Total Energies über Ladeverhalten der Zukunft

Im Gespräch mit Mathias Knauer, Head of Sales and Solutions bei der TotalEnergies Charging Solutions Deutschland GmbH

In der aktuellen Elektroauto-News.net Podcast-Folge habe ich Mathias Knauer, seines Zeichens Head of Sales and Solutions bei der TotalEnergies Charging Solutions Deutschland GmbH, zu Gast, welche erst 2022 gegründet wurde, aber mittlerweile schon stark am Markt mitspielt. Stark am Markt mitspielt, wenn es um das Thema Ladeinfrastruktur geht, sowohl im öffentlichen als auch eben im halböffentlichen Bereich, bei Flotten, aber auch beim Heimladen.

Im Detail habe ich mich mit Mathias darüber unterhalten, wie er oder wie die TotalEnergies Charging Solutions Deutschland GmbH die Entwicklung des Ladeinfrastruktur-Marktes hier in Deutschland sieht, wie man selbst dran teilnimmt, wie man unterstützt und was die Herausforderungen am Markt sind, insbesondere das Thema Flottenladen, Laden in Unternehmen, Laden für Mitarbeiter:innen auf Arbeit und auch zu Hause standen im Fokus.

Im Detail weiß er es natürlich viel besser herüberzubringen. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Mathias. Viel Freude damit.

Shownotes:

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Transcript

  1. Intro:

    Elektroauto News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektroauto-News.net Podcast. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du diese Woche wieder eingeschaltet hast, wenn wir uns mit dem Thema E-Mobilität beschäftigen. In der aktuellen Folge habe ich Matthias Knauer, seines Zeichens Head of Sales & Solutions bei der TotalEnergies Charging Solutions Deutschland GmbH zu Gast, welche erst 2022 gegründet wurde, aber mittlerweile schon stark am Markt mitspielt. Stark am Markt mitspielt, wenn es um das Thema Ladeinfrastruktur geht, sowohl im öffentlichen als auch eben im halböffentlichen Bereich, bei Flotten, aber auch beim Heimladen. Im Detail habe ich mich mit Matthias darüber unterhalten, wie er oder wie die TotalEnergies Charging Solutions Deutschland GmbH die Entwicklung des Ladeinfrastrukturmarktes hier in Deutschland sieht, wie man selbst daran teilnimmt, wie man unterstützt und was so die Herausforderungen am Markt sind. Insbesondere das Thema Flottenladen, Laden in Unternehmen, Laden für MitarbeiterInnen auf Arbeit und auch zu Hause. Im Detail weiß er das natürlich viel besser rüberzubringen. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Matthias. Servus Matthias, schön, dass du mal wieder zu Gast bist hier im elektroautonews.net Podcast. Du warst ja schon einmal zugegen, hast uns ein bisschen was über Ladeinfrastruktur erzählt. Heute vertiefen wir das Ganze nochmal. Für diejenigen, die noch nichts von dir gehört haben, stell dich doch gerne mal kurz selbst vor und auch das Unternehmen, für das du tätig bist.

  3. Mathias Knauer:

    Vielen Dank Sebastian für die Einladung, erneute Einladung. Es ist immer wieder schön hier zu sein. Zu mir, ich bin der Bereichsleiter für die Vertriebsorganisation und das Produktportfolio in Deutschland bei der TotalEnergies Charging Solutions Deutschland GmbH, einer Gesellschaft, die wir explizit für Ladeinfrastrukturaktivitäten in Deutschland letztes Jahr gegründet haben.

  4. Sebastian:

    Die TotalEnergies, einfach nochmal so zur Einordnung, was sich da dahinter verbirgt, das weiß vielleicht auch nicht jeder, dass man einfach weiß, von wem ihr sozusagen die Tochtergesellschaft seid.

  5. Mathias Knauer:

    TotalEnergies ist ein globales Multienergieunternehmen, das Energie produziert und liefert. Dazu gehören Öl und Biokraftstoffe, Erdgas und grüne Gase, erneuerbare Energien und eben, und das ist unser Fokus, Strom. Und wir wollen bis spätestens 2050 weltweit die CO2-Neutralität erreichen. In Deutschland kennt man uns vor allem durch die Tankstellen. Hier haben wir im März diesen Jahres bekannt gegeben, unser Tankstellennetz und das Kartengeschäft an das kanadische Unternehmen Alimentation Gusta zu verkaufen. In der Mobilität werden wir damit verstärkt den Fokus auf Wasserstoff, aber auch, und das ist für mich interessant, eben auf Elektromobilität legen.

  6. Sebastian:

    Und in dem Zusammenhang nehmen wir uns jetzt auch mal die Themen an, die wir uns heute auf die Agenda ein Stück weit geschrieben haben. entwickelt das Ganze ja nicht am Markt vorbei, sondern ihr blickt ja dementsprechend auch ganz gezielt auf den Markt. Wo sind die Bedürfnisse? Können wir rein theoretisch einfache Tankstelle, wie sie vorher für Benziner, Dieselfahrzeuge da war, austauschen gegen Ladeinfrastruktur, sei es jetzt für Wasserstoffbetriebene als auch für Batteriebetriebene Elektroautos? Oder gibt es da Unterschiede? Vielleicht kannst du da auch mal einen Blick für uns auf den Markt aus eurer Sicht werfen. Entwicklung der Fahrzeuge, Entwicklung Ladeinfrastruktur, Markt, dass wir da einfach schon mal so einen Einblick zum Einstieg bekommen.

  7. Mathias Knauer:

    Das ist ein bisschen komplexer als bei den Tankstellen, so wie das Geschäft früher war. Wir werden das in Zukunft sehen, dass wir sehr viel mehr Arten der Orte haben, wo geladen wird. Das wird zu Hause sein. Ich glaube, das ist der Klassiker. Die, die zu Hause laden können, die werden das auch tun. Am Arbeitsplatz der zweitwichtigste Punkt und dann, ich sag mal, im öffentlichen Bereich ganz allgemein und das kann man dann wieder unterteilen, auch in den urbanen als auch in den Transitbereich, wo dort natürlich auch Tankstellen weiterhin ein relevanter Player sein werden. Aber nichtsdestotrotz ist das, ich sag mal, im Gesamtkonstrukt ein kleiner Teil nur und viel, viel mehr wird aber im Heimbereich, Firmenbereich als auch in den urbanen Zentren, wie zum Beispiel an der Straße oder an Supermärkten beispielsweise geladen. Das so zur Einordnung der Lade-Use-Cases. Wir schon auch sehen im Markt, dass die Fahrzeuge wirklich auch angenommen werden, Elektrofahrzeuge. Und da sieht man ja auch, gestern kam gerade die Meldung raus, dass in Europa wirklich hochgradig rein Elektrofahrzeuge auch benötigt werden und auch zugelassen werden. Also das sieht sehr, sehr gut aus. Und wir sehen das auch in den Zahlen. der Anzahl der Ladevorgänge und der Nachfrage von unseren Kunden und Partnern, wo geladen wird. Also es geht genau in diese Richtung und wird sicherlich in der nächsten Zeit genauso weitergehen.

  8. Sebastian:

    Gehen wir auch davon aus, dass die Entwicklung so standhält. Kurz zur Einordnung für unsere ZuhörerInnen. Mit gestern hast du dich bezogen auf Mitte Juli, wo wir eben diesen Zwischenstand bekommen haben, dass zum ersten Mal tatsächlich mehr E-Autos als Diesel zugelassen wurden. Das war so eine der Kernerkenntnisse, die da eben ausgewertet wurde. Nichtsdestotrotz ist es ja auch so, dass die Die Fahrzeuge, die auf den Markt kommen, sind von den Förderungen abhängig. Da wird es jetzt im September Einschnitte geben, weil der Umweltbonus für E-Autos in Flotten entfällt. Also für Unternehmen wird zurückgehen. Wie schätzt ihr das ein? Wird sich das auswirken auf den Absatz von Elektroautos? Also wird er sich stark auswirken und damit eben auch auf den Markt?

  9. Mathias Knauer:

    Also ganz offen, ich glaube ja. Das hat eine große Auswirkung auf den deutschen Markt. Wir haben es letztes Jahr gesehen, im November, Dezember hatten wir die höchsten Zulassungszahlen für Reinelektrofahrzeuge als auch Plug-in-Hybride damals noch, aufgrund der auslaufenden Förderung. Ich erwarte das im Übrigen auch für jetzt zum September hin, wo die Förderung für zumindest den B2B-Bereich stattfindet. eingeschränkt werden. Also es gibt nur noch die steuerliche Komponente. Für Private wird es keine Auswirkungen haben. Aber nichtsdestotrotz, wir haben das auch direkt im Nachgang gesehen. Der Weggang der Förderung hat sofort für das erste Halbjahr eine Einbremsung des Marktes hervorgerufen, die sich jetzt im Juni wiederholt. Aber ich gehe davon aus, dass wir das auch noch sehen werden ab September, dass wir da auch einen sprunghaften Anstieg sehen für die letzten Förderungen und dann wieder eine leichte Abflachung. In Summe würde ich aber trotzdem sagen, dass wir einen stabilen Pfad haben, was die Zulassung angeht. Nicht so stark, wie wir es letztes Jahr hatten, aber trotzdem noch wesentlich stärker als die Jahre davor.

  10. Sebastian:

    Vielen Dank da schon mal für deine Einschätzung, Matthias. Und wenn wir noch mal kurz auf die Ladeinfrastruktur. Du hast vorhin eine schöne Einschätzung vorgenommen oder hast das nicht eingeschätzt, sondern du hast das eingeordnet anhand der Daten, die auch bekannt sind, dass so knapp 70% zu Hause geladen wird, 25% am Arbeitsplatz. Der Rest entfällt so auf den öffentlichen Bereich. Das ist so die prozentuale Aufteilung der Ladevorränge. Aber könnt ihr als Experten am Markt auch einen Blick darauf werfen, wie sich das mit Ladegeschwindigkeiten sozusagen auf sich hat? Entwickelt sich da ein Standard? Bei AC bewegt sich das so zwischen 11 und 22 kW. Bei DC haben wir ja von 50 bis 300, bald 400 kW alles am Start. Vielleicht, dass wir das noch ein Stück weit einordnen können, bevor wir dann noch tiefer auf die weiteren Themen eintauchen.

  11. Mathias Knauer:

    Also das ist für uns als CPO, also als Chargepoint Operator natürlich eine ganz wesentliche Frage, wie entwickelt sich das und worauf müssen wir uns einstellen mit der Ladeinfrastruktur, die wir heute aufbauen, die ja dann für übermorgen trotzdem noch funktionieren soll. Und da sehen wir ganz klar eine Steigerung der Ladegeschwindigkeiten und das ganz objektiv gesehen. Ich mache mal ein Beispiel. Nehmen wir uns die Top 5 Fahrzeuge, die heute zugelassen werden. Dann liegen wir im, einfach wenn ich die ungewichtet einfach mal mit der maximalen Ladegeschwindigkeit einordne, dann liegen wir irgendwie in der Größenordnung 170 bis 180 kW. Das war vor einem Jahr noch wesentlich niedriger und das hat sich auch innerhalb der letzten sechs Monate nochmal stark verändert. Beschleunigt auch durch den Hochgang der Teslas, die ja mit bis zu 250 kW auch ziehen. Nichtsdestotrotz sehen wir auch in den kleineren Segmenten auch 800 Volt Systeme, die jetzt hochfahren. Genesis hat gestartet, Kia, Hyundai natürlich auch mit den Fahrzeugen, die schon da waren und jetzt auch mit dem Ioniq 6, der mit dazu gekommen ist. Da sehen wir auf jeden Fall, dass die Ladegeschwindigkeiten noch weiter ansteigen werden. Das wird sicherlich irgendwann abflachen, aber aktuell ist das das, was wir sehen und darauf müssen wir uns auch für die Zukunft einstellen.

  12. Sebastian:

    Und ihr stellt euch ja darauf ein, ich sage mal, ein wichtiger Punkt, wo wir drauf sprechen kommen, ist ja eben das AC-Laden zu Hause und in Flotten. Allerdings, das DC-Laden fällt ja bei euch auch nicht hinten runter, da gibt es auch entsprechende Projekte schon, wo du vielleicht ein paar Worte dazu verlieren kannst, die ihr heute aufbaut, um dann eben auch übermorgen genutzt werden zu können, sozusagen von E-AutofahrerInnen. Vielleicht magst du dazu ein paar Worte verlieren.

  13. Mathias Knauer:

    Neben dem, ich sage mal, Private Charging, wo wir auf den privaten Plätzen, also wie zum Beispiel zu Hause als auch im Arbeitsplatzladen, haben wir natürlich auch Projekte im Bereich öffentlichem Laden mitgebracht, die ich mit vollem Stolz verkünden kann, die auch schon publiziert wurden, dass wir bei REWE, bei der REWE-Gruppe, also REWE und Penny-Märkte, an 100 Standorten DC-Ladeinfrastruktur vor allen Dingen im urbanen Bereich aufbauen werden, weil genau das ist das, was ich ja auch eben gesagt habe. Wir werden eine Verlagerung haben von den Tankstellen. Und nicht jeder kann zu Hause laden. Das ist einfach so ein Thema und das richtet sich genau an diese Kundengruppe, die weder zu Hause laden kann, noch möglicherweise auch am Arbeitsplatz, was ja auch ein ganz großer Faktor ist. Und die müssen ja auch irgendwo laden und die werden ja nicht zur Tankstelle möglicherweise fahren, die vielleicht weiter weg ist in Zukunft, sondern die werden dort laden, wo sie auch sowieso sind, nämlich an Supermärkten, bei Einkaufszentren unter anderem, aber auch natürlich an der Straße, aber nirgendwo. Ganz konkret, dieses REWE-Projekt richtet sich an den urbanen Bereich im DC-Segment.

  14. Sebastian:

    Darüber hinaus habt ihr ja auch noch ein weiteres Projekt, das ist jetzt nicht im DC-Segment aktiv, sondern eher AC, soweit ich das einordnen kann. Das sind ja auch, ich glaube, 500 Ladepunkte waren es, die jetzt in Berlin aufgebaut werden dann. Was ja jetzt auch keine kleine Hausnummer ist.

  15. Mathias Knauer:

    Genau, da haben wir ein großes Projekt für uns vor. Groß deswegen in Berlin, weil wir 500 Ladepunkte vorhaben und zum Teil aber nur eine Ladestation mit zwei Ladepunkten an einem Ort aufbauen. Das heißt, wir haben mehrere hundert kleine Baustellen, die alle koordiniert werden müssen. Aber nichtsdestotrotz, das machen wir auch, weil wir daran glauben, dass die Kombination aus an der Straße laden, AC langsam laden, über Nacht oder tagsüber, lange über lange Zeit, so Slow Charging sozusagen, als auch Schnellladen für zwischendurch, Opportunity Charging kann man das auch nennen, an den Supermärkten, sodass sozusagen genau die Kundengruppe angesprochen wird, die eben nicht zu Hause laden kann oder am Arbeitsplatz.

  16. Sebastian:

    Das ist ja auch ein wichtiger Fakt, weil ich kann aus eigener Erfahrung berichten, ich habe hier oder wohne zu Hause mit zwei anderen Parteien in dem Haus drin. Wir können keine eigene Ladeinfrastruktur hier leider aufbauen und sind auch darauf angewiesen, dass es eben die 11kW-Lade an der Straße gibt, wo du hingehen kannst. 500 sind es leider nicht, aber die zwei reichen hier im Moment noch im Ort für die paar E-Autos, die rumfahren. Nichtsdestotrotz... Flotte hast du ja auch gesagt. Es gibt ja auch viele Arbeitgeber, die das noch nicht anbieten, aber anbieten wollen, die aber entsprechend auch mit ein paar Herausforderungen, Schwierigkeiten vielleicht zu kämpfen haben, um Elektrifizierung in den Betrieb, ins Unternehmen reinzubekommen. Damit beschäftigt ihr euch ja auch, wenn ihr den Markt betrachtet, wenn ihr eure Produkte betrachtet, kannst du uns da abholen.

  17. Mathias Knauer:

    Das ist genau ein großes Feld, wo wir eine große Masse vor allen Dingen sehen in der Zukunft und auch schon gesehen haben. Also da sind wir auch schon lange dabei. Die Flotten müssen sich elektrifizieren und heute ist es so, dass die Mehrzahl der Neuzulassungen betrieblich sind, also gewerblich. Das bedeutet, dass natürlich für uns eine ganz relevante Zielgruppe, wo wir auch heute rein müssen und auch drin sind. Und da sehen wir, dass die Unternehmen große Schwierigkeiten haben, vor allem in der Fahrzeugbeschaffung. Das haben wir letztes Jahr sogar noch krasser gesehen durch den Ukraine-Krieg, wo plötzlich auch Lieferschwierigkeiten von Fahrzeugkomponenten da waren. wir natürlich weiterhin dranbleiben, weil da sehen wir ein ganz großes Potenzial, dass die Unternehmen Ladeinfrastruktur aufbauen für ihre eigene Flotte, für ihre eigenen Dienstwagen, aber auch diese Ladeinfrastruktur, die ja nicht permanent benutzt wird und werden muss, auch zu öffnen für ihre Mitarbeiter, dass dort die Möglichkeit besteht, hey, liebe Mitarbeiter, wir bieten euch hier einen Service an, ihr könnt nicht zu Hause laden, ihr könnt dann am Standort auch laden. Die Ladeinfrastruktur ist sowieso da. Da haben die allerdings nur das Problem der Abrechnung. Das ist eines der Hauptthemen. Wie kann ich jetzt sozusagen den Mitarbeiter das nicht kostenlos anbieten, sondern beteilige die Mitarbeiter an den Kosten? Und dafür haben wir eine Lösung, das nennt sich Mitarbeiterladen, wo wir private Verträge sozusagen mit jedem Mitarbeiter schließen und dort uns um die Abrechnung für die Mitarbeiter dann machen.

  18. Sebastian:

    Das heißt, ihr steigt da dann auch als Dienstleister quasi mit ein, stellt ihr auch die Ladeinfrastruktur zur Verfügung, nur die Software in Anführungsstrichen zur Abrechnung oder seid ihr so die All-in-One-Anlaufstelle für das Unternehmen und für die Mitarbeiter?

  19. Mathias Knauer:

    Also wir versuchen alles anzubieten, muss man dazu sagen. Also wir, ganz klar, das ist der Fokus, dass wir hier als 360-Grad-Player auftauchen. Das bedeutet, wir wollen die Ladeinfrastruktur gerne aufbauen, verkaufen die, kümmern uns aber auch um den Aufbau in der Garage beispielsweise, Tiefgarage, sorgen dafür, dass die Ladeinfrastruktur hängt. Aber auch, und das ist genau das, was du gefragt hast, ja, wir treten dann als Dienstleister auf, als Ladekartenanbieter im geschlossenen Segment und kümmern uns dann um die Abrechnung der Mitarbeiter. auf Basis des Stromtarifs, den das Unternehmen dort vor Ort hat. Wir bringen natürlich auch gerne Strom selber mit, das bieten wir auch an, sodass das alles aus einer Hand kommt und der Kunde so wenig wie möglich Touchpoints hat, worum er sich kümmern muss. Auch weil häufig da auch noch Fragestellungen dran sind. Wie läuft das denn eigentlich mit der Stromsteuer? Und darf ich das eigentlich? Welche Regulatorik ist dahinter? Und dann kann man sich zurücklehnen und sagen können, okay, wir kümmern uns darum alles und sorgen dafür, dass der Kunde am Ende so wenig wie möglich hässelt.

  20. Sebastian:

    Und am besten natürlich mit einem vollen Akku vom Parkplatz dann runterfahren kann. Natürlich, das sollte ja auch der Ansatz sein. Aber es gibt ja auch verschiedene Use Cases, Herausforderungen dann an so einem Standort, mit denen ihr wahrscheinlich auch zu kämpfen habt, die ihr auch in der Lösung angehen müsst. Habt ihr da Lösungen dafür? Ich denke jetzt gerade mal so, standortübergreifende Ladethematik. Bei meinem alten Arbeitgeber war es so, da gab es zwei Standorte, die waren zwar nur fünf Kilometer auseinander, aber die musst ihr auch entsprechend angesteuert bekommen oder gesteuert bekommen. verschiedene Abteilungen, wo man vielleicht sagt, okay, man möchte jetzt eher, ich sage mal, die kaufmännischen Mitarbeiter fördern oder vielleicht eine andere Abteilung. Gibt es ja verschiedenste Beweggründe, wie auch so ein Unternehmen dann seine Mitarbeiter fördern möchte. Bietet ihr auch da die Möglichkeit, das dann eben unterschiedlich auszusprechen?

  21. Mathias Knauer:

    Das ist nämlich auch ein großes Kernproblem der flotten Betreiber, dass sie sagen, wir wollen gerne Ladeinfrastruktur an unserem Standort, es gibt aber auch Unternehmensverbände oder Unternehmensgruppen, die dann verschiedene Tochtergesellschaften haben und die dann natürlich wollen, dass wenn man jetzt von Gesellschaft A zur Gesellschaft B fährt, obwohl das ein Unternehmensverbund ist, dass man dann trotzdem laden kann. Und das sind natürlich genau die Fragestellungen und dann auch wieder die Abrechnungen im Hintergrund hat. Und das sind genau die Fragestellungen, mit denen wir uns dort beschäftigen und diese Probleme lösen, dem Kunden, den Flottenmanagern oder den Location-Verantwortlichen dort Lösungen an die Hand geben, wo die am Ende genau, nämlich der Mitarbeiter kann von Gesellschaft A zu B fahren und hat eine Ladekarte und kann an beiden oder sogar an allen Standorten gegebenenfalls, wenn es noch mehr Standorte gibt, dort laden. Und das hilft einfach. Und ich vergleiche das immer mit der Tankstelle. Ja, da gibt es zwei Rollen, nämlich einmal die Zapfsäule und einmal das Kassenhäuschen. Und das funktioniert in der Ladeinfrastrukturwelt ja nicht so. Ich kann ja nicht neben jede Ladestation Kassenhäuschen bauen, da ist gar nicht genug Traffic hinter, sondern ich muss sozusagen dieses Kassenhäuschen virtuell haben und dann am Ende das mit der Abrechnung und mit der Authentifizierung auch machen, weil nicht jeder kann sozusagen das Kabel ja reinstecken, um in der gleichen Analogie zu bleiben.

  22. Sebastian:

    Vielen Dank, dass du uns da nochmal abgeholt hast und auch diese spannende Analogie da mit reingebracht hast mit diesem Vergleich von dem Geschäft, das ihr jetzt gerade im Moment seid abzugeben und um euch dann eben auf die Zukunft des Ladens sozusagen zu konzentrieren, egal ob es jetzt eben Wasserstoff- oder Batteriebetrieb eine E-Mobilität ist. Ein wichtiger Punkt, den du ja auch genannt hattest, ist eben diese Abrechnungsgeschichte. Zum einen für den Mitarbeiter, wahrscheinlich mit dem Unternehmen oder das Unternehmen mit dem Mitarbeiter, zum anderen aber auch innerhalb des Unternehmens. Da hattest du jetzt auch so die korrekte Stromabrechnung, buchhalterisch und energiewirtschaftlich mal so kurz angerissen. Was sind denn da so die Probleme? Weil vielleicht ist das vielen Unternehmen ja auch noch gar nicht bekannt, auf was man da eben auch achten muss oder was da so Best Practice ist vielleicht.

  23. Mathias Knauer:

    Da haben wir natürlich die Schwierigkeit, das ist ein ganz regulierter Markt. Also da kann nicht jeder Strom verkaufen, wie er lustig ist, sondern das ist reguliert. Jetzt haben wir das zum Glück so, dass die Ladestation als Letztverbraucher eingeordnet ist. Und das ist auch eher eine Unsicherheit, wie das funktioniert. Dann braucht man zum Teil eine Stromwiederverkäuferbescheinigung. Das ist auch etwas, was dazugehört. Da können wir natürlich die Kunden auch beraten, dass sie da vor allen Dingen erstmal keine Scheu haben, weil man kennt das schon, dass das halt doch alles reguliert ist und dann gibt es einfach ganz viele Unsicherheiten, weswegen möglicherweise gar nicht Ladeinfrastruktur aufgebaut wird. Aber am Ende ist es gar nicht so schwer. Ja, da haben wir Regelungen und vor allem vertraglich das alles so geschlossen, dass das alles dingfest ist. Aber wir vor allem nehmen wir da den Unternehmen die Angst und erklären das, wie das funktioniert und können das dann auch dementsprechend sauber regeln und abrechnen mit den Unternehmen, als auch mit den Mitarbeitenden, die dann dort verladen können.

  24. Sebastian:

    Ich denke, das ist auch ein wichtiger Punkt, den du jetzt angebracht hast, dass ihr da eben dem Unternehmen und den MitarbeiterInnen eben die Angst sozusagen nehmt, auch den Weg bereitet und dann eben auch dafür sorgt, damit Ladevorgänge auch einfach sind, ohne damit sich der Mitarbeiter, der einfach nur die Ladekarte dran hält, dann wesentlich Gedanken darüber machen muss, was passiert jetzt im Hintergrund. Und das gleiche natürlich auch für das Unternehmen, die ja eigentlich sich ihrem Hauptgeschäft widmen wollen und eben nicht selbst dem Ladeinfrastrukturanbieter beteiligen. Ganz spannende Frage. Und da gibt es wirklich noch einiges, was man sich da angucken kann, wie unsere Angebote für Gewerbeimmobilien oder spezielle Lösungen zum Laden für Besucher.

  25. Mathias Knauer:

    und Fremdfirmenladen. Das sind alles ganz, ganz spannende Themen. Aber das ist ein ganz komplexes Feld. Und ich schlage vor, dass wir dieses Thema mal in einem eigenen Podcast besprechen, weil ich glaube, das springt sonst hier den Rahmen. Kleiner Teaser dazu. Wir sind gerade dabei, ein Rundum-Sorglos-Paket einzuführen. Und was das genau bedeutet, das erkläre ich beim nächsten Mal.

  26. Sebastian:

    Vielen Dank, da hast du dann schon das Gesamtfazit sozusagen vorweggenommen, auch tatsächlich für uns. Und ja, vielen Dank für die Einblicke, Matthias, die wir da bekommen haben auf euer Unternehmen, wie ihr aber auch Unternehmen unterstützt, eben Elektrifizierung in die Flotte nachhaltig reinzubringen, ohne Probleme dazu mitzuhaben, weil man eben einen Dienstleister wie euch an der Seite hat, der wahrscheinlich schon ziemlich viel am Markt gesehen und gehört hat und deswegen auch die passenden Antworten auf die Fragen hat. die vielleicht auch noch nicht gestellt wurden. Also von daher vielen Dank für deine Zeit, die Einblicke und freue mich auf ein hoffentlich drittes Mal, wo du bei uns dann vorbeischaust im Elektroauto-Newsbook-Net-Podcast.

  27. Mathias Knauer:

    Mach's gut. Vielen Dank, Sebastian. Ich komme gerne wieder.

  28. Sebastian:

    Das war sie also auch, die aktuelle Folge mit Matthias Knauer, der uns einen Blick drauf gegeben hat, was den Ladeinfrastrukturmarkt eigentlich im Moment so beschäftigt. Ich hoffe, dir hat die Folge gefallen. Hinterlasse uns eine positive Bewertung bei iTunes oder Spotify und teile den Podcast gerne mit anderen E-Autofahrern oder die sie eben werden wollen. Vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut. Bis dahin. Ciao.