Electrofy: Parship für Elektriker im Rahmen der Energiewende

Im Gespräch mit Ludwig Klatzka, CEO Electrofy

In unserer neuesten Podcast-Folge hatte ich das Vergnügen, mit Ludwig Klatzka, dem Geschäftsführer von Electrofy, zu sprechen. Electrofy ist ein Unternehmen, das Flottenbetreiber und Unternehmen mit Handwerker zusammenbringt, um die Elektromobilität und Energiewende voranzutreiben. Ludwig und sein Team haben es sich zur Aufgabe gemacht, den passenden Handwerker für jedes Projekt zu finden – ganz nach dem Motto "Parship für Elektriker".

Ludwig erklärte, dass Electrofy aus dem Zentralverband der deutschen Elektronik- und Informationstechnischen Handwerke hervorgegangen ist. Ihr Ziel ist es, Handwerksbetriebe zu digitalisieren und sie effizienter zu machen. Dabei legen sie einen starken Fokus auf Elektromobilität. Ein typischer Prozess beginnt oft im Autohaus oder über Energieberater, wo die Kunden (Flottenbetreiber) durch eine benutzerfreundliche Klickstrecke geführt werden, bei beispielsweise der Ausschreibung von Ladeinfrastruktur-Installation. Diese sammelt alle relevanten Informationen, um die passenden Handwerker zu finden.

Electrofy bietet eine innovative Lösung für ein bekanntes Problem: die Suche nach dem richtigen Handwerker. Mit einem Netzwerk von über 20.000 Elektrikern können sie Projekte jeder Größe und Komplexität bedienen. Handwerker geben im Onboarding-Prozess ihre Spezialisierungen, geografische Reichweite und Kapazitäten an. So wird sichergestellt, dass nur passende Handwerker für Projekte ausgewählt werden. Am Ende entscheidet der Kunde, welcher Handwerker den Auftrag erhält.

Damit hier idealerweise der richtige Handwerksbetrieb ausgewählt wird, unterzieht die Plattform die Betriebe einem Qualitätscheck. Kunden erhalten nicht nur Kostenschätzungen, sondern auch Bewertungen und Präqualifikationen der Handwerker. Dies schafft Vertrauen und sorgt dafür, dass Projekte in hoher Qualität umgesetzt werden.

Auf die Frage, wie ein doch eher nicht so stark digitalisierter Beruf wie der des Elektrikers mit Electrofy zusammenpasst, gab Ludwig zu verstehen, dass inbsesondere jüngere Unternehmer großes Interesse an effizienten, digitalen Prozessen zeigen. Diese daher gerne auf ein Angebot wie das der Plattform zurückgreifen. Ferner bietet Electrofy die Möglichkeit, Partner des Unternehmens zu werden und so direkt am Erfolg teilzuhaben.

In Zukunft ist geplant, nicht nur Ladeinfrastruktur, sondern auch andere Bereiche der Energiewende abzudecken. Dies umfasst Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Wärmepumpen. Ziel ist es, ein vollständiges energetisches System anzubieten, das perfekt aufeinander abgestimmt ist. Ludwig betonte, dass sie durch die Digitalisierung und Effizienzsteigerung einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels leisten. Ihr Service optimiert die Prozesse und steigert die Produktivität der Handwerksbetriebe.

Wer dazu, als auch zu den anderen Schwerpunkten mehr im Detail erfahren möchte, der sollte in die aktuelle Podcast-Folge hineinhören.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto News Bundet Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder eingeschaltet hast. In der aktuellen Folge habe ich Ludwig Klatzker zu Gast, Geschäftsführer hinter dem Portal Electrofy. Electrofy selbst bezeichnet sich als das Parship für Elektriker und will damit Elektriker mit Unternehmen bzw. Flottenbetreiber zusammenbringen und somit beiden Seiten helfen, ein Geschäft zu machen. Im konkreten Fall geht es darum, dass Unternehmen bzw. Flottenbetreiber über Electrofy spezialisierte Elektriker an die Hand bekommen, um Ladeinfrastruktur im eigenen Unternehmen oder im Umfeld des eigenen Unternehmens aufzubauen. Electrofy an sich geht hier in die Vorauswahl, Vorqualifikation der angemeldeten Handwerker und gibt eine erste Preisindikation vor und sorgt dann eben dafür, dass die richtigen beiden Seiten zusammenkommen. War ein sehr spannendes Gespräch für mich, da mal ein Stück weit einen anderen Blick auf die E-Mobilität bzw. Ladeinfrastruktur zu werfen. Und wenn man sich hat, du kannst auch das ein oder andere aus dem Gespräch mitnehmen. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Ludwig. Hi Ludwig, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über Electrofy unterhalten. Ein Unternehmen, was Flotten und Unternehmen mit Handwerkern unterschiedlicher Gewerke zusammenbringt, um die E-Mobilität als auch die Energiewende voranzutreiben. Stell dich doch unseren ZuhörerInnen mal gerne selbst vor und verliere mal ein paar erste Worte über Electrofy.

  3. Ludwig Klatzka:

    Hi Sebastian, vielen Dank schon mal für die Einladung und die Chance, Electrofy einmal vorstellen zu dürfen. Mein Name ist Ludwig, Geschäftsführer der MDA, die Electrofy betreibt. Wir sind eine Ausgründung aus dem Zentralverband der Deutschen Elektro-Informationstechnischen Handwerke und dürfen in klassischer Startup-Manier eine Digitalisierung unserer Handwerksbetriebe nach vorne bringen. Wir haben einen sehr starken Fokus im Bereich der Elektromobilität Und wollen eben jetzt den Kunden mit den Handwerkern viel effizienter zusammenbekommen. Und bei uns ist schon in den internen Kreisen immer mal wieder gesagt worden, wir machen so das Parship für die Elektriker. Wir suchen das passende Angebot für den passenden Elektriker. Weil ich glaube, jeder von uns, der schon mal einen Handwerker gesucht hat, vielleicht eine gewisse Frustration erleben durfte. Sei es, weil der Handwerker gesagt hat, du sei mir nicht böse, aber ich mache nur Businesskunden oder ich mache nur Endkunden. Das Projekt ist zu groß, das Projekt ist zu klein und das sind all die Themen, die wir eben mit Electrofy einmal abfangen wollen, dass der passende Flottenbetreiber, der passende Kunde seinen passenden Handwerker findet.

  4. Sebastian:

    Das hört sich doch sehr spannend an, muss ich sagen, das Parship der Handwerker oder für die Handwerker dann sozusagen in der Branche. Guter Ansatz. Vielleicht kannst du uns da noch ein Stück weit mehr abholen. Wenn wir jetzt mal von einem typischen Flottenbetreiber das Ganze betrachten, der jetzt auf dem Weg ist, fährt aktuell Verbrenner Diesel, beschäftigt sich mit dem Umstieg auf alternative Antriebe, vielleicht wird auch gleichzeitig noch PV-Inlage, Wärmepumpe, keine Ahnung, was sie in die Richtung machen. Welche Rolle nehmt ihr ein? Wie ist da so ein typischer Prozess, der bei euch über Electro-Fire abläuft?

  5. Ludwig Klatzka:

    Typischer Prozess ist, dass man im besten Fall in unserer Technologie dann angekommen ist. Wir haben verschiedene Einstiegspunkte, entweder über das Autohaus selber, wo man Kunde ist. Wir sind aber auch mit Energieberatern oder anderen Partnern im Gespräch, die unsere Technologie bei sich einbinden und man als Kunde dann sich durch unsere Klickstrecke durcharbeitet. Das ist aber jetzt keine große elektrotechnische Abfrage, wo man die Details alles über Spannungsschutz oder Zählerplatz bis ins letzte Detail kennen muss, sondern da können wir aufgrund unserer Expertise durch die Fachhandwerker die Anfragen so hoch qualifizieren, dass wir genau die Mengen und Massen dann ermitteln, die hinter einer Wallbox, 5 Wallboxen oder 50 Ladepunkten dann stehen, sei es von der kleinen Einspeisung bis hin zu den Schnellladern, können wir eben mit diesen Annahmen, die durch diese Glickstrecke generiert werden, die Anfragen so übersetzen, dass der Handwerker dann eben ganz genau weiß, okay, Zu diesem Paket brauche ich 480 Meter Kabel, 720 Meter Rohr, die Schellen, die Absicherungen, also all diese Themen können wir dann durch diese Klickstrecke abfangen.

  6. Sebastian:

    Das heißt für mich jetzt mal sly gesprochen, im Endeffekt macht ihr das ganze Vorgespräch mit eurem Kunden oder mit dem Flottenkunde sozusagen? Tragt da alle Informationen zusammen, gebt das in euer Netzwerk rein und dann sprecht ihr da gezielt einen Handwerker an oder sprecht ihr da mehrere von euren 20.000, die ihr da aktuell auf eurer Webseite angebt, an?

  7. Ludwig Klatzka:

    Wir matchen die Handwerker immer schön zusammen zu dem passenden Projekt. Das heißt, die Handwerker geben in ihrem Onboarding-Prozess schon mal an, was für eine Spezialisierung sie haben wollen. In welchem Kreis Sie denn tätig sind? Also bin ich sehr örtlich, regional oder bin ich in größeren Kreisen tätig? Wie viele Mitarbeiter habe ich? Was ist so mein Durchschnittsprojektvolumen, was ich abarbeite? Wie bin ich in die nächsten Zeiträumen ausgelastet? Also bin ich die nächsten ein, drei Wochen ausgelastet? Bin ich das nächste halbe Jahr ausgelastet? Also was für einen Vorlauf brauche ich für neue Projekte? Und zum Schluss geben die Handwerker uns auch noch preis, mit welchen Herstellern sie zusammenarbeiten. Und auf der anderen Seite, wenn der Kunde eben sein Projekt erstellt, der Flotmanager sein Projekt erstellt, sieht er natürlich schon mal eine erste Kostenschätzung von uns. Und mit diesen Annahmen und der Örtlichkeit suchen wir dann natürlich die passenden Handwerker, die passenden Elektriker, die auf die Regionalität passen, die zu dem Zeitraum passen, wer ist frei, wer ist verfügbar, wer macht die Projekte. Endkunden im Customer-Bereich, wer macht die Endkunden im Business-Bereich. Also das wird dann, darum sagen wir immer Parship für Elektriker, jeder wird dort so zusammengematcht, dass es eben auf beiden Seiten keine Frustration gibt.

  8. Sebastian:

    Wie zeigt sich das dann in der Praxis? Ist das dann so, du hast eben gesagt, der Flottenkunde bekommt in dem Fall dann schon Angebote, erste Preise zu sehen. Sieht er dann auch, das ist Hans-Huber Schmidt aus Neckarsteinach, sage ich mal, der das erste Angebot gemacht hat und der andere aus Heidelberg? Oder ist das dann noch in dem Fall anonymisiert und erst, wenn sozusagen der Zuschlag erfolgt ist, aufgrund, das passt für beide Seiten, werden die Daten offengelegt?

  9. Ludwig Klatzka:

    Ja. Also es ist so, dass der Kunde, der unsere Klickstrecke bedient, innerhalb von 24 Stunden, 48 Stunden von uns erstmal eine individuelle Kostenschätzung bekommt, wo es heißt, mit den Informationen, die wir bekommen haben, bist du in einer Zahl zwischen 4.800 und 5.700 in den Projektvolumen. Kann aber auch sein, dass es, je nachdem, wenn es ein Großprojekt ist, auch mal im sechsstelligen Bereich sein kann, wo wir eine Kostenschätzung abgeben. Und der, der den Auftrag platziert hat, kann dann natürlich sagen, nee, ich möchte jetzt auch wirklich echte Anfragen, echte Angebote bekommen. Und dann wird auch der echte Betrieb zusammengematcht. Also wir sagen dann, der Elektro-Meyer oder Elektro-Huber, der ist jetzt derjenige, der hier zu diesem Projekt ein Angebot abgegeben hat. Und ich als Auftraggeber kann mich dann auch ganz klar für den Handwerker A oder B entscheiden. Wir wollen hier keine Plattform machen, die jetzt nur auf den Preis dann letztlich entscheidet, sondern wir geben dann auch noch die Informationen, wie die letzten Projekte gelaufen sind, also ein gewisses Rating dahinter. Wir zeigen, wie die qualifiziert sind. Wir zeigen auch Präqualifikationen teilweise, wenn es dann auch im öffentlichen oder halböffentlichen Bereich um die Ausschreibung geht, dass man hier auch wirklich weiß, okay, das ist ein vertrauensvoller Betrieb, der macht eine gute Arbeit, der wird vielleicht ein bisschen teurer sein, aber dafür ist man sich dann auch sicher, dass der eine gute Leistung abgibt. Das ist an der Stelle immer sehr wichtig.

  10. Sebastian:

    Das heißt, ihr seid dann sozusagen nicht nur Makler, sondern auch Qualitätsgarant dafür, dass am Ende auch das Projekt zum Laufen kommt mit der entsprechend gewünschten Qualität und dass es eben nicht in den Betrieb reingeht, der jetzt zwar das bestmögliche Ergebnis zu niedrigem Preis verspricht, aber am Ende vom Tag steht der Kunde unbefriedigt da.

  11. Ludwig Klatzka:

    Das ist uns eben wichtig, weil wir haben seit über zwölf Monaten, sind wir jetzt schon am Vertesten und Entwickeln unserer Electrofy-Kampagne an der Stelle. Und das meiste, was uns beide Seiten eben gesagt haben, ist diese Kundenunzufriedenheit, weil der Handwerker vielleicht sich nicht so gekümmert hat, nicht so informiert hat. Und wir wollen eben hier die Kunden in dieser Journey so einbinden, dass man auch immer weiß, wo steht das Projekt gerade, wie ist der nächste Status, wann kann ich davon erwarten, dass der Handwerker kommt, dass eben hier keine Frustration ist. Und wir sorgen damit eben dann auch, dass man eine gewisse Indikation bekommt, wie gut oder wie schlecht der Betrieb qualifiziert ist. Einen hundertprozentigen Garant können wir jetzt auch nicht dafür geben, das definitiv nicht. Wir glauben aber trotzdem, man kennt es aus anderen Plattformen, bei Uber und Co., da schaue ich ja auch rein, was denn der Fahrer vielleicht für ein Rating hat und überlege mir, möchte ich bei dem einsteigen oder möchte ich nicht einsteigen. Dieses Empfehlungsmarketing ist da denke ich mal schon sehr, sehr wichtig, auch für die Entscheidung, wem ich den Auftrag gebe und wem nicht.

  12. Sebastian:

    Wie ist das von den Handwerkern, die damit eingebunden werden? Ich meine, die mögen ihren Beruf ziemlich gut machen, sind vielleicht die besten Elektriker vor Ort. Dann kommt aber das Thema Digitalisierung auf einmal da mit rein. Du darfst dann auch selbst irgendwelche Klickstrecken ausfüllen, musst dann deine Angebote nicht einfach nur auf den Waschzettel runterschreiben, sondern musst das dann auch zielgerichtet in eine Formularmaske mit einbringen. Funktioniert das gut? Wie holt ihr die ab? Wie kriegt ihr das umgesetzt im Prozess?

  13. Ludwig Klatzka:

    Das ist eine sehr spannende Frage. Wir beschäftigen uns mit der Digitalisierung schon etwas länger als nur seit den paar Tagen. Ja, es ist eine gewisse Herausforderung. Wir merken aber auch, dass wir einen Generationswechsel haben und der macht es uns um ein Vielfaches einfacher. Also wir bekommen zunehmend die jungen Unternehmer, die richtig Bock und Lust drauf haben, ihre Unternehmen noch effizienter zu gestalten. die selber feststellen, dass da teilweise Angebote gefühlt mit einer Steintafel, Hammer und Meißel noch erstellt werden. Und vorne steht man dann und sagt, wir digitalisieren oder installieren die Zukunft, weil wir sind das Klimagewerk Nummer eins. Ja, da treffen ein paar Welten auf sich zu. Aber wir merken, dass die Jungen hier wirklich wollen und sehr offen für solche Themen sind. Ein Beispiel, ich war jetzt Anfang der Woche bei dem Landesverband Baden-Württemberg und habe denen auch unser Thema vorgestellt. Da hat man natürlich bei den etwas älteren Generationen gewisse Skepsis und Zurückhaltung gemerkt. Aber die Jungen haben natürlich auch sehr interessiert danach gefragt, haben sich gleich offen gezeigt und wollen eben auch hier nächste Schritte gehen, weil was uns auch interessiert, ein bisschen, ich will nicht sagen abhebt, aber uns ein bisschen von anderen Plattformen abgrenzt. wir bieten hier Partnermodelle an. Das heißt, die Handwerker sind nicht nur bei uns auf der Plattform drauf, sondern die Handwerker können bei uns auch noch richtig aktive Partner am Unternehmen werden und das Unternehmen mitentwickeln und werden auch am Erfolg des Unternehmens dann mit daran beteiligt, dass sie auch wirklich sagen können, ich arbeite nicht nur für jemanden Drittes, sondern ich arbeite für meine Plattform und kannibalisiere meinen Markt nicht selber an der Stelle, sondern es geht uns hier um Optimierung der Prozesse. Ein anderes Beispiel auch noch ganz kurz. Wir haben halt viel Know-how bei den Betrieben, bei den Kalkulatoren, denen ihre Ressourcen sind aber nicht unbedingt produktiv, weil sie damit beschäftigt sind, die Angebote zu erstellen. Wenn jetzt aber der Handwerksmeister oder der Betrieb seine Produktivität steigert, dann kriegen wir natürlich auch den Fachkräftemangel um ein Vielfaches besser hin, weil das sind einfach die Themen, die uns hier beschäftigen, wie wir dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel irgendwo entgegenwirken können. Und nur eine Plattform zu bauen, weil Goldgräberstimmung ist, ist das eine, sondern wir wollen hier eben auch schauen, dass die Plattformen, die wir haben, bis in die letzten Prozesse beim Handwerker voll integriert sind.

  14. Sebastian:

    Was ja schlussendlich dann, so wie du es ja auch ausgeführt hast, bei dem zu mehr Effizienz dann im Betrieb führt tatsächlich. Da für mich jetzt noch die Rückfrage erfolgt, von euch auch eine Rückkopplung. Wir sagen jetzt, Flotte hat drei Angebote vorliegen von verschiedenen Elektrikern beispielsweise. Einer wird ausgewählt, die anderen zwei nicht. Gibt es dann zumindest auch eine kurze Feedback-Runde von euch dorthin, warum es nicht geklappt hat, was die ausschlaggebenden Gründe war, dass man das auch eben in die nächsten Feedback-Schleifen oder in die Kalkulationsschleifen mit reinnehmen kann?

  15. Ludwig Klatzka:

    Das ist aktuell nicht geplant. Wir wollen da auch nicht zu sehr in den Markt eingreifen. Das ist einfach ganz klassisches Marktgeschehen, was ja heute auch schon passiert, wenn die Handwerker irgendwo ein Angebot abgeben auf größere Projekte. Also muss ich ganz ehrlich sagen, nee, haben wir bisher noch nicht drüber nachgedacht, hier nochmal eine Feedbackschleife reinzunehmen, weil es einfach der Markt, weiß nicht, ob der das auch hergibt, aber das könnte man nochmal vertesten.

  16. Sebastian:

    Da noch die wichtigste Frage, weil du hast gesagt, die jungen Unternehmer sind natürlich interessiert, da jetzt auch neue Kanäle dann eben zu nehmen, anzunehmen. Wird wahrscheinlich für die auch interessant sein, weil wir hatten es im Vorgespräch drüber, die sind ja gar nicht der Kostenträger dann sozusagen für eure Kosten, sondern das wird über die Profession, über das Unternehmen abgewickelt, was dann eben sozusagen den Auftrag vergibt. Das ist so richtig, oder?

  17. Ludwig Klatzka:

    Genau, also wir nehmen uns hier ganz klassisch für die Transaktion eine gewisse Gebühr. Wir glauben aber, dass sich das für beide Seiten kaum widerspiegelt, weil die Handwerker einen viel geringeren Aufwand haben jetzt in der Angebotsphase, in der Kosten pro Lead. Das ist ja auch eine neue Größe, die die Handwerker für sich kennengelernt haben. Das heißt, hier spüren die natürlich auch einen entsprechenden Wettbewerbsvorteil, wenn sie Projekte, die über unsere Plattform generiert werden, nehmen. Da gibt es von den Jungen eigentlich keine Hemmnisse oder Bedenken und auch von unseren Auftraggebern, die sagen, hey, endlich bekomme ich mal zu meinen Projekten auch relativ schnell einen guten Handwerker und muss nicht lange rumtelefonieren. Das ist einfach eine Optimierung auf beiden Seiten, weil jeder sofort weiß, um was es geht und wo ich im Prozess stehe. Und die Jungen haben halt auch für sich erkannt, weil sie ja natürlich auch irgendwo digital affine sind, wenn die heute etwas haben wollen, ganz klassisch, egal was, jeder hat einen Bedarf und ins Internet geht und danach sucht, dann sucht er nach dem Bedarf. Früher ist man eher nach dem Problemlöser hingegangen. Das heißt, früher habe ich den Elektriker gesucht und gesagt, lieber Elektriker, ich möchte bei mir eine Wallbox installieren. Heute hat sich das eher gedreht. Heute suche ich, ich möchte eine Wallbox installieren und zeige mir jetzt den passenden Elektriker an. Deswegen haben die Jungen eben auch verstanden, dass es gar nicht mal mehr so... Also es ist schon noch wichtig, dass man eine eigene Elektromarke ist, dass man der Betrieb im Ort ist, der die Marke ist. Aber um die meisten Aufträge zu bekommen, muss ich natürlich auch den Service-Gedanken nach vorne stellen und mich auf solchen Plattformen auch einlassen.

  18. Sebastian:

    Wichtiger Hinweis deinerseits. Vielleicht gehen wir jetzt nochmal in Richtung der Flotten und Unternehmen. Welchen Nutzen außer dieser Vorqualifizierung und schnelleren Unterbreitung der Angebote bekommen die denn, wenn die euren Service nutzen sozusagen?

  19. Ludwig Klatzka:

    Was bei uns auch immer wichtig ist, ist, dass der Auftraggeber das Design wählen kann. Heißt, wenn ich jetzt als Flottenmanager mich hier durchklicke, durch die einzelnen Stricke, dann wird mir am Ende auch gezeigt, welche passenden Herstellerprodukte hier dazu matchen. Heißt, wir greifen auch hier gar nicht irgendwo ein und sagen, es gibt nur von dem einen Hersteller das Produkt, sondern am Ende der Klickstrecke sehe ich mehrere verschiedene technisch gleichwertige Produkte, die auf meine Anforderungen dazu passen, weil wir selber halt einfach sagen, Jeder hat einen anderen Geschmack und jeder hat eine andere Örtlichkeit und je nachdem, wie meine Örtlichkeit ist, passt halt eine gelbe Wallbox besser zu mir mit Rundungen oder eine schwarze mit mehr Ecken und Kanten. Und je nachdem, was der Auftraggeber dann auch auswählt und das bekommt er eben durch uns auch eine Beratungsdienstleistung, wenn man so möchte. Er bekommt übergreifend von verschiedenen Herstellern die Designs vorgestellt und kann dann komplett individuell abfragen, was mir halt bei einem Planer oder bei einem Handwerker vor Ort vielleicht nur in dem seine Schiene wieder passieren kann, weil der natürlich mit dem Hersteller, also Handwerker sind sehr herstellertreu, muss man vielleicht mal dazu sagen, und wir wollen hier einfach das auch ein bisschen für beide Seiten öffnen und sagen, Wir finden dir schon den Handwerker, der dann das Design, was dich am meisten interessiert, auch installiert. Wir durften da ein bisschen von der Sanitär-Heizung-Klimabranche lernen, aber auch von den Küchenbauern. Wenn ich ins Küchenstudio reingehe, dann bekomme ich die Küche, die ich haben möchte. Und das interessiert mich nicht, welches Scharnier dann letztlich an der Küchenschublade drinnen ist und wie die Rückwand der Küchenschublade beschaffen ist. Wieder zu uns zu den Elektrikern gesprochen, welche Kabel oder welche Überspannungsschutz der Elektriker installiert. Das ist doch mir als Kunde wieder egal. Aber ich möchte schon wissen, wie die Wallbox am Ende des Tages dann ausschaut oder welche Stähle bei mir auf dem Parkplatz installiert wird. Und das ist so das, wo wir einfach einen Einklang bringen wollen, dass der Auftraggeber ganz klar designorientiert sich hier seinen Auftrag platzieren kann.

  20. Sebastian:

    Sehr spannend, jetzt nochmal die Einblicke, um das auch ausgeführt zu bekommen und allein diese Vergleichbarkeit macht ja dann doch einen deutlichen Unterschied. Jetzt ist die Frage, okay, ihr habt diesen Status, dass ihr Elektriker mit flotten Unternehmen zusammenbringt, um Ladeinfrastruktur aufzubauen. Wir haben vorhin schon mal so das Stichwort Energiewende fallen lassen in der Einleitung. Mich würde mal interessieren, wo wollt ihr mit Electrofy noch hin? Ist das auch ein Thema für euch? Wollt ihr da auch mit eintauchen oder bleibt ihr jetzt rein bei der Ladeinfrastruktur?

  21. Ludwig Klatzka:

    Wir werden definitiv auch in die anderen Sparten reingehen, weil es energetisch auch sinnvoll ist. Heißt, wenn ich bei mir auf dem Bürokomplex oder im privaten Sektor oder wo auch immer das Ganze installiert wird, dann ist die elektrotechnische Anlage für LE-Mobilität ja keine geschlossene Anlage für sich, sondern sie wird immer in ein bestehendes System mit angebundener. Und in diesem bestehenden System möchte ich vielleicht noch einen Batteriespeicher haben oder es ist schon einer vorhanden. Ich möchte PV haben oder der ist vorbehanden. Wärmepumpe ist so ein Thema. Das heißt, dort integrieren wir uns sukzessiv natürlich auch noch mit dazu, dass für beide Seiten auch wieder ein Mehrwert vorhanden ist. Wo man dann auch sagen kann, okay, ich interessiere mich jetzt im nächsten Schritt für eine PV-Anlage, damit der Strom, der unten verbraucht wird, im besten Fall auch selbst erzeugt wird. Oder wenn er nicht verbraucht wird, dass ein Batteriespeicher, der den vorhält, bis dann wieder die Flotten geladen werden. Das heißt also, hier der energetische Mix auch zusammenarbeitet. Geht aber bis dahin, dass wir eine Expertise haben von einem kompletten Smart Home. Heißt, wir können heute mit unserer Technologie, die wir rein theoretisch schon vorhanden ist, eine komplette Hotelanlage bis in die kleinste Businstallation durchkalkulieren und durchaufbauen, haben aber gesagt, Wir fangen erstmal mit Elektromobilität an, weil es im erweiterten Sinne für den Elektriker nicht mehr ist als eine große Steckdose, wo halt ein Auto angesteckt wird. Und hier lernen wir und sind aber schon sehr gespannt, wo die Reise noch hinführt, weil die Lernkurve der letzten zwölf Monate war für uns schon immens an der Stelle. Das muss man schon mal sagen.

  22. Sebastian:

    Das kann ich mir vorstellen. Und beziehst du dich bei der Lernkurve dann tatsächlich auf eure Arbeit als Electrofy, eben diese zwei verschiedenen, einmal der Kunde, Unternehmen plus Elektriker zusammenzubringen? Ist das so die Lernkurve, die ihr jetzt angehen durftet sozusagen mit all den Themen wie Digitalisierung und so weiter?

  23. Ludwig Klatzka:

    Definitiv, weil das ist ja für einen Handwerksverband auch erstmal untypisch, auf die Kunden seiner Mitglieder zu gehen. Wir haben aber eben hier sehr viel Unterstützung von unseren Elektrikern, die festgestellt haben und sagen, es macht schon Sinn, dass wir auch hier uns in diese Systeme rein integrieren, um den Fachkräftemangel auch entgegenzuwirken und um eine Optimierung reinzubekommen. Und das ist komplettes Neuland, muss ich gestehen, für uns an der Stelle gewesen. Da hat auch unser Investor, die Signal Iduna, da ein bisschen mitgewirkt, dass sie dorthin kommen durften. Und in der Zwischenzeit würde ich sagen, wird das Projekt zunehmend größer und spannender, weil wir halt eben feststellen, dass wir auch gewerkeübergreifend das Ganze implementieren können. Heißt, wenn ich jetzt bei Flotte bin oder einen Supermarkt elektrifizieren möchte oder einen größeren Parkplatz elektrifizieren möchte, dann macht der Elektriker in der Regel gar nicht die Erdarbeiten selber. Das heißt, es wird dann die Garten- und Landschaftsbauer vergeben und die kommen auch schon hier auf uns zu, zu sagen, wie können wir denn dort das gleich so integrieren, dass dieser Lead in unsere Kundengruppe sofort übergeben wird, weil die haben ja genauso einen Fachkräftemangel. Also Fachkräftemangel ist ja nicht nur irgendwo in einem Segment vorhanden, sondern den Fachkräftemangel haben wir in allen Bereichen, sei es bei den Sachbearbeitern, bei den Kaufmännern, bei den Handwerkern, also der ist ja überall. Und so kommen eben zunehmend die verschiedenen Gewerke auf uns zu und sagen, das ist spannend, was ihr dort schon gelernt habt, macht es uns doch mal bitte genauso schlau, weil das ist eher untypisch, dass ein Handwerker oder gar ein ganzer Verband in diese Sparte reingeht. Und ich glaube, wir sind aber auf dem richtigen Weg, weil sowohl die Kunden als auch die Handwerker festgestellt haben, das ist ein sehr guter Service, den man dadurch anbieten kann.

  24. Sebastian:

    Und im Endeffekt auch mit einem Mehrwert für die ganze Geschichte für beide Seiten und dann ja noch in der weiteren Ausbau der Denkstufe für die E-Mobilität und die Energiewende. Von daher auch vielen Dank jetzt mal für die Einblicke hinter die Kulissen von Electrofy. Ich bin mir sicher, wir werden uns nochmal zu einem späteren Zeitpunkt austauschen, wenn ihr nochmal ein paar Monate gewachsen seid, mehr Erfahrungen gesammelt habt. Und dann können wir vielleicht auch mal das eine oder andere konkrete Beispiel nochmal hervorheben, was eben über euch umgesetzt wurde. Vielen Dank, Ludwig, für die Zeit und die Einblicke.

  25. Ludwig Klatzka:

    Sehr, sehr gerne und ebenso vielen Dank nochmal.

  26. Sebastian:

    Das war sie also auch, die aktuelle Folge mit Ludwig Glatzka von Electrofy. Ich hoffe, du konntest einiges aus der aktuellen Folge mitnehmen. Schau es doch mal dort vorbei, wenn du vielleicht für dein Unternehmen, für eure Flotte auf der sogenannten passenden Handwerker seid, um dort eben Ladeinfrastruktur zu installieren, wie wir aber auch gehört haben. Künftig mit der Ausbaustufe, Photovoltaik, Batteriespeicher und so weiter. Dir vielen Dank fürs Zuhören. Schalt gerne kommende Woche wieder ein, wenn die nächste Folge des ERN-Podcasts online geht. Mach's gut, bis dahin. Ciao.