Voltfang über nachhaltige Heimspeicher aus E-Auto-Akkus

Roman und Frederik im Gespräch über deren Heimspeicher aus Tesla Model S-Akkus

Das Start-up Voltfang aus Aachen entwickelt und vertreibt Stationärspeicher-Komplettlösungen für Privathaushalte aus gebrauchten Elektroauto-Batterien, ganz im Sinne der Second-Life-Strategie, welche die Nutzungsdauer von Akkus verlängert und somit deren CO2-Bilanz deutlich verbessert. Ein Interview bei Battery-News machte mich auf Voltfang und deren Konzept aufmerksam. Ein entsprechender Bericht auf unserer Plattform hat dann gezeigt, dass auch bei euch Interesse an diesem Thema vorhanden ist. Grund genug, um mit Roman und Frederik von Voltfang für unseren Podcast ins Gespräch zu kommen.

Roman Alberti, Geschäftsführer von Voltfang sowie Frederik Bennemann, verantwortlich für die Investor-Relations beim Start-Up, haben im gemeinsamen Gespräch mehr über den innovativen Ansatz ihrer Produkte erzählt. Dabei ging es vor allem darum, warum sich Voltfang Heimspeicher gerade in Kombination mit einer PV-Anlage lohnen, woher die Akkus für die Heimspeicher aktuell stammen, woher sie künftig kommen und warum es dem Unternehmen möglich ist zehn Jahre Garantie auf seine Lösung zu geben.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektroauto-news.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du auch diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns dem Thema E-Mobilität widmen. In der aktuellen Folge habe ich mich mit Roman und Frederik von Voltfang unterhalten. Deren Startup bringt gebrauchte Traktionsbatterien aus E-Autos für Hausspeicher auf den Markt. Voltfang nimmt sich gebrauchten Akkus aus bekannten E-Autos wie beispielsweise dem Tesla Model S oder BMW i3 an, baut diese aus, betrachtet sie auf Modulebene auf Funktionsfähigkeit, baut die gesunden Module sozusagen wieder in die Heimspeicher ein, wobei Heimspeicher jetzt weitergegriffen werden kann. Die kommen sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich zum Einsatz. und bringen somit die nachhaltigsten Heimspeicher mit auf den Markt, da eben die Batterien für diese Speicherlösung nicht selbst gefertigt werden müssen, sondern eben aus dem bestehenden Kreislauf herausgenommen werden können. Hierdurch ist es eben auch möglich, dass Voltfang die Heimspeicher günstiger anbietet. Im Privatbereich ist da die Rede von bis zu 10% Einsparung, im Gewerbebereich 30-40%, wo man gegenüber vergleichbaren Angeboten einsparen kann, hat aber eben noch diesen Nachhaltigkeitseffekt mit auf seiner Seite. Das Gespräch war aus meiner Sicht ganz interessant, mal zu sehen, wie die drei Gründer und jetzt auch mit Frederik zusammen das Thema angehen, was man in anderthalb Jahren da so aufbauen kann und wohin die Reise auch künftig eben noch gehen kann. Die empfehle ich einfach reinzuhören. Viel Spaß mit der aktuellen Folge und wenn du noch Fragen zu Voltfang hast, einfach in dem Artikel zur Show stellen. Servus Roman, hi Frederik. Schön, dass ihr euch heute die Zeit nehmt, ein wenig über Voltfang mit mir zu sprechen, eurem Startup. Das ist ja doch einem interessanten Thema widmet, das auch viel mit Nachhaltigkeit, Elektroautos und ja dem Klimawandel im weitesten Sinne auch zu tun hat. Vielleicht könnt ihr euch selbst mal kurz vorstellen, bevor ihr dann auch ein paar Worte über euer Unternehmen verliert.

  3. Roman Alberti:

    Ja, danke Sebastian. Also ich bin Roman und ich bin einer der Gründer von Voltfang, komme ursprünglich aus Frankfurt und war immer schon so ein bisschen in der Tüftler-Richtung unterwegs, so damals ein bisschen am Auto geschraubt, ein bisschen am Roller geschraubt und deswegen habe ich mich dann für Maschinenbau entschieden, das Ganze dann in Aachen studiert. und dann mit der Vertiefung Energietechnik, weil mein Vater auch in der Richtung Energietechnik ist, da hatte ich da irgendwie ein paar Verknüpfungspunkte, habe das dann immer weiter vertieft, war dann nicht so ganz sicher, in welche Richtung soll es denn gehen, vielleicht auch in Richtung Elektromobilität oder erstmal in Richtung Mobilität, dann hatte ich ein Praktikum bei Daimler gemacht und das hat mir nicht so gut gefallen, da war ich in der SUV-Abteilung, das war ein bisschen... Konservativ für meine Richtung, ein bisschen träge und habe mich dann doch entschieden, irgendwo anders zu arbeiten. Bin danach zu Ego gegangen, habe da dann zwei Jahre gearbeitet. Ego ist ein kleines Elektrofahrzeughersteller aus Aachen. Und das hat mir da schon besser gefallen und dann vor einem Jahr, vor einem halben Jahr circa, habe ich meinen Abschluss gemacht im Maschinenbau und habe dann entschieden, mit meinem Startup oder mit unserem Startup dann uns selbstständig zu machen und dann kam das alles ins Rollen.

  4. Frederik Bennemann:

    Würde ich da direkt mal anknüpfen. Also ich bin Frederik, unterstütze jetzt die drei Gründer sind es insgesamt in verschiedenen Projekten, insbesondere bei der Investorensuche, die jetzt ansteht oder auch der Zertifizierung. Bin seit Januar jetzt bei Voltfang, habe vorher auch mit den drei Gründern zusammen an der LWTH studiert. Wirtschaftsingenieurwesen und den ersten Berührungspunkt in Elektromobilität hatte ich dann bei BMW, wo ich dann insgesamt ein Jahr im Qualitätsmanagement war während des Studiums, also als Werkstudent und Praktikant, Qualitätsmanagement für Hochholzspeicher und habe dort dann auch meine Masterarbeit in der Batteriespeicherentwicklung, also in der energetischen Systemgestaltung geschrieben. Und versuche jetzt so ein bisschen meine Expertise hier ins Startup mit einzubringen, die ich im Studium und in meiner Praxis Erfahrung sammeln konnte.

  5. Sebastian:

    Ja, vielen Dank schon mal für eure Vorstellungen dann und auch ja mal den Werdegang bisher. Ist ja doch interessant zu sehen, wie ja die Richtung schon irgendwie vorgegeben war, dann da auch in Richtung E-Mobilität zu kommen. Jetzt seid ihr mit Voltfang am Start sozusagen. Seid ihr jetzt auch noch recht jung. Vier Mitarbeiter, also drei Gründer. Du jetzt, Frederik, als Unterstützung, wenn ich es richtig auf dem Schirm habe. Und was macht ihr jetzt genau? Also was können sich unsere Hörer vorstellen? Was bietet ihr am Markt an? Könnt ihr dazu ein paar Worte verlieren?

  6. Roman Alberti:

    Genau, also ganz grob machen wir Batteriespeicher für den Hausgebrauch und für den Gewerbegebrauch. Was machen Batteriespeicher? Batteriespeicher haben mehrere Zwecke. Zum einen für den Privathaushalt werden sie hauptsächlich genutzt, um Strom von der PV-Anlage zu speichern und ihn auch nachts zu verwenden. Und im Gewerbebereich kann man Lastspitzenkappung damit machen. Es gibt aber auch noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel bei Inselanwendungen oder als Notstromaggregat. Das ist an sich nichts Neues, aber bei uns das Besondere ist, dass wir gebrauchte Elektrofahrzeugbatterien benutzen. Und dadurch entstehen gleich mehrere Vorteile von uns. Zum einen können wir günstiger anbieten als die Konkurrenz und zum anderen ist es so, dass unser ökologischer Fußabdruck steigt. bei Weitem reduziert ist, dadurch, dass wir keine neuen Batterien produzieren müssen und dadurch natürlich auch der Abbau von seltenen Erden in den Hintergrund rückt. Und das ist quasi unser Vorteil. Mittlerweile sind wir seit 1,5 oder seit anderthalb Jahren circa dabei und hatten die Idee da vor längerem. Und genau, das ist quasi der Grundgedanke von unserem Heimspeicher. Dadurch, dass diese ganze Idee etwas und da es noch keine klaren Gesetzgebungen gibt. Das macht die ganze Sache relativ interessant, dadurch, dass Sachen unklar sind und sich etablierte Hersteller oft deshalb nicht in diese Richtung bewegen wollen. Das ist natürlich ein Risiko, aber auch eine Chance für uns. Dabei muss man sagen, dass die EU da ein bisschen hinterherhinkt. Von den Reglementarien. Da ist es so, dass es in den USA oder in China schon mehrere Gesetze gibt, wie Second Life gehandhabt wird, was man genau machen muss und was man machen darf, um die Batterien zu verwenden. Und das ist bei der EU alles ein bisschen unklar. Von daher orientieren wir uns zumindest immer so ein bisschen an dem Ausland. Und müssen auch Anwälte einschalten, um zu testen oder um zu gucken, wie sieht genau die Rechtslage aus. Und sind da mittlerweile relativ gut aufgestellt. Und genau, so sieht das Zelt aus.

  7. Sebastian:

    Ja, dann auch dafür erstmal vielen Dank für den Überblick. Das Thema Regularien hatte ich mit Philipp Keiris auch schon mal. Der war auch hier im Podcast mal zu Gast, Batterieexperte sozusagen. Und da hatten wir das Thema Sekt live auch schon. Der hat mir das auch gesagt, dass wir da teilweise fünf bis zehn Jahre hinten dran sind, was eigentlich Stand der Technik ist oder was auch schon möglich wäre. hat aber eben auch mit auf den Weg gegeben, so wie du es ja jetzt auch selbst wiedergespiegelt hast, Roman, dass das ja auch eine Riesenchance ist, dann gerade für Startups da selbst den Markt sozusagen mitzubestimmen oder zu gestalten. Und da positioniert ihr euch ja doch schon recht klar im Gegensatz zu euren Marktbegleitern. Du hast jetzt gesagt, ihr setzt da auf Nachhaltigkeit, ihr setzt da auf gebrauchte Akkus. Wo kommen die her? Holt ihr euch selbst die E-Autos ran? Habt ihr da irgendwelche Verbindungen zu Lieferanten oder arbeitet ihr selbst schon mit den Automobilherstellern zusammen? Wie kann man sich das so vorstellen?

  8. Frederik Bennemann:

    Ja, ich glaube, da sind gerade verschiedene Wege interessant. Ganz am Anfang sind wir natürlich erstmal eingestiegen mit Direktkäufen im Internet über einschlägig bekannte Internetseiten. Daraus kann man aber natürlich kein Geschäftsmodell entwickeln. Das muss standardisiert werden, um auch in die Skalierung zu kommen. Deswegen erstreben wir gerade eigentlich im ersten Schritt zwei Wege an, um den Supply mit gebrauchten Elektrobatterien zu sichern. Einmal kooperieren wir mit einem Startup aus Norwegen, die ähnlich unterwegs sind wie wir, was Second Life Speicher angeht. Die bauen eine Plattform auf, um das ganze Angebot am Markt zu bündeln, also das noch junge Angebot. zu bündeln und dann auszubauen. Mit denen würden wir dann natürlich gerne wachsen. Zum Zweiten haben wir jetzt schon eine direkte Kooperation mit einem norwegischen Demontagebetrieb. Auch hier das Stichwort Norwegen, die in der Elektromobilität uns natürlich schon drei, vier, fünf Jahre voraus sind. Und in Zukunft, was dann auch irgendwann interessant werden könnte, ist eine direkte Kooperation mit verschiedenen OEMs, wo wir gerade noch sehen, okay, für die ist die Nische nicht interessant, die gehen noch nicht vor allem in diesen Heimspeicher- und Gewerbespeichermarkt rein, dass wir denen eine Möglichkeit anbieten, ja, ihren gesamten Lebenszyklus der Batterie, den sie produzieren oder den ihre Supplier produzieren, umzusetzen. also den ökologischen Fußabdruck zu verringern, indem wir ihnen garantieren können, okay, eure Batterie wird nochmal zehn Jahre in der Second-Life-Anwendung Ökostrom speichern.

  9. Sebastian:

    Okay, also klar muss man sich vielseitig aufstellen, gerade wenn man zu Beginn ist, aber es ist ja schön, wenn ihr da schon einen Kooperationspartner auch gefunden habt, beziehungsweise da auch die Option für die Hersteller sozusagen anbietet, den ihren Lebensweg der Batterie auch nochmal zu verlängern. Zu dem Punkt jetzt noch die Frage, Frederik oder auch Roman, ihr habt jetzt gesagt, nochmal um zehn Jahre zu verlängern, das war auch so das Thema, wo wir in dem Artikel, den wir über euch geschrieben hatten auf Elektroauto News berichtet haben, dass ihr auch nochmal diese Garantie von den zehn Jahren gebt. Ist es so, oder wie könnt ihr das machen und machen das andere am Markt auch schon?

  10. Roman Alberti:

    Wir haben da mehrere Sachen, mit denen wir quasi diese zehn Jahre erreichen können. Das stimmt. Es ist nämlich so, dass der Gesetzgeber in vielen Förderungen vorschreibt, zehn Jahre Garantie. Und daher wollen wir auch die zehn Jahre Garantie geben. Und wenn irgendwas mit den Batterien ist, tauschen wir die in der Zeit aus. Und das wollen wir in dem Sinne machen, dass wir die Nettokapazität auf der einen Seite runtersetzen. Also bei der Konkurrenz und bei den meisten Herstellern ist es ja so, dass ca. 90% der Batterien oder der Nettokapazität genutzt wird. Wenn es bei uns in den Betrieb kommt, dann setzen wir das auf ca. 70% runter. Dadurch haben wir natürlich ein bisschen Verluste von der Kapazität, aber das können wir durch den günstigeren Einkaufspreis wieder ausgleichen. Zudem, du hast es gerade erwähnt, Philipp, der mit Acure ein Startup aufgebaut hat oder ein Unternehmen aufgebaut hat, die Algorithmen verwenden, um die genaue Lebensdauer der Batterien noch zu verlängern und mit denen arbeiten wir auch zusammen.

  11. Frederik Bennemann:

    Von daher fahren wir so ein bisschen und können dadurch ein bisschen, wenn außerdem... Ja, vielleicht kann man dann noch hinzufügen, dass ja die Batterien aus den elektrifizierten Fahrzeugen ja immer mehr oder immer stärker in Richtung hohen Leistungen optimiert werden, also Stichwort schnell laden beispielsweise. Und diese C-Raten, die sehen wir eigentlich nicht in Second-Life-Anwendungen, also diese hohen Belastungen für Batterien, indem man natürlich, wenn er Restriktionen an Volumengewicht hat, können wir geringere C-Raten in der Heimspeicheranwendung erreichen und dadurch ist es auch nochmal ein schonenderer Betrieb für die Batterien, welche eigentlich natürlich für diese hohen Leistungen gebaut wurden.

  12. Roman Alberti:

    Und der letzte Punkt ist noch, dass wir vor allem im ersten Jahr nur Fahrzeuge unter 50.000 Kilometer Laufleistung benutzen. Das ist natürlich jetzt kein, man kann das gut als Anlaufpunkt nehmen, die 50.000 Kilometer. Man kann aber natürlich nicht sagen, wie ist die Batterie im Zustand nach 50.000 Kilometern, weil da spielt ja viel mehr rein, Temperatur. C-Rate zum Beispiel, wie viel Schnellladung erfolgt ist. Deshalb haben wir noch einen eigenen Batterietest, den wir vorschalten und wir benutzen, wir gehen runter auf Modulebene, auf Batteriemodulebene, was dazu führt, dass wir einzelne Module quasi identifizieren können und die austauschen können, sodass wir nur die guten Batteriemodule benutzen, die von den Fahrzeugen kommen.

  13. Sebastian:

    Okay, leuchtet ein und ja, allein die Tatsache, ich sage mal das, wo es jeder Laie in Anführungsstrichen schon greifen kann, so wie Frederik ja auch nochmal unterstrichen hat, die Batterien in den Fahrzeugen sind auf Schnellladen hoher, schneller, starre Belastung ausgelegt. Im Heimspeicher ist das nicht der Fall. Leuchtet dann schon ein, dass alleine dadurch die Lebensdauer eben verlängert werden kann. Jetzt für mich noch die Frage, gebrauchte Batterien, euch ist aber relativ egal, ob das jetzt beispielsweise aus einem BMW i3, einem Jaguar I-Pace oder einem Audi e-tron kommt, ihr nehmt ja erstmal alles sozusagen oder habt ihr da bestimmte Fahrzeuge im Blickpunkt oder welche Anforderungen müssen so die Batterien für euch erfüllen, wenn ihr die übernehmt?

  14. Roman Alberti:

    Genau, das ist natürlich relativ softwarelastig auch und auch von der Zertifizierung ist das aufwendig, neue Batteriemodelle reinzunehmen. Deshalb haben wir uns jetzt erstmal auf den Tesla Model S und auf den BMW i3 fokussiert. Also zurzeit ist es möglich, die beiden einzubinden. In Zukunft wollen wir es aber auch so handhaben, dass wir alle weiteren Fahrzeugbatterien einbinden können. Aber gerade für die Gewerbespeicher, die wir jetzt produzieren, ist es so, dass wir auf die beiden Modelle zurückgreifen.

  15. Frederik Bennemann:

    Was man vielleicht noch dazu sagen kann, ist, dass das Batterie-Management-System, welches wir einsetzen und entwickelt haben, grundsätzlich dafür ausgelegt ist, später auch andere Batterien dann einzubinden.

  16. Sebastian:

    Klar, aber ist ja an sich erstmal sinnvoll, so wie ihr sagt, da auch auf... Fahrzeuge zu gehen, von denen es natürlich mehrere am Markt gibt auch oder auch gebraucht Fahrzeuge sozusagen, wo die Batterien ja auch ersetzt werden können oder ausgetauscht werden müssen dann, wo er dementsprechend auch dann schon ein bisschen Nachschub dann auch hat, bringt er jetzt sich nichts da auf den Taycan sozusagen zu spezialisieren, der jetzt erst ein Jahr am Markt ist und wo er wahrscheinlich erstmal vier, fünf Jahre warten muss, bis er da an Batterien rankommt.

  17. Frederik Bennemann:

    Ja, am Markt sehen wir halt gerade, wie du schon gesagt hattest, vor allem viele BMW 3-Batterien verfügbar, Model S, also Elektroautos, die älter sind, die dann auch unbedingt nicht immer zehn Jahre schon genutzt wurden, weil viele Pioniere der Elektromobilität, die sich die ersten Elektroautos gekauft haben, jetzt schon umsteigen auf eine zweite oder die dritte Generation der Elektroautos, die gerade auf den Markt kommt, weil einfach so viele Entwicklungsschritte in den letzten Jahren passiert sind. Weswegen wir jetzt auch die Möglichkeit haben, Batterien zu kriegen, die noch gar nicht so alt sind.

  18. Sebastian:

    Okay. Jetzt hat Roman auch schon in dem Gespräch das öfter gesagt, hier Privat, Gewerbespeicher, Heimspeicher. Wo ist denn eure Zielgruppe jetzt? Sind es denn die Heimspeicher, die daheim den Speicher an die Photovoltaikanlage anschließen oder geht ihr mehr auf diesen Gewerbefaktor? Also wo positioniert ihr euch da oder seid ihr da noch relativ offen von der Positionierung?

  19. Roman Alberti:

    Genau, das geben wir jetzt folgendermaßen an. In diesem Jahr werden wir die ersten Projekte mit unseren Gewerbespeichern machen. Was verstehen wir unter Gewerbespeicher? Das ist ein relativ undefinierter Begriff, aber wir verstehen Speicher zwischen 30 und 300 Kilowattstunden. Das sieht dann bei uns so aus, das wird in einen Case, der in Richtung Schrank geht, eingebaut. Dann werden die verschiedenen Module da reingeschoben und somit können wir den Schrank bis auf 300 Kilowattstunden aufrüsten. Der Privatspeicher, also der Heimspeicher, mit dem halten wir uns erstmal zurück und wollen wir Mitte, Anfang 2022 auf den Markt bringen. Deshalb ist es zurzeit so, dass wir nach Gewerbespeicher auch nach Projekten suchen. Also wenn jemand Interesse hat auf den Gewerbespeicher, sind wir derzeit dafür offen. Von daher geht es erstmal mit dem Gewerbespeicher und dann weiter mit dem Heimspeicher.

  20. Sebastian:

    Okay, bei den Gewerbespeichen hast du jetzt gesagt 30 bis 300 Kilowatt Energiespeicher sozusagen, wo ihr zur Verfügung stellen könnt in einem Case. Habt ihr auch schon so eine Zielvorgabe oder Zielrichtung, die ihr anstrebt für die Privatspeicher? Da wird man sich ja nicht an der Obergrenze bewegen, aber wird bestimmt auch je nach Einsatzzweck doch die 30 Kilowattstunden auch anstreben oder was habt ihr da so angedacht?

  21. Roman Alberti:

    Genau, da wollen wir eine 10-Kilowattstunden-Variante rausbringen. Und das wollen wir erstmal als Standard machen. Und dann wollen wir gucken, okay, wie sieht es aus, jetzt vor allem mit den EEG-Ausläufern jetzt noch dazukommen. Die haben ja meistens relativ kleine Anlagen, weil vor 20 Jahren noch etwas kleinere Anlagen gebaut worden sind. Für die lohnt sich meistens eher ein 5-Kilowattstunden-Speicher. Von daher müssen wir gucken, ob wir dann auch noch einen 5-Kilowattstunden-Speicher auf den Markt bringen und noch vielleicht einen 20-Kilowattstunden-Speicher. kommt die 10 Kilowattstunden-Variante, weil wir denken, das passt für die meisten Leute.

  22. Sebastian:

    Da habe ich jetzt schon zwei Nummern zu groß gedacht, damit in 30 Kilowattstunden, kann es aber auch noch nicht so selbst einschätzen. Da keine Photovoltaikanlage oder ähnliches im Einsatz. Thema Kosten. Jetzt habt ihr vorhin auch mit angebracht zum Einstieg, ihr verwendet Second-Life-Batterien für eure Speicher. Sprich, die müssen nicht extra für euch gefertigt werden, die Batterien, sondern ihr verwendet, was schon da ist, nutzt das dafür, könnt dafür auch ein wenig günstiger Markt anbieten. Könnt ihr das mal einordnen im Vergleich zu einem Wettbewerber, der beispielsweise seine Batterien eben noch gezielt zukauft? Oder wo geht da generell die Reise jetzt hin für den Gewerbe- bzw. Privatbereich? Könnt ihr dazu was sagen?

  23. Frederik Bennemann:

    Ja, also grundsätzlich haben wir jetzt gemerkt im Markt und auch im Wettbewerbsvergleich, dass wir in der Lage sind, den Speicher ungefähr um 50% günstiger anzubieten, wenn wir gebrauchte Batterien nutzen. Also das kann man schon alleine... Wenn ich jetzt mit meinem Elektroauto einen neuen Speicher brauche, zur Werkstatt fahre und ihn austauschen will, dann muss ich als Kunde mit ungefähr 10.000 Euro rechnen, wenn wir jetzt beispielsweise vom i3 reden. Das Ganze ist im Markt, wenn wir die einkaufen, so wie wir es gerade machen, über irgendwelche Webseiten, da sind wir ungefähr bei 4.000 bis 5.000 Euro.

  24. Sebastian:

    wo ihr es mit zukauft dann. Also wo ihr diese Module zukauft.

  25. Frederik Bennemann:

    Ja, also den ganzen... gerade von einem kompletten Speicher. Wir bauen den Speicher dann logischerweise auseinander, können die Peripherie des Aluminiumgehäuses des Speichers noch weiterverwerten, aber nicht in unseren Heimspeichern. Und die Module nutzen wir dann, kaufen, indem wir noch Wechselrichter, Sicherheitsschränke etc. zukaufen und haben so dann den Heimspeicher.

  26. Sebastian:

    Okay. Hört sich auf jeden Fall interessant an, wie man dann von so einer Autobatterie, sage ich mal, zu so einem Heimspeicher kommt, der dann da im Schrank steht. Jetzt dann, wie gesagt, 2021 erst mal im Gewerbebereich eher. Ihr habt gesagt, oder Roman hatte gesagt, ihr habt da schon Projekte oder sucht jetzt auch aktuell noch Projekte. Wie ist denn da der Stand? Gibt es da schon die Nachfrage am Markt? Habt ihr die auch schon spüren können oder ist das ein Thema, was immer mehr aufkommt? Wie nehmt ihr das jetzt aktuell gerade wahr?

  27. Roman Alberti:

    Also dadurch, dass wir jetzt ein bisschen Medienpräsenz in der letzten Zeit hatten, hatten wir noch keinen Vertrieb oder kein Marketing gemacht, aber die Leute kamen allein durch die Artikel relativ stark auf uns zu, sodass wir mittlerweile für den Heimspeicherbereich circa 30, 40 Vorbestellungen haben. Und bei dem Gewerbemarkt ist es so, dass wir anpeilen, 20 Großprojekte, oder was heißt Großprojekte, aber Projekte zu machen dieses Jahr. Und die sind quasi bald auch, haben wir die 20 voll. Dann müssen wir gucken, wie wir es dann weitermachen und wir dann sagen, okay, unsere Supply Chain gibt noch mehr her. Wir können das ein bisschen weiter hochfahren. Aber das ist so die Größenordnung, wo wir uns gerade bewegen. Und ja, das sieht zurzeit auch ganz gut aus.

  28. Frederik Bennemann:

    Zum Beispiel eine Kundengruppe, wo wir jetzt hohes initiales Interesse immer wieder erfahren haben, sind Ökobauern, für die das auch eigentlich ein perfekter Anwendungscase ist, so ein Heimspeicher. Zum einen können sie einen ökologischen Betrieb mit einer ökologischen oder mit einer autarken Stromversorgung, nicht autark, aber dezentralen Stromversorgung betreiben. Und zum anderen hat zum Beispiel ein Milchbauer einen Energiebedarf von 200.000 Kilowattstunden im Jahr. Und dort ist es einfach ein guter Anwendungsfall, einen Heimspeicher von uns einzusetzen, weil er dann nicht nur seinen Eigenverbrauch erhöhen kann, sondern auch eine Lastspitzenkappung betreiben kann und so seine Stromkosten weiter reduzieren kann.

  29. Roman Alberti:

    Genau, da kann man sagen, bei Eigenverbrauchserhöhung lohnt sich ein Speicher ja nach circa acht Jahren. Und wenn man dann noch eine Lastspitzenkappung dazunehmen kann, dann wird ein Speicher sehr interessant. Und das natürlich hauptsächlich bei Gewerbetreibenden. Da hat Frello schon gesagt, zum Beispiel Ökobauern, aber auch zum Beispiel Bäckereien, für die ist das sehr gut geeignet. Wenn man die beiden Sachen kombinieren kann, dann geht die Amortisationszeit sehr stark runter bis zu drei Jahren.

  30. Frederik Bennemann:

    Vielleicht muss man noch in dem Zusammenhang einmal kurz erklären, was man unter Lastspitzenkappung versteht. Grundsätzlich bei energieintensiven Betrieben oder Industrien setzt sich der Strompreis zusammen aus dem Arbeitspreis, also die Energie, die man im Jahr verbraucht, und noch dem Leistungspreis. Das ist ein Aufschlag für die maximale Leistung, die man im Jahr bezogen hat. Und durch den Heimspeicher ist man in der Lage, diese maximale Leistung zu verringern, also die maximal aus dem Netz bezogene Leistung und kann so dann den zweiten Teil des Stromentgeltes reduzieren.

  31. Sebastian:

    Leuchtet ein, dass man dann auch so einen Weg verfolgt und gerade wenn du sagst, man bringt diesen Return on Investment auf bis zu drei Jahre runter, ist das ja auch ein überschaubarer Investitionszeitraum und ab dann wird ja richtig Geld damit verdient sozusagen, egal ob wir jetzt vom Ökobau oder vom Bäcker dann eben reden, die da eure Heimspeicher einsetzen. Und das mit den 20 Projekten leuchtet ja auch ein, so wie du gesagt hast. Also das Problem ist gar nicht, ich sage mal, der Aufbau der Heimspeicher dann oder die an den Markt zu bringen. Die Nachfrage scheint ja auch da zu sein. Das ist dann wohl eher tatsächlich der Nachschub der gebrauchten Batteriemodule oder Batterien, wenn ich das richtig verstanden habe.

  32. Frederik Bennemann:

    Ja, teilweise. Wobei man auch sagen muss, gerade ist dieser Markt, das ist nur eine Nische, wir sind gerade der einzige Heimspeicherhersteller, der gebrauchte Elektrobatterien in ein Stromnetz integrieren kann. weswegen wir dort jetzt den Vorteil haben, uns schon ein Netzwerk aufbauen zu können, was auch unsere Supply Chain angeht, wie ich gerade schon erwähnt hatte, mit den Montagebetrieben oder anderen Startups, die in die Richtung gehen wollen und deswegen, wir hoffen, auch noch in ein, zwei, drei Jahren diesen Vorsprung zu haben, einfach ein gutes Netzwerk zu haben, um so dann auch wachsen zu können.

  33. Sebastian:

    Leuchtet ein. Und ja, da habt ihr jetzt tatsächlich den Vorteil auf eurer Seite, dass ihr da First to Market seid oder erst am Markt quasi, um sich das zu erschließen, das Netzwerk zu stärken und aufzubauen. Und wenn eure Lieferanten dann natürlich merken, okay, das funktioniert mit den Jungs, dann machen die das hoffentlich auch weiter mit euch in Zukunft. Ist es bei euren Kunden auch ein Thema bisher, dieser Aspekt Nachhaltigkeit oder ist es dann doch eher das Kostenthema, das da zum Tragen kommt, wo sich positiv auswirkt oder eine Mischung aus beiden?

  34. Roman Alberti:

    Ja, ich denke, das ist eine Mischung aus beiden. Also uns sind schon, wenn wir Telefonate mit den Kunden führen, merkt man schon, das sind eine bestimmte Art von Personen, die Leute, die innovativ sind, die Leute, die aufgeschlossen gegenüber Neuen sind und das fällt ja zur Zeit häufig da noch mit rein, Nachhaltigkeit gut finden. Von daher ist das, würde ich fast sagen, die Nachhaltigkeit auf Platz 1 und dann die Kosten auf Platz 2. Ein bisschen unterscheiden würde ich dann noch bei dem Gewerbemarkt. Bei dem Gewerbemarkt ist es eindeutig mehr auf der Richtung Kostenseite, sodass man erst guckt, okay, wann lohnt sich der Speicher? Können wir das investieren? Wie sieht die Amortisationszeit aus? Und wenn das passt, dann sagt man, okay, das ist auch noch gut für unser Marketing. Da würde ich sagen, ist das ein bisschen umgekehrt, aber dieser Nachhaltigkeitsaspekt ist natürlich groß und den wollen wir natürlich auch groß schreiben. Das ist ja auch das, wofür wir quasi auch einstehen mit unserem Unternehmen.

  35. Frederik Bennemann:

    wobei wir uns auch im Klaren sind, wenn wir wachsen wollen, wird der Nachhaltigkeitsaspekt alleine nicht reichen. Jetzt in der ersten Phase finden wir wahrscheinlich noch genug begeisterte Kunden, um unsere ersten Projekte durchzuführen, aber wenn dann mal die erste Welle ihre Speicher hat, dann brauchen wir natürlich auch eine positive Amortisation für unseren Kunden, wenn wir in den größeren Markt gehen wollen.

  36. Sebastian:

    Klar, ich denke, das ist wie mit den E-Autos an sich, wo die damals auf den Markt gekommen sind. Da hast du auch deine Fans gehabt, deine Menschen, die zur Nachhaltigkeit schon einen besonderen Bezug hatten sozusagen und die damit gestartet sind. Heutzutage ist aber auch eher dann natürlich der Preis das Thema, wo dann schon mehr darauf geachtet wird. Weil natürlich kann sich nicht jeder dann E-Auto leisten, gerade wenn wir dann von den höherpreisigeren Modellen sprechen. reden. Von daher denke ich, ist es schon wichtig, so wie ihr das ja auch macht, dann eben beide Pfade zu verfolgen. Auf der einen Seite Nachhaltigkeit zu gewährleisten, der Umwelt was Gutes zu tun und zum anderen natürlich auch attraktive Preise am Markt dann eben anzubieten. Jetzt habt ihr vorhin schon gesagt, Vertrieb an sich musstet ihr aktiv bisher nicht machen, aber ihr macht euch ja bestimmt Gedanken darüber, wie in Zukunft jetzt, ich sage mal 2022, 2023, 2024 euer Vertrieb ausschauen soll. Gibt es da schon einen Ausblick drauf, was ihr euch vorstellt oder lasst ihr das jetzt erstmal alles auf euch zukommen und geht erstmal die aktuellen Projekte an?

  37. Roman Alberti:

    Ja, bei dem Gewerbespeichermarkt wollen wir das erstmal so weiterführen und da werden wir auch erstmal jetzt die Schritte so gehen, wie sie kommen. Also es werden jetzt erstmal die Kunden bedient, die wir jetzt haben und dann aber weiter, dann haben wir uns natürlich schon Gedanken zum Vertrieb gemacht. Vor allem am Heimspeicher sieht das natürlich dann ein bisschen anders aus. Wie installieren wir die dann? Das werden wir dann wahrscheinlich über externe Elektriker machen. Da haben wir auch in verschiedenen Zeitungsartikeln so ein bisschen zu aufgerufen. Wenn jemand Interesse hat als Elektriker, da haben wir mittlerweile auch schon fünf, sechs Elektriker in Deutschland, die das dann einbauen würden. Und so wollen wir das auch eigentlich weitermachen, dass es bei uns gebündelt ist, dass man über die Webseite bestellen kann. und dass dann die Elektriker das einbauen können. Aber auf der anderen Seite wollen wir natürlich auch nicht dem verschlossen sein, dass Elektriker oder PV-Installateure unseren Speicher weiterempfehlen und dass dadurch auch noch ein paar mehr Absatzzahlen erreicht werden können. Aber Da müssen wir mal gucken, welche Schiene wir im Letzten endlich fahren. Ich denke mal, das wird eine Mischung zwischen beiden sein. Zumal, muss man sagen, beim Heimspeichermarkt der Markt sehr umkämpft ist. Das ist beim Gewerbespeichermarkt noch nicht der Fall. Da sortieren sich gerade die Blätter so ein bisschen neu. Aber beim Heimspeichermarkt haben viele Elektriker oder PV-Installateure ihren favorisierten Hersteller. Da gibt es schon große Hersteller, die da auch gut ihre Position verteidigen. Von daher müssen wir mal gucken, wie das aussieht dann. Aber bei dem Gewerbespeichermarkt sind die Karten noch neu gemischt. Von daher werden wir da erstmal gucken, wie wir uns da positionieren können.

  38. Sebastian:

    Okay, aber gerade um da nochmal nachzuhaken, jetzt im Privatspeicherbereich oder erstmal so, Gewerbe leuchtet ein, dass ihr euch da neu aufstellen könnt, dass ihr da mit reinkommt, auch gerade über den Kostenfaktor. Jetzt sagst du natürlich zu Recht, im Privatbereich gibt es ja schon Anbieter, die jetzt zwar nicht Second-Life-Batterien einsetzen, sondern eben eigens gefertigte Batterien. Aber auch dort wollt ihr ja mit einem gewissen Preisvorteil starten, wenn ich das mitbekommen habe. Oder sagt ihr, diese Preisersparnis an sich ist nur im Gewerbebereich möglich?

  39. Roman Alberti:

    Nein, wir sind auch im Home-Speicher-Bereich günstiger als die Konkurrenz, aber muss man sagen, da haben wir nicht so einen krassen Unterschied von den Preisen her. Das ist einfach aus dem Grund, dadurch, dass die Peripherie dann immer mehr Unterschied macht und wir natürlich von der Skalierung viel, viel geringere Stückzahlen verkaufen können. Und dadurch, nehmen wir mal BYD als Beispiel, wenn sie Tausende von Speichern verkaufen, haben die natürlich eine Lieferkette dahinter, können die Teile viel günstiger einkaufen. Deshalb sind das Gehäuse und der Wechselrichter günstiger für die Konkurrenz. Wir können dann nur mit der Batterie kommen und je größer die Batterie im Verhältnis zu den anderen Bauteilen wird, desto günstiger sind wir. Deshalb ist beim Heimspeicher der Faktor nicht so groß, aber wir sind da trotzdem noch günstiger als die Konkurrenz.

  40. Sebastian:

    Vielen Dank für die Erläuterung. Das leuchtet ja auch ein. Natürlich, wenn ich jetzt einen Großspeicher habe mit 30 bis 300 Kilowattstunden, ist ja der Anteil der Batteriemodule eben um Vielfaches höher als bei dem Privatspeicher, wo ihr vorhin gesagt habt, wo ihr jetzt erstmal mit den 10 Kilowattstunden anfangt. Von daher ist es ja durchaus nachvollziehbar, dass da dann der Ersparniseffekt nicht so ganz groß ist, aber zumindest bringt er eine gewisse Ersparnis mit rein. Auf jeden Fall den Nachhaltigkeitsfaktor, der aus meiner Sicht dennoch eine Rolle spielen wird. Gerade wenn man das Thema dann an E-Auto-Käufer sozusagen heranträgt, die ja dann meistens eben auch nicht ihr Auto nur fahren, weil es günstiger ist, sondern weil sie eben auch von dem Gesamtkonzept irgendwo überzeugt sind. Von daher glaube ich, dass ihr euch da schon ganz gut positioniert mit diesem Argument auch.

  41. Roman Alberti:

    Genau. Apropos E-Auto-Fahrer, da ist es auch so, dass wir da derzeit eine neue Strategie am Ausarbeiten sind, weil wir immer mehr Anfragen jetzt bekommen, dass von E-Auto-Besitzern das End-of-Life langsam erreicht ist von einem Fahrzeug und sich ein neues Fahrzeug kaufen wollen, ob wir nicht den Speicher umrüsten können. Und da wollen wir auch in Zukunft das auf jeden Fall anbieten, dass wir sagen, okay, Sie haben einen alten BMW i3, wollen daraus einen Batteriespeicher machen. Dann wollen wir die Batterie mit ankaufen, fertigen daraus einen Batteriespeicher. Der wird um einiges kostengünstiger sein als die, die wir normalerweise verkaufen, weil man natürlich aus einem Fahrzeug mehrere Batteriespeicher machen kann. Und dann können wir quasi dem Kunden einen günstigeren Speicher anbieten, können den Rest der Batterie für uns behalten und fertigen daraus wieder neue Batteriespeicher. Das ist ein Konzept, was wir jetzt in der nächsten Zeit machen. ausarbeiten wollen und dass wir dann auch 2022 mit dem Heimspeicher zusammen anbieten wollen.

  42. Sebastian:

    Win-Win-Situation für beide Seiten, das hört sich doch echt gut an.

  43. Roman Alberti:

    Genau, richtig.

  44. Sebastian:

    Ja, also von meiner Seite aus war es das dann. Erstmal vielen Dank für eure Einblicke und würde mich freuen, wenn wir uns dann spätestens 2022 nochmal hören, wenn ihr mit eurer Reise noch ein Stück weiter seid.

  45. Roman Alberti:

    Ja, gerne, hat Spaß gemacht.

  46. Sebastian:

    Vielen Dank. Das war also das Gespräch mit den beiden Jungs von Voltfang. Hat, denke ich, interessante Einblicke geliefert in den Second Life Einsatz von Elektroautobatterien, was man damit machen kann und wie sie eben ja nochmal mindestens zehn Jahre sozusagen weiterleben können, nachdem sie in einem E-Auto zum Einsatz gekommen sind. Wie gewohnt findest du in den Shownotes zur heutigen Folge wieder entsprechende Links, weiterführende Informationen und kannst da auch dann direkt mit Roman und oder Frederik in Kontakt treten, wenn du noch Fragen zu deren Heimspeicher von Voltfang hast. Dir auf jeden Fall vielen Dank fürs Zuhören, freue mich, wenn du nächste Woche wieder einschaltest. Mach's gut, bis dahin, ciao.