eNordkapp Challenge: E-Auto Abenteuer im hohen Norden

Kurze Tage, Nachtfahrten, Schnee-, Eis- und Stürme auf der Strecke bei Temperaturen von bis zu -30 °C und dies mit den unterschiedlichsten Elektroautos. Hört sich nach einer echten Herausforderung an. Als eNordkapp Challenge präsentiert sich diese besondere Reise, an der die Podcast-Gäste Heiko und Christoph teilgenommen haben. Wir haben uns über deren jüngsten Erfahrungen mit der Teilnahme an der eNordkapp Challenge ausgetauscht. Ein Event welches die Grenzen und Möglichkeiten der Elektromobilität unter extremen Bedingungen testet.

Wie die beiden ausführen, besteht die Herausforderung darin, in Elektroautos durch anspruchsvolle, nordische Landschaften zu fahren. Was die Teilnehmer:innen zwingt, sich mit der Zuverlässigkeit, Effizienz und Praktikabilität von E-Autos auseinanderzusetzen. Besonders bemerkenswert, die zwei hatten zuvor keine allzu starke Verbindung zur E-Mobilität. Sind aber spätestens durch ihre Erfahrungen im Hohen Norden gänzlich überzeugt davon.

Man kann es gar so zusammenfassen, dass die Challenge selbst als eine Art transformative Erfahrung beschrieben wird, die beide Teilnehmer dazu brachte, ihre Vorurteile gegenüber Elektroautos zu überdenken. Trotz Heikos Präferenz für öffentliche Verkehrsmittel und seiner Skepsis gegenüber dem Individualverkehr fand er Gefallen am Komfort und an der Fahrweise von E-Autos. Christoph, der bereits Erfahrung mit Elektroautos durch seinen Arbeitgeber hatte, nutzte die Challenge, um die Langstreckentauglichkeit und Zuverlässigkeit unter extremen Bedingungen zu testen.

Heiko und Christoph zeigten sich ebenfalls beeindruckt von der Ladeinfrastruktur von E-Autos im hohen Norden. Aber nicht nur davon, auch die nordischen Landschaften hinterließen ihren Eindruck. Besondere Herausforderungen wie extreme Kälte, die den Energieverbrauch der Fahrzeuge beeinflusste, und die Notwendigkeit, die Reisen sorgfältig zu planen, um immer Zugang zu Lademöglichkeiten zu haben, wurden daher auch diskutiert.

Die aktuelle Folge endet mit Reflexionen über die persönlichen und technologischen Erkenntnisse, die aus der Teilnahme an der eNordkapp Challenge gewonnen wurden. Heiko und Christoph betonen, wie die Erfahrung ihre Sicht auf E-Autos und nachhaltige Mobilität verändert hat, und sprechen über die Möglichkeit, zukünftig ähnliche Abenteuer in anderen Klimazonen zu unternehmen. Aber das, das hörst du dir am besten selbst an.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net-Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, weil wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge geht es um die E-Nordkapp-Challenge, die Ende vergangenen Jahres, Anfang dieses Jahres stattfand und über gut 3.200 Kilometer zehn Tage lang oder zwölf Tage lang nach Norwegen ans Nordkapp geführt hat. Am Start waren unter anderem Christoph und Heiko mit ihrem BMW iX3 und haben diese Strecke zurückgelegt. Über deren Erfahrungen, Eindrücke und vor allem das Fahren im Land der E-Mobilität, wie man Norwegen ja auch nennt in unserer Bubble, haben sie berichtet und haben sich ausgetauscht. Ich fand es ein ultra interessantes Gespräch und schwanke immer noch dazwischen, ob wir denn eben jetzt auch mit EIN teilnehmen oder nicht. Und ja, mal schauen, was daraus wird. Eventuell könnt ihr ja eine Rückmeldung da lassen, was ihr davon haltet. Sollen wir daran teilnehmen? Sollen wir es festhalten? Eine Art Tagebuch. Ich freue mich da auf euer Feedback, aber wir gehen jetzt erstmal rein ins Gespräch mit Heiko und Christoph. Viel Freude damit. Servus Heiko, servus Christoph, vielen Dank, dass ihr heute zu Gast seid hier im Podcast Doppelfeature sozusagen. Aber geballte Kraft brauchen wir wahrscheinlich auch. Ihr wart in der E-NordCup-Challenge unterwegs als Teilnehmer und wir wollen uns da ein Stück weit austauschen. Bevor wir da allerdings drauf eingehen, stellt euch doch gerne mal selbst vor, vielleicht mit dir beginnt Heiko.

  3. Heiko:

    Mein Name ist Heiko, bin 39 Jahre alt, gelernter Dachdecker, habe dann aber nochmal Volkswirtschaftslehre studiert, bin dann so in den Startup-Bereich, Coworking-Bereich abgedriftet. Mittlerweile würde ich sogar fast sagen Coworking 2.0. Wir nennen das Kreativorte, also wirklich alte, denkmalgeschützte Gebäude, alte Bauernhöfe, alte Marine-Lazaretts, die wir umbauen, wo Coworking immer ein Teil ist, aber noch ganz viele andere Bereiche eben noch mit dabei sind. Und wir besprechen halt immer viele Themen in Richtung Ernährung, Nachhaltigkeit und dann eben auch Mobilität. Und so in dem Arbeitskreis ist mir dann irgendwann Christoph über den Weg gelaufen.

  4. Christoph:

    Ja, ich habe irgendwie vor etwas mehr wie drei Jahren so mich mit dem ganzen Thema nach Corona, muss ja irgendwie noch eine andere Möglichkeit geben, sich zu engagieren oder eben halt auch mal was Neues auszuprobieren. Und da ist mir halt dieses Thema Workation untergekommen und habe dann im Internet gesucht. naja, komm, wenn du jetzt sowieso schon für deinen Arbeitgeber im Norden unterwegs bist, dann kann man vielleicht das eine mit dem anderen verbinden. Und dann bin ich halt eine Woche Gast auf dem Alsenhof gewesen, den ja Heiko auch quasi in einem Projekt derzeit am Reaktivieren ist. Und wir haben dann einfach mal eine Stunde, anderthalb uns mal zu einem Roundup-Austausch hingesetzt. Ja, und dann haben wir danach irgendwie gesagt, ich glaube, mit uns zwei, das könnte was werden, wir müssen mal was zusammen machen. Ja, und dann hat es noch ein bisschen länger gedauert und dann bin ich irgendwann mit dieser Idee letztes Jahr um die Ecke gekommen und habe dann Heiko auch Gott sei Dank gewinnen können als jemanden, der so eine verrückte Tour einfach mit mir macht. Und das ist so, glaube ich, ein ganz guter Einstieg fürs Erste.

  5. Sebastian:

    Die verrückte Idee, die du jetzt meinst, das ist die E-Nord Cup Challenge. Mag da einer von euch beiden mal ausführen, worum es da geht oder worum es sich dabei handelt?

  6. Heiko:

    Ich glaube, ich bin immer so derjenige, der ganz gut so das Allgemeine, das Große ganz erzählen kann. Wenn es dann so gleich um die Details geht, dann ist da, glaube ich, mehr Christoph dann derjenige. Und du hattest ja im Vorgespräch schon gefragt, ihr seid beide überzeugte E-Auto-Fahrer. Nein, auf gar keinen Fall. Also jetzt so im ganzen Bereich, wir haben ja viel mit Nachhaltigkeit zu tun, neuen Mobilitätskonzepten. Und ich bin wirklich unglaublich gerne Bahnfahrer, jetzt mit dem Deutschlandticket sowieso. Und bin eher Gegner von Individualverkehr. Ob es jetzt Verbrenner oder E-Autos ist, ist mir erst mal egal. Wobei ich schon sagen muss, dass das E-Autofahren mich schon extrem begeistert hat mit dem ganzen Fahrkomfort und auch mit dem Fahrerverhalten, also mit den ganzen Pausen und so. Das war schon sehr angenehm. Ich bin aber trotzdem froh, wenn irgendwann eine autonome Plastikschüssel um die Ecke kommt, mich da hinfährt, wo ich hin muss und ob die nachher E-betrieben ist oder Verbrenner, ist mir allerdings nicht egal. Wir haben uns auf der Fahrt sehr viel ja auch mit dem Thema beschäftigt. Und auch mit dem E-Team 303, wie wir da hießen, das wird ja jetzt quasi weiter existieren als Energie- und Mobilitätskanal, weil wir natürlich auch so über diese ganzen Kreativorte viel in dieser ganzen Szene zu tun haben und dann gemerkt haben, das Thema müssen wir auf jeden Fall weiter beackern, weiter diskutieren. Und trotzdem fand ich die Idee dann großartig, einfach mal mich damit loszumachen, mich damit auch mehr zu beschäftigen. Im ersten Moment war es natürlich, boah, hätten wir nicht irgendwas mit ein bisschen mehr Sonne machen können, aber wir haben auch so ein kleines Video gemacht, viele Bilder gemacht, also es war nachher dann doch wirklich unglaublich, die Gegend da oben in Norwegen und genau. Dann waren ja auch viele verschiedene Autos dabei, viele verschiedene Teams dabei und dann so diese ganze Ladeinfrastruktur, die man dann da oben in Norwegen beobachtet hat. Ich glaube, da kann dann Christoph jetzt einsteigen und nochmal mehr zu erzählen, beziehungsweise meins ergänzen.

  7. Christoph:

    Deswegen irgendwie Norwegen ist, glaube ich, das richtige Stichwort. So wie es, glaube ich, im optimalen Fall für uns auch in Deutschland laufen könnte, wenn man es von Anfang an will. Weil Es gibt genügend Lademöglichkeiten, die sind alle in einem hervorragenden Technikzustand. Da gibt es ganz, ganz selten, dass ich mich erinnern kann, mal eine Ladesäule irgendwie technisch irgendwie funktioniert hat. Ja, und ich glaube, unter den Extrembedingungen, die die da oben wirklich deutlich mehr als ein halbes Jahr haben, funktioniert es halt einfach. Und es ist einfach ein... Anderes Reisen, es ist viel entspannter, auch in ein Auto einzusteigen und sich von A nach B zu bewegen. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Und als Highlight erzähle ich auch immer, wenn ich gefragt werde, der Heiko und ich, wir haben es geschafft, drei Wochen ohne Radio zu fahren. Also wir haben wirklich entweder uns miteinander über alle möglichen Themen unterhalten oder wir haben auch mal eine halbe Stunde nebeneinander gesessen, einfach nur die Umgegend mal genießen und einfach mal aufnehmen, durch was für fantastische Landschaften wir da oben fahren dürfen. Das sind ganz wichtige Erfahrungen und um es mit jemandem zu sagen, auch aus unserem Netzwerk, das ist halt Erinnerungsgold. Das klaut dir halt keiner mehr. Das ist ein Erlebnis, wo, sagen wir mal, der Elektroauto eigentlich so der Einstieg war, aber es ist ein ganz anderes Reisen auch bei so langen Distanzen. Und wir haben keine Probleme in der Technik gehabt. Und wir haben auch bei minus 37 Grad laden können.

  8. Heiko:

    Genau, wir haben ja auch so ein paar Daten ein bisschen ausgemessen und verwertet. Also wir jetzt natürlich nur so drei, vier. Wir haben auch die Daten nochmal weitergegeben an eine unserer Sponsoren, die wir vielleicht ja auch gleich nochmal nennen dürfen und haben so ein bisschen rausgeguckt. Ich glaube, wir haben insgesamt jetzt auf der Tour 40 Stunden geladen, also Pausen gemacht und so. Wobei man auch dazu sagen muss, da ist eine Tanke, jede Tanke ist da ein Gourmet-Burgerladen so ungefähr. Also es macht auch Spaß, da Pausen zu machen, nicht so wie hier in Deutschland an den Tanken. Und mit dem Verbrenner hätten wir knapp drei, vier Stunden irgendwie getankt und wären dann halt weitergerast. Und ich glaube, wenn ich mich jetzt recht erinnere, hat das Ganze dann so an Ladung gekostet 500, 600 Euro und Sprit hätten wir um die 1500 bezahlt. Das waren so die Vergleiche, die wir mal gemacht haben bei der Willkommensparty, die wir dann beim Greentech Campus in Flensburg ein bisschen feiern durften. Und wie gesagt, Adaptive Sag mir nochmal, Bellingsting Power, die haben dann die ganzen Daten bekommen, was der BMW dann ausgewertet hat oder rausgeschmissen hat und die werden jetzt glaube ich nochmal genauer aufbereitet, wenn ich das richtig weiß, Christoph, ne?

  9. Christoph:

    Genau, wir haben jetzt nochmal, da habe ich jemanden aus von der Tour nochmal mitgefragt, der so Temperaturen und solche Sachen nochmal mitgeschnitten hat auf Georeferenzkoordinaten. Und dass wir da im Grunde auch nochmal die Daten, wo wir geladen haben, mit Temperaturen und so weiter übereinanderlegen können, um einfach da nochmal eine Korrelation irgendwie miteinander zu bekommen. Und das war auch für mich super überraschend. Also warum konnten wir das so ganz gut machen? Weil wir haben einen guten Umrechnungsfaktor genommen. Und ich habe das Fahrzeug, was ich heute BMW iX3 als Elektro fahre, auch vorher schon als Verbrenner gefahren. Das heißt, ich habe einen sehr guten Referenzwert mir da auch rausgesucht und gesagt, das ist realistisch. Und von daher konnte man da ganz gut mit einer Umrechnung das eben auch vergleichen. Und ja, ich sage jetzt mal so, ich will keine Verbrenner mehr fahren. Also wenn du einmal in einem E-Auto gesessen hast, das ist einfach anders. Es ist, und ich bin 70.000 Kilometer Verbrenner gefahren zu meinen Spitzenzeiten, das ist anders. Ich weiß nicht, ich weiß auch, was ich meine. Irgendwie, das ist so ein Kribbeln. Es ist anders.

  10. Sebastian:

    Das kann man so definitiv zurückgeben und wir haben es auch, oder ich habe es persönlich auch teilweise schon mit Außendienstler zu tun gehabt, die 80, 90, 100.000 Kilometer im Jahr gefahren sind, das teilweise immer noch mit dem E-Auto fahren. Da kann man natürlich auch darüber diskutieren, ob das notwendig ist in Zeiten von Zoom und Schlag mich allen tot. Aber es funktioniert, man muss sich drauf einlassen und man sieht es ja auch bei euch beiden, die jetzt damit gestartet sind, weil ich das jetzt richtig verstanden habe. Die E-NordCup-Challenge war jetzt auch für dich, Christoph, der Aufschlag mit einem E-Auto. Und dann habt ihr euch gleich sowas rausgesucht oder bist du zumindest vorher schon mal ein paar Kilometer mitgefahren?

  11. Christoph:

    Also ich habe durch meinen Arbeitgeber halt im Mai letzten Jahres den iX3 quasi als Firmenwagen zur Verfügung gestellt bekommen. Bin inklusive der NordCup Challenge bis heute auf den Tag knapp 48.000 Kilometer mit dem E-Auto gefahren. Und von daher hatte ich eben halt dann wirklich auch das Vergnügen, schon in der Zeit vorher viel auszuprobieren. Ja, viel Long Distance, wie verhält sich das Fahrzeug, was muss ich vielleicht nochmal für Rahmenbedingungen irgendwie überlegen, dass ich da keinen Stress unterwegs kriege. Und ja, es läuft halt einfach. Ja, weil ich irgendwie so für mich klar haben wollte, hm, Geht es jetzt oder haben wir noch die eine oder andere Aufgabenstellung dabei? Weil ich sage mal, wenn man da jetzt irgendwie in solche Regionen oben hinfährt, es ja doch schon ein bisschen anders von den Rahmenbedingungen ist. Also Kälte ist ein Thema, aber auch Konzentrationsfähigkeit.

  12. Heiko:

    Und daran angeknüpft, ja, wo ich am meisten begeistert war, die Reifen. Der nächste Sponsor. Also was mich auch überrascht hat, dass wir überhaupt so viele Sponsoren auch dafür gefunden haben, die dann irgendwie Bock hatten, so mitzumachen. Das war ja bei den anderen Fahrzeugen eher nicht so. Außer jetzt natürlich beim Staff-Team, die über Opel da ein neues Auto bekommen haben und alles Mögliche. Aber wir haben ja dann über DF Automotive und über deren Felgenshop Felgen und Reifen zu bekommen. Und wenn ich mich recht erinnere, heißen die Nokian Hakapelita. Und wir haben da auf dieser ganzen Strecke halt nicht einmal irgendwie Schneeketten oder Spikes oder irgendwas gebraucht. Und da ist ja alles vereist. Also die schneiden da nur so Rillen rein, damit man nicht wegrutscht. Und so auf Parkplätzen hat man es natürlich mal angelegen, irgendwie einen Wheelie zu drehen. Aber es war halt langweilig. Es hat halt gar nicht funktioniert. Und es ging gar nicht in meinen Kopf, dass, hä, aber das muss doch irgendwie rutschen. Und was dann auch so für eine Technik dahinter steckt oder für eine Wissenschaft, dass das halt alles irgendwie greift. Für jemanden, der halt echt wenig Ahnung hat, mittlerweile von Autosäcke, ich habe früher selber mal so zwei Golfs getunt und war auch Kraftfahrer bei der Bundeswehr. Aber das ist halt auch alles 10, 15 Jahre her, ich beschäftige mich damit eigentlich gar nicht mehr. So richtig war das völlig faszinierend und der ganze Körper sagt, fahr da auf gar keinen Fall auf dieser Straße, fahr irgendwo weg, weil wenn dir die LKWs entgegenkommen, dann siehst du ja auch 3, 4, 5 Sekunden lang nichts mehr. Aber es war echt ein bisschen spooky, aber es war schon auf jeden Fall eine krasse Geschichte, krasses Erlebnis.

  13. Christoph:

    Ja, und die Norweger oder die Finnen, die streuen halt auch nicht. Also das heißt, wenn da Winter ist, dann wird ein Schneeräumer und irgendwie Parillen ins Eis rein, alles gut. Und irgendwie das Bauchgefühl und so die Erfahrung hat gesagt, da kannst du eigentlich schneller wie 50 fahren. Und dann traust du dich halt dann doch so mit den erfahrenen Kilometern und wenn es mal einen Berg hoch geht, denkst du, da kommst du nie mit diesen Reifen. Das funktioniert nicht ohne Schnittketten. Doch. Einfach sachte Gas geben und das ist ja, denke ich, auch nochmal ein Riesenvorteil vom E-Auto. Du hast einfach mehr Gefühl im Gaspedal drin. Also wenn man da ein bisschen sich mit ausprobiert hat und hat es ja eben auch gefragt, wie viele Kilometer hast du vorher gefahren. Also ich habe es wirklich trainiert, auch mal dann jeden Tag mal 700, 800 Kilometer mal zu fahren in Deutschland, aber das ist halt Autobahn. Und Norwegen, was die als Autobahn bezeichnen, das ist in Deutschland eine besser ausgebaute Landstraße. Und du hast rechts und links 80, 90, 1 Meter, geht halt Eis oder Schnee hoch und da kannst du halt nicht mal irgendwie in den Seitenweg reinfahren, wenn du dir mal irgendwas angucken willst.

  14. Heiko:

    Und du denkst halt schon, du bist schnell unterwegs und dann ballern die auf einmal an dir vorbei und du denkst, ja okay, dann halt nicht, ey.

  15. Christoph:

    Genau, also spätestens wenn der erste Scania mit 30 Metern an dir vorbeizieht, dann weißt du, man könnte ein bisschen schneller fahren. Aber die Jungs sind komplett schmerzbefreit und, muss ich auch sagen, sie überholen da, wo es auch geht. Auch nochmal eine ganz wichtige Erfahrung, es gibt keinen, der hinter dir ist, der ruht. Wenn du da 30 Kilometer mit 60 fährst, dann reihen die sich hinter dir ein und es gibt einfach keinen Stress. Und wenn einer überholt, dann kennt er die Strecke und macht es auch wirklich da, wo im Grunde Platz genug ist, nach rechts und links. Auch nochmal eine ganz wichtige Erkenntnis.

  16. Sebastian:

    Also ein wichtiger Punkt, wo du bei uns wahrscheinlich auch schon mal nicht hättest, da drängeln sie ja gefühlt schon innerorts, wenn du da nach Richtgeschwindigkeit fährst. Also von daher spannend. Ich war jetzt gerade so ein bisschen am Schwanken, ob ich mitmachen will oder nicht. Das geht immer gerade von gut zu böse sozusagen, weil gerade dieses von LKW überholt werden, habe ich schon mal in der Erfahrung machen dürfen. die nicht so gut ausgegangen sind für den damaligen Verbrenner, wo ich drin saß, aber da war der LKW-Fahrer schuld, andere Geschichte. Aber ihr wart begeistert davon und wie war das, wie viele Kilometer seid ihr am Tag so im Schnitt gefahren, dass man dafür mal ein Gefühl bekommt, um das auch ein Stück weit einzuordnen? Ich sehe gerade, die aktuelle Strecke geht 10 Tage, 3300 Kilometer, reine Fahrtstrecke sozusagen. War das bei euch vergleichbar? Holt uns da vielleicht mal noch ein Stück weit ab.

  17. Christoph:

    Ja, ich sage jetzt mal, im geringsten Fall irgendwas so zwischen 300, 350 Kilometer. Aber ich kann mich an einen Tag auch mal erinnern, da haben wir knapp an die 500 ran. Und wie gesagt, die 500 Autobahnkilometer Deutschlands sind halt andere, als wenn du halt nur eine Schnittgeschwindigkeit von 50, 55, im besten Fall vielleicht 60 hast. Und halt eine ganze Menge Pausen mit da dran. Und so für mich kann ich mal sagen, reflektieren, also die anderthalb Wochen, nachdem wir wieder in Deutschland waren, habe ich gemerkt, dass wir diese Kilometer auch in den Knochen hatten. Also das macht mental irgendwas mit dir, neben den super Erlebnissen, aber es ist halt echt anstrengend, muss man sagen. Und wir haben auch, Heiko, sagen wir mal, und ich haben uns da auch von Anfang an gesagt, wenn irgendwie der eine merkt, geht nicht mehr, dann rechts ranfahren und dann fährt der andere weiter. Als wir da auch wirklich rolliert haben und einfach gesagt haben, mal hast du einen guten Tag, mal hast du einen schlechten Tag und wir wollen es halt bis auf eine Strecke nicht unbedingt den Stress ausatmen lassen. Das war die Strecke zu der Fähre nach den Lofoten rüber, weil da hatten wir auch halb zwei Termin und wir hatten eine Ansage, danach müsst ihr noch 100 Kilometer Akkuladung drin haben. So, und da sind wir wirklich dann die Pässe auf der letzten Rille gefahren, also Rechtsankommenszeit vom Navi. Dann haben wir geguckt, wie viel haben wir noch Akku und dann mussten wir vorher nochmal an Schnelllader. Da hast du den auch wirklich gut vortemperiert, damit du dann auch maximale Ladeleistung hast. Also die dann schon mal mindestens auf 10 oder 15 Prozent Restladung runterfahren, damit du dann deutlich schneller laden kannst, als wenn du bei 70 anfängst. Und das war das Einzige, wo beide gesagt haben, nee, brauchen wir nicht.

  18. Heiko:

    Genau, das haben wir ja danach auch gesagt. Es war natürlich eine Challenge, aber es war dann irgendwie auch sehr viel Fahrerei und ohne mal zwischendurch irgendwie eine Pause. Also diese Muße, die man so zwischendurch mit sich mal gewünscht hat, die war dann nicht so da. Und was jetzt vielleicht noch ein spannendes Thema ist, ist natürlich auch so unter dann Extrembedingungen. Also klar, wir hatten die ganze Zeit irgendwie mal minus 10, minus 15. Das ist dann so wie hier minus 5. Bei minus 40 hatten wir dann auch mal, wo dann auf einmal der Verbrauch irgendwie über den Tag dann über 50 Prozent gestiegen ist und dann auch mal die Wärmepumpe ausgefallen ist. Ich meine, man hat sich eh immer schon so in die Mitte orientiert, weil die Fenster natürlich mega kalt waren. Aber als dann die ganze Heizung mal so, ich weiß nicht, was war das, ein, zwei Stunden mal ausgefallen ist, weil es halt echt zu kalt war in so einer Senke, da dachte ich mir dann schon, ich habe es doch gesagt, man lasst doch was in der Sonne machen.

  19. Christoph:

    Man muss fairerweise, glaube ich, einfach sagen, ich glaube, die Alltagsmobilität Elektro ist, glaube ich, genau jetzt an dem Punkt, wo ich sagen kann, ob es ein Astra ist ohne vielleicht Akku-Vorwärmung bis zu einem, wir hatten ja auch noch neben dem iX3, den wir gefahren haben, noch einen großen iX mit dabei mit Allradantrieb und Das ist natürlich dann schon eine Reisequalität, das muss man ganz klar sagen. Und in der Kombination auch, glaube ich, sehr empfehlenswert. Und ich glaube so auch beim Heiko und mir, du hast halt kein schlechtes Gewissen. Du guckst Electricity-Map, guckst du halt rein und bei Norwegen, Schweden, Finnland steht halt 0% bzw. 0g CO2-Ausstoß, weil da ist halt Wasserkraft, Windkraft. Alternative Biogasanlagen im besten Fall. Und da kannst du einfach ohne schlechtes Gewissen dann auch dich mal an den Lader dran stellen und fährst dann halt einfach mal ein paar hundert Kilometer. Also das ist auch nochmal so mental, was das mit dir macht.

  20. Sebastian:

    Ich denke, das ist auch ein wichtiger Punkt, dass man das eben auch nochmal rauskehrt, dass die eben nicht nur verstanden haben, okay, wir steigen aufgrund von Subventionen, wie es damals ja angefangen hat, auf E um. Sondern man nutzt es ja konsequent in der gesamten Wertschöpfung sozusagen durch und bildet auch den Strom komplett grün ab. Was es dann, so wie du auch sagst, einfacher macht, dann auch mal ein paar hundert Kilometer zu fahren, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

  21. Christoph:

    Und was auch nochmal, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt war, neben dem, dass wirklich, ich sage jetzt mal im Schnitt alle 30, 40 Kilometer gibt es eine Lademöglichkeit mit mindestens 20 Schnellladepunkten. Man kann über Tesla denken, wie man will, aber 35 Kilometer vorm Nordkap findest du vier Tesla Supercharger und die funktionieren auch. Also das ist schon, muss man sagen, echt großes Kino, was die Jungs da gebaut haben. Und ich glaube, eine sind wir morgens früh, zweites Frühstück, ich habe gezählt, 45. Also 45 Tesla Charger und das war nur ein Betreiber von vieren. Also das ist schon so, wie es eigentlich, glaube ich, sein könnte.

  22. Sebastian:

    Definitiv. Und wie war das dann? Ich sage mal, ihr seid am Ziel angekommen. Die ganze Strecke ging es ja auch wieder rückwärts dann, oder?

  23. Christoph:

    Genau, also wir hatten im Grunde an dem 5. Januar mit ein bisschen Glück auch vom Wetter und von den Bedingungen, die wirklich dann ein Endziel erreicht, also am Nordkap mit Doppel-P wie Paula. Und hatten danach einen Regenerations-Erholungstag, wo wir auch festlegen mussten, wie kommen wir jetzt zurück. So, und haben Heiko und ich uns da auch mal überlegt, also fahren wir einmal die Möglichkeit von oben gesehen, rechts über Schweden und dann eben halt, sagen wir mal, Südschweden rüber, im Grunde entweder über die Öresundbrücke oder halt mit der Fähre. So, oder machen wir eben mal das Ganze ein bisschen... und fahren dann halt über die Strecke Inari bzw. Rovaniemi bis nach Helsinki und setzen uns dann halt auf die Fähre. 31 Stunden, da haben wir uns am Ende des Tages auch für entschieden, allein aus dem Grund, weil es an dem 6. noch nicht klar war, wie die Wetterbedingungen in Südschweden zu dem Zeitpunkt halt waren und da haben wir gesagt, komm, wir müssen heute buchen.

  24. Heiko:

    Und weil wir übertrieben die Schnauze voll hatten vom Autofahren. Es waren einfach so viele Kilometer am Ende. Ich meine, ich habe ja eben schon gesagt, ich fahre da auch nicht so gerne Auto mittlerweile mehr. Und dann fährst du halt in einer oder in zwei Wochen so viele Kilometer wie die letzten fünf Jahre nicht. Also die Wahl war dann irgendwo zwischen aus. Es gab so einen Autozug, den man hätte nehmen können. Oder dann halten die meinetwegen noch Finnland runter. Weil wir da noch Leute besucht haben, haben wir dann gesagt, komm, dann machen wir Finnland jetzt noch. Dann ist aber auch gut. Dann setzen wir mit der Fähre über und dann... Habe ich jetzt für die nächsten fünf Jahre auch wieder genug Kilometer.

  25. Sebastian:

    Demnach ist die Entscheidung jetzt auch gefallen. Einmal Erlebnis und die nächste Reise in dem Ausmaß geht dann doch irgendwo in die Wüste.

  26. Heiko:

    Ja, wir hatten schon gesehen, in Marokko gibt es tatsächlich auch so eine Rallye. Das war auch ganz witzig, meine Freundin, beziehungsweise auch die Tochter von Christoph, die haben ja so quasi ein bisschen das Backoffice gemacht und Social Media betreut und so und meine Freundin ist ein extremer Sonnenmensch und die hat alleine schon, weil sie für uns die Werbung machen musste und die Videos, die ich immer angucken musste, hat sie gesagt, boah, es ist so kalt, ich muss abhauen und die ist dann tatsächlich nach Marokko. für einen Monat und da habe ich dann auch gesehen, dass es da auch so eine Rallye gibt, also von da sowas würde ich auf jeden Fall nochmal mitmachen, aber ich habe da auch schon Bilder gesehen, wo die dann da irgendwie in der Hitze Sand schaufeln und so, ich weiß nicht, ob das unbedingt besser ist alles, aber ich denke mal, das könnte so die nächste Station auf jeden Fall sein, genau.

  27. Sebastian:

    Vielen Dank schon mal für die Einblicke, die ihr uns jetzt hier gegeben habt. Ich denke, der eine oder andere wird Inspiration mitgenommen haben. Und ich bin immer noch am Schwanken, vielleicht fahre ich dann nochmal mit. Hört sich auf jeden Fall spannend und nach einer Lebenserfahrung an. Und was ich aus unserem Gespräch mitnehmen konnte von Christoph, das schöne Wort Erinnerungsgold. Also allein deswegen war es die Podcast-Folge für mich wert. Echt wunderbar, dass ihr da auch euer Erinnerungsgold sammeln konntet. Vielen Dank für eure Zeit. Danke.

  28. Heiko:

    Vielen Dank für die Einladung.

  29. Sebastian:

    Spannende, aber auch vor allem sympathische Eindrücke, die wir von Christoph und Heiko da vermittelt bekommen haben von der E-NordCup-Challenge 2023. Bin gespannt, ob du jetzt auch Bock hast, daran teilzunehmen. Ich bin, wie gesagt, immer noch am Schwanken, wie ich vorher schon erwähnt hatte und freue mich aber auf jeden Fall über dein Feedback zur aktuellen Folge und natürlich, wenn du kommende Woche Sonntag wieder einschaltest mit einer neuen Folge, das eher ein Podcast online geht. Mach's gut, bis dahin, ciao.