Dacia Spring setzt auf Preis, nicht auf Schnickschnack

Im Gespräch mit Dacia Marketing-Manager Frederik Monnet

In der neuesten Elektroauto-News.net Podcast-Episode, direkt aus den Velvet Studios in Troisdorf, widmen wir uns dem Dacia Spring, einem der führenden Elektroautos in Europa. Trotz der fehlenden Fahrmöglichkeit haben wir uns eingehend mit dem Fahrzeug beschäftigt, um erste Eindrücke zu sammeln und tiefere Einblicke von Marketing-Manager Frederik Monnet zu erhalten. Der Spring hat seit seiner Markteinführung beeindruckende Verkaufszahlen erreicht, insbesondere im letzten Jahr, und liegt jetzt in seiner aktualisierten Form vor.

Die neueste Version des Spring zeigt signifikante Verbesserungen: Das Modell ist jetzt attraktiver, digitaler und komfortabler, mit vier Elektrovarianten zur Auswahl und Preisen, die deutlich unter 20.000 Euro beginnen. Trotz der gestrichenen Umweltprämie bleibt der Spring ein erschwingliches Elektroauto. Neue Features wie ein überarbeitetes Interieur, erweiterte Multimedia- und Sicherheitssysteme, sowie optionale Schnellladefähigkeit verstärken seine Attraktivität weiter.

Hör dir den Podcast an, um mehr über den strategischen Ansatz von Dacia zu erfahren, insbesondere wie sie den Markt mit einfachen, essenziellen Optionen und attraktiven Finanzierungsbedingungen ansprechen.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute eingeschaltet hast, wenn es mal wieder eine neue Folge von unserem Podcast gibt. In der aktuellen Folge widme ich mich dem neuen Dacia Spring, schaue mir den genauer an und habe mich über diesen mit Frederik Monnet von Dacia unterhalten. Wir haben drauf geblickt auf die Historie des Fahrzeugs, was sich eben jetzt aktuell daran verändert hat und wohin die Reise gehen wird, beziehungsweise was man erwartet von dem, ja ich sag mal, kompakten im doch sehr günstigen Bereich für ein Eheauto, deutlich unterhalb der 20.000-Euro-Grenze. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Frederik. Viel Spaß damit. Servus Frederik, vielen Dank, dass du heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über den neuen Dacia Spring unterhalten, den ihr jetzt in 2024 neu auflegt. Bevor wir da in das Gespräch einsteigen, stell dich doch gerne mal unseren ZuhörerInnen vor.

  3. Frederik Monet:

    Ja, das mache ich sehr gerne. Mein Name ist Frederik Monet und ich verantworte den Bereich Produktmarketing für Dacia in Deutschland.

  4. Sebastian:

    Dacia Spring ist ja ein wichtiges Fahrzeug für euch und das sieht man ja auch an den Absatzzahlen. Vielleicht magst du das, bevor wir auf das aktuelle Modell eingehen, die Absatzzahlen mal ein Stück weit einordnen, was hat er bisher vorzuweisen?

  5. Frederik Monet:

    Ja. Genau, also grundsätzlich haben wir bei Dacia eine Vier-Modell-Strategie. Das heißt, es gibt vier Modelle, die wir anbieten, mit denen wir erfolgreich sind. Und der Spring ist eine ganz entscheidende Säule dieser Vier-Modell-Strategie. Und im letzten Jahr konnten wir in Deutschland 13.000 Einheiten ganz grob anbieten. Das heißt verkaufen und gesamt in Europa waren das in dem Jahr etwa 61.000 und seit Einführung sind es sogar schon 140.000. Das heißt für uns ist der Spring ein ganz entscheidendes Modell in dieser vier Modellsäulen Strategie und sehr erfolgreich seit der Einführung.

  6. Sebastian:

    Der Spring jetzt in der aktuellen Modellvariante oder Modelljahr 2024 kommt in vier Varianten auf die Straße. Magst du dazu was ausführen, dass wir die ein Stück weit eingeordnet machen?

  7. Frederik Monet:

    Ja, gerne. Also wir hatten bisher den Spring tatsächlich in zwei Versionen angeboten. Gab es einmal im Einstieg als Essential mit einem 45 PS Motor und dann als Extreme mit 65 PS. Das hat sich jetzt geändert. Wir haben es ein bisschen erweitert. Es gibt jetzt noch ein mittleres Ausstattungsniveau. Das heißt Expression, das ist neu. Und für den Expression kannst du eben die 45 PS und die 65 PS zur Auswahl haben. Das heißt, in Summe haben wir jetzt vier Versionen zur Auswahl und vorher waren das zwei.

  8. Sebastian:

    Und ihr habt ja nicht nur die Versionenanzahl erweitert sozusagen, sondern seid im gleichen Zug vom Preis her deutlich runtergegangen. Wo seid ihr da im alten Modelljahr gestartet und wo steht ihr aktuell?

  9. Frederik Monet:

    Genau, also das ist tatsächlich etwas, was uns sehr freut. Du musst dir das so vorstellen, der Spring bisher, also ich nenne jetzt mal den alten Spring, der hat bei 22.750 Euro gestartet. Allerdings zu einer Zeit, zu der es noch ganz viel Förderung gab. Also es gab eine Elektroförderung, die hat sich über die Jahre zwar so ein bisschen verändert, aber grundsätzlich hat die das Auto unterm Strich, wenn du es jetzt gekauft hast, also für Kundinnen und Kunden, ganz grob so um die 10.000 Euro günstiger gemacht. Also dieser Listenpreis, den es da gab, diese 22.750, die hat ja niemand bezahlt wegen der Förderung, an der sich natürlich Dacia als Hersteller auch beteiligen musste. So und jetzt mit dem neuen Spring gibt es ein neues Pricing, wir haben ein groß überarbeitetes Produkt, da ist eine Menge neue Ausstattung hinzugekommen. Und wir starten jetzt bei 16.900 Euro und gehen hoch bis 19.900 Euro in der höchsten Ausstattung, das wäre der Xtreme 65. Das heißt, die Listenpreise sind erstmal gesunken, das ist super, allerdings die Transaktionspreise sind natürlich ein anderes Thema, weil wir haben ja eben seit dem 17. Dezember 2023 keine Elektroförderung mehr in Deutschland. Ja, schön, wir konnten die Listenpreise senken, da sind wir stolz drauf. Gleichzeitig ist es aber natürlich trotzdem so, dass das Auto in der Transaktion, also dem Preis, den unsere Kundinnen und Kunden letztlich zahlen, ein bisschen teurer geworden ist. Aber wir glauben, dass es eben durch das Mehr an Ausstattung, das neue Design, mehr als gerechtfertigt ist.

  10. Sebastian:

    Du sagst es ja jetzt eben schon, ihr bringt mehr Package mit rein, ihr bietet eine bessere Ausstattung. Schlussendlich für das Fahrzeug geht trotzdem deutlich im Preis dann im Listenpreis runter. Wie geht das? Habt ihr vorher zu viel Marge drauf gehabt oder?

  11. Frederik Monet:

    Ne, also so einfach kann man das nicht sehen. Ich meine, du weißt es sicherlich auch, wenn Elektrohersteller jetzt derart viel Marge auf ihre Fahrzeuge verdienen würden, dann hätten wir nicht die Situation, die wir gerade sehen. Elektromobilität ist am Ende immer noch in den Kinderschuhen. Das muss man ganz klar sagen. Gerade in Deutschland sieht man das jetzt mit dem Wegfall der Förderung. Und Förderung ist natürlich ja auch das Stichwort. Also eben, wie ich vorhin schon erklärt habe, der Transaktionspreis, also das, was Kundinnen und Kunden letztlich für das Fahrzeug bezahlen, der ist ja sogar gestiegen. Also deshalb ist das... Eine Frage, die grundsätzlich schwer zu beantworten ist, weil ich sehe ja, wie die Produktionskosten sich entwickeln von so einem Fahrzeug. Und dementsprechend muss man das so beantworten, dass es mit der Elektroförderung zu tun hat.

  12. Sebastian:

    Du hast ja gesagt, im Endeffekt, ihr habt das jetzt verbessert. Magst du dazu mal ein paar Fakten nennen?

  13. Frederik Monet:

    Kann ich gerne machen, ist so ein bisschen Marketing-Sprech, aber grundsätzlich kann ich das in so einem Dreiklang erzählen. Es gibt den neuen Spring, den wir attraktiver, digitaler und komfortabler gemacht haben und zu den drei Sachen kann ich dir ein bisschen was erklären. Also attraktiver ist relativ gut zu sehen, ein bisschen blöd für einen Podcast, aber grundsätzlich... Attraktiver bedeutet für uns, wir haben jetzt das komplett erneuerte Markendesign, die neue Front, die wir auch vom neuen Duster kennen. Das heißt, der Spring hat deutlich mehr Selbstbewusstsein in der Erscheinung. Wir haben größere Räder bis zu 15 Zoll, das waren bisher nur 14. Wir haben wirklich jede Ansicht des Fahrzeugs vorne, hinten an der Seite ist überarbeitet worden, ist ein bisschen geschärft worden. Und gibt dem Spring so einen schönen neuen Look. Sehr attraktiv, wie ich finde. Auch im Innenraum ist viel gemacht worden. Wir sehen sehr stark diese Y-Elemente, die wir mit dem neuen Duster jetzt eingeführt haben. Im Innenraum zum Beispiel in den Lüftungsdüsen, außen im Tagfahrlicht. Sodass der Spring jetzt einen sehr hohen Wiedererkennungswert hat und sich wunderbar in unsere Dacia-Modellpalette einordnet. Das war das Attraktive. Dann habe ich gesagt, das ist digitaler geworden. Das merkt man, sobald die Tür aufgeht. Wir haben ein 7-Zoll-Tacho-Display in Farbe, was für alle Versionen verfügbar ist. Wir haben ein neues Infotainment-System, das nennt sich Median of Life. Das besteht aus einem System, was ein 10,1-Zoll-Touchscreen-Bildschirm hat. Und du hast integrierte Navigation. Integriert bedeutet, dass du Live-Verkehrsdaten hast. Bedeutet also, das hat eine Online-Konnektivität, ich kann es also auch mit der App, die wir anbieten, also mit der MyDutcher-App kann ich es auch verbinden, kann Ziele dorthin schicken, kann Ladevorgänge überwachen und so weiter. Das heißt, diese ganze Integration in die App-Landschaft ist verbessert worden und deshalb für uns ganz klar, der Spring ist digitaler geworden. Als letzter Punkt, Komfort, komfortabler geworden. Der Spring war schon immer ein Modell, was auf relativ wenig Raum sehr viel, andersrum, was auf relativ geringe Abmessung sehr viel Raum geboten hat. Und dieses Asset wurde jetzt beim neuen Spring nochmal verstärkt. Wir haben einen Kofferraum, der größer geworden ist. 308 Liter sind das aktuell. Das sind 18 mehr als beim Vorgänger. Und du kannst gerne mal gucken, wie sich der Spring damit so im Segment umfällt oder vielleicht auch in einem Segment höher schlägt. Und wir stellen fest, das ist ein sehr großer Kofferraum für dieses Segment. Also der Spring bietet da wirklich sehr viel Stauraum, auch im Innenraum. Wir haben über 32 Liter Stauvolumen im Innenraum, auch das ist nochmal mehr als beim Vorgänger. Und da kann man immer geteilter Meinung zu sein, ich bin jetzt nicht so der super Frank-Fanboy, aber ich weiß, ganz viele sind es und der Spring bietet jetzt eben auch einen Frank. Kannst du dir einfach als Zubehör kaufen, baut dir deinen Dacia-Händler dann ein und dann hast du vorne unter der Motorhaube nochmal 35 Liter Stauvolumen. Und das ist natürlich komfortabel, wenn man Platz hat und alle Dinge verstauen kann. Dazu kommen natürlich Elemente wie Sicherheitsfeatures, die jetzt neu im Spring enthalten sind. Das heißt, die neueste Generation Fahrassistenzsysteme sind im Spring enthalten. Das ist zum Beispiel Notbremsassistent mit Fußgänger- und Fahrraderkennung. Du hast einen Müdigkeitswarner, du hast eine Einparkhilfe hinten serienmäßig und du hast einen Spurhalteassistent, der dich also in der Spur hält, falls du die versehentlich verlassen solltest.

  14. Sebastian:

    Jetzt hast du eben schon gesagt, du hast es angesprochen, das Thema Frank ist tatsächlich immer so, da gibt es gefällt oder gefällt nicht, da gibt es nur die zwei Lager. Warum ist denn optional erhältlich?

  15. Frederik Monet:

    Du meinst, warum er nicht Serie am Werk ist? Ich meine, das ist eine gute Frage, aber grundsätzlich müssen wir uns natürlich immer entscheiden, was kommt alles in das Auto rein. Du weißt, wir haben bei Dacia dieses Prinzip, dass wir eigentlich nur das in die Autos packen wollen, was essentiell ist, also was notwendig ist. Und was dann darüber hinausgeht, damit tun wir uns ein bisschen schwer. Das hat vor allem den Hintergrund, dass wir dem Design-to-Cost-Prinzip folgen. Das klingt jetzt etwas sperrig, bedeutet aber eigentlich nur das, was ich vorher schon gesagt habe, ein bisschen anders ausgedrückt, nämlich schon bei der Entwicklung und Konstruktion der Fahrzeuge überlegt man sich, die Varianz, die man reinbaut, also die Vielfalt an Optionen, an Ausstattungsvarianten, möglichst gering zu halten, damit du eben nicht unzählige Varianten auch vorhalten musst. Du hast quasi nicht, ich sage jetzt mal, 2000 mögliche Kombinationsmöglichkeiten bei einem Fahrzeug, die alle auch in entsprechenden Teilen, Lackierungsfarben und so weiter, also Lackierung, vorgehalten werden müssen, sondern wir haben das Produktangebot so weit reduziert, dass es aus unserer Sicht eine optimale Marktabdeckung ermöglicht, aber gleichzeitig eben unsere Produktionskosten reduziert, weil das ist das, was wir am Ende nutzen können, um so attraktive Listenpreise zu machen.

  16. Sebastian:

    Und dem Design-to-Cost-Ansatz sozusagen ist ja dann auch wahrscheinlich die Ladeleistung zulasten gefallen. Da habt ihr jetzt ja auch nichts optimiert. Ihr habt jetzt viel Sicherheit, Digitalisierung aussehen sozusagen gemacht, aber an der Ladeleistung wurde nichts geändert. Was ist da, also was bringt da serienmäßig mit, was sind die Upgrade-Möglichkeiten?

  17. Frederik Monet:

    Genau, also du kannst den Spring grundsätzlich, also den neuen Spring, wie bisher auch, auf drei verschiedene Varianten laden. Du kannst ihn ganz einfach zu Hause an der Wallbox oder an der öffentlichen Ladesäule laden. Das ist der Standardanschluss, der kommt immer mit. Und dann kannst du optional entweder einen Schuko-Stecker, also normale Haushaltskabel, das, was du an die Steckdose machst, das kannst du dazu bestellen. Oder aber den CCS-Schnelllader, damit kannst du dann 30 kW schnell laden. Das heißt, das sind die drei Lademöglichkeiten. Uns ist bewusst, dass das im Vergleich mit anderen Elektrofahrzeugen natürlich eine etwas eingeschränkte Auswahl ist, die den Fokus auch gar nicht so sehr auf Schnellladen hat. Aber der Grund ist relativ einfach. Wir wissen ja, wie unsere Kundinnen und Kunden den Spring nutzen. Und die fahren im Schnitt, man hat das untersucht, wir haben ja einige verkauft, ich habe es vorhin gesagt, 140.000 seit Einführung. Das heißt, wir wissen auch ganz gut, wie werden die Fahrzeuge eigentlich genutzt. Und wenn wir uns diese Daten anschauen, dann können wir sehen, unsere Kundinnen und Kunden fahren im Schnitt 37 Kilometer an Tagen, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind. Das verteilt auf vier Fahrten. Das heißt, weniger als 10 Kilometer bist du unterwegs mit deinem Spring pro Strecke. Und das ist natürlich super entspannt zu machen mit dem kleinen Akku, 26,8 Kilowattstunden und mit der dadurch vorhandenen Reichweite. Das sind jetzt beim neuen Spring bis zu 228 oder 230 Kilometer kombiniert. Innerstädtisch sogar ein bisschen mehr. Das heißt, das Auto genügt vollkommen, ja, übererfüllt eigentlich sogar die Bedürfnisse unserer Kundschaft. Und dementsprechend war für uns wenig Bedarf, etwas zu erweitern, neu zu entwickeln, weil, das hast du richtig gesagt, das kommt ja auch immer mit einem Price Tag.

  18. Sebastian:

    Aber verschließt ihr euch damit nicht einer, ich sag mal, erweiterten Zielgruppe, wenn man sagen würde, okay, wir öffnen uns da auch mit mehr Ladegeschwindigkeit beispielsweise oder den CCS-Anschluss ab Werk dann?

  19. Frederik Monet:

    Ja, also die Idee ab Werk, ähm, Ja, grundsätzlich kann man sich sowas vorstellen, aber auch da ist wieder die Frage, braucht das wirklich jeder? Also ich komme dann gerne zurück auf diesen Ansatz, dass wir Fahrzeuge bauen, die essentiell sind. Du kannst es ja haben, wenn du der Meinung bist, ich brauche CCS. Ich persönlich zum Beispiel würde es nehmen, ganz klar. Übrigens 60, 70 Prozent unserer Kundinnen und Kunden beim Spring haben es bisher auch gewählt. Aber es ist ja trotzdem eine Sache, die, gegeben das durchschnittliche Nutzungsprofil, einfach nur bei wenigen Gelegenheiten wirklich relevant ist. Also ich kann auch verstehen, wenn jemand das nicht wählt und zu deiner Frage eingangs, ob wir uns dem versperren, überlebt. Sicherlich nicht, um Gottes Willen, aber für den Spring, jetzt so wie er hier steht, auch in der überarbeiteten Generation, steht das erstmal nicht auf dem Zettel. Nein, eben weil das natürlich mit Entwicklungskosten einhergeht und, du hast es gesagt, ja, wir könnten vielleicht neue Kundschaft ansprechen, aber wir würden vielleicht auch bestehende Kundschaft verlieren, die eben den Spring gerade deshalb kaufen, weil er so ein Gesamtpaket ist, was... günstig positioniert ist, attraktiv bepreist, aber eben alle Bedürfnisse erfüllt. Wenn ich ein Element in das Auto entwickeln lasse, was die Bedürfnisse der Kunden übersteigt, sie es aber trotzdem bezahlen müssen, ist das noch essentiell.

  20. Sebastian:

    Das heißt ja beim Umkehrschluss, wenn ich jetzt von dieser Einordnung von dir ausgehe, dass ihr wahrscheinlich jetzt, wenn wir die vier Varianten betrachten, die meisten Verkäufe im untersten Segment beim Essential dann auch verzeichnen werdet.

  21. Frederik Monet:

    Das ist das Spannende und das Schöne an der Marke Dacia. Es ist eben dieses Preis-Leistungs-Verhältnis. Und das bedeutet, dass unsere Kundinnen und Kunden, die gehen ja mit einem Budget raus. Das heißt, die meisten Leute haben sich vorher einmal überlegt, wie viel Geld im Monat oder wie viel Geld, wenn ich jetzt Bar kaufen möchte, wie viel Geld habe ich jetzt gerade übrig für ein Auto, das meine Bedürfnisse an Mobilität erfüllt. Und innerhalb dieses Budgets Wenn dann jemand bei Dacia rauskommt, stellt er halt fest, okay, ach cool, mit diesem Budget muss ich ja gar nicht den Einstieg nehmen, sondern ich kann mir ein bisschen was gönnen. Ich kann die mittlere Ausstattungsvariante nehmen, ich kann vielleicht sogar das höchste Ausstattungsniveau nehmen und ein paar Optionen. Und ich bin immer noch in meinem Budget. Genau dieses Verhalten können wir beobachten. Das heißt, nur um dir das mal so als Einordnung zu geben, beim aktuellen Spring haben wir zum Beispiel etwa 90 Prozent der Fahrzeuge in der höchsten Ausstattungsvariante verkauft als Extreme mit 65 PS. Was ich super spannend finde, weil eben diese 65 PS, die gab es ja bei Einführung gar nicht. Und der Spring hat sich trotzdem gut verkauft. Also die Leute nehmen einfach das, was verfügbar ist, gleichen das ab mit ihren Bedürfnissen, mit ihrem Budget. Und das ist der entscheidende Punkt hier und stellen fest, okay, ich kann quasi auch wirklich ganz oben ins Regal greifen, kann mir in Anführungszeichen ein bisschen was gönnen. Dacia ist jetzt ja nicht die Marke, die dafür steht, dass man sich außergewöhnlich viel gönnt. Aber eben für herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, dafür stehen wir und das sehen wir eben auch, wenn die Kundinnen und Kunden sich dann halt auch entscheiden innerhalb der Modellpalette.

  22. Sebastian:

    Haben bisher ungefähr den CCS-Stecker noch mit dazugewählt. Das würde ja auch mit dazukommen. Dann sind wir irgendwo roundabout, wenn ich es noch richtig im Kopf habe, bei 21.500 Euro für einen voll, voll ausgestatteten Dacia Spring. Neue Variante. Jetzt haben wir Marktbegleiter auf der Straße unterwegs. Citroen EC3, mit dem man sich ja messen muss oder der Markt euch zumindest mit misst sozusagen, der jetzt preislich in seiner Einstiegsvariante ein Stück weit noch weg ist von euch, warum kommen Käufer dann trotzdem zu euch und nehmen den Dacia Spring und legen nicht dann noch, wenn sich das in einem ähnlichen Budgetrahmen bewegt, noch die 1.000, 1.500 Euro drauf, um dann eben mehr Reichweite, mehr Ladeleistung und so weiter zu wählen?

  23. Frederik Monet:

    Spannende Frage, die wir uns tatsächlich quasi auch jeden Tag stellen. ist auch gar nicht so leicht zu beantworten. Also ganz transparent. Ich meine, bisher hat der Spring ja relativ gut seine Kundschaft gefunden. Und ich wüsste jetzt aktuell nicht genau, was dagegen spricht, dass das in Zukunft auch so ist. Allerdings, klar, das Wettbewerbsumfeld wird intensiver. Es gibt ja nicht nur das Modell, was du gerade angesprochen hast, sondern da kommen auch noch mehr. Das ist uns natürlich alles bewusst. Aber in Summe, in der Summe seiner Eigenschaften, ist der Spring immer noch ein ziemlich einzigartiges Angebot im Markt. Du hast jetzt gerade zum Beispiel den Einstieg von einem anderen Modell mit unserer höchsten Ausstattungsvariante verglichen und das alles über das Thema Lademöglichkeiten dann verknüpft. Und klar, Lademöglichkeiten sind beim Spring ein Thema, aber nicht das einzige. Und ich hatte ja schon erklärt, grundsätzlich die Möglichkeiten, die der Spring bietet zu laden, sind für die Use Cases, die unsere Kundschaft in der Regel eigentlich hat, völlig ausreichend. Natürlich steht es jedem frei, sich anders zu entscheiden und zu sagen, okay, cool, ich nehme ein Auto, was vielleicht mit 100 kW laden kann und 400 Kilometer Reichweite hat oder eine 40 Kilowattstunden Batterie hat, das können die alle machen, das machen die ja heute auch schon, ja. Aber das kommt dann halt mit einem anderen Pricetag wiederum und das muss jeder für sich selbst entscheiden. Bisher haben viele Leute festgestellt, okay, für mich hier in meiner Situation ist der Spring das beste Angebot, was ich auf dem Markt finde und wir sind aktuell mit dem Pricing, was wir haben, also mit den Preisen, die wir jetzt gemacht haben für den neuen Spring und mit dem Angebot, was er insgesamt darstellt mit seinen Eigenschaften, der Meinung, dass wir auch in Zukunft mit dem Modell erfolgreich sein werden.

  24. Sebastian:

    Das glaube ich auch, aber schlussendlich ist es eben so, dass Preis-Leistung miteinander verglichen wird und das äußert sich natürlich zum einen jetzt Reichweite, Ladegeschwindigkeit, zum anderen auch Komfort, Sicherheit, Digitalisierung, was du ja mit als Pluspunkte ausgeführt hast. Was ist, oder neben dem reinen Verkauf sozusagen der Fahrzeuge, habt ihr Abo-Modell, Finanzierung, Leasing im Angebot, wo man sagen kann, mit einer besonders attraktiven Leasingrate, weil ja günstiger, niedriger Einstiegspreis sozusagen, kann man auch nochmal Masse erschließen?

  25. Frederik Monet:

    Es gibt, also klar, grundsätzlich, es gibt ein paar Aspekte, die uns natürlich unterstützen in der Behauptung oder in der Idee, dass wir auch weiterhin mit dem Spring erfolgreich sein werden. Und zwar, wie du weißt, gibt es bei Dacia keine Rabatte. Das heißt, wenn du jetzt zu einem Dacia-Händler gehst, dann sagt er dir, das Auto kostet zu viel. Wenn du zum nächsten im Nachbardorf oder in der Nachbarstadt gehst, dann wird er dir den gleichen Preis sagen. Das heißt, alle Händler machen den gleichen Preis. Und das wiederum hat den Vorteil, dass die Restwerte sehr stabil sind und sehr hoch. Konkret für den Spring ist das auch so, also für den neuen Spring, wir haben sehr, sehr gute Restwerte, die sich natürlich übersetzen in sehr gute Raten für Finanzierung und Leasing, weil es ist klar, der Restwert definiert ja, wie viel eben... Also umgekehrt, wie viel Wert verliert das Auto in der Zeit und wie viel von diesem Wert muss ich eigentlich durch Finanzierung, jetzt im Fall von einer Drei-Wege-Finanzierung oder bei Leasing eigentlich bezahlen. Das ist das eine, was wir haben, die eine Säule, hohe Restwerte, bedingt durch diese Kein-Rabatt-Strategie. Und die andere Säule, die wir haben, ist eine, wir nennen das Verkaufsförderung, also Verkaufsförderung. Gibt es vielleicht einen Satz Winterreifen dazu? Gibt es attraktive Zinsen? Ja, diese Aspekte. Und aktuell gibt es den Spring zum Beispiel ab 0% Zinsen.

  26. Sebastian:

    Vielen Dank für die Eindrücke, Frederik. Weitere Details gibt es dann im Artikel zum Podcast dazu. Und dann bin ich mal gespannt, wenn wir das nächste Mal zusammensitzen, wie gut er sich denn tatsächlich verkauft hat, der neue Spring. Danke für deine Zeit.

  27. Frederik Monet:

    Sehr gerne.

  28. Sebastian:

    Spannende Folge, die wir jetzt hier hatten und auch einige Einblicke, die wir mitnehmen konnten vom neuen Dacia Spring. Im Artikel zu Podcast, wie in meinen Show Notes verlinkt, findest du noch einige Fotos von dem neuen kompakten E-Auto und kannst da auch noch ein paar visuelle Eindrücke mitnehmen, zusätzlich zur aktuellen Folge. Ich freue mich, wenn du am Sonntag wieder einschaltest, wenn dann die reguläre Podcast-Folge am Start ist. Das war jetzt einfach nur so ein Zwischenschmankerl in der Woche. Mach's gut, bis dahin, ciao.