A. Sicheneder: Das steckt hinter Audi Business Innovation

Im Gespräch mit Andreas Sicheneder, Geschäftsführer Audi Business Innovation

In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Andreas Sicheneder, dem Geschäftsführer der Audi Business Innovation, über die Initiativen und Projekte seines Unternehmens, die darauf abzielen, das Fahrerlebnis mit E-Autos maßgeblich zum Besseren zu verändern. Andreas, der seit Anfang 2021 die Geschäftsleitung innehat, erklärt, dass Audi Business Innovation weit mehr ist als ein reines "Labor" in dem man sich Entwicklungen von theoretischer Seite nährt. Das Unternehmen arbeitet eng mit dem Kerngeschäft von Audi zusammen und konzentriert sich darauf, praxisnahe Innovationen direkt auf die Straße zu bringen.

Andreas betont, dass das Hauptziel darin besteht, das Leben der Autofahrer:innen zu verbessern, indem man sich nicht nur auf das Fahrzeug selbst konzentriert, sondern auch auf die Lebenswelt der Fahrer:innen. Er beschreibt, wie Audi Business Innovation daran arbeitet, Dienstleistungen und Erlebnisse zu entwickeln, die es den Fahrer:innen ermöglichen, die Zeit im Auto sinnvoller zu nutzen. Dies beinhaltet eine breite Palette von Innovationen, von verbesserten Mobilitätsdiensten bis hin zu neuen Erfahrungen, die darauf abzielen, das Wohlbefinden und die Produktivität während der Fahrt zu steigern.

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist der praxisorientierte Ansatz von Audi Business Innovation. Andreas erläutert, wie eng das Unternehmen mit den Endnutzer:innen zusammenarbeitet, um echte Kundenprobleme zu identifizieren und zu lösen. Dieser Ansatz unterscheidet sich von traditionellen Labor oder Forschungsabteilungen, die möglicherweise isoliert von realen Anwendungen arbeiten. Audi Business Innovation setzt stattdessen auf direktes Feedback und die schnelle Entwicklung von Prototypen, die in kurzen Zyklen getestet und verbessert werden.

Ein spezifisches Beispiel für ein aktuelles Projekt ist "Audi charge and explore". Dieser Dienst zielt darauf ab, das Ladeerlebnis benutzerfreundlicher zu gestalten. Das Projekt basiert auf einem Algorithmus und kombiniert die vorhandenen Ladestationen mit vielseitigen Aktivitäten in der Nähe. Alles in einer einzigen App, immer zugeschnitten auf die persönlichen Präferenzen der Nutzenden. Der Service nutzt eine spezielle App namens Audi Stage, die als Innovationsinkubator funktioniert und es ermöglicht, neue Dienstleistungen zu erproben und Kundenfeedback zu sammeln. Somit ist es möglich, direkte Erfahrungen der Nutzer:innen abzurufen und mit dieser Rückmeldung weiterzuarbeiten.

Gegen Ende des Gesprächs unterstreicht Andreas die Bedeutung von Agilität und Kundenorientierung in der Automobilindustrie. Er erklärt, dass Audi Business Innovation ständig darauf abzielt, seine Entwicklungszyklen zu verkürzen und schnell auf das sich ändernde Kundenverhalten und die Anforderungen des Marktes zu reagieren. Der Erfolg ihrer Bemühungen wird letztlich daran gemessen, wie gut sie die Bedürfnisse und Wünsche der Endverbraucher:innen erfüllen und diese in innovative, praktikable Lösungen umsetzen können, die das Fahrerlebnis in einer zunehmend digitalisierten Welt verbessern. Ausführlich kann er es ausführlicher beschreiben. Also los, einschalten!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder mit am Start bist. In der aktuellen Folge habe ich Andreas Sicheneder da zu Gast. Seines Zeichens Geschäftsführer der Audi Business Innovation, die sich mit künftigen Service und Produkten aus dem Audi-Kosmos beschäftigen. Wir sind ein bisschen tiefer eingetaucht, haben einen Blick hinter die Kulissen gewagt und haben uns auch explizit ein aktuelles Produkt-Service-Angebot angeguckt von der Audi Business Innovation. Und zwar ist es die Audi charge and explore. App oder Ladelösung, die eben an den Start kommt und vorangetrieben wird. Im Detail werden wir das aber gemeinsam mit Andreas Sicheneder erörtern. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit ihm. Hi Andreas Sicheneder, wir wollen uns ein wenig über Audi Business Innovation unterhalten und was ihr dort tolles vorantreibt, entwickelt und dann eben auch irgendwann auf die Straße bringt für uns E-AutofahrerInnen. Und bevor wir da allerdings einsteigen, stell dich doch gerne mal selbst vor und verliere ein paar Worte über Audi Business Innovation, was es damit auf sich hat, was dahinter verbirgt.

  3. Andreas Sicheneder:

    Danke, Herr Sebastian. Es ist mir schön, hier zu sein. Es ist so, ich bin der Andreas Sicheneder. Ich bin in der Rolle der Geschäftsführung der Audi Business Innovation jetzt seit Ende 2020 tätig. Und dort bin ich tatsächlich auch einer, der sich sehr, sehr, sehr auch einem Thema verschrieben hat, nämlich Innovation für so einen Automobilhersteller. der jetzt auch neue Dinge auch machen will, sich im Wesentlichen beschäftigen, neue Services, neue Experiences, neue Lebenswelten auch zu erschaffen, dass ein Kunde zukünftig die Zeit, die er auch im Auto verbringt, irgendwie auch sinnvoll für sich nutzen kann. Da gibt es zig Möglichkeiten, das zu tun. Und da werden wir heute sicherlich einiges darüber erfahren und darüber sprechen können, wo und in welchen Bereichen wir da aktiv sind, um da auch ein bisschen Themen vorzubringen, die vielleicht heute mit dem Automobilhersteller und den Firmen außenrum vielleicht nicht unbedingt gleich in Verbindung gebracht werden. Also ich freue mich sehr auf den Podcast.

  4. Sebastian:

    Das kann ich erstmal nur erwidern, das heißt aber im Endeffekt seid ihr sowas wie die Denkwerkstatt von Audi?

  5. Andreas Sicheneder:

    Nicht ganz, also weil die Denkwerkstatt tatsächlich was ist, was schon bei Audi existiert, als eigenständiges Unternehmen, was im Prinzip einen anderen Geschäftszweck auch hatte. Bei uns ist es so, wir sind deutlich näher am tatsächlichen Kerngeschäft auch von Audi mit dran. Das heißt, wir entwickeln Services, die sich sehr intensiv damit beschäftigen, wie wir auch das Fahrerlebnis des Kunden verbessern können. Und dort geht es im Wesentlichen nicht darum, dass irgendwo auch zu stark im Auto unterwegs sind, da irgendwelche Spaltmaße verbessern, irgendwelche Performances verbessern, sondern was wir da sehr stark auch tun, ist, uns mit den Lebenswelten des Kunden zu beschäftigen. Und dort mal jetzt versuchen zu verstehen, welche Bedürfnisse haben eigentlich die Kunden von heute in der Welt von morgen, wenn sie sich von A nach B bewegen. Also da gibt es zig Themen, die uns auch dort interessieren. So naheliegende Dinge auch. Wie kann ich einfach viel, viel, viel einfacher von A nach B gelangen? Also Mobilitätsangebote zu erweitern, Dienste zu erweitern. Es geht aber auch darum... Vielleicht in Dinge vorzudringen, wo wir auch heute im Moment auch schon mit forschen und auch unterwegs sind, nämlich das Thema Wohlbefinden. Jetzt auch mit dem Auto zu kombinieren, aber auch Richtung zu kümmern, wie wir denn jetzt auch das Thema elektrisch fahren, also batterieelektrisches Fahren dort viel, viel einfacher gestalten, sodass der Kunde diese Hürden, die vielleicht heute noch in den Köpfen existieren, jetzt auch überwinden kann.

  6. Sebastian:

    Vielen Dank schon mal für die Einordnung. Die Denkwerkstatt, ich hatte jetzt tatsächlich gar nicht an die Abteilung gedacht, sondern wollte das eher beschreibend aufnehmen. Aber du hattest ja recht, das ist ein Thema, mit den Kollegen hatten wir auch schon mal zu tun. Aber das heißt ja im Endeffekt, ihr entwickelt jetzt nicht nur diese kommenden Produkte, Services als reine Theorie, sondern das soll ja dann auch später in der Praxis umgesetzt werden.

  7. Andreas Sicheneder:

    Ja, also korrekt. Das ist auch unser Anspruch, wenn man da jetzt ganz ehrlich damit umgehen kann. Also wir sind relativ weit weg von einem Labor, mit dem wir uns dort beschäftigen. Wir haben auch einen ganz klaren Anspruch an uns selber, dass wir das, was wir entwickeln, auch sehr zeitnah dem Kunden auch zur Verfügung stellen können. Dort haben wir ein für uns sehr geeignetes Entwicklungsverfahren auch mit etabliert. Und wenn man damit drauf guckt, dann beginnt bei uns immer die Arbeit beim Kunden. Also es geht immer darum, ein Problem eines Kunden zu identifizieren, dort auch mit einem sehr intelligenten und vielleicht einer ganz, ganz jetzt smarten Lösung auch unterwegs zu sein, um ein Problem, das der Kunde tatsächlich hat und wir kommen nachher noch drauf auf das Thema Laden und wie wir auch die Ladezeit verbessern können, dass wir dann ganz konkret mit einem Kundenproblem uns beschäftigen und dort eine Lösung finden, die den Kunden auch immer wieder überrascht. Das heißt, es geht nicht darum, irgendwelche Themen zu identifizieren, dort in einem Labor zu probieren, dann irgendwann auch in den nächsten fünf Jahren auch dann live zu bringen und irgendwie auf dem Weg dahin zu versuchen, da irgendwie auch jetzt auch den Kunden zu finden, ein technisches Thema auch zu implementieren, sondern wir haben ganz konkret Themen, die in der Zukunft jetzt auch unsere Kunden beschäftigen werden, jetzt auch im Hier und Jetzt zu entwickeln. Das ist tatsächlich ein ganz anderer Anspruch als jetzt diese klassischen Labs und klassischen Innovations- jetzt Abteilungen, Firmen oder Units, die sehr, sehr weit weg sind von den Dingen, die morgen auch gebraucht werden.

  8. Sebastian:

    Das heißt aber, der Kunde ist im Endeffekt der E-Auto-Fahrer, die Fahrerin und ihr holt euch gezielt dort auch das Feedback ab. Wie geschieht so was?

  9. Andreas Sicheneder:

    Also wir sprechen jetzt in unserem Kontext immer mehr davon, dass wir aus den Fahrerinnen und Fahrern eigentlich Nutzer auch machen möchten. Wenn man ein bisschen darauf guckt, ich bin jetzt seit 20 Jahren in der Automobilindustrie tätig. Wir haben uns über Jahrzehnte und Jahre lang beschäftigt, wie wir das Thema Auto fahren. Immer schneller, um die Kurve, auch die Fahrzeuge zu bewegen. Immer jetzt Innovation war natürlich auch klarerweise auch immer mit dem Fahrzeug verbunden. Was wir im Moment aber merken, ist, dass die Kunden, die wir heute auch sehen und die zukünftig halt immer mehr werden, für die geht es viel, viel mehr darum auch, Und das, was ihn heute in seiner Lebenswelt beschäftigt, auch während des Autofahrens auch machen zu können. Also da reden wir viel über Themen wie zum Beispiel das Thema Arbeiten jetzt auch im Fahrzeug viel, viel besser auch mit zu unterstützen. Wir reden über das Thema des Wohlbefindens, wir reden auch teilweise über Entertainment-Dinge, die die Kinder natürlich extrem interessieren. intensiv auch mit bearbeitet werden, dass auch die Fahrzeuge, die heute unterwegs sind, halt immer mehr können, immer mehr auch zu einem Experience-Device sich auch entwickeln. Man spricht auch davon, dass die Motorleistung nicht mehr das Entscheidende ist, sondern vielleicht sogar der Prozessor, der auch irgendwann in den Fahrzeugen drinsteckt. Und das heißt auch schon ganz klar für uns, dass dort jetzt in dem Kontext und insbesondere wenn wir da in Richtung künstliche Intelligenz auch abbiegen werden, wenn die Fahrzeuge immer intelligenter unterwegs sein werden, wir sprechen dann von einem sogenannten Software-Defined-Vehicle, dass dann das Thema Experiences, das Thema auch Lebenswelt im Auto und damit auch genau diesen Raum zu bespielen mit einem sehr, sehr guten und wohldurchdachten Angebot genau unser Anspruch und unser Streben ist. Also da möchten wir auch hin, um diese Zeit, die der Kunde auch sehr bewusst jetzt mit dem Fahrzeug verbringt, die man mir auch nutzt, um Dinge zu tun, die er heute vielleicht sogar gar nicht darüber nachdenkt zu tun.

  10. Sebastian:

    Dennoch die Frage, wie kommt ihr an dieses Wissen der Kunden? Weil ich sage mal, es ist ja jetzt nicht jeder immer mitteilungsbedürftig und sagt, ich möchte jetzt das oder das haben, sondern ihr müsst euch ja dann auch gezielt an diese Kunden heranwagen, an die Nutzer, um dann das eben abzufragen. Und wie findet sowas statt? Macht ihr das dann vor Ort? Sind das Befragungen unter eurer, unter den Audi-Fahrern oder geht das markenübergreifend im VW-Konzern beispielsweise? Wie kann man sich das vorstellen?

  11. Andreas Sicheneder:

    Also die Inputquellen für Themen, mit denen wir uns beschäftigen, sind sehr vielfältig. Wenn man mal das Thema ganz weit aufmacht, ist es so, dass man natürlich sich mit dem Thema Trends und auch Entwicklungen immer wieder, die sich rollierend die nächsten fünf bis sieben Jahre beschäftigen, wo man auch in Richtung der Sozialökonomie geht, wo sich auch die Trends hin entwickeln, wo sich auch die Menschheit in Summe hin entwickelt, da entstehen natürlich auch gewisse Innovationsfelder und Themen, die uns beschäftigen. Das ist eins der Bereiche, wo wir uns stark damit beschäftigen. Was bei uns als erstes läuft, ist eine sogenannte Research-Phase. Das heißt, wir haben bei uns Menschen, die kümmern sich da extrem drum, in definierten Lebenswelten zu forschen, wo ist denn wirklich eine Notwendigkeit. Die Epoch-Welten, wie gesagt, sind auf der einen Seite das Thema der Trends, Das zweite, was uns natürlich auch erreicht, ist natürlich der Kunde selbst. Weil wir haben einiges an Feedback-Kanälen jetzt auch zu uns, ins Unternehmen, zu Audi, auch in den ganzen Volkswagen-Konzernen, wo auch an Kunden Feedbacks natürlich massiv interessiert sind. Da spielen die Händler eine Rolle. Also Kunden, Touchpoint-Händler ist ein wesentliches Element, wo sich natürlich auch dort Informationen abgreifen lassen. Wir haben auch natürlich das Thema Nutzerverhalten. Also wie benutzen denn die Kunden draußen denn unsere Autos? Also wo hapert es? Wo kommt der Kunde nicht mehr zurecht? Wo gibt es denn auch Feedback über die entsprechenden Feedback-Kanäle, die sich zum Beispiel auch über Callcenter auch jetzt auch bei uns melden? Solche Dinge werden in Betracht gezogen und natürlich, je mehr man auch Richtung Produkt und Richtung Produktidee abbiegt, ist es so, dass wir meistens in geschlossenen Kundengruppen unterwegs sind. Das heißt, wir gucken da auch, welches Kundensegment möchten wir auch mit einem bestimmten Service auch erreichen, machen dann eine repräsentative Auswahl auch an Kundinnen und Kunden, die wir auch ganz explizit einladen, um dann einen Prototypen, den wir auch bauen. Also da kann man wirklich auch was anfassen. Das ist entweder etwas, was im Softwarebereich läuft, dass man kurz einen Prototypen durchklicken kann. Es geht aber auch so weit, dass wir auch Dinge wie sogenannte Sitzkisten auch etablieren, wo man auch wirklich so ein Look und Feel hat, jetzt auch spüren kann, wenn wir auch Services bauen, die jetzt nicht nur digital sind, sondern auch ein Stück weit das Thema Haptik und vielleicht sogar andere Immersive-Themen, die auch dort heute schon ganz gut darstellbar sind, auch in Prototypen mit den Kunden vertesten wollen. Weil das ist das erste Feedback, das man kriegt, wenn ganz klar der Kunde sagt, das Thema an sich ist nicht spannend für uns, mach es doch lieber ein Stück weit anders. Und in dem Kontext haben wir natürlich auch ein ganz großes Asset in der Firma, das nennt sich Agilität. ist in der Softwarebranche schon seit über 20 Jahren bekannt, in der Automobilindustrie noch nicht so lange, dass man immer wieder auch guckt, zu lernen, Iterationen auch durchzuführen, auch einen Fehler einzugestehen, den auch zu korrigieren und dann in der nächsten Stufe auch was Neues und was Überraschendes rauszukriegen. Das heißt, sehr kurze Zyklen, nicht die fünf bis sieben Jahre eines Fahrzeugs zu warten, sondern dort innerhalb von Wochen, paar Monate immer wieder neue Funktionen zu bringen. Das ist so die Idee dahinter. Immer wieder zu vertesten, Prototyp, MVP nennen wir das nächste, dass da wirklich auch ein fertiges Produkt ist, ein Markt zum Beispiel Deutschland getestet werden kann, dass wir mit dem Produkt-Charge-Next-Programm, wo wir nachher noch drauf eingehen werden, jetzt auch schon aktiv, dass man auch wirklich im Feld draußen mit tatsächlichen Endkunden das Ganze dann probiert und Feedback einholt. Das ist eigentlich die Idee. Also immer ganz kurze Zyklen, schnelles Feedback vom Kunden und dann daraus lernen, um den nächsten Iterationsschritt und die nächsten Funktionen zurück zu generieren. Das ist die Idee.

  12. Sebastian:

    Also im Endeffekt auch tatsächlich das, was du schon gesagt hast. Ihr entwickelt euch eben weg von der reinen Hardware dann schon mehr zum softwaregetriebenen Unternehmen dann auch schlussendlich, weil Hardware ist beständig. Wir kennen die Zyklen aus der Automobilindustrie. Du veränderst jetzt halt nicht so schnell eine Plattform, aber du kannst halt die Software, mit der die Plattform bedient wird, dann eben entsprechend anpassen.

  13. Andreas Sicheneder:

    Wobei, Sebastian, ich bin... Ehrlich gesagt, da schon ein Stück weit, also nicht mehr ganz so pessimistisch, weil ich zum einen ist es so, dass auch die Fahrzeugarchitekturen, wie wir sie heute auch kennen, in der Regel inzwischen auch sich deutlich mehr mit dem Thema Software beschäftigen. Das heißt, die Update-Fähigkeit in einem Fahrzeug ist natürlich dort ein bisschen langsamer, aber die Möglichkeit, Over-The-Air-Updates zum Beispiel auch ins Fahrzeug einzuspielen, Die Möglichkeit jetzt auch mit Software jetzt auch Funktionen immer wieder im Lebenszyklus eines Fahrzeugs anzureichern. Das ist etwas, wo man sich entwickelt gerade. Also das Thema Software-Defined Vehicle, also die klassischen Architekturen der Vergangenheit, wo ich hunderte von Steuergeräten im Auto auch drin hatte, die man einzeln ansteuern musste, hin zu einem entsprechenden hochperformanten Computer, der alles ausstellt und damit auch die Update-Fähigkeit gewährleistet, ist eigentlich aus meiner Perspektive heraus der Schlüssel. Also die Kombination aus Software- Plus Hardware und die updatefähig zu gestalten, gibt genau diese Möglichkeit, auch Fahrzeuge, die lang im Feld sind, immer wieder auch aufzufrischen und mit neuen Funktionen den Kunden zu überraschen. Und wenn wir das schaffen, dann haben wir echt einen Hub hingekriegt, dass der Kunde was hat von dem, was wir tun.

  14. Sebastian:

    Das muss die Vision natürlich nur noch Realität werden, das gelingt schon zum einen, aber gerade zu Beginn, VW-Konzern in Gänze hatte ja schon seine Themen mit Software, da hoffen wir dann einfach, dass das auch auf Dauer Bestand hat und da muss man natürlich auch lernen, wenn man diese alte traditionelle Denkweise eben mitgebracht hat, das muss sich ja wandeln und das geschieht nicht von heute auf morgen, das weiß auch jeder. Jetzt gehen wir vielleicht mal ein bisschen tiefer noch rein auf ein konkretes Beispiel. Da hatten wir im Vorfeld eben auch über euren neuen Service, den ihr jetzt gerade verprobt, sozusagen Audi charge and explore gesprochen. Vielleicht magst du uns kurz erläutern, was sich dahinter verbirgt, was so der Gedankengang dahinter ist.

  15. Andreas Sicheneder:

    Also super cooler Service. Ich muss auch zugeben, ich bin inzwischen auch schon seit zwölf Jahren ein mehr als begeisterter Elektroautofahrer. Also schon sehr, sehr früh auch begonnen. Meine ganze Familie fährt auch inzwischen Elektrofahrzeuge. Und wenn man einmal mit so einem Auto auch gefahren ist, dann weiß man auch, dass es einen ganz, ganz wesentlichen Pain gibt, der an der Stelle stattfindet. Also das Thema Infrastruktur, das ist jetzt immer außen vor, weil das natürlich etwas ist, wo wir permanent uns auch verbessern müssen, um das Attraktivität dieses Angebots Elektrofahrzeuge auch wirklich attraktiv zu machen für den Endkunden selber. Aber wenn man mal längere Strecken fährt und auch sagt, ich möchte ganz gerne mit meiner Familie unterwegs sein, da habe ich immer einen jetzt speziellen Use Case natürlich auch dort vor der Brust, das ist nämlich das Thema Laden. Und wer immer irgendwo schon ein Fahrzeug geladen hat, der weiß, er hat tatsächlich immer eine Zeit, die er überbrücken muss, wo er sich sehr oft auch fragt, was mache ich denn auch mit dieser Zeit? Genau dieses Thema Wartezeit während des Ladens in eine wirklich attraktive und für jemanden auch mehrwertstiftende Lebenszeit zu verwandeln, ist genau die Idee dieses Services Charge & Explore, nämlich dann anhand der Routenplanung, die dort auch stattfindet. im Umkreis der gewählten Ladestation, die wir auch individuell auswählen können, je nachdem welche Präferenz man an der Stelle auch hat, also zum Beispiel wie hoch performant kann ich den Laden mit meinem Fahrzeug. Also will ich lang laden, will ich kurz laden. Ich kann sehr bewusst entscheiden, wie lange ich meine Ladepause machen will, weil, und jetzt kommt der Clou an der Stelle, ich dieses Thema Warten und Laden kombinieren kann mit einem Angebot, das ich draußen nutzen kann. Da geht es darum, zum Beispiel in ein Restaurant zu gehen, ein paar Minuten Kaffee zu trinken, wenn ich schnell laden will und möchte schnell weiter. Es kann aber auch sein, dass ich jetzt mit Kindern unterwegs bin und auch sage, Mensch, zwei Stunden sind für mich auch eine Zeit, die kann ich sehr gut überbrücken, ist auch das Laden günstiger. Ich gehe doch mal draußen spazieren. Ich gehe auch irgendwo hin, wo meine Kinder sich auch irgendwie austoben können in der Zeit. Und diese Angebote zu kombinieren mit dem Thema, wo kann ich denn laden, ist dieser Mehrwert und dieses Thema auch Intelligenz in diesem Service, den wir da anbieten. Und wenn man da in der Vergangenheit guckt, ich selber war auch so ein Fall, also meine eigene Freundin, Erfahrung zeigt, du gehst halt irgendwo ins Internet, guckst da mit den gängigen Tools heran, wo kann ich denn laden, wo ist denn irgendwo so eine Ladesäule, was ist deine Umgebung, machen den Suchalgorithmus auf, das kann man ja alles ganz gut tun, was natürlich dort der Fall ist, es sind alles einzelne Apps, ich muss einzelne Dinge buchen, muss mal gucken, hat es überhaupt offen, hat es nicht offen, komme ich hin, komme ich nicht hin, also es ist ein relativ großes Unterfangen, um so eine gute Und für eine adäquate und für mein persönliches Bedürfnis zugeschnittene Route auch hinzukriegen, dauert extrem lange, kostet mich sehr viel Zeit und ich bin gar nicht sicher, ob es funktioniert. Und in dem Kontext da einen sehr, sehr einfachen Service einzubauen, war die Idee. Und aus dieser Idee heraus, was wirklich ein ganz klassischer Kundenpain ist, ist dieser Service entstanden, der sich immer weiter entwickelt hat bis zum Zeitpunkt, wo heute jetzt auch schon unterwegs sind und man kann sich diesen Service über eine App herunterladen, die wir auch gelauncht haben. Nennt sich Audi Stage, ist eine Innovations-Inkubator. wo Audi auch ganz klar versucht, über diesen Innovations-Inkubator solche neuen Services den Kunden zur Verfügung zu stellen, zu testen, zu probieren, um daraus wiederum Learnings zu kreieren, die dann in die Serie übergehen können. Also so ist eigentlich die Idee dahinter. Also wir erproben ein sehr, sehr innovatives neues App, also einen neuen Service mit dem Kunden zusammen und glauben, dass das echt einen Mehrwert gibt.

  16. Sebastian:

    Jetzt habe ich gleich mehrere Fragen dazu. Ich versuche es nochmal kurz zusammenzufassen. Also im Endeffekt Datenaggregation aus unterschiedlichsten Quellen, die kuratiert zusammengeführt und dann eben mit dem Ziel eine individuelle Routenplanung, die eben noch näher an den eigenen Bedürfnissen dran ist, als es eben in anderen Systemen aktuell der Fall ist. So habe ich es jetzt verstanden. Und das stellt jetzt aktuell schon in der Stage-App zur Verfügung, da für mich die Frage der Service, wird der nur für die Marke Audi entwickelt, wird der über die ganzen VW-Konzern, denkt man das noch weiter, also ich sage mal markenoffen dann, weil ich sage mal, umso mehr E-Auto-Fahrern das schlussendlich zur Verfügung steht, umso toller ist es ja dann von dem Erlebnis E-Mobilität und zahlt ja dann eben auf diese Transformation ein oder werden da in Anführungsstrichen nur die Audi-Kunden, Kundinnen dann davon profitieren.

  17. Andreas Sicheneder:

    Also aktuell ist es so, also über die Stage, die ja die Plattform für die digitalen Innovationen auch anbietet, versorgen wir im Moment Audi-Kundinnen und Kunden mit dem Service. Wir sind immer im Gespräch mit dem Konzern, weil wir natürlich auch als Tochter in dem Verbund, in dem wir unterwegs sind, auch grundsätzlich sehr, sehr offen sind dafür auch, Ideen auszutauschen, auch woanders hin zu transferieren. Das macht absolut Sinn, das zu tun. Wenn es darum geht, solche Lösungen zu skalieren, dann ist es als erstes notwendig und da bin ich total davon überzeugt, dass das Service ausgereift sein muss. Im Moment ist es eine App. Das muss natürlich im nächsten Schritt auch ins Auto integriert werden, dass es auch viel, viel nahtloser auch im Fahrzeug jetzt auch umgesetzt werden kann. Auch dort sind die nächsten Schritte auch schon notwendig. bei uns initiiert worden und gleichzeitig gucken wir auch, welche anderen Marken haben Interesse an dem Service. Um den dann zu skalieren, muss er im Auto auch funktionieren und dann macht es sehr viel Sinn, auch in diese Richtung zu gehen. Also Stand heute verproben wir sehr viel auch mit dem Audi-Kunden und Kunden, um dann ein sehr, sehr gutes, ausgereiftes, vom Kunden auch akzeptiertes System auch in die breitere Welt der anderen Marken auch mitzutragen. Aber sinnvoll ist das natürlich.

  18. Sebastian:

    Weil wir hatten es ja auch im Vorfeld schon davon, es gibt ja auch Marktbegleiter, jetzt nicht aus dem OEM-Umfeld, sondern ich sage mal aus dem softwaregetriebenen Umfeld, die sowas eben schon auch herstellerunabhängig anbieten. Schlussendlich, was für mich einfach auch Sinn ergibt, weil ich mich damit beschäftigen will. Zum anderen aber eben auch die Thematik, die mich interessiert, ist das ein Service, der dann quasi die Standardroutenplanung irgendwann von eurer Denkweise her ersetzen soll und damit eine bessere Lösung anbietet? Oder ist das ein Additional Premium Service, wo ich dann halt meine 4,99 Euro Abogebühr im Monat zahle als Dienstwagenfahrer beispielsweise, um dann eben die beste individuelle Routenplanung zu erhalten?

  19. Andreas Sicheneder:

    Also grundsätzlich ist es so, über das Thema, ob da jetzt ein Geschäftsmodell existiert, ob da jetzt irgendwo auch ein Abo-Service mit angeboten wird, das ist ein Thema, mit dem beschäftigen wir uns natürlich auch und wir überlegen an der Stelle natürlich auch, inwieweit wir es der breiten Masse und Kunden auch mit anbieten können. Wenn du ansprichst, muss das Teil einer Standard-Routenplanung werden? Ja, muss es. Weil das ist ein Service, der aus unserer Perspektive heraus für jemand, der auch ein batterieelektrisches Fahrzeug fährt, absolute Notwendigkeit auch darstellt. Also diese Nahtlos-Integration in eine Routenplanung, das ist für jemanden, der das auch benutzt, zum Standard auch wird, finden wir sehr, sehr sinnvoll und wertvoll. Und genau deswegen laufen dahingehend auch die Gespräche, diese Integrationen jetzt auch in Richtung der Routenplanung auch voranzutreiben. Das ist ein Thema, das uns natürlich an der Stelle auch mit nicht nur beschäftigt, sondern wir auch angehen wollen, weil damit auch dieses Thema Einfachheit in der Benutzung, das wir als höchstes für uns wichtiges Gut auch mit uns rumtragen, das der Kunde sehr, sehr gern und einfach benutzt, auch umsetzen können. Also ja, es gehört dahin.

  20. Sebastian:

    Und gerade diese Hürde, die du eben gesagt hast, diese Einfachheit, die muss ja vorhanden sein oder die muss überschritten werden, damit man eben nicht diese Komplexität drin hat. Für mich noch ein Thema, jetzt haben wir die individuelle Routenplanung, ihr habt die perfekten Daten, wir sind da gut unterwegs, ich komme hin, die Ladestation ist belegt. Wird das auch vorhanden sein, sozusagen das Thema Ladestationbelegung, dann vielleicht im nächsten Ausbauschritt? Spricht man ja auch heutzutage schon von Ladestationreservierung unter bestimmten Gesichtspunkten, was ja nochmal eine Herausforderung für sich allein ist, für jeden, der sich ein Stück weit damit beschäftigt. Aber sind das auch Themen, die damit reinfließen oder geht das tatsächlich nur darum, das wäre die ideale Routeplanung für dich? Aber wir wissen eigentlich nicht, ob du laden kannst, wenn du vor Ort bist.

  21. Andreas Sicheneder:

    Jetzt sprichst du ein Thema an, das ich persönlich als extrem wichtig empfinde, nämlich Fahrzeuge. So ein System von digitalen Services, die wir als Ökosystem in Summe bezeichnen, das ist so ein Begriff, der wird ja auch immer wieder auch an verschiedenen Stellen auch verwendet, ist aus Perspektive, die wir Sachstark auch unterstützen und wo wir auch mit dem ganzen Herzen dabei sind, ein Thema, das nur durch Offenheit des Systems am Ende des Tages gewinnen kann. Wir wissen alle, dass die Welt draußen extrem schnell dreht, unfassbar hohe Geschwindigkeit an den Tag legt und eine hohe Innovationskraft auch hat und damit auch sehr viel Mehrwert auch für den Kunden draußen existieren kann. Damit muss dein System offen werden. Also sowas, was du ansprichst, kann ich Ladesäulen mit integrieren, sind die intelligent, können die sich melden, ob sie denn irgendwo auch belegt sind, nicht belegt sind, das können wir von der Audi-Seite aus nicht in der Form beeinflussen. Was wir aber tun können, ist, wir können die Offenheit des Systems gewährleisten, dass solche Informationen ausgetauscht werden können. Und in dem Kontext wird natürlich einiges gemacht, weil das auch eins der Pains ist, die du ansprichst, die natürlich auch unsere Kunden draußen sehr stark auch bewegen. Das heißt, die Systemoffenheit jetzt auch mit anderen Dienstleistern und auch anderen Partnern An der Stelle den Service immer weiter zu verbessern, dass auch am Ende des Tages was extrem Verlässliches rauskommt und ich mich völlig ohne irgendwelche Bedenken dahin begeben kann, dass ich noch gerne auch mit dem E-Fahrzeug unterwegs bin, muss das Ziel sein. Von daher ist die Offenheit des Teams aus meiner Perspektive heraus eigentlich sogar ein Schlüsselfaktor für den Erfolg in Summe für uns.

  22. Sebastian:

    Kann man auch nur so unterstreichen oder unterschreiben sozusagen, das stimmt. Was mich jetzt natürlich interessiert, jetzt haben wir hier die individuell gestaltete perfekte Routenplanung in der Theorie schon ein Stück weit in der Praxis überführt. Wann werden wir es in Serie sehen?

  23. Andreas Sicheneder:

    Da kann ich dir tatsächlich nicht wirklich eine sehr, sehr verlässliche Aussage geben. Das liegt daran... dass wir uns mit unserem Innovations- und Produktentwicklungsprozess immer an sogenannten Meilensteinen orientieren. Diese Meilensteine sind nichts anderes als, hat der Kunde Lust auf diesen Service? Das heißt, der Kunde gibt für uns tatsächlich auch vor, ob der nächste Schritt der Serienintegration gegangen werden soll oder nicht. Weil wir möchten verhindern, dass wir Dinge vorbei am Kunden auch entwickeln. Das heißt, wir werden uns dann dort auch ganz normal mit den sehr klassischen jetzt auch Genehmigungsprozessen jetzt auch, die natürlich notwendig sind, auseinandersetzen. Und dann sprechen wir über einen Service, der sich deutlich verbessert ab 2025. Und dann natürlich geht es darum, dass wir auch in Serien, also die Frage, was ist dann auch die Serie, also dann eine Serie, die innerhalb des Fahrzeugs im Routenplaner auch existiert, weil dann sind wir natürlich in Zeitleisten unterwegs, die dann auch nach 2025 auch jetzt sich erst realisieren lassen. weil dann auch auf die Plattformentwicklungen der Fahrzeuge auch angewiesen sind. Aber dann ab dem Zeitpunkt nach 25 und gesetztem Fall, diese Kundenfeedbacks sind weiterhin so positiv wie bisher. werden wir das Thema auch dann sehen in der Serie.

  24. Sebastian:

    Ja, vielen Dank dann schon mal für diesen Einblick hinter die Kulissen bei euch, dass wir da ein bisschen was lernen konnten, was denn da eben bei Audi Business Innovation vorangetrieben wird und was wir dann ja demnächst hoffentlich auch auf der Straße sehen werden. Und ich bin mir sicher, wir werden in einer der kommenden Folgen dann nochmal über die anderen Themen, die ihr sonst noch so in den Schubladen habt, sprechen und uns austauschen. Vielen Dank, Andreas Sicheneder.

  25. Andreas Sicheneder:

    Danke dir, Sebastian.

  26. Sebastian:

    Spannende Heimdecke, die wir hier wieder bekommen haben aus meiner Sicht. Man konnte einiges mitnehmen und sieht doch, wie hier auch deutsche OEMs hinter den Kulissen an dem Fahrzeug der Zukunft werkeln, auch in Bezug eben auf Software abseits der Hardware. Ich bin mir ganz sicher, dass Andreas Sicheneder nicht zum letzten Mal hier bei uns im Podcast zu Gast war. Und wenn dir die aktuelle Folge eben auch so gut gefallen hat wie mir, dann hinterlass uns doch gerne eine positive Bewertung auf iTunes, Spotify und Co. Vielen Dank, bis dahin, ciao.