Wie Ladeinfrastruktur trotz schwachem Netz funktioniert

Im aktuellen Podcast spreche ich mit Christos Tsegkis von Sungrow. Er verantwortet das Geschäft rund um Ladeinfrastruktur in Europa und gibt spannende Einblicke in die Strategie des Unternehmens. Für viele ist Sungrow bisher vor allem als Schwergewicht im Bereich Photovoltaik und Wechselrichter bekannt. Doch das Unternehmen hat sein Portfolio längst ausgeweitet. „Wir sind mit PV bekannt geworden, aber E-Mobilität wird für uns immer wichtiger“, sagt Christos. Genau hier setzen wir im Gespräch an.

Sungrow ist in Europa zunächst mit AC-Ladelösungen gestartet und hat sein Angebot schrittweise auf DC-Systeme erweitert – vom kompakten 30-Kilowatt-Lader bis hin zu künftigen Megawatt-Chargern. Der Schwerpunkt im europäischen Markt liegt derzeit bei Ladeleistungen um 400 Kilowatt. Entwicklung und Grunddesign entstehen in China, während in Amsterdam die maßgeschneiderte Anpassung für Europa erfolgt. Produziert werden die Systeme weiterhin in China, bevor sie nach Europa exportiert werden.

Besonders deutlich wird im Gespräch, welchen Stellenwert Software inzwischen für Sungrow hat. Christos betont mehrmals, dass sie hier bewusst einen offenen Ansatz verfolgen: „Unsere Software unterscheidet uns. Sie ist modular aufgebaut und offen, weil wir so schneller anpassen und besser mit Kunden zusammenarbeiten können.“ Ziel sei es, Ausfallzeiten zu reduzieren und Ladepunkte stabil zu betreiben – ein zentraler Faktor für Betreiber, die nur dann Einnahmen erzielen, wenn ihre Stationen online sind. Die Software greift dabei aktiv ein, erkennt Muster und kann Störungen vorbeugen. Damit soll die Betriebszeit verbessert werden, was für Betreiber wirtschaftlich entscheidend ist.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Kombination aus Schnellladeinfrastruktur und Batteriespeicher. Sungrow bringt hier viel Erfahrung aus dem Energiemanagement mit und überträgt dieses Know-how in den Mobilitätsbereich. Durch integrierte Speicher lassen sich nicht nur schwache Netzanschlüsse kompensieren, sondern zusätzliche Einnahmemöglichkeiten eröffnen. „Mit dem Speicher kann ich Energie nicht nur zwischenspeichern, sondern auch am Markt handeln. Das senkt Capex und verbessert den Return on Invest“, erklärt Christos. Sungrow liefert dafür die passende Hardware, während der Handel mit Energie über externe Softwarepartner erfolgt.

Spannend ist auch der Blick auf bidirektionales Laden. Sungrow setzt hier auf DC-Technologie und plant für das kommende Jahr eine DC-Ladebox, die genau das ermöglicht. Die Entscheidung gegen AC begründet Christos damit, dass DC mehr Steuerungsmöglichkeiten und präzisere Powerflows erlaubt. Für Gewerbe- und Flottenkunden ist das ein wichtiger Punkt, da sie Energiekosten optimieren und Lastspitzen vermeiden müssen.

Auch das Thema Megawatt-Charging diskutieren wir ausführlich. Während einige Hersteller die Notwendigkeit infrage stellen, verfolgt Sungrow einen klaren Kurs: „Ab 2027 werden Megawatt-Charger benötigt – und wir werden bereit sein.“ Die Technologie entwickelt Sungrow bereits, denn insbesondere im Logistiksektor werden hohe Ladeleistungen unverzichtbar sein, wenn Standzeiten niedrig bleiben sollen. Langfristig erwartet Christos, dass Megawatt-Laden einen bedeutenden Anteil am Umsatz ausmachen wird.

Natürlich spreche ich Christos auch darauf an, ob chinesische Anbieter es im europäischen Markt schwer haben. Seine Antwort zeigt ein gewachsenes Selbstbewusstsein: „Wir sind seit 2011 in Europa. Viele Kunden kennen uns aus dem Energiebereich. Vertrauen entsteht über Jahre – und genau davon profitieren wir.“ Trotzdem müsse man sich gegen starke Marken behaupten. Entscheidend seien nicht Herkunft oder Image, sondern Stabilität, Qualität und Support.

Nun aber genug der Vorrede – lass uns direkt in das Gespräch einsteigen.

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Transcript

  1. Intro:

    Elektro-Auto-News. Der Podcast rund um das Thema Elektromobilität. Mit aktuellen Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und vielem mehr.

  2. Sebastian:

    Servus und herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Elektro-Auto-News-Pro-Net-Podcasts. Ich bin Sebastian und freue mich, dass du heute wieder mit am Start bist. Auf der anderen Seite des Mikrofons habe ich Christos von Sungrow. Er ist unter anderem zuständig für den Markt in der DACH-Region im Bereich Ladeinfrastruktur. Wir haben uns unterhalten über das Programm, was man aktuell dort schon anbietet, was künftig noch ins Portfolio mit aufgenommen wird, welche Rolle Batteriespeicher im Zusammenspiel mit HPC-Lademöglichkeiten spielen, als auch bidirektionales Laden im DC-Bereich. Wir gehen direkt rein ins Gespräch mit Christos. Viel Spaß damit! Christos, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit nimmst, dass wir wenig mehr über Sungrow erfahren können. Bevor wir allerdings dahinter die Kulissen steigen und mehr erfahren, stelle ich auch gerne selbst mal unseren ZuhörerInnen vor, damit die eben auch wissen, wer hier auf der anderen Seite das Mikrofon setzt.

  3. Christos Tsegkis:

    Vielen Dank, Sebastian, für die Einladung. Ich bin Christos Tsegkis, Regional Manager für Charging, DACH, Nordics und Südosteuropa. Ich wohne in München, wo die Sungrow auch hauptsächlich in Europa ist.

  4. Sebastian:

    Und die Sungrow ist was? Was können wir uns darunter vorstellen für diejenigen, die noch nichts davon gehört haben, falls es denn hier jemand gibt?

  5. Christos Tsegkis:

    Also Marktleader, also Hersteller von PV-Wechserichtern, Speicher- und Ladestationen. Und der Hauptvorteil, würde ich sagen, das ist also die sogenannte 10-Key-Solution. Wir bieten alles aus einer Hand. Die Firma kommt ursprünglich aus China, aus Hefei, China, wurde 1997 in Hefei gegründet. Und wir haben Präsenz in Europa seit 2011.

  6. Sebastian:

    Und so wie du eben ausgeführt hast, habt ihr die Präsenz vor allem hier in Europa über das Thema Energiewende, PV, wie du es ausgeführt hast. Das ist so der Schwerpunkt, mit dem ihr hier in Europa gestartet seid, wenn ich es richtig verstehe.

  7. Christos Tsegkis:

    Ganz genau. Also seit 2011 haben wir mit PV-Wechselrichtern und Speichern angefangen und seit 2022 mit Ladestationen. Und aktuell gibt es viele Projekte und wir sind auch unterwegs mit kombinierten Lösungen, was die PV-Wechselrichter, Speichern und Ladestationen angeht.

  8. Sebastian:

    Wo kam die Entscheidung her, dann eben auch in Ladeinfrastruktur zu gehen? Ist die auch aus China, aus eurem Heimatland gefällt worden und ihr bringt das jetzt nach Europa rüber? Oder wie hat sich das entwickelt?

  9. Christos Tsegkis:

    Beide Gründe. Also Sungrow kommt ursprünglich von Leistungsmodulen. Wir sind auch Hersteller von Leistungsmodulen, PV-Wechselrichter. Und dadurch, dass wir schon Erfahrung mit Leistungskomponenten haben, also wir wollten auf jeden Fall auch die Ladestationen mit aufnehmen. Und der Trend auch in Europa ist auch klar Richtung Elektromobilität. Und Sungrow wird nicht diesen Zug verpassen, sozusagen.

  10. Sebastian:

    Ihr setzt aber auch auf Ladeinfrastruktur in eurem Heimatland. Das ist nicht nur ein Thema für Europa, sondern wird eben auch in China schon entwickelt, vorangetrieben dort.

  11. Christos Tsegkis:

    Absolut. Und in China, wir haben schon seit 2017 mit Ladestationen angefangen, sogar auch große Ladestationen, 400 plus Kilowatt. In Europa hatten wir vor drei Jahren mit einer AC-Ladestation, also der sogenannten AC-Wallbox, angefangen und aktuell haben wir im Portfolio sogar auch DC-Ladestationen von 30kW, eine DC-Wallbox, bis zu 480kW bzw. 640kW auch bald. Und auf der Roadmap steht auch der Plan für Megawattstarten, den wir schon angekündigt haben.

  12. Sebastian:

    Wenn wir einen Blick auf euer Produktportfolio werfen, du hast es eben schon gesagt, ihr seid im AC-Bereich hier in Europa gestartet, DC auch im niedrigen Bereich, 30 Kilowatt, da werden wir später bestimmt auch nochmal drauf kommen und bis zu Megawatt-Charging sozusagen. Der Schwerpunkt macht aber aktuell der Bereich um die 400 Kilowatt aus oder wo sitzt ihr euren Schwerpunkt hier eben speziell für Europa?

  13. Christos Tsegkis:

    Es kommt von bestimmten, sozusagen, also, regulatorischen Punkten, wie zum Beispiel in Deutschland, es ist uns bekannt oder bewusst, dass Deutschland, da gibt es bestimmte Anforderungen, was die Produkte angeht, und das ist nämlich also Richtung 400 plus Kilowatt. Und seit 2027, also vor allem im sogenannten TNT-Netzwerk, brauchen wir sogar 600 Kilowatt-Ladestationen. Deswegen folgen wir aktuell auch diesem Markttrend und wir fokussieren auf die Ultrasnell-Ladestationen und auch dementsprechend auf Megawatt-Charging in den kommenden Monaten.

  14. Sebastian:

    Ist das ein Thema, was von euch nur intern entwickelt wird, dann dementsprechend anhand der Regularien, die den Rahmen vorgeben, so wie du es eben gesagt hast? Oder geht ihr da auch mit euren Kunden dran und baut dementsprechend Ladeinfrastruktur auf und aus?

  15. Christos Tsegkis:

    Der erste Punkt kommt immer so quasi von der Förderung in Europa und auch Entscheidungen der EU, also nämlich auch H4. Wir verfolgen auch die Punkte von A4 und wir kriegen auch das erste Feedback von den Ladestationsbetreibern. Und das ist ganz klar das Signal, dass der Markt oder der Markttrend Richtung Ultrasnell-Ladestationen geht. Und dementsprechend, also wir als Hersteller, wir folgen auch dem Markttrend, vor allem in der DACH-Region.

  16. Sebastian:

    Als Hersteller seid ihr wo aktiv? Also werden die Produkte in China gefertigt für Europa oder fertigt ihr aktuell auch schon in Europa?

  17. Christos Tsegkis:

    Die Produktentwicklung erfolgt in China, allerdings mit Feedback aus Europa. Wir geben Feedback, was die Regulatoren angeht und Markttrend, also vor allem in den Fokus-Märkten wie Dachregion Nordics zum Beispiel. Und dementsprechend setzen wir auch diese Punkte um. Allerdings muss ich auch erwähnen, dass wir als Sungrow EV Charging haben wir auch den Fokus auf Software. Das ist quasi auch das Schätz der Ladestation. Software und auch Anpassungen, also gemäss verschiedenen Fahrzeugen. Deswegen haben wir ein Lab in Amsterdam, in Holland und wir machen die sogenannte OCPP, Open Charge Point Protocol. Implementierung in Amsterdam, in unserem Lab. Wir haben mittelstens also aktuell 40 Ingenieure, die sich um das Thema OCPP kümmern, plus EMS-Integrationen, EMS-Städte für Energie im Alarmsystem. Und die Kollegen reagieren auch als Level 2 und Level 3 Support für unsere europäischen Kunden.

  18. Sebastian:

    Das heißt aber, du hast jetzt eben gesagt, Entwicklung in China plus eben Anpassung in Amsterdam für Europa, dann sozusagen über die Software getrieben. Können wir gleich nochmal darauf eingehen. Aber die Fertigung der fertigen Ladestation sozusagen, die kommt aus China nach Europa.

  19. Christos Tsegkis:

    Aus China nach Europa, genau.

  20. Sebastian:

    Das Thema Software auch nochmal, was du ja auch als Differenzierungsfaktor eben so hervorgehoben hast, mit Open Source sozusagen draufsetzt. Wie differenziert ihr euch durch die Software? Was macht eure Software anders als die von einem Marktbegleiter?

  21. Christos Tsegkis:

    Ich muss auch erwähnen, es gibt zwei, oder der Begriff ist Firmware, also was die Ladestation an sich angeht. Die Firmware spielt eine große Rolle für die meisten Fahrzeugen. Wenn die Firmware die Leistungsmodulen kontrolliert, die TCU, ZCU der Ladestation, dann haben wir ein robustes Produkt. Das ist Punkt 1. Punkt 2 ist die Software-Implementierung bezüglich OCPP-Standards. In diesem Fall spielt auch eine große Rolle, weil auf dem Markt verschiedene Fahrzeuge gibt mit bestimmten Parametern. Das heißt, das Team hat ein Database mit bestimmten Autos, die wir auch regelmäßig in unserem Lab testen, aber auch in verschiedenen Locations in Europa. Und dementsprechend kriegen wir Input, was wir auch anpassen müssen. Deswegen reagieren wir von beiden Seiten, also was die Firmware der Ladestation angeht und auch die Software gemäß OCPP-Standards. Ich muss auch hervorheben, dass wir auch nochmal dem Markttrend folgen und bald in den kommenden zwei bis drei Monaten werden wir auch die neuen OCPP 2.0.1 Standards umsetzen. Das ist quasi auch eine verschlüsselte Kommunikation, auch sicher zwischen dem Fahrzeug und der Ladestation.

  22. Sebastian:

    Wo ist jetzt genau der Differenzierungsfaktor zur Software, wenn wir auf andere Ladestationhersteller blicken, die in eurem Bereich unterwegs sind?

  23. Christos Tsegkis:

    Das ist auch die Effizienz und wir beobachten auch proaktiv, wenn es etwas in der zum Beispiel TCU oder TCU Platine passiert. Wir machen auch Datenanalyse. Und wir wissen genau, was wir sofort anpassen müssen, um nochmal die Station funktionsfähig zu sein. Also das heißt, Teil des Teams reagiert immer proaktiv, um sicherzustellen, dass die Station einwandfrei funktioniert und auch die hohe Effizienz erreicht. Weil das Thema Effizienz ist oft, haben wir auch bemerkt, ein Thema so auf dem Papier. Aber von unserer Seite, wir wollen auch auf jeden Fall sicher sein, dass was auf unserem Datenblatt steht, nämlich auch die Ladestation auch folgt. Die Effizienz zum Beispiel 97, was wir auch auf dem Datenblatt erwähnen, stimmt auf jeden Fall unter bestimmten Umständen, auch im Fall eines Ladesvorgangs und nicht nur auf dem Datenblatt.

  24. Sebastian:

    Und Effizienz bezieht sich jetzt in dem Zusammenhang auf die Uptime der Ladestation, was ja das Entscheidende für eure Kunden ist dann?

  25. Christos Tsegkis:

    Effizienz in diesem Fall ist quasi also die Umwandlung von AC auf DC in den Leistungsmodulen und dementsprechend, was der Stecker nämlich CCS2 rausgibt an das Fahrzeug.

  26. Sebastian:

    Und wie schaut das im Hinblick auf Uptime aus sozusagen? Weil im Endeffekt eine Ladestation kann ja für euren Kunden nur Geld verdienen, wenn sie eben am Netz ist und funktioniert. Seid ihr da auch mit der Software aktiv und unterstützt?

  27. Christos Tsegkis:

    Sehr gute Frage. Also das ist auch der Grund, dass wir verschiedene Projekte in Europa gewonnen haben. Also es ist auch sehr, sehr bekannt. Wir haben auch ein großes Projekt in Österreich mit unserem Partner FON gewonnen. Und Grund dafür war auch die Uptime der Ladestation. Also wir waren auch von Anfang an dran. dass wir auch die Uptime gemäss der Ausreibungsvorgaben gewährleistet haben. Und das ist wieder, weil wir Teil des Teams haben, das auch proaktiv reagiert, zeigt auch, welche Fahrzeuge laden und welche genau Zeitfenster, um sicher zu sein, dass wir auch die Uptime gewährleisten.

  28. Sebastian:

    Das leuchtet schon mal ein. Jetzt habt ihr noch einen Differenzierungsfaktor, den ich im Vorfeld ja auch erfahren habe. Im Vergleich zu euren Marktbegleitern setzt ihr nicht nur auf die reine HPC-Ladestation an sich mit entsprechender Ladeleistung, sondern ihr kombiniert das auch direkt mit Batteriespeicher. Kannst du das noch ein Stück weit für uns ausführen?

  29. Christos Tsegkis:

    Absolut. Das ist also der... Ein von unseren USPs, dass wir alles aus einer Hand anbieten, PV, ISS plus EV Charging. Oft kommt das Thema ISS plus EV Charging für zwei Gründe. Also Grund Nummer eins ist Netzausbau. Es dauert lang, das ist auch bekannt in Deutschland, wenn wir einen Netzausbau brauchen, also sogar Trafo für die Genehmigung, also mindestens ein Jahr oder sogar zwei Jahre je nach Location. Und zweitens, was das Thema CapEx und Rendite angeht. Wir auch in unserem Team machen Technoökonomische Analyse und wir geben auch dem Kunden Bescheid, was kann er auch für Geld sparen und mehr Geld auch verdienen während nicht nur der Gewährleistungsphase, aber auch nach der Gewährleistung der Produkte. Das ist auch noch ein USP des Teams. Deswegen haben wir auch noch weitere Projekte geschafft, in Kombination auch mit Speicher. Speicher, also in diesem Fall, spreche ich von unseren CNI-Produkten, aber auch nachträglich werden wir auch die Utility Scales, also der sogenannte Power Titan von Sungrow App, mit integrieren. Aber aktuell die meisten Projekte sind CNI, ISS plus Ladestationen.

  30. Sebastian:

    Und dann sind wir, du hast das Thema Netzausbau eben auch schon erwähnt. Wir wissen alle, welche Ladestation aufbauen will, habe ich entsprechende Herausforderungen. Allein schon die Freigabe sozusagen zu bekommen, um die zu errichten. Und das umgeht ja, wenn ich das jetzt richtig verstehe, dadurch, dass ihr eben Batteriespeicher mit anbietet, wo ihr dann schon mal auch mit einem kleineren Stromanschluss Leistung zur Verfügung stellen könnt beim Laden.

  31. Christos Tsegkis:

    Ganz genau. Also ich kann dir auch erwähnen, also ein relativ kleines Projekt, wo der Kunde 50 kV vom Netz kriegt. Und er hat einen 180er von uns bekommen, Charger. In diesem Fall kriegt er den Rest vom Speicher. Der Speicher ist 110 Kilowatt. Und in den meisten Fällen kriegt das Fahrzeug die volle Leistung. Plus oft kommt das Thema auch dynamische Tarife. Tarife, das ist auch bekannt in Deutschland, vor allem ab dem 1. Januar 2025 für die Firmen, die schon mehr als 100.000 Kunden haben. Die brauchen auf jeden Fall Tarife, was den Strompreis auch angeht. In diesem Fall kann man auch auf jeden Fall die Energie speichern und dementsprechend auch einspeisen oder für die Ladung auch nutzen des Fahrzeugs.

  32. Sebastian:

    Und das wirkt sich ja auch auf die CapEx aus, die du eben erwähnt hattest, weil du eben nicht nur durch den Verkauf von Energie dann Geld verdienen kannst, sondern eben auch durch den Handel am Stromer.

  33. Christos Tsegkis:

    Absolut, absolut. Deswegen sehen wir in Kombination mit verschiedenen Partnern, wie sich um das Thema so Energy Trading kümmern.

  34. Sebastian:

    Euer Part ist dann die Bereitstellung der Hardware sozusagen, damit das von der Hardware-Seite möglich ist. Den Software-Part für den Stromhandel übernimmt dann aber ein anderer Partner eurerseits.

  35. Christos Tsegkis:

    Ganz genau. In diesem Fall kooperieren wir mit bestimmten Partnern, also in der DACH-Region oder in Deutschland, die sogar auch vor dem Mieter, vor dem Zähler auch den Energy Trading machen.

  36. Sebastian:

    Wie siehst du die Entwicklung an sich da generell im Markt? Wird das dann eher angenommen, so eine Lösung, ich sage mal mit dem Batteriespeicher und wo man ja auch noch einen schnellen Return on Invest bekommen kann, rein theoretisch, wenn ich eben aktiv mit dem Strom handele? Wird das eher vom Markt, von euren Kunden jetzt angenommen, als die klassische HPC-Lösung ohne Speicher?

  37. Christos Tsegkis:

    In diesem Fall, also mit Speicher, wird auf jeden Fall der CapEx höher sein, aber die Rendite ist auch, nämlich nach zwei oder drei Jahren, das ist der Durchschnitt im Markt, wird der Kunde so eine Rendite haben. Deswegen ist unsere Analyse ganz deutlich, auch wenn es in einer bestimmten Location vier oder fünf Ladevorgänge gibt, macht es auf jeden Fall mehr Sinn, dass der XY-Kunde auch einen Speicher dabei hat. Das ist Punkt eins. Und zweitens, ich würde auch das Thema auch Bidirektionalität entwerfen. Also das hat nicht mit dem Speicher zu tun, sondern auch mit den Ladestationen. Es ist auch klar, seit dem 13. November auch, Der Bundestag hat auch die Bidirektionalität verabsichtigt, also auch für Fahrzeuge als stationäre Batterien. Das ist ein Boost im Markt aktuell auch für Sungrow, dass wir auch in die Richtung, dem Markttrend in die Richtung folgen. Und aktuell auch in der Pipeline sind wir in der Entwicklungsphase von Bidirektionalität kleinerer DC-Ladestationen. Plus im Bereich MegaWatt-Sourcing werden wir auch Leistungsmodule verwenden, die auch Bidirektionalität unterstützen. Das heißt, wir decken beide quasi Use Cases ab, die kleinere, also für die Einspeisung des Fahrzeugs, aber auch Leistungsmodulen für unsere großen Ladestationen, Megawatt-Charger, für die Bidirektionalität und auch Blindleistung-Anpassung. Das ist auch sehr, sehr wichtig in Deutschland.

  38. Sebastian:

    Wenn wir das jetzt ein Stück weit auseinandernehmen, weil es waren jetzt viele Themen, die du reingebracht hast. Wir haben das im kleinen DC-Bereich, wo du gesagt hast, bewegen wir uns dann bei den 30 kW Wallboxen sozusagen, wo das bidirektional ist.

  39. Christos Tsegkis:

    Es gibt einige solche bidirektionale Wallboxen, 11 Kilowatt oder 22 kW Markt. Der Markt ist noch nicht so definiert, was die Bidirektionalität angeht, weil es gibt auch Atze. Und ich herstelle die ACB-Vorzüge an der DC. Das ist nämlich aktuell 30-70%. Wir werden DC folgen. Und ich sehe aktuell mehr in die Richtung 22 kW, eine DC Wallbox 22 kW. Warum? weil Punkt 1, also Bidirektionalität ist noch nicht reif als Thema und auch die Einspeisung, weil die meisten werden also eine DC Wallbox zu Hause haben und deswegen kann auf jeden Fall die Absicherung sogar zu Hause nicht mehr Leistung handeln.

  40. Sebastian:

    Okay, aber die Entscheidung für DC ist aus welchem Grund gefallen? Gegenüber ATRI?

  41. Christos Tsegkis:

    Es ist auf dem Grund, dass die meisten Hersteller OEMs in die Richtung gehen, Und zwei oder drei unserer Partner, die wir schon kooperieren, auch DC-Bidirektionalität unterstützen werden. Noch nicht, aber das kommt auch nächstes Jahr.

  42. Sebastian:

    Das heißt, ihr führt dann auch im kommenden Jahr eure DC-Ladebox ein? Oder wann kann man damit rechnen?

  43. Christos Tsegkis:

    Wir bleiben auch dran, also ich kann nicht das genaue Datum nennen, also aktuell sind wir in der Entwicklungsphase, wir folgen auch dem Markttrend und ich gehe davon aus, dass wir zumindest im ersten halben Jahr einen konkreten Überblick auf den Markt haben, dann werden wir das auch dementsprechend umsetzen. Aber davor, bevor wir die kleine, bidirektionale Wallbox auf den Markt bringen, haben wir schon Megawatt-Charger, also nämlich im ersten halben Jahr. Und der Megawatt-Charger hat auch drinnen Leistungsmodulen, die auch den Leistungsfaktor anpassen können, dementsprechend auch die Brilleistung.

  44. Sebastian:

    Und Megawatt-Charging wird aus eurer Sicht auch benötigt, weil da hat man ja, wenn man mit Marktbegleitern spricht, auch unterschiedliche Stellungnahmen dazu. Es gibt manche, die sagen, okay, Megawatt-Charging wird kommen. Andere sagen, die aktuellen HPC-Lösungen reichen auch schon aus, die wir haben in Bezug auf Standzeiten, die man ja auch bei einem LKW dann schlussendlich hat. Was für einen Standpunkt vertretet ihr hier?

  45. Christos Tsegkis:

    Ganz, ganz sehr, sehr guter Punkt. Also aktuell ist dann heute, ich bin auch der Meinung, dass HPC, also CC2, ist 99% ausreichend, weil die meisten LKWs, also nur CC2 unterstützen, auch sogar der AMC ist teilweise nicht aktiviert worden. Allerdings gemäß A4 und A5, plus die Zuweisung des Budgets an verschiedenen CPOs, ist deutlich auch von Herstellerseite, dass wir auch diesem Trend folgen werden, nämlich Megawatt. Aber die Frage ist, wann? Also meiner Meinung nach kommt ab 2027. Nächstes Jahr ist quasi eine Übergangsphase, aber ab 2027 werden wir mehr und mehr an Frage kriegen.

  46. Sebastian:

    Das heißt, ab 27 sehen wir die Megawatt-Charger auch aus eurem Haus an der Straße stehen sozusagen.

  47. Christos Tsegkis:

    Häufiger, genau. Als Hersteller Sungrow, wir werden auf jeden Fall auch nächstes Jahr Pilotprojekte treiben und auch Projekte mit bestimmten Kunden. Aber ab 27 bin ich ziemlich sicher, dass wir mehrere Projekte kriegen, weil der Markt reif oder reifer wird.

  48. Sebastian:

    Und wird für euch dann der Part mit Megawatt-Charging relevanter, wie sagen wir, in Umsatzgröße, Absatzgröße, als der HPC-Bereich? Also wie wird sich das verschieben bei euch von der Planung, von den Strategien, die ihr da verfolgt?

  49. Christos Tsegkis:

    Wir verfolgen auch die Strategie, dass wir beide Produkte weiterentwickeln. Allerdings, also Der Markt braucht Zeit für Megawatt-Charging, das ist deutlich. Deswegen auch 2027 bin ich sicher, dass der Umsatz mehr von HPC generiert, also CC2, als von MCS, von Megawatt-Charging. Megawatt-Charging braucht mehr Zeit, um das Umsatzniveau von High-Power-Chargers zu erreichen.

  50. Sebastian:

    Jetzt haben wir ja noch ein Thema, was ja auch immer so ein bisschen schwierig ist. Wir sehen es bei den OEMs, also Fahrzeugherstellern. Chinesische Marken kommen nach Europa, setzen sich hier dann noch nicht so ganz fest. Habt ihr den Vorteil als chinesischer Lieferant von Ladeinfrastruktur oder chinesischer Hersteller von Ladeinfrastruktur, dass ihr eben schon seit 2011 hier am Markt unterwegs seid und euch einen Namen gemacht habt, damit das Vertrauen eurer Kunden auch dort vorhanden ist? Oder habt ihr auch Schwierigkeiten gegen beispielsweise ein ABB oder ein Alpetronic dann auch, euch am Markt durchzusetzen, weil die Marke Sungrow in dem Bereich vielleicht noch nicht so gut besetzt ist?

  51. Christos Tsegkis:

    Tatsächlich, als wir angefangen haben, gab es ein bisschen auch Schwierigkeiten, weil der Markt damals war vor allem dominiert, also im Bereich Tetsche. Landestationen von europäischen Herstellern, das ist auch klar, das sieht man auch vom Marktanteil. Allerdings Sungrow kriegt mehr Marktanteil in bestimmten Regionen, also in der DAF-Region auf jeden Fall, weil wir erfahrene Kollegen haben, die Produkte unterstützen auch die regulatorische, also wir kriegen auch regulatorische Unterstützung, also von bestimmten Projekten und wir entsprechen auch den Marktvoraussetzungen. Das heißt, in Deutschland braucht man Eichrecht. Wir waren ein von den ersten Herstellern, der wir auch Eichrecht haben. Also ohne Eichrecht kann man keine Ladestation in Deutschland verkaufen. Das ist deutlich. Plus, wir haben also die Anerkennung auch von Eichrecht in Österreich bekommen. Das war der Grund, dass wir auch die große Ausreibung von EVN gewonnen haben. Das heißt, klar, immer noch sieht man verschiedene europäische Hersteller, aber wir als Sungrow, wir geben auch Werk an unsere Kunden, was das Service angeht, Qualität der Produkte und auch Zertifizierung Eichrecht zum Beispiel habe ich erwähnt. Cyber Security ist auch ein wichtiges Thema. Unser Server ist in Frankfurt. Alle Daten bleiben in Europa und das stellen wir sicher, weil wir schon Rezertifiziert sind und wir haben auch von EcoVadis das CyberVadis Zertifikat erhalten.

  52. Sebastian:

    Vielen Dank für die Einführung. Dann hinter die Kulissen von SunGrow sozusagen. Vielen Dank Christos für deine Zeit.

  53. Christos Tsegkis:

    Vielen Dank für deine Zeit.

  54. Sebastian:

    Spannende Einblicke, die uns Christoph hier hinter die Kulissen von Sungrow gegeben hat. Die Pläne, die man aktuell für Europa hat, als auch in den kommenden Jahren. Ich denke, du konntest einiges mitnehmen aus dem aktuellen Gespräch mit ihm. Ich freue mich, wenn du uns eine positive Bewertung hinterlässt und oder deine Kommentare auf Spotify, damit wir da natürlich auch auf deine Fragen eingehen können, was dich denn beschäftigt aus dem Gebiet. Vielen Dank fürs Zuhören. Mach's gut. Bis zur nächsten Folge. Ciao.