Mazda MX-30 - Warum es wichtig ist die richtige Akku-Größe zu wählen

Im Interview mit Theo Falk und Joachim Kunz von Mazda

Im Gegensatz zu anderen Automobilhersteller setzt Mazda nicht auf ein Reichweitenmonster bei seinem Erstlingsstromer, dem MX-30. Stattdessen hat man sich viele Gedanken darüber gemacht, warum eine kleinere Batterie die bessere Wahl ist.

So viel sei bereits verraten die CO2-Emissionen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Des Weiteren reicht die rein elektrische Reichweite von 200 km (WLTP) im Alltag locker aus. Zumindest, wenn man vom Standard-Fahrprofil ausgeht, welches durch viele Studien bereits im Bereich von 80 bis maximal 100 km pro Tag ermittelt wurde.

Dennoch habe ich es mir nicht nehmen lassen mich ein wenig mit Theo Falk, Engineer Powertrain - Product Development & Engineering, sowie Joachim Kunz, Senior Product Development and Engineering, über deren erstes E-Auto zu unterhalten.

Neben der Akkugröße waren CO2-Emissionen, CO2-Flottenwerte in Europa, die Range-Extender Variante des MX-30 sowie ein ganz spezieller EV-Sound ein Thema. Darüber hinaus haben wir auch das Design des MX-30 aufgegriffen und erfahren welcher Markt für Mazdas E-Autos am wichtigsten ist. 2020 kommt der MX-30 bereits auf die Straße. Die Range-Extender-Variante dann nach 2021.

Aber ganz ehrlich, hör am besten selbst in das Interview rein. Es lohnt sich. Versprochen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des ElektroautoNews.net Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschalten hast, wenn es rund um die Themen E-Mobilität und E-Autos im Alltag geht. Diese Woche haben wir ein ganz besonderes E-Auto zu Gast im Podcast, den Mazda MX-30, das erste reine Elektroauto von Mazda. Das konnte ich zur Mitte der Woche in Portugal Probe fahren, Prototypen davon. Konnte mich im Rahmen eines Interviews oder Gesprächs auch noch mit Herrn Theo Falk unterhalten, der für den Powertrain, also Antriebsstrang des Mazda MX-30 verantwortlich ist. Und hatte auch noch Herrn Joachim Kunz, den Senior Product Development and Engineering Verantwortlichen, im Interview mit drin sitzen. Und wir haben uns einfach mal komplett über das Fahrzeug unterhalten. Also angefangen von den Ansätzen, die man gewählt hatte, warum in Anführungsstrichen nur 200 Kilometer Reichweite, warum der MX-30 das perfekte Alltagsauto ist. Welche Rolle CO2-Emissionen für Mazda an sich spielen und auch für die Gestaltung, den Aufbau des Fahrzeugs? Was man davon hält, auf kleinere Akkus zu setzen, anstatt ein Riesen-Akku mit sich rumzuschleppen? Und welche Besonderheiten den Mazda MX-30 eben noch auszeichnen im Alltag? Es sind einige interessante Ansätze mit dabei gewesen, die auch im Interview nochmal rausgekommen sind. Ich werde in den Shownotes auch noch den dazugehörigen Testbericht bzw. Erfahrungsbericht aus Portugal verlinken, einfach, dass du da auch nochmal Eindrücke bekommst. Ich würde jetzt aber einfach direkt ins Interview mit den beiden Herren, Herrn Theo Falk und Herrn Joachim Kunz, übergeben. Und nach dem Interview hören wir uns natürlich selbstverständlich nochmal. Bis dahin! Also wir sitzen hier zusammen, um uns ein bisschen über den Mazda MX-30, das erste E-Auto von Mazda, zu unterhalten. Mit am Tisch ist der Herr Kunz und der Herr Falk, die sich jetzt beide mal kurz vorstellen können mit ihrer Funktion, was sie denn bei Mazda denn machen und welche Verbindungen sie zu dem ersten E-Auto eben haben.

  3. Theo Falk:

    Ja, vielen Dank. Mein Name ist Theo Falk. Ich bin Entwickler im Research Center in Oberursel, in der Nähe von Frankfurt. Mazda ist das einzige europäische Entwicklungszentrum und ich bin im Bereich Powertrain zuständig, also Antriebsstangenentwicklung. Alles vom Tank bis zum Driveshaft, das wird in meinem Team übernommen und ich jetzt speziell für unsere Idee sparte. Nicht nur reine Elektrofahrzeuge, auch Hybride fallen unter meine Verantwortung.

  4. Joachim Kunz:

    Ja, ich heiße Joachim Kunz, bin im selben Entwicklungszentrum von Mazda tätig und zuständig für den Bereich Product Development und Engineering. Das ist eigentlich alles, was direkt am Fahrzeug gemacht wird. Testfahrten, Abstimmungsarbeiten, auch Konzepte für alles am Fahrzeug.

  5. Sebastian:

    Okay, jetzt hatte ich ja die Möglichkeit, mich ein bisschen auf den Lebenslauf von Herrn Falk vorzubereiten, hat man dann doch gesehen, dass es eher verbrennergeprägt war, die ganze Geschichte jetzt bis 2015 war es glaube ich dann. Und ja, jetzt seitdem bei Mazda täglich dann und beim Antrieb gab es ja dann wohl auch Veränderungen, wenn Sie da aus der Verbrennersparte kommen, sind Sie jetzt rein für den E-Antrieb. zuständig im Alltag oder haben Sie auch noch Verbrennerberührung sozusagen?

  6. Theo Falk:

    Wie gesagt, da ich auch für andere Produkte, also Plugins und MindHybrid zuständig bin, bleibt das natürlich nicht aus. Deswegen kenne ich mich da auch gut aus. Ich persönlich hatte halt ein großes Interesse an Elektrofahrzeugen und dadurch hat sich das dann sehr angeboten. Und auch dieser Übergang dann über Plugins zu vollelektrischen Fahrzeugen, das war mein Ziel. Ist jetzt auch gut, dass man das so erreicht hat.

  7. Sebastian:

    Ja klar, ich denke auch, das wird von Vorteil für die Strategie von Mazda sein. Wir haben es vorhin in der Pressekonferenz gesehen, ihr geht jetzt nicht nur rein auf E-Auto und Verbrenner, sondern wolltet ja auch so Zwischendinge wie Plug-in-Hybride eben mit anbieten und habt auch das E-Auto mit einem Range Extender noch im Plan. Können Sie dazu was erzählen, was da der erhoffte Vorteil dann eben ist, einer von den beiden?

  8. Theo Falk:

    Also natürlich erstmal ist die, was wir auf Englisch nennen, Range Anxiety, also die Reichweitenängste, das ist natürlich ein großes Ding, was wir da nehmen wollen, einfach den Kunden und andererseits, was wir auch immer als Bright Sizing bezeichnen, Sie werden das sehen in der Pressekonferenz, oder haben Sie schon gesehen, die CO2-Bilanz ist halt momentan von Elektrofahrzeugen meistens, je nachdem wo sie produziert und wo sie eingesetzt werden, noch nicht optimal. Und ein Range Extender würde halt... die Möglichkeit bieten, in der Produktion fast, also im Vergleich zu dem Elektroauto, keine große Mehr-CO2-Produktion, keine CO2-Böden für den Anfangsstart aufzulasten, aber dafür halt trotzdem die Reichweiten. Also keine 95 kWh Batterie, die halt erstmal mit ich weiß nicht, 12 Tonnen CO2 zu Buche schlägt, sondern trotzdem relativ niedrig zu starten.

  9. Sebastian:

    Das heißt, eine kleine Batterie mit dem Range Extender, um eben die CO2 Emissionen unten zu halten, so gut es geht eben.

  10. Theo Falk:

    Genau, weil der Use Case für lange Fahrten ist doch eigentlich begrenzt tatsächlich und für diese Anwendungen wäre das halt dann von Vorteil, auch dass man auch nicht die ganze Zeit mit einem Auto rumfährt, was über 2 Tonnen wiegt, ist natürlich auch schlecht. Klar, die CO2 Emissionen gehen immer weiter runter und deswegen werden wir das auch immer weiter im Blick behalten, aber für jetzt ist das unnah.

  11. Sebastian:

    Für diesen Starter. Den MX-30 bringt ihr mit 200 Kilometer, wird der aktuell kommuniziert auf die Straße. Was wird angestrebt mit dem Range Extender? Gibt es da schon eine Richtung, wo man sich dann hin bewegt mit der Unterstützung? Was da an Reichweite möglich ist, wenn Sie schon sagen, die Reichweitenängste werden genommen?

  12. Joachim Kunz:

    Können wir leider keine genauen Angaben dazu machen. Das hängt natürlich direkt von der Tankgröße ab und die hängt wiederum ab von Regularien, von Berechnungen, wie CO2 dann berechnet wird und auch für die Besteuerung, ganz unterschiedlich in den europäischen Ländern. Also wenn wir da sehen, dass wir natürlich einen möglichst großen Tank haben, aber im Rahmen dessen, dass man natürlich die Förderung für Elektrofahrzeuge wahrnehmen kann. Und ja, ich möchte nochmal sagen, also das ist ja praktisch unsere Alternative zu einer viel größeren Batterie. Das wäre günstiger vom CO2, von der Herstellung, aber auch von der Reichweite, weil man dann, also auch eine große Batterie ist irgendwann leer und man braucht eine Ladestation und mit dem Range Extender ist man dann auch von den Ladestationen unabhängig und kann halt in fünf Minuten nachtanken und weiterfahren.

  13. Sebastian:

    Klar. Ist es auch ein preisliches Thema? Die Frage habe ich mir nämlich auch gestellt, weil natürlich kostet eine große Batterie auch mehr Geld in der Produktion, dann in der Herstellung, wo ich wahrscheinlich mit einem Range Extender dann doch günstiger produzieren kann und dann mein Fahrzeug auch am Markt mit dem Vorteil Reichweite, niedrige CO2-Emissionen platzieren kann. Ist das auch Strategie dahinter, sage ich mal, von Mazda?

  14. Joachim Kunz:

    Ja, ich kann jetzt keine klaren Angaben machen, wie sich die Kosten vom Range Extender gegenüber größerer Batterie verhalten. CO2-mäßig ist es auf jeden Fall günstiger und ich denke, für den Kunden ist es auch vorteilhaft, weil er dann die Reichweite, wie gerade eben gesagt, einfach durch auftanken kann.

  15. Theo Falk:

    Wir dürfen da keine Zahlen rausgeben, aber es gibt offizielle Zahlen wie teuer eine Kilowattstunde für eine Batterie ist. Um die 200 Dollar kostet die, im Vergleich zu einer 95 Kilowattstunde Batterie. Was so ein normaler Drivetrain kostet, ist auch eigentlich öffentlich. Das wird günstiger, theoretisch.

  16. Sebastian:

    Der Mazda MX-30 als reines E-Auto ist für 2020 angekündigt, wo er auf die Straße kommen soll. Soll dann auch die Range Extender Variante auch zeitgleich auf den Markt kommen? Soll die in einer nahen Zukunft dann auch folgen oder was ist da vorgesehen aktuell?

  17. Joachim Kunz:

    Ja, naja, Zukunft ist richtig. Genaueres kann ich jetzt auch nicht dazu sagen. Wir werden jetzt so in etwa September auf jeden Fall das batterieelektrische Fahrzeug in Europa auf dem Markt haben. Und der Range Extender kommt später. Das ist noch in der Entwicklung und da habe ich keine Angaben. Aber also später als nächstes Jahr.

  18. Sebastian:

    Okay, also 2021 folgende Jahre dann. Jetzt haben Sie gesagt, im September 2020 soll er auf die Straße kommen in Europa. Ist das dann gleich für alle Länder vorgesehen, dass er da gleichmäßig eingeführt wird oder wird man da auch einzelne Länder, wie jetzt Norwegen beispielsweise, bevorzugt behandeln oder wo eben Förderungen her sind, wie es ja auch die Konkurrenz macht von Mazda, wo dann eben das am Markt ausnutzt?

  19. Joachim Kunz:

    Es wird ganz Europa vorgesehen und da kann ich auch noch erwähnen, Europa ist der Hauptmarkt insgesamt weltweit. Das wird natürlich auch in anderen Regionen angeboten, aber die Marktentführung kommt zuerst nach Europa, was wir da für September angepeilt haben. Für alle Länder in Europa, die Verkaufszahlen werden natürlich hoch. sehr unterschiedlich sein. Norwegen ist natürlich in einem riesen Elektroanteil, aber an sich ein kleines Land. Insgesamt ist Deutschland auch mal wieder sehr wichtig.

  20. Sebastian:

    Gewinnt ja auch so von den Erfahrungen, die wir sammeln können, immer mehr Bedeutung dann auch durch die politische Stellung jetzt, wo man sich dazu bekannt hat und das auch ganz noch fördern will. Durchaus sinnvoll. Was jetzt noch interessant wäre, so meine Eindrücke vom Fahren einfach, da War schon sehr gut, muss ich sagen, was mir gut gefallen hat. In der Pressekonferenz wurde es kundgetan mit intuitiv, dass das Fahrzeug auch direkt reagiert auf Lenken, dass da keine Verzögerung drin ist, auch beim Strom geben, Gas geben sozusagen, das hat man auch gemerkt tatsächlich beim Fahren. Was mich interessieren würde, Rekuperation war jetzt die Standardstufe drin, sage ich mal, da gibt es später drei Stufen dann. Ist da dann angestrebt, dass man auch dieses One-Pedal-Feeling bekommt, dass man auch ohne das Bremspedal auskommt oder wo geht da der Weg hin?

  21. Theo Falk:

    Also die Stufen, ich weiß nicht, wo Sie die Zahl her haben, die Level selber sind noch nicht festgelegt.

  22. Sebastian:

    Wurde mir vom Kollegen gesagt.

  23. Theo Falk:

    Also ob 3, 4, 5, steht noch offen, ist ja alles Software, also ist alles kein Problem, im Nachgang das noch zu machen. Wir sind auch gerne auf Ihr Feedback, was Sie da haben möchten, gespannt. Prinzipiell diese Linie, die sie gefahren sind, das ist unsere Human Centered Line. Da stecken auch relativ viele Studien hinter aus Japan, was Menschen als komfortabel empfinden und was auch tatsächlich für den Beifahrer, der ja die Abbremsung selbst immer erst merkt, wenn es schon quasi zur Deceleration kommt, dafür den komfortabel ist. Speziell Nackenmuskeln und sowas.

  24. Sebastian:

    Gut, das heißt, oder was ich jetzt auch gemerkt habe, diese Human Center Line, die ist doch sehr verbrennernah aufgehalten. Man spürt eigentlich die Rekuperation, in dem Sinne habe ich es überhaupt nicht gemerkt, dass da was zurückkam. Jetzt trotzdem nochmal zu meiner Frage zurück, dieses One-Pedal-Feeling, ist es angedacht, dass man dort hinkommt?

  25. Theo Falk:

    Also es wird natürlich stärkere Verzögerungen geben, da drüber und da drunter, unter der Linie, die Sie jetzt gefahren sind. Inwiefern Sie da mit One-Pedal fahren können, das ist natürlich auch kundenspezifisch. Es wird wahrscheinlich für den Verkehr reichen, aber ich kann Ihnen auch sagen, dass das jetzt nicht so etwas sein wird wie Tesla mit mehr als 0,2 G-Verzögern.

  26. Sebastian:

    Ja, aber man wird schon die Möglichkeit haben, das auch stärker einzustellen. Und schlussendlich ist es ja dann auch eigenes Fahrverhalten, wie sicher man sich damit auch fühlt und ob man das im Verkehr dann auch in dem Ausmaß nutzen möchte. Ja, genau. Jetzt muss ich gerade überlegen. Jetzt die 200 Kilometer Reichweite, die genannt wurden, sind Alltagsreichweiten. Die habt ihr von was abgeleitet? Sind das auch Erfahrungen aus Studien, aus Befragungen? Oder was war dein Maßstab dafür? War das nur die reine Grenzschwelle für diesen CO2-Wert, wo man sagt, es ist verträglich? Oder wie ist man darauf gekommen?

  27. Joachim Kunz:

    Gut, Sie fragen jetzt nach der Auslegung.

  28. Sebastian:

    Genau.

  29. Joachim Kunz:

    Ich denke, das ist unser Ansatz. Wir nennen das eben Right-Sizing für die Batteriegröße mit 35,5 mAh. Kilowattstunden und ja, da haben wir uns natürlich viele Gedanken drüber gemacht und wir denken, dass das halt die optimale Balance ist zwischen Reichweite für die Kunden, zwischen CO2-Rucksack, wie es bei uns genannt wird, von der Produktion. Wir denken, dass diese 200 Kilometer ist auch noch kein verbrieferter Wert, ja, aber so Um den Dreh ein bisschen mehr werden wir bekommen und wir denken, dass das halt für sehr viele Kunden alles abdeckt. Und natürlich gibt es welche, die mehr Reichweite brauchen und dann ist halt unsere Lösung, wie schon gesagt, Range Extender, aber keine größere Batterie. Nicht für alle Zukunft. Es wird sich natürlich was tun, wenn die Batterieproduktion mit niedrigerem CO2 möglich ist oder auch kompakter wird, dann werden wir da andere Lösungen haben.

  30. Theo Falk:

    Ja, also wenn man da irgendwie Leistungsdichten oder Energiedichten erhöhen kann bei gleichem Bauraum und wie Herr Kunz schon sagte, die CO2-Produktion CO2-neutraler wird, die Batterieproduktion, dann steht das natürlich außer Frage, dass wir auch darüber nachdenken. Das ist ja ein Prozess. Das ist jetzt für diesen Zeitpunkt unser Ansatz, aber der wird natürlich ständig hinterfragt.

  31. Sebastian:

    Okay, jetzt hatten wir den Begriff Right Sizing, der ist jetzt schon zweimal gefallen. Haben wir vorhin auch die Studie gesehen, heute ist ein Auszug aus der Studie, dass wir gesehen haben, ungefähr bei 80.000 Kilometer ist... Die 35,5 kWh Batterie mit dem verglichenen Diesel war es glaube ich gleich auf ungefähr. Angedacht war dann, oder der Hinweis war auch, dass bei 160.000 km der Akku ausgetauscht werden sollte, damit die Performance... Gleich bleibt, so hatte ich es jetzt wahrgenommen, können Sie mich gerne berichtigen, was damit auf sich fällt.

  32. Theo Falk:

    Das wird leider öfter schon falsch verstanden, vielleicht ist das ein bisschen missverständlich in dieser Folie. Das ist Teil dieser Studie, die dahinter steckt. Die haben das angenommen einfach, dass da... ein Batterie-Exchange vorgenommen werden kann oder muss, das ist aber nicht unsere.

  33. Sebastian:

    Wir geben bis zu diesem Zeitpunkt eine Garantie, 160.000 km oder 8 Jahre und theoretisch die Batterie kann man relativ einfach austauschen, aber das ist nicht das, was wir erwarten.

  34. Theo Falk:

    Wir gehen davon aus, dass das deutlich länger hält und das ist natürlich vom Fahrverhalten und vom Ladeverhalten stark abhängig. Aber dass wir sagen, bei 160.000 sollten wir die Batterien tauschen, so wollen wir damit nichts sagen.

  35. Sebastian:

    Das ist gut, dass wir darüber gesprochen haben, weil Sorg ist erst wahrgenommen, muss ich sagen.

  36. Joachim Kunz:

    Es sind zwei verschiedene Sachen. Das eine ist die wahre Lebensdauer von der Benutzung. Wenn einer viel mit 55 Kilowatt lädt, dann hält es weniger lang. Aber das wird kaum jemand tun. Also wird es wesentlich länger halten. Aber unsere Garantie von 160.000 ist bis 70% Kapazität. Also egal was der Kunde tut mit der Batterie. Im normalen Benutzungsnetz wird es länger halten.

  37. Sebastian:

    Gut, ich bin sehr beruhigt, weil ich dachte dann auch, wenn man jetzt noch 160 km im Vorlauf vorstellig werden muss zum Austausch, muss auch nicht sein, aber dann haben wir das verstanden. Laden haben Sie auch angesprochen, Lademöglichkeiten. Was bietet der MX-30, was ist da angedacht?

  38. Theo Falk:

    Also natürlich AC, DC, klassisch AC bis 6,6 kWh und DC bis 50 kWh. 50 kWh, okay. So 30 bis 40 Minuten bis 80%.

  39. Sebastian:

    Bis 80%, okay. Das ist ja auch ein vernünftiger Wert, um dann auch im Alltag wieder vorwärts zu kommen.

  40. Theo Falk:

    Ja, also wir haben uns auch extra für diese 50 Kilowatt entschieden. Klar, man kann auch mit 100 oder mit 120 das theoretisch machen, weil die Batterie selber muss das ja können. Wir haben ja ein Output von 105 kW maximal für den Motor.

  41. Sebastian:

    Das heißt, die Batterie muss diesen gleichen Output können und dementsprechend auch den Input haben.

  42. Theo Falk:

    Aber es geht ja von dem Socket, also von dem Stecker zur Batterie und da sind auch Kabelquerschnitte, die muss man berücksichtigen und Wärmeverluste, das heizt sich deutlich mehr auf, wenn man mit 100 Kilowatt lebt. Und ja, da ist einfach kein großer Benefit, weil man kann mit 100 Kilowatt nicht doppelt so schnell laden, weil einfach anfangs, das muss ja erst hochgefahren werden, das heißt man landet dann vielleicht bei 25 Minuten anstatt bei 15. Also der Benefit ist bei so einer kleinen Batterie einfach nicht gegeben.

  43. Sebastian:

    Das ist also tatsächlich der Knackpunkt, dass man sagen würde, wenn wir jetzt eine rein theoretisch größere Batterie hätten, dann wäre der Benefit größer, weil eben diese Anfangszeit dann nicht mehr so ausschlaggebend wäre bei der ganzen Geschichte.

  44. Theo Falk:

    Ja, genau.

  45. Sebastian:

    Okay, und deswegen habt ihr euch dann eben für die 50 kW entschieden, weil, ich sag mal, die 10 Minuten mehr, die machen es dann ja auch nicht.

  46. Theo Falk:

    Das haben wir uns gedacht, ja, dann können wir ein bisschen Gewicht sparen, müssen das Kühlsystem nicht so extrem auslegen.

  47. Sebastian:

    Und wie ist es gedacht für den Fahrer? Das könnte mir jetzt der Kollege vorhin leider nicht beantworten. Weil wir waren ja auch mit dem Prototyp unterwegs. Was hat Mazda da angedacht? Gibt es dann auch so Geschichten wie eine Smartphone-App, wo ich dann auch von daheim aus meinen Ladestand angucken kann, wo ich weiß, okay, jetzt wäre es mal wieder an der Zeit zu laden, vielleicht das Fahrzeug vorher schon vorheizen, bevor ich einsteige. Wollt ihr sowas zum Start der Serie dann auch?

  48. Joachim Kunz:

    mitbringen? Ja, wird es geben, aber da habe ich jetzt nichts Konkretes zu berichten drüber. Zum jetzigen Stand stellen wir die Prototypen vor und Software.

  49. Theo Falk:

    Es gibt ja diese MyMazda App und die wird auf jeden Fall dann, ich glaube, die soll bestehen bleiben, damit die Kunden sich jetzt auch nicht umgewöhnen müssen, die vielleicht schon Mazda haben und die wird dann einfach um so eine EV-Funktion erweitert. Um gerade das möglich zu machen. Das ist ja obligatorisch eigentlich.

  50. Sebastian:

    Was ihr jetzt noch Besonderes hattet, was ich auch beim Fahren jetzt spüren konnte, zum einen ist es bei einem E-Auto natürlich eine komplett andere Beschleunigung, die ich vorwärtsbringe. Die nehme ich aber so eigentlich nicht wahr bei einem in Anführungsstrichen normalen oder anderen E-Auto, weil ich höre ja nicht sonderlich viel, außer die Abrollgeräusche dann vom Motor. Da habt ihr jetzt von Max da euch Gedanken gemacht und habt was Besonderes an Technik mit rein gemacht. Vielleicht können Sie da ein paar Worte auch dazu verlieren.

  51. Joachim Kunz:

    Ja, wir nennen es EV-Soundsystem. Der Hintergrund ist auch wieder unser gesamter Ansatz human-centric, also alles auf die menschliche Empfindung abzustimmen. Und wir sind halt der Meinung, ein Elektrofahrzeug ist natürlich sehr leise, das ist natürlich gut und das ist natürlich gewollt und ein großer Vorteil vom Elektrofahrzeug. Aber der Fahrer ist so ein bisschen entkoppelt vom Fahrzeug, vor allen Dingen für Leute, die halt normale Fahrzeuge gewohnt sind. Uns fällt ein bisschen schwer, also bei uns geht es ja immer um intuitive Bedienbarkeit, ohne drüber nachzudenken. Und deswegen denken wir, dass es sehr hilfreich ist, ein kleines akustisches Fahrzeug, Unterstützung zu haben, also einen zusätzlichen Motorsound, der einem dabei hilft zu verstehen, wie stark ist die Beschleunigung oder Verzögerung. Dazu haben wir Sounddesignbetrieben abgestimmt hier auf europäische Gewohnheiten oder Vorlieben. Das unterstützt das Fahren und wir haben großen Wert darauf gelegt, dass es nie störend wird. Das heißt also, bei Konstantfahrt ist das dann nicht mehr zu hören.

  52. Sebastian:

    Die Airform hatte ich jetzt auch, man muss auch sagen, um das einfach mal wieder zu spiegeln, das war auch ein sehr angenehmes Beschleunigungsgeräusch. Es hat sich nicht wie... Also wie Sie es vorhin gesagt hatten, es gibt E-Autos im Alien-artigen Design. Das könnte es jetzt ja auch beim Tod geben, aber es fügt sich wirklich natürlich ein. Es hat auch, man hatte nicht den Eindruck, dass es direkt aus irgendeinem speziellen Lautsprecher jetzt rauskam. Es war einfach so ein ganzheitliches Gefühl, also es wurde schon... Gut umgesetzt. In dem Zusammenhang ist aber von meiner Seite aus die Frage aufgekommen, das Geräusch ist nicht penetrant, es ist nicht auffällig, es fügt sich tatsächlich ein. Ich könnte mir jetzt aber auch vorstellen, dass manche Fahrer das Bedürfnis haben, das auch ein bisschen stärker noch zu hören. Also mir würde es so gehen, ich würde es gerne, glaube ich, noch ein bisschen lauter hören wollen, damit ich einfach diese Rückmeldung noch spürbarer bekomme. Gibt es da Möglichkeiten? Wer ist es angedacht, dass es vom Fahrer im Stolpern kann, dass es vielleicht lauter machen kann, dass es vielleicht auch komplett ausschalten kann, wenn er sagen kann, ich fahre jetzt schon länger E-Auto, ich brauche das gar nicht mehr für mein Gefühl. Was hat Marcel da angedacht damit?

  53. Joachim Kunz:

    Ja, das ist natürlich eine subjektive Angelegenheit, das ist eine Geschmacksfrage. Und ja gut, wir versuchen natürlich hier optimales Setup zu haben, was den meisten Leuten gefällt. Und ja, wir denken darüber nach, dass es abschaltbar ist.

  54. Theo Falk:

    Aber es kommt jetzt auch immer öfter dieses Feedback. Das ist ein laufender Prozess und wir nehmen das alles gerne auf. Sie sind jetzt der Erste, der gesagt hat, er hätte es gerne lauter. Das ist auch interessant. Das Under-Consideration, würde ich mal so gerne sagen.

  55. Sebastian:

    Wir arbeiten auch dran, hier bei uns in... Das heißt, wir werden selber sehr gerne sehen, was er tatsächlich spricht. Gut, jetzt waren wir ja bei der Technik unterwegs, jetzt vielleicht gerade mal zum Design, dass Sie da auch noch ein paar Worte verlegen können. Okay, Sie können uns fragen, wir haben ja unser... Ganz einfach nochmal, was ich jetzt... Ich bin ja nur ein Prototyp gefallener Anführungsstriche, aber das Design folgt ja doch dem Prinzip, das Kendo-Prinzip. Kodo. Oder Kodo, sorry. Schon richtig gestellt, gut. Aber wodurch zeichnet sich das aus und wie zeigt sich das beim MX-30? Das können wir vielleicht ganz einfach und simpel so halten, dass auch die Zuhörer ein Gefühl dafür bekommen, die es vielleicht noch nicht gesehen haben.

  56. Joachim Kunz:

    Okay, ich versuche. Kodo... Heißt, simple Formen oder einfache Formen, keine Überdekorierung, eigentlich eine schöne, einfache Form, die Ruhe ausstrahlt im Innenraum und auch von außen. Ja, so würde ich die Philosophie nennen. Und wir haben jetzt, also hatten wir ja den M3 CX-30 vorgestellt. Und von dem Design aufbauend haben wir jetzt hier so eine Evolution, heißt immer noch Kodo. Sieht ein bisschen anders aus, als wir es von den jetzigen gewohnt sind. Und ja, ist vielleicht auch gewollt als Elektrofahrzeug, dass es sich so unterscheidet. Ich finde, er sieht ein bisschen...

  57. Sebastian:

    freundlicher aus.

  58. Theo Falk:

    Wie der Herr Stenoid unseren Design Direktor gesagt hat, das ist ein neues Prinzip, das nennt sich Human Model. Ist ein bisschen losgelöst von unserem Kodo-Design, aber ich glaube in Zukunft werden wir vielleicht auch davon Designanteile dann in unseren neuen Modellen sehen.

  59. Sebastian:

    So ein Optik hat es schon mal überzeugt bei der staatlichen Premiere da drüben. Das ist sehr gut.

  60. Theo Falk:

    Tatsächlich, das ist sehr interessant, also in Japan auch viele Studien darüber, wie sich Leute eigentlich wohlfühlen und darauf zieht dieses Konzept auch tatsächlich aus. Deswegen dieses Human in diesem Human Modern Slang, dass tatsächlich geguckt wurde, wie sitzen Leute zu Hause, wie fühlen die sich wohl und das Konzept so ein bisschen in das Auto zu übertragen. Das war Ziel der Sache.

  61. Sebastian:

    Ja gut, das hat der dann eigentlich mit dem gesamten Auto an sich. Ich sage mal, er versucht sowohl optisch dann mit diesem Designprinzip, als auch von dem Fahrverhalten, von der Unterstützung, wie das Fahrzeug anspricht, wie es mich wahrnimmt. Das macht ja schon einen sehr wunden Eindruck, die ganze Geschichte.

  62. Theo Falk:

    Aber das ist neu, also dieses... Dieses Jimba-Ital-Feeling, was Sie gerade sagten, diese Fahrdynamik, das ist natürlich das Ziel in all unseren Fahrzeugen, unabhängig von Antrieb. Das ist unser Overall-Target. Aber jetzt auch diese Wohnlichkeit in das Auto selbst mit einzubringen, das ist... In diesem Konzept.

  63. Joachim Kunz:

    Konzept für den CX-30. Auch mit den Türen, gegenläufig öffnenden Türen und gutes Wein. Entschuldigung. Wir wissen, was gemeint ist. Im CX-30 geht es auch um das Raumgefühl, dass man alles ein bisschen offener hat und ist auch ein bisschen inspiriert von japanischer Kultur, von Ausblick nach draußen. Ja.

  64. Sebastian:

    Gut, das war es von meiner Seite aus. Vielen Dank, dass Sie Zeit genommen haben für die Eindrücke. Ja, vielen Dank. Gerne. Das waren doch jetzt ganz interessante Einblicke, die wir hier zum Mazda MX-30 bekommen haben. Quasi aus erster Hand von Menschen, die das Auto ja jetzt auch schon einige Zeit kennen und auch eben ihre Gedanken mit uns teilen konnten. Und ich bin schon gespannt, wie das Interview die Eindrücke bei dir angekommen sind von dem MX-30. Ich finde von den Ansätzen her schon durchaus überzeugend, habe auch meine Meinung wie anfangs erwähnt schon in einem Artikel kundgetan, den ich jetzt auch nochmal in den Show Notes verlinke. Ich freue mich auf deine Rückfragen zum Fahrzeug und wir beobachten Mazda auf jeden Fall weiterhin und werden uns dann hoffentlich im nächsten Jahr auch die Serienversion des Mazda MX-30 ein wenig genauer anschauen können. Dir auf jeden Fall schon mal vielen Dank, dass du auch diese Woche wieder eingeschalten hast bei unserem Podcast, dass du die E-Mobilität anhörst, weiterträgst, darüber berichtest im Alltag und so eben dazu beiträgst, dass unsere Welt ein wenig elektromobiler wird oder elektrifizierter, sagen wir es einfach so. Nun bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, außer vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut und bis zum nächsten Mal. Ciao.