

    Ja, einer der wirklichen Kernüberlegungen für dieses Fahrzeugmodell war der Aftersales. Das muss man ganz klar sagen. Ich glaube, man kann ein Fahrzeug vertreiben und verkaufen. Das kann man in verschiedenen Formaten machen. Das kann man online und offline machen. Aber es ist wirklich absolut wichtig, gerade als Premium-Marke, die Bison ja ist, gerade da einen wirklich perfekten After-Sales-Service zu liefern. Und das ist ungemein schwierig, wenn Sie das von der grünen Wiese, also vom Blatt Papier aufbauen müssen alleine, weil Sie da einfach nicht die Erfahrungswerte direkt mitbringen, die zum Beispiel Organisationen haben, die das seit 40 Jahren im Automobilgeschäft sind. Und wenn Sie dann mit diesen Organisationen die besten von denen wählen, dann haben Sie von Anfang an ein perfektes Serviceerlebnis, was Sie liefern können. Also die Antwort darauf ist ganz klar ja, weil die Partnergespräche, die wir gerade führen, diese Partner kennen wir zum Teil seit vielen, vielen Jahren. Wir wissen genau, wie gut sie sind, was sie können. Die haben einen fantastischen Partner für das Netzwerk. Genau das ist der Grund, warum wir mit diesen Partnern zusammenarbeiten wollen.

  18. Sebastian:

    Okay, das hört sich ja gut an, auch für den späteren Kunden oder die Fahrer von euren E-Autos. damit die dann auch nicht nur ein gutes Einkaufserlebnis haben oder Kauferlebnis, sondern auch hinterher sicher sein können, dass sie da mit dem Auto gut versorgt sind.

  19. Dr. Andreas Schaaf:

    Genau das wollen wir liefern, genau das ist die Absicht. Und ich glaube, das ist auch für jede neue Marke, die am Start ist, ist das wahrscheinlich einer der Absicht und Kernelemente, um im Markt erfolgreich zu sein. Das nutzt ihnen überhaupt nichts, wenn sie das Fahrzeug verkaufen und dann im Nachhinein die Kunden umstritten sind, weil sie halt eben nicht die Betreuung Besitzer der Fahrzeug sind, was sie sich eigentlich vorgestellt haben und was sie eigentlich auch als Premium-Markt anbieten müssen.

  20. Sebastian:

    Klar, kann man so unterschreiben. Jetzt würde ich gerne nochmal auf Europa, auf die Auslieferung Beginn 2021 eben zu sprechen kommen. Da gibt es ja bestimmt auch eine Priorisierung. Ich könnte mir jetzt vorstellen, dass gerade Norwegen, das ja als E-Auto-Land Europas gilt, dann doch erhöhte Aufmerksamkeit bekommt. Oder wie habt ihr euch das vorgestellt? Werdet ihr auf einmal alle europäischen Länder bedienen oder wie ist das geplant?

  21. Dr. Andreas Schaaf:

    In der Tat haben wir eine Staffelung, so wie wir uns das vorstellen. Wir werden in Europa also mit einer ersten Gruppe von Ländern anbieten. Und diese Kerngruppe, damit wo wir anfangen werden, Die wird in der Tat Skandinavien abdecken und Deutschland und wahrscheinlich die Niederlande und Frankreich. Also quasi die Kernmärkte in Europa von Anfang an, die stehen im Fokus, wenn wir in einem zweiten Schritt die restlichen europäischen Märkte erschließen.

  22. Sebastian:

    Okay, ergibt ja auch Sinn, dass man sich dann eben erst mal auf die größten Märkte konzentriert innerhalb von Europa und dann Schritt für Schritt weitergeht. Jetzt wäre für uns natürlich auch von Interesse, von wie viel M-Byte sprechen wir denn konkret, wo ihr schon Interesse signalisiert bekommen habt für Europa, dass da eben auch Bedarf bzw. Interesse an einem Kauf besteht.

  23. Dr. Andreas Schaaf:

    Ja, also wir haben ja grundsätzlich in unseren Planungen China als unseren Hauptmarkt. dann Europa und die USA. Und das haben wir eigentlich immer im Prinzip relativ gleichgewichtig gesehen. Jetzt sehen wir aber, dass in Europa durch dieses starke Interesse und auch das gesamte starke Interesse für Elektromobilität jetzt in Europa einen viel, viel höheren Zuspruch kriegen und ein viel höheres Interesse als das, was wir ursprünglich mal gedacht haben. Insofern ist für uns Europa definitiv der zweitwichtigste Achtersmarkt nach China. Und Wir haben heute schon die Hälfte aller unserer Regierungen kommen aus Europa und Und insofern ist Europa für uns ein ganz, ganz, ganz, ganz wichtiger Bereich. Und die Partnergespräche, die wir im Moment alle führen, zeigen auch, dass wir dann sehr hohes Potenzial haben. Ich möchte jetzt keine Zahl wirklich da nennen, aber wir sehen, dass Europa sehr hohes Potenzial hat, viel mehr als das, was wir ursprünglich mal angenommen haben.

  24. Sebastian:

    Das ist ja doch sehr positiv dann für euch auch, wenn ihr da sagt, da kommt dann doch noch mehr vom Markt zurück als zunächst erwartet.

  25. Dr. Andreas Schaaf:

    Ja, vor allen Dingen ist es ja in Europa im Moment auch noch relativ schwierig zu antizipieren, was jetzt die nächsten Jahre bringt. Wir sehen im Moment die großen Entwicklungen in der Elektromobilität, auch in Deutschland ja jetzt. diese Woche und das wird natürlich den Markt ganz, ganz nochmal verändern und beschleunigen. Und genau darin wollen wir ja jetzt im Prinzip ein Produkt anbieten, was kein anderer in der Form anbieten kann, mit einer Preisposition, die für Europa extrem attraktiv ist. Und insofern glauben wir, haben wir da sehr große Möglichkeiten in Europa.

  26. Sebastian:

    Okay, jetzt haben wir auch gesagt, heute ist ein Weg zum Abschluss für mich, sag ich mal. Ihr seid in der Lage, ein Produkt anzubieten, was so kein anderer anbieten kann. Heißt das, ihr habt auch eine komplett andere Zielgruppe wie andere Marktteilnehmer? Oder wie würde man die denn bei euch beschreiben? Unterscheidet die sich vielleicht sogar zwischen China und Europa? Wer ist also euer Invite-Käufer?

  27. Dr. Andreas Schaaf:

    Ja, ich glaube, wir haben keine andere Zielgruppe. Ich glaube, das, was wir sehen, ist, wenn man sich Entwicklungen anschaut, die jetzt bei Wettbewerbsfahrzeugen, wer kauft diese Fahrzeuge, wir sehen im Moment, Wir können nicht hingehen und im Prinzip angucken, okay, das ist der Elektro-Markt und da nehmen wir 5 oder 10 Prozent von, glauben wir, das erweitert verkaufen können, sondern wir werden diesen Markt gestalten. Wir werden diesen Markt nach vorne bringen. Wir sehen ganz klar, dass mit den Angeboten, die im Markt sind, in denen wir haben, dass diese Käufer... Viele Käufer von den klassischen Verbrennungsmotoren auf Elektrofahrzeuge umschwenken werden. Und jetzt sind natürlich Käufer, die technologisch aufgeschlossener sind, die begeistert sind für nachhaltige Mobilitätskonzepte und die teilweise jünger sind, auch in China jetzt noch mal jünger als in Europa. Aber das sind alles Menschen, die im Grunde genommen extrem technologieaffin sind und die vor allen Dingen auch begeistert sind von dem digitalen Erlebnis im Fahrzeug, was ja so in der Form kein anderer bietet. Also es tut mich ja jetzt schwer zu sagen, dass genau diese Zielgruppe oder diese Zielgruppe, ich glaube, die Botschaft für uns ist, wir werden diesen Markt aufbauen, wir werden den vergrößern und wir werden sehr viele Leute erreichen, die begeistert davon sind, dass sie so eine digitale Erlebniswelt plötzlich in einem Fahrzeug umgesetzt sehen, was sie eigentlich ansonsten jeden Tag überall erleben können, außer bisher in einem Fahrzeug.

  28. Sebastian:

    Ja, dann vielen Dank, Herr Dr. Schaaf, für die Einblicke hinter die Kulissen von beiden. Ich denke, da haben wir doch einiges jetzt wieder gelernt und werden es weiter beobachten und vielleicht können wir uns ja in naher Zukunft dann nochmal in einem halben, dreiviertel Jahr austauschen, wie ihr denn jetzt weitergegangen seid von den Schritten her.

  29. Dr. Andreas Schaaf:

    Wunderbar. Ich bedanke mich für das Interview und freue mich vor allen Dingen darauf, wenn wir das nächste Mal wieder sprechen und ich Ihnen die nächsten Neuigkeiten von BYTON geben kann.

  30. Sebastian:

    Sehr gerne. Vielen Dank. Das war sie also schon wieder, die aktuelle Folge des elektroautonews.net Podcast. Wie gesagt mit Andreas Schaaf, Dr. Andreas Schaaf, dem CCO von Byton, im Gespräch mit vielen interessanten Eindrücken, wie ich immer noch finde. Ich hoffe, dir hat die Folge auch Spaß gemacht, du wurdest gut unterhalten und würde mich freuen, wenn du eine positive Bewertung auf iTunes und Co. hinterlässt für uns, damit wir einfach die E-Mobilität noch ein wenig mehr in die Welt hinaustragen können. Vielen Dank dafür. Vielen Dank, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast. Wir hören uns nächste Woche wieder. Bis dahin. Mach's gut. Ciao.