Dr. Manfred Stefener, Brennstoffzellenexperte im Interview

Dr. Stefener über die Brennstoffzelle und deren Entwicklung bei FST

Die Freudenberg Sealing Technologies (FST) setzt für ihre künftige Strategie, bei der Begleitung des Wandels der Mobilität, auf die Brennstoffzelle. Hierbei wird man sich zunächst auf entsprechende Heavy-Duty-Anwendungen konzentrieren, für die man Brennstoffzellen-Systeme an den Start bringt.

Für die aktuelle Podcast-Folge habe ich mir dann aber noch den Brennstoffzellenexperten Dr. Manfred Stefener geschnappt und mich mit ihm über die Strategie und den Ausblick auf die E-Mobilität mit der Brennstoffzelle, getrieben durch die Freudenberg Sealing Technologies, unterhalten.

Aber hör doch am besten selbst rein, was Dr. Stefener zu berichten hat. Quasi, Informationen aus erster Hand über die Brennstoffzelle und deren weiterer Werdegang bei FST.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Ich bin Sebastian und freue mich, dass du bei der heutigen Folge des Podcasts eingeschaltet hast. Wie du es gewohnt bist, unterhalten wir uns über Themen, die mit der E-Mobilität in Berührung stehen. Teilweise über E-Autos an sich, über Hersteller, über Zulieferer und Entwicklungen am Markt. Vergangene Woche hatten wir Klaus Müllenkamp im Interview, der der CEO, Geschäftsführer von Freudenberg Sealing Technologies ist, einer Konzernsparte von Freudenberg selbst. Und die setzen in letzter Zeit und vor allem in Zukunft noch stärker auf die Brennstoffzellentechnologie, vor allem im Bereich der Heavy-Duty-Anwendung, sprich im Bereich von Bussen, Schiffen und weiteren Anwendungen, plant man eben die Brennstoffzellentechnologie als vollständiges System an den Markt zu bringen. Erste Schritte sind gegangen, erste Entwicklungen wurden schon vor einigen Jahren, also vor weit mehr als 20 bis 25 Jahren, auf diesem Gebiet gegangen. Man hat sie allerdings auch verstärkt in letzter Zeit, in den letzten zwei, drei Jahren, personaltechnisch als auch entwicklungstechnisch und bringt das Ganze mittlerweile auf ein anderes Level. Erste Projekte sind bekannt, die gestartet werden sollen, noch in naher Zukunft, sei es die Partnerschaft mit Flixbus, mit dem man 30 Brennstoffzellenbusse auf die Straße bringen will, als auch die Zusammenarbeit mit einem großen Schifffahrtsunternehmen, die quasi ein Kreuzfahrtschiff mit einer Brennstoffzelle ausstatten wollen, in mehreren Stufen. Dazu haben wir bei unserem Portal auch schon berichtet. Doch kommen wir nun zu dem heutigen Gast der Podcast-Folge. Das ist Dr. Manfred Stefener, der Brennstoffzellenexperte von Freudenberg Sealing Technologies, der uns auch nochmal seine Sicht der Dinge darlegt, was Freudenberg geplant hat, welche Chancen man nutzen kann und warum die Brennstoffzelle zumindest für diesen Anwendungsbereich vollkommen relevant ist. Aber genug der Worte, ich gehe einfach mal direkt ins Interview rein mit Dr. Manfred Stefener, dem Brennstoffzellenexperte von Freudenberg Sealing Technologies. Viel Spaß mit dem Interview und ich bin mir sicher, du wirst noch das eine oder andere dabei lernen, was Freudenberg geplant hat, welche Vorteile die Brennstoffzelle mit sich bringt und was es mit Hybridsystemen im Bereich der Brennstoffzelle auf sich hat und wie diese ihre Stärke ausspielen können. Vielen Dank, Herr Stiefner, dass ich Zeit nehme für ein Interview mit Elektroauto News und dass wir uns ein bisschen über die Brennstoffzelle, die Strategie von Freudenberg und einfach auch der Ausblick auf die Zukunft bei Brennstoffzellenbetriebener Mobilität eben beschäftigen. Zum Einstieg wäre es mir recht, wenn Sie sich einfach kurz vorstellen können, ein paar Worte über Ihre Person verlieren und eben auch vielleicht ein paar Worte eben zu der Stellung des Unternehmens, was Ihre Aufgabe dort ist.

  3. Dr. Manfred Stäfner:

    Mein Name ist Manfred Stäfner. Ich leite bei Freudenberg die Brennstoffzellensystemaktivität, den Lead Center Brennstoffzellensysteme in München und verantworte damit die globalen Entwicklungs- und Herstellungskapazitäten für die Brennstoffzellensysteme. Ich habe eine sehr lange Historie bei den Brennstoffzellen, seit 26 Jahren. Bevor ich zu Freudenberg gekommen bin, habe ich zwei Unternehmen gegründet. Die SFC Energy AG, wo jetzt praktisch auf der Basis der Technik und der Erfindungen, die wir damals gemacht haben, mittlerweile 50.000 Brennstoffzellensysteme verkauft worden sind. Danach Elcor Max und Elcor, wo viele der Basis-Herstellungsprozesse entwickelt worden sind, die wir jetzt hier auch weiterentwickeln und industrialisieren.

  4. Sebastian:

    Das heißt, mit Ihrer Herkunft oder mit der Expertise von 26 Jahren Brennstoffzelle bringen Sie da natürlich auch mit gewaltiges Know-how ins Unternehmen mit rein? Also in Freudenberg mit ein sozusagen und sind jetzt dann auch seit der Akquise von Elcor fester Bestandteil vom Freudenberg-Team oder wie ist das gekommen?

  5. Dr. Manfred Stäfner:

    Ganz genau. Wir sind tatsächlich komplett in Freudenberg aufgegangen, im Unternehmensbereich Freudenberg Sealing Technologies und sind, also meine Person und das gesamte Team, was dazu gehört, fester Bestandteil von Freudenberg.

  6. Sebastian:

    Und was im Speziellen habt ihr jetzt mit reingebracht als Elcor in Freudenberg, in das Unternehmen, wo die Brennstoffzellentechnologie dann dort nochmal vorangetrieben hat, wenn man dort selbst auch schon auf 20 bis 25 Jahre Entwicklung und Forschung zurückblickt?

  7. Dr. Manfred Stäfner:

    Tatsächlich die Dinge, die wir mitgebracht haben und die Komponenten, wo Freudenberg Erfahrung hat, sehr komplementär zueinander sind. Also man hat natürlich irgendwie wichtige Kern- und funktionale Kernkomponenten auf der Freudenberg-Seite, mit denen... das Team und ich persönlich auch schon über viele, viele Jahre gearbeitet haben. Und wir bringen natürlich auf der anderen Seite jetzt das ganze Thema Elektrochemie mit. Das heißt, die Kompetenz, Katalysatoren herzustellen, weiterzuentwickeln, auch in die verschiedenen Brennstoffzellentechnologien hinein, eben auch für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche. Wir bringen tatsächlich auch ein Konzept von der integrierten Technologie, Wir bringen natürlich mit das gesamte Thema Systemverständnis, weil das Team hier natürlich in der Vergangenheit sich damit beschäftigt hat, eben schon Systeme zur Serienreife zu entwickeln und teilweise auch mehrmals. Das ist eine Kompetenz, die auch weltweit nicht so ganz weit verbreitet ist. Und innerhalb der Systeme natürlich Spezialgebiete wie praktisch die Brennstoffreformierung, das heißt also wie stelle ich zum Beispiel aus Erdgas oder anderen Brennstoffen Wasserstoff her und das ganze Thema Elektronik. Das heißt also, wie steuere ich eine Brennstoffzelle, wie mache ich die Leistungselektronik dafür, wie mache ich auch die Sicherheitstechnik für ein Brennstoffzellensystem. Das sind alles Kompetenzen, die eben durch die Übernahme dann auch zu Freudenberg gekommen sind.

  8. Sebastian:

    Okay, das heißt also, wir haben es ja heute schon in einem Pressegespräch gehört, dass Freudenberg ja auch also zum einen eine tiefe Wertschöpfung im Unternehmen abbilden möchte, 70% hat uns der Herr Möllenkamp gesagt, die so über das Unternehmen hinweg stattfindet, spricht ja jetzt auch für den Zukauf dann abgesehen oder zusätzlich zu der Kompetenz, die sie mit einbringen, dass man sagt, okay, wir sichern uns dieses Know-how, bringen das mit ein und bekommen dadurch die Möglichkeit, unser System ganz umfänglich irgendwo zu platzieren und nicht nur einzelne Komponenten wieder an den Markt zu bringen.

  9. Dr. Manfred Stäfner:

    Genau, also so ist es richtig geschrieben und ich glaube, dass es auch gerade im Heavy-Duty-Bereich einfach eine wichtige Strategie ist, dass man auf der einen Seite es schafft, natürlich eine hohe Wertschöpfung zu erreichen, aber auch... darüber hinaus eben praktisch die System-Schnittstelle in die letztendliche Anwendung zu definieren. Ja, weil im Heavy-Duty-Bereich sehen wir auch teilweise einen Unterschied zum Pkw. Natürlich Hersteller, die die Energieversorgung, den Motor, den Antrieb als komplettes Aggregat auch heute zukaufen. Ja, das ist im Pkw-Bereich deutlich anders. Aber hier haben wir das und damit ist eben die Notwendigkeit, dass man eben solche kompletten Aggregate, also Systeme auch anbietet, eine absolute Notwendigkeit.

  10. Sebastian:

    Führt gar keinen Weg daran vorbei. Aber Sie hatten es jetzt schon angesprochen, die Duty-Anwendung. Da reden wir ja von Schiffen, Bussen. All die größeren Geschütze, die ein paar Klassen über dem PKW stehen. Die Brennstoffzelle, zum einen steht sie durch die Lebensdauer von 35.000 Stunden, hat man ja im Pressegespräch gehört, deutlich über dem PKW mit 5.000 Stunden über Lebenszeit. Welche anderen Vor- aber auch Nachteile bringt denn die Brennstoffzelle in dem Bereich der Heavy-Duty-Anwendung mit sich? Und wo stellt man sich besser als die rein batteriebetriebene Mobilität beispielsweise?

  11. Dr. Manfred Stäfner:

    Die Vorteile der Brennstoffzelle, die kommen natürlich immer dann zum Tragen, wenn es im Vergleich zur reinen Batterietechnik natürlich an das Reichweiten-Thema geht. Das heißt also, wenn ich zum Beispiel wie in einem Reisebus, einem Flixbus oder auf einer längeren Schiffsreise arbeite, sozusagen nicht so einfach nachtanken kann oder nachladen kann, dann kommt natürlich die Brennstoffzelle ins Spiel. Hier kann man natürlich unglaublich große Reichweiten erreichen, weil die Brennstoffzelle an sich eben praktisch nur die Energie umsetzt. Dann kommt es einfach nur noch darauf an, wie viel ich tanken kann. Und damit kann ich natürlich deutlichere Reichweiten erzielen. Wir sehen das heute. Im Bereich Pkw, so ein Hyundai Nexo erreicht heute auch in Größenordnung 700 Kilometer Reichweite mit einem Wasserstofftank. Das ist natürlich in der reinen Batterie, elektrischen Mobilität heute nicht denkbar. Und das sind natürlich die Vorteile. Dazu kommt natürlich, dass man so einen Tank dann auch relativ schnell nachladen kann. Das heißt also, ich komme viel schneller weiter. Und natürlich auch insgesamt der Vorteil, ich habe natürlich eine deutlich höhere Effizienz gegenüber einem Verbrennungsmotor, verbrauche weniger Kraftstoff, habe weniger Emissionen, weil die Brennstoffzelle an sich schon eine saubere Technologie ist. Insgesamt bin ich der Überzeugung, dass praktisch die Kombination von Brennstoffzelle und Batterie letztendlich das Rennen macht, weil hier kann ich sozusagen einfach die Vorteile von beiden Technologien ausspielen und da habe ich auch die Möglichkeit, also gegenüber dem heutigen Verbrennungsmotor, also wesentliche Vorteile zu generieren, in Reichweite, in Emissionen, in Kraftstoffverbrauch und letztendlich, wenn sich das auch in Stückzahlen durchsetzt, auch im Bereich der Kosten.

  12. Sebastian:

    Genau, Kosten hatten wir vorhin auch schon mit dem Herrn Möhlenkamp das Thema oder auch im Pressegespräch. Da setzt sie auf die Skalierung, die eben im Heavy-Duty-Bereich dadurch gegeben ist, dass wir bei einem Kreuzfahrtschiff beispielsweise, was ja auch im Gesprächsthema war, eine deutlich höhere Stückzahl, sage ich mal, auf die Brennstoffzelle bezogen, absetzen, umsetzen, produzieren können, als das im Pkw-Bereich der Fall ist. Da habt ihr aktuell eben das Projekt 2.21, Pilotprojekt, das startet. Wie ist der weitere Weg von Freudenberg bei der Brennstoffzelle? Was ist da jetzt in kurzer Zeit, in den nächsten ein, zwei Jahren angedacht und wie soll es danach dann idealerweise weitergehen?

  13. Dr. Manfred Stäfner:

    Gut, also es gibt natürlich einen sehr geplanten Entwicklungsprozess, erstmal in Richtung Systeme, die dann in verschiedenen Anwendungen eingesetzt werden, eingebaut werden, wie im Bereich der Der Kreuzfahrtschiffe, aber auch der Reisebusse, aber auch weitere Bereiche. Und parallel dazu läuft natürlich die Entwicklung, die gesamte Industrialisierungsseite, das heißt Fertigungsprozesse. skalieren, auch weitere technologische Neuerungen einbringen. Und ich glaube, diese Parallelität bringt letztendlich den Erfolg, dass man auf der einen Seite natürlich erfolgreich in Anwendungen sein kann, die Kunden gewinnen kann, die Erfahrungen aus der Anwendung wieder in die Entwicklung einfließen lassen kann, aber parallel eben auch den Pfad der Kostensenkung parallel beschreitet. Das ist ein Muss, Ja, weil Brennstoffzelle eine neue Technologie, die sozusagen natürlich auch im Stückzahlenvergleich natürlich gegenüber dem Verbrennungsmotor noch kleiner ist, muss natürlich genau diesen Sprung auch machen. Das heißt, in den Bereich der Wirtschaftlichkeit zu kommen. Und ich glaube, mit den Maßnahmen, die wir jetzt hier insgesamt zusammengebracht haben, Industrialisierung auf allen Komponentenseiten, ist das durchaus eine machbare Sache. Vor allen Dingen in diesen Heavy-Duty-Anwendungen, sehen wir da relativ schnell den Crossover-Point, wo man dann auch mit der Brennstoffzelle wirtschaftlich gegen einen Verbrennungsmotor antreten kann.

  14. Sebastian:

    Und wo man dann ja auch nochmal aus dem Punkt, wenn wir jetzt bei CO2-Emissionsvermeidung bleiben, auch einen deutlich größeren Fußabdruck dann zustande bringen kann, als wenn ich jetzt nur im PKW-Bereich mich darauf konzentrieren würde, weil da gibt es ja dann noch mehr Player mit am Markt, mit denen man konkurrieren müsste. Freudenberg an sich mit dem Ansatz, jetzt komplette Systeme für den Heavy-Duty-Bereich anzubieten, an den Markt zu bringen, mit der Erfahrung von Elcor, mit der Erfahrung von Freudenberg, die es gibt, gibt es ja an sich... Nicht so viele, beziehungsweise kaum jemand am Markt.

  15. Dr. Manfred Stäfner:

    Genau, also in der Kombination gibt es nur wenige Unternehmen am Markt, die insgesamt so eine Strategie verfolgen. Das heißt also wirklich Wertschöpfung in der Batterie, in der Brennstoffzelle und dann komplette Emissionsvermeidung. Genau, dass es in die Richtung Emissionsvermeidung geht und auch gehen muss, wo es auch viele Regularien gibt. Ja, das sozusagen ist, glaube ich, eine wichtige Grundvoraussetzung. Das ist natürlich auch eine Diskussion, die auch derzeit dem ganzen Thema elektrische Mobilität, wo unter elektrische Mobilität ziehe ich immer die Bremsstoffzelle und die Batterien mit ein, sozusagen natürlich auch einen Schub gibt.

  16. Sebastian:

    Klar, ich meine, da erfährt das ganze Thema ja Aufmerksamkeit. Wir merken es bei uns immer, dass... dass immer noch getrennt betrachtet wird, dass man sagt, es gibt die Brennstoffzelle oder es gibt den Akku, aber irgendwo geht das ganze Hand in Hand und deswegen finde ich auch, oder finde auch einen Hybridansatz überzeugend, der quasi das Beste aus beiden Welten vereinen will, um dann eben auch zu sagen, wir nehmen einfach die Vorteile von beiden Technologien mit und vereinen die dann auch zusammen, um da das Beste für unsere Kunden rauszuholen.

  17. Dr. Manfred Stäfner:

    Genau. Dennoch, und das möchte ich auch dazu sagen, wir verfolgen natürlich diesen Hybridansatz und letztendlich ist das, glaube ich, ein sehr erfolgsversprechender Weg. Dennoch wird es natürlich auch immer eine Klasse von Fahrzeugen geben, die möglicherweise rein batterieelektrisch funktionieren, die auch teilweise rein brennstoffzellenelektrisch funktionieren. Das heißt, man wird praktisch so eine Bandbreite von Technologien sehen, je nach Einsatzgebiet. Wir glauben, Hybrid wird das breiteste Einsatzgebiet haben. Dennoch ist es auch wichtig, dass sozusagen in alle Richtungen auch entwickelt wird. Ich glaube, das wird der gesamten Industrie und auch der Elektromobilität insgesamt auch zu einem schnelleren Erfolg verhelfen.

  18. Sebastian:

    Das glaube ich auch, dass es da halt nicht die eine Lösung für alles gibt, so wie es meist im Leben ist, sondern für den jeweiligen Fall dann immer die entsprechende Lösung.

  19. Dr. Manfred Stäfner:

    Weder die Mobilität noch die Energietechnik haben gezeigt, dass es sozusagen singuläre Lösungen gibt, sondern immer vielfältige Lösungen.

  20. Sebastian:

    auch noch zum Ende hin einen kurzen Blick über den Tellerrand von Freudenberg werfen. Sie sind ja auch Vorstandsvorsitzender der VDMA-Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzelle, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Und Sie kriegen dann natürlich auch noch mal einen Blick in den weiteren Markt, wo dann auch andere Player mit am Markt sind. Wie ist die Entwicklung dort zu sehen? Sieht man da auch, dass man mit großen Schritten vorankommt, jetzt auch über den Tellerrand von Freudenberg hinaus? Oder wie bewegt sich da die ganze Geschichte?

  21. Dr. Manfred Stäfner:

    Also aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen des VDMA sehen wir ganz klar und wir hatten tatsächlich in der letzten Woche eine große Veranstaltung mit Zulieferern. in Deutschland, also wo sozusagen jeder Rekord an Teilnahmen gebrochen worden ist, dass tatsächlich natürlich auch die gesamte Zulieferindustrie in Deutschland auf das Thema aufspringt. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass die Brennstoffzelle mit all ihren sozusagen Aggregaten und Komponenten, die so ein komplettes System braucht, tatsächlich tatsächlich eine große Ähnlichkeit auch zu einem verbrennungsmotorischen Ansatz. Das heißt, wir haben auch für eine Gesamtheit der Zulieferindustrie mit dieser Technologie Brennstoffzelle sicherlich auch ein großes Zukunftspotenzial. Das sehen viele Zulieferer und springen auf. Wir haben natürlich aber auch Tatsächlich so wie Freudenberg. Freudenberg ist sicherlich einer der konstantesten, aber auch viele andere Zulieferer, die sagen wir auch schon über einen längeren Zeitraum hier mitarbeiten und mitgestalten. Und das ist, glaube ich, eine wichtige Sache. Der VDMA ist ja ein bisschen übergeordnet, abseits von so ein bisschen den wettbewerblichen Themen, dass man da eben auch Firmen, Institutionen zusammenbringt, um sozusagen auch den gesamten Industriestandort Deutschland zu stärken.

  22. Sebastian:

    Haben Sie auch vorhin bei unserer Führung dann erwähnt, dass eben diese Standards und Normen für Brennstoffzellen zwar schon im Kern vorhanden sind, aber sich natürlich auch noch stetig entwickeln und geprägt werden müssen. Und da nehmen Sie wahrscheinlich über den VDMA Einfluss drauf, aber auch Freudenberg involviert sich da doch ziemlich stark, wie ich das mitbekommen habe.

  23. Dr. Manfred Stäfner:

    Ja, ganz genau. Also ich halte es für wichtig. Natürlich ist es wichtig und Freudenberg nimmt jetzt praktisch mit der technologischen Basis natürlich sozusagen nicht nur in Deutschland, sondern auch im weltweiten Vergleich natürlich ein Risiko. einen ganz hervorragenden Platz in der Wertschöpfungskette ein. Aber es ist völlig klar, dass auch das Industriegeschichte gezeigt hat, dass kooperative Modelle, das heißt Zusammenarbeit zwischen vielen Unternehmen, Firmen, die sozusagen komplementäre Stärken haben, letztendlich dann auch der Technologie zu einem Durchbruch verhilft, weil natürlich jede Komponente entscheidend ist in ihrer Lebensdauer, in ihren Kosten und letztendlich dann auch irgendwie die Anforderungen dann liefern muss und das ist, glaube ich, ein wichtiger Bereich, wo ich es persönlich auch wichtig finde, das zu fördern und voranzubringen, um auch in den eigenen Arbeitsbereichen erfolgreich sein zu können, aber auch die gesamte Industrie mitzunehmen.

  24. Sebastian:

    Dann war es das von meiner Seite aus. Vielen Dank, Herr Stäfner, für den Einblick. Ich freue mich auf die weiteren Entwicklungen bei Freudenberg.

  25. Dr. Manfred Stäfner:

    Wunderbar, freut mich auch.

  26. Sebastian:

    Nach dem Interview ist vor dem Interview, könnte man so sagen, oder? Auf jeden Fall haben wir einiges gelernt, wenn es um das Thema Brennstoffzelle bei Freudenberg geht, was man zukünftig angehen möchte an Projekten und wie man sich das Ganze vorstellt. War definitiv ein interessanter Einblick, den wir hier von Herrn Dr. Steffner bekommen haben. Und ich bin mir sicher, Freuenberg behalten wir weiterhin auf unserem Portal im Auge, im Blick und werden darüber berichten, welchen Weg man einschlägt, wie man diesen verfolgt und was man dann tatsächlich auch umsetzen wird in Zukunft. Ich würde mich persönlich freuen, wenn du auch nächste Woche wieder zu der dann neuen Folge unseres ElektroautoNews.net Podcasts einschaltest und vielleicht zur aktuellen Folge eine Bewertung auf iTunes hinterlässt für uns. Einfach, damit wir die E-Mobilität noch ein bisschen breiter unters Volk bringen können. Würde mich freuen. Nun bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, außer vielen Dank dafür. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis bald. Mach's gut. Ciao.