Audi: Wollen mit Q4 e-tron/ Q4 Sportback e-tron in die Breite gehen

Im Gespräch mit Pirmin Reimeir, Head of Product - Q4 Sportback e-tron bei Audi

Pirmin Reimeir, Head of Product - Q4 Sportback e-tron bei Audi, hat sich vergangene Woche etwas Zeit genommen, um sich mit mir über den Audi Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron zu unterhalten. Den ersten beiden Stromern auf der MEB-Plattform des VW Konzerns. Wie Pirmin im Gespräch aufzuzeigen vermag, möchte Audi mit den beiden E-Autos in die Breite gehen und die Marke e-tron für jeden zugänglich zu machen.

Die Folge selbst haben wir mit Blick auf die Nachhaltigkeit im Unternehmen beendet. Aber was sag ich, hör doch am besten selbst rein, was Pirmin Reimeir über den Audi Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron zu berichten hat. Es lohnt sich. Versprochen

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des elektronischen News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit Themen aus der Welt der E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich mir Pirmin Reimeir, Head of Product, das Q4 Sportback e-tron bei Audi an die Seite geholt. Natürlich haben wir uns über dieses Fahrzeug und den Q4 e-tron unterhalten, haben uns ein wenig ausgetauscht über die ersten beiden Stromer von Audi, die auf der MEB-Plattform des VW-Konzerns vom Band laufen. Wir haben darüber gesprochen, welche Bedeutung der e-tron als Wegbereiter in die Welt der E-Mobilität für Audi hatte und was man mit dem Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron in Zukunft erreichen möchte. Nicht weniger als die beiden E-Autos in die Masse zu bringen, sozusagen in die Breite damit zu gehen und die Marke e-tron für jeden zugänglich zu machen, schreibt man sich zumindest intern bei Audi auf die Fahne. Das und viel mehr erfährst du jetzt im nachfolgenden Gespräch mit Pirmin Reimeir. Also dranbleiben und zuhören. Viel Spaß damit. Servus Pirmin, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir uns ein wenig über den Audi Q4 e-tron und den Q4 Sportback e-tron unterhalten. Du bist ja doch tiefer in der Materie drin als manch anderer und da freue ich mich doch, dass wir uns darüber austauschen können. Vielleicht stellst du dich einfach mal zu Beginn des Gesprächs ein bisschen vor und erklärst, warum du der perfekte Ansprechpartner für die beiden Stromer bist.

  3. Florian Reimer:

    Ja, Sebastian, danke. Also erstmal danke für die Einladung. Ja, zu mir. Also mein Name ist Pirmin Reimeir. Ich bin jetzt seit sieben Jahren bei Audi und jetzt seit gut vier Jahren auch für die Audi MEB-Modelle. MEB, das ist schon das Stichwort, Modulare Erentriebsbaukasten. Das heißt, unsere Modelle auf dem Baukasten von VW, die dort aufsetzen. Und das ist eben der Audi Q4 e-tron, der Q4 Sportback e-tron und habe eigentlich seit Beginn die Modelle begleitet und freue mich jetzt. Letzte Woche hatten wir unseren End of Secrecy, nennen wir das immer intern, unsere Weltpremiere. Und das Feedback bisher ist sehr gut und natürlich rede ich auch gerne ein bisschen mehr darüber.

  4. Sebastian:

    Ja, ich freue mich, dass du da ein bisschen mehr darüber redest. Es ist doch schön, da auch die Eindrücke aus erster Hand sozusagen zu bekommen. Und so wie du ja auch schon vorweggegriffen hast oder aufgegriffen hast, der Q4 e-tron und der Q4 Sportback e-tron sind die ersten Stromer von Audi, die auf der MEB-Plattform von VW-Konzernen aufbauen. Ja, und ähnelt, sage ich mal, vom Auftreten her dann doch dem Skoda Enyaq VW ID.4 ein wenig sozusagen. Jetzt nicht unbedingt optisch, aber auch so von den technischen Daten, was der Plattform geschuldet ist. Warum habt ihr euch für einen Q4 entschieden, sozusagen als ersten Stromer auf der MEB-Plattform?

  5. Florian Reimer:

    Ja gut, vielleicht, also ich gehe mal ein bisschen zurück, so die e-tron-Story bei Audi, da haben wir angefangen, das war 2018 mit dem e-tron oder Audi e-tron, der e-tron, muss ich so sagen, der bei uns so ein bisschen diese Pionierrolle, wo man den ersten großen Schritt in einer breiter, ich sage jetzt mal breiter Rehmasse, vorher gab es da so Einzel, es gab mal eine A8 e-tron in so Einzelserien, das war aber natürlich nicht in der Stückzahl zu vergleichen, in die Elektrowelt getan haben und dort speziell im oberen C-Segment und mit entsprechend hohem Preispunkt das erste Mal die Welt von e-tron seitens Audi hinausgetragen haben und den Kunden sozusagen unsere Idee von Elektromobilität gezeigt haben. Jetzt kürzlich, kurz vor dem Q4 e-tron gab es ja den e-tron GT, der dann so unsere sportliche Speerspitze speziell nochmal emotional dort für die Marke auch das aufladen soll, zeigen soll, was im Elektronennetz so möglich ist für uns heute. Und der Q4 jetzt, wenn ich die Charakteristik oder so für uns intern, den Auftrag, den das Fahrzeug oder das Projekt hatte, beschreiben soll, dann ist das wirklich so, die Demokratisierung in die Breite gehen, diese Marke e-tron, die es jetzt seit vier Jahren circa gibt, für jeden erstmal jeden zugänglich zu machen und damit einen Einstieg in diese Premium-Elektromobilität zu bieten. Und dementsprechend war jetzt auch die Plattform und der Baukasten MEB, aufgesetzt mit unseren Konservenbrüdern und Schwestern, die ideale technische Basis dort für uns aufzusetzen, unsere Audi-Gene einzubringen und dann halt eben für den Kunden den Einstieg in die Premium-Elektromobilität über diesen AA-Plus-SUV zu bieten.

  6. Sebastian:

    Okay, also ist gut, dass du das Ganze nochmal so eingeordnet hast, auch gerade nochmal mit der Herkunft von dem E-Tron, wie du ihn ja jetzt auch passenderweise bezeichnet hast. über eure Speerspitze bis jetzt hin zum Q4 e-tron, Q4 Sportback e-tron. Diese Demokratisierung in die Breite gehen, das ist ja auch da, was die Konzernschwester VW dann sozusagen ja auch schon mit dem ID.4 angepeilt hat. Man will ein Fahrzeug für die Masse. Das habt ihr jetzt natürlich dann nochmal anders definiert für euch, umgesetzt vom Design, vom Auftreten her. Halt mit Audi gehen dann sozusagen, aufgeladen die ganze Geschichte. Und man kann ja dann schon festhalten, dass dieses Modell, gerade als erster MEB-Stromer, doch schon eine hohe Bedeutung, ein wichtiger Bestandteil für eure E-Strategie ist, oder?

  7. Florian Reimer:

    Ja, richtig. Also speziell zum Thema Volumen, ich sage mal, Elektromobilität funktioniert dann doch nur, wenn möglichst viele mitspielen. Und für uns der Ansatz, wir wollten natürlich jetzt auch unsere Kunden, also bisherige Kunden, die jetzt klassischerweise bei uns aus der Verbrennerwelt kommen. Wir haben ja eine Geschichte in der Verbrennerwelt, das ist so. Wir sind ja keine neue E-Marke, wir machen jetzt plötzlich E-Fahrzeuge. Und du musst ja diese Kunden abholen und transformieren in eine E-Mobilität. Aber du wirst natürlich auch jetzt speziell diese neueren Kunden ansprechen, die sagen, ja, ich denke jetzt darüber nach dem Fahrzeug und es gibt für mich eigentlich nur E-Mobilität als logisches Antriebsmodell und logisches Mobilitätskonzept heute oder wann. in den nächsten 15 Jahren, keine Ahnung, wie es dann ausschaut, das ist ein anderes Thema. Und dort entsprechend musst du natürlich versuchen, jetzt vielleicht im Gegensatz, jetzt mache ich wieder einen Vergleich zum e-tron, der jetzt der erste war, der noch sehr viel Zweitwagen war. Klassisch dieses Stiegen vom e-Fahrzeug ist mehr so der Zweitwagen im Haushalt. Und deswegen war auch das Ziel vom Q4 klar, erstwagen-tauglich, das heißt Reichweiten, Performance und so weiter, was man kennt. Vom Interior-Konzept, vom Raum-Konzept, da können wir aber gleich nochmal ein bisschen mehr drauf eingehen. Und auch das durchschnittliche Kundenalter, was wir jetzt erwarten vom Q4 e-tron, ist natürlich wesentlich geringer als vom e-tron, was natürlich auch am Preis hängt und dem Segmenten der e-tron als T-Oberklasse und der Q4 jetzt als Kompaktklasse, A-, A-Plus-Segment, der natürlich auch rein vom Markt her dort eine wesentlich breitere Masse ansprechen soll und eben viel mehr Leute reinziehen soll in diese Welt für uns.

  8. Sebastian:

    Ich glaube, das dürfte euch auch ganz gut mit gelingen. Also ich hatte bei uns im Portal dann auch mal so ein bisschen quer gelesen, Kommentare unter dem Fahrzeug oder unter dem Pressebericht, den wir veröffentlicht hatten, Artikel dazu. Da fiel dann nämlich auch genau diese Aussage, dass für diejenigen, die dann einen Audi haben wollen zum Einstieg in die Welt der E-Mobilität, dass ja wohl der Q4 e-tron bzw. Q4 Sportback e-tron da die richtige Wahl sein. Und aber auch für diejenigen, die halt schon ewig und drei Tage gefühlt Audi fahren, einen Audi vollelektrisch fahren möchten. Und das aber halt auch in einem Preissegment, was sich auch der Normalverdiener in Anführungsstrichen erlauben kann, ohne jetzt darüber nachzudenken, also quasi da an eine Schwelle zu stoßen, oh, gebe ich das Geld aus oder fahre ich jetzt doch lieber wieder Verbrenner? Und ich glaube, das dürfte euch damit ganz gut gelingen, auch so das, was ich in der Presse aufgeschnappt habe die vergangenen Tage. Ich denke, bei dir wird es ähnlich aufgelaufen sein.

  9. Florian Reimer:

    Genau, also wir hatten ja auch vor ein paar Wochen eine Preview-Veranstaltung in Hamburg mit einigen deutschen Listen, jetzt in München. Und du merkst, wenn du dann mit den Leuten, die das Outdoor leben, speziell dann Exteriordesign und dann Innenraumkonzept, auch die Größe im Innenraum, die dann überrascht, Vor allem im Premium-Bereich, weil man bei uns eher kleine Redenräume kennt, weil das oft so halt designmäßig die Konsequenzen sind, überrascht sind, welchen Preis wir dann dafür abrufen. Und das ist halt auch für uns das Überzeugende, wenn wir sagen, es muss ein Gesamtkonzept ankommen. Es muss passen, das Fahrzeug, es muss natürlich auch die Infrastruktur passen. Da sind wir jetzt nur so ein bisschen... ungefähr involviert, ne, da ist man auch auf andere angewiesen, man versucht ja auch als OM natürlich zu helfen und das zu verbessern, aber prima muss man natürlich das Produkt bieten, das den Kunden diese Wünsche erfüllt und wie du schon richtig gesagt hast, jemanden abholt, aber auch neue anspricht und jetzt speziell, wenn wir jetzt ins Interieur bei uns gehen, ne, Wenn man das jetzt vielleicht vergleicht mit anderen E-Fahrzeug-Konzepten, kann man sagen, ist es noch ein bisschen klassischer oder ein bisschen eher so die Evolution unseres Innenraums, was man von unseren Verbrennern kennt, aber halt auch konsequent und logisch in die Elektrowelt gedacht. Das heißt, die Mittelkonsole ist nicht mehr da, weil sie Technik versteckt von einem Kardanentunnel, sondern die ist funktional mit abgeladen. Alles ist eher luftiger gestaltet und du hast einfach mehr Platz. Und den Platz haben wir natürlich nicht mit zum Beispiel Ablagen von Flaschen und keine Ahnung, was ich täglich, tagtäglich so brauche. Oder haben halt andere technische Highlights reingebracht, wie zum Beispiel ein Augmented Reality Head-Up, was von der Größe her, von diesem Bauteil in einem Verbrenner-Package schwer umzusetzen ist. Und das ist halt die Vorteile, die die E-Plattform bietet und die du dann versuchst dort umzusetzen.

  10. Sebastian:

    Ja, und ich meine, das ist ja auch der richtige Ansatz. Ihr habt eine Verbrennervergangenheit. Warum sollte man die verleugnen? Man kann ja auch quasi das Beste aus beiden Welten irgendwo zusammenbringen und kann dann eben auch die Vorteile für sich nutzen, so wie du es ja jetzt auch gerade im Bereich des Interieurs doch sehr passend beschrieben hast. Bevor wir da näher drauf eingehen, würde ich jetzt gerade nochmal kurz aufs Exterieur eingehen. Vielleicht, ich meine, Podcast ist jetzt nicht unbedingt das geeigneteste Medium dafür, um dein Fahrzeug zu beschreiben, aber wenn du den Q4 e-tron, Q4 Sportback e-tron mit ein paar Worten beschreiben müsstest, wie er von außen wahrgenommen wird, kannst du da vielleicht mal einordnen?

  11. Florian Reimer:

    Klar, gerne. Ja, wie gesagt, ich versuche es möglichst billig zu machen.

  12. Sebastian:

    Ja, danke.

  13. Florian Reimer:

    Es ist natürlich eine Grenze des Mediums geschuldet, aber ich meine, was wichtig war und was das klare Feedback war, auch aus Designkliniken mit Kunden, Und das ist vielleicht so eine nette Story. Wir hatten, also das erste Design, das wir hatten, das war mal noch ein bisschen so, ich will es jetzt mal blöd unschreiben, noch so ein bisschen revolutionärer Richtung, was E-Fahrzeug ist, wenn die Leute so an E-Fahrzeuge denken, eher ein bisschen spaciger. So wie so ein SUV als Elektrofahrzeug ausschauen kann, machen teilweise andere Hersteller so. Und das ist eigentlich ziemlich glasklar bei unserer Kundenklinik, ich sage es jetzt mal, durchgefallen. Mitunter gab es Kommentare, die sagten, Ich weiß gar nicht, warum man das jetzt macht, weil ihr habt doch ein schönes Design in Verbrenner, aber warum macht ihr das jetzt so anders und dann auch noch hässlich und so unklar im Konzept SUV? Also warum schaut der Grille vorne so komisch aus? Ihr habt eine klare Designsprache, führt die doch weiter. So das Feedback. Und dann sind wir nochmal bei uns intern in Klausur gegangen, haben nochmal das Design umgekrempelt, haben speziell und das ist heute auch ein Feedback, was wir kriegen, klarer SUV ausgerichtet, das heißt ein bisschen Boxsieger, speziell der QV-E-Tron, jetzt nicht das Vortrag, der die Coupé-Linie hat, Boxsieger, das heißt die Front-Aufrechter, klarer die Audi-Gene, was ein Single-Frame ist, Quadro-Muskeln so über den Rathäusern und all das hilft natürlich auch diesem SUV-Charakter, damit die Kunden das dann klar als diesen wahrnehmen und das wollen sie auch klar wahrnehmen. Also ich will klar von Weitem erkennen, das ist ein SUV, ich verstehe, was das Auto sein soll. Und natürlich hilft da die E-Plattform, die halt diesen langen Latscher hat, große Räder, bis zu 21 Zoll. Das ist im Assegment ein riesengroßes Rad, das kennt man so nicht. Da ist man ja so bis 19 normal klassisch auf Verbrennerplattformen unterwegs. Und dann halt diese kurzen Überhänge. Das gibt diesem Fahrzeug fast so ein bisschen einen quadratischen Footprint. Und damit hast du natürlich ein sehr... also einen muskulösen Auftritt. Und das transportiert sich halt im externe Design und gibt dem Ganzen eine Begehrlichkeit. Und dann natürlich hast du halt, da wo wir stark sind, ist zum Beispiel Lichtdesign. Da kannst du halt noch nicht voll ausleben. Das ist ja auch so ein neues Feature, was wir beim Q4E-Ton bringen. Du kannst deinen Tag für Licht wählen. Das heißt, du hast vier verschiedene Designs. Das sind vorab von unseren Designern so vor-designed geworden. Und du kannst dann, je nach deinem täglichen Gefühl oder mittags, keine Ahnung, wenn das Fahrzeug steht, kannst du im MMI innen umschalten, du hast ein Mittendisplay, kannst sagen, ich will jetzt lieber die Tagfahrlichtsignatur oder die. Und das Auto halt mehr auf deine individuelle Lust oder wie du gerade drauf bist, daraufhin adaptieren. Und natürlich ist das auch immer ein Faktor bei einem Premium-Fahrzeug, da brauchen wir uns nichts vormachen, Exterieur-Design ist der Kaufgrund Nummer eins im Premium-Bereich. Das ist so. Das kommt gering aus jeder Studie. Das war vor 20 Jahren so. Das wird, je nachdem wie das autonome Fallen kommt, in 20 Jahren vielleicht auch noch so sein. Da lasse ich jetzt mal ein bisschen offen. Und das gilt natürlich für einen Verbrenner wie auch für einen Beff. Und deswegen... haben wir jetzt versucht, diese neue Plattform und unsere alte Designsprache zu transformieren. Aber wie schon vorhin und dieser Trend, du merkst, der zieht sich jetzt durch. Das, was ich vorher war als Audi, muss ich jetzt in die neue Welt bringen, aber darf niemanden auf der Strecke lassen, die vorher meine Fahrzeuge gekauft haben und die das Design schön fanden. Ja, ich muss mein Design immer frisch halten. Ich muss mich immer ein bisschen neuer finden als Designer und das ist immer ein Thema. Aber man muss halt nicht vergessen, wo ich herkomme. Und ich glaube, das macht der KUFA sehr gut. Nimmt dieses alte Design in die neue Welt und folgt die Vorzüge einer E-Plattform, um dann das Design eben ganz präsent auf die Straße zu bringen.

  14. Sebastian:

    Wunderbar zusammengefasst. Besser hätte ich es jetzt nicht gekonnt. Also so wie du sagst, die eigene Vergangenheit, die prägt ja dann auch die Zukunft. Und das ist ja auch gut, wenn man das mit aufnimmt. Und wenn ihr das ja dann auch ausführlich sozusagen eure Kunden oder Interessenten befragt habt und von allen kam da oder vom Großteil die Aussage, was macht ihr denn da eigentlich? Also gerade diese spacige Geschichte, das verstehe ich, wenn man das 2013, 2014, 2015 noch gemacht hat, wo E-Autos eher... Ja, die Ausnahme als die Norm waren sozusagen, dass man da noch auffallen wollte. Aber heutzutage, und das ist auch die Rückmeldung unserer Leser, unserer Hörer, man will ja ein Auto, das eben nicht so aus der Masse raussticht. Also zumindest jetzt in dem Sinne, oh, das sieht basic aus, das ist ein E-Auto, sondern dann soll es eher von seinem Design herausstechen, weil es halt gefällt. So wie du ja auch gesagt hast, Kaufgrund Nummer eins ist dann eben das Auftreten des Designs im Exteriörbereich. Und da möchte ich ja dann eher positiv auffallen, als dann eher spacig sozusagen. Also von daher vollkommen nachvollziehbar.

  15. Florian Reimer:

    Also du hast das Design und vielleicht sind dann deine Freunde eh überrascht, dass das ein E-Fahrzeug ist und sagen, okay, super, ja, E-Fahrzeug auch noch, ja, toll. Definitiv. Diese Erwartungshaltung, wo wir herkommen, ist halt sehr wichtig. Man darf halt nicht vergessen, wo auch deine Kunden und deine Fans herkommen. Und die musst du mitnehmen.

  16. Sebastian:

    Klar, aber ihr denkt ja auch in die Zukunft sozusagen, nicht nur mit dem Antrieb, sondern du hattest das auch schon angesprochen, Interieur, wo ihr neu gestaltet habt, wo ihr auch dann die Möglichkeiten der MEB-Plattform für euch nutzt, um das eben nach vorne zu bringen oder moderner zu gestalten dann nochmal. Du hattest auch in dem Zusammenhang das Augmented Reality Head-Up-Display erwähnt, was ja optional erhältlich ist. Vielleicht kannst du einfach auch dazu ein paar Worte verlieren, was sich dahinter verbirgt, wenn man davon eigentlich noch gar nichts gehört hat.

  17. Florian Reimer:

    Okay, vielleicht erstmal generell das Head-Up. Ich meine, man kennt ja heute sehr, ich meine, es gibt schon Augmented Head-Ups, ich glaube, in Luxus-Klassenmodellen gibt es auch schon die in der Verbrennerwelt, aber heute kennt man ja klassisch eher das Windschild-Head-Up. Das haben dann einige Head-Ups, das sind halt diese Statusinformationen, so circa drei Meter in deinem Sichtbereich vor dich projiziert, so in den Nahbereich. Und was jetzt das Augmented Reality Head-Up macht, ist das fügt sozusagen eine zweite Ebene hinzu. Das heißt, man muss sich das so vorstellen, ich habe vorne meinen Statusbereich, da steht dann Geschwindigkeit und Verkehrszeichen und so weiter, das, was man heute kennt. Und dann zehn Meter vor mir, das ist ungefähr so, muss man sich vorstellen, als wenn zehn Meter vor mir im Fahrzeug ein 70-Zoll-Screen ist, fahre ich quasi vor mir einen Fernseher vor mir her und dort zeige ich halt dann, Navigationshinweise, Unterstützung von den Assistenzsystemen. Zum Beispiel markiere ich mein Vorderfahrzeug mit so einem grünen Balken, das vor mir fährt und darauf regle ich meinen Distanzsensor. Das heißt, ich visualisiere auch dann für den Fahrer, was die Assistenzsysteme eigentlich machen und unterstützen halt bei der Navigation, weil dann die Pfeile sich entsprechend in die Kurve reinlegen. Okay, wo muss ich hin? Die Abfahrt oder die? Wie genau funktioniert das? Und versuche eben da noch unterstützen, den Fahrer weiter durch diese neue Ebene Ja, so eine Art neues Erlebnis zu geben, die dann halt einen Plus an Sicherheit, Komfort und so weiter gibt. Neben dem, dass es natürlich in erster Linie ein technisches Gimmick meistens ist für viele, aber die halt natürlich noch einen weiteren Nutzen hat. Und wir versuchen immer, das möglichst simpel zu gestalten. Ich will ja auch den Fahrer nicht überfrachten, dass da plötzlich tausend Dinge reinfliegen ins Bild. Sondern es ist reduziert und ich kriege die wichtigsten Informationen, von denen der große Vorteil ist, Wenn ich so zehn Meter nach vorne schaue, dann entspannt sich mein Auge und es ist sozusagen im Fokusbereich vom normalen Fahren. Das heißt, ich muss nicht nochmal fokussieren. Und deswegen projizieren sich die Symbole dorthin, wo ich eh hinschaue. Und das ist halt der Vorteil von der Augmented Reality, dass ich nicht wieder neu fokussieren muss auf dem Display vor mir oder auf mein Kombi-Instrument, wo die Geschwindigkeit steht, sondern ich habe halt alles in meinem Blickfeld fürs vorausschauende Fahren, eigentlich soll ich auf die Straße schauen. Und das bietet halt diesen Vorteil vom Augmented Reality-System.

  18. Sebastian:

    Und da habt ihr euch ja auch der, ich sag mal, der Möglichkeiten aus dem Konzern sozusagen bedient. Wenn ich es richtig weiß, war das ja auch im ID.3 dann auch schon optional erhältlich oder bin ich da falsch?

  19. Florian Reimer:

    Genau, also das ist richtig. Das Bauteil an sich, da verwendet man die technische Basis von der Plattform, was jetzt vielleicht als Differenziator, wenn man das so sagen sollte, wir haben die Software und auch die ganze Anzeigelohnung dann komplett von Grund auf bei uns dann selbst programmiert. Das läuft auch bei uns auf unseren eigenen Infotainment-Rechner. Das heißt, da versuchen wir es auch abzusetzen und auch das Kundenerleben ist dann halt so zu gestalten, wie es der Audi-Kunde im Premium-Bereich erraten würde. Und das ist auch Differenzierung zu den VW oder anderen Produkten im VW-Konzern. weil du musst natürlich als Bremer Marke auch entsprechend was extra bieten, das erwarten ja deine Kunden.

  20. Sebastian:

    Klar, soll immer der eigene Touch dann noch erkennbar sein, die eigene Marke dann, weil wenn ich ein Audi kaufe, will ich natürlich auch ein Audi haben, wenn es jetzt in Anführungsstrichen auch nur die Software ist oder insbesondere die Software, der ja auch immer eine höhere Rolle zukommt, dann möchte ich das natürlich da auch erkennen. Was auch aufgefallen ist, was ich gelesen hatte, ihr führt mit dem Q4 e-tron auch eine neue Lenkrad-Generation ein. mit hinterleuchteten Touchflächen. Kannst du dazu ein paar Worte verlieren, weil das hatte ich jetzt vorhin gerade noch aufgeschnappt, hatte das bei der ersten Meldung gar nicht so wahrgenommen, dass ich einfach auch mal weiß, was sich dahinter verbirgt und unsere Hörer.

  21. Florian Reimer:

    Gerne. Also man weiß alles, wenn du hier reinsetzt und du hast es ja permanent vor dir, ist natürlich das Lenkrad. Deswegen ist es ja nicht zu missachten, wie die Stellenwert von diesem Bauteil. Und der Kofi Edrum ist jetzt der Erste, der diese neue Lenkrad-Generation einsetzt. hat einerseits das neue Audi 2D Flat-Design, das heißt die Ringe im Lenkrad-Topf, also im Brailtopf, sind anders und dann, du hast es ja schon angesprochen, die Bedienung erfolgt über touchsensible Buttons. Das heißt, ich habe Touchflächen links und rechts vom Pralltopf, wo ich heute die Walzen und Knöpfe habe, habe ich dann ein Touchfeld, das ich einerseits touchen kann über Slide und so weiter Befehle. Ich kann aber trotzdem noch drücken. Das ist auch so ein Thema, was mir viele erzählen, auch schon Listen, die das dann testen und sagen, das funktioniert nur so im Medium. Und dann sage ich, aber du kannst ja noch drücken, das heißt, du kannst einen ziemlich exakten Druckpunkt, haben wir auch extra so gemacht. dass du noch sehr exakt beginnen kannst und dass du dieses Audi-Klick spürst und hörst, dass man ja immer kennt und auch wichtig ist für die Kunden. Aber trotzdem, einerseits die Slight-Touch-Funktionalität hat, das heißt, schnell durch Listen scrollen und so weiter. Und andererseits ist es halt, wenn das Fahrzeug aus ist, ist dieses Panel nicht hinterleuchtet. Das heißt, wenn du das Fahrzeug dann startest, kommt quasi über diesen, wie soll ich sagen, eine Initialisierung kommt das LED-Licht hinter den Tasten und es fährt hoch und dann sehe ich aus die Tasten-Punktionalität. Das ist halt noch schön an der Orchestrierung sozusagen vom Fahrzeug. Und ein weiteres Thema, jetzt eher klassischeres Design ist, das ist auch das erste Lenkrad, was wir oben und unten abflachten optional, weil das recht gut in diese Horizontalität von unserem generellen Interior-Design passt.

  22. Sebastian:

    Ja, also werde ich auch nochmal ein Foto mit einbringen in die Shownotes von der Podcast-Folge, damit man es einfach auch nochmal selbst anschauen kann. Dann leuchtet es, glaube ich, nochmal eine Spur mehr ein, wie wenn wir jetzt versuchen, Design in Worten hier dann zu erklären, auch wenn ich es jetzt ganz gut verstanden habe, gerade den Ansatz dahinter. Jetzt tauchen wir mal weg von den Design-Themen, Interieur, Exterieur haben wir, glaube ich, ganz gut angeschnitten und gehen mal zu den Dingen, die uns E-Mobilisten doch dann auch immer wieder mehr interessieren noch. dass wir uns einfach mal über den Antrieb unterhalten, Batterie, Thermomanagement, Reichweite natürlich wieder als Schlagwort, dass du uns da einfach mal die zwei Strome einordnest und wo wir uns da bewegen.

  23. Florian Reimer:

    Genau, also wenn wir uns die beiden angucken, also grundsätzlich bieten wir für beide Modelle, also QV-Ethron, QV-Sportback-Ethron, vier Antriebsvarianten, davon drei jetzt. Eine weitere kommt dann im Laufe des Jahres hinzu. Und da, ich mache jetzt mal die Bandbreite auf, da haben wir einerseits unseren Einsteiger, den Q435 e-tron. Das heißt, der hat die kleine Batterie mit 52 Kilowattstunden netto, 95 brutto. Und bis hin zum Top-Modell, das ist der Q450 e-tron, das ist unser Kato-Antrieb mit 220 kW und der großen Batterie 77 Kilowattstunden oder 82 brutto. Und so an Zahlen, der Einsteiger hat dann so eine Beschleunigung auf 109 Sekunden, Reichweite bis zu 341 Kilometer. Und das Topmodell, der Quattro, hat dann 6,2 Sekunden. Und ich glaube, es sind 488 im SUV. Und dann dazwischen gibt es nochmal sozusagen das Gleiche, die große Batterie im Heckantrieb, der Q44 e-tron. Das ist auch unser, intern nennen wir den unseren Reichweiten-Hero, dem dann 520 Kilometer kommt. Und das ist 25 Kilometer nach WLTP. Ich habe mit einem anderen Elektroblogger mal gesprochen. Er hat gesagt, er macht da meistens immer so Dreiviertelansatz dann für den Kunden. Das heißt, so... Und in deinem Fahrrhythmus, sage ich mal, so gute 400 Kilometer, 450, schafft er dann. Was eben auch schon, wie vorhin gesagt, das Thema Erstlagentauglichkeit und auch Langstreckentauglichkeit anbietet. Wenn die Lagemöglichkeit es zulässt. Und ich spreche jetzt mal mit Deutschland. Und da habe ich auch schon viele Langstreckentests jetzt gemacht, intern mit dem Q4. Und da ist man ziemlich gut aufgestellt und braucht eigentlich keine Reichweitenängste mehr haben. Nee, definitiv nicht. Genau, und vielleicht beim Thema Reichweite noch das Boardback kurz angesprochen. Der haben wir jetzt vorhin beim Exterior-Design gar nicht hervorgehoben. Mit seinem Coupé-Hack und seinem Spoiler-Konzept im Hack hat er natürlich nochmal konzeptbedingte Vorteile beim CW-Wert. Die schlagen sich natürlich auch in der Reichweite nieder. Das heißt, das Boardback kommt dann so im Schnitt so 10 Kilometer weiter, so grob. Aber ansonsten widmet man da die gleichen Leistungsstufen und gleichen Reichweiten an die Emissionen.

  24. Sebastian:

    Das heißt, jetzt hast du uns ja schon drei von vier Leistungsstufen verraten sozusagen. Kann man davon ausgehen, dass dann im Laufe des Jahres nochmal eine Stufe drüber sozusagen gesetzt wird wahrscheinlich? Weil drunter wird man wahrscheinlich eher nicht gehen, unter die Einstiegsstufe mittendrin. Ja, da wäre jetzt auch nicht mehr so viel Platz, also wird man ja wohl eher noch eins obendrauf setzen.

  25. Florian Reimer:

    Ja, obendrauf. Ich sage, es gibt einen dazwischen.

  26. Sebastian:

    Einen dazwischen dann nochmal, okay.

  27. Florian Reimer:

    Also ich habe heute den 35 Einsteiger, dann den 40 Heck, also die beiden Heckantriebe Und dann ruft sich Quattro und es wird dann noch eine kleinere Quattro-Variante geben.

  28. Sebastian:

    Okay, passt ja da auch ganz gut rein. Und auch ansonsten, so wie du gesagt hast, von den Werten her, dieser Dreiviertel-Ansatz ist auch so das, was sich eigentlich auch so bewahrheitet hat, wenn man die Fahrzeuge dann doch testfahren kann. und das Ganze anschaut, dass sich das dann in der Realität da doch ganz gut wiederfindet. Wenn der Akku leer ist, kannst du vielleicht auch mal ein paar Worte dazu verlieren. Was für Lademöglichkeiten bietet ihr da an in Bezug auf Schnellladen beziehungsweise auch Wechselstromladen?

  29. Florian Reimer:

    Ja, natürlich, wie du sagst, wenn der Akku leer ist, man soll auch laden können.

  30. Sebastian:

    Klar.

  31. Florian Reimer:

    Da bietet jetzt die kleine Batterie, also die ist ja nur im Einsteiger soweit, das heißt der 35 bietet dann 7,2 kW AC-Laden, Wechselstrom. und 100 kW Schnellladen. Das heißt, wir haben jetzt mal so 5 bis 80 Prozent, sind dann circa 38 Minuten. Und vielleicht ein anderer Wert, der vielleicht noch plakativer ist, ich kann in circa 10 Minuten 130 Kilometer, 120 Kilometer nachladen, übers Schnellladen. Ich wurde oft gefragt beim AC-Laden, warum wir bei der kleinen Batterie nicht mehr machen. Ja, also unser Ansatz ist mehr so, Ich kriege jetzt die kleine und die große Batterie haben quasi die gleiche Dauer im Laden. Also können wir gleich umschwenken auf die große Batterie, die hat dann 11 kW AC-Laden und 125 kW DC. Und durch diese Erhöhung reicht sich sozusagen die Batteriegröße aus. Das heißt, ich kriege beide Batterien immer zum gleichen Zeitpunkt voll. Das heißt, beim AC-Laden vielleicht so ein Wert 0 bis 100 Prozent, 7,5 Stunden, also wirklich 0 bis 100 Prozent, also von ganz leer bis ganz voll. Das ist also klassisch, abends daheim abstellen, anschließen, ist es am nächsten Morgen wieder voll. Und wie schon gesagt, PC-Laden 5 bis 80 Prozent, 38 Minuten. Aber was ich auch persönlich gelernt habe, je mehr ich E-Fahrzeuge nutze, nicht nur den Q4, auch andere E-Fahrzeuge oder auch den e-tron, Und ich glaube, was auch viele dann feststellen und jetzt auch die breitere Masse, wenn sie E-Fahrzeuge nützt, dass ich ja besser immer so 20 Minuten lade und nicht eigentlich immer von 0 bis 100 oder auch schnell laden von 5 bis 100 Prozent, weil es eigentlich weder für die Batterie gesund ist, noch wirklich gut im Zeitbedarf. Also man wird merken, dass man hauptsächlich viele oder mehr, nicht viele, aber mehr kürzere Stops macht. So 15 bis 20 Minuten, so ein klassischer Kaffeepause oder Die Toilettenpause, die dann auch nicht lange ist oder auch nicht kürzer als beim Tanken, wo ich dann trotzdem nochmal ins Geschäft gehe und auf die Toilette. Und weniger diese Ladestopps, wo ich wirklich mal eine Stunde volllade. Also so ist meine Erfahrung bisher und ich glaube, das werden auch viele feststellen. Und genau daraus wird auch die Erkenntnis kommen, dass ich diese mega Riesenreichweiten gar nicht so abrufen muss, die ich theoretisch hätte.

  32. Sebastian:

    Das wird definitiv nicht der Fall sein. Da gehe ich vollkommen konform mit dir. Ich finde auch die Diskussion da immer, wie weit kann ich fahren mit einer Akkuladung sozusagen. Klar wird das irgendwann mal ausgereizt oder es gibt auch gewisse Einsatzfelder oder Fahrer, wo das auch wirklich genutzt wird, wo dann vielleicht auch mal die 400 Kilometer im Stück abgerufen werden. Dann wird schnell nachgeladen und dann geht es weiter. Aber in der Regel ist man ja dann doch eher in Ja, den 80, 90 Kilometern am Tag unterwegs, die auch schon zig Studien eben in den Raum gestellt haben. Aber gut, dass du mir in dem Zusammenhang auch schon die Frage beantwortet hattest, warum bei der kleinen Batterie nur der 7,2 kW Lader dran ist und nicht auch 11 kW Lader. Da ist ja das Argument auch überzeugend. Siebeneinhalb Stunden von 0 auf 100 passt. Also was soll man da sagen? Die steht ja mal mindestens über Nacht dran. kannst du ja wahrscheinlich dann über euer System auch noch einstellen, dass er eben nicht immer von 0 auf 100 komplett auflädt.

  33. Florian Reimer:

    11 kW und speziell im Wohngebiet, das ist halt ein Anschluss, das ist okay, das muss der Haushalt können. Aber wenn natürlich plötzlich die ganze Straße 22 kW zieht oder so, dann kriegst du das entweder, du kannst es eh nicht ziehen, weil das dir die Stadtwerke gar nicht zur Verfügung stellen. Deswegen ist es auch irgendwie ein theoretischer Max-Wert, den du dann in der Realität nicht wirklich abrufst. Weil wenn du wirklich schnell laden willst, dann lädst du ja über den Schnelllader und nicht über das AC-Laden.

  34. Sebastian:

    Das stimmt. Das einzige Argument, wo ich da jetzt noch dagegen bringen könnte, wenn man sagt, man nutzt den Q4 dann tatsächlich von mir aus als Geschäftswagen oder so, ist dann bei einem Kunden vor Ort oder bei einem Lieferanten und hängt es da am Firmenparkplatz dann mal dran und hat da vielleicht die Möglichkeit, 22 kW zu laden, wo man dann auch wieder, ich sage mal, mit vollerem Akku dann nach Hause gehen kann. Das kann man aber alles in die eine oder andere Richtung argumentieren. Ich finde, eure Argumentation ist schlüssig für die Gedanken, die ihr euch dazu gemacht habt. Schlussendlich muss das jeder Fahrer für sich dann selbst entscheiden, ob es ausreichend ist und für den eigenen Zweck passt oder ob man da eben auf andere Lösungen Wert legt.

  35. Florian Reimer:

    Genau und wenn ich da vielleicht ein bisschen auch in die Zukunft blicke, wir wissen ja speziell E-Plattformen bleiben ja nie so, wie sie am Anfang sind, sondern wir gehen schon sehr stetig weiter und du musst ja auch Updates den Kunden, auch den vorhandenen Kunden, nicht nur dann neuen Kunden geben. Und da ist auch eher der Fokus, dass man beim DC-Laden, ich sage jetzt mal, noch optimiert und rausholt, was die aktuelle Technik hergibt, bis man dann weitere Technologieschritte bringt in der Batterie. Und das AC-Laden ist jetzt für mich so aus meiner Kenntnis und meinem Eindruck, was ich auch bei uns intern sehe, das wird eher mehr so bleiben, speziell im A-Segment bei uns. Man wird sich fokussieren wirklich, wenn ich dann schnell laden muss, dass ich da noch mehr raushole, da wirklich noch. auf den langstreckenden Kunden rein und schnell laden, die Zeit erspare.

  36. Sebastian:

    Genau, da ist ja auch dann meistens der Faktor Zeit das wertvollste Gut. Wenn du jetzt daheim bist, da ist es dir echt egal, ob du jetzt nachts dann vier Stunden brauchst, um vollgeladen zu werden oder doch die siebeneinhalb. Da hast du ja die Zeit, aber wenn du unterwegs bist, dann möchtest du ja in der Regel schneller von A nach B kommen.

  37. Florian Reimer:

    Ja, richtig. Bloß, wie schon gesagt, du wirst... ich mache es jetzt selbst von mir, also ich mache es von mir, da haben wir auch eine Wallbox. Du musst ja mittlerweile über die intelligente Steuerung die Wallbox erkennen, das heißt, der Stromnetzbetreiber kann die dann bedarfsorientiert steuern und ich weiß nicht, welchen Durchschnittsladewert du da wirklich kriegst, wenn um 18 Uhr dann alle nach Hause kommen, jetzt gehen wir mal Zeit nach Corona, wenn wir vielleicht wieder mehr unterwegs sind, nehmen wir an. Und alle stecken an, dann ist natürlich die theoretische Max-Lade-Kurve eben theoretisch.

  38. Sebastian:

    Klar, das stimmt auch. Das muss man natürlich auch bedenken. Jetzt haben wir ja doch einiges erfahren. Interieur, Exterieur, Reichweite, Motorisierung. Kannst du uns die zwei Modelle auch noch preislich einordnen? Sprich, wo geht es los und wo ist aktuell Ende?

  39. Florian Reimer:

    Ja, gerne. Also wir starten beim Q435 e-tron in unserem SUV bei 41.900. Das sind immer Preise für Deutschland, ne? Ja. Dann der große Heck, also der Q440 e-tron mit der großen Batterie, der Reichweiten hier um 47,5. Das heißt, die beiden Modelle sind auch voll förderungsfähig, gemäß der 3.000 Hersteller, 6.000 Förderung über den Bund. Und darüber gibt es dann den Quattro, wo es jetzt dann zum Start ja das Top-Modell gibt. den Q450 e-Tracatro, der ist dann 53,6. Das ist der SUV und dann das Boardback, der liegt immer circa, ich glaube, ziemlich genau 2.000 Euro darüber. Einerseits das Konzept, das heißt, ich habe mehr Reichweite. Auch ein ganz witziges Detail beim Sportback, er hat auch mehr Kofferraum. Das ist anfangs immer so komisch, warum? Ja, weil wir haben quasi die Heckklappe beim Sportback etwas nach hinten rausgezogen, damit der ganze Dachverlauf harmonischer ist und auch der Zivilwert und das Design sozusagen besser. Und dadurch habe ich auch 15 Liter mehr Stauraum beim Sportback als beim SUV. Erstmal ein bisschen befremdlich, weil das Nutzwort Auto ist meistens der SUV, nicht das Sportback oder das Coupé. Das stimmt. Das ist ein Vorteil und das Sportback hat dann auch eine elektrische Heckklappe und Audi Drive Select Serie. Das heißt, da sind halt ein paar Goodies sozusagen dann drin, die dann den Preis widerspiegeln.

  40. Sebastian:

    Ja gut, aber ich denke, die sind ja dann doch trotzdem relativ nah beieinander, so wie du es ja jetzt auch eingeordnet hast. Und ja, das muss ja auch wieder jeder nach seinem Geschmack entscheiden, falls ich jetzt SUV oder will ich dann doch eher den Sportback haben. Was mich noch interessieren wird, das Thema Nachhaltigkeit spielt bei euch eine Rolle und da geht es ja nicht nur darum, dass mit Ökostrom geladen wird hinterher. sondern da fangt ihr ja schon früher an. Kannst du dazu einordnen, wie Audi da Stellung bezieht? Jetzt wahrscheinlich nicht nur den Q4 e-tron bzw. Q4 Sportback e-tron, sondern generell.

  41. Florian Reimer:

    Genau, so hast du es ja gesagt. Also bei uns, wir fangen eigentlich ganz vorne an bei der Nachhaltigkeit und zwar bei der Lieferkette. Es gibt von uns ein sogenanntes Sustainability Rating für unsere Zulieferer. Das heißt, wir verpflichten unseren Food-Lieferer, dass er zu 100% Grundstrom, erneuerbare Energien verwendet, geschlossene Wasserkreisläufe und so weiter, alles in einer Circular Economy macht, was möglich ist. Das geht dann weiter natürlich mit uns, also erstens mit den Zellproduzenten für unsere Zellmodule, zweitens mit uns mit der Fahrzeugproduktion in unserem Werk in Zwickau, das 100% über Grundstrom läuft. Und endet dann damit, dass wir den Kunden, wenn er den Q2 sozusagen in den Händen hält und das Fahrzeug ausgeliefert wird, das bilanziell CO2-neutral ist. Das heißt, alles, was über Grundstrom, Neubauenergien gemacht wurde, über Wasserwiederverwertung usw. wird gemacht. Andere Themen, die man nicht verhindern kann oder nicht kompensieren über Grundstrom usw., sind über Zertifikate abgegolten, das heißt über zertifizierte Naturschutzprojekte weltweit, wo wir dann den Kunden sagen, wir haben sozusagen die CO2-Bilanz für ihn auf Null gedreht und er, wenn er dann das Fahrzeug auch mit Kunststoff betreibt, das wir ihm empfehlen und ihm auch anbieten, dann kann er CO2-neutral mobil sein. Ich glaube, das ist ein wichtiges Konzept im Gesamtkreislauf.

  42. Sebastian:

    Ich denke gerade, dieses Kreislaufdenken ist sinnvoll oder immens wichtig für die E-Mobilität, dass man da das komplett denkt, damit man da natürlich auch den bestmöglichen Vorteil für unsere Natur, Umwelt rausholen kann. Und deswegen war es mir jetzt auch wichtig, dass wir es nochmal ins Gespräch gebracht haben. Ich danke dir auf jeden Fall für die Eindrücke, dass du uns die zwei Stromer ein bisschen näher gebracht hast, vorgestellt hast sozusagen. Und freue mich, wenn wir in Kontakt bleiben und uns dann vielleicht auch zu zukünftigen Modellen aus eurem Haus noch austauschen können.

  43. Florian Reimer:

    Sehr gerne.

  44. Sebastian:

    Vielen Dank. So schnell können also 35 Minuten vergehen, wie im Flug quasi. Vielen Dank, dass du heute zugehört hast in das Gespräch mit Pirmin Reimer über den Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron. War doch ganz interessant, wie ich finde. Und ich bin mir sicher, dass wir Pirmin demnächst mal wieder hier im Podcast hören. Zumindest haben wir das doch mehr oder weniger lose vereinbart. Wenn du uns noch was Gutes tun willst, hinterlass uns eine positive Bewertung bei iTunes, damit wir noch ein wenig mehr in die Welt der E-Mobilität hineinsteigen können und auch noch andere Hörer erreichen. Vielen Dank, bis nächste Woche, mach's gut, ciao.