mme_electric über das Reisen mit E-Auto und Wohnwagen

Im Gespräch mit mme_electric

In der aktuellen Podcast-Folge hatte ich die Freude, mit Marie, besser bekannt als madame electric in den sozialen Medien, zu sprechen. Marie ist eine der bekanntesten Stimmen in der E-Mobilitäts-Community und teilt seit über drei Jahren ihre Erlebnisse auf Instagram, YouTube und LinkedIn. Besonders bekannt ist sie durch das ADAC-Format „Unter Strom“, wo sie regelmäßig über Elektroautos berichtet. In unserem Gespräch ging es um ein besonderes Abenteuer, das Marie letztes Jahr gewagt hat: eine Langstreckenreise mit einem Elektroauto und einem Wohnwagen.

Marie erzählte, dass sie sich für diese Reise in ein „Abenteuer mit dem E-Auto und Wohnwagen gestürzt“ hat. Ihr Ziel war es, herauszufinden, ob diese Kombination alltagstauglich ist. Dabei entschied sie sich für den Knaus Yaseo 340PX, ein speziell für Elektroautos konzipierter, leichter und aerodynamischer Wohnwagen, und den Kia EV6 als Zugfahrzeug. Ihre Wahl fiel auf den Kia EV6, weil dieser „einen Allradantrieb und eine gute Ladeleistung“ bietet – ideal für die Höhenmeter, die sie auf der Fahrt über den Brenner erwarteten.

Sie beschrieb die Herausforderungen des Reisens mit einem Gespann sehr anschaulich. Besonders beim Laden stieß sie auf Herausforderungen: „Am Brenner war es knifflig, weil die Ladesäulen im Parkhaus waren und ich mit dem Wohnwagen nicht hineinpasste. Da blieb mir nichts anderes übrig, als abzukoppeln.“ Sie erzählte weiter, wie sie von hilfsbereiten Motorradfahrern unterstützt wurde, die halfen, den Wohnwagen abzuschieben, damit sie rückwärts an die Ladesäule fahren konnte. „Das war zwar stressig, aber am Ende hatten wir eine tolle Begegnung. Die Motorradfahrer fuhren privat auch elektrisch – damit hatte ich gar nicht gerechnet. E-Mobilität verbindet wirklich.“

Neben den Herausforderungen hob sie aber vor allem die positiven Erfahrungen hervor. Besonders begeistert war sie von der Möglichkeit, den Wohnwagen über das Elektroauto mit Strom zu versorgen. Der Knaus Yaseo 340PX ist „komplett gasfrei, was bedeutet, dass man den Platz, den sonst eine Gasflasche einnimmt, anderweitig nutzen kann.“ Diese Autarkie bietet Reisenden mehr Flexibilität. Sie erklärte, dass sie den Kia EV6 auch dafür nutzte, um den Wohnwagen mit Strom zu versorgen, während sie auf Campingplätzen stand. „Wir haben es ausprobiert und es hat wunderbar funktioniert. Man kann Klimaanlage, Herd und Kühlschrank problemlos betreiben.“

Ihre Reise führte sie über den Brenner bis zum Gardasee, und obwohl das Reisen mit dem Wohnwagen und E-Auto mehr Zeit in Anspruch nimmt, blieb Marie entspannt. Sie sagte: „Natürlich dauert die Fahrt länger, wenn man regelmäßig laden muss, aber für mich gehört das zum Urlaub dazu. Der Weg ist das Ziel.“ Trotz der längeren Ladepausen war sie begeistert von der Kombination aus E-Auto und Wohnwagen. Sie betonte aber, dass diese Art des Reisens nicht für jeden etwas sei: „Man muss bereit sein, mehr Zeit für die An- und Abreise einzuplanen. Für mich ist das okay, aber ich weiß, dass nicht jeder so viel Geduld hat.“

Ein weiterer spannender Punkt im Gespräch war die Möglichkeit, das Elektroauto als Energiequelle für den Wohnwagen zu nutzen, um komplett autark zu campen. „Der Knaus Yaseo 340PX ist dafür vorbereitet, über die Bordbatterie des Autos mit Strom versorgt zu werden. So kann man auch mal abseits von Campingplätzen stehen und trotzdem den Komfort des Wohnwagens genießen.“ Zum Schluss des Gesprächs gab Marie einen Ausblick auf ihre kommenden Pläne. Für ihre nächste Reise plant sie, mit einem größeren Wohnwagen und möglicherweise einem anderen Zugfahrzeug, wie dem Audi Q6 e-tron, unterwegs zu sein. „Ich möchte das noch einmal ausprobieren, diesmal mit einem größeren Gespann, und bin gespannt, wie sich das dann verhält.“ Nun aber genug der Vorworte, lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen!

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News-Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. In der ersten Podcast-Folge des Jahres habe ich Marie, besser bekannt als madame electric, in den sozialen Medien zu Gast und wir haben uns über das Thema Reisen mit dem E-Auto unterhalten. Allerdings nicht mit dem E-Auto alleine, was fairerweise mittlerweile keine Herausforderung mehr darstellt, sondern die Kombi aus Elektroauto und Wohnwagen. Dass das glückt oder dass das funktionieren kann, hat sie uns aufgezeigt. Und da tauchen wir doch einfach zusammen ein und erfahren mehr darüber. Viel Spaß mit der aktuellen Folge. Hallo Marie, oder sollen wir madame electric sagen? Wir unterhalten uns heute ein Stück weit über das Thema E-Mobilität, E-Mobilität beim Reisen. Und da wollen wir natürlich einiges von dir erfahren. Du konntest da jetzt dieses oder vergangenes Jahr einiges an Erfahrungen sammeln. Bevor wir da allerdings einsteigen, stell dich gerne mal vor und erkläre unseren ZuhörerInnen gerne mal, was mit dem Namen madame electric auf sich hat.

  3. Marie:

    Ja, hi erstmal und schön, dass ich bei deinem Podcast zu Gast sein darf. Freut mich sehr. Ist tatsächlich auch mein allererster Podcast, wo ich bin, also Premiere heute. Ja, ich bin Marie, besser bekannt unter Madame Electric in den sozialen Medien. Also ich habe vor drei Jahren, über drei Jahren mit Instagram angefangen. und habe dort einfach mal die Reise der E-Mobilität und die Neuigkeiten und die Fahrzeuge angefangen darüber zu berichten in Video- und Fotoform und bin mittlerweile auch auf LinkedIn vertreten. Man kennt mich vom YouTube-Format unter Strom mit dem ADAC auf dem Kanal und fahre selbst elektrisch seit vielen, vielen Jahren, habe da Spaß dran und erzähle Viel zu Modellen, die es gibt, aber auch zu allem Wissenswertes, was es so in dem Bereich gibt und freue mich natürlich immer, wenn meine Inhalte auch gut ankommen, auf Begeisterung stoßen und man auch mit der Community dann im Austausch sein kann.

  4. Sebastian:

    Das hat man ja auch manchmal dann, dass es in der Community vielleicht noch nicht so gut ankommt oder auch ein Stück weit reibt, aber du machst gerade wichtige Grundlagenarbeit, also so könnte man es bezeichnen, gerade mit dem ADAC zusammen, wo dann eben auch so, ich sag mal, Mythen aufgedeckt wird, wo ein Stück weit an der Basis gearbeitet wird, das ist doch sehr wertvoll und eine schöne Zusammenarbeit und wie du eben schon ausgeführt hast, du fährst selbst elektrisch und warst im vergangenen Jahr auch elektrisch mit dem E-Auto unterwegs, aber eben nicht nur mit dem E-Auto, sondern es war auch noch ein Wohnwagen hintendran. Vielleicht holst du uns da mal ein Stück weit ab, bevor wir uns dann eben auch darüber unterhalten, wie das Reisen mit einem Wohnwagen an einem E-Auto überhaupt ist.

  5. Marie:

    Genau, absolut. Also ich habe mich in das Abenteuer gestürzt, mit Elektroauto und Wohnwagen in einen Urlaub zu fahren. Und habe mir nämlich gedacht, ja, mit Elektroauto Langstrecke, das habe ich schon des Öfteren gemacht. Also mich schockt da so schnell eigentlich nichts mehr. Das Krasseste, was ich mal gemacht hatte, waren über 1000 Kilometer an einem Tag. Und ich glaube, das ist so der Beweis dafür, dass es natürlich funktioniert. Und natürlich gibt es immer mal wieder den einen oder anderen Bug. Also auch ich hatte es schon. Ich stand an der Ladesäule und die Karte funktionierte nicht oder die Verbindung war beim ersten Mal nicht da. Das ist alles normal. Aber auch darüber reden wir halt in unserem ADAC-Format. Also wer es noch nicht kennt, gerne mal reinhören und reinschauen. Aber genau, ich habe mir dann für letztes Jahr mal... die Idee gehabt, mit Elektroauto und Wohnwagen Langstrecke zu fahren und hatte mich da für den KNAUS Jaseo entschieden. KNAUS ist, glaube ich, auch vielen ein Begriff, wenn man jetzt so im Campingbereich unterwegs ist. Und die haben einen Wohnwagen rausgebracht letztes Jahr, betitelt mit der Wohnwagen für die Elektromobilität. Der ist praktisch etwas leichter gebaut, aerodynamischer gebaut, sodass man dann mit einem Elektroauto auch gewisse Reichweitenvorteile hat. Und ich habe einfach mal ausprobiert, wie das so funktioniert hat.

  6. Sebastian:

    Zu dem Bootwagen, so wie du es ja auch ausgeführt hast, brauchst du natürlich auch noch das Zugpferd sozusagen vorne dran. Vielleicht magst du auch dazu ein paar Worte verlieren, was eben in der Kombi unterwegs war, was du zu dem Knausia Zero eben noch mit an den Start gebracht hast, damit du auf Reise gehen konntest.

  7. Marie:

    Also ich habe natürlich überlegt, was wäre ein gutes Zugfahrzeug? Ich fahre privat einen Fiat 500e, also der war auf jeden Fall schon mal raus. Das heißt, ich brauche auf jeden Fall einen mit Anhängelast. Im letzten Jahr oder auch aktuell gibt es ja, ich würde sagen, eine überschaubare Anzahl an Modellen. Ich bin aber froh, dass da immer mehr jetzt auf den Markt kommen und hatte mich dann für den Kia EV6 entschieden mit Allradantrieb. Weil ich gedacht habe, wenn ich ja mit Gespann unterwegs bin, der Brenner ist jetzt auch nicht ohne, was die Höhenmeter angeht, brauche ich da auf jeden Fall einen Allradantrieb. Und der Kia EV6 hat natürlich auch eine gute Ladeleistung. Also wenn ich lade, möchte ich auch dann schnell weiterfahren. Gerade weil du mit Gespann ja dann auch langsamer fährst, als wenn du jetzt mit dem Auto alleine unterwegs bist. Und ich fand, das Auto hat einfach alles Wichtige mitgebracht, was man jetzt so für diesen Trip gebraucht hat. Und bin auch im Nachgang gespannt. immer noch sehr positiv angetan davon und es hat wunderbar funktioniert in der Konstellation.

  8. Sebastian:

    Das ist ja schon mal schön zu hören, weil wenn man jetzt an Wohnwegen denkt, die vor allem auch elektrisch gezogen werden, kommen mir gleich wieder diese Bilder von dem klassischen E-SUV vorne dran und dann denke ich eher an einen Kia EV9 anstatt einen Kia EV6, der das Ganze zieht. Aber es ist ja schön zu sehen, dass es in Anführungsstrichen auch mit dem kleinen Bruder oder der kleinen Schwester sozusagen aus dem Hause dort funktioniert. Das heißt, du bist vorher den Kia EV6 auch schon alleine mal gefahren und dann auch mit dem Wohnwagen zusammen, um da eben auch so einen Blick auf die Reichweite, auf den Energieverbrauch zu haben. Kannst du uns da ein Stück mit reinnehmen, wie sich das entwickelt hat, ob du dann eben nur deine 100 Kilometer weit kommst, übertrieben gesagt, jetzt hier mit dem Wohnwagen oder ob da auch tatsächlich Langstrecke oder längere Strecken drin sind?

  9. Marie:

    Genau, also die Reise war in zwei Teile gesplittet. Ich wohne ja in der Region Hannover und habe mir den Wohnwagen, den ja SEO, dann praktisch bei KNAUS im Werk abgeholt. Und KNAUS sitzt in der Nähe von Passau in Jandelsbrunn. Das heißt, die erste Etappe war erstmal nur mit dem Kia EV6 alleine, was natürlich super war, um da Vergleichswerte dann während der Fahrt herauszufinden. Das heißt, ich bin dann von Hannover nach Jandelsbrunn gefahren. Das waren so knapp 700 Kilometer. Und habe da auf jeden Fall die Erfahrung gemacht, Ladeleistung über 200 kW, super. Die hat er sich auch relativ konstant gezogen. Ich gehöre aber auch zu denjenigen, die wirklich dann das Auto auf 10 bis maximal 20 Prozent SOC runterfahren. Und je nachdem, wie viel SOC halt drin ist, desto schneller lädt er dann halt auch. Aber ich bin da tatsächlich mit Richtgeschwindigkeit ungefähr so um die 300, 350 Kilometer schon gekommen. Also es War schon eine relativ entspannte Fahrt nach Jandelsbrunn, muss ich sagen. Und ja, als der Wohnwagen dann dran war, bin ich erstmal von Jandelsbrunn an den Chiemsee gefahren. Das war so eine gute Stunde ungefähr weg, weil ich erstmal gucken wollte, okay... Ich bin noch nie mit einem Gespann gefahren. Ich muss mich erstmal eingrooven und an die Gegebenheiten so ein bisschen gewöhnen und auch anpassen. Und ja, hatte mir dann einen Campingplatz am Chiemsee rausgesucht und konnte so erstmal ein bisschen, zwar über Autobahn und über die Landstraße schauen, wie sich das Ganze so verhält. Ich habe aber schon gemerkt, sobald der Wohnwagen angekoppelt war, das Auto registriert hatte, okay, ich ziehe jetzt eine Last hinter mir her. hat sich die Reichweitenanzeige im Display auf jeden Fall schon mal halbiert. Und dann war natürlich das Spannende für mich, so während der Fahrt zu beobachten, okay, wie schnell geht das jetzt weiter runter? Wie ist das mit der Rekuperation? Wie verhält sich das Ganze? Wie zuverlässig ist dann noch diese Anzeige? Und ich muss sagen, dass diese Stunde für mich sehr aufregend war. Schon, ja.

  10. Sebastian:

    Wie ist es denn mit der Rekuperation, um dein Beispiel da mal aufzuzeigen? Funktioniert das dann tatsächlich auch noch, wenn ich Gespann hinten dran habe? Oder sagst du dann lieber ausschalten komplett und segeln?

  11. Marie:

    Also ich habe es tatsächlich angelassen. Ich habe das Fahrzeug unverändert gelassen, weil ich, wie gesagt, erstmal in diesem Zustand dann ausprobieren wollte, wie es funktioniert hat. Und natürlich ist es so mit einem Gespann, also wenn du rekuperierst, dann wird das Auto ja erstmal langsamer, dann hast du noch den Anhänger hinten dran. Und ich habe halt manchmal auch einfach das Bremspedal eher genutzt, weil ich natürlich mit Gespann auch aufpassen muss, wie ist der Bremsweg. Also da muss man sich auch erstmal so einfinden, okay, beim Auto ohne Gespann weiß man, wie viel Rekuperation habe ich, damit ich vielleicht stehen bleibe oder wie lang der Bremsweg dann sozusagen ist. Aber ich habe da dann doch eher auf das Bremspedal gesetzt, um mich da auch so ein bisschen mit einzugucken. Aber es funktioniert.

  12. Sebastian:

    Das ist ja schon mal schön. Und dann ist ja deine Reise auch noch weitergegangen. Also sprich, du hast ja nicht nur diese Stunde da mit dem Gespann zurückgelegt, sondern ja auch einen kompletten Urlaub sozusagen. Magst du uns dann mal auf den weiteren Strecken verlaufend ein Stück weit mitnehmen, was dann die Erfahrungen waren nach der ersten Stunde, wo du dich eben eingegroovt hattest?

  13. Marie:

    Bin dann am nächsten Tag vom Chiemsee an den Gardasee gefahren und hatte einen Campingplatz im Süden, also in Torboleri war da oben. Das waren dann ungefähr 400 Kilometer, komplett über den Brenner natürlich. Und ich habe natürlich dann auf die Laderoutenplanung vom Kia EV6 gesetzt, habe mir da so die Routen zusammengeschaut, habe aber vorher auch in der App geguckt, wie so die Gegebenheiten an den Ladesäulen selber sind, weil mit Gespann, ich habe damit gerechnet, dass ich einmal abkoppeln muss tatsächlich auf der Strecke. Spoiler, musste ich tatsächlich auch. Ich erzähle auch gleich, warum das war. Aber ich bin dann erstmal ganz normal Richtung Süden weitergefahren, habe aber schon gemerkt, so mehr als 150, 180 Kilometer mit dem Gespann, dann wird es eng. Also ich habe da echt so ein bisschen Puffer immer auch eingebaut, gerade auch wegen den Höhenmetern. Und habe mich dann diese Strecke im 150-Kilometer-Takt lang gehangelt. Und es gab Ladepausen, die haben super funktioniert. Es gab auch bei Ladepausen, da habe ich eine Stunde gebraucht. Ja, das war dann so der Fall, wo wir dann... am Brenner angekommen waren. Viele von euch waren, glaube ich, auch schon da. Es gibt ja dann die Ionity-Ladesäulen, die in dem Parkhaus sind. Und dann gibt es ja noch die Shell-Tankstelle. Und auf dieser Shell-Tankstelle gibt es mittlerweile auch sechs Schnellladepunkte. Und ich hatte natürlich vorher in der Ionity-App geschaut und habe gesehen, oh, 18 Ladepunkte, das ist ja super. Da kann ich ja absolut unkompliziert laden und ranfahren. Habe dann aber beim Ankommen am Brenner gesehen, okay, die sind im Parkhaus. Also entweder habe ich jetzt die Möglichkeit, mit dem Gespann ins Parkhaus reinzufahren, war für mich keine Option aufgrund der Platzverhältnisse. Entweder habe ich jetzt die Möglichkeit abzukoppeln und den Wohnwagen auf einem Parkplatz abzustellen, dann ins Parkhaus zu fahren und zu laden oder ich schaue vorne bei der Shell einfach nochmal. Das habe ich dann auch gemacht, jedoch waren da alle Ladesäulen besetzt, weil natürlich... Beim Brenner, da kann man nicht Kaffee trinken, da kann man nicht in dem Einkaufszentrum bummeln. Ich glaube, die einen oder anderen haben das dann genutzt und sind da länger als eigentlich geplant an dieser Ladesäule stehen geblieben. Ich habe auch gesehen, dass einige schon bei 100 Prozent waren, also gar nicht mehr geladen haben. Und das ist natürlich total ärgerlich. Man muss auch bedenken, ich war im Mai unterwegs, also es war jetzt nicht Hauptreisezeit. Ich will nicht wissen, wie lange die Schlange gewesen wäre, wenn jetzt wirklich Juni, Juli, August gewesen wäre. Also es fand ich ein bisschen unglücklich. Da müssen sich, glaube ich, wir E-Mobilisten untereinander nochmal so ein bisschen erziehen, dass sowas nicht immer so toll ist, auch für andere E-Mobilisten. Deshalb habe ich da schon mal eine Viertelstunde verbracht, um zu warten, bis einer weggefahren ist. Und dann habe ich halt versucht, mit dem Gespann vorwärts an die Ladesäule ranzufahren, soweit wie es geht, in der Hoffnung, dass das Kabel lang genug ist, um beim Kia EV6 hinten an die Ladebuchse ranzukommen. Es haben 20 Zentimeter gefehlt, also hat das auch nicht funktioniert. Das heißt, weitere Minuten des Ausprobierens gingen ins Land. Und zuletzt habe ich mich dann dazu entschieden, gut, der Wohnwagen muss ab. Dann war diese Tankstelle natürlich auch noch ein bisschen abschüssig. Wir haben dann Hilfe bekommen von ganz, ganz netten Bikern. Die waren da gerade auch mit ihren Motorrädern unterwegs, die uns dann beim Schieben geholfen haben. Dann den Kia EV6 rückwärts an die Ladesäule ran. Dann haben die üblichen 20 Minuten Ladezeit begonnen, weil ich auch nicht immer bis 80 geladen habe, sondern eher bis 85, 90, um einfach Puffer zu haben. Und ich glaube, insgesamt mein Ladevorgang an dieser Tankstelle waren 45 Minuten.

  14. Sebastian:

    Diese E-Mobilität mal wieder, das mit der Ladeinfrastruktur funktioniert dann doch noch nicht, aber schön zu sehen, also das war jetzt ein bisschen überspitzt natürlich, das funktioniert schon, so wie du sagst, natürlich sind das Ausnahmesituationen hoffentlich und da müssten die E-AutofahrerInnen dann eben auch ein Stück weit mehr mitdenken. Auch an die anderen Reisenden sozusagen. Aber schön zu sehen, dass auch diese Biker dann sozusagen, wo man ja auch klassische Vorteile mit sich bringt und sagt, die haben wahrscheinlich Geist mit E-Mobilität am Hut, da so hilfsbereit sind. Das ist ja ein sehr positives Signal, was man da mitnehmen kann und was, glaube ich, dann nochmal eine ganz positive Stimmung in so einer Situation, wo man wahrscheinlich eh angespannt ist, mit auf den Weg gibt.

  15. Marie:

    Absolut. Also ich muss auch sagen, ich kam dann auch mit denen relativ schnell ins Gespräch, weil die mich auch gefragt hatten, hey, du fährst mit Elektroauto und Wohnwagen, wie ist denn das so? Und im Gespräch kam dann raus, dass die Hälfte von denen selbst privat elektrisch fährt und die fahren halt selbst. Motorrad oder Harley, weil es deren Hobby ist und haben da Spaß dran. Und wir haben uns echt lange, also eigentlich die gesamte Ladebauer über E-Mobilität unterhalten, wie gut das klappt, was die privat für ein Auto fahren und so. Also es ist genau, was du sagst. Hätte ich die gesehen, hätte ich niemals gedacht, dass die sich mit dem Thema beschäftigen. befasst haben, geschweige denn selbst elektrisch fahren. Aber das war so nett und so toll. Und ich mag auch dieses Miteinander, was man an den Ladesäulen oftmals vorfindet. Dieser Austausch untereinander. Ich finde das immer total toll. Und ich war echt wütend in der Situation, als ich angekommen bin. Aber die haben mich dann echt besänftigt. Und als ich weggefahren bin, war ich total beseelt und dachte mir so, was für nette Leute. Also wenn das jetzt nicht passiert wäre, hätte ich die ja niemals irgendwie im Gespräch so kennengelernt.

  16. Sebastian:

    Das ist doch schön zu sehen, dass man dann eben auch vor Augen geführt bekommt, E-Mobilität verbindet, auch über Klischees hinweg, wenn wir das mal so dastehen lassen. Dann seid ihr aber wieder mit fast vollem Akku weitergefahren sozusagen. Hat das dann ohne Probleme geklappt und bis zum nächsten? Also das wäre dann der Gardasee, den ihr angepeilt hattet.

  17. Marie:

    Das war sozusagen der längste und schlimmste Ladeaufenthalt, den wir auf der Hinfahrt dann hatten. Die anderen zwei Ladestops haben dann ohne Probleme geklappt. Wir mussten nicht mehr abkoppeln. Natürlich haben wir dann, wir sind in Triest nochmal. Nee, Trento war es, Entschuldigung, Trento, genau. Da ist auch eine Ionity. Ich glaube, acht Ladepunkte auch auf einer Tankstelle. Dort sind wir zuletzt nochmal angehalten, weil das sind so 80, 85 Kilometer vorm Ziel. Das ist ganz gut, um davor nochmal vollladen zu können oder aufladen zu können. Und da haben wir uns dann aber tatsächlich einmal quergestellt, weil es war nichts los. Und natürlich haben wir immer darauf geachtet, dass noch mindestens zwei, drei, vier Ladepunkte frei waren. Das war auch der Fall. Und während wir geladen haben, kam noch ein Fahrzeug raus. Ansonsten hätten wir da nämlich auch wieder abkoppeln müssen. Wir haben aber immer so nach dem Prinzip entschieden, okay, steht das jetzt irgendwie im Verhältnis zu dem Aufwand, der dahinter steckt und der Zeit, wenn halt nichts los ist, dann kann man das mal machen, ist aber natürlich nichts, um es auch wieder zu betonen, was in der Hauptreisezeit möglich wäre.

  18. Sebastian:

    Klar, und ihr hättet ja auch agieren können, hättet ja auch dann freimachen können oder wegfahren, wenn dann mehr los gewesen wäre. Jetzt seid ihr angekommen, da das Zwischenfazit oder schon mal ein Fazit voraus, ist entspanntes Reisen aus deiner Sicht mit einem Wohnwagen am E-Auto überhaupt möglich oder stresst das dann doch sehr, dass man eben nicht alle 300 bis 350 Kilometer einen Ladestopp einlegen muss sozusagen, sondern eben schon nach 150 bis 180, die du genannt hattest?

  19. Marie:

    Also ich muss schon sagen, es war schon eine Umstellung, weil man natürlich auch, wenn man jetzt in Google Maps zum Beispiel die Strecke eingibt, wurden uns vom Chiemsee nach Riva vier Stunden angezeigt. Und mit dem Laden und mit dem Ladestop, der jetzt etwas länger gedauert hat, haben wir tatsächlich sieben Stunden gebraucht. Das ist natürlich Zeit, die man sich nehmen möchte oder nehmen muss, wenn man mit so einem Gespann unterwegs ist. Gerade wenn man Urlaub hat, weiß ich nicht, ob jeder bereit ist, dazu so viel mehr Zeit in die An- und Abreise zu investieren oder doch lieber die Zeit schon am Urlaubsort wäre, um sie dort entspannt zu genießen. Dem muss man sich natürlich bewusst sein. Ich bin immer so diejenige, die sagt, der Weg ist das Ziel und man macht da tolle Erfahrungen. Aber ich kann nicht von mir auf andere schließen. Das ist einfach so. Man muss es, glaube ich, mal gemacht haben. Meine Eltern waren auch noch mit am Gardasee. Die haben dann praktisch auf uns dort gewartet und haben dann halt schon gesagt, für die wäre es dann, glaube ich, nichts gewesen, so lange unterwegs zu sein. Für die jedoch relativ kurze Strecke, sage ich jetzt mal. Ich würde sagen, man muss es ausprobieren. Es ist aber doch schon, wenn man andere Sachen gewohnt ist, eine Einschränkung, würde ich sagen, die man aber in Kauf nehmen kann, wenn man das macht.

  20. Sebastian:

    Und im Endeffekt machst du das ja auch nicht täglich, sondern das ist ja dann für diese gezielten Reisen und so wie du sagst, dann ist es einfach schon Teil der Reise, Teil des Urlaubs und eben nicht die beschwerliche An- oder Beschwerliche Abreise. Genau. Wenn wir dann das Thema Laden nochmal aufgreifen, weil ich glaube, der Kia EV6 ist ja auch in der Lage, bidirektional zu laden bzw. auch wieder Strom abzugeben. Ist das was, was in dem Konzept Wohnwagen, E-Auto auch funktioniert und von euch genutzt wurde, dass man das für Verbraucher dann ansetzt, um da eben auch einen Vorteil aus dem andersartigen Antrieb dann sozusagen zu ziehen?

  21. Marie:

    Man kann beim Kia EV6 einen Adapter mit dazu bekommen. Der dann für das Vehicle-to-Load oder die Vehicle-to-Load-Funktion ist. Und der Knausia SEO ist auch so konzipiert, dass er mit dem Strom aus dem elektrischen Zugfahrzeug versorgt werden kann. Bedeutet, der ist komplett gasfrei. Es gibt ihn auch mit Gasoptionen. Bedeutet aber, ich habe vorne in diesem Bugfach, was wir auch alle kennen, keine Gasflasche. Das heißt, diesen Platz kann ich anderweitig nutzen. Das finde ich einen riesen Vorteil, weil die Gasflasche, die ist unfassbar groß, also nimmt unfassbar viel Platz weg und die habe ich einfach nicht mehr mitschleppen müssen. Und dann funktionieren halt Klimaanlage, Herd und Kühlschrank komplett über Elektrik. Und entweder habe ich halt die Möglichkeit, ich bin auf einem Campingplatz oder einen Stellplatz und nutze dort den Stromtarif, den es dort gibt, mit der Tagespauschale. Oder ich habe halt mein Elektroauto mit an Bord, dann muss ich ja auch nicht zwingend auf einen Campingplatz fahren und kann den Strom aus meiner Bordbatterie beziehen und mit dem Wohnwagen dann praktisch so autark stehen. Man braucht dafür A, diesen Adapter und dann B, noch ein Kabel zum Wohnwagen, damit das mit dem Anschluss verbunden werden kann. Da wir jetzt aber auf dem Campingplatz waren, haben wir das zwischendurch mal ausprobiert gehabt, hatten aber im Preis eh den Strom inkludiert. Das heißt, wir haben dann meistens auch wieder auf diesen Strom vom Platz zurückgegriffen, weil wir natürlich auch das Elektroauto, ja, wir sind da natürlich auch mit rumgefahren. Wir brauchten auch die Reichweite irgendwie und wollten jetzt nicht jeden Tag nachladen, weil wir dann den Kühlschrank haben und die Klimaanlage. Und ja, es funktioniert aber und ich finde das eine tolle Lösung, weil man wirklich... Also wenn man, und ich meine, die Batterie vom Kia EV6 ist relativ groß, wenn man die größere Variante hat. Und da kann man, glaube ich, schon dann den einen oder anderen Tag auf jeden Fall nutzen. Ja, völlig frei, wo es eben dann geht stehen und sein Campingleben genießen.

  22. Sebastian:

    Das ist auch sehr schön, dass der Wohnwagenhersteller das dann auch eben schon konsequent mitdenkt und die Möglichkeit eröffnet. Da muss man ja auch erst mal als Hersteller von den Wohnwegen soweit sein und auch open-minded, dass man das eben mit einbezieht. Was mich natürlich auch noch interessieren würde, du hast eben gesagt, ihr wolltet ja auch vor Ort rumfahren. Das ist ja auch vollkommen verständlich. Bieten denn die Campingplätze oder die Anlaufstellen, die ihr angefahren seid, auch die Möglichkeit, das E-Auto vor Ort zu laden?

  23. Marie:

    Also der Campingplatz, wo wir waren, hatte tatsächlich keine Lademöglichkeit. Das finde ich momentan immer noch so ein bisschen schade, dass man das wirklich selten findet, wenn man jetzt in den Urlaub fährt, Campingplätze mit Wallboxen oder auch Hotels. Es wird mittlerweile mehr, aber natürlich ist das nicht bei jedem der Fall. Und ich habe immer noch so eine mobile Ladeeinheit dabei, die kann ich mit jedem Stecker verbinden und habe dann da die Möglichkeit, Strom zu laden. Und genau, die haben wir dann auch zwischendurch genutzt. Es gibt aber auch rund um den Gardasee natürlich auch Schnellladesäulen, die man nutzen kann. Affi, der Ladepark von Ionity zum Beispiel, aber natürlich auch in Riewa selbst am Hafen ist zum Beispiel auch eine Schnellladesäule.

  24. Sebastian:

    Dein Erlebnis, du hast es ja eben schon mal so zusammengefasst, hast schon mal ein Stück weit eingeordnet, die Reise, dass sie doch eine andere Art der Reise ist, aber es scheint dich ja nicht zu arg abgeschreckt zu haben, wie ich im Vorgespräch erfahren habe, weil dieses Jahr bist du ja nicht mehr mit dem kleinen Wohnwagen unterwegs, sondern es gibt ja anscheinend auch eine große Variante davon und da tretet dir nochmal eine Reise damit an. Magst du da vielleicht auch nochmal so einen Ausblick geben, was dich da erwartet oder was du geplant hast?

  25. Marie:

    Ja, gern. Also es gibt von dem Jahr SEO zwei Varianten. Ich war im letzten Jahr mit der kleinen Variante unterwegs. Das ist der 340px und es gibt noch die große Variante 500dk. Die unterscheiden sich einfach darin, dass sie länger sind, mehr Platz bieten und in dem größeren hat man auch noch einen zusätzlichen Schlafplatz, den man jetzt bei der kleinen Variante nicht hatte. Die war nämlich nur für zwei Personen. Und ich möchte in diesem Jahr auf jeden Fall nochmal eine Campingreise mit Wohnwagen und E-Auto machen. Mit anderem Zugfahrzeug. Ich liebe euch ja da gerade so ein bisschen mit dem Audi Cruzex e-tron. Mal schauen, ob das passt. Aber Kia EV9 ginge tatsächlich aber auch, weil ich einfach auch nochmal ein anderes Gespann ausprobieren möchte. Und natürlich, wenn der Wohnwagen größer ist, bin ich ehrlich, ist ja Kia EV6 dann glaube ich für so einen großen Wohnwagen auch nicht mehr unbedingt das richtige Zugfahrzeug. Und ja, mal gucken, wann es losgeht. Ich schaue gerade wieder so Frühjahr, also Mai ungefähr in dem Zeitraum und ja, auch mal schauen, wo es dann hingeht, weil nochmal Gardasee, die gleiche Route, weiß ich nicht, würde gerne nochmal was Neues ausprobieren. Und dann gibt es natürlich auch wieder wahrscheinlich ganz, ganz viel zu erzählen von dieser Route oder diesem Trip, den ich dann machen werde.

  26. Sebastian:

    Da hoffe ich doch dann, dass wir dich nochmal zum Gast haben im Nachhinein sozusagen, weil ich glaube, das war heute ein spannender Einblick, den wir von dir bekommen haben. Marie, wo man einfach auch sieht, Reisen mit dem E-Auto ist möglich, vor allem erstmal ohne Wohnwagen, aber selbst mit Wohnwagen mit geringen Einschränkungen kann man dann eben auch reisen. Vielen Dank für die Einblicke, vielen Dank für deine Zeit.

  27. Marie:

    Ja, vielen lieben Dank auch an dich. Hat mich sehr gefreut und wie gesagt, ja, vielleicht bis bald.

  28. Sebastian:

    Das war es dann auch schon wieder mit der ersten Folge aus dem Jahr 2025 zum Thema E-Mobilität hier im Elektroauto Newsbundet Podcast. Und das Thema Reisen wird uns dieses Jahr ja doch mehr oder weniger alle beschäftigen, gehe ich von aus oder hoffe ich für uns natürlich. Und hoffentlich natürlich auch mit dem E-Auto, dass es funktionieren kann. Das haben wir heute gelernt oder wussten es vielleicht auch schon vorher. Ich hoffe, dir hat die Folge ebenso gut gefallen wie mir. Wenn das der Fall ist, hinterlasse gerne positive Rückmeldungen auf dem Podcast, auf der Podcast Plattform deiner Wahl. Vielen Dank dafür und bis zur kommenden Folge. Mach's gut. Ciao.